#121

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:30
von Boelleronkel (gelöscht)
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Nabend diefenbaker.....

"westliche Sprachen mussten klein gehalten werden" also wirklich "Meister"das mag für die 50iger und 60iger gelten(da waere ein Esperanto Brief beim NKWD schon aufgefallen),aber spaetestens in den siebzigern haben die Genossen gemerkt,wer um Anerkennung in der Welt kaempft und Aussenhandel betreiben will,der sollte schon Personal haben was Weltsprachen beherrscht.

Englisch gabs an alle 10 klassigen Schulen also POS(beginnend in der 7.Klasse),es mag sein,da englisch freiwillig,also falkulativ ,das Gruppen von nur 2 Schuelern anderen Schulen zugeteilt wurden und es manch Orts die Note 2 oder 3 in Russisch bedurfte um teilnehmen zu koennen,aber sonst hing das enorm von der zusaetzlichen Lernbereitschaft des Einzelnen ab.

So ist das eben im Leben,die einen gehen baden und die anderen lernen noch nach 14 Uhr eine Fremdsprache mehr.
Etliche meiner MItschueler,haben abgewinkt,wozu?,ick komm ja sowieso nie dahin wo ich das mal gebrauchen kann,also mach ichs nicht...merkste watt...
man hat sich schoen klein "eingerichtet"die Entwicklung nahm Ihren Lauf und tatsaechlich wer haette in den 70igern geglaubt,mal so einfach in die weite Welt reisen zu koennen.

Von aussen sieht manches anders aus als es "drinnen"ist,das die DDR Bildungspolitiker gern englisch sprechende Leute haben wollte ist schon klar,das heisst aber noch lange nicht das die dann reisen duerfen wohin sie wollen!

Im Wettbewerb gegen die "Bonner Ultras"war uns kein Bildungsweg zu weit.

Gruessli BO

P.S. Wer haette vor 20 Jahren gedacht das man chinesisch Sprachkenntnisse gut brauchen koennte(da hat der Schowmaster Rudi noch Witze im Westfernsehen gemacht "wenns klingelt kann auch die Gelbe Flut vor der Haustuer stehn) und eins vergiss bitte auch nicht,Russisch ist heute sehr gefragt,bei all dem Oel und Gas,skandinavische Sprachen koennen auch nicht schaden.

Alles hat seine Zeit! aber Lernen Lernen und nochmals Lernen bleibt!!!


zuletzt bearbeitet 05.02.2014 20:46 | nach oben springen

#122

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:36
von diefenbaker | 585 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #118

Rot: ... Aber als "befohlene" Fremdsprache ? Da wäre das Englisch in der BRD auch eine "befohlene" Fremdsprache, in die sich wohl auch nur der kleinere Teil richtig reingekniet hat. Anders kann ich mir auch nicht erklären, daß von den Mitarbeitern im Verwaltungsbereich meiner Fa. in PS nur ein kleiner Bruchteil diese Sprache halbwegs sicher beherrschte.
Widersprechen muß ich Dir, das westliche Fremdsprachen klein gehalten werden mußten. Nur weil es weniger Fachlehrer dafür gab als für Russisch und das für die POS keine Pflichtfächer waren, kann man nicht von absichtlichem Kleinhalten reden. Ab 7.Klasse freiwillig Englisch oder Französisch, an der VHS für kleines Geld, einer unsere Betreuer im Lehrlingswohnheim führte für Interessenten Englischkurse durch, für bestimmte Berufe war es Pflicht und wurde im Rahmen der Berufsausbildung gelehrt und ab EOS und im Studium war eine zweite oder dritte Fremdsprache sowieso Pflicht.



Wenn ich sage, dass russisch in der DDR befohlen war habe ich damit nicht ausgeschlossen, dass es mit englisch in der Bundesrepublik anders war.
Ich weiß nicht genau, wann und wo englisch oder eine Fremdsprache überhaupt im unübersichtlichen federalen Bildungssystem eingeführt wurde. Die humanistische Gymnasialbildung hat recht lange viel Zeit und Mühe auf griechisch und latein verwandt.

