#121

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 16:49
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von berlin3321 im Beitrag #118
Gedient ja.

Ich möchte klar stellen, dass es auch keine Kritik an euch Grenzsoldaten sein soll.

Aus meiner damaligen BW Zeit sage ich einfach mal: In dem Alter sieht man nicht so "hinter die Sachen", man ist unbeschwerter. Mit dem Wissen von heute allerdings.....

Also bitte nicht falsch verstehen.

Mfg Berlin


so fass ich jedenfalls deine sachliche Argumentation auch nicht auf


nach oben springen

#122

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 16:56
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #118
Gedient ja.

Ich möchte klar stellen, dass es auch keine Kritik an euch Grenzsoldaten sein soll.

Aus meiner damaligen BW Zeit sage ich einfach mal: In dem Alter sieht man nicht so "hinter die Sachen", man ist unbeschwerter. Mit dem Wissen von heute allerdings.....

Also bitte nicht falsch verstehen.

Mfg Berlin


ich habe es nicht als Kritik gesehen... habe mich wohl etwas mißverständlich ausgedrückt....


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#123

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 17:11
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Mal ne andere Sache, habt ihr ehemaligen einfachen GWD'ler überhaupt mal einen Postenführer oder Posten erlebt der regelrecht nass darauf war nun endlich einmal auf einen GV zu treffen und mit so einem "Element" abzurechnen?
Ich nicht.
150%ige richtig heisse Offiziere schon, aber die waren eigentlich auch die Ausnahme.
Ich meine, gerne oder aus reiner Mordlust, wie das manchmal so dargestellt wird, hat garantiert nicht ein einziger einfacher Soldat einen GV erschossen.


Jobnomade, Hans, Hapedi und br232313 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.11.2013 17:14 | nach oben springen

#124

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 17:19
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat
wie er das denn bei seinen Leuten gehandhabt hat...
ja und warum haben Vorgesetzte letztendlich solche Gerüchte nicht aufgeklärt?



Ich meine, das Rainman2 genau dazu etwas geschrieben hat, Rüganer, nämlich genau das: Lässt sich besser lenken, zumindest sinngemäß.

@exgakl Nee, nee, war nicht undeutlich ausgedrückt. In diesem Thema sehe ich mich eher als Fürsprecher der Grenzsoldaten.


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
nach oben springen

#125

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 22:58
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #82
Zitat von frank im Beitrag #74
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Zitat von studfri im Beitrag #7
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #6
Zitat von Kurt im Beitrag #5
Ja, Hans, das war eine Schule für's Leben. Man konnte sich auf seine Kameraden verlassen. Die U-Schule war zwar stressig, aber ich habe Freundschaften geschlossen, die zum Teil heute noch bestehen. Der Dienst beim GR 34 war dann deutlich entspannter als die Zeit im AZ 6...


Das stimmt allerdings, die lustigen 501 z.B. konnten einem schon was für's weitere Leben mitgeben.


Na Du siehst ja Deine Zeit bei den GT eher kritisch. Hast du damals auch so gedacht wie heute?


Nein, ich war erst 22 Jahre jung und hatte die "Formung" durchlaufen.
Erging mir in abgeschwächter Form wie meinem Vater der "Sieg Heil" rufend in seinen persönlichen Canossagang marschierte.
Diktaturen setzen immer Propaganda sehr geschickt für ihre Zwecke ein.



nicht nur diktaturen sondern auch so genannte 'demokratien' glänzen nicht gerade mit erfolg in sachen bildung des volkes !!
da wird die wahl doch eng !
lieber propaganda als dummer untertan !!!


