#281

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 09:50
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Paula im Beitrag #266
diese Hälfte meiner Antwort wurde nicht gesendet.

Ich füge hinzu, das dieses Land eine schwarze und weiße Bevölkerung hatte und diverse Mischlinge. Mit der Politik dort konnte ich mich nicht arrangieren, es fiel mir zunehmend schwerer und ich kehrte nach Deutschland zurück und hier fand ich dann ein vereintes Deutschland vor. Von einem Schock zum nächsten :-)



Hallo Paula,

darf ich fragen, um welches Land es sich handelt und was du dort gemacht hast, damit ich die "Schock-Analogie" verstehen kann?
.


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#282

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 10:31
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Der Kommunismus ist der Olymp und da es kein komplettes Volk von Olympiasiegern geben kann, das in seiner Gesamtheit bereit ist, unendliche Strapazen und Anstrengungen auf dem Weg dorthin zu auf sich zu nehmen wird es den Kommunismus in der Fläche ohne vorausgehende Katastrophe nicht mehr geben.
Bleibt nun die Frage des olympischen Gedanken, eben einfach nur dabei gewesen zu sein und sich zu fragen, warum es zum eigenen Sieg nicht gereicht hat, war der Trainer Schuld, betrügende Konkurrenten, schlechtes Timing oder einfach nur die eigene Wellnessmentalität ?
Der Kommunismus setzt voraus, das Leben als Kampf aufzufassen und jemanden zum lebenslangen Kampf zu zwingen, wenn er gar kein Olympiasieger werden möchte, könnte als Verbrechen interpretiert werden, zumal das klar definierte Ziel des Kommunismus wonach sich jeder nach seinen Fähigkeiten einzubringen hat und der Gesamtertrag der Arbeit zur Befriedigung aller materiellen Bedürfnisse ausreichen muß schon ein aberwitziges Ziel ist.
Eben deshalb hat man in der Vorstufe, dem Sozialismus, zunächst die Hürde etwas niedriger gelegt ("Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung") um zu sehen, ob die Summe aller Fähigkeiten unter dem Aspekt steigender Produktivität nicht eventuell sogar für die Befriedigung der Summe aller Bedürfnisse ausreichen würde und genau da fing das Schiff an zu sinken.
Es hätte noch die Möglichkeit gegeben, dem Volk niedrigere Bedürfnisse einzureden, nach dem Motto "Ihr kriegt Brötchen für 5 Pfennig, die Kohlen sind bezahlbar und es ist Frieden...", dann hätte alles wieder gestimmt und es steht heute noch nicht fest, ob wir genau darüber eines Tages noch mal froh wären, im Falle der eingangs erwähnten Katastrophe nämlich.
Sollte die tatsächlich eintreten, es muß ja nicht mal Krieg oder eine dichte Abfolge spektakulärer Naturgewalten sein, viel wahrscheinlicher ist die schleichende Entwertung der eigenen Arbeitskraft, der Spareinlagen u.v.a. an Auswüchse, die ich schon anderswo beschrieben hatte, die das Risiko Kommunismus wieder in eine Chance verwandeln.
Wenn der siechende Patient wirklich am Ende des (unbegrenzten ?) Wachstums seiner Phantomökonomie angekommen ist und auf dem OP- Tisch liegt, ist dann das Skalpell das Werkzeug eines Verbrechers oder eines Retters ?
Wird man dann immer noch den profitorientierten Chirurgen einen humanistischen vorziehen, wird das Vertrauen des Patienten, der wenige Jahre zuvor noch auf dem hohem Roß saß dann immer noch ausreichen ?
Auch wenn der Verdacht, daß allein Untergangspropheten den Kommunismus noch huldigen, er ist als Modell kein Verbrechen sondern eine Versicherung, und wenn wir sie nicht brauchen sollten, umso besser.
Wenn der gepumpte Wohlstand für unsere Generation noch ausreicht und der Versicherungsfall nicht eintritt, dann ist das gut so aber kann man es sich global betrachtet wirklich leisten, auf alternative Denkmodelle verzichten, ist denn wirklich alles in Ordnung ?