Zum "kurz halten" von englisch an der POS fällt mir ein (französich gab es bei mir nur ein oder zwei Halbjahre), dass die fakultativen Stunden vor der 1. Stunde und nach der 6. Stunde lagen. Um 7:00h anzutreten war schon für ortsansässige Schüler eine gewisse Hürde, die (bei uns) zahlreichen Schüler aus den Dörfern waren aber gänzlich ausgeschlossen, weil sie auf den Busverkehr angewiesen waren (von 1. Stunde bis 6. Stunde).

Gruss Wolfgang



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#123

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:37
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von steffen52 im Beitrag #120
@DoreHolm, in diesen Punkt , was Du schreibst, hast Du recht! Ich gehe von meinen erlebten aus, Russisch war für mich ein Groll, war froh das ich so mit hängen und würgen die Prüfung in Russisch geschafft hatte! Bevor die Prüfung in der 10ten war, hieß es kannst auch Englisch mit machen. Was war meine ;Meinung, habe mit Russisch zu tun und nun auch noch Englisch, das fehlte mir gerade noch. Also habe ich es gelassen( leider)!Mein Vater( Staatsbürger-und Englischlehrer) sagte Junge du wirst es noch mal bereuen, wenn du das nicht machst. Was soll ich sagen er hatte verdammt recht! Aber zu dieser Zeit hatte ich halt andere Interessen, als mich noch länger als gemusst, auf die Schulbank zu setzen. Sind viele Dinge, wo man mal auf die Alten hören hätte sollen! Aber es ist ja Heute nicht anders, meine Kinder hören auch nicht auf die Ratschläge die ich ihnen gebe! Was soll es, da müssen sie halt selber durch, ist nun mal so im Leben zwischen Jung und Alt !
Grüsse Steffen52


Meinem Sohnemann habe ich auch mehr als einmal versucht klarzumachen, sein Englisch zu verbessern. Meine Argumente dazu: Wenn Du in einem Handwerksteam arbeitet und der Chef hat einen Auftrag im Ausland ergattert und Du fährst mit ein paar Kollegen hin, dann bist Du in diesem Team wer und wenn es mal eng wird, werden eher erst die anderen entlassen.
Dein Vater gleichzeitig Stabü- und Englischlehrer ? Mich würde nicht wundern, wenn es hier im Forum gleich wieder welche gibt, die darin einen Widerspruch sehen: Marxismus-Leninismus, die Klassiker, die Philosophen und natürlich die Politik der SED und gleichzeitig die Sprache des "Klassenfeindes" lehren ? Ne, aber mal Spaß beiseite. Ich kann mich dunkel daran erinnern, daß ich auch mal von einem sich 150%ig gebärdenden angemosert wurde, der tatsächlich der Meinung war, daß man die Sprache des Klassenfeindes nicht lernen sollte. Solche Leute wurden zum Glück, zumindest in meiner Erinnerung, von niemandem ernst genommen.



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#124

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:44
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #122
Zitat von DoreHolm im Beitrag #118

Rot: ... Aber als "befohlene" Fremdsprache ? Da wäre das Englisch in der BRD auch eine "befohlene" Fremdsprache, in die sich wohl auch nur der kleinere Teil richtig reingekniet hat. Anders kann ich mir auch nicht erklären, daß von den Mitarbeitern im Verwaltungsbereich meiner Fa. in PS nur ein kleiner Bruchteil diese Sprache halbwegs sicher beherrschte.
Widersprechen muß ich Dir, das westliche Fremdsprachen klein gehalten werden mußten. Nur weil es weniger Fachlehrer dafür gab als für Russisch und das für die POS keine Pflichtfächer waren, kann man nicht von absichtlichem Kleinhalten reden. Ab 7.Klasse freiwillig Englisch oder Französisch, an der VHS für kleines Geld, einer unsere Betreuer im Lehrlingswohnheim führte für Interessenten Englischkurse durch, für bestimmte Berufe war es Pflicht und wurde im Rahmen der Berufsausbildung gelehrt und ab EOS und im Studium war eine zweite oder dritte Fremdsprache sowieso Pflicht.



Wenn ich sage, dass russisch in der DDR befohlen war habe ich damit nicht ausgeschlossen, dass es mit englisch in der Bundesrepublik anders war.
Ich weiß nicht genau, wann und wo englisch oder eine Fremdsprache überhaupt im unübersichtlichen federalen Bildungssystem eingeführt wurde. Die humanistische Gymnasialbildung hat recht lange viel Zeit und Mühe auf griechisch und latein verwandt.

