#101

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 18:55
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #86
Zitat von Damals87 im Beitrag #85
Hallo,

@Dore, sicher ist das DDR-Bild im Westen auch zu einem erheblichen Teil von der sozialen Schicht abhängig, mit der man zu tun hat. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß Deine Geschäftspartner im Westen da eine differenziertere Sicht haben.
Das "einfache Volk" in der Region, in der ich lebe, kennt großenteils die DDR lediglich vom westdeutschen Qualitätsjournalismus her. Da kann man schon diverse "Gert-iana" und "Studfri-ismen" vernehmen.

Du hast recht, da etwas geradezurücken ist wahrhaftig eine Herkulesaufgabe.

Grüße aus Hessen



Na Na, da würde ich aber gerne eine deutliche Unterscheidung treffen wollen.
Der Gert hat knapp 19 Jahre in der DDR gelebt, war im Grenzdienst, hat aus meiner Sicht gute Gründe für seine Flucht angegeben - nämlich dauernd geschuriegelt zu werden bzgl. seines Ausbildungswunsches. Er hatte dort weiterhin Familie, ist sobald es möglich war, regelmäßig hingefahren und hatte somit sicher Einblick in das Innenleben der DDR. Man muss ja seine Meinung nicht teilen, ihn aber als Wessi-Presse-Nachplapperer hinzustellen finde ich nicht i.O. Ich halte ihn für einen intelligenten und auch differenzierten Menschen, der schon sehr interessante und nachdenkliche Beiträge abgeliefert hat. Polemische Schlagabtausche - nun ja - da stehen ihm andere hier aber in nichts nach.

.


Grün: Rhabarbara, mir liegt es fern, Gert´s Gründe irgendwie anzuzweifeln. Das, was mir aber immer wieder aufstößt ist, daß er seine Erfahrungen aus Ende der 50er, Anfang der 60er auf die Zeit der 70er und 80er überträgt und dabei anscheinend vergisst, daß sich in diesen 30 Jahren etwas weiterentwickelt hat, auch im positiven Sinne im Umgang der DDR-Staatsorgane mit vermeintlichen "Störenfrieden des Systems. Was in den 80ern toleriert wurde, wurde in den 50ern oft noch verfolgt. Und weiter, daß er sehr schnell bei der Hand ist, eine Behauptung aufzustellen, wie es in der DDR nach ihm gewesen ist, ohne dafür konkrete Tatsachen auf den Tisch zu legen und seine ziemliche Schwarz-Weiß-Malerei. Da ändert es auch nichts wesentlich, wenn er öfter mal hier war, wenn er dabei bestimmte, nicht in´s Denkschema passende Dinge ausblendet. Alles was nach links riecht, muß irgendwie mießgemacht werden und da widerspreche ich eben (andere übrigens auch). Kommt ein überzeugter Linker in den Westen (heute sind wir ja der Westen), wird das nichts an seiner Grundhaltung ändern. Käme ein ein überzeugter Anhänger der neoliberalen Marktwirtschaft in die frühere DDR, würde das ebenso nichts an seinen Ansichten ändern. So ist das eben. Für den Einen ist eben der Kapitalismus die beste aller Gesellschaftsordnungen, für andere eben nicht und da gibt es auch welche, die die Monarchie wiederhaben wollen und die Allmacht der Kirche incl. Inquisition und andere die Steinzeit u.s.w.



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#102

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 19:02
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #87
Ich möchte an dieser Stelle gerne nochmal etwas Prinzipielles zum Thema sagen:
Die Toten an der Mauer waren eine furchtbare Konsequenz aus der politischen Entwicklung nach dem ersten Weltkrieg. Die Tatsache, dass hier manche offenbar nur diesen einen Ausweg sahen, um ihren Staate verlassen zu können und im Zweifel mit ihrem Leben dafür bezahlten, ist ein für uns alle ein schwer zu ertragendes Faktum. Ebenso ist es furchtbar, dass junge Männer an diese Grenze gestellt wurden, die den Gesetzen ihres Landes gehorchend im Zweifel schießen mussten und/oder selbst ihr Leben verloren. Die Verantwortung dafür liegt weder bei denen, die diese Grenze überschreiten wollten noch bei denen, die das im Zweifel zu verhindern hatten.

Die Vorstellung, mit einem Grenzsoldaten im Nachhinein quasi „an dieser Grenze“ eine Moraldebatte führen zu wollen, ist absurd, vor allem, wenn man niemals auch nur annähernd in einer solchen Situation war. Ich habe allergrößten Respekt hier im Forum vor denen, die über ihre damalige Situation öffentlich nachdenken. Und immer wieder zu dem Schluss kommen: Gott sei Dank kam ich nicht in diese Situation.

