#81

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 15:42
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #80
Sorry, Beitrag war in einem anderen Thema gelandet.


Vielleicht mal ein Versuch der Richtigstellung bezüglich des Ausschlusses von einer zweiten Fremdsprache.

An der POS, 1. bis 10. Klasse, war eine Fremdsprache Pflichtfach und das war, man staune: Russisch! In der Regel wurde ab 5. Klasse Russisch gelehrt.
Ab der 7. Klasse hatte man an der POS! die Möglichkeit eine zweite Fremdsprache zu erlernen, allerdings und das ist Entscheidend: Fakultativ, also 'freiwillig'! und beileibe kein Pflichtfach.


Ob es für den fakultativen Fremdsprachenunterricht an der POS zentrale Vorgaben existierten entzieht sich meiner Kenntnis.
Jedenfalls war es bei mir an der Schule so das interessierte Schüler der siebenten Jahrgangsstufe in Russisch mindestens eine 3 haben müßten um die Bewilligung zum erlernen einer weiteren Fremdsprache zu bekommen. Bei uns wurde das sogar noch auf ein; mindest eine 3 in Deutsch erweitert.
Im Rückblick macht das, mal allen ideologischen Parteikram außen vor lassend, durchaus Sinn.

Wenn ein 12/13 jähriger Schüler bereits mit dem erlernen EINER Fremdsprache erhebliche Schwierigkeiten hat, ebenso in Deutsch, was soll das mit der zweiten Fremdsprache dann werden?
Zumal damals das erlernen einer Fremdsprache vornehmlich im Vokabelpauken und einer fehlerfreien Grammatik bestand.

In der EOS und in der Berufsausbildung mit Abitur war die zweite Fremdsprache allerdings Pflicht. Wobei man als Schüler meisten nicht aussuchen konnte welche Sprache als Zweite genommen wird, sondern es mußte das Angebot der Schule wahrgenommen werden.

Gruß
Nostalgiker

PS.: bei mir trifft das mit der POS auf Anfang der sechziger Jahre zu ....


Also bei mir in den siebziger Jahren war in Sachsen ab der 7. Klasse die zweite Fremdsprache PFLICHT. Egal was der Schüler für Leistungen brachte. Wir hatten die Wahl zwischen Französisch und Englisch.
Kurios war es in den vorgedruckten Zeugnisheften, da stand immer neben den beiden Fremdsprachen "Fakultativ".

Eventuell haben sich wohl einige Schulen dazu verpflichtet eine zweite Fremdsprache als Pflichtfach zu lehren. Das habe ich einmal später auf einem Klassentreffen gehört, muss allerdings nicht stimmen. Bei uns war aber in dieser Zeit eine zweite Fremdsprache ab der 7. Klasse Pflicht.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#82

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 15:51
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Mit der Zeit, 70er Jahre kommt bei mir auch so hin. Im Zeugnisheft war fakultativ vorgegeben, stimmt, aber das läßt sich ja auch durchstreichen wenn es nicht zutrifft. Ich muss mich wohl doch einmal auf die Suche nach meinem Zeugnisheft machen.


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#83

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 16:06
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Also @der glatte ich möchte ja nicht pingelig erscheinen aber wenn Du schreibst "bei mir in den siebziger Jahren war in Sachsen " wünschte ich mir doch eine etwas nähere Ortsbestimmung. Zerfiel doch Sachsen ab 1952 in drei kleine, separate "Staaten; genannt Bezirk Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt ......

Bei mir, im Staate 'Bezirk Leipzig' war es so wie von mir beschrieben.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#84

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 16:11
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #83
Also @der glatte ich möchte ja nicht pingelig erscheinen aber wenn Du schreibst "bei mir in den siebziger Jahren war in Sachsen " wünschte ich mir doch eine etwas nähere Ortsbestimmung. Zerfiel doch Sachsen ab 1952 in drei kleine, separate "Staaten; genannt Bezirk Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt ......

Bei mir, im Staate 'Bezirk Leipzig' war es so wie von mir beschrieben.

Gruß
Nostalgiker


SORRY, also Bezirk Dresden, Kreis Meißen, 2. POS Meißen (Triebischtalschule)

Ich war dort von 1968-1978.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#85

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 16:13
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Allet kar!


