#4941

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 10:56
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Waldmeister im Beitrag #4936
Ach Schnattchen!

Ich finde deine Argumentation im Sinne "Westen alles gut - Osten alles böse" manchmal auch etwas monochrom. Generell ist ja die Diskussion ein auf Rede und Gegenrede basierter Vorgang, der beiden Seiten das gemeinsame Vordringen zur Wahrheit ermöglichen soll. So habe ich es mal gelernt. Dabei hat man jedoch nicht bedacht, dass irgendeiner mal die Lüge erfunden hat. Vor alle Dingen ist das dann hinderlich, wenn in Zeiten der Mediendemokratie (ja, ich glaube dass die Medien in der MeinungsBILDung einen Grossteil der Gesellschaft beherrschen und sich dem auch Teile des BILDungsbürgertums nicht vollständig entziehen können) an das geglaubt wird, was in der Zeitung steht und man es für die Wahrheit hält. Nur, weil es eben viele genauso oder ähnlich schreiben. Man denke nur an die Beteiligungen der Medienverlage in allen möglichen Formen.

Was wahrscheinlich aber doch zu nichts führt ist bei einer Diskussion (aus meiner Sicht ist das hier eine) von allen Seiten (also nicht nur du) den Untergang des Abendlandes zu verkünden, sobald man eine andere Meinung hat als die des Gegenübers. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir hier die Wahrheit nicht bis ins Detail erfahren werden. Und dabei wird gewiss von ALLEN Seiten gemauert was das Zeug hält. Und für seine Zwecke missbraucht, was das Zeug hält.

Es ist uns leider eine wichtige Regulanz in den letzten, ich würde sagen, 20 Jahren abhanden gekommen: nämlich die 4 Kraft in der Demokratie, der UNABHÄNGIGE Journalismus. Unabhängig von politischen, wirtschaftlichen, religiösen usw. Interessen und nur der Wahrheit verpflichtet. Es wird abgeschrieben voneinander auf Teufel komm raus (cooler Vergleich), die Selbstrecherche und die solide journalistische Investigation spielt keine Rolle mehr, es zählt nur: die Quote. Und für die Quote tut man alles: auch abschreiben, lügen und betrügen. Das Politiker zum Machterhalt das Alles tun, egal von welcher Seite, darüber sind wir uns sicherlich einig.
Was hat ein (interessanter Name) Philip Snowden im Vorwort zu "The truth and the war" bereits 1916 klug gesagt: "Truth is the first casuality of war." (Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.) Und das ist wohl absolut wahr!

Hier noch mal etwas zur Anmerkung (Quelle Wikipedia):

Zu einem guten Diskussionsstil (siehe auch Streitkultur) gehört neben wechselseitigem Respekt unter anderem, gegenteilige Argumente und Meinungen zuzulassen und genau zu prüfen, anstatt diese vorschnell zu verwerfen. Ein guter Diskutant hört zu, lässt ausreden und ist konzentriert genug, um auf das vom Gegenüber Gesagte einzugehen und seine eigenen Argumente sachlich darzustellen. Im Idealfall ist er gelassen und höflich.

Der Zweck einer Diskussion besteht nicht zwangsläufig darin, den Gegenüber von seinem Standpunkt zu überzeugen. Hingegen steht am Ende einer Diskussion die Lösung eines Problems, ein für alle Beteiligten annehmbarer Kompromiss oder die beidseitige Erkenntnis, dass verschiedene Meinungen herrschen (Dissens). Auch im letzteren Fall ist die Diskussion eine wichtige Möglichkeit, den Standpunkt anderer kennenzulernen und Dinge aus bisher unbekannter Perspektive zu erblicken.

Schönen Tag an Alle!