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#283

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 11:20
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Inzwischen fliegen ja in dieser Diskussion die Fetzen - jung gegen alt... ich reibe mir die Augen.
Ich bin einer von den "Alten" und im Osten Deutschlands grossgeworden - und vorab:

Ich will die Mauer nicht wiederhaben - definitiv nicht !!
Mich hat auch keiner gefragt, ob ich sie haben will - bei ihrem Bau war ich 7 Jahre alt.

Vom "Westen" hab ich auch später nicht viel mitbekommen - ich bin im "Tal der Ahnungslosen" grossgeworden und hatte keine Westverwandschaft.

Was mir damals, als ich wehrpflichtiger Grenzer wurde, so durch den Kopf ging, hab ich hier schon mal geschrieben:
Ein Sommertag in der Rhön

Das es genug Gründe gab, die DDR zu verlassen, ist mir in den späten 80er Jahren auch klar geworden.

Hier haben wir schon mal über die besten Möglichkeiten herumspekuliert:
Mit dem Wissen von heute: Bester Fluchtweg?

Inzwischen finde ich mich in der kapitalistischen Gesellschaft recht gut zurecht und stehe sozialistischen Experimenten recht skeptisch gegenüber.
Den Kommunismus betrachte ich nicht als Verbrechen - sondern als gescheitertes Experiment, welches den Egoismus im Menschen einfach nicht berücksichtigt hat.

Jene Doku, das Interview mit Margot Honecker, habe ich auch gesehen. Was soll ich zu der Frau noch sagen:
Altersstarrsin, gepaart mit Realitätsverlust. Für sie ist die Zeit einfach stehengeblieben und ausserdem lebt sie fern von Deutschland.
Ich nehm sie nicht wichtig....


Und:
Zu verbessern gibt es immer noch etwas - auch in unserem gemeinsamen Deutschland - packen wir's gemeinsam an !


Gruss Hartmut
ein ewiger, unruhiger Geist...


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zuletzt bearbeitet 20.11.2013 11:39 | nach oben springen

#284

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 11:34
von Gelöschtes Mitglied
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@ Jobnomade
Zu verbessern gibt es immer noch etwas - auch in unserem gemeinsamen Deutschland - packen wir's gemeinsam an !

Darum sage ich mal , diskutieren wir als Normalos _ Ehemalige DDR -Bürger -, aus unserer Sicht wie es damals war. Wir wollen niemanden unsere Meinung aufzwingen und lassen uns keine Verherrlichung des ehemaligen Systems gefallen .ratata


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#285

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 11:38
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #284
@ Jobnomade
Zu verbessern gibt es immer noch etwas - auch in unserem gemeinsamen Deutschland - packen wir's gemeinsam an !

Darum sage ich mal , diskutieren wir als Normalos _ Ehemalige DDR -Bürger -, aus unserer Sicht wie es damals war. Wir wollen niemanden unsere Meinung aufzwingen und lassen uns keine Verherrlichung des ehemaligen Systems gefallen .ratata
...und auch kein Schlechtreden. DH.