Zum "kurz halten" von englisch an der POS fällt mir ein (französich gab es bei mir nur ein oder zwei Halbjahre), dass die fakultativen Stunden vor der 1. Stunde und nach der 6. Stunde lagen. Um 7:00h anzutreten war schon für ortsansässige Schüler eine gewisse Hürde, die (bei uns) zahlreichen Schüler aus den Dörfern waren aber gänzlich ausgeschlossen, weil sie auf den Busverkehr angewiesen waren (von 1. Stunde bis 6. Stunde).

Gruss Wolfgang



Jaja Wolfgang....
kleine Einlage vom BO...ein paar Jahre spaeter,wenns ans poppen geht,hat man nach Uhrzeiten nicht mehr gefragt,aber da war englisch lernen Chance ooch schon vorbei oder eben doch noch nicht....jibbet ja noch andere Wege!
Reine Frage der Einstellung,wie bei so vielen Dingen.


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#125

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:45
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #122
Zitat von DoreHolm im Beitrag #118

Rot: ... Aber als "befohlene" Fremdsprache ? Da wäre das Englisch in der BRD auch eine "befohlene" Fremdsprache, in die sich wohl auch nur der kleinere Teil richtig reingekniet hat. Anders kann ich mir auch nicht erklären, daß von den Mitarbeitern im Verwaltungsbereich meiner Fa. in PS nur ein kleiner Bruchteil diese Sprache halbwegs sicher beherrschte.
Widersprechen muß ich Dir, das westliche Fremdsprachen klein gehalten werden mußten. Nur weil es weniger Fachlehrer dafür gab als für Russisch und das für die POS keine Pflichtfächer waren, kann man nicht von absichtlichem Kleinhalten reden. Ab 7.Klasse freiwillig Englisch oder Französisch, an der VHS für kleines Geld, einer unsere Betreuer im Lehrlingswohnheim führte für Interessenten Englischkurse durch, für bestimmte Berufe war es Pflicht und wurde im Rahmen der Berufsausbildung gelehrt und ab EOS und im Studium war eine zweite oder dritte Fremdsprache sowieso Pflicht.



Wenn ich sage, dass russisch in der DDR befohlen war habe ich damit nicht ausgeschlossen, dass es mit englisch in der Bundesrepublik anders war.
Ich weiß nicht genau, wann und wo englisch oder eine Fremdsprache überhaupt im unübersichtlichen federalen Bildungssystem eingeführt wurde. Die humanistische Gymnasialbildung hat recht lange viel Zeit und Mühe auf griechisch und latein verwandt.

Zum "kurz halten" von englisch an der POS fällt mir ein (französich gab es bei mir nur ein oder zwei Halbjahre), dass die fakultativen Stunden vor der 1. Stunde und nach der 6. Stunde lagen. Um 7:00h anzutreten war schon für ortsansässige Schüler eine gewisse Hürde, die (bei uns) zahlreichen Schüler aus den Dörfern waren aber gänzlich ausgeschlossen, weil sie auf den Busverkehr angewiesen waren (von 1. Stunde bis 6. Stunde).
Gruss Wolfgang


Da fakultativ, war es m.E. verständlich, daß diese Stunde am Anfang oder am Ende des Schultages lag. Was hätten die Schüler, die nicht daran teinahmen, in dieser Freistunde tun sollen. Ich meine nicht, daß das Kalkül war. Mit dem Bus hatten wir kein Problem. War eine Stadtschule und als in der 9. einige Schüler aus den eingemeindeten Dörfern dazukamen, fuhren auch eine Stunde vorher genug Busse bzw. die Straßenbahn.



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#126

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:48
von diefenbaker | 585 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #121


Alles hat seine Zeit! aber Lernen Lernen und nochmals Lernen bleibt!!!




Ich bin kein Lenin Fan, aber wenn er recht hat, hat er recht.

Ansonsten habe ich regelmäßig Bedenken, Situationen, die Jahrzehnte zurückliegen, nur mit dem Wissen von heute zu beurteilen (wer hätte gedacht ...).