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#86

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 16:22
von schulzi | 1.764 Beiträge

Französichunterricht wurde in Leipzig zwar gegeben aus meiner Klasse besuchte eine Klassenkameradin diesen aber sie musste dafür in die 50. POS da in der 49.POS nur Englich gelehrt wurde ,mir persönlich war auch Griechischuntericht bekannt betraff meines wissens aber nur Exilgriechen die in der DDR lebten


zuletzt bearbeitet 04.02.2014 16:28 | nach oben springen

#87

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 20:08
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #78

[...]
Für Englisch empfiehlt sich der südliche Teil von England, weil dort die lokale Sprache der hochsprachlichen "Received Pronunciation" sehr ähnlich ist.
Für Französische würde ich die Gegend von Tours oder aber auch Neuchatel bis Genf empfehlen. Für Deutsch Hannover/Göttingen am ehesten zu empfehlen. [...]
Theo


(Warnung ! Nur für Sprachen-Passionnierte)

Guten Tag, Eisenringtheo,

Selbst Engländer ( und für diese wird es eigentlich gedruckt ! ) schauen in eine English Pronouncing Dictionnary. Ich habe noch immer dieses Buch ursprûnglich von Daniel Jones, dann von Gimson bearbeitet.

Gimson schreibt das im Vorwort: « The type of speech (Received Pronunciation—D R Stringer)) he had in mind had for centuries been regarded as a kind of standard, having its base in the educated pronunciation of London and the Home Counties. Its use was not restricted to this region, however, being characteristic by the nineteenth century of upper-class speech throughout the country. Thus, though its base was a regional one, its occurrence was socially determined. ... Such a definition of RP is hardly tenable today. Its regional base remains valid and it continues to have wide intelligibility throughout Britain (in a way that other regional forms do not)—one of the reasons why this type of pronunciation was originally adopted by the BBC for use by its news-readers. But in recent times, and especially in the last thirty years, the structure of British society has lost much of its earlier rigidity, so that it has become less easy to define a social class and, consequently, to correlate a certain type of pronunciation exclusively with one section of society. Because the whole population has, for nearly half a century, been exposed through broadcasting to RP in a way that was never the case before, it can safely be assumed that a much greater number of speakers, in more extensive layers of society, use RP or a style of pronunciation closely approximating to it. The result has been a certain dilution of the original concept of RP, a number of local variants formerly excluded by the definition having now to be admitted as of common and acceptable usage. Such an extended scope of usage is difficult to define. A specification in terms of a public boarding-school education is no longer valid, if only because the young are often influenced nowadays by other prestigious accents, e.g. Cockney or Mid-Atlantic... » (14th edition 1977, J M Dent & Sons Ltd, London, pp. X—XI )

Mein französischer Universitätslehrer meinte, dass das im Anjou gesprochene Französisch das wohl beste Französisch sei. Er hat uns immer trainiert - die Formung der Konsonanten und die gute Unterscheidung von Vokalen. Die Grammatik und die Orthographie sind aber einheitlich, ist also eine Frage der Aussprache. Welche ist die Beste ? Ich weiss es nicht.

Lokale Wörter gibt es überall - auch im besten Französisch des Anjou : « L'temp s'abernodit va y avoièr ein' r'napée !» ( Das Programm zur Übersetzung wird streiken... )

Just for fun.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#88

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 20:17
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #87
( Das Programm zur Übersetzung wird streiken... )

Uff gut sächsich, dem bevorzugten Dialekt Ulbrichts ... Nus wärd glei reesch'nen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.02.2014 20:17 | nach oben springen

#89

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 20:28
von Vogtländer (gelöscht)
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Also im Bezirk Dresden war in den 80-ern in Heidenau ab der 7.Klasse eine 2. Fremdsprache nicht Pflicht,nur fakultativ!
Auch bei mir in Berlin wars fakultativ.
Wobei es nicht heißt,das es an andren Schulen anders war!
Bereut hab ich es jedenfalls nicht,Englisch gelernt zu haben,auch wenn es mich damals oft geärgert hat,das andre Klassenkameraden schon Schulfrei hatten und ich noch in der 7. Stunde in der Penne saß.


zuletzt bearbeitet 04.02.2014 20:30 | nach oben springen

#90

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 20:30
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #88
Zitat von Stringer49 im Beitrag #87
( Das Programm zur Übersetzung wird streiken... )

Uff gut sächsich, dem bevorzugten Dialekt Ulbrichts ... Nus wärd glei reesch'nen.