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#286

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 11:54
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #282
Der Kommunismus ist der Olymp und da es kein komplettes Volk von Olympiasiegern geben kann, das in seiner Gesamtheit bereit ist, unendliche Strapazen und Anstrengungen auf dem Weg dorthin zu auf sich zu nehmen wird es den Kommunismus in der Fläche ohne vorausgehende Katastrophe nicht mehr geben.
Bleibt nun die Frage des olympischen Gedanken, eben einfach nur dabei gewesen zu sein und sich zu fragen, warum es zum eigenen Sieg nicht gereicht hat, war der Trainer Schuld, betrügende Konkurrenten, schlechtes Timing oder einfach nur die eigene Wellnessmentalität ?
Der Kommunismus setzt voraus, das Leben als Kampf aufzufassen und jemanden zum lebenslangen Kampf zu zwingen, wenn er gar kein Olympiasieger werden möchte, könnte als Verbrechen interpretiert werden, zumal das klar definierte Ziel des Kommunismus wonach sich jeder nach seinen Fähigkeiten einzubringen hat und der Gesamtertrag der Arbeit zur Befriedigung aller materiellen Bedürfnisse ausreichen muß schon ein aberwitziges Ziel ist.
Eben deshalb hat man in der Vorstufe, dem Sozialismus, zunächst die Hürde etwas niedriger gelegt ("Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung") um zu sehen, ob die Summe aller Fähigkeiten unter dem Aspekt steigender Produktivität nicht eventuell sogar für die Befriedigung der Summe aller Bedürfnisse ausreichen würde und genau da fing das Schiff an zu sinken.
Es hätte noch die Möglichkeit gegeben, dem Volk niedrigere Bedürfnisse einzureden, nach dem Motto "Ihr kriegt Brötchen für 5 Pfennig, die Kohlen sind bezahlbar und es ist Frieden...", dann hätte alles wieder gestimmt und es steht heute noch nicht fest, ob wir genau darüber eines Tages noch mal froh wären, im Falle der eingangs erwähnten Katastrophe nämlich.
Sollte die tatsächlich eintreten, es muß ja nicht mal Krieg oder eine dichte Abfolge spektakulärer Naturgewalten sein, viel wahrscheinlicher ist die schleichende Entwertung der eigenen Arbeitskraft, der Spareinlagen u.v.a. an Auswüchse, die ich schon anderswo beschrieben hatte, die das Risiko Kommunismus wieder in eine Chance verwandeln.
Wenn der siechende Patient wirklich am Ende des (unbegrenzten ?) Wachstums seiner Phantomökonomie angekommen ist und auf dem OP- Tisch liegt, ist dann das Skalpell das Werkzeug eines Verbrechers oder eines Retters ?
Wird man dann immer noch den profitorientierten Chirurgen einen humanistischen vorziehen, wird das Vertrauen des Patienten, der wenige Jahre zuvor noch auf dem hohem Roß saß dann immer noch ausreichen ?
Auch wenn der Verdacht, daß allein Untergangspropheten den Kommunismus noch huldigen, er ist als Modell kein Verbrechen sondern eine Versicherung, und wenn wir sie nicht brauchen sollten, umso besser.
Wenn der gepumpte Wohlstand für unsere Generation noch ausreicht und der Versicherungsfall nicht eintritt, dann ist das gut so aber kann man es sich global betrachtet wirklich leisten, auf alternative Denkmodelle verzichten, ist denn wirklich alles in Ordnung ?




Hackel,
Du bist wirklich genial in Deinen fundierten Analysen....
Du weisst ja: "Hackel for President"
Ich setze mal noch eins drauf, einen originellen, nachdenkenswerten Spruch, den ich kürzlich gelesen habe:

"Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird stehen: Zuviel war nicht genug."
(Volker Pispers)

Gruss Hartmut


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#287

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 12:14
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #283
....


.....

Und:
Zu verbessern gibt es immer noch etwas - auch in unserem gemeinsamen Deutschland - packen wir's gemeinsam an !


Gruss Hartmut
ein ewiger, unruhiger Geist...







