#41

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 19:38
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #39

Zitat
Die Politiker waren demokratisch legitimiert, und der Großteil der Bevölkerung hat nicht an Flucht gedacht. Wenn man das Wort Demokratie auf "Volkeswillen" bezieht, so stand die Mehrheit des Volkes bis 1989 hinter dem Staat....


Das kannst Du nicht im Ernst meinen!?
Oder willst Du die Tatsache, dass nicht hundertausende Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt zur Grenze marschiert sind als Indiz dafür werten, dass die Menschen hinter der DDR standen? Ich denke mal eher, die meisten wollten die Risiken einer Flucht nicht eingehen, weil sie Familie hatten u.s.w.. "Man hatte sich eingerichtete so gut es ging" liest man immer wieder wenn über die Zustände in der DDR von Zeitzeugen berichtet wird. Mehr war das aber auch nicht.

Warum denkst du, hat das erste vom Volk demokratisch gewählte Parlament der DDR den Anschluss an Westdeutschland beschlossen. Das war doch wohl die Umsetzung eines in der Wahl bzw. deren Ergebnis zum Ausdruck gekommenen Willen der Bürger der damaligen DDR.

Du solltest nicht Schweigen mit Zustimmung verwechseln!


Schweigen sollte man wirklich nicht mit Zustimmung verwechseln. Wie aber sollte man es deuten?
Schon die 48er haben sich darüber beklagt das die Masse des Volkes ihre Bürde trage ohne sich zu wehren. Der Masse ist es wohl egal wer oben werkelt - Hauptsache das Arschl*ch ist am kacken.



In dieser Argumentation steckt allerdings m.E. viel Wahrheit, auch wenn ich es nicht so -na sagen wir mal "schlicht" ausdrücken würde.



nach oben springen

#42

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 19:45
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #40
Zitat von studfri im Beitrag #37
Zitat von DoreHolm im Beitrag #34
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #16
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #11
Das eigentliche Problem ist, Maueropfer werden von der platten Gesellschaft mit Todesschüssen asoziiert.
Darum ist die Aussage Maueropfer zwar in der Sache richtig, aber zu undifferenziert.


Anstelle von Maueropfern sollte man besser von Opfern der Unrechtsgrenze sprechen. Das wuerde alle Menschen einschliessen die ihr Leben lassen mussten nur weil sie sich in Deutschland frei bewegen wollten.



Pink: Wieder so ein auslegbarer Begriff wie der vom "Unrechtsstaat". Diese Grenze wurde nicht durch die SED gezogen. Wende Dich bitte an die Alliierten, die Tomys, die Amis, die Iwans und die Franzen !


Also haben die Westaliierten diese Grenze gezogen und dafür gesorgt, dass die vor allem in der Richtung Ost - West mit Kriegswaffen gesichert wurde?



studfri, so ist das hier... die alte Garde der Genossen erklärt dir das schon, auch wenn sie zum Glück nichts mehr zu sagen haben und wenn sie 1998 abgewählt wurden, trotzdem, die Überzeugung blieb, wider besserem Wissen.



Danke Dir für Deinen Zuspruch @Rüganer. Also das schöne an der Geschichte ist ja, dass man sie vlt. verklären, aber nie verklittern kann. Die Tatsachen sind in der Vergangenheit geschaffen worden und sie bleiben bestehen, nur ihre Interpretation lässt sie noch verklären und genau das versuchen anscheinend einige hier.



nach oben springen

#43

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 19:49
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #21
Zitat von SET800 im Beitrag #20
[quote=passport|p306390]
Meine Meinung : Jeder Toter ist einer zu viel !
passport



Hallo,
Zustimmung, war nach Interpretation der mir zugänglichen Texte und Quellen auch die Haltung des Staates DDR.
Beispiel: Warum wohl Trapao auf dem Bahnhof Benneckenstein oder in den Zügen von dort nach "Drei Annen Hohne"?
Vorkontrollen vor den GÜST, Kontrollstellen an den Zufahrten in das Grenzgebiet? Also umfassend das Bemühen durch
Aufmerksamkeit und Organisation es möglichst garnicht zu Schußwaffeneinsatz kommen zu lassen.