Waldmeister


Der Journalismus beginnt aber eben da, wo Militärstrategen Informationen bereits an der Quelle filtern und verarbeiten können, die sind, wie z. B. beim Flugzeugunglück oft die ersten am Tatort und hier beginnt das Problem.
Wir alle stochern im Nebel und können uns als Nation nur darum bemühen, die Eskalation zu stoppen, was aber in der Anarchie dieser Krisenherde kaum mehr möglich ist.
Was aber politisch lösbar ist, das wäre der Stopp von Rüstungsexporten außerhalb des Bedarf der Bundeswehr, das wäre schon mal ein guter Anfang.
Mag sein, daß so etwas für unsere Wirtschaft ein Kraftakt wäre, das wird der Atomausstieg auch aber beides würde zu schaffen sein.
Das Argument mit den Kernenergieimporten und dem Rüstungsexporten, die dann andere übernehmen tangiert jetzt schon die Moral, genauso gut könnte man sagen "wenn ich nicht das offensichtlich vergessene Fahrrad vorm Bäckerladen klaue, dann tun das andere."
Nun ist es aber so, daß ich das Fahrrad nicht brauche, genauso wie mir die Quartalszahlen von Rheinmetall vollkommen egal sind, es geht wieder einmal darum, sich nicht vor irgend einen Karren spannen zu lassen.
Frustwahlverhalten und nationale Terrorfantasien gegen die eigene Regierung führen hier übrigens keinen Schritt weiter, eine Regierung scheint irgendwie immer handeln zu müssen und das ist ein weiteres Dilemma.
Die fühlen sich irgendwie immer irgendwelchen Partnern verpflichtet, was fatal enden könnte, wenn jene Partner nur ihre privaten Interessen um jeden Preis durchsetzen wollen.
In der Ukraine begann die militärische Eskalation damit, daß Söldner leichten Zugang zu Waffen hatten und auch mobil waren, das zu verhindern wäre schon mal ein erster Schritt gewesen.
Jene Sölndner machen diesen Job ganz sicher nicht freiwillig, erinnert sei nur an die Massenarbeitslosigkeit zu der die plötzlich freigesetzten Militärangehörigen der Hussein- Regierung des Irak geführt hatte, hier hätte es durch die Folgeregierungen verpflichtende Auflagen geben müssen.
Hier setzt eine zweite Konsequenz für Regierungen an, die sich später zur Einmischung berufen sehen, nämlich nicht ohne Vorbehalt irgendwelche Bewegungen zu unterstützen, die sie selbst nicht 100%ig verstanden haben.
Ganz wichtig zum Verständnis jeglicher militärischer Einmischung ist die Mikrosicht auf das Geschehen, eine Vorher- Nachher- Show sozusagen, siehe hier:
http://www.huffingtonpost.de/2014/08/10/..._hp_ref=germany
Jener Prinz, der alles mal aus der Perspektive eines Computerspiels betrachtet hat, spricht heute ganz anders darüber, vielleicht sollten grundsätzlich Politiker, die das Ausland nur als Touristen und Delegierte zu Staatsbesuchen kennen gelernt haben, sich ganz raushalten bzw. (um den Kreis wieder zu schließen) unabhängige Journalisten, Aufbauhelfer und sprachkundige Führungspersönlichkeiten der ortsansässigen Wirtschaft (keine Konzernfilialen !) konsultieren, bevor sie blindwütig Embargos beschließen und krampfhaft irgendwelche Verdächtige ohne Sinn und Verstand an den Pranger stellen.



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#4942

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 11:02
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4934
Die einzige Seite die sich aktiv in diesen Konflikt einmischt ist die russische.
Ich weiß schon nicht viel, aber du @Rostocker verblüfftst mit völliger Anhnungslosigkeit.


Ach Schnatter--das über 400 US Söldner in der Ukraine im Einsatz sind und das die Nato das Militär der dortigen Putschisten und Nationalisten unterstützen will---das ist wohl auch alles Anhungslosigkeit . Ist das nicht auch Einmischung:?


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#4943

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 11:22
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat
Was ich mich permanent frage ist , warum ist denn nun Russland nicht in der Lage seine Nachbarn zu überzeugen sich freudig der eurasischen Union anzuschließen?

Eine zweite Frage ist warum hat denn Russland das gespannte Verhältniss Europas zu den USA nicht genutzt um die Europäer an sich zu ziehen.
Stattdessen läßt man grüne Männchen aufmarschieren und krallt sich die Krim und verschreckt damit halb Europa.



Das wäre doch ein konstruktiver Gedanke auf dem man aufbauen könnte, sich hier weiterhin gegenseitig verbal eins überzubraten bringt gar nichts.


