#21

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 21:57
von EK82I | 869 Beiträge

Also,Zäune mit Mittelspannung nutzte doch wohl auch die NVA bei einigen Ihrer Objekte.Alleine bei mir im Umfeld gab es derer 2. Mittelspannung,grössere Isolatoren und grösserer Drahtabstand.Also, wenn ich da hätte Wache schieben müssen,nur mit höchstmöglichen Abstand. Für solche Anlagen existierten seperate Trafostationen.Ungefährlich wie der GSZ,mit Sicherheit nicht!!


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#22

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 21:57
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

"Mobility, Vigilance, Justice"
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zuletzt bearbeitet 12.11.2013 21:59 | nach oben springen

#23

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 22:01
von SET800 | 3.103 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #7
Die Grenzabfertigung konnte sehr schikanös werden aber auch entspannt übe rdie Bühne gehen. Im Gegensatz zur PKE konnte man die tschechischen Kollegen (auch Zoll) mit kleinen Geschenken( Z.B. Quellekatalog) sehr entspannen.




Hallo, mir sagte mal ein LKW-Fernverkehrsfahrer inkl Bulgarien, Polen, Türkei, Spanien usw. Ander DDr-Grenze ging "nichts", garnichts mit Geschenken, auch nicht Geldscheinen im Paß oder der hohlen Hand. Mag manchmal schikanös ihm vorgekommen sein, korruppt aber nie!

Insider könne ja mal berichten wie selten in der Hinsicht bei den Grenzkräften ermittelt oder gar strafverfolgt wurde.



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#24

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 22:06
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #20
Die Warnschilder, welche dem ortsunkundigen Besucher des Sperrgebietes den Glauben gaben, er sei nahe an der Grenze zur Bundesrepublik, standen aber ca. 2000 Meter von der eigentlichen Grenzlinie entfernt. Die tschechoslowakischen Grenzer hatten also sehr viel Zeit, um einen Flüchtling zu ergreifen, wenn Grenzalarm ausgelöst wurde.
Postentürme konnte man sehen. Signalzäune sah man nicht, aber die gab es mit Sicherheit genau so.
Das muß man sich so ähnlich vorstellen, wie in Bulgarien. Dort war ich mal in Smoljan. Die angedeutete Grenze in den Rhodopen war auch noch weit weg von griechischem Territorium.
Deshalb gehe ich davon aus, daß es nicht leichter war, die Grenze zwischen der CSSR und Österreich bzw. der Bundesrepublik zu überwinden, als die deutsch-deutsche Grenze.

Das ist richtig Kurt, an der bayerischen Grenze waren sehr früh vor der Grenze schon Sicherungen vor der eigentlichen Grenze . Als DDR Bürger kamst du dort nicht an die Güst . Anders im Süden der cssr. Bei Breclav, kurz vor der Güst Mikulov fuhr man sehr nah am Grenzzaun zu Österreich vorbei. War für uns interessant aber nicht reizvoll weil wir 30 Minuten später sowieso in Österreich waren.


.
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#25

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 22:10
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #20
Die Warnschilder, welche dem ortsunkundigen Besucher des Sperrgebietes den Glauben gaben, er sei nahe an der Grenze zur Bundesrepublik, standen aber ca. 2000 Meter von der eigentlichen Grenzlinie entfernt. Die tschechoslowakischen Grenzer hatten also sehr viel Zeit, um einen Flüchtling zu ergreifen, wenn Grenzalarm ausgelöst wurde.
Postentürme konnte man sehen. Signalzäune sah man nicht, aber die gab es mit Sicherheit genau so.
Das muß man sich so ähnlich vorstellen, wie in Bulgarien. Dort war ich mal in Smoljan. Die angedeutete Grenze in den Rhodopen war auch noch weit weg von griechischem Territorium.
Deshalb gehe ich davon aus, daß es nicht leichter war, die Grenze zwischen der CSSR und Österreich bzw. der Bundesrepublik zu überwinden, als die deutsch-deutsche Grenze.


Hallo Kurt, 2000m ist ganz schön breit, war da Wohnbebauung in diesem Streifen?


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#26

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 22:23
von andyman | 1.872 Beiträge

Zitat von EK82I im Beitrag #21
Also,Zäune mit Mittelspannung nutzte doch wohl auch die NVA bei einigen Ihrer Objekte.Alleine bei mir im Umfeld gab es derer 2. Mittelspannung,grössere Isolatoren und grösserer Drahtabstand.Also, wenn ich da hätte Wache schieben müssen,nur mit höchstmöglichen Abstand. Für solche Anlagen existierten seperate Trafostationen.Ungefährlich wie der GSZ,mit Sicherheit nicht!!


