#1

Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 12:49
von manudave (gelöscht)
avatar

Wie war eigentlich die vorgeschriebene Reaktionszeit sprich

Zeitraum Erkennung oder Signalauslösung ----------------- erster Posten vor Ort

???

Wenn es einen Zeitraum gab, wie konnte man das eigentlich überwachen? Gab es da auch Übungen o.ä.?


nach oben springen

#2

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 13:11
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Mann, das sind Fragen.
Ich bin ja viele Jahre KGsi gewesen aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Wichtig war das die Abriegelung am Kolonnenweg, in dem Bereich der Auslösung stand. Ich sage mal so schnell wie möglich und in 45° breite von Punkt der Auslösung gesehen zum Kolonnenweg. Je länger es dauerte bis eine Kontrollstreife am Punkt der Auslösung war um so breiter ist dann (im Idealfall) die Abriegelung geworden. Weg-Zeit Berechnung (wie viel Zeit könnte ein GV benötigen um vom Ort der Auslösung bis an den GZ I zu gelangen. Es gab ja oft mehre Auslösungen die sehr Zeitnah waren, da war die Kontrollstreife schon mal gebunden.
Bei der GSZ Anlage mit den grünen / roten Rundumleuchten und Signalhorn (Büffel) (die hieß glaube ich "Anlage 66") ist es schon mal vorgekommen das der Büffel oder die Leuchten ausgefallen sind und die tägliche 2 m KS Streife hat die Auslösung erst am nächsten Tag gesehen. Nicht Überall war der GSZ vom Kolonnenweg einzusehen.


nach oben springen

#3

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 14:02
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo manudave,

die Antwort ist zunächst einfach, ufert dann möglicherweise aber aus in ein paar Ausführungen zu mehreren Jahren Ausbildung im Fach Taktik der Grenztruppen. Ich versuche, mir Zügel anzulegen und ergänze Mike zunächst erstmal.

Auf eine Auslösung gab es nur einen Reaktionszeitpunkt und der war Sofort. Nun geht es schon ein wenig auseinander. War es der Kommandeur Grenzsicherung (KGSi) auf der Führungsstelle, der die Auslösung feststellte (Grenzsignalzaun, Minendetonation) oder war es der Posten vor Ort (Signalgeräte). Für die Grenzposten galt bei Lagen in der Grenzsicherung zunächst der Grundsatz: Erst handeln, dann melden (außer bei Provokationen). Konnte der Posten die Lage nicht überblicken (z.B. Auslösung Signalgerät und niemand zu sehen), hatte er Meldung auf schnellstem Wege zu erstatten. Die wenigsten waren bis Mitte der 80-er Jahre mit Funk ausgerüstet und selbst die Funkgeräte ... naja, wir nannten sie liebevoll Steinzeitrekoreder. Also gab es einen straffen Laufschritt bis zur nächsten Sprechsäule des Grenzmeldenetzes (GMN). Gummiohr reingestöpselt, Meldung an die Führungsstelle. Ab da war der KGSi verantwortlich für die Lage.

Wir können also nahtlos anknüpfen: Der KGSi erhält Kenntnis von einer Lage (Auslösung, Meldung). Auch für ihn gilt der Grundsatz: Erst handeln, dann melden. Er alarmiert zunächst die Alarmgruppe, entweder nachts auf der Führungsstelle: Also einfach Bodenklappe auf und "Grenzalarm" brüllen, oder in der Einheit, indem er den UvD anruft. Die Alarmgruppe hat innerhalb von 90 Sekunden den Hof bzw. den Bereich der Führungsstelle zu verlassen. Auf der Führungsstelle: Während die Alarmgruppe aufspringt, fasst der KGSi seinen Entschluss zur Abriegelung. Der Alarmgruppenführer steckt seinen Kopf durch die Luke nach oben in den Raum des KGSi, während die anderen drei bereits nach unten zum Fahrzeug unterwegs sind. Der Alarmgruppenführer erhält die beiden Postenpunkte für die Abriegelung und einen kurzen Satz zur Lage (Beispiel: "Auslösung Grenzsignalzaun. Abriegelung an den Postenpunkten 141 und 144.") In der Einheit lässt der UvD den Telefonhörer liegen und alarmiert die Alarmgruppe. Der Alarmgruppenführer läuft kurz im UvD-Zimmer durch, nimmt den Hörer und erhält dort den Befehl (alternativ ging das auch über Wechselsprechgerät).