Das Zupacken unter fremder Flagge ist leider nicht mehr ganz so beherzt und entschlossen wie es meinerseits in einer fortgesetzten DDR gewesen wäre, sei es im politischen Ehrenamt, im Jugendobjekt oder der aktiven Mitarbeit im Angelvereinsvorstand.
Alles wäre auch heute noch möglich, scheitert aber neben der zeitlichen Enge und auswärtigen Berufstätigkeit daran, daß man inzwischen auf eine ökonomische Kennziffer reduziert wurde, die jegliches Engagement über das absolut notwendige hinaus erstickt.
Aber möglicherweise ist der mitdenkende Zeitgenosse mit seinen Schlußfolgerungen über das bestehende System außerhalb seiner vertraglichen Verpflichtungen als Arbeitnehmer, Vermieter oder Vereinsmitglied gar nicht mehr gefragt, weil diese überwiegend pessimistischen Schlußfolgerungen dem gemeinsamen Deutschland gar nicht mehr nützen, dazu mal ein Beispiel.
In einem gemeinsamen Kraftakt soll der Bahnhof meiner ehemaligen Kreisstadt vor dem Verfall gerettet werden und man sucht Interessenten, die Genossenschaftsanteile erwerben wobei im Moment die Lücke um die 350.000 Euro beträgt, mehr als von den Initiatoren erwartet.
Erst wenn jemand diese Lücke füllt, würden die Fördergelder, ca. 1,2 Mio. fließen und das verammelte Bahnsteiggebäude könnte durch eine Sanierung ein Schmuckstück in Luthers Geburtsstadt werden.
Mittels Beleihung eigener Immobilien und der vorhandenen Liquidität könnte ich allein diese Lücke schließen, tue es aber nicht, weil die langfristigen Perspektiven meiner Heimat einfach nur finster sind, es gibt schlichtweg keine Kunden für eine sinnvolle Bewirtschaftung eines solchen Objektes, wenngleich mir persönlich der Verfall des bahngeschichtsträchtigen Gebäudes sehr weh tun würde.
Aber auch etwas anderes spukt mir im Hinterkopf herum und das ist der politische Apparat meiner Heimatregion, der nicht die Größe hat einzugestehen, daß die Probleme überhand nehmen und zumindest die ökonomischen Strukturen im Südharzkreis desolater sind als zu Zeiten der DDR.
Ich schrieb in einem anderen Thread (BILD- Prognose der DDR für 2013) von einer Legionärskultur, die den Sozialismus in der DDR möglicherweise hätte retten können und wenn ich als ein solcher Legionär, der auswärts das Kapital verdient hätte um es in der dann perspektivreichen (sozialistischen) Heimat so zu investieren, um langfristig dort wieder seßhaft zu werden, so sähe es nicht mehr ganz so finster aus.
Der kleine Kreisstadtbahnhof war zu Vorwendezeiten ein belebter und markanter Ort, in den ich ohne zu zögern investiert hätte, womöglich wären da nicht mal Fördergelder nötig gewesen aber für das von Dir zitierte gemeinsame Deutschland fehlt mir nun mal der Optimismus, wenngleich ich als Steuerzahler und renditeorientierter Investor trotzdem noch dem neuen System diene.
Allein Visionen und Patriotismus haben in diesem Umfeld jegliche Relevanz verloren und ich kann nur hoffen, daß es nicht die Massen erfassen möge und das die zukünftigen Anteilszeichner der Bahnhofgenossenschaft im Gegensatz zu mir die Größe haben, die Arroganz der regionalen und gesamtdeutschen politischen Elite bezüglich ihres Geschichtsbildes zu übergehen.