Hallo Forum.Das kann ich auch bestätigen,in meinem Resi Dienst 86 war ich in Basepohl-MV/ LSK.Da gab es um die Hubschrauber-Startplätze komplette Einzäunung mit Elektro-Starkstromzaun,gesichert von beiden Seiten mit Maschendrahtzaun und Beschilderung Starkstromzaun.Es gab Gerüchte das es einen Suizid von einem Offizier gegeben haben soll.LGandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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zuletzt bearbeitet 12.11.2013 22:24 | nach oben springen

#27

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 22:43
von chantre | 425 Beiträge

Was mir in diesem Artikel auffiel, ist die im Vergleich zu den DDR-Grenztruppen hohe Anzahl an getöteten CSSR-Grenzern. Nach Forschungen in Deutschland gab es 59 Grenzsoldaten, die Suicid verübten und 54 die nach Unfällen mit Schußwaffen oder Minen ums Leben kamen. Demgegenüber steht die Zahl von 648 getöteten Grenzern in der CSSR. Wie kann es zu solch einer Diskrepanz kommen?

meine Quellen: Forschungsverbund SED-Staat FU Berlin
Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegfolgenforschung


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#28

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 22:46
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #25


Hallo Kurt, 2000m ist ganz schön breit, war da Wohnbebauung in diesem Streifen?




Hallo Grenzwolf,

Nein, im Böhmerwald haben die Tschechen alles weggerissen, was ihnen zu nahe an der Grenze stand. So wie in der DDR die Aktion Ungeziefer, aber in noch größerem Ausmaß. Da gab es in den 80ern nur noch Wald und Hochmoor bis zur Grenze.

Viele Grüße,

Kurt


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#29

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 22:57
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #24

Das ist richtig Kurt, an der bayerischen Grenze waren sehr früh vor der Grenze schon Sicherungen vor der eigentlichen Grenze . Als DDR Bürger kamst du dort nicht an die Güst . Anders im Süden der cssr. Bei Breclav, kurz vor der Güst Mikulov fuhr man sehr nah am Grenzzaun zu Österreich vorbei. War für uns interessant aber nicht reizvoll weil wir 30 Minuten später sowieso in Österreich waren.


Hallo Gert,

Ja, richtig, an der Grenze zur Slowakei, also zwischen Malacky und Bratislava, verliefen so gar die Schienenwege relativ nahe an der österreichischen Grenze. Das ging schon vorher, hinter Breclav, los. Dort standen wir einmal recht lange im Grenzgebiet, allerdings waren die Zugtüren verriegelt. Außerdem war damals kein Baum und kein Strauch, der einem Deckung geboten hätte, dafür viele Wachtürme. Die Stacheldrahtzäune waren sehr nahe, aber man hätte hinter ihnen auch noch durch die March schwimmen müssen.


zuletzt bearbeitet 12.11.2013 22:58 | nach oben springen

#30

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 23:45
von Pitti53 | 8.786 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #22
Ohne Anmeldung einsehbar:

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showforum=183

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=10408

Und was so alles in Wiki etc. verzapft wird, na ja.



Sollte das ein Zufall sein, daß am gleichen Tag dasselbe Thema dort eingestellt wird?


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#31

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 12.11.2013 23:54
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #30
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #22
Ohne Anmeldung einsehbar:

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showforum=183

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=10408

Und was so alles in Wiki etc. verzapft wird, na ja.



Sollte das ein Zufall sein, daß am gleichen Tag dasselbe Thema dort eingestellt wird?


Soll vorkommen das einige auch woanders lesen . Ich persönlich bin skeptisch was ich da lesen muss.(Blutige Grenze---) Schade das unser tschechischer User kein deutsch kann.


zuletzt bearbeitet 12.11.2013 23:56 | nach oben springen

#32

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 05:58
von furry | 3.568 Beiträge

@Gert, kann eventuell über Deine Frau ein Kontakt zu u34_Pohranicnik.html hergestellt werden.
Der könnte sicher einige Fragen beantworten.
Wenn ich richtig gesehen habe, war er im Oktober noch online.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#33

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 09:14
von chantre | 425 Beiträge

Das bisher geschriebene im Tread ist sehr interessant. Daraus ergeben sich aber auch viele Fragen, für die ich, mangels Sprachkenntnisse, keine umfassenden Antworten finden kann. Leider sind auch in unserem Forum bisher keine User, die als BGS- oder Zollangehörige aus diesem Bereich, etwas beitragen können. Obwohl ich während meiner Tätigkeit in Dresden, von einigen Fluchtversuchen über die CSSR gehört habe, ist aber im Forum bisher niemand, der sich dazu äußert.
Auch in Österreich ist sehr wenig zum Thema zu lesen.
Schade, aber ich denke, das Thema ist noch nicht ausgereizt, zumal die westlichen Grenzen von Bulgarien, Rumänien und Ungarn auch noch nicht umfassend besprochen werden konnten. Ich denke, das liegt vor allem an den Sprachproblemen.