Jetzt muss ja auch nicht mehr das Volk gebildet werden, dem Volk steht es nunmehr frei sich selbst zu bilden, wenn es mag jedenfalls.



und du als gestandener mann , glaubst wirklich an so einen blödsinn !!!



nach oben springen

#126

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 23:32
von damals wars | 12.186 Beiträge

Ja, das es Sachen gibt, die erledigt werden müssen, auch wenn man es nicht einsieht,lernte der Mann bei der Armee,die Frauen beim ersten Kind, von daher war die Armeezeit eine Schule des Lebens. Als ständiger UvD lernte ich es, Menschen schnell einschätzen zu können, das nutzt mir bis heute.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
br232313 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#127

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 00:05
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von frank im Beitrag #125
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #82
Zitat von frank im Beitrag #74
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Zitat von studfri im Beitrag #7
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #6
Zitat von Kurt im Beitrag #5
Ja, Hans, das war eine Schule für's Leben. Man konnte sich auf seine Kameraden verlassen. Die U-Schule war zwar stressig, aber ich habe Freundschaften geschlossen, die zum Teil heute noch bestehen. Der Dienst beim GR 34 war dann deutlich entspannter als die Zeit im AZ 6...


Das stimmt allerdings, die lustigen 501 z.B. konnten einem schon was für's weitere Leben mitgeben.


Na Du siehst ja Deine Zeit bei den GT eher kritisch. Hast du damals auch so gedacht wie heute?


Nein, ich war erst 22 Jahre jung und hatte die "Formung" durchlaufen.
Erging mir in abgeschwächter Form wie meinem Vater der "Sieg Heil" rufend in seinen persönlichen Canossagang marschierte.
Diktaturen setzen immer Propaganda sehr geschickt für ihre Zwecke ein.



nicht nur diktaturen sondern auch so genannte 'demokratien' glänzen nicht gerade mit erfolg in sachen bildung des volkes !!
da wird die wahl doch eng !
lieber propaganda als dummer untertan !!!


Jetzt muss ja auch nicht mehr das Volk gebildet werden, dem Volk steht es nunmehr frei sich selbst zu bilden, wenn es mag jedenfalls.



und du als gestandener mann , glaubst wirklich an so einen blödsinn !!!


Ob das nun Blödsinn ist, nun ja, ist wohl Ansichtssache.
Jedenfalls hat heutzutage jeder die Chance nach seinen Fähigkeiten ein gewisses Bildungsniveau zu erreichen und die Möglichkeiten sich umfassend zu informieren in alle Richtungen sind auch gegeben wenn man dieses in Anspruch nehmen möchte.
Die, ich drücke es einmal harsch aus, politische Volksverblödung die z.B. durch die "Aktuelle Kamera" betrieben wurde, erachte ich als eine etwas begrenzte Möglichkeit sich ein realistisches Bild von der Gesellschaft und der Welt zu machen.
Wenn du das anders siehst, bitte schön.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#128

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 00:28
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #84
Also ich war nicht dabei, aber jemand von meiner Stube und der hat schlimme Dinge darüber erzählt. Grenzdurchbruch am 24.12.70, genaueres steht in der Chronik der Mauer. Da war eben nur sehr wenig erste Hilfe zu leisten und die 2 Posten, die dicht dran waren, sind mit der Situation völlig überfordert gewesen. Da reichen dann die ersten 2 Verbandspäckchen nicht mehr aus und Hartmut, ob da Herzdruckmassage und Mund zu Mund Beatmung was gebracht hätten.... die hat man mal bei dem Führerscheinlehrgang gezeigt bekommen, aber doch wohl nicht verinnerlicht.
Und in diesem Fall war das Tor nur einen Turm entfernt, trotzdem endete dieser versuchte Grenzdurchbruch eben tragisch. Adrenalin, diese damalige psychische Beeinflussung der jungen Soldaten, dass alles trug dazu bei, dass da diese Lage so endete. Man hätte den Mann auch an der Stelle mit der Hand fangen können, wenn, ja wenn dieser plötzliche Adrenalineinschuss nicht gewesen wäre, das Überraschungsmoment - huch, da ist einer - und dann diese Reflexhandlungen...
Deswegen, ich möchte diese Zeit zwar vergessen, werde aber um Weihnachten herum immer wieder an diesen beschrieben Fall erinnert, ich stand 3 Türme weiter... da waren die Schüsse noch zu hören...

