#81

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.12.2013 18:49
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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In der letzten Schicht wurde auch gemütlich die E-Zigarre gepafft, der Stumpen kam in das Glasröhrchen und auch eine Kragenbinde mit einem Spruch, ich hatte geschrieben "EK42, Frühling-Freiheit, leckt mich am A...sch!"
Das Röhrchen wurde dann vergraben.
Die Filzpantoffeln und das Essbesteck wurden schon vorher an einen Baum genagelt.
Bei Tordurchgang hat dich der Posten dann huckepack rausgetragen.
Wir waren zu Fuß und sind auch nicht gleich Richtung Einheit getrabt wie sonst immer, haben uns vor den GSZ gesetzt und noch eine in Ruhe geraucht, war sonderbar, du warst froh das es vorbei war, aber trotzdem ging es einem auch ein wenig an die Nieren als du zum letzten mal durch den GSZ in den Abschnitt geschaut hast und das Tor wo du vielleicht 40 mal durch bist nun endgültig zu war.


hundemuchtel 88 0,5, IM Kressin und matzelmonier79-2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.12.2013 19:06 | nach oben springen

#82

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.12.2013 19:22
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Hallo Leute,

interessant. Die Phantasie kannte keine Grenzen

Bäume an geschützer Stelle zum Annageln von Schlappen hatten wir nicht.
Aber im Abschnitt Günterode hab ich noch 2009 (!) solch ein Relikt gesehen.
Das mit dem für (vorraussichtlich) immer für einen selbst geschlossene Tor beschäftigte mich erst später.

Gruß

Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 18.12.2013 19:23 | nach oben springen

#83

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.12.2013 19:55
von PF75 | 3.292 Beiträge

bei uns hingen die schönen Blauen Tassen und Eßbestecke an irgendwelchen Freileitungen und auch schon mal "Rot-Gelb " an den Funkantennen von noch nicht freigegebenen BT 11


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#84

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.12.2013 20:28
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Da kenne ich auch noch was. Die Spindschlösser wurden am letzten Morgen im Waschraum über den Trögen an der Wasserleitung befestigt.
Anschließend "versiegelt", ohne Bolzenschneider nichts zu machen.
Furchtbar für unseren Spieß

VG H.



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#85

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.12.2013 21:42
von UvD815 | 619 Beiträge

Als Kind u Jugendlicher im 500 m Streifen aufgewachsen, war mir immer noch in Erinnerung, wenn die GK Großensee während der GB Sicherung ausrückte, dass die Heimgänger auf den LO s immer den Elfertakt mit den Gewehrkolben klopften und auch zur letzten Schicht einige Luftballons hinten am
LO hatten.... auch ein Signal für die die weiblichen Dorfschönen, dass nun bald wieder " Frischfleisch " kommt. ( Ein Trost für all die Frauen, die keinen Grenzer vom letzten Schwung abbekommen haben .... war bei vielen Frauen häufig die Hoffnung auf Wegzug aus dem Grenzgebiet in eine große DDR Stadt )


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#86

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 02:08
von 82zwo | 123 Beiträge

Abgekniet wurde auch aber ganz exakt und in der rechten hand die Waffe senkrecht mit dem Kolben auf dem Boden
"nie wieder PP ... " am nächten PP dasselbe und zum schluß am Tor.
Vietzeschlag: Sporzeug Kurz mit Gasmaskentasche Tragegestell und Stahlhelm.Dann gings längs unter allen Betten
die im Zimmer standen. auf denen saßen die EK und habenmanchmal etwas gewippt sind aber doch dann alle
durchgekommen . Dann vorm Tisch hinknien.Dabe kam man auf dem Sthlhelm eine kurze Kerze gesteckt und angezündet
dann längs unterm Tisch durchkriechen ohne das die Kerze verlöscht.vorm Tisch Knien bleiben dann hat dein Pate die Kerze
gelöscht - mit einem Schlag(das war der Vietzeschlag) mit dem Spaten auf dem Stahlhelm.Bei wem die Kerze ausging mußte
nochmal unter die Betten Dann zum Dank bekam der Pate eine Flasche Schnaps die dann geneinsam getrunken wurde.
ach ja jeder EK hatte ein Patenkind das dann auch seine Sachen erbte.