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#34

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 10:17
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde-----
Ich will mich ja nicht an der Stromrechnerei festbeißen, Aber --mir ging es um die benötigte Leistung!
Zit:"Also,Zäune mit Mittelspannung nutzte doch wohl auch die NVA bei einigen Ihrer Objekte.Alleine bei mir im Umfeld gab es derer 2. Mittelspannung,grössere Isolatoren und grösserer Drahtabstand.Also, wenn ich da hätte Wache schieben müssen,nur mit höchstmöglichen Abstand. Für solche Anlagen existierten seperate Trafostationen.Ungefährlich wie der GSZ,mit Sicherheit nicht!!"Zit.Ende.
Genau das mit den seperaten Trafostationen ist der Knackpunkt. Aber das Thema ist viel zu interessant, um nur darauf rumzureiten-also -hoffentlich kommt noch was.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#35

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 11:23
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Interessantes Thema....

Ich hab mal auf der Webseite
http://www.pluska.sk/slovensko/zverstva-komunistov.html
ein wenig gelesen. Soweit ich den Text verstehe, ist dort von einer Spannung zwischen 2000...4000 Volt die Rede.
@Gert - kannst Du den Artikel bitte mal Deiner Frau zeigen - sicher kann sie mehr Details herauslesen. Mein Tschechisch/Slowakisch ist leider nur rudimentär.
Bei ausreichendem Stromfluss (> 15 mA durch den menschlichen Körper) kann die Berührung tödlich sein, je nach dem, durch welchen Körperteil der Strom fliesst.
Wenn ich das Foto http://www.pluska.sk/fotogaleria/?foto=&clanok=101849 so betrachte, sehe ich jedoch ein Problem:
Den Kriechstrom entlang der Isolatoren bei Schnee, Nässe, etc. Die bodennahe Montage der Drähte wird eine Menge Probleme bereitet haben, die Betriebssicherheit der Anlage schätze ich als äusserst mangelhaft ein. Der Wartungsaufwand, freihalten der Drähte von Vegetation (sonst: ständige Spannungsüberschläge) dürfte extrem hoch gewesen sein. Und das bei einer Grenzlänge zwischen der CSSR zur BRD/Österreich über wieviel? Km...

Pervers, trotzdem, das Ganze.... genau so wie die SM70 am DDR-Grenzzaun.
Wenn ich etwas Zeit finde, werde ich mal aufgrund der technischen Angaben ein bisschen rechnen....
Achja, beruflich hab ich mit Strom ein bisschen zu tun.... aber nicht solch perverses Zeug.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 13.11.2013 13:24 | nach oben springen

#36

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 11:31
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #30
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #22
Ohne Anmeldung einsehbar:

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showforum=183

http://www.nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=10408

Und was so alles in Wiki etc. verzapft wird, na ja.



Sollte das ein Zufall sein, daß am gleichen Tag dasselbe Thema dort eingestellt wird?
Nein, das ist kein Zufall. Tschechien dürfte vor einiger Zeit die entsprechenden Archive geöffnet haben. Darauf aufbauend wurde vor kurzem ein Buch herausgegeben: "Halt! Tragödien am Eisernen Vorhang. Die Verschlussakten", von Stefan Karner, Ecowin Verlag.
Es gab dazu auch einen Artikel in der Zeitung "Profil" - leider dürfte der Artikel nicht online sein (zumindest hab' ich ihn auf die Schnelle nicht gefunden): http://www.profil.at/

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#37

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 11:46
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #35
(..)
http://www.pluska.sk/slovensko/zverstva-komunistov.html
ein wenig gelesen. Soweit ich den Text verstehe, ist dort von einer Spannung zwischen 2000...4000 Volt die Rede.
(...)
Gruss Hartmut





Eine Spannung von mindestens 3000 Volt verhindert den Bewuchs. Deshalb haben elektrische Weidezäune in der Landwirtschaft mindestens 3 kV.
Theo


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#38

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 12:44
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #19
Zitat von Hans im Beitrag #6
Hi, Gemeinde...
Schönes Beispiel--- Dafür, das Historiker sich nicht mit Physik, in diesem Fall mit Elektrotechnik befassen.
Man überlege mal mit Hilfe der ev. noch vorhandenen polytechnischen Kenntnisse : Einspeisung Strom -Isolierung-Widerstand der Leitung-Spannungsabfall auf Eisendraht pro Meter- Vorhandene Einspeisung alle wieviel Meter notwendig ? Und wieviele Amperchen hättens denn gern ?
Na ja- Der Signalzaun zwischen "meinem" SBW Nordbahnhof und dem Bereich der GT dort wurde auch schon als Starkstromzaun bezeichnet.
73 Hans



Hallo, viele Ampere braucht man nicht, 100mA durch den Körper könnnen schon tödlich sein!

Aber rechnen wir, Stahldraht, klassischer Stacheldraht hat ca. 4mm² Querschnitt, Leitfähigkeit vereinfacht 1/5 von Kupfer.
50m haben dann ein Ohm.

3000m ergeben 60 Ohm. Bei 3000V Speisespannung kommen dann bei 10 A Stromfluss durch den Körper immernoch 2400V an, genügend um den Weg in durchgeschwizte Jacken, an schweißsalziger Haut einzudringen, durch feuchte Schusohlen zu den Regenwürmern weiterzufliessen......

Ähm... wie hast Du das denn gerechnet?

Wir haben hier eine Serienschaltung von zwei (vereinfacht - Detail siehe unten) Widerständen: Einerseits der Widerstand des Drahtes (ich setze mal an den 60 Ohm auf) und andererseits den Widerstand des menschlichen Körpers (wenn niemand den Draht berührt sollte es eigentlich keinen Stromfluss geben). Wenn wir den Widerstand des menschlichen Körpers mit 1kOhm annehmen (im für den Menschen schlechtesten Fall), haben wir im Gesamtsystem einen Widerstand von 1060 Ohm (1kOhm Körperwiderstad + 60Ohm Drahtwiderstand). Bei einer Spannung von 3000V ergibt sich somit ein Stromfluss von ~2,8A, was der Gesundheit des den Draht berührenden Menschen nicht besonders zuträglich sein dürfte. 170V werden dabei durch den Widerstand des Drahtes abgebaut, für den Menschen bleiben dann noch 2,83kV.
Um genau zu sein sollte dann dabei noch berücksichtigt werden, ob es sich um Gleich- oder Wechselstrom handelt. Gleichstrom dürfte hier gefährlicher sein, aber Wechselstrom einfacher zu handhaben (siehe im Netz dazu auch "Gleichstromtransformatoren").

Soweit zur vereinfachten, idealisierten Darstellung.

Für eine genauere Berechnung muss man natürlich weitere Widerstände berücksichtigen. Z.B. sind auch der Innenwiderstand der Spannungsquelle und der Widerstand der sich aus der Erdung ergibt relevant. In Summe ergibt sich eine Serienschaltung (d.h. die Widerstände sind zu summieren) von Innenwiderstand der Spannungsquelle, dem Widerstand des Drahtes, Kontakt bzw. Übergangswiderstände z.B. zur menschlichen Haut bzw. zw. Mensch und Erde, dem Körperwiderstand des Menschen und der durch die Erdung verursachte Widerstand.

Warum ist ein Weidezaun nicht tödlich? Einerseits sendet ein Weidezaun nur kurze - verhältnismäßig energiearme - Impulse aus, er steht nicht dauerhaft unter Strom. Außerdem begrenzen Weidezäune die Stromstärke die bei Berührung möglich ist (z.B. auf 10mA). Durch die Begrenzung der Stromstärke (bspw. durch eine "künstliche" Erhöhung des Innenwiderstands) liegt letztendlich nur eine geringere Spannung am menschlichen/tierischen Körper an als die 10kV Maximalspannung die (manche) Weidezäune leisten können.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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#39

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 12:58
von Hansteiner | 1.410 Beiträge

Also irgendwie fehlen einen da die Worte.Das Regime in Prag war ja noch schlimmer als unseres.
Noch nicht mal das Leben der eigenen Soldaten war denen etwas wert, geschweige das der anderen !
Einfach nur abscheulich. Ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll.

H.



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#40

RE: Blutige Grenze zwischen Österreich und der CSSR

in Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien 13.11.2013 13:21
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Hansteiner im Beitrag #39
Also irgendwie fehlen einen da die Worte.Das Regime in Prag war ja noch schlimmer als unseres.
Noch nicht mal das Leben der eigenen Soldaten war denen etwas wert, geschweige das der anderen !
Einfach nur abscheulich. Ich weiss nicht wie ich das beschreiben soll.

H.


Aber warum dort so viele Grenzschützer ihr Ende fanden ist uns immer noch verborgen, nur an der eventuellen Kombi Strom und Slibowic wird es wohl nicht gelegen haben.
In einigen Links ist von einer Para-Militärischen Formation die Rede, lag es daran, oder stimmen unsere Zahlen nicht betreffs Unfällen und Selbstmorden bei den GT, gibt es da alte verlässliche Statistiken?


zuletzt bearbeitet 13.11.2013 13:41 | nach oben springen



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