Gruss Wolfgang



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#127

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:50
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #123


Dein Vater gleichzeitig Stabü- und Englischlehrer ? Mich würde nicht wundern, wenn es hier im Forum gleich wieder welche gibt, die darin einen Widerspruch sehen: Marxismus-Leninismus, die Klassiker, die Philosophen und natürlich die Politik der SED und gleichzeitig die Sprache des "Klassenfeindes" lehren ? Ne, aber mal Spaß beiseite. Ich kann mich dunkel daran erinnern, daß ich auch mal von einem sich 150%ig gebärdenden angemosert wurde, der tatsächlich der Meinung war, daß man die Sprache des Klassenfeindes nicht lernen sollte. Solche Leute wurden zum Glück, zumindest in meiner Erinnerung, von niemandem ernst genommen.



Schon mal Gedanken gemacht,wie jahrzehntelang Handelsschiffe der DDR rund um den Erdball fuhren?
Klar doch,mit einer Schiffsführung die sich mehrsprachig verständigen konnte.
Alle Diplomaten der DDR waren sprachlich hervorragend ausgebildet und beherrschten mehrere Sprachen und Dialekte.
Hindi,Urdu,Arabisch,Chinesisch u.v.m.

seaman


zuletzt bearbeitet 05.02.2014 21:01 | nach oben springen

#128

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:51
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #123
Zitat von steffen52 im Beitrag #120
@DoreHolm, in diesen Punkt , was Du schreibst, hast Du recht! Ich gehe von meinen erlebten aus, Russisch war für mich ein Groll, war froh das ich so mit hängen und würgen die Prüfung in Russisch geschafft hatte! Bevor die Prüfung in der 10ten war, hieß es kannst auch Englisch mit machen. Was war meine ;Meinung, habe mit Russisch zu tun und nun auch noch Englisch, das fehlte mir gerade noch. Also habe ich es gelassen( leider)!Mein Vater( Staatsbürger-und Englischlehrer) sagte Junge du wirst es noch mal bereuen, wenn du das nicht machst. Was soll ich sagen er hatte verdammt recht! Aber zu dieser Zeit hatte ich halt andere Interessen, als mich noch länger als gemusst, auf die Schulbank zu setzen. Sind viele Dinge, wo man mal auf die Alten hören hätte sollen! Aber es ist ja Heute nicht anders, meine Kinder hören auch nicht auf die Ratschläge die ich ihnen gebe! Was soll es, da müssen sie halt selber durch, ist nun mal so im Leben zwischen Jung und Alt !
Grüsse Steffen52


Meinem Sohnemann habe ich auch mehr als einmal versucht klarzumachen, sein Englisch zu verbessern. Meine Argumente dazu: Wenn Du in einem Handwerksteam arbeitet und der Chef hat einen Auftrag im Ausland ergattert und Du fährst mit ein paar Kollegen hin, dann bist Du in diesem Team wer und wenn es mal eng wird, werden eher erst die anderen entlassen.
Dein Vater gleichzeitig Stabü- und Englischlehrer ? Mich würde nicht wundern, wenn es hier im Forum gleich wieder welche gibt, die darin einen Widerspruch sehen: Marxismus-Leninismus, die Klassiker, die Philosophen und natürlich die Politik der SED und gleichzeitig die Sprache des "Klassenfeindes" lehren ? Ne, aber mal Spaß beiseite. Ich kann mich dunkel daran erinnern, daß ich auch mal von einem sich 150%ig gebärdenden angemosert wurde, der tatsächlich der Meinung war, daß man die Sprache des Klassenfeindes nicht lernen sollte. Solche Leute wurden zum Glück, zumindest in meiner Erinnerung, von niemandem ernst genommen.



@DoreHolm, was heißt Wiederspruch, , es war so, mein Vater war in englischer Gefangenschaft und sprach dadurch sehr gurt Englisch, wollte zur VP, war auch kurz und nach dem bekannt wurde das er beim Klassenfeind in Gefangenschaft, war es aus mit Polizeidienst in der DDR. Da er aber überzeugt von diesem System war, wurde er Lehrer. Eben Staatsbürgerkunde und weil er es gut konnte englisch! Hatten viele Problem wir zwei, nicht wegen englisch sondern wegen Stabü! Könnte darüber, auch einen Roman schreiben( wen ich in 1 Jahr in Rente gehe vielleicht)! Soviel dazu Englischuntericht unter Ulbricht verboten?
Grüsse Steffen52


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#129

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 20:55
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #126
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #121


Alles hat seine Zeit! aber Lernen Lernen und nochmals Lernen bleibt!!!