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#288

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 12:41
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #286
Zitat von Hackel39 im Beitrag #282
Der Kommunismus ist der Olymp und da es kein komplettes Volk von Olympiasiegern geben kann, das in seiner Gesamtheit bereit ist, unendliche Strapazen und Anstrengungen auf dem Weg dorthin zu auf sich zu nehmen wird es den Kommunismus in der Fläche ohne vorausgehende Katastrophe nicht mehr geben.
Bleibt nun die Frage des olympischen Gedanken, eben einfach nur dabei gewesen zu sein und sich zu fragen, warum es zum eigenen Sieg nicht gereicht hat, war der Trainer Schuld, betrügende Konkurrenten, schlechtes Timing oder einfach nur die eigene Wellnessmentalität ?
Der Kommunismus setzt voraus, das Leben als Kampf aufzufassen und jemanden zum lebenslangen Kampf zu zwingen, wenn er gar kein Olympiasieger werden möchte, könnte als Verbrechen interpretiert werden, zumal das klar definierte Ziel des Kommunismus wonach sich jeder nach seinen Fähigkeiten einzubringen hat und der Gesamtertrag der Arbeit zur Befriedigung aller materiellen Bedürfnisse ausreichen muß schon ein aberwitziges Ziel ist.
Eben deshalb hat man in der Vorstufe, dem Sozialismus, zunächst die Hürde etwas niedriger gelegt ("Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung") um zu sehen, ob die Summe aller Fähigkeiten unter dem Aspekt steigender Produktivität nicht eventuell sogar für die Befriedigung der Summe aller Bedürfnisse ausreichen würde und genau da fing das Schiff an zu sinken.
Es hätte noch die Möglichkeit gegeben, dem Volk niedrigere Bedürfnisse einzureden, nach dem Motto "Ihr kriegt Brötchen für 5 Pfennig, die Kohlen sind bezahlbar und es ist Frieden...", dann hätte alles wieder gestimmt und es steht heute noch nicht fest, ob wir genau darüber eines Tages noch mal froh wären, im Falle der eingangs erwähnten Katastrophe nämlich.
Sollte die tatsächlich eintreten, es muß ja nicht mal Krieg oder eine dichte Abfolge spektakulärer Naturgewalten sein, viel wahrscheinlicher ist die schleichende Entwertung der eigenen Arbeitskraft, der Spareinlagen u.v.a. an Auswüchse, die ich schon anderswo beschrieben hatte, die das Risiko Kommunismus wieder in eine Chance verwandeln.
Wenn der siechende Patient wirklich am Ende des (unbegrenzten ?) Wachstums seiner Phantomökonomie angekommen ist und auf dem OP- Tisch liegt, ist dann das Skalpell das Werkzeug eines Verbrechers oder eines Retters ?
Wird man dann immer noch den profitorientierten Chirurgen einen humanistischen vorziehen, wird das Vertrauen des Patienten, der wenige Jahre zuvor noch auf dem hohem Roß saß dann immer noch ausreichen ?
Auch wenn der Verdacht, daß allein Untergangspropheten den Kommunismus noch huldigen, er ist als Modell kein Verbrechen sondern eine Versicherung, und wenn wir sie nicht brauchen sollten, umso besser.
Wenn der gepumpte Wohlstand für unsere Generation noch ausreicht und der Versicherungsfall nicht eintritt, dann ist das gut so aber kann man es sich global betrachtet wirklich leisten, auf alternative Denkmodelle verzichten, ist denn wirklich alles in Ordnung ?




Hackel,
Du bist wirklich genial in Deinen fundierten Analysen....
Du weisst ja: "Hackel for President"
Ich setze mal noch eins drauf, einen originellen, nachdenkenswerten Spruch, den ich kürzlich gelesen habe:

"Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird stehen: Zuviel war nicht genug."
(Volker Pispers)