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#4944

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 11:42
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Nun Putin hat bereits 2001 eine engere Zusammenarbeit mit dem westl. Europa und insbesondere mit D angestrebt, siehe seine Rede vor dem dt. Bundestag 2001, diese offene Hand wurde auf politischer Ebene nicht ergriffen. https://www.bundestag.de/kulturundgeschi...tin_wort/244966

2007 warnte er eindringlich vor den Bestrebungen einer monopolaren Weltordnung auf der Sicherheitskonferenz in München. http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-46...y_BkLcCf4OSV5Xw

Nach Libyen und Syrien war dann mit der Ukraine das Maß voll.

http://www.eurasischesmagazin.de/ticker/...n-und-heute/122


zuletzt bearbeitet 11.08.2014 11:55 | nach oben springen

#4945

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 14:38
von FRITZE (gelöscht)
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Schnatter ! Warum bist Du eigentlich in diesem Forum aktiv ??? Wo doch nicht wenig Gegenwind zu Deinen oft abenteuerlichen Behauptungen besteht !
Hast Du ein so starkes politisches Interesse ,daß Du hereinschaust ?
Oder willst Du die letzten rot angehauchten Mitglieder bekehren ?
Als letzte Möglichkeit wäre noch starkes berufliches Interesse, oder nicht ?
Lass uns mal teilhaben ,warum Du Dich hier so stark , für die NATO ,die USA und ihre Vasallen einbringst ? Die Russen hasst Du ja wohl nicht ,bei Deinem häufigen Umgang mit ihnen !

Vlt. kloppst Du Dich ja gern verbal !? Aber keine Bange ,wir stecken ein und hauen zurück !


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#4946

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 15:06
von chantre | 425 Beiträge

Und bis zum heutigen Zeitpunkt befinden sich keine NATO Einrichtungen auf dem Gebiet der beigetretenen Staaten in Osteuropa.

Bist Du da ganz sicher ?


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#4947

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 15:26
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #4946
Und bis zum heutigen Zeitpunkt befinden sich keine NATO Einrichtungen auf dem Gebiet der beigetretenen Staaten in Osteuropa.

Bist Du da ganz sicher ?



Ja das so. Die Militärbasen in Osteuropa (z.B. Bulgarien) sind reine US-Einrichtungen.
http://en.wikipedia.org/wiki/Bulgarian%E...tary_Facilities
Im Nato Bündnisfall werden die in den osteuropäischen Ländern stationierten US-Truppen wohl nicht untätig bleiben, nehme ich einmal an
Theo


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#4948

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 15:33
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Rumänien

Am 6. Dezember 2005 unterzeichneten die US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr rumänischer Amtskollege Mihai Răzvan Ungureanu ein Nutzungsabkommen für vier Militärstützpunkte mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Der Vertrag verlängert sich automatisch, wenn er nicht ein Jahr vor Laufzeitende von einem der Vertragspartner gekündigt wird.

Babadag Koordinaten: 44° 23′ 18″ N, 28° 43′ 6″ O
Smârdan Koordinaten: 45° 29′ N, 27° 56′ O
Cincu Koordinaten: 45° 55′ N, 24° 48′ O
Internationaler Flughafen Mihail Kogălniceanu Koordinaten: 44° 21′ 43″ N, 28° 29′ 4″ O

Georgien

In Tiflis hat das Parlament am 21. März 2003 ein Militärabkommen ratifiziert, das den USA die uneingeschränkte Nutzung Georgiens erlaubt. Die USA richteten sofort einen Stützpunkt ein und übernahmen die Ausbildung der georgischen Armee.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_von...d#Rum.C3.A4nien


zuletzt bearbeitet 11.08.2014 15:35 | nach oben springen

#4949

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 16:11
von turtle | 6.961 Beiträge

Standhaftigkeit muss man Schnatterinchen aber bescheinigen. Immer so viel Gegenwind ,und trotzdem keine Aufgabe. Erinnert mich an Don Quijote der gelesenes in seinem Fall Ritterromane, deren Begebenheiten er ab einem bestimmten Moment für absolut wahr hält.
Er nahm den Kampf gegen seine Gegner tapfer auf. Realitäten sah er nicht. Schnatterinchen liest auch viel, und nimmt hier genauso tapfer wie Don Quijote den Kampf auf. Don Quijote sah man als liebenswerten Einfältigen. Und Schnatterinchen ? Ich glaube sie glaubt was sie schreibt. Also liegt es an uns sie zu überzeugen sonst kann es tatsächlich wie bei Don Quijote ein ungleicher Kampf werden. Und am Ende könnten wirklich welche denken sie verbindet doch mehr mit Don Quijote. Also liebe Schnatter höre auf die Mehrheit oder bringe überzeugendere Argumente.
Ich mag Dich aber im Forum , Du sorgst nicht für Langeweile und hauptsächlich Kontra ist Dir gewiss. Das wird glaube ich auch so bleiben .Es sei denn -------,nee daran glaube ich nicht.