Ich bin kein Lenin Fan, aber wenn er recht hat, hat er recht.

Ansonsten habe ich regelmäßig Bedenken, Situationen, die Jahrzehnte zurückliegen, nur mit dem Wissen von heute zu beurteilen (wer hätte gedacht ...).

Gruss Wolfgang



Oh ja,ich wollte das nicht mit dem Wissen von heute beurteilen,aber es war ein riesen Gaudi auf dem Schulhof,wenn der Staatsbuergerkunde Lehrer "Aufsicht"hatte sich englisch zu unterhalten,russisch konnte der ja.
Die Musiktexte,also international... egal wie gut oder schlecht konnte man auch besser verstehn.
Nicht zuletzt gabs auch Maschinentechnik z.B aus Grossbritabnien inne DDR und Monteure auf Besuch,also wejens Aufbau,Innbetriebnahme etc und dann ists schon ok wenn der kleine DDR Techniker sich verstaendigen kann.....

Jojo Gruessli BO


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#130

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:02
von diefenbaker | 585 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #127


Schon mal Gedanken gemacht,wie jahrzehntelang Handelsschiffe der DDR rund um den Erdball fuhren?
Klar doch,mit einer Schiffsführung die sich mehrsprachlich verständigen konnte.
Alle Diplomaten der DDR waren sprachlich hervorragend ausgebildet und beherrschten mehrere Sprachen und Dialekte.
Hindi,Urdu,Arabisch,Chinesisch u.v.m.

seaman




Wird ja richtig lebhaft heute abend.

Ich habe, was westliche Fremdsprachen betrifft, ja auch nur von "kurz halten" geschrieben und diese Politik scheint sich über die Jahre verändert zu haben.

Die richtig gute Sprachausbildung, die Du hier am Beispiel der Diplomaten anführst, hat aber erst nach einer erfolgreichen Vorauswahl eingesetzt und war nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Ich habe mit einem "gelernten" DDR-Diplomaten nach der Wende zusammengearbeit, der hat mir erzählt wie, wann und wo er spanisch gelernt hat, weil er für Lateinamerika vorgesehen war.

Gruss Wolfgang



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#131

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:04
von Pzella 82 | 356 Beiträge

..tja, @Dore so hat eben jeder die DDR ein klein wenig anders erlebt, je nach Region.
An unserer POS lag der fakultative Englischunterricht immer in der 7. oder 8. Stunde, je nachdem, wie lang der reguläre Unterricht ging.
Kalkül oder ein Ausschlussverfahren per se dahinter vermute ich auch nicht.

Mein Beweggrund (viele Kumpels sprangen nach der ersten Englischstunde wieder ab) bei der Stange zu bleiben war ganz banal.
Ick wollte wissen, ob das "ganze yeah yeah yeah und wie das alles heißt" wirklich so monoton (nicht nur musikalisch, sondern besonders textlich) war, wie von unserem ersten Staatsratsvorsitzenden dargestellt....

Damals ging ick natürlich nicht davon aus, dass mir der Englischunterricht an der POS mal bei einer Urlaubsreise auf dem Territorium der USA von Nutzen sein würde.

Wie sage ich als Atheist immer: Die Wege des Herrn sind unergründlich.....

Mit besten Grüßen
Pzella 82


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
zuletzt bearbeitet 06.02.2014 22:47 | nach oben springen

#132

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:07
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #130
Zitat von seaman im Beitrag #127


Schon mal Gedanken gemacht,wie jahrzehntelang Handelsschiffe der DDR rund um den Erdball fuhren?
Klar doch,mit einer Schiffsführung die sich mehrsprachlich verständigen konnte.
Alle Diplomaten der DDR waren sprachlich hervorragend ausgebildet und beherrschten mehrere Sprachen und Dialekte.
Hindi,Urdu,Arabisch,Chinesisch u.v.m.

seaman




Wird ja richtig lebhaft heute abend.