War die Alarmgruppe weg, versuchte der KGSi eventuell noch Grenzposten in der Nähe der Abriegelung zu erreichen (Funk, Handleuchtzeichen, Grenzmeldenetz oder Info durch die A-Gruppe, wenn diese dadurch nicht aufgehalten wurde). Davon ging man aber bei der normalen Handlung nicht aus. Hatte der KGSi eine Kontrollstreife im Abschnitt, die die Auslöseursache klären konnte, gab er ihr auch bereits den Befehl, zum Ort der Auslösung zu handeln. War das nicht der Fall, dann war jetzt der Zeitpunkt, endlich Meldung zu erstatten. In der Kompaniesicherung war die Meldung an den diensthabenden Stellvertreter zu erstatten. Dieser hatte die nötigen Folgemaßnahmen einzuleiten: Bereitstellung einer Kontrollstreife, wenn keine im Abschnitt war bzw. Inmarschsetzung des Minentrupps bei Minenauslösungen. Er erstattete auch Meldung an den vorgesetzten Stab und meldete den Entschluss weiter. War die Auslöseursache nicht zu klären, dann wurde die Abriegelung schrittweise verstärkt. Zunächst durch den als Alarmzug befohlenen Zug. Dieser hatte innerhalb von 5 Minuten nach Alarmierung Marschbereitschaft herzustellen. War dann die Lage immer noch nicht geklärt, wurden weitere Kräft alarmiert und in die Abriegelung geschickt. In einer sehr hektischen Nacht saß ich zuletzt nur noch mit 6 angetrunkenen, weil aus dem Ausgang zurückgekehrten Soldaten, dem UvD und dessen Wachposten in der Einheit. Zwei in dieser Situation äußerst passend eintreffende Kontrolloffiziere vom Grenzkommando aus Erfurt zeigten sich sehr enttäuscht, dass sie früh um zwei keinen Kaffee bekamen, da selbst der Koch im Abschnitt war.

Das Ganze hört sich vielleicht recht hektisch und aufgeregt an. Aber es war quasi unser Alltag. Auslösungen gab es täglich mehrere (Wild, Witterung, technische Ursachen). Es wurde in solchen Fällen ruhig aber zügig gehandelt. Es galt der Grundsatz: Jede Auslösung ist ein Ernstfall, es sei denn, wir wissen, dass es keiner ist. Und wissen konnte das frühestens die Kontrollstreife.

Um das nochmal in Zeiten zu bringen:
- Alarmierung der Alarmgruppe: Bis ca. 10 Sekunden nach der Auslösung
- Verlassen des Objekts durch die Alarmgruppe: Bis ca. 100 Sekunden nach der Auslösung
- maximale Fahrstrecke zum Abriegelungsort: 10 km.
--> Also kann man davon ausgehen, dass die Alarmgruppe ca. 4 bis 10 Minuten nach Auslösung in der Abriegelung war.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


nach oben springen

#4

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 14:07
von manudave (gelöscht)
avatar

Ich habe das bisher mit den 90 Sekunden durcheinander gebracht. Ich dachte, dass war die Zeit wo man spätestens am Ort
des Geschehens sein musste.

Also danke für die ausführlichen Antworten.


nach oben springen

#5

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 14:10
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Ja so langsam lichtet sich auch bei mir der Nebel.

Das mit dem Kontrollen aus den vorgesetzten Stäben bei einer etwas ausufernden Lage war doch abartig. Die haben so etwas gefunden wie die Motten das Licht. Keine S.. hat DIE vor Ort gebraucht, aber wirklich keiner.