exgakl hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.08.2014 18:09 | nach oben springen

#4950

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 16:33
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #4942
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4934
Die einzige Seite die sich aktiv in diesen Konflikt einmischt ist die russische.
Ich weiß schon nicht viel, aber du @Rostocker verblüfftst mit völliger Anhnungslosigkeit.


Ach Schnatter--das über 400 US Söldner in der Ukraine im Einsatz sind und das die Nato das Militär der dortigen Putschisten und Nationalisten unterstützen will---das ist wohl auch alles Anhungslosigkeit . Ist das nicht auch Einmischung:?




Diese Meldung ist wochenalt und nicht belegt. Selbst Lawrow sprach nur von Verdacht. Bis heute keine Beweise. Ich bin nicht mal sicher ob die USA überhaupt so ein großes Interesse an diesem Konflikt haben.Wenn es nach denen gegangen wäre (ich möchte da nur mal an die Episode mit dem Fuck the EU) erinnern ,hieß es doch längst Knüppel drauf und Ruhe im Schacht. Die EU hat doch gebremst und beschwichtigt. Auch wenn das hier niemand mitbekommen zu haben scheint.


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#4951

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 18:33
von FRITZE (gelöscht)
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Die USA haben kein Interesse an diesem Konflikt !

Schnatterente ,ich habe den Eindruck Du willst uns verwirren ! Und zwar , in dem Du Dich selbst lächerlich machst !
Aber Du bist Dir nicht sicher !? Aber den militärischen Konflikt in der Ukraine ,den gibts , ja !?

Die EU hat gebremst und beschwichtigt ! Und das hat keiner mitbekommen ausser Dir !???

Aber die Fragen haste gelesen ?

MsG FRITZE

Hab noch was ,dürfte Dir ja bekannt vorkommen !
http://www.youtube.com/watch?v=4XV2gQiWzUU


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4952

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 18:39
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4859



......erzähl mal weiter Kurti, ich habe mir gerade Kekse und Kaffe geholt.


Hallo Schnatterinchen,

Ich hoffe, Du hast Dich mit Kaffee und Keksen gestärkt und bist (für ein paar interessante Zeilen aus den Deutschen Wirtschaftsnachrichten) aufnahmefähig.


Angriff auf den Dollar: Russland trifft die Achilles-Ferse der Amerikaner

Im globalen Währungskrieg hat Russland einige Vorteile auf seiner Seite. Das Land verfügt über enorme Goldreserven. Zudem hat es kaum Schulden und kann seine Ausgaben vollständig aus seinen Einnahmen finanzieren. Russlands Schwachstellen sind die militärische Macht der USA und ihre Kontrolle über die globale Finanzindustrie. Die offenkundige Abkehr Russlands vom Dollar macht den Kurs Putins für Obama jedoch brandgefährlich.

Der Autor James Rickards berichtet in seinem höchst lesenswerten Buch “Währungskrieg: Der Kampf um die monetäre Weltherrschaft” von einem interessanten War-Game, das die Amerikaner vor einigen Jahren durchgeführt hatten: Die Annahme des Spiels war, dass Russland versuchen könnte, die internationale Weltwirtschaft mit einer neuen, goldgedeckten Währung auf den Kopf zu stellen. Die teilnehmenden Militärs waren verwirrt, hielten den fiktiven Schachzug jedoch für geschickt gewählt und gaben ihm durchaus Chancen auf Erfolg.

Wenige Jahre später zeigt sich in verblüffender Weise, dass die Theorie der Amerikaner von der Praxis eingeholt zu werden scheint.

Russland ist einer der größten Goldbesitzer der Welt, hat einen stabilen Staatshaushalt und ist wirtschaftlich unabhängiger vom Westen als umgekehrt. Auch die zurückgehende Bedeutung des Dollar und die Überschuldung des westlichen Finanzsystems spielen langfristig Russland in die Karten. Aber noch kontrolliert der Westen das Finanzsystem.

In letzten fünf Jahren hat Russland seine Goldreserven fast verdoppelt. Im Juni erhöhte die russische Zentralbank ihre Bestände nach Angaben des Internationalen Währungsfonds auf nunmehr 1.094,8 Tonnen (rund 35,2 Millionen Unzen). Ein großer Teil dieses Goldes wird importiert. Denn in der ersten Jahreshälfte hat Russland bereits mehr als die gesamte russische Goldproduktion eines Jahres aufgekauft.

Russland ist derzeit der zweitgrößte Goldproduzent der Welt hinter China. Im vergangenen Jahr förderte das Land 254 Tonnen Gold, berichtete der staatliche Sender Russia Today, dessen Angaben allerdings nicht nachprüfbar sind. Das wären 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die USA hingegen produzierten laut U.S. Geological Survey nur 227 Tonnen. Das ist der niedrigste Stand seit 2009.

Mit dem aggressiven Aufstocken der Goldreserven festigt Russland seine kürzlich erreichte Stellung unter den Staaten als fünftgrößter Goldbesitzer hinter den USA, Deutschland, Italien und Frankreich. Allerdings bestehen erhebliche Zweifel, ob die USA tatsächlich die von ihr angegebene Menge Gold besitzen. Denn die Federal Reserve verweigert jede unabhängige Prüfung ihrer Bestände.

Auch der Verbleib der rund 1.500 Tonnen Gold ist fraglich, welche die Deutsche Bundesbank bei der Federal Reserve lagert. Denn die Bundesbank hat derzeit große Schwierigkeiten dabei, einen Teil ihres Goldes nach Deutschland zurückzuholen. Peter Boehringer von der Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ sagte Anfang des Jahres im Interview mit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten:

„Die Zweifel wachsen, wenn schon die erste Tranche über poplige 37 Tonnen [...] nicht ohne Widersprüche und erhebliche Unklarheiten beziehungsweise Intransparenzen durchführbar war. Wie soll dies dann erst bei weiteren Lieferungen werden? Ob alles wirklich in Originalform da war und ist, werden wir erst nach der letzten, hoffentlich dann sauber dokumentierten Lieferung erfahren.“

Russland hingegen lagert sein Gold im eigenen Land. Neben seinen enormen Goldreserven verfügt es über riesige Mengen an ausländischen Währungsreserven, vor allem Dollar-Reserven. Nur vier Staaten der Welt halten mehr ausländische Währungsreserven als Russland. Dies sind China, Japan, Saudi-Arabien und die Schweiz.

Die russischen Reserven in ausländischen Währungen (ohne Gold) hatten im Juni einen Umfang von 432 Milliarden Dollar, ein Rückgang um rund 10 Prozent innerhalb eines Jahres. Zum Vergleich: Der Wert der russischen Goldreserven stieg im selben Zeitraum von 38,5 Milliarden Dollar auf 46,3 Milliarden Dollar. Russland trennt sich vom Papier und kauft physisches Gold.

Neben großen Gold- und Währungsreserven hält Russland auch US-Staatsanleihen im Umfang von 111,4 Milliarden Dollar (Stand Mai). Laut den Zahlen des US-Finanzministeriums hielt Russland noch ein Jahr zuvor US-Staatsanleihen im Umfang von 143,4 Milliarden Dollar. Dies ist ein Rückgang um 22,3 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Russland verabschiedet sich ganz offen vom Dollar.

Wenn sich der Finanz-Krieg ausweitet, wird Russland voraussichtlich seine bisherige Strategie fortsetzen und (1) seine Goldreserven weiter aufstocken, auch durch den Import von Gold, (2) seine Dollar-Reserven weiter abbauen und (3) seine US-Staatsanleihen weiter abstoßen. Vor allem die letzten beiden Punkte könnten die USA während eines Währungskriegs in massive Probleme bringen.

Denn zwar hält Russland nur noch rund 0,6 Prozent aller US-Staatsanleihen mit einem Gesamtumfang von rund 17,7 Billionen Dollar. Und auch die Dollar-Reserven Russlands sind relativ klein. So viel Geld druckt die Federal Reserve nach eigenen Angaben innerhalb weniger Monate. Allein von Juni 2013 bis Juni 2014 erhöhte sie die Geldbasis von 3,22 auf 3,97 Billionen Dollar – ein Anstieg um 23 Prozent.