Wenn die fluchtwilligen Menschen und ihr Leben dem Staat egal gewesen wär ja die Strategie gewesen "kommen lassen
und abknallen, ohne Wanranruf oder Warnschuß"![
/quote]

Sicher hätte man das machen können. Nur wollte die DDR international als Staat anerkannt werden Da kamen dann solche Vorkommnisse an der Grenze nicht so gut an. Im übrigen gerierte man sich seitens der Politischen Führung ja als ein Staat, der den Frieden liebt. Auch da hätte es sehr wenig ins Bild gepasst, dass dort Menschen erschossen werden, die ohne staatliche Genehmigung in das andere Deutschland gelangen wollten.

Des weiteren handelte es sich ja nach der Meinung der Politiker in der DDR um den "besseren Staat" gegenüber dem verhassten Klassenfeind aus dem Westen. Da passte es dann nun mal ganz und gar nicht zusammen, dass es überhaupt Menschen geben sollte, die diesen freundlichen, friedliebenden Staat mit besten Wohltaten für alle Bürger auch noch verlassen wollten.

Genau deswegen und wegen keines anderen Grundes versuchte man mit allen nur erdenklichen Mitteln, Fluchten schon weit im Vorfeld zu erkennen um dann in aller Stille reagieren zu können. Fluchtversuche, die tödlich endeten und dann auch noch vom Westen bemerkt und in der Presse öffentlich dargestellt wurden, waren der "Super-Gau" bei der politischen Klasse der DDR.




Rot: In diesem Sinne möchte ich Dir im Wesentlichen zustimmen. Klar passte das nicht in´s Bild, welches die SED-Führung bezüglich der "unverbrüchlichen Verbundenheit der Bürger der DDR mit der Politik der SED u.s.w." der Öffentlichkeit im In- und vor allem im Ausland vermitteln wollte. Eine Ergreifung von tatsächlichen Flüchtigen schon vor der Grenze durch Polizeikräfte hatte völlig klar den politischen Vorteil, alles in aller Stille regeln zu können, ohne daß es großen Aufstand in den internationalen Medien gegeben hätte. Jedes Opfer direkt an der Grenze, ob tot oder verletzt, war meist nicht mehr zu vertuschen und es war auch klar, daß jedes öffentlich bekannt gewordene Opfer vom politischen Gegner für seine Zwecke instrumentalisiert wurde. Hat die DDR ja auch gemacht, wenn z.B. ein BRD-Polizist übereifrig von der Waffe Gebrauch gemacht hatte. Es war Kalter Krieg, daß sollte bei der Bewertung aller aus heutiger Sicht geschehenen Gewaltakte nie vergessen. Abgesehen von einigen bornierten Offizieren, die auch keinen Hehl daraus machten, was sie von GV hielten, gehe ich nicht davon aus, daß die Vermeidung von "Mauertoten" nicht nur rein strategisches Kalkül der führenden Politiker der DDR war, sondern sie durchaus auch das persönliche Leid hinter jedem Opfer sahen. Das mögen einige hier gleich rundweg abstreiten, weils nicht passt in´s Schema, es wird aber weder zu beweisen wie zu widerlegen sein. Ich bin sicher, daß es hierzu auch entsprechende Dokumente über Äußerungen von damals Verantwortlichen gibt.



nach oben springen

#44

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 19:54
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Zitat von studfri im Beitrag #42
Zitat von Rüganer im Beitrag #40
Zitat von studfri im Beitrag #37
Zitat von DoreHolm im Beitrag #34
Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #16
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #11
Das eigentliche Problem ist, Maueropfer werden von der platten Gesellschaft mit Todesschüssen asoziiert.
Darum ist die Aussage Maueropfer zwar in der Sache richtig, aber zu undifferenziert.


Anstelle von Maueropfern sollte man besser von Opfern der Unrechtsgrenze sprechen. Das wuerde alle Menschen einschliessen die ihr Leben lassen mussten nur weil sie sich in Deutschland frei bewegen wollten.



Pink: Wieder so ein auslegbarer Begriff wie der vom "Unrechtsstaat". Diese Grenze wurde nicht durch die SED gezogen. Wende Dich bitte an die Alliierten, die Tomys, die Amis, die Iwans und die Franzen !


Also haben die Westaliierten diese Grenze gezogen und dafür gesorgt, dass die vor allem in der Richtung Ost - West mit Kriegswaffen gesichert wurde?



studfri, so ist das hier... die alte Garde der Genossen erklärt dir das schon, auch wenn sie zum Glück nichts mehr zu sagen haben und wenn sie 1998 abgewählt wurden, trotzdem, die Überzeugung blieb, wider besserem Wissen.



Danke Dir für Deinen Zuspruch @Rüganer. Also das schöne an der Geschichte ist ja, dass man sie vlt. verklären, aber nie verklittern kann. Die Tatsachen sind in der Vergangenheit geschaffen worden und sie bleiben bestehen, nur ihre Interpretation lässt sie noch verklären und genau das versuchen anscheinend einige hier.




100% Deiner Meinung, na dann verklärt mal schön weiter....., Ihr könnt das ja richtig gut.


nach oben springen

#45

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 19:54
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #16

Anstelle von Maueropfern sollte man besser von Opfern der Unrechtsgrenze sprechen. Das wuerde alle Menschen einschliessen die ihr Leben lassen mussten nur weil sie sich in Deutschland frei bewegen wollten.




Hallo,
Widerspruch, wegen des WOLLEN mußte niemand sein Leben lassen, auf Versuch oder Vorbereitung des ungesetzlichen Verlassen der DDR stand NICHT die Todesstrafe. Es starben Leute weil sie wider besseres Wissens und an Warnhinweisen vorbei versuchten militärisch gesicherte Wachbreiche unerlaubt zu durchqueren und auf Warnanrufe und/oder Warnschüße nicht mit Stehenbleiben reagierten.

Das ist nun mal die sachliche Lage, unabhängig von der Frage ob das Wohnland beliebig wechseln zu dürfen staatlicherseits legitim eingeschränkt werden darf oder nicht.



nach oben springen

#46

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:00
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #30
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #29
Zitat von studfri im Beitrag #27
Zitat von SET800 im Beitrag #26
Hallo,
abstrakt gesehen richtig. Es ging aber um die Frage warum die DDR-Führung organisatorischen Aufwand trieb um Tote an der Staatsgrenze möglichst zu vermeiden, und da ist es egal ob die fluchtwilligen Menschen trotzdem als wertvolle Bürger gesehen wurden oder nur um des internationalen Ansehens willen.

Die Andere strittige Frage ist ob die Verhinderung ungenehmigter Auswanderung als Verbrechen gesehen wird, eine mögliche Ansicht, oder als legitimes Mittel der Innenpolitik um die volskwirtschaftliche Leistungsfähigkeit zum Wohle der Menschen und des Staates zu erhalten, eine andere Betrachtung.

Und da sage ich solange Kriegsführung und Wehrpflicht als legitime Staatsaktionen gelten sehe ich im Auswanderungseinschränkungen kein Verbrechen.

Französische Wehrpflichtige 1954 in Điện Biên Phủ, das gilt heute nicht in der Politik, nicht der Bundesrepublik als französisches Staatsverbrechen. 7 Jahre später die "Mauer" aber schon. Und "egal was früher war"?

Nach dem Mauerbau bis 1962 der Algerienkrieg, bis 1975 der amerikanische Krieg in Vietnam, auch mit Wehrpflichtigen zum Wohle der US-Dominanz, nicht zum unmittelbaren Wohle der US-Bürger.



Für wen?? Für die (in der DDR nicht demokratisch legitimierten) Politiker? Für die, die da bleiben wollen?
Ganz sicher aber nicht für die, die weg wollen.


Welche sachliche Legitimation gibt es für einen Staat (d.h. für die Politiker) -für irgend einen Staat- die Bürger gegen deren Willen auf dem Territorium gefangen zu halten? Nenn´mir bitte mal einen Grund, nur einen einzigen, der sich nicht von den Politikern oder irgend einer Führungsriege ableitet sondern von denjenigen, für die der Staat und seine Politiker da sein sollten: Vom Volk.




Die Politiker waren demokratisch legitimiert, und der Großteil der Bevölkerung hat nicht an Flucht gedacht. Wenn man das Wort Demokratie auf "Volkeswillen" bezieht, so stand die Mehrheit des Volkes bis 1989 hinter dem Staat....



@ddr-bürger
"Zettelfalten" nennst du demokratisch legitimiert ? Das war höchstens eine "Legitimation" von der Druckerei, die die Zettel druckte. Hab die Farce 1963 oder 1964( weiss das Jahr nicht mehr genau ) life erlebt, es war ein Witz. Wäre beinahe noch dumm aufgefallen als Angehöriger der GBK mit der Frage, wo ich denn mein Kreuz machen solle,. Da fehlten nämlich die vorgedruckten Kringel für das Kreuz


Rot: Und, Gert ? Hast Du nun den Zettel als gültig in die Urne gesteckt oder nicht ? Wenn ja, dann rege Dich bitte nicht auf. Das Thema hatte ich schon mal angerissen, mit dem Wahlverhalten, der Rechtmäßigkeit des Wahlablaufes, auch unter internationalen Regeln gesehen und der Bequemlichkeit und Zufriedenheit der Wähler. Das waren nur ganz, ganz Wenige, die bewußt eine andere Partei als die SED gewählt haben und wenn gesagt wird, daß da nur Namen standen und keine Parteien, war es für jeden Interessierten ohne Probleme möglich, sich auf den öffentlichen Veranstaltungen über die politische Herkunft der Kandidaten zu informieren. Bei einem Wahlverhalten der Bürger wie 1990 wäre es nicht möglich gewesen, in Größenordnungen zu manipulieren. Die Blockparteien, allen voran die CDU, hätten ihr neues politisches Gewicht sehr wohl zu nutzen gewußt.



nach oben springen

#47

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:01
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #26
Hallo,

Und da sage ich solange Kriegsführung und Wehrpflicht als legitime Staatsaktionen gelten sehe ich im Auswanderungseinschränkungen kein Verbrechen.



bis 1975 der amerikanische Krieg in Vietnam, auch mit Wehrpflichtigen zum Wohle der US-Dominanz, nicht zum unmittelbaren Wohle der US-Bürger.






Bis Mitte der 70iger Jahre gab es in USA die Wehrpflicht. In der alt-BRD und im vereinten Deutschland galt die Wehrpflicht sogar bis vor einigen Jahren. Viele Menschen in beiden Laendern, darunter auch ich, waren/sind Wehrpflichtgegner. Trotzdem kamen die Regierungen in D.C. und Bonn/Berlin nicht auf den Gedanken ihre Laender einzumauern und ihren Buergern die Ausreise zu verwehren.


studfri und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#48

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:04
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Gut das es schon so lange vorbei ist.


zuletzt bearbeitet 17.11.2013 20:05 | nach oben springen

#49

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:06
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #48
Gut das es schon so lange vorbei ist.


Die Wehrpflicht?


nach oben springen

#50

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:09
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #43
Zitat von studfri im Beitrag #21
Zitat von SET800 im Beitrag #20
[quote=passport|p306390]
Meine Meinung : Jeder Toter ist einer zu viel !
passport



Hallo,
Zustimmung, war nach Interpretation der mir zugänglichen Texte und Quellen auch die Haltung des Staates DDR.
Beispiel: Warum wohl Trapao auf dem Bahnhof Benneckenstein oder in den Zügen von dort nach "Drei Annen Hohne"?
Vorkontrollen vor den GÜST, Kontrollstellen an den Zufahrten in das Grenzgebiet? Also umfassend das Bemühen durch
Aufmerksamkeit und Organisation es möglichst garnicht zu Schußwaffeneinsatz kommen zu lassen.

Wenn die fluchtwilligen Menschen und ihr Leben dem Staat egal gewesen wär ja die Strategie gewesen "kommen lassen
und abknallen, ohne Wanranruf oder Warnschuß"![
/quote]

Sicher hätte man das machen können. Nur wollte die DDR international als Staat anerkannt werden Da kamen dann solche Vorkommnisse an der Grenze nicht so gut an. Im übrigen gerierte man sich seitens der Politischen Führung ja als ein Staat, der den Frieden liebt. Auch da hätte es sehr wenig ins Bild gepasst, dass dort Menschen erschossen werden, die ohne staatliche Genehmigung in das andere Deutschland gelangen wollten.

Des weiteren handelte es sich ja nach der Meinung der Politiker in der DDR um den "besseren Staat" gegenüber dem verhassten Klassenfeind aus dem Westen. Da passte es dann nun mal ganz und gar nicht zusammen, dass es überhaupt Menschen geben sollte, die diesen freundlichen, friedliebenden Staat mit besten Wohltaten für alle Bürger auch noch verlassen wollten.

Genau deswegen und wegen keines anderen Grundes versuchte man mit allen nur erdenklichen Mitteln, Fluchten schon weit im Vorfeld zu erkennen um dann in aller Stille reagieren zu können. Fluchtversuche, die tödlich endeten und dann auch noch vom Westen bemerkt und in der Presse öffentlich dargestellt wurden, waren der "Super-Gau" bei der politischen Klasse der DDR.




Rot: In diesem Sinne möchte ich Dir im Wesentlichen zustimmen. Klar passte das nicht in´s Bild, welches die SED-Führung bezüglich der "unverbrüchlichen Verbundenheit der Bürger der DDR mit der Politik der SED u.s.w." der Öffentlichkeit im In- und vor allem im Ausland vermitteln wollte. Eine Ergreifung von tatsächlichen Flüchtigen schon vor der Grenze durch Polizeikräfte hatte völlig klar den politischen Vorteil, alles in aller Stille regeln zu können, ohne daß es großen Aufstand in den internationalen Medien gegeben hätte. Jedes Opfer direkt an der Grenze, ob tot oder verletzt, war meist nicht mehr zu vertuschen und es war auch klar, daß jedes öffentlich bekannt gewordene Opfer vom politischen Gegner für seine Zwecke instrumentalisiert wurde. Hat die DDR ja auch gemacht, wenn z.B. ein BRD-Polizist übereifrig von der Waffe Gebrauch gemacht hatte. Es war Kalter Krieg, daß sollte bei der Bewertung aller aus heutiger Sicht geschehenen Gewaltakte nie vergessen. Abgesehen von einigen bornierten Offizieren, die auch keinen Hehl daraus machten, was sie von GV hielten, gehe ich nicht davon aus, daß die Vermeidung von "Mauertoten" nicht nur rein strategisches Kalkül der führenden Politiker der DDR war, sondern sie durchaus auch das persönliche Leid hinter jedem Opfer sahen. Das mögen einige hier gleich rundweg abstreiten, weils nicht passt in´s Schema, es wird aber weder zu beweisen wie zu widerlegen sein. Ich bin sicher, daß es hierzu auch entsprechende Dokumente über Äußerungen von damals Verantwortlichen gibt.




Da gegen spricht m-E. ganz eindeutig der (staatlicherseits verordnete oder auch nur geduldete) Umgang der DDR-Behörden mit den Fluchtwilligen, die aufgegriffen und verhaftet wurden und insbesondere der Umgang mit den Angehörigen der Todesopfer.



nach oben springen

#51

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:17
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Auch wenn es vom 138. Todesfall an der Staatsgrenze der DDR weiter abdriftet...

2010 - Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut "Emnid" - jeder 23% der eh. DDR Bürger möchten die DDR zurück

Es gibt noch mehr solcher Umfrageergebnisse. Leider konnte ich an dieser Umfrage nicht teilnehmen, hätte noch das Ergebnis noch erhöht


nach oben springen

#52

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:24
von Marder | 1.413 Beiträge

Ich habe noch ca.20 m originalen Zaun
Kannste haben DDR Bürger.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
nach oben springen

#53

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:26
von damals wars | 12.113 Beiträge

Streckmetallzaun? Für den Komposter ideal!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#54

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:28
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Zitat von Marder im Beitrag #52
Ich habe noch ca.20 m originalen Zaun
Kannste haben DDR Bürger.
MfG Marder


Danke, nützt aber nicht , da eindeutig zu kurz.....
Darum ist das Angebot zwecklos, ist aber nett das Du an mich denkst.


nach oben springen

#55

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:28
von Marder | 1.413 Beiträge

ja Streckmetall


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
nach oben springen

#56

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:29
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #53
Streckmetallzaun? Für den Komposter ideal!


War ein ganz schön großer Komposter - aber aus Kompost wird ja bekanntlich was ganz tolles.

PS: Hab auch noch 6 Matten (Staatsreserve)


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#57

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 20:58
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #51
Auch wenn es vom 138. Todesfall an der Staatsgrenze der DDR weiter abdriftet...

2010 - Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut "Emnid" - jeder 23% der eh. DDR Bürger möchten die DDR zurück

Es gibt noch mehr solcher Umfrageergebnisse. Leider konnte ich an dieser Umfrage nicht teilnehmen, hätte noch das Ergebnis noch erhöht


Das passt ja dann zu einer anderen Meinungsumfrage von 1987. Ich zitiere mich mal selbst

Und auch das musste der DDR - Staatsführung bekannt gwesen sein:

Als im September 1987 die Meinungsforscher des Dortmunder Forsa-Instituts erstmals 513 DDR-Bürgern telefonisch befragen dürfen, halten 71 Prozent eine Wiedervereinigung für wünschenswert. Diese Quote liegt knapp unter dem Ergebnis von 74 Prozent, das die ostdeutschen Wiedervereinigungsparteien CDU, DSU, Bund Freier Demokraten und SPD bei der Volkskammerwahl 1990 erzielen. Im Herbst ’87 haben viele Ostdeutsche der DDR zumindest gedanklich längst den Rücken gekehrt.


http://www.freitag.de/autoren/lutz-herde...ehr-im-paradies

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 17.11.2013 21:14 | nach oben springen

#58

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 21:36
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Ich will die DDR NICHT zurück!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


nach oben springen

#59

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 22:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #46
Zitat von Gert im Beitrag #30
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #29
Zitat von studfri im Beitrag #27
Zitat von SET800 im Beitrag #26
Hallo,
abstrakt gesehen richtig. Es ging aber um die Frage warum die DDR-Führung organisatorischen Aufwand trieb um Tote an der Staatsgrenze möglichst zu vermeiden, und da ist es egal ob die fluchtwilligen Menschen trotzdem als wertvolle Bürger gesehen wurden oder nur um des internationalen Ansehens willen.

Die Andere strittige Frage ist ob die Verhinderung ungenehmigter Auswanderung als Verbrechen gesehen wird, eine mögliche Ansicht, oder als legitimes Mittel der Innenpolitik um die volskwirtschaftliche Leistungsfähigkeit zum Wohle der Menschen und des Staates zu erhalten, eine andere Betrachtung.

Und da sage ich solange Kriegsführung und Wehrpflicht als legitime Staatsaktionen gelten sehe ich im Auswanderungseinschränkungen kein Verbrechen.

Französische Wehrpflichtige 1954 in Điện Biên Phủ, das gilt heute nicht in der Politik, nicht der Bundesrepublik als französisches Staatsverbrechen. 7 Jahre später die "Mauer" aber schon. Und "egal was früher war"?

Nach dem Mauerbau bis 1962 der Algerienkrieg, bis 1975 der amerikanische Krieg in Vietnam, auch mit Wehrpflichtigen zum Wohle der US-Dominanz, nicht zum unmittelbaren Wohle der US-Bürger.



Für wen?? Für die (in der DDR nicht demokratisch legitimierten) Politiker? Für die, die da bleiben wollen?
Ganz sicher aber nicht für die, die weg wollen.


Welche sachliche Legitimation gibt es für einen Staat (d.h. für die Politiker) -für irgend einen Staat- die Bürger gegen deren Willen auf dem Territorium gefangen zu halten? Nenn´mir bitte mal einen Grund, nur einen einzigen, der sich nicht von den Politikern oder irgend einer Führungsriege ableitet sondern von denjenigen, für die der Staat und seine Politiker da sein sollten: Vom Volk.




Die Politiker waren demokratisch legitimiert, und der Großteil der Bevölkerung hat nicht an Flucht gedacht. Wenn man das Wort Demokratie auf "Volkeswillen" bezieht, so stand die Mehrheit des Volkes bis 1989 hinter dem Staat....



@ddr-bürger
"Zettelfalten" nennst du demokratisch legitimiert ? Das war höchstens eine "Legitimation" von der Druckerei, die die Zettel druckte. Hab die Farce 1963 oder 1964( weiss das Jahr nicht mehr genau ) life erlebt, es war ein Witz. Wäre beinahe noch dumm aufgefallen als Angehöriger der GBK mit der Frage, wo ich denn mein Kreuz machen solle,. Da fehlten nämlich die vorgedruckten Kringel für das Kreuz


Rot: Und, Gert ? Hast Du nun den Zettel als gültig in die Urne gesteckt oder nicht ? Wenn ja, dann rege Dich bitte nicht auf. Das Thema hatte ich schon mal angerissen, mit dem Wahlverhalten, der Rechtmäßigkeit des Wahlablaufes, auch unter internationalen Regeln gesehen und der Bequemlichkeit und Zufriedenheit der Wähler. Das waren nur ganz, ganz Wenige, die bewußt eine andere Partei als die SED gewählt haben und wenn gesagt wird, daß da nur Namen standen und keine Parteien, war es für jeden Interessierten ohne Probleme möglich, sich auf den öffentlichen Veranstaltungen über die politische Herkunft der Kandidaten zu informieren. Bei einem Wahlverhalten der Bürger wie 1990 wäre es nicht möglich gewesen, in Größenordnungen zu manipulieren. Die Blockparteien, allen voran die CDU, hätten ihr neues politisches Gewicht sehr wohl zu nutzen gewußt.


ja, DoreHolm ich habe den Zettel in die Wahlurne geworfen.Ich war 19 Jahre jung, unerfahren und hinter mir standen die Offizieren, gedanklich die Pistole im Anschlag und belauerten mich, was macht er nun ? Ich hatte kein Interesse, mein höheres Ziel, diesem Land endgültig den Rücken zu kehren, wegen einer solchen Lappalie zu gefährden. Ein Jahr später bereitete ich mich auf meine erste demokratische Wahl vor.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#60

RE: 138. Berliner Mauer-Opfer ermittelt: 30-Jähriger ertrank in Spree

in Leben an der Berliner Mauer 17.11.2013 22:19
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Gert, Du bist ein Held, Dir wird man ein Denkmal setzen. Und wenn das Geld dafür nicht reichen sollte, ich spende dafür, aber nur gegen Quittung.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Berliner Mauer gestohlen
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von Lutze
4 20.01.2016 21:52goto
von LO-Wahnsinn • Zugriffe: 1331
Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989
Erstellt im Forum DDR Grenze Literatur von der glatte
0 10.01.2014 17:15goto
von der glatte • Zugriffe: 1835
Berliner Mauer Gedenkstätte mit Besucherrekord zum Mauerfall Jubiläum
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Angelo
0 31.05.2009 08:25goto
von Angelo • Zugriffe: 341
Das letzte Opfer der Berliner Mauer 1989
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
7 29.05.2009 19:15goto
von manudave • Zugriffe: 1358
Was ist noch übrig von der Berliner Mauer? Die letzten Mauerspuren
Erstellt im Forum Grenzbilder innerdeutsche Grenze von Angelo
41 16.01.2015 18:02goto
von Vogtländer • Zugriffe: 15574
Die Berliner Mauer kurz nach dem Bau im Jahre 1963
Erstellt im Forum Grenzbilder innerdeutsche Grenze von Angelo
0 20.02.2009 11:05goto
von Angelo • Zugriffe: 9919
136 Menschen starben an der Berliner Mauer
Erstellt im Forum Presse Artikel Grenze von Angelo
0 19.09.2008 12:02goto
von Angelo • Zugriffe: 580
Neue Studie über die Opfer der Berliner Mauer
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von Angelo
5 27.06.2009 20:25goto
von AJ72 • Zugriffe: 971
Maueropfer: Tote an der Berliner Mauer bis 1989
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von Angelo
5 13.08.2013 09:20goto
von Kimble • Zugriffe: 4733

Besucher
36 Mitglieder und 45 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: DerKurze
Besucherzähler
Heute waren 1960 Gäste und 136 Mitglieder, gestern 3466 Gäste und 184 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14355 Themen und 556997 Beiträge.

Heute waren 136 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen