#21

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 17:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Dann biste u.U. im falschen Thread, hä?!

Also um die Frage des Themenstarters zu beantworten, NEIN! Neben der Verpflichtung lag kein Kandidatenantrag. Und es gab sogar Zeiten mit Aufnahmesperren bei den bewaffneten Organen, galt aber besonders für die Grundwehrdiener. Nach einem Jahr Kandidatenzeit war aber die Aufnahme als Mitglied fast nur noch eine Formsache. Es sei denn, der Kandidat sagte NJET!
Aber wie gesagt, 'fast' nur eine Formsache, denn eine der benötigten zwei Bürgschaften konnte von der FDJ-Grundorganisation der Grenzkompanie gestellt werden.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 20.11.2013 17:24 | nach oben springen

#22

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 17:24
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Okay, nehme alles zurück, habe den ersten Post nicht gelesen. Frage falsch verstanden. Winterreifensaison, muss nebenbei noch Geld verdienen.


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#23

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 17:56
von damals wars | 12.216 Beiträge

Es gab sogar mindestens einen General ohne SED Parteibuch. Der hatte in fremden Streitkräften gedient und saß im Vorstand einer Blockpartei.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#24

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 18:21
von Acki | 169 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #19
Wer sich bei der Stasi, dem MDI, NVA oder Ähnlichem beworben hat, um keine Karriere zu machen, hatte wohl einen leichten Sprung in der berühmten Schüssel. Parteizugehörigkeit war Pflicht um nicht ausgegrenzt zu werden. Oder ihr habt in einer anderen DDR gewohnt.


Da muss ich dich leider auch enttäuschen.Die Frage wurde zwar gestellt, aber bei der Antwort "Das muss ich mir in aller Ruhe überlegen" blieb es auch.
Es wurde niemand dazu gedrängt in die Partei einzutreten.Ob Dir die Antwort passt oder nicht.


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#25

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 18:44
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Weder zu den Jungen Pionieren, noch zur FDJ noch zur SED wurde jemand gezwungen. Da stimmen wir überein. Wer aber nicht mitmachte, hatte den Schwarzen Peter. Aber es wurde eben hier auch bestätigt, ohne war eben beim Oberfeld die Karre an der Wand. Im Zivilleben ging es, oben ohne, bis zum Abteilungsleiter(ca. 1400M) dann war auch Schluss. Ich habe in der DDR gelebt und kenne mich schon ein wenig aus. Kitt braucht man mir hier keiner zu erzählen. Woher sollten denn sonst auch die Prozentzahlen bei der SED-Mitgliedschaft kommen??


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#26

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 18:53
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #25
Weder zu den Jungen Pionieren, noch zur FDJ noch zur SED wurde jemand gezwungen. Da stimmen wir überein. Wer aber nicht mitmachte, hatte den Schwarzen Peter. Aber es wurde eben hier auch bestätigt, ohne war eben beim Oberfeld die Karre an der Wand. Im Zivilleben ging es, oben ohne, bis zum Abteilungsleiter(ca. 1400M) dann war auch Schluss. Ich habe in der DDR gelebt und kenne mich schon ein wenig aus. Kitt braucht man mir hier keiner zu erzählen. Woher sollten denn sonst auch die Prozentzahlen bei der SED-Mitgliedschaft kommen??


Ganz so kann es wohl nicht gewesen sein.
Ich kenne sogar einen Minister der war nicht in der SED. Und auch in anderen Bereichen war einiges möglich.


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#27

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 19:13
von 94 | 10.792 Beiträge

Und ich kenne sogar einen Verteidigungsminister, der war Wehrdienstverweigerer. Du willst doch aber nicht in Abrede stellen @Alfred das diese Platzverteilung (der Post- und Fernmeldeminister war gloobsch so'ne klassische Blockpartei-Stelle) sehr statisch war.
Doch mal zurück zu den Genossen Genossen. Da gab es so ziemlich genaue Vorgaben vom Kreis (und Bezirk auch) wieviele Kandidaten aus welchen sozialen Schichten zu gewinnen sind. So kann ich mich auch noch an einen Unterstufenlehrer erinnern, welcher in der Grundausbildung im GAR Kandidat wurde. Als Angehöriger der Intelligenz hatte er in der Abteilung Volksbildung kaum eine Tschangse, sich das Bonbon ans Revers zu stecken. Dagegen war in der Abteilung Landesverteidigung gerade diese soziale Gruppe eher Mangelware.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#28

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 19:17
von elster427 | 789 Beiträge

Nicht nur Wehrdienstverweigerer, sondern auch Pazifist mit ner Pistole!!