Ebenso sollten wir denjenigen, die die DDR verlassen wollten, den Respekt zollen. Ihre Entscheidung war doch von einer enormem Tragweite und Entschluss zu einem solchen - ich finde existentiellen -Schritt - sollten wir nicht erbsenzählerisch einteilen in „politisch“ oder „Wirtschaftsflüchtling“* oder dergl. Denn wer kann von uns wirklich in das Leben eines Menschen Einblick nehmen, seine Beweggründe erfassen? Auch hier gilt: ich bin in seinen Schuhen nicht gegangen.
Wir haben doch TN hier im Forum, die sich zu diesem Schritt entschlossen hatten und ihn glücklicherweise überlebt haben. Sehr ernst zu nehmende und differenzierte Leute !

*Dore, ich habe Bauchschmerzen bei diesem Begriff, auch heute. Er ist so total verkürzt, verstehst du wie ich meine?

ich meinte oben natürlich den 2. WK. Ich lass es aber dennoch mal so stehen....
.


Grün: Ich verstehe, was Du meinst, aber ich wollte es nicht weiter auswalzen und bis in´s kleinste Differenzieren. Es ist so, wie wenn mich meine altbundesdeutschen Geschäftspartner immer gefragt haben, wie die Ostdeutschen über die Wiedervereinigung denken: Hundert Ostdeutsche fragen und hundert verschiedene Antworten bekommen. So ist es bei den Flüchtlingen. Die Grenzen zwischen Politisch - Wirtschaftlich(im weitesten Sinne) sind fließend. Die aus kriminellen Gründen (was heute auch als kriminell eingestuft werden würde) klammere ich mal aus. Das war sicher der absolut geringste Anteil.
Und ich muß Dir eins sagen. Auch ich habe mir schon mal Gedanken darüber gemacht, wie mein Lebensweg verlaufen wäre, wenn ich damals die AK durchgerissen und meinen drei Kameraden viel Glück gewünscht hätte, als ich schon etliche meter auf Westberliner Territorium stand. Ich wäre dann zu nahezu 100 % ein sog. "Wirtschaftsflüchtling" gewesen.



zuletzt bearbeitet 22.11.2013 19:05 | nach oben springen

#103

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 19:14
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #95
@studfri , etwas passt nicht zusammen, Deine blasierte Art hier zu schreiben auf der einen Seite und auf der anderen diese "sensible" Art welche Dich bei jeder Gelegenheit nach Mama greinen lässt; 'tschuldigung, einem Admin ......

Ja und stell Dir vor eine innere Einstellung kann man ändern denn man so will! und das trifft nicht nur für ehemalige "staatsnahe" DDR Bürger zu, sondern auch für sogenannte Dissidenten oder Oppositionelle. Manche von denen haben es allerdings etwas arg übertrieben mit der "Änderung" und sind CDU Mitglieder geworden, nachdem sie feststellen mußten das die Grünen viel zu viel links sind .......
Gruß
Nostalgiker


Rot: Da hat sich die Spreu vom Weizen getrennt oder sprich, Anhänger einer besseren DDR, einer offenen, besseren, wirtschaftlich potenteren Gesellschaftsordnung unter weitestgehender Beibehaltung der Eigentumsverhältnisse oder denen, die schon immer das gesamte System beseitigen wollten.



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#104

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 19:49
von damals wars | 12.186 Beiträge

Kann man die Spreu gleich zweimal trennen? Nicht das wir uns jetzt mit Gert in die Wolle kriegen!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#105

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 19:50
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #63
Gibt es Details zu diesem Todesfall?[...]

Nicht viele Details, aber immerhin war es zweifelsohne ein Fluchtversuch:
http://www.bz-berlin.de/bezirk/mitte/ein...cle1762936.html

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#106

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 20:33
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

So ist es @DoreHolm !
Da spielt auch keine rolle welches der eigene Standpunkt ist, benennen der Tatsachen ist davon weitestgehend unabhängig.

Es sei denn meine politische Einstellung hat Priorität vor meinem Wunsch einer sachlichen, wertneutralen Betrachtung der jüngeren Geschichte.
Im 'normalen' Leben eher die Regel, in Historikerkreisen doch mehr die Ausnahme, wobei genau die "Historiker" sich ins Licht der Öffentlichkeit drängen deren Ansatz zur Geschichtsklitterung die offiziös geförderte These ist das der Kommunismus a priori das Verbrechen an sich sei.
Wenn 'Erfahrungen' zu Bewertung der These zugelassen sind offiziell hofiert werden dann sind es Negative welche die aufgestellte Hauptthese aposteriori untermauern sollen .....

Schlechtes Beispiel ist für mich Stellvertretend Jörg Baberowski welche in seinem Sachgebiet, ich beziehe mich auf zwei Veröffentlichungen von ihm von 2003 und 2012 zum gleichen Thema veröffentlichte und mit letzteren ein 'Werk' abgeliefert ist welches in Fachkreisen äußerst kontrovers diskutiert wurde eben weil er meinte einen 'wissenschaftlichen' schwenk in Richtung der "Kommunismus sei das Verbrechen an sich" machen zu müssen.
ersteres Buch wurde kaum beachtet, zweites erhielt eine Preis. Ein Schelm wer arges dabei denkt.

Denn Gedanken von @Barbara : Ebenso sollten wir denjenigen, die die DDR verlassen wollten, den Respekt zollen. Ihre Entscheidung war doch von einer enormem Tragweite und Entschluss zu einem solchen - ich finde existentiellen -Schritt - sollten wir nicht erbsenzählerisch einteilen in „politisch“ oder „Wirtschaftsflüchtling“* oder dergl.

Sollte schon differenziert, ohne das "erbsenzählerisch" wirkt, betrachtet werden.
Wenn jemand meint in den Westen zu gehen weil er die Beatles mal im Konzert erleben will, und das 1969!, ist das kein Entschluss von enormer Tragweite sondern in meinen Augen ausgesprochen dusslig und von äußerster Unwissenheit geprägt ...

Ist vielleicht nicht das beste Beispiel aber durchaus nicht das beste ....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#107

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 20:40
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #98
Zitat von 94 im Beitrag #97
Hä? Was hat jetzt der perfekt-in-Brüssel-englisch-Redner (Deutsch ist übrigens auch Amtssprache der EU) der dazunoch von seinem selbstinszenierten Nachfolger im Amt des MP beerbt wurde bei den Maueropfern zu suchen? Na wie auch immer, aber @Nostalgiker kommt Dir der Stil irgendwie bekannt vor?


Ja sehr aber ich sage nix!
Ich warte .........

Gruß
Nostalgiker


ich auch...


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#108

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 20:46
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat


wer gedenkt der aberhunderten von Toten, die in den letzten paar Monaten die Festung Europa gefordert hat?



Ich denke, dass kann man nicht miteinander vergleichen. Die einen wollten rein und die anderen raus.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#109

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 21:10
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

@Berlin, mit der unterschiedlichen moralischen Bewertung von "rein" und "raus" hatte ich schon immer meine Probleme.

Objektiv unterschiedlich sind die Beweggründe der Flucht. Die Toten vor Lampedusa versuchten, Hunger und Bürgerkrieg zu entkommen. Sollte ich mal nach Lampedusa kommen, werde ich nach einer Gedenkstätte für die Opfer, die der Schutz unseres Wohlstands fordert, suchen.

Bis heute hat der Schutz von Wirtschaftsräumen Vorrang vor dem Recht auf Leben.

Nachdenkliche Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#110

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 21:36
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Die zweite Sache und ich meine sogar noch wichtiger: Diese Menschen kamen bei einem Unfall ums Leben, auf sie wurde m.W. nicht geschossen.

Ungeachtet dessen hast Du Recht, es ist schon bitter das Menschen ihr Leben lassen mussten.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#111

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 21:49
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von berlin3321 im Beitrag #110
Die zweite Sache und ich meine sogar noch wichtiger: Diese Menschen kamen bei einem Unfall ums Leben, auf sie wurde m.W. nicht geschossen.

Ungeachtet dessen hast Du Recht, es ist schon bitter das Menschen ihr Leben lassen mussten.

MfG Berlin


Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob es alle Informationen bis ins ferne Deutschland schaffen. Zumindest gab es 2005 auch Schüsse und Tote bei einem Massenansturm auf Exklave Ceuta:

Unter Berufung auf Polizeiangaben berichteten der spanische Rundfunksender Cadena Ser und die spanische Nachrichtenagentur Efe, dass sich Schüsse "unbestimmter Herkunft" gelöst hätten, als die Menschen versuchten, in das Gebiet einzudringen. Drei Menschen starben demnach auf marokkanischem, drei auf spanischem Territorium.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/fl...a-a-377175.html

LG von der grenzgaengerin


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.11.2013 21:51 | nach oben springen

#112

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 22:03
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

ich fürchte, der Unterschied bezüglich des Schießens hat lediglich geographische Gründe.
Hätte es zwischen BRD und DDR ein Meer gegeben, hätte man das Grenzregime wesentlich "softer" gestalten können und der Aufwand für die Grenzsicherung wäre bei nahe Null gewesen.

Die DDR hätte es sich allerdings nicht erlauben können, so viele Menschen tatenlos ertrinken zu lassen.

Was meinst Du, was in ARD und ZDF los gewesen wäre? Das ist am Mittelmeer wesentlich anders, die Medien interessieren sich kaum dafür.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#113

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 22:12
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Das mit dem "Nicht reinlassen" und dem "Nicht rauslassen" sollte man schon unterscheiden.
Es ist schon ein erheblicher Unterschied, ob mir mein Nachbar verbietet sein Grundstück zu
betreten um einige Äpfel von seinem Baum zu pflücken oder ob er mich auf seinem Grundstück
gefangen hält.

Hier geht es um ein Opfer der "Berliner Mauer". Den Vergleich mit der Flüchtlingsproblematik
im Mittelmeer halte ich für unangebracht bzw. für eine Nebelkerze.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 22.11.2013 22:16 | nach oben springen

#114

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 22:24
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

@Ari, das mit den Grundstücken wird immer wieder gern genommen, ich habe ein Problem damit. Grundstücke sind klein und sie sind privat. Meistens gehören sie Personen, die da ihre Grundrechte ausleben dürfen. Mit Staaten ist es imho etwas anders.

Aber, um bei dem Beispiel zu bleiben: Du bittest Deinen Nachbarn um Einlaß, weil Du mit dem Tode bedroht wirst. Der läßt Dich nicht rein, weil er Angst um seine Äpfel hat.

Grüße aus Hessen

Edith sagt: Die Nebelkerze kann ich nicht erkennen.


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


zuletzt bearbeitet 22.11.2013 22:27 | nach oben springen

#115

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 22:32
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #109

Bis heute hat der Schutz von Wirtschaftsräumen Vorrang vor dem Recht auf Leben.
Nachdenkliche Grüße aus Hessen


Hallo, auch wenn es zynisch klingt, wenn es ernst wird, dann geht die eigene Wirtschaft vor dem Recht auf Leben von Leuten anderer Regionen. Das gilt in BEIDE Richtugnen, mit den entsprechenden Machtmitteln dann durchsetzungsfähig würden sich im Zweifel Bootsleute oder vor Melilla die sich den Weg freischiessen! Auch wenn es bedauert wird, so ist die Relalität.

Philosophische Betrachtung: Nur mit emotionsloser Vernunft breiter Bevölkerungskreise liesse sich materielle Gier und Überbevölkerung der Erde und damitt Knappheit und Kriege besiegen.

Für eine kinderarmen hedonistischen Lebenstil unser Singles oder Ein-Kind-Doppelverdienpaare könne mit den Vorräten der Erde nicht 8 MRD Menschen beglückt werden. Zum Nachdenken: http://de.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones



Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.11.2013 22:33 | nach oben springen

#116

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 22:53
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #103
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #95
@studfri , etwas passt nicht zusammen, Deine blasierte Art hier zu schreiben auf der einen Seite und auf der anderen diese "sensible" Art welche Dich bei jeder Gelegenheit nach Mama greinen lässt; 'tschuldigung, einem Admin ......

Ja und stell Dir vor eine innere Einstellung kann man ändern denn man so will! und das trifft nicht nur für ehemalige "staatsnahe" DDR Bürger zu, sondern auch für sogenannte Dissidenten oder Oppositionelle. Manche von denen haben es allerdings etwas arg übertrieben mit der "Änderung" und sind CDU Mitglieder geworden, nachdem sie feststellen mußten das die Grünen viel zu viel links sind .......
Gruß
Nostalgiker


Rot: Da hat sich die Spreu vom Weizen getrennt oder sprich, Anhänger einer besseren DDR, einer offenen, besseren, wirtschaftlich potenteren Gesellschaftsordnung unter weitestgehender Beibehaltung der Eigentumsverhältnisse oder denen, die schon immer das gesamte System beseitigen wollten.



die Anhänger der besseren DDR waren wohl die zur CDU übergetreten sind ? Verstehe ich das so richtig ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#117

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 22.11.2013 23:42
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #116
Zitat von DoreHolm im Beitrag #103
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #95
@studfri , etwas passt nicht zusammen, Deine blasierte Art hier zu schreiben auf der einen Seite und auf der anderen diese "sensible" Art welche Dich bei jeder Gelegenheit nach Mama greinen lässt; 'tschuldigung, einem Admin ......

Ja und stell Dir vor eine innere Einstellung kann man ändern denn man so will! und das trifft nicht nur für ehemalige "staatsnahe" DDR Bürger zu, sondern auch für sogenannte Dissidenten oder Oppositionelle. Manche von denen haben es allerdings etwas arg übertrieben mit der "Änderung" und sind CDU Mitglieder geworden, nachdem sie feststellen mußten das die Grünen viel zu viel links sind .......
Gruß
Nostalgiker


Rot: Da hat sich die Spreu vom Weizen getrennt oder sprich, Anhänger einer besseren DDR, einer offenen, besseren, wirtschaftlich potenteren Gesellschaftsordnung unter weitestgehender Beibehaltung der Eigentumsverhältnisse oder denen, die schon immer das gesamte System beseitigen wollten.



die Anhänger der besseren DDR waren wohl die zur CDU übergetreten sind ? Verstehe ich das so richtig ?



Grün: Willst Du mich veralbern ? Die zur CDU übergetreten sind, waren m.E. entweder schon vor der Wende erklärte Gegner dieser Gesellschaftsform und brauchen sich daher wegen staatlicher Repressalien nicht zu wundern bzw. waren Gegner dieser Eigentumsverhältnisse an PM oder es waren elende Wendehälse, die, wenn sie die Zeit erlebt hätten, ihre Farbe 1945 von braun nach rot oder schwarz je nachdem ob in der BRD oder DDR beheimatet gewechselt hätten und, wenn in der DDR, dann wieder nach schwarz. Ich halte nicht viel von solchen Leuten.



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#118

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 23.11.2013 16:29
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #114
[...]
Aber, um bei dem Beispiel zu bleiben: Du bittest Deinen Nachbarn um Einlaß, weil Du mit dem Tode bedroht wirst. Der läßt Dich nicht rein, weil er Angst um seine Äpfel hat.
[...]

Hallo Damals87,

Deinen Ausführungen kann ich folgen.
Insofern wird mein Nachbarschaftsvergleich dem Problem nicht gerecht.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#119

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 24.11.2013 10:25
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Ich halte diese Argumentation ebenfalls für eine Nebelkerze.

Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Ich meine, es ist absolut legitim, dass jeder Staat seine Grenze gegen unerlaubte Einreise so sichern kann/ darf wie er es für richtig hält.

Sofern Schüsse in der spanischen Exklave gefallen sind, wäre es die Frage ob da nicht evtl. Notwehr im Spiel war. Der Spiegel schreibt von Ansturm von 600 Personen. Ich persönlich könnte mir das schon vorstellen, ich bin jedoch nicht dabei gewesen und kann mir deshalb weder ein Urteil erlauben noch etwas verurteilen oder beschönigen.

Zitat
Hallo, auch wenn es zynisch klingt, wenn es ernst wird, dann geht die eigene Wirtschaft vor dem Recht auf Leben von Leuten anderer Regionen. Das gilt in BEIDE Richtugnen, mit den entsprechenden Machtmitteln dann durchsetzungsfähig würden sich im Zweifel Bootsleute oder vor Melilla die sich den Weg freischiessen! Auch wenn es bedauert wird, so ist die Relalität.



Dieser Meinung von SET800 kann und möchte ich mich nicht anschließen. Es kann und darf nicht sein, dass auf die sogn. Bootpeople geschossen wird. Etwas anderes wäre es, nämlich auch hier wieder Notwehr, wenn von dort auf die Grenzer geschossen wird. Aber so weit sind wir hoffentlich noch lange nicht.

MfG Berlin

Edit: Rechtschreibung


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 24.11.2013 10:27 | nach oben springen

#120

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 25.11.2013 00:18
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #105
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #63
Gibt es Details zu diesem Todesfall?[...]

Nicht viele Details, aber immerhin war es zweifelsohne ein Fluchtversuch:
http://www.bz-berlin.de/bezirk/mitte/ein...cle1762936.html

Gruß
Ari



Grün: Oh, für mich ist da nichts belegt. Das passt wohl einiges nicht so richtig zusammen. Ist aber nur m e i n e Meinung.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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