Gruss Hartmut



Ach laß mal Hartmut, genial ist allein Deine fettgedruckte Kurzfassung meines Beitrags.
Mit "President" spielst Du mir aber gerade einen Steilpaß zu, den ich bezogen auf das Thema gerne aufnehme in der Hoffung, daß wir nicht abdriften.
Der wahre President (Obama) kämpft im Moment um eine historische Gesundheitsreform, die einen umfassenden Wohlstandsschub, vergleichbar mit einem funktionierenden Kommunismus für etliche Millionen Amerikaner bedeuten würde.
Sein Kampf scheint inzwischen so aussichtslos wie die Bemühungen der DKP den Kommunismus im Vorwendewesten installieren zu wollen.
Dieser gesamtgesellschaftliche Lackmustest, inwiefern die Wirtschaftsmacht USA überhaupt noch fähig ist, die elementaren Grundbedürfnisse seines ganzen Volkes auch nur ansatzweise zu befriedigen wird sehr viel zur Thematik "Überlegenheit über den Kommunismus" offenbaren.
Gibt es im US- Volk überhaupt noch die Akzeptanz, die mit der Reform einhergehenden Opfer zu leisten, oder wird es seitens der Initiatoren ein Waterloo ähnlich dem kommunistischen Experiment im Nachkriegs- Ostdeuropa ?
Beides sind doch von der Zielstellung her humanistische Ideen die kreative Gestalter und die Wirtschaft im Rücken brauchen.
Wenn letztere mangels Kraft, Ethik oder Partiotismus die Gefolgschaft verweigert ist das ein weiterer Schritt zurück in die Barbarei, ein Quantensprung im Fäulnisprozeß des kapitalistischen Wertesystems.
Eigentlich ist beides ganz nebenbei konform mit der kommunistischen Lehre von Marx wonach einerseits mit der Verschärfung der Einkommensgegensätze eine Entsolidarisierung der Arbeiterklasse einhergeht und andererseits das kapitalistische Wirtschaftssystem nur noch die Arbeitskraft, nicht aber die Arbeit bewertet und somit alles was wegen der fortschreitenden Automatisierung und Arbeitsteilung (zu Gunsten billiger Produktionsstätten im Ausland) nicht mehr gebraucht wird, einfach sich selbst überlassen wird.
Vom Organisationsvermögen dieser Massen wird abhängig sein, ob der Kommunismus ein Gespenst bleibt oder aktiv in das System eingreift und wenn Obamas demokratischer Lösungsansatz scheitert, dann möchte ich dort kein Präsident mehr sein.



Udo, Damals87 und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.11.2013 13:58 | nach oben springen

#289

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 13:19
von Udo | 1.267 Beiträge

@Hackel39
Sich tief vor Dir verneigend. Udo


Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#290

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 15:09
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #250
Zitat von Paula im Beitrag #247
ich habe auch damals schon so gedacht und ich hege weiß Gott keine Symphatien mit dem damaligen DDR.Regime

Ja, Angela Merkel fand den Weg von Ost nach West........wie auch immer


Da bist Du hier in bester Gesellschaft. Hier hegt auch kaum einer Symphatie fuer die ehemalige DDR


Bitte verallgemeinere nicht, wieder ein Beispiel für Ignoranz.


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#291

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 16:37
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #280
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #277
Zitat von DoreHolm im Beitrag #275

Rot: Stimmt, es gibt welche, die die Grenze wieder haben wollen. Suche sie bei Dir in den alten Bundesländern. Dort findest Du genug von denen.



Komisch.......ehrlich gesagt, mir ist hier noch keiner begegnet, der so einen Spruch gerissen hätte. Dafür sind mir einige Beispiele aus den neuen Bundesländern bekannt.........


Was für eine Meinung willst Du von Menschen erwarten, deren Firma 1990 von einem Westeuropäer, Inder oder sonstwem für´n Appel und ein Ei gekauft wurde, die Maschinen und Dokumente rausgeräumt und dicht gemacht und der wegen seinem Alter, falscher Qualifikation u. a. ungünstiger Umstände nie wieder ein Bein auf den Boden gebracht hat und den sein Vermieter rausgeschmissen hat, weil dieser das Haus anderweitig günstiger verwerten wollte ? Dem nützt es eben nichts, wenn er jetzt reisen kann wohin er will und auf der Straße die Absetzung des jeweiligen Bundeskanzlers und Entmachtung dessen Partei fordern kann.
Du findest Mauerbefürworter auch in Westdeutschland, mehr an den Stammtischen allerdings, nicht in der Wirtschaft.



