#21

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.07.2009 22:06
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Mike59
... Wir haben entgegen der Befehlslage, Farbe, Zement und Pinsel auf eigene Rechnung gekauft (Aus dem Bevölkerungsbedarf = strikt verboten) um unsere Grenzsäulen einigermaßen Repräsentabel zu halten.
Was für eine Scheiß

Du meinst ihr habt das aus der Kaffeekasse bezahlt, oder alle Grenzer haben da fuer Farbe zusammengelegt? Oder wie darf man das verstehen?

-Th


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#22

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.07.2009 22:26
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Ja, traurig aber war.


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#23

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.07.2009 22:29
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Normalerweise wurden solche Materialien vom Hauptfeld oder Stellvertreter Kompaniechef beim vorgesetzten Stab beantragt und kamen vielleicht vor der nächsten Streife. Wenn nicht, blutete die Kaffeekasse (naja, ganz so schlimm wars nicht). Aber ein "Budget" für solche Sachen gab es offiziell nicht.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#24

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.07.2009 22:35
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Man das wir eine längere Sache.
Klar war der Draht ein Vogelabweiser. Schon mal die Taubenabwehr diverser Großstätte gesehen??


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#25

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.07.2009 22:37
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Ja genau. Der Stab - Theorie trifft Wirklichkeit.


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#26

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 00:57
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Rainman2
Normalerweise wurden solche Materialien vom Hauptfeld oder Stellvertreter Kompaniechef beim vorgesetzten Stab beantragt und kamen vielleicht vor der nächsten Streife. Wenn nicht, blutete die Kaffeekasse (naja, ganz so schlimm wars nicht). Aber ein "Budget" für solche Sachen gab es offiziell nicht.
ciao Rainman

Ich versuch' mir das gerade auf der "anderen Seite" (beim BGS) vorzustellen. Ich glaub' da haette man abwechselnd den Vogel und den Finger gezeigt bekommen.
-Th


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#27

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 01:17
von Rainman2 | 5.757 Beiträge

Tja, CaptnDelta, seltsame Menschen tun bisweilen seltsame Dinge, wenn sie Seltsames für das Richtige halten.

Aber meinen Kompaniechef mit Spachtel, Farbeimer und Pinsel an einer Grenzsäule zu sehen, war ein Anblick, auf den ich beim Dienstvorschriftenstudium nicht vorbereitet worden war. Habe ich damals die Frage gestellt, woher er die Materialien hatte? Nein, habe ich nicht. Als Polit war ich nur dafür verantwortlich, dass der KC stolz und bewusst ackerte. Und die Grenzsäulen sahen immer wieder schmuck danach aus. Das hatte ich ihm echt nicht zugetraut.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#28

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 07:31
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von glasi
hallo senty. danke ganke danke für deine nachricht. ich habe noch 2 fragen. wie weit konnte man von da nach westen schauen? und wie lange wurde der turm nach der wende noch in betrieb? bis zum letzen tag? lg glasi


Zur Zeitschiene können hier bestimmt andere 'was sagen.
Der Blick war jedenfalls ganz anständig und teilweise nur durch die Topografie (Wald, Erhebungen) begrenzt. Im Süden konnte man bei gutem Wetter den Brocken sehen, das waren so um die 60 km Luftlinie.

Im Westen war Schöningen und das bekannte Kraftwerk Buschhaus sehr gut zu sehen. Ziemlich weit weg gab es noch irgendeine Erhebung mit großen Antennenanlagen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was das war.
Das was uns interessierte war jedenfalls sehr gut zu sehen und auch die Annäherung von Hubschraubern usw. konnte man meist recht frühzeitig aufklären.


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#29

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 07:34
von glasi | 2.815 Beiträge

danke setry. ihr habt bestimmt von da aus auch den bgs beobachtet und die raststätte lappwald. oder?



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#30

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 07:42
von sentry | 1.077 Beiträge

ja permanent...sowohl in der GKSt Helmstedt als auch auf der B1, wo sie gelegentlich entlang der Grenze gefahren sind.

Lappwald konnte man nicht so viel erkennen, weil meist viele LKW's davorstanden.
Wenn von den Soldaten 'mal einer an die Linie ging, gab's als Verabschiedung meist das geflügelte Wort: "Schick' 'mal 'ne Postkarte aus Lappwald!" - man konnte ja nie wissen


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#31

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 07:50
von glasi | 2.815 Beiträge

sag mal setnty, ich hab irgentwo mal gelesen das ein betrunkener zivilist sich dieser linie zu fuß genähert hat. das die grenztruppen und bgs in heller aufregung war. stimmt das? gab es auch mal ärger mit denn amrikanerß. lg glasi



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#32

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 08:02
von sentry | 1.077 Beiträge

Von Osten hat es wohl nie ein Zivilist bis da vorne geschafft.
Von Westen war die Annäherung erstmal nichts schlimmes. Alles was hinter der Linie lag war nicht unser Problem. Natürlich wurde alles beobachtet und wenn nötig auch dokumentiert.
Ich habe zu meiner Zeit recht häufig Zivilisten da vorne gesehen. Einige hatten natürlich auch provokantes Auftreten, bis hin zum Pinkeln an die Grenzsäule.

Beim Übertritt wurden die Leute mit dem Megaphon vom Turm aus angerufen und zum Verlassen des Territoriums der DDR aufgefordert. Die Angelegenheit wurde dokumentiert und gemeldet, aber aufgeregt war deswegen keiner.
Gelegentlich haben tatsächlich auch BGSler die Blödmänner zur Ordnung gemahnt und zum Umkehren aufgefordert, aber das war eigentlich nichts besonderes. Oftmals reichte es schon, wenn wir auf dem Turm die große Kamera auf die "Grenzverletzer" anlegten. Fotografiert werden wollte irgendwie keiner.

Die Alliierten oder auch andere Uniformierte haben eigentlich während meiner Zeit an der Linie keinen Ärger gemacht. Ab und zu ein paar kleine Spielchen, um uns das Aufklären zu erschweren, aber nichts Illegales oder Provokantes.
An der Eisenbahn-GÜSt hat 'mal ein Engländer aus einem Zug heraus seine Waffe auf mich angelegt, aber das habe ich nur mit einem "Was-soll-das-denn-Gesichtsausdruck" quittiert und dann weggesehen in dem Vertrauen, dass das wohl heute nicht mein letzter Tag sein würde.

Auf der Autobahn reisten die Amis relativ häufig mit Fahrzeugen ein, wendeten dann kurz vor der Kontrolle auf der Autobahn und wollten wieder ausreisen. Aber auch das waren nur Spielchen um unser Sytem zu testen, die meist ganz cool mit ein paar Standardprozeduren gelöst wurden - nothing to write home about.


zuletzt bearbeitet 15.07.2009 08:03 | nach oben springen

#33

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 08:23
von glasi | 2.815 Beiträge

danke für deine antworten über die wende in marienborn kannst du mir aber nichts sagen.oder. ich glaube da warst nicht mehr da. oder? mich würde mal intresieren was an denn tagen bei denn grenzern abging. lg glasi



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#34

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 08:28
von sentry | 1.077 Beiträge

Ich war nur bis April 88 da, aber hier schwirren ein, zwei Kollegen 'rum, die die Öffnung in Marienborn miterlebt haben.
Vielleicht können die etwas darüber erzählen.


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#35

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 08:30
von glasi | 2.815 Beiträge

und wer ist das?



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#36

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 09:15
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von sentry
[quote="glasi"] Ziemlich weit weg gab es noch irgendeine Erhebung mit großen Antennenanlagen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was das war.


@sentry Da hast du Richtung Elm (Rätsel: Höhenzug bei Braunschweig mit drei Buchstaben) geschaut. Dort errichteten das Detachment K der US Army Field Station Augsburg (einer Einrichtung der ASA/INSCOM, militärischer Geheimdienst der US Army) eine Abhörstation, die sogenannten Torii Towers. Die Station ist baugleich mit einer an der Elbe bei Dannenberg. Hier horchte die Bundeswehr auch mit. Der imposante Doppelturm war 98m hoch. 1998 wurde die Anlage dann abgebaut. Zwei Bilder anbei.

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 15.07.2009 09:17 | nach oben springen

#37

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.07.2009 09:18
von sentry | 1.077 Beiträge

Yup...sieht gut aus, die A-förmige Konstruktion kommt mir sehr bekannt vor.
Schönen Dank für die Info.


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#38

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.09.2009 09:09
von manudave (gelöscht)
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Durften "normale" Nichtoffiziere auch auf das vorgelagerte Hoheitsgebiet bzw. wenn ja, gab es auch Phasen wo nur Offiziere vor den Zaun durften?


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#39

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.09.2009 10:12
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von manudave
Durften "normale" Nichtoffiziere auch auf das vorgelagerte Hoheitsgebiet bzw. wenn ja, gab es auch Phasen wo nur Offiziere vor den Zaun durften?



Ist die Frage nur auf die AGT bezogen?



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#40

RE: Vorgelagertes Hoheitsgebiet

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.09.2009 12:19
von Zermatt | 5.293 Beiträge

AGT= sind das ehemalige Angehörige der Grenztruppen ?



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