Doch das Entscheidende an dieser Entwicklung ist, dass sich nun auch die russischen Unternehmen vom Dollar unabhängig machen. So schützen sie sich gegen die Sanktionen des Westens. Sie eröffnen Konten in Asien und stellen ihre Export-Verträge auf asiatische Währungen wie den chinesischen Yuan und den Hong-Kong-Dollar um (mehr hier).

Dieser Trend gefährdet die Existenz der US-Währung, deren Wert vor allem darauf beruht, dass sie im internationalen Handel verwendet wird. Wenn die Staaten der Welt wie Russland den Dollar immer weniger verwenden und ihn abstoßen, kann dies in den USA eine extreme Inflation auslösen. Denn dieselbe Menge Dollar wird dann für weniger Dinge verwendet. Das heißt, für dieselben Dinge braucht man mehr Dollar.

Die USA haben die Flucht vieler Staaten aus dem Dollar nicht nur dadurch verursacht, dass sie den Dollar seit Jahrzehnten durch extremes Gelddrucken immer weiter entwerten. Außerdem missbrauchen sie ihre Macht im Finanzsystem, indem sie Strafen und Sanktionen gegen andere Staaten verhängen (mehr hier).

Ein weiterer Vorteil Russlands in einem kommenden Finanz-Krieg ist sein relativ stabiler Staatshaushalt. Die russische Staatsschuldenquote lag laut Trading Economics im vergangenen Jahr bei nur 13,4 Prozent. Das Haushaltsdefizit lag bei nur 0,5 Prozent, obwohl das Land mal eben 50 Milliarden Dollar für die Vorbereitung der Olympischen Spiele ausgab.

Zum Vergleich: Die Schuldenquote der USA lag im vergangenen Jahr bei enormen 101,5 Prozent, das Haushaltsdefizit bei 4,1 Prozent. Ohne immer neue Schulden zu machen, könnten die USA die laufenden Ausgaben für ihr Militär nicht mehr finanzieren. Russland hingegen kann seine Armee aus Steuergeldern bezahlen.

Auch in der Eurozone lag die Staatsschuldenquote im vergangenen Jahr bei 92,6 Prozent. Das Defizit lag bei 3 Prozent. Auf Dauer ist dies nicht tragfähig. Doch nicht nur die Regierungen des Westen sind überschuldet. Dasselbe gilt für viele Zentralbanken und kommerzielle Banken, die alle miteinander verbunden sind.

Die begrenzten Möglichkeiten des Westens zeigen sich derzeit auch an dem scheiternden Versuch, Russland mit Sanktionen zu treffen. Tatsächlich schaden sich die westlichen Staaten auch selbst. Allein der unmittelbare Schaden für die polnische Landwirtschaft soll sich auf rund 500 Millionen Euro belaufen.

Aber noch verfügen die USA über eine große Wirtschaftskraft und über eine gewaltige Militär-Macht. Das BIP der Amerikaner ist mit 16,8 Billionen Dollar acht mal so groß wie das russische BIP von 2,1 Billionen Dollar. Die Militärausgaben der USA lagen im letzten Jahr bei 582,4 Milliarden Dollar. Auch dies ist mehr als acht mal so viel wie die Militärausgaben Russlands von 68,9 Milliarden (mehr hier).

Zudem kontrollieren die USA die globale Finanzindustrie. Machtbewusst demonstrierten sie in der vergangenen Woche erneut ihre Bereitschaft für einen Finanz-Krieg gegen Russland. Die für Europa zuständige US-Diplomatin Victoria Nuland sagte, die Schaffung von Marktunsicherheit sei „ein neues Instrument der europäischen und der US-Außenpolitik“

Genau diese Entwicklung hat DWN-Herausgeber Michael Maier in seinem Bestseller „Die Plünderung der Welt“ beschrieben. Er erklärt anhand von vielen anschaulichen Beispielen, wie die Schuldenkrise und die hemmungslose Gier durch Manipulationen und Rechtsbruch direkt in einen Krieg münden können – den letzten Endes die Finanz-Eliten gegen die Bürger der Welt führen.

Quelle: Deutsche Wirtschaftsnachrichten / 10.08.2014

Gruß, Kurt


Turmwache hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4953

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 18:39
von schnatterinchen (gelöscht)
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Außer deinem verbalen Gefurze und albernen Videos kommt von dir ja nun mal garnichts zum Thema Fritzchen.


zuletzt bearbeitet 11.08.2014 18:54 | nach oben springen

#4954

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 18:45
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich fall langsam auch vom Glauben ab. Schreibt doch die Frankfurter Rundschau Neonazis im Häuserkampf Ich habe erst mal geguckt wo. Und tatsächlich in der Ostukraine.

Am Rand der Industriestadt Donezk, an einem heißen Augustabend, haben sich plötzlich die Tore Walhallas geöffnet. Jetzt sitzt an Odins Tafel der junge Sergej Grek, Spitzname Balagan („Schabernack“). Balagan ahnte nicht, dass er im Vorort Marjinka in einen Hinterhalt geraten würde. Zusammen mit seinen Kameraden vom Bataillon „Asow“ ging er hinter einem Panzer der ukrainischen Armee her, als eine Sprengladung ferngezündet wurde. Die Explosion riss ihm ein Bein ab.

Nun liegt der tote Balagan im offenen Sarg, aufgebahrt in der Mittagshitze in Ursuf, dem Stützpunkt seines Bataillons. Am Kopfende weht die Fahne mit der Wolfsangel-Rune. Bataillonskommandeur Andrej Belezki hält vor dreihundert Kämpfern eine kurze Ansprache: Balagan hat gelebt wie ein Mann und ist gestorben wie ein Mann, sagt er, Balagan bereut nichts! „Versprechen können wir ihm nur eins“, sagt Belezki und schaut auf den Sarg – „dass wir ihn rächen bis zum letzten Mann! Und nach Möglichkeit keinen seiner Gegner gefangen nehmen.“ Dann wird in die Luft geschossen, und in langer Reihe nehmen sie Abschied. Die Männer heben den rechten Arm eckig vor die Brust, fast keiner bekreuzigt sich. Sie haben es hier nicht so mit dem Christentum. Sie haben andere Götter.


Und hier der ganze Artikel ww.fr-online.de/ukraine/ukraine-neonazis-im-haeuserkampf,26429068,28083302.html

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 11.08.2014 18:46 | nach oben springen

#4955

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 18:46
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ist doch prima Kurti, wenn den Amerikanern mal ein bisschen der Wind aus den Segeln genommen wird.
Nur wird dadurch der russische Hang zu alter imperialer Größe auf Kosten anderer nicht schöner.


zuletzt bearbeitet 11.08.2014 18:54 | nach oben springen

#4956

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 18:49
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #4954
Ich fall langsam auch vom Glauben ab. Schreibt doch die Frankfurter Rundschau Neonazis im Häuserkampf Ich habe erst mal geguckt wo. Und tatsächlich in der Ostukraine.



Nationalismus bringt Nazis hervor - das ist in Rußland nicht anders.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#4957

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 18:51
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Ach Moskauerin tue doch nicht so erstaunt,

die paramilitärischen Kräfte mit zweifelhafter Ideologie sind genauso Kanonenfutter wie bei den Separatisten die nützlichen Idioten im Auftrag Moskaus.


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#4958

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 19:03
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Wenn Du das normal findest, dass die Demokratie in der Ukraine Neonazis bewaffnet , dann ist Dir nicht mehr zu helfen @schnatterinchen .

LG von der Moskwitschka


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#4959

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 19:10
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Erstens bewaffnet nicht die "Demokratie" diese Leute, sondern es sind Privatarmeen.

Zweitens sind deren Kontrahenten nicht besser.

Beide Seiten "tanzen in der Not mit dem Teufel".


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 11.08.2014 19:11 | nach oben springen

#4960

RE: Wer bekommt die Ukraine??

in Themen vom Tage 11.08.2014 19:13
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Was soll das denn jetz?
Du weißt doch über die Verhältnisse in der Ukraine besser bescheid als ich.
Glaubst du mir gefällt das?
Ich hoffe die Ukrainer werden diese Geißel wieder los nachdem sie die Separatisten über die russische Grenze getrieben haben.
Eine Mehrheit in der ukrainischen Bevölkerung haben sie jedenfalls nicht. Damit ist das Propagandamärchen aus Moskau auch flöten gegangen.


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