Naja, klar.......so was passiert natürlich niemanden in den alten Bundesländern......ähm......
Und wegen der Stammtische: Da wird ja auch an einigen vom Wiederaufstieg des tausendjährigen Reiches geträumt.........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#292

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 18:29
von Paula | 43 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #281
Zitat von Paula im Beitrag #266
diese Hälfte meiner Antwort wurde nicht gesendet.

Ich füge hinzu, das dieses Land eine schwarze und weiße Bevölkerung hatte und diverse Mischlinge. Mit der Politik dort konnte ich mich nicht arrangieren, es fiel mir zunehmend schwerer und ich kehrte nach Deutschland zurück und hier fand ich dann ein vereintes Deutschland vor. Von einem Schock zum nächsten :-)



Hallo Paula,

darf ich fragen, um welches Land es sich handelt und was du dort gemacht hast, damit ich die "Schock-Analogie" verstehen kann?
.


Hallo Barbara,

natürlich darfst Du:-)

Ich habe in Südafrika gelebt, gut gelebt, gearbeitet und dort meinen Sohn zur Welt gebracht. Das mit dem "Schock" war mehr spaßig gemeint. Wir habe dort den Mauerfall im TV verfolgt, es hat uns aber nicht sonderlich interessiert damals, wir waren weit weg.

Mir mißfiel die Politik, SA war ja nicht ohne Grund mit Sanktionen belegt, infolgedessen war es auch nicht ungefährlich dort zu leben.
Das vereinte Deutschland war bei unserer Rückkehr auch für uns eine neue Situation.


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#293

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 18:39
von elster427 | 789 Beiträge

Ich habe in Südafrika gelebt, gut gelebt, gearbeitet und dort meinen Sohn zur Welt gebracht. Das mit dem "Schock" war mehr spaßig gemeint. Wir habe dort den Mauerfall im TV verfolgt, es hat uns aber nicht sonderlich interessiert damals, wir waren weit weg.

Mir mißfiel die Politik, SA war ja nicht ohne Grund mit Sanktionen belegt, infolgedessen war es auch nicht ungefährlich dort zu leben.
Das vereinte Deutschland war bei unserer Rückkehr auch für uns eine neue Situation.[/quote]

Wenn ich das so lese (rot), warst du zu Zeiten der Rassendiskriminierung da unten und es ging dir gut!!!.
Ich habe auch zum Jahresende 1989 den Umbruch in SA miterlebet.
Wenn dir dann die Politik in SA mißfiel , frage ich mich doch, was Mandela dir dann angetan hat.


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#294

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 18:54
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Heute ist ein Weißer das, was früher der Schwarze für den Weißen war. Rassendiskriminierung nur eben umgekehrt. Arbeitsplatz gibt es für Europäer nur wenn sich kein Schwarzer für den Job findet. Dazu kommt die Kriminalität. Macht ja auch keinen Spaß im Goldenen Käfig zu leben und die lieben Kinderchen mit dem Bodyguard zur Schule zu bringen.

@Paula Sehe ich es richtig??


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#295

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 18:59
von elster427 | 789 Beiträge

gelöscht


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
zuletzt bearbeitet 20.11.2013 19:07 | nach oben springen

#296

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 19:05
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Hallo Apo,
dass Kindesentführung aus Häusern zwecks Lösegelderpressung zumindest hier in Kapstadt ein Thema wären , habe ich noch nicht mitbekommen. Ich denke, in einer sicheren Wohngegend in Pretoria wird das auch kein Thema sein. Allerdings sind die Lebensumstände für Kinder hier ganz andere als in Deutschland. Sie sollten in der Regel nicht allein im Haus bleiben und das Grundstück auch nicht allein verlassen und müssen zur Schule, zum Kindergarten, zu playdates mit Freunden oder anderen ausserschulischen Aktivitäten gefahren und wieder abgeholt werden. Für ein 13-jähriges Mädchen, dass es vielleicht gewohnt war, sich frei in seiner Umgebung zu bewegen, kann das anfangs schon ein kleines Problem werden. Aber ich denke, das sollte einen nicht von einer solchen sich bietenden Möglichkeit abhalten.
Viele Grüße aus Kapstadt
Peter

Jobs in SA für "Ausländer"
Ich bin da eventuell etwas krass, aber was Jobs für Einreisende angeht: Vergesst es. Chance gleich Null.
Haut in Germany ran, bringt Geld mit und gebt es hier aus.
http://www.suedafrika-forum.org/aufentha...uer-auslaender/

Oder wollt ihr auf dem Bau oder in der Kneipe davon leben, FALLS ihr ein work permit bekommt:
Hourly (R) 11.66
Weekly (R) 525
Monthly (R) 2274.82



SA citizens haben Vorrang - in allen Jobs.
TIA - This is Africa!


zuletzt bearbeitet 20.11.2013 19:14 | nach oben springen

#297

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 19:52
von Paula | 43 Beiträge

Zitat von elster427 im Beitrag #293


Ich habe in Südafrika gelebt, gut gelebt, gearbeitet und dort meinen Sohn zur Welt gebracht. Das mit dem "Schock" war mehr spaßig gemeint. Wir habe dort den Mauerfall im TV verfolgt, es hat uns aber nicht sonderlich interessiert damals, wir waren weit weg.

Mir mißfiel die Politik, SA war ja nicht ohne Grund mit Sanktionen belegt, infolgedessen war es auch nicht ungefährlich dort zu leben.
Das vereinte Deutschland war bei unserer Rückkehr auch für uns eine neue Situation.


Wenn ich das so lese (rot), warst du zu Zeiten der Rassendiskriminierung da unten und es ging dir gut!!!.
Ich habe auch zum Jahresende 1989 den Umbruch in SA miterlebet. Wieso, warst Du vor Ort?
Wenn dir dann die Politik in SA mißfiel , frage ich mich doch, was Mandela dir dann angetan hat. [/quote]

wieso fragst du dich, was Mandela MIR angetan hat??

Ja, es ging mir gut, und? ich war vor und nach dem Umbruch dort und ja, ich habe die Freilassung von Nelson Mandela miterlebt. Dieser Mann....ein Held!!


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#298

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 20:00
von Paula | 43 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #294
Heute ist ein Weißer das, was früher der Schwarze für den Weißen war. Rassendiskriminierung nur eben umgekehrt. Arbeitsplatz gibt es für Europäer nur wenn sich kein Schwarzer für den Job findet. Dazu kommt die Kriminalität. Macht ja auch keinen Spaß im Goldenen Käfig zu leben und die lieben Kinderchen mit dem Bodyguard zur Schule zu bringen.

@Paula Sehe ich es richtig??


Deine Sichtweise lasse ich gerne bei Dir


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#299

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 20:09
von elster427 | 789 Beiträge

Vor ort war ich nicht. Habe die Situation von Maputo aus miterlebt und im Fernsehen verfolgt.
War dort an der DDR Botschaft tätig.
Du beschreibst deine Zeit dort als toll bevor es die Umwandlung gab und dein mißfallen
der Politik danach.
Ich habe gesehen wie Wohnparks für weiße Südafrikaner in Maputo entstanden und
regelrecht militärisch abgesichert wurden.
Vielleicht habe ich dich falsch verstanden, kam aber so an , das du SA nach der Umwälzung wegen der Politik verlassen hast.
mfg elster


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#300

RE: Der Kommunismus / ein Verbrechen an der Menschheit?

in DDR Staat und Regime 20.11.2013 20:09
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Könnt ihr bitte wieder zum Thema zurück kommen!? Macht eine neue Runde auf, wenn euch das wichtig ist.

LG Heiko


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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