Ich habe, was westliche Fremdsprachen betrifft, ja auch nur von "kurz halten" geschrieben und diese Politik scheint sich über die Jahre verändert zu haben.

Die richtig gute Sprachausbildung, die Du hier am Beispiel der Diplomaten anführst, hat aber erst nach einer erfolgreichen Vorauswahl eingesetzt und war nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Ich habe mit einem "gelernten" DDR-Diplomaten nach der Wende zusammengearbeit, der hat mir erzählt wie, wann und wo er spanisch gelernt hat, weil er für Lateinamerika vorgesehen war.

Gruss Wolfgang



Das AA (Auswärtige Amt) trifft/traf auch eine Auswahl und bildet dann weiter aus,auch Sprachen..
Denke auch nicht,dass ein kostenintensives Sprachprogramm in exotischen Sprachen, staatlich gefördert, an die Allgemeinheit vermittelt werden muss.

seaman


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#133

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:12
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #121
Alles hat seine Zeit! aber Lernen Lernen und nochmals Lernen bleibt!!!
Zitat von diefenbaker im Beitrag #126
Ich bin kein Lenin Fan, aber wenn er recht hat, hat er recht.

Ach von Lenin ist dös? Na ich hätte jetzt spontan mal 'ne andre Quelle angegeben, man wenn mir das damls im Stabü rausgerutscht wäre ...
http://youtu.be/MuWOW0vkBQA


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#134

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:16
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Abend,

Etwas weiter vorn habe ich über DDR-Bücher für English geschrieben. Hier ein Zitat aus einem Lehrbuch für Erwachsene von Patrick Plant:

«Künert: What special interests did you have outside your studies?
Morris: My main interests were cultural and political. I was a member of a number of students’ clubs or societies—the Film Club, Jazz Club, English Society, and so on. I also played cricket and tennis occasionally. After 1959 most of my spare time was taken up with work for the student branch of the Communist Party.
[...]
Morris: I’m deputy headmaster of a comprehensive school in Coventry.
Künert: Is your wife a teacher, too?
Morris: Yes, she is. She teaches French and German at the same school. We got married in 1963 and spent our honeymoon in Dresden, by the way.
[...]

P M Plant. Everyday English. VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig, 1983, 8th edition, p. 45

Leitmotiv : Gäste aus England (Mr Morris) in der DDR (Herr Künert )

Stringer49

Zugefügt 2014-2-6:
Nach einer Bitte, Übersetzung durch Google (Ich habe versucht es zu korrigieren. Die deutschen Leser sollten nachsichtig sein):

«Kunert: Welche besonderen Interessen haben Sie außerhalb Ihres Studiums haben?
Morris: Meine Hauptinteressen waren kulturell und politisch. Ich war Mitglied einer Reihe von Studenten-Vereine oder Gesellschaften, die Film-Club, Jazz Club, Englisch-Gesellschaft, und so weiter. Ich spielte auch Cricket und Tennis gelegentlich. Nachdem 1959 habe ich die meisten meiner Freizeit mit der Arbeit für die Schüler Zweig der Kommunistischen Partei übernommen.
[...]
Morris: Ich bin stellvertretender Schulleiter einer Gesamtschule in Coventry.
Kunert: Ist Ihre Frau auch ein Lehrer, auch?
Morris: Ja, das ist sie. Sie unterrichtet Deutsch und Französisch an der gleichen Schule. Wir haben uns im Jahr 1963 verheiratet und haben unsere Flitterwochen in Dresden verbracht, nach dem Weg.»

Die Übersetzung ist sehr lustig, denn Google ist eine amerikanische Firma und man sollte dort minimal English sprechen...


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 06.02.2014 12:44 | nach oben springen

#135

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:28
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #132
Zitat von diefenbaker im Beitrag #130
Zitat von seaman im Beitrag #127


Schon mal Gedanken gemacht,wie jahrzehntelang Handelsschiffe der DDR rund um den Erdball fuhren? Klar doch,mit einer Schiffsführung die sich mehrsprachlich verständigen konnte. Alle Diplomaten der DDR waren sprachlich hervorragend ausgebildet und beherrschten mehrere Sprachen und Dialekte. Hindi,Urdu,Arabisch,Chinesisch u.v.m. seaman

Wird ja richtig lebhaft heute abend.
Ich habe, was westliche Fremdsprachen betrifft, ja auch nur von "kurz halten" geschrieben und diese Politik scheint sich über die Jahre verändert zu haben. Die richtig gute Sprachausbildung, die Du hier am Beispiel der Diplomaten anführst, hat aber erst nach einer erfolgreichen Vorauswahl eingesetzt und war nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Ich habe mit einem "gelernten" DDR-Diplomaten nach der Wende zusammengearbeit, der hat mir erzählt wie, wann und wo er spanisch gelernt hat, weil er für Lateinamerika vorgesehen war.
Gruss Wolfgang


Das AA (Auswärtige Amt) trifft/traf auch eine Auswahl und bildet dann weiter aus,auch Sprachen..
Denke auch nicht,dass ein kostenintensives Sprachprogramm in exotischen Sprachen, staatlich gefördert, an die Allgemeinheit vermittelt werden muss.
seaman


Die ehem. Sprachenschule der NVA in Naumburg wird heute übrigens von der Bundeswehr betrieben. Scheint also nicht schlecht gewesen zu sein. An diese Schule werden auch gern Angehörige anderer Ministerien zur Ausbildung geschickt. Die Sprachenausbildung der BuWe für Auslandseinsätze (keine Kampfeinsätze) ist wirklich eine Klasse für sich.


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#136

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:42
von Gelöschtes Mitglied
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Wen ich mich recht erinnere gab es doch im DDR-Fernsehn : englisch für you! Oder?
Grüsse steffen52


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#137

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:45
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von steffen52 im Beitrag #136
Wen ich mich recht erinnere gab es doch im DDR-Fernsehn : englisch für you! Oder?
Grüsse steffen52



Yes Sir...und nicht nur in der DDR oder ex DDR jibbet heute noch
War eben nicht allett schlecht...

Gruss BO


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#138

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:45
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von steffen52 im Beitrag #136
Wen ich mich recht erinnere gab es doch im DDR-Fernsehn : englisch für you! Oder?
Grüsse steffen52


Ja. Und hier gibt es ein Schnipsel davon Englischuntericht unter Ulbricht verboten? (3)

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 05.02.2014 21:45 | nach oben springen

#139

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:49
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von diefenbaker im Beitrag #113
Vielleicht passt auch das Sorbische zum Thema, das ich so interpretiere: Neben dem befohlenen, aber ungeliebtem Russisch mussten westliche Fremdsprachen klein gehalten werden.

Die für meine Begriffe etwas Überbetonung der sorbischen Nationalität in der DDR hatte auch etwas mit Anbiederung an den großen Bruder zu tun. Sieh her, auch die DDR hat ihre slawischen Wurzeln, wir sind also fast Blutsbrüder.

Heute ist das Sorbische praktisch dabei, sich auf Folklore zu reduzieren, auch wenn das einige hier nicht gerne hören mögen. Von den Teilnehmern an Brauchtumsveranstaltungen mit Trachten usw. beherrscht von der jüngeren und mittleren Generation kaum noch einer die Sprache. Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Identität ohne Sprache erhalten bleiben soll.


Insofern ist das mit der dänishen Minderheit nicht vergleichbar, weil die dänishe Sprache ja in jedem Fall in Dänemark weiterlebt.

Gruss Wolfgang



Na klar, wenn das nun alles schon bei Euch Folklore ist!



Dazu werden noch heute schöne Karten angeboten und auch verschickt.




Reiner

Quelle: Fotos und Postkarten aus dem Familienarchiv


ACRITER ET FIDELITER


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#140

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 21:50
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #101
Die Sorben sind so etwas wie die Indianer Deutschland.
So ne Art Folkloretruppe.

Selbst die Sorben sprechen kaum sorbisch,auf MDR kommen manchmal Sendungen auf sorbisch. So ne Art russisch auf sächsisch. nur grausam.
Die jungen Sorben wollen ganz normale Deutsche sein, keine Schaufensterpuppen.


Ich werde nun dazu nichts mehr schreiben, schon gar nicht wenn die sorbische Bevölkerung hier als "Indianer von Deutschland" bezeichnet werden dürfen.

Reiner


ACRITER ET FIDELITER


seaman und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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