Schönes Wochenende


nach oben springen

#6

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 15:25
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Hallo Rainman2(Wieso eigentlich 2 ?)
Also im ungünstigsten Fall war die Alarmgruppe nach etwa 10 Minuten in der Abrieglung,für einen der flüchten wollte
bzw dabei war doch noch relativ gute Chancen,was den Zeitfaktor angeht,oder ?



nach oben springen

#7

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 16:14
von skbw | 216 Beiträge

Hallo Rainman,
Deinen Ausführungen kann ich im Wesentlichen zustimmen, aber für die Berliner Grenze galten teilweise andere "Normen". Das war natürlich der viel geringeren Tiefe des Grenzabschnittes geschuldet. Die Grenzposten wurden an einem festen Postenpunkt eingesetzt und hatten ihren Postenbereich nach links und rechts durch Beobachtung zu sichern. Der Grenzposten handelte nur im Hinterland als Grenzstreife (Krad- und Trabistreife ausgenommen). Nach einer Auslösung musste der GP "absitzen" und das auslösende GSZ-Feld auf Höhe Kollonnenweg abriegeln. Die Auslösung wurde entweder von GP festgestellt oder lief beim KSiA auf (nicht beim K-GSi). Der KSiA verlagerte sofort seine Postenkette zur Erhöhung der Postendichte und setzte die GF (Krad) bzw. StKSia (Trabi) zur Kontrolle K6 und GSZ ein. Der K-GSi setzte die A-Gruppe (war in der Nacht auf seiner Füst) zur Absicherung der freigewordenen Postenpunkte ein. Wenn nötig zog er aus den Nachbarsicherungsabschnitten noch bewegliche GP (GF oder StKSia) ab. Die Auslösung der vorbereiteten Hinterlandsvarianten erfolgte durch den OpD (GR), nach Anforderung durch den KGSi. Er setzte auch den Alarmzug bzw. die Alarmkompanie ein (Regimentssicherung). Auf Höhe Grenzgebiet wurde noch die VP durch den KSiA eingestzt.
Die Abrieglung durch den GP sollte nach 60-120 Sek. erledigt sein.
Die Suche nach dem GMN war natürlich nicht erforderlich, weil jeder GP ständig am GMN sein musste. Ausnahme Krad und Trabi.
Würde gern noch ein Bild von einem Teil eines Sicherungsabschnittes einstellen, stelle mich aber wohl zu doof an.
Bis bald , skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
nach oben springen

#8

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 19:11
von feldwebel88 | 279 Beiträge

hallo rainman
kann deine aussagen fast so bestättigen.
wir hatten zu jeder tag und nacht zeit einen üp(überprüfungsposten )bei uns in der kompanie,der dann an denn auslösepunkt gefahren ist.(mit minen kenn ich mich nicht mehr aus,gab keine mehr bei uns)
eine kontrollstreife hät ich lieber mit in die abrieglung genommen(wenn sie im abschnitt war).
auch wär es möglich gewesen einen gakl der nachts ausserhalb des gsz gewesen wär die erste kontrolle k2 und gsz.
wenn nicht ist ebend der üp dahin.
klappe auf licht an(bei nacht) ..a-gruppe gernzalarm gebrüllt hat meistens der posten gemacht.der war ja nicht umsonst mit
denke mal war bei euch auch so, das wenn ein feld ausgelöst hat ,das es wie eine standart abrieglung gab.
also brauchte der a-zugführer nicht erst die leiter hochkletter um seinen befehl zu empfangen,wurde bloss gerufen (schreibe jetzt mal von meinen abschnitt)
auslösung gsz feld 325 einer an die 751 einer an die 753 und schon war die a-gruppe weg,wenn alles gut lief waren die in 4-5 minuten da.(unser grenzabschnitt war ca.10 km lang)
in der zwischenzeit wurde über funk die posten informiert das sie sich sofort über ,,dora``(war bei uns die bezeichnung über draht melden) sollten,die wurden dann über die auslösung über gmn informiert.
als nächster schritt in der kompanie anrufen ,,ü-posten und a-gruppe objekt grenzalamrm ,auslösung gsz 325 ,a-gruppe zum tor 95 ü-posten zum gszfeld 325``
die a-gruppe meldete sich dann an der ,,eule ``und bekam die pp zugeteilt.
der ü-posten fuhr zum befohlenen gsz feld und begann die kontrolle k2 bzw gsz.
dann wurde erstmal abgewartet was los ist.während des wartenswurde noch das zw mit denn anderen nachbarkompanien gemacht.
danach wurde der dho(diensthabende offezier) in der kompanie ,angerufen und ihm wurde die auslösung und die abrieglung mittgeteilt.er bestättigte dann die richtigkeit.

und jetzt kommt es
wir mussten denn ovd im batalion genau das alles sagen was wir gemacht haben,nicht wie du schriebst das der dho das machen muss.
nagut kann schon sein das es bei euch anders war ,aber bei uns war es jedenfalls so.
mit denn zeiten geb ich dir völlig recht ,je schneller dest so besser.

rainman noch ne frage ,offiziere waren doch nicht ganz so oft auf der füst ,wie stvzuf,bzw gruppenführer.
ich weiss noch unser kc war vielleicht einmal im monat auf der füst die anderen offz. vielleicht 3-4 mal im monat.

mfg feldwebel



nach oben springen

#9

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 19:51
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Hier möchte ich noch anmerken, dass in Fällen von Alarm der GSZ-Trupp zum ausgelösten Feld des GSZ geschickt wurde,
um dann entweder festzustellen, ob da tatsächlich einer rüber ist oder eine Fehlauslösung bzw. technische Störung
festzustellen und diese dann gleich zu beheben. Stellte man fest, dass tatsächlich jemand über den GSZ geklettert war,
wurde in den meisten Fällen umgehend "Komanie-Grenzalarm" ausgerufen, dh. alle verfügbaren Kräfte wurden in die Abrieglung
geworfen. So kam es zu einer Situation in der Kompanie, wie sie Rainman beschrieben hat.
In solchen Situationen hätte an entfernter Stelle des Abschnittes locker vom Hocker jemand rüber gehen können, ohne daran
rechtzeitig gehindert zu werden.
Hierbei muss ich sagen (trifft für meine Dienstzeit zu), dass die Anzahl der Fehlauslösungen (starker Regen, Gewitter, Wild ua.) bei gefühlten 99% lag.
Eine besondere Story ereignete sich einmal Anfang Januar (Jahr weiß ich nicht mehr), als aus dem Fenster eines in der Nähe
des GSZ stehenden Hauses ein ausgedienter Weihnachtsbaum geschmissen wurde und sich ein Lametta-Fädchen am GSZ verfing.
Ihr könnt euch denken, welche Auswirkungen das hatte. Die armen Schweine in der Abrieglung bei dieser Kälte konnten einem leid tun, bis das Lametta endlich gefunden war. (was gar nicht so einfach war)

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


nach oben springen

#10

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 19:56
von feldwebel88 | 279 Beiträge

tolle geschichte mit dem lametta

aber tommi,erst wurde der üp (überprüfungsposten) rausgeschickt und dann der gsz-trupp wenn nicht festgestellt wurde was die ursache war für die auslösung ,war dann meistens technich.

mfg heiko


nach oben springen

#11

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 20:02
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Zitat von feldwebel88
tolle geschichte mit dem lametta

aber tommi,erst wurde der üp (überprüfungsposten) rausgeschickt und dann der gsz-trupp wenn nicht festgestellt wurde was die ursache war für die auslösung ,war dann meistens technich.

mfg heiko

Stimm ich Dir zu, Feldwebel. Allerdings wurde ich Zeuge von Situationen, als diese das in "Personalunion" taten.
Ich meine damit, dass der GSZ-Trupp gleichzeitig der ÜP war.
War allerdings nicht zwangsläufig immer so.

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


nach oben springen

#12

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 20:03
von feldwebel88 | 279 Beiträge

der gsz trupp war ja nicht in alarmbereitschafft wie der ü-posten.
unsere gsz leute hatten dienst von 8-17 uhr.
sie wären nie in 90 sekunden fertig gewesen zum abmarsch


nach oben springen

#13

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 20:05
von feldwebel88 | 279 Beiträge

ok na das kann sein das sie als ü-posten eingeteilt waren.

mfg heiko


nach oben springen

#14

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 20:08
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Das sind ja Blitzantworten, Feldwebel!
Ist ja fast schon ein Live-Chat, was wir hier machen.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


nach oben springen

#15

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 19.07.2009 20:16
von maja64 (gelöscht)
avatar

Zitat von TOMMI
Hier möchte ich noch anmerken, dass in Fällen von Alarm der GSZ-Trupp zum ausgelösten Feld des GSZ geschickt wurde,
um dann entweder festzustellen, ob da tatsächlich einer rüber ist oder eine Fehlauslösung bzw. technische Störung
festzustellen und diese dann gleich zu beheben. Stellte man fest, dass tatsächlich jemand über den GSZ geklettert war,
wurde in den meisten Fällen umgehend "Komanie-Grenzalarm" ausgerufen, dh. alle verfügbaren Kräfte wurden in die Abrieglung
geworfen. So kam es zu einer Situation in der Kompanie, wie sie Rainman beschrieben hat.
In solchen Situationen hätte an entfernter Stelle des Abschnittes locker vom Hocker jemand rüber gehen können, ohne daran
rechtzeitig gehindert zu werden.
Hierbei muss ich sagen (trifft für meine Dienstzeit zu), dass die Anzahl der Fehlauslösungen (starker Regen, Gewitter, Wild ua.) bei gefühlten 99% lag.
Eine besondere Story ereignete sich einmal Anfang Januar (Jahr weiß ich nicht mehr), als aus dem Fenster eines in der Nähe
des GSZ stehenden Hauses ein ausgedienter Weihnachtsbaum geschmissen wurde und sich ein Lametta-Fädchen am GSZ verfing.
Ihr könnt euch denken, welche Auswirkungen das hatte. Die armen Schweine in der Abrieglung bei dieser Kälte konnten einem leid tun, bis das Lametta endlich gefunden war. (was gar nicht so einfach war)


Na da kann ich hier wohl behaupten das die Zahl der Fehlauslösungen bei Rainman und mir im Abschitt bei 100% lagen.Den als wirklich mal welche ab sind,so am 17.07.1984 war dort gar kein GSZ vorhanden,oder am 05.09.1984 hatte der erst gar nicht ausgelöst(wegen Verrottung).Hatte übrigends beide Fälle schon mal hier im Forum eingestellt.

Gruß,maja

TOMMI


nach oben springen

#16

RE: Reaktionszeit

in Grenztruppen der DDR 20.07.2009 10:59
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Da kann ich noch einen nachlegen. Es gab ja nicht nur den GSZ. Bei uns im Abschnitt, bei Oberzella, gab es an einem kleineren Wasserdurchlass. Dieser wurde mit einem "Korperschallgeber" (Ich glaube so nannte sich das Ding) gesichert. Wenn sich jemand mit Säge oder sonstigem Werkzeug an diesen zu schaffen machte, sollte er auslösen. 200 - 250 m weiter stand die Kirche, jedes mal wenn die Glocken läuteten gab es Alarm, die Schwingungen waren wohl identisch. Hat eine Weile gedauert bis man das miteinander in Verbindung gebracht hatte und wieder demontierte. Bis dahin war das ein steter Anlaufpunkt für die A Gruppe


zuletzt bearbeitet 20.07.2009 10:59 | nach oben springen


Besucher
6 Mitglieder und 37 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Andre Lambert
Besucherzähler
Heute waren 110 Gäste und 17 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14371 Themen und 558171 Beiträge.

Heute waren 17 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen