#81

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 19:59
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #73
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #66
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #60
[quote=schnatterinchen|p307244]
Die Globalisierung hätte der DDR Volkswirtschaft den Rest gegeben und das Leben auf Pump der vergangenen Jahre wäre vorbei.



China hat bereits Ende der 70er begonnen seine Wirtschaft neu auszurichten.
DDR als Billiglohnland ,hätte langfristig nicht funktioniert.
Die DDR war 1989 vielleicht nicht zahlungsunfähig aber völlig perspektivlos.
Die großzügig gewährten Sozialleistungen hätten in großem Stil zurückgenommen werden müssen.
Die symbolischen Mieten hätten rapide angehoben werden müssen.
Das Brot hätte keine 1.24 Mark der DDR mehr gekostet und an die Schweine verfüttert werden können.
Ebenso der ruinös billige und zur Verschwendung animierende Strompreis. Hoch damit.
Da hätte bald das Geld bei den ersten nicht mehr gereicht.
Ich wäre gespannt gewesen , wie die Genossen diesen Sachverhalt ihrem Volk verklickert und wem sie die Schuld dafür zugeschoben hätten.


Das sind genau die Auflagen, die wir vom IWF spätestens 1993 (nach Schürer- Kommission) bekommen hätten, sofern die BRD nicht mehr mit Krediten ausgeholfen hätte.
Die Genossen hätten es zum Klassenkampf deklariert und die Kuh vom Eis geholt indem sie alles zu einer nationalen Notlage erklärt hätten, ähnlich den Katastrophenwinter 78 und der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre, die Leidensfähigkeit der DDR- Bürger hätte wohl ausgereicht, um den Untergang abzuwenden.
Der angebliche 9. Platz im Weltwirtschaftsranking hatte garantiert auch eine Datenbasis mit der auch heute noch in anderen Zusammenhängen Schindluder getreiben wird mit der man sich fürs erste noch eine relativ gute Bonität erschlichen hätte.
So unfähig, wie man heute im Nachgang noch Ratingagenturen, z. B. nach der Lehmann- Pleite einschätzen muß, ist anzunehmen, daß die auch Günther Mittag noch ausgetrickst hätte.
Die Verbindlichkeiten zu Lasten anderer RGW- Staaten, unsere Prunkbauten und Vorzeigekombinate hätten die sicher überzeugt, da die Entscheidungsträger der Ratingagenturen und des IWF keine Politiker sind, sondern überwiegend provisionsgeile und geschäftstüchtige ideologiefreie Geldgeier, die mit Blick auf ihre Abschlußprovisionen die Fotos der Umweltbibliothek oder jene der Ruinen wie sie hier zu sehen waren in den Skat gedrückt hätten.[/quote[quote]

@hackl du unterschätzt nach meiner Überzeugung die Ratingagenturen ganz gewaltig. Der Mittag hätte die nicht ausgetrickst, eher wird umgekehrt ein Schuh daraus. Diese Verbrecher sind zwar in ihrer Geldgier nicht unbedingt der Segen der Menschheit , jedoch haben sie einen Vorteil: sie haben einen hohen Bildungsstand . Den braucht man nämlich für diese schmutzigen Geschäfte.


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#82

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:12
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #80
Es gibt eine Reportage über Leben und Wirken vom Helmut Schmidt. Darin erwähnt er dies als eine Aussage Honeckers in einen vier-Augengespräch und er quittiert das in der Reportage mit einem völligen Entsetzen. O-Ton ".....das müssen Sie sich mal vorstellen. Das hat der wirklich geglaubt......."


Jetzt wäre mal interessant zu klären, warum Honecker so weltfremd war? Lag es am mangelndem Intellekt? Oder war das "System DDR", nach oben zu meldende Lageberichte grundsätzlich zu schönen, Schuld daran?
Ich maße mir nicht ernsthaft an, Honeckers geistige Fähigkeiten einzuschätzen. Aber die geschönten Berichte, unter dem Motto "Papier ist geduldig", habe ich noch in "guter" Erinnerung. An den Schummeleien waren alle Bereiche des Lebens beteiligt. Auch die Volkspolizei. Wenn es darum ging die aktuelle Kriminalitätsrate zu senken, wurden bestimmte Delikte einfach nicht mehr erfasst, oder "umqualifiziert". So galten zum Beispiel Diebstahlsdelikte bis zu einer Schadenshöhe von 50 Mark, nicht als Straftaten. Sondern als Verfehlungen. Demzufolge fanden solche Delikte keinen Eingang in die Kriminalstatistik. Es kam durchaus vor, dass die eingetretene Schadenshöhe von der Kriminalpolizei solange heruntergerechnet wurde, bis aus der Straftat eine Verfehlung wurde. Es gab Abschnitte mit einer "Null-Kriminalität". Die als vorzeigbares Beispiel für die niedrige Kriminalitätsrate im Kreis Seelow herhalten mussten. In Wahrheit wurde in diesen Bereichen nicht weniger geklaut als anderswo auch.

Gruß Uwe


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#83

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:19
von Moskwitschka (gelöscht)
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Übrigens scheint das Zitat von "einer der führenden Industrienationen" viel älter sein und zwar aus dem Jahr 1961 zu stammen - kurz vor dem Mauerbau - und zwar von Walter Ulbricht

1. März: In Ost-Berlin findet die 14. Tagung des Rates für Gegenseitige Wirtschafthilfe (RGW) der Ostblock-Staaten statt. SED-Chef Ulbricht betont bei einem Empfang, dass sich die DDR "unter sehr komplizierten wirtschaftlichen Bedingungen bei offener Grenze" behaupten müsse. Die DDR benötige für die "Störfreimachung" der Wirtschaft, das heißt ihre Unabhängigkeit von westlichen Lieferungen, uneingeschränkte Unterstützung der sozialistischen Länder, insbesondere der Sowjetunion. Ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Lage der DDR erklärt Ulbricht, dass die DDR zu den zehn führenden Industrienationen der Welt gehöre.

http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...%E4rz/year/1961

LG von der grenzgaengerin


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#84

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:23
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Warum die Zone nichts taugt
"unproduktiv, unrentabel, nichts wert"
http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/91/91_3/zone.htm


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#85

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:31
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #82
Zitat von studfri im Beitrag #80
Es gibt eine Reportage über Leben und Wirken vom Helmut Schmidt. Darin erwähnt er dies als eine Aussage Honeckers in einen vier-Augengespräch und er quittiert das in der Reportage mit einem völligen Entsetzen. O-Ton ".....das müssen Sie sich mal vorstellen. Das hat der wirklich geglaubt......."


Jetzt wäre mal interessant zu klären, warum Honecker so weltfremd war? Lag es am mangelndem Intellekt? Oder war das "System DDR", nach oben zu meldende Lageberichte grundsätzlich zu schönen, Schuld daran?
Ich maße mir nicht ernsthaft an, Honeckers geistige Fähigkeiten einzuschätzen. Aber die geschönten Berichte, unter dem Motto "Papier ist geduldig", habe ich noch in "guter" Erinnerung. An den Schummeleien waren alle Bereiche des Lebens beteiligt. Auch die Volkspolizei. Wenn es darum ging die aktuelle Kriminalitätsrate zu senken, wurden bestimmte Delikte einfach nicht mehr erfasst, oder "umqualifiziert". So galten zum Beispiel Diebstahlsdelikte bis zu einer Schadenshöhe von 50 Mark, nicht als Straftaten. Sondern als Verfehlungen. Demzufolge fanden solche Delikte keinen Eingang in die Kriminalstatistik. Es kam durchaus vor, dass die eingetretene Schadenshöhe von der Kriminalpolizei solange heruntergerechnet wurde, bis aus der Straftat eine Verfehlung wurde. Es gab Abschnitte mit einer "Null-Kriminalität". Die als vorzeigbares Beispiel für die niedrige Kriminalitätsrate im Kreis Seelow herhalten mussten. In Wahrheit wurde in diesen Bereichen nicht weniger geklaut als anderswo auch.

Gruß Uwe


Gerade so ein ungewählt selbstbestimmter "Führer" eines Volkes sollte nicht nur vorgekauten Quark von irgendwelchen Zetteln ablesen, sondern richtig die eigenen Augen und Ohren aufmachen, Staatslenkung als Operetten-Klamauk wird der Verantwortung für die gelenkten Menschen nicht gerecht und die ganzen harschen Lebensweg-Abbrüche am Ende hatte dieser Mann in vorderster Position zu verantworten, die Schranzen in seinem Politbüro haben ja, bis es auch um ihr Hinterteil ging, wohl nur dazu geklatscht, zur Operette.


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#86

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:39
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Immer das gleiche Dilemma. Im Prinzip hat ja der Endsieg des Kommunismus kurz vor der Vollendung gestanden, nur leider ist die Wunderwaffe nicht rechtzeitig fertig geworden.


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#87

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:39
von ABV | 4.202 Beiträge

Das ganze lief doch so ab, dass grundsätzlich keine schlechten Nachrichten nach oben gemeldet wurden. Von den Kreisverwaltungen, bzw den SED-Kreisleitungen. Letztere bekamen ihre, ungeschönten, realistischen Einschätzungen von den Kreisdienststellen der Staatssicherheit geliefert. In der Wendezeit äußerte sich ein MfS-Offizier aus Seelow, "dass die SED-Kreisleitung die Berichte ungelesen in den Papier geschmissen hat". Seitens des MfS wurde umfassend über die Versorgungsmängel und den anderen gravirenden Problemen berichtet. Ohne Erfolg! Der schöne Schein wurde weiter gewahrt.

Gruß Uwe


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#88

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:41
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #87
Das ganze lief doch so ab, dass grundsätzlich keine schlechten Nachrichten nach oben gemeldet wurden. Von den Kreisverwaltungen, bzw den SED-Kreisleitungen. Letztere bekamen ihre, ungeschönten, realistischen Einschätzungen von den Kreisdienststellen der Staatssicherheit geliefert. In der Wendezeit äußerte sich ein MfS-Offizier aus Seelow, "dass die SED-Kreisleitung die Berichte ungelesen in den Papier geschmissen hat". Seitens des MfS wurde umfassend über die Versorgungsmängel und den anderen gravirenden Problemen berichtet. Ohne Erfolg! Der schöne Schein wurde weiter gewahrt.

Gruß Uwe


Und warum um alles in der Welt, was sollte denn das langfristig bringen?
Ok, wir wissen es was es gebracht hat, verdient.


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#89

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:47
von ABV | 4.202 Beiträge

Die "kleinen Erichs" in der Provinz, hatten keinen Arsch in der Hose, dem "großen Erich" in Berlin zu sagen, wie es in ihrem Verantwortungsbereich wirklich aussah. Lieber wurde weiter gelogen. Um die eigene Machtposition weiter zu retten. Wäre ein "Provinzfürst" auf die Idee gekommen die Wahrheit zu sagen, hätte er ganz allein für die Misere gerade stehen müssen. Die Partei selbst hielt sich bekanntlich für unfehlbar. Im Prinzip kamen die SED-Kreis und Bezirksleitungen aus der Nummer mit der jahrelangen Schwindelei nicht mehr heraus. Alles andere wäre dem Versuch gleichgekommen, bei voller Fahrt den Rückwärtsgang einzulegen.