Danke, Du hast gewonnen.Ich verstehe nicht alles, mein Kopf streikt : Nun werde / wird ... gleich ...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#91

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 20:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Nun, es wird gleich regnen ... ich bringe mal die babelfisch-Resultate für die (laut diesem Thread) an der POS/EOS unterrichteten Sprachen:
französisch ... Eh bien, il va pleuvoir aussi
englisch ... Well, it will rain equally
russisch ... Ну, это будет дождь одинаково
spanisch ... Bueno, va a llover igual
portugisisch (?) ... Bem, vai chover igualmente
polnisch ... Cóż, tak samo będzie padać

Aber eine Sprache fehlt noch, naja war ja auch keine Fremdsprache und die gabs dann auch ab Klasse 1 ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#92

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 21:13
von Fritze (gelöscht)
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Soldat : "Hauptmann dahinne kummen Drubben ! "

Hauptmann : " Was für Truppen ? "

Soldat : "Rääschndrubben "


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#93

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 23:49
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von prignitzer im Beitrag #12
Also ich war im Schuljahr 1963/64 in der 7. Klasse und habe ab da am fakultativen Englischunterricht teilgenommen. Ab September 1965 war ich dann an der EOS und da war Englisch als zweite Fremdsprache neben Russisch Pflicht im meiner Klasse. Da jedenfalls war Ulbricht noch an der Macht.

Gruß prignitzer


Bestätigt.....

Gruss BO


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#94

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 04.02.2014 23:51
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #91
Nun, es wird gleich regnen ... ich bringe mal die babelfisch-Resultate für die (laut diesem Thread) an der POS/EOS unterrichteten Sprachen:
französisch ... Eh bien, il va pleuvoir aussi
englisch ... Well, it will rain equally
russisch ... Ну, это будет дождь одинаково
spanisch ... Bueno, va a llover igual
portugisisch (?) ... Bem, vai chover igualmente
polnisch ... Cóż, tak samo będzie padać

Aber eine Sprache fehlt noch, naja war ja auch keine Fremdsprache und die gabs dann auch ab Klasse 1 ...




Nabend 94 neuntsch...

lass mich raten ESPERANTO gabs auch noch

Gruss BO


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#95

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 01:14
von seaman | 3.487 Beiträge

Deutsch!

seaman


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#96

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 10:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Na auf die Antwort habsch gewartet, doch nun mal Ernst beiseite. Und Esperanto meinte ich auch nicht, obwohl es 1949 noch in der SBZ verboten wurde. Erst 1965 fand sich dann unter dem Dach des Kulturbundes der 'Zentralen Arbeitskreis Esperanto' zusammen. Nein, ich bin nur bissel erstaunt, das die zweite Amtssprache der DDR, auch im Artikel 40 ihrer Verfassung beschrieben, bislang fast keine Erwähnung in diesem Thread fanden ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#97

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 10:35
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #96
Na auf die Antwort habsch gewartet, doch nun mal Ernst beiseite. Und Esperanto meinte ich auch nicht, obwohl es 1949 noch in der SBZ verboten wurde. Erst 1965 fand sich dann unter dem Dach des Kulturbundes der 'Zentralen Arbeitskreis Esperanto' zusammen. Nein, ich bin nur bissel erstaunt, das die zweite Amtssprache der DDR, auch im Artikel 40 ihrer Verfassung beschrieben, bislang fast keine Erwähnung in diesem Thread fanden ...


Ach so,Sorbisch!


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.02.2014 11:14 | nach oben springen

#98

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 13:27
von Sperrbrecher | 1.662 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #3
Wenn ich folgenden Artikel richtig interpretiere, war genau das Gegenteil der Fall - Ulbricht machte den Weg frei für den Englischunterricht:

[i]Der Fremdsprachenunterricht in Deutschland nach 1945 stand unter dem Einfluss der Besatzungsmächte England, Amerika, Frankreich, Russland. In den Westzonen wurden Englisch und Französisch schnell selbstverständlich. In der russisch besetzten Zone, ab 1949 DDR, begann man zunächst nur mit Russisch.

Als der Russischunterricht eingeführt werden sollte/eingeführt wurde, bekam meine Mutter erhebliche Schwierigkeiten, weil sie sich bei einem Elternabend darüber ausließ, dass sie den Englischunterricht für sinnvoller halten würde.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#99

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 14:03
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #79
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #78
Zitat von Eisenacher im Beitrag #68
Die beste Methode eine Sprache zu lernen, ist und bleibt der Aufenthalt in einem anderen Land. Wenn man ins kalte Wasser geworfen wird und auf eine Sprache angewiesen ist, geht es am effektivsten. In allen Sprachschulen lernt man nur die Grundlagen, die aber mit der lebendigen Sprache selten kongruent gehen. 4Wochen im Ausland ersetzen 1Jahr Sprachunterricht, das sind jedenfalls meine Erfahrungen.



Jede Sprache hat viele Dialekte, so dass sich die Leute untereinander manchmal nicht verstehen. Deshalb gibt es meist eine "Hochsprache", die man an der Schule lernt, die an Radio, TV, Film gesprochen wird. Sie ist etwas künstlich, soll aber die Verständigung ermöglichen, und ohne sie kommt man nicht sehr weit. Solche "Hochsprachen" gibt es bei allen Weltsprachen, diese lehrt man als Fremdsprachen. Richtige Übung erlangt man aber nur, wenn man die Sprache auch im Sprachgebiet benutzen kann. Bis man die Gespräche der Einheimischen untereinander versteht, dauert es aber etwas, vor allem wenn sie ausgeprägte Dialekte benutzen.
Besucht man eine Sprachschule im Ausland, tut man gut daran, dorthin zu gehen, wo der lokale Dialekt ziemlich ähnlich ist wie die Hochsprache. Für Englisch empfiehlt sich der südliche Teil von England, weil dort die lokale Sprache der hochsprachlichen "Received Pronunciation" sehr ähnlich ist. Für Französische würde ich die Gegend von Tours oder aber auch Neuchatel bis Genf empfehlen. Für Deutsch Hannover/Göttingen am ehesten zu empfehlen. Für Spanisch geht man nach Madrid. Und für Italienisch nach Florenz.
Theo


Oh, da sind die RÖMER aber ganz anderer Meinung.

Wie ist das denn bei Euch in der Schweiz? Wo erlernt man am Besten Rätoromanisch?

Hier in Deutschland ist das ja auch so eine Sache mit den Sprachen. ich denke da schon einmal an die beiden Versionen vom Sorbisch und dann noch die Dialekte.

Gruß Reiner



Nur zur Info, die Sprache Sorbisch wurde schon erwähnt. Aber auch Sorbisch ist nicht gleich Sorbisch, da gibt es gewaltige Unterschiede zwischen Bautzen und Cottbus.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#100

RE: Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

in Leben in der DDR 05.02.2014 14:17
von der glatte | 1.356 Beiträge

Noch etwas am Rande über Sorbisch in Deutschland.

Die Sorben
Manch einem wundert es schon wenn er plötzlich in Deutschland zweisprachigen Orts- und Straßenschildern begegnet. Auch an den verschiedensten Geschäften kann man dann neben „Backwaren“ noch „pječwo“, oder „Obst und Gemüse“ und daneben „Sad a zelenina“ lesen. Was viele mit Staunen bemerken, dass ist für die Menschen in der Nieder- und Oberlausitz schon lange Alltag. Hier im Südosten von Deutschland im Land Brandenburg und dem Freistaat Sachsen, ist seit Jahrhunderten die Heimat eines westslawisches Volkes den Sorben, welche in Deutschland als nationale Minderheit anerkannt sind. In der ehemaligen DDR war die sorbische Bevölkerung auch schon als nationale Minderheit anerkannt, dieses hatte man sogar in der Verfassung der DDR, Artikel 40 festgeschrieben. Im Einigungsvertrag wurde die Eigenständigkeit der sorbischen Menschen ebenfalls berücksichtigt. Seit 1842 besitzen die Sorben eine Flagge in den Farben (Blau, Rot, Weiß) und mit dem Lied „Rjana Łužica“ („Schöne Lausitz“), eine eigene Hymne.

Die Lausitz ist zweisprachig
Nicht nur die eigene sorbische Sprache wurde hier über Jahrhunderte bewahrt und gelehrt, sondern auch viele alte Traditionen und Bräuche blieben in den Regionen erhalten und jedem wird wohl das traditionelle sorbische Osterreiten ein Begriff sein. Münzen und Medaillen haben im sorbischen Brauchtum und Kleidung schon immer eine große Rolle gespielt und es entstanden dann über die Jahre hinweg Schmuckstücke, welche man heute durchaus als historische Quelle bezeichnen kann. Münzen oder Medaillen galten auch hier schon immer als Vermittler des Glaubens, als Schmuckstück, Patengabe oder als Amulett und Talisman. Sie galten als wichtiges Mittel in der Volksmedizin und waren über lange Zeiten ein Bestandteil des Totenkultes. Vieles hat sich bis heute bewahrt und so kann man noch heute auf einer zünftig gefeierten Sorbischen Hochzeit, die prächtige Münzschnur bewundern, welche zum typischen Schmuck von Brautjungfer und Braut zählt. ...

Hier einmal ein sorbisches Sprichwort. „Štóž je pomałku do pjenjez přišoł, je sebi waži.“ / „Wer langsam zu Geld gekommen ist, schätzt es.“


Viele wissen gar nichts von der sorbischen Bevölkerung im Osten von Deutschland und wundern sich erst recht, wenn sie dann zweisprachige Ortsschilder sehen.

Gruß Reiner

Quelle: "Münzschnur, Schreckpfennig und Charonmünze" von numiscontrol


ACRITER ET FIDELITER


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