zuletzt bearbeitet 19.12.2013 03:33 | nach oben springen

#87

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 14:29
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo kameraden,was 82zwo geschrieben hat habe ich zu meiner zeit am kanten nicht erlebt!!solche ek bewegung gab es zu meiner zeit nicht!!einige sachen die der freienhagener beschrieben hat gab es bei uns auch!!6 aus 49 konnte ein aussenstehender auch nicht nachvollziehen..aber an sonsten gab es keine probleme ,auch die glatten waren bei uns akzeptiert!!wie sonst sollte der dienst draussen am kanten auch klappen..der ek ruhte doch gern..oder??ich hatte nicht einmal eine letzte schicht!!!am 15.3.1971 wurde die gk jützenbach aufgelöst!!ich bin vom dienst gekommen und erhielt den marschbefehl für den nächsten morgen nach silkerode!!dort angekommen dachte ich ,heier läuft ein falscher film...frühsport,ausbildung usw und das in der gk bei zugsicherung!!die erste schicht war mit einer treibhausgurke,ich war posten!!hinterlandstreife und der soldat postenführer ladete seine waffe durch..ich dachte mich tritt ein pferd!!na ja ich knallte mir auch ne mumpel in den lauf und er mußte reagieren...die schicht war gelaufen..sowas hatte ich noch nicht erlebt!!eigendlich wollte ich nur noch weg!!!da kam mir die idee,mein paket mit den zivilsachen lag auf der post und mir wurde befohlen die sachen abzuholen..gesagt getan mit noch ca 40 tagen auf dem buckel kam ich dann in zivil zum torposten(fuchs der einheit)..der ko chef kamm dann wutentbrannt angerannt und ich wurde auf der stelle bestraft..in eisenach durfte ich die letzten tage abgammeln..mitten in einer ausbildungskompanie!!der spieß meinte nur urlaubsscheine sind keine hürde nur die bahnfahrt mußte ich selbst bezahlen..sogar ein einzelzimmer wurde mir geboten..LG Bernd


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#88

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 14:49
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Hallo Icke,

was war ´n da los?

Verstehe ich das richtig? Du warst in der GK Jützenbach Postenführer, in der GK Silkenrode nur noch Posten? Und wieso hat der Postenführer da durchgeladen?

Bist Du dann von Eisenach die letzten Tage dort geblieben oder konntest Du noch einige Tage nach Hause fahren? Wenn ja, wie lange?

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#89

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 16:54
von icke-ek71 (gelöscht)
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hallo berlin 3321,wie geschrieben am 15.3.1971 wurde die grenzkompanie jützenbach aufgelöst!!alle soldaten wurden im grenzregiment auf die grenzkompanien verteilt!!ich kam nach silkerode,in jützenbach war ich postenführer aber silkerode war für mich neuland..da war ich gott sei dank nur ganz einfacher gefreiter!!ich mußte mit dem typen der als soldat schon postenführer wurde(das waren dienstgeile soldaten wie wir sie damals nannten) raus zur hinterlandstreife!!wir wurden abgesetzt und kurz darauf lud er seine kaschie durch...für mich war das ein zeichen von angst..soetwas kannte ich bis zu diesem zeitpunkt nicht..er hatte zwar den hut auf aber die dienstvorschrift schrieb vor das die waffe gesichert sein sollte!!wir haben kein wort mehr in dieser schicht gesprochen..es war ja auch meine letzte!!!ich bin strafversetzt worden nach eisenach!!so richtig hatte man keine verwendung mehr für einen heimgänger dort..ein ek in einer ausbildungseinheit das ging ja nun gar nicht..ich war fast jedes wochenende zu hause..der spieß war glücklich wenn ich weg war!!!


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#90

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 17:04
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Kaum zu glauben.....und warum wurdest Du strafversetzt?

MfG Berlin


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#91

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 17:30
von icke-ek71 (gelöscht)
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na weil ich meine uniform gegen zivil getauscht hatte!!das fand der kompaniechef nicht lustig als ich vorn am tor gestanden habe..als zivilist habe ich dann auch kein männchen gemacht..das wars dann..ich war zufrieden das ich da von dieser, wie soll ich sagen, vorzeige kompanie weg kam!!LG Bernd


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#92

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 17:59
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Ach so, klar.

Hat ja hingehauen....


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#93

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 18:01
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Meine Zeit in Freienhagen - das war ödeste Abschnitt im ganzen Bat., kein Baum höchstensmal ein kleiner Busch. Alles platt !
Wenn hier die Kulper Feldarbeiten durchführten, da war schon was los. Die Gasse des GSZ stand offen und es war ein munteres kommen und gehen. Also von Sicherung von Feldarbeiten konnte da keiner sprechen.
Mähdrescherkomplexe mit allem drumherum im Abschnitt mit jeder Menge Leute.
Aber immer alles ohne Vorkommnisse abgelaufen !
War schon interessant.

VG H.



CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#94

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 18:08
von icke-ek71 (gelöscht)
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und zu allem unglück bin ich dann am 31 april1971 in eisenach entlassen worden!!!da kannste mal sehen was für leute uns da befehligt hatten!!nach aufforderung das doch bitte zu ändern wurde mir gedroht und die kd gerufen!!also wer böses dabei denkt..ich bin eigendlich noch immer soldat der nva!!der april hat niemals 31 tage!!!LG Bernd


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#95

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 20:21
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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In so einer Muster-GK mit Frühsport u.ä., wie hoch war da die Abgangs-Rate?
Ok, meist wurden ja die ledigen im Grenzdienst mit einem Papa gemischt der das Dableibe-Gen hatte, clever waren die schon die Einteiler.
Sackstand für 18 Monate wird aber schon manchen Abschiedswunsch angestachelt haben und wir wissen ja, die Freiheit war, inklusive Überstieg über den GZ1, nur fünf Minuten entfernt


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#96

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 22:52
von UvD815 | 619 Beiträge

Mit der neuen Struktur der GT im März 1971 - Auflösung der Grenzbrigaden - Bildung GKS , GKM, GKN , wurden ganze Regimenter und auch GKs
aufgelöst. So auch verschwand das GR 2 Eisenach. Grenzkompanien wie Dippach, Pferdsdorf , Katharinenberg verschwanden auch im GR 2. Die
aufgelösten GKs wurden über Nacht auf andere Einheiten aufgeteilt. Gerade auch noch vor der Entlassung im April 71 eine große Umstellung für die
HG´s , da somit auch Kameradschaften , die während der Dienstzeit entstanden , über Nacht aufgelöst wurden.
Zudem wurde auch noch im Frühjahr 1971 das GAR 11 in Eisenach aufgestellt.
Verwendung für einen Gefreiten aus einer Linieneinheit gab es da max. als Schreiber oder in der Stabskompanie.


zuletzt bearbeitet 19.12.2013 22:53 | nach oben springen

#97

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 23:14
von icke-ek71 (gelöscht)
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hast recht uvd815,die auflösung kam aus heiterem himmel!!alles lief ganz normal in der 8.gk jützenbach..keiner hat da was geahnt!!in unserer gk war kameradschaft angesagt..das ging bis in die unteroffiziersdienstgrade!!und dann 45 tage vor dem heimgang so etwas!!übrigens hieß unser kompanie chef hauptmann rauschenbach..ich habe ihn in guter erinnerung!!was später geschah habe ich erst hier in diesem forum erfahren!!!!LG Bernd


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#98

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 23:18
von Rothaut | 400 Beiträge

OT an:

Hier im Norden war es das GR-7..was aufgelöst wurde.
Regimentsstab war in Wittenburg.

1.GB war in Zarrenthin und das 2.GB in Schwartow/bei Boizenburg.

Grenzkompanien wie z.B. Kneese, Leisterförde oder Gallin kamen zum GR-6
GK wie z.B. Valluhn wurden aufgelöst....

OT aus...

Gruß Rothaut


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#99

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.12.2013 23:22
von UvD815 | 619 Beiträge

Ja Bernd, selbst für viele Grenzer kamen diese Auflösungen aus heiteren Himmel. Ganze gute Kompaniestrukturen verschwanden über Nacht.
Auch für die Uffz u Offz. eine nicht schöne Umstellung. Nicht selten mussten dann die Familien darunter leider, wenn ein neuer Dienstort festgelegt wurde.
Aber auch das Aus für eine Liebesbeziehung, wenn ein Grenzer ein Mädchen im Grenzdorf hatte, was er nun nicht mehr besuchen konnte...
Dann noch das Ungewisse in der neuen Dienststelle - Umstellung, neue Eingliederung, Eingewöhnung, wenn kann man vertrauen ... und und und ...

Bis 1990 hat die GT Führung noch mehrfach dieses Spiel mit ständig neuen Strukturen zum Nachteil der Grenzer betrieben...


zuletzt bearbeitet 19.12.2013 23:23 | nach oben springen

#100

RE: Meine Zeit in Freienhagen

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.12.2013 00:25
von 82zwo | 123 Beiträge

Ja ich war 10 Monate bei einer Grenzwache bis das System geändet wurde und wir wurden eine hälfte nach rechts
die andere nach links versetzt. Ich kam zur GK Teistungen . Hab die letzten 2 Monate noch so irgendwie runtergerissen.
Kann mich nur an den Abschnitt links der GÜST erinnern und der war langweilig und konnte von der GÜST eingesehen werden



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