Gruß Uwe


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#90

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #89
Die "kleinen Erichs" in der Provinz, hatten keinen Arsch in der Hose, dem "großen Erich" in Berlin zu sagen, wie es in ihrem Verantwortungsbereich wirklich aussah. Lieber wurde weiter gelogen. Um die eigene Machtposition weiter zu retten. Wäre ein "Provinzfürst" auf die Idee gekommen die Wahrheit zu sagen, hätte er ganz allein für die Misere gerade stehen müssen. Die Partei selbst hielt sich bekanntlich für unfehlbar. Im Prinzip kamen die SED-Kreis und Bezirksleitungen aus der Nummer mit der jahrelangen Schwindelei nicht mehr heraus. Alles andere wäre dem Versuch gleichgekommen, bei voller Fahrt den Rückwärtsgang einzulegen.

Gruß Uwe


Aber das so ab 87 was oberfaul wurde muss doch auch der tatterige Jäger bemerkt haben, der hat doch auch Westfernsehen geschaut, so ein Sonderparteitag wo er den Leuten reinen Wein einschenkt hätte und vorher intern die ungeschminkte Wahrheit erkunden, hätte doch einiges anders verlaufen lassen.
Aber über den eigenen Schatten springen als alter Mann ist wohl auch ziemlich schwer.


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#91

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:55
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Da hätte der König einfach mal in der Schönhauser Allee anhalten sollen und wäre mal hundert Meter in eine Seitenstraße gegangen. Da wo die Fassaden nicht mehr getüncht waren. Da gab es dann das reale Leben.
Da war es sich aber zu fein zu.


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#92

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:56
von Harra318 | 2.514 Beiträge

"So würde die DDR heute aussehen",und die Grenze sollte vor dreizehn Jahren so aussehen.Wollen sich da nicht alle sagen,:"Bloß gut das es anders kam"? Auch die,die immer jammern ? Man darf gar nicht denken,was wäre wenn ......... Heute schreiben wir das Jahr 2013!

http://www.welt.de/print-welt/article653...eue-Grenze.html


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#93

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:59
von Pzella 82 | 356 Beiträge

Da stimme ich Dir zu @Grenzwolf !!!

Ich bin überzeugt davon, dass der große Erich die Wahrheit einfach nicht sehen wollte. Vielleicht war es auch Altersstarrsinn.
Und mein Schwiegervater hat mal erzählt, dass es 1988 drei seiner Kollegen es wagen wollten, dem E.H. zu erzählen, wie es so in seinem Lande aussieht.
Die wurden erst gar nicht bis zu ihm vorgelassen. Das kann auch als Parteidisziplin gewertet werden.

BG
Pzella 82


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
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#94

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 20:59
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #91
Da hätte der König einfach mal in der Schönhauser Allee anhalten sollen und wäre mal hundert Meter in eine Seitenstraße gegangen. Da wo die Fassaden nicht mehr getüncht waren. Da gab es dann das reale Leben.
Da war es sich aber zu fein zu.


Oder hat er eher Angst davor gehabt so etwas zu machen und hat sich lieber in seinen eigenen Märchenwald zurückgezogen.
Als sie dann so relativ viele gen Westen ziehen ließen aus dem Bekannten- u. Freundeskreis, ich hab mich oft gefragt warum sie mich 5 Jahre davor an der Grenze noch so heiß gemacht haben um unbedingt dicht zu machen, war doch ein Armutszeugnis.


zuletzt bearbeitet 24.11.2013 21:07 | nach oben springen
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#95

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 21:11
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #81
[quote=Hackel39|p307513][quote=schnatterinchen|p307475][quote=grenzgaengerin|p307407][quote=schnatterinchen|p307244]

@hackl du unterschätzt nach meiner Überzeugung die Ratingagenturen ganz gewaltig. Der Mittag hätte die nicht ausgetrickst, eher wird umgekehrt ein Schuh daraus. Diese Verbrecher sind zwar in ihrer Geldgier nicht unbedingt der Segen der Menschheit , jedoch haben sie einen Vorteil: sie haben einen hohen Bildungsstand . Den braucht man nämlich für diese schmutzigen Geschäfte.




Die Ratingagenturen sind Zwängen unterworfen, die den Bildungsstand ihrer akademischen Angestellten neutralisiert.
Als ich 1993 meine erste Mietwohnung als Geldanlage kaufte, betrug der Kaufpreis meinem fünfachem Bruttojahreslohn, Sicherheiten gab es keine und die Beleihung bei der Bayrischen Hypobank betrug 100 %, d. h. Eigenkapital war nicht nötig.
In der Folge gab es wegen dieser lockeren Kreditstrategie der Banken Riesenabschreibungen weil ein großer Anteil der Kapitalanleger Schiffbruch erlitten hatten, was nicht geschehen wäre, wenn die internen Kontrollmechanismen der Bank funktioniert hätten, statt dessen hagelte es Prozesse, welche den entsprechenden Abteilungen der Kreditinstitute ein desolates Risikomanagement bescheinigten, da nützten den Kreditbearbeitern ihre Universitätsabschlüsse gar nichts.
Die Gewinnvorgaben der Banken haben diese BWL- Gehirne massenhaft ausgeschaltet und genau das passiert auch im Großen, wie wir bei den Desastern der Landesbanken, Lehmann Brothers oder Enron http://de.wikipedia.org/wiki/Enron erleben konnten.
Diese Bilanzfälschungen hätten die sehen müssen und weil sie die eben nicht gesehen haben/ sehen wollten unterstelle ich denen, daß sie auch von G. Mittag und Schalck- Golodkowski ausgekaspert worden wären.
Nachdem alles in die andere Richtung ging (verschärfte Auflagen bei der Kreditvergabe...Basel II- Kriterien) saß Hackel dann 2011 erneut bei der Bank, um ein Objekt zu kaufen, daß er mit abgezahlten Immobilien im Wert von über 50 % des Kaufpreises besichern wollte, ging erst nach ewigem Gezerre etwas, wohl gemerkt, die Erwerbsimmobilie bekam die Bank auch noch als Sicherheit (!!!).
Dieses Geschäftsgebahren ist einfach nur irrational, fast schon hysterisch und da kann ich nur sagen, nein @ Gert, die sind nicht auf der Höhe der Anforderungen, Bildung hat in der Spitze dieser Wirtschaftswelt keinen Wert mehr, genauso wenig wie das Gewissen eines Wehrmachtsoldaten im Kriegsfall einen Wert hat, man ist in einer Bewegung drin, der man mit gesundem Menschenverstand nicht mehr entgegetreten kann.
Noch extremer und überspitzt formuliert, frage ich dann nur noch, wieso Kohls Bundesbankberater einem 1:2- Kurs der gewaltigen DDR- Spareinlagen zugestimmt hatten.
War das wirklich Patriotismus, glaubt das hier einer ?
Es war entweder eine glatte Fehleinschätzung von Leuten die allein auf ihre Boten gehört hatten und zu stinkend faul waren, selbst ihren fetten Arsch in die maroden Kombinate zu befördern oder man wollte bedingslos Kohls Vorgaben nach einer Friede- Freude- Eierkuchen- Einheit erfüllen.
Beides ist gleich schlimm und kein Ruhmesblatt für die Finanztheoretiker dieser Republik.
Ich sage ausdrücklich nicht, daß die doof sind, ihr Wissen hat aber in dieser Betrügerökonomie keinen Wert, die können anstatt BWL genauso gut Roulette studieren, da wird's wenigstens nicht so langweilig.



DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.11.2013 21:51 | nach oben springen
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#96

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 21:27
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Hackel, schon um 2005 wurde, auch bei Vorlage von todsicheren Konzepten, kein müder Euro für Immobiliengeschäfte kreditiert, war generell alles bankintern als Risikokapital eingestuft, die Banken schnitten sich selbst ihr ureigenes Geschäft, also den Geldverleih mit Zinsgewinn ab.
Die Resultate sind bekannt, das andere Extrem, also ihre ehemalige unbegründete Freizügigkeit ohne weitestgehende Absicherung brachte die Banken in Bedrängnis.
Die Mischung macht es halt, wusste schon meine Oma und die hatte nix studiert


Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.11.2013 21:36 | nach oben springen
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#97

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 21:44
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #83
[...]
Ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Lage der DDR erklärt Ulbricht, dass die DDR zu den zehn führenden Industrienationen der Welt gehöre.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...%E4rz/year/1961
Und das war auch, zumindest auf dem Papier und wenn man als Kriterium das Bruttosozialprodukt nimmt, ... ähhm nö, auch dann nicht weil wie rechnet man Mark der DDR in Dollar um? Na wie auch immer, hier mal die Werte des Statistischen Amtes der DDR für die letzte Dekade
(Quelle: de.statista.com)

Angefügte Bilder:
1-249230_bruttoinlandsprodukt-bip-der-ddr.gif

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 24.11.2013 21:45 | nach oben springen
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#98

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 21:50
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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#99

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 21:59
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #97
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #83
[...]
Ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Lage der DDR erklärt Ulbricht, dass die DDR zu den zehn führenden Industrienationen der Welt gehöre.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...%E4rz/year/1961
Und das war auch, zumindest auf dem Papier und wenn man als Kriterium das Bruttosozialprodukt nimmt, ... ähhm nö, auch dann nicht weil wie rechnet man Mark der DDR in Dollar um? Na wie auch immer, hier mal die Werte des Statistischen Amtes der DDR für die letzte Dekade
(Quelle: de.statista.com)




Der Schwarzmarktkurs war 1989 20M für 1USD


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#100

RE: Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

in Das Ende der DDR 24.11.2013 23:00
von Moskwitschka (gelöscht)
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Na dann hier mal etwas für die Zahlenmenschen:

Im scharfen Kontrast zu den beinahe hysterischen Aktionen der elitären Meinungsführerschaft gegenüber der untergegangenen DDR steht die beeindruckende Forschungsarbeit von Prof. Gerhard Heske, einen tragfähigen ökonomisch-statistischen Vergleich „DDR – BRD“ vorzulegen, der faktisch objektivere Erkenntnisse als bisher ermöglicht. Heske hat dazu die archivierten statistischen Primärdaten der DDR-Wirtschaft ab 1950 einer kritischen Revision und Neuberechnung auf „Preisbasis 1995 in Euro“ unterzogen und mit einem umfangreichen methodischen Apparat unterlegt. Die akribische Vorgehensweise des Autors Heske beeindruckt durch die sachgerechte Datenaufbereitung und tief greifende statistische Systemanalyse ebenso wie die damit neu gewonnene Qualität der Ergebnisse für den ökonomischen DDR- BRD – Vergleich. Nachstehend sollen wesentliche Hauptergebnisse mit Schwerpunkt 1950 bis 1989 hervorgehoben werden, die für eine breitere Information derjenigen Leserschaft wichtig erscheinen, die noch keinen direkten Einblick in diese neuen Forschungsergebnisse Heskes hat.

Und hier die Zahlen http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m3309.pdf

Un hier etwas zum wissenschaftlichen Hintergrund von Herrn Heske:

Die nun von Prof. Dr. Gerhard Heske (ehemaliger Abteilungsleiter der DDR-Zentralverwaltung für Statistik, später im Statistischen Bundesamt in Berlin) als Resultat vieljähriger wissenschaftlich-statistischer Arbeit vorgelegte Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung für die DDR darf als kleine wissenschaftliche Sensation gelten und wird sich sicherlich zu einem Grundlagenwerk der DDR-Wirtschafts- und Sozialgeschichte, aber auch der systemvergleichenden DDR/BRD-Wirtschafts- und Sozialgeschichte entwickeln. Zum ersten Mal liegt zudem für die Zeit von 1950 bis 1989 auch eine gesamtdeutsche Berechnung des Bruttoinlandproduktes vor.

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/...en/ausgabe=5006

Und hier noch ein ZEIT - Intervew http://www.zeit.de/wirtschaft/2009-11/gerhard-heske-ddr

LG von der grenzgaengerin


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