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#29

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 19:18
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #27
Und ich kenne sogar einen Verteidigungsminister, der war Wehrdienstverweigerer. Du willst doch aber nicht in Abrede stellen @Alfred das diese Platzverteilung (der Post- und Fernmeldeminister war gloobsch so'ne klassische Blockpartei-Stelle) sehr statisch war.
Doch mal zurück zu den Genossen Genossen. Da gab es so ziemlich genaue Vorgaben vom Kreis (und Bezirk auch) wieviele Kandidaten aus welchen sozialen Schichten zu gewinnen sind. So kann ich mich auch noch an einen Unterstufenlehrer erinnern, welcher in der Grundausbildung im GAR Kandidat wurde. Als Angehöriger der Intelligenz hatte er in der Abteilung Volksbildung kaum eine Tschangse, sich das Bonbon ans Revers zu stecken. Dagegen war in der Abteilung Landesverteidigung gerade diese soziale Gruppe eher Mangelware.


Stimmt. Um es zu konkretisieren sollte hier mal auf den klassischen Selbstbetrug aufmerksam gemacht werden. Als AA gehörtest du automatisch zur Arbeiterklasse. Da war die soziale Herkunft so ziemlich egal.


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#30

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 19:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Nur die Berufssoldaten waren automatisch A. Zeitsoldaten und Grundwehrdiener behielten ihre soziale Herkunft.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#31

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 19:24
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #27
Und ich kenne sogar einen Verteidigungsminister, der war Wehrdienstverweigerer. Du willst doch aber nicht in Abrede stellen @Alfred das diese Platzverteilung (der Post- und Fernmeldeminister war gloobsch so'ne klassische Blockpartei-Stelle) sehr statisch war.
Doch mal zurück zu den Genossen Genossen. Da gab es so ziemlich genaue Vorgaben vom Kreis (und Bezirk auch) wieviele Kandidaten aus welchen sozialen Schichten zu gewinnen sind. So kann ich mich auch noch an einen Unterstufenlehrer erinnern, welcher in der Grundausbildung im GAR Kandidat wurde. Als Angehöriger der Intelligenz hatte er in der Abteilung Volksbildung kaum eine Tschangse, sich das Bonbon ans Revers zu stecken. Dagegen war in der Abteilung Landesverteidigung gerade diese soziale Gruppe eher Mangelware.



War das mein Nachbar aus der Samariterstr. der sie alle vereppelt hat?


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#32

RE: Genossen auf Zeit?

in DDR Staat und Regime 21.11.2013 11:29
von 80er | 572 Beiträge

Ich versuche eine Zusammenfassung des Themas:

Die Partei- und Staatsführung war daran interessiert, die Verbundenheit mit selbiger auch und gerade bei den Berufsoffizieren von NVA/GT, MDI und MfS mit deren Mitgliedschaft in DER Partei zu dokumentieren, was u.a. die Zahlen von @ Alf Red in #5 belegen.
Zumal jene auch von ihrer Herkunft her als Arbeiter und Bauern galten, wie Nutzer @vierund9zig im Beitrag #30 geschrieben hat.
Ausnahmen, nicht DER Partei, einer Block Partei anzugehören oder parteilos zu sein, gab es zwar, begrenzte aber die
Beförderungen und/oder die Karriereaussichten dieser Personen erheblich.

Bei den Unteroffizieren bzw. Offizieren auf Zeit wurde eine Anwerbung, für DIE Partei zu kandidieren, nicht sonderlich forciert.
Wohl auch deshalb, um den Proporz zu Gunsten der Herkunft als Arbeiter und Bauern vers. Intelligenz, zu wahren, was als Doktrin
anzusehen war. Im Gegensatz zu den Berufssoldaten behielten diese ja ihre wahre Herkunft bei.
Ausserdem verpflichteten sich nicht wenige Wehrpflichtige zu einer 3 jährigen Dienstzeit, um überhaupt, bzw. etwas Bestimmtes
studieren zu können, waren also potenzielle Intelligenzler, was zukünftig zu Ungunsten des Proporzes gegangen wäre.


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