Ich gebe dir 100% Recht @Rüganer

grau ist alle Theorie. Manches würde man zurückdrehen und es ungeschehen machen, vor allem wenn man in diese Situation gekommen ist, in die ich Gott sei Dank nie gekommen bin. Und dann steht man da hilflos, fassungslos selber unter Schock stehend.
In der Ausbildung haben wir auch mal die Festnahme "geübt" natürlich ohne Waffenanwendung aber das war eher Wirklichkeitsfremd. Der Grenzverletzer an der Üb.- Grenze kam uns entgegen gelaufen und ließ sich bereitwillig festnehmen. Ich hatte so gar die bekloppte Vorstellung der GV kommt in Schwarzkombi.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.11.2013 00:31 | nach oben springen

#129

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 21:11
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #112
Zitat von studfri im Beitrag #107
Ich gehe aber doch einmal davon aus @Rüganer, dass man für sich selbst ausreichend Zeit hatte sich in Gedanken zju vergewissern, was man da tut im Grenzdienst, was da von einem verlangt wird und was man vom GV eigentlich selbst hält. Dazu gehört natürlich die Reflexion dessen, was einem da "eingetrichtert" wurde aber auch das bilden einer eigenen Meinung, eines eigenen Standpunktes.

So wie Du das beschreibst, man tat da Dienst und plötzlich wurde man mit dem GV konfrontiert; das mag zwar für diese tatsächlich Begegnung richtig sein, aber sich mit dieser Situation gedanklich vorher auseinanderzusetzen, dazu gab es doch wohl nicht wenig Zeit, denke ich zumindest.

Meine einige Post´s vorher gestellte Frage dazu, ob man sich als Angehöriger der GT hat vorstellen können, warum da jemand "weg" wollte, hat wesentlich mit dieser möglichen Auseinandersetzung zu tun.


Nein, was mich betrifft und da kann ich nur für mich selber sprechen, ich habe mich nicht interessiert dafür, warum da jemand weg wollte. Vielleicht ist dies meine Schuld und es geht mir heute auch noch ein klein bisschen so, ich denke mal, ich habe da schon einen klaren Menschenverstand und warum da jemand gegen eine Grenze anrennt, von der jeder in der DDR wusste, da wird geschossen, da kann man nicht mal so eben rüberlaufen und da ist auch keine Menschlichkeit mehr, dies habe ich damals nicht verstanden. Und darüber grübelte ich auch nicht, ich hätte es nicht getan und warum der andere es nun versucht... ich denke, man hat auch keine zeit mehr dafür gehabt und es zum anderen als sinnlos erachtet. Anderen mag es anders ergangen sein. Wenn mich dieser Staat da hinstellt, dann wird er wissen was er tut... und besser ich steh da und reiße meine 18 Monate ab, als wenn ich über die Äcker von Eggesin krieche und den Mucker mache..... dies ist das Denken damals gewesen...



Eine ehrliche auf aufrichtige Antwort. Danke dafür. Sie gibt für manches eine Erklärung, was sich da abspielte an der Grenze.



nach oben springen

#130

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 21:19
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #116
Zitat von berlin3321 im Beitrag #114
Eigentlich möchte ich nichts dazu sagen, aber irgendwie brennt es mir doch auf den Nägeln.

Obwohl ich ja nicht an der Grenze Dienst geschoben habe muss ich Rüganer Recht geben. Rainman2 hat es auch in einem anderen Fred geschrieben: Der Wehrüflichtige wurde nicht entsprechend davon in Kenntnis gesetzt das er keine Strafe zu erwarten hat wenn er nicht schießt oder nicht trifft.

Das System war so aufgebaut das der Wehrpflichtige unter angst gesetzt und unter angst gehalten wurde. Die Schußwaffengebrauchsanweisung oder Anweisung wurde so explizit wohl auch nicht erklärt.

Mfg Berlin


Da muß ich Dir widersprechen, die Schußwaffengebrauchsbestimmung wurde jedem Wehrpflichtigen sehr genau erklärt und war auch für jeden in der ehem.DDR zugänglich... ich würde auch nicht sagen, dass der Wehrpflichtige unter Angst gehalten wurde, es existiereten wohl Gerüchte was passieren würden wenn, aber wie gesagt, es waren Gerüchte!
Rüganer hat es sehr treffend geschrieben... wir haben uns damals darum keine oder wenige Gedanken gemacht. Mit dem Kenntnisstand von heute und vielleicht dem Hintergrund nie an der Grenze oder überhaupt gedient zu haben ist es relativ leicht darüber zu urteilen.... und genau das sollte man vielleicht nicht unter allen Umständen tun...

VG exgakl


Nein, das Gegenteil ist der Fall: Es fällt sehr schwer, darüber zu urteilen, da man kaum Detailkenntnisse von den inneren Zusammenhängen hat.

Ich denke eine grundlegende Frage, um den Dingen näher zu kommen ist die Frage, ob der betreffende Angehörige der GT sich vorstellen konnte, warum da jemand weg will......



nach oben springen

#131

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 21:40
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Lutze im Beitrag #97
sind jetzt die Schießeisen dran schuld,
das es soviel Tote an der Grenze gab,
ich habe auf die Beine gezielt,und
die Knarre ballerte doch auf den Oberkörper?
Lutze

Das Thema habe ich schon zig mal versucht aufzuklären , aber es fand bisher kein gehör . Wir Grenzer waren damals zwar mit dem Waffenreinigen sehr mit der Kaschi vertraut , aber wo oft hat man denn damit geschossen ????
Wie seine Kaschi bei Dauerfeuer reagiert oder wie man bei Einzelfeuer zielt , wem hat das Interessiert. Die sich dafür Interessierten waren sehr gering . Nach dem Schießen war es doch damals das wichtigste , wie bekomme ich dieses Ding so schnell wie möglich sauber . dies Erfahrungen habe ich damals als Waffenuffz,gesammelt. ratata
Vielleicht hätt es bei dem Einsatz der Schutzwaffe auf Grenzverletzer weniger Tode gegeben .


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.11.2013 21:48 | nach oben springen

#132

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 21:51
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #110
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #108
Vielleicht kann ja mal ein ehemaliger Offizier was beisteuern wie die Soldaten angewiesen waren in bestimmten Situationen zu handeln und wie die Grenzoffiziere von weiter Oben, ich nenne es mal Richtlinien, empfohlen bekamen was wünschenswerter wäre, volkstümlich ausgedrückt, kein Geballere und eventuell doch Durchbruch, oder eher umgekehrt?




Hatten wir alles schon mal, Grenzwolf und Rainman als Polit hat da auch schon was zu geschrieben, nämlich, dass wir gar nicht gemusst hätten... wusste nur keiner, war geheim... sonst wären wir ja alle nicht mehr so wachsam gewesen...



und wozu dann die Vergatterung ? aus Spaß an der Freude ?



nach oben springen

#133

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 22:12
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von damals wars im Beitrag #126
Ja, das es Sachen gibt, die erledigt werden müssen, auch wenn man es nicht einsieht,lernte der Mann bei der Armee,die Frauen beim ersten Kind, von daher war die Armeezeit eine Schule des Lebens. Als ständiger UvD lernte ich es, Menschen schnell einschätzen zu können, das nutzt mir bis heute.



Gut, diese Armeezeit war eine Schule des Lebens, aber in anderer Hinsicht, als Du es hier verbreitest.
Diese Armeezeit zeigte den Jungen Männern zumindest an der Grenze, dass es anders, als bei den Truppenteilen der NVA, die nicht die meiste Zeit mit scharfer Munition in der Waffe umherliefen, noch eine gewisse Menschlichkeit auch untereinander herrschte und dass man vernünftiger miteinander umging, als bei anderen Waffengattungen, auch was der Umgang Berufsunteroffizier mit GWD und größtenteils auch mit den Dreiendern.
Es lehrte die jungen Menschen aber auch, dass die in einer Art behandelt wurden, die ganz unter der Gürtellinie war und die vielleicht durch militärgeile Genossen akzeptiert wurde, vielleicht auch noch durch politisch überzeugte, alle anderen haben nur die Arschbacken zusammengekniffen und sich da durchgebissen. Warum wohl war die Masse so froh, wenn dieser ganze Mist vorbei war? Wäschetausch - zerrissene, nicht passende Wäsche, nimm es oder lass es. Duschen? wie oft war dies denn eigentlich und unter welchen Bedingungen? Freizeit? wie sinnvoll die verbracht wurden kann man hier im Forum nachlesen ... unter aller Würde... Ausgang? zumindest in Berlin sehr selten und wen wundert es denn, wenn man dann da eine gewisse Druckbetankung machte, teilweise auch, um den alltäglichen Scheiß zu vergessen? Was hat es mir für das Leben gebracht, dass man mich damit schikanierte, die Junge Welt zu nutzen, um das Unterhemd scharfkantig im Spind einzulagern? Was hat es mir für das Leben gebracht, dass ich da Reviere gereinigt habe? Was hat es mir für das Leben gebracht, dass ich da vor gernegroßen Unteroffizieren Stramm stehen sollte, die nichts im Kopf hatte? Ich sage heute - es war eine verlorene Zeit für mich.
Und nun zu dem Makel generell, den ich hier schon mal beklagt habe und der für mich alles infrage stellt:
Was ist dies für ein System, dass junge Leute an die Grenze schickt, ihnen eine automatische Waffe in die Hand drückt und sie dann da alleine lässt. Die diesen jungen Menschen etwas von der Unverletzbarkeit der Grenzen erzählt, davon dass sie diese zu schützen hätten und die sie vergattert, jedenfalls zu meiner Zeit, notfalls eben diesen Grenzverletzer zu vernichten. ( Und keiner der Vergatterer stellte sich hin und sagte - vernichten bedeutet - kampfunfähig machen) Und dann gingen diese jungen Menschen da raus und in den 8 Stunden der Schicht tauchten auch die Gerüchte über Schwedt auf, was geht da ab, was passiert da. Ich weiß noch, das es hieß, Schwedt ist so hart, die gehen zum Essen und dann, im Essensaal heist es: Gas - der Schnuppersack kommt auf den Kopf und wenn die Essenzeit vorbei ist - dann kommt Entwarnung und das war es dann... sowas erzeugt Angst und kein Polit, kein es gutmeinender Offizier hat jemals so ein Gerücht zerstreut - diese Masse der GWD lies sich doch so viel besser lenken...
Und rainman schreibt dann von diesem Ding, dass es im Geheimen hieß, kein Soldat wird bestraft dafür, dass er die Schusswaffe nicht einsetzt... wo wurde uns der befehl bekanntgegeben... es ist doch nur die dämliche Masse, die da ihre zeit bei uns abreißen muss und je weniger wir denen sagen, je weniger wir denen gestatten, je schlechter wir die behandeln, um so leichter haben wir es...
wenn ich also da in dieser Zeit etwas für das Leben gelernt habe, dann dies: nie wieder irgendwo militärisch dienen, jedenfalls nicht als Befehlsempfänger und unter solchen verlogenen Vorgaben


Jobnomade, thomas 48, studfri und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#134

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 22:57
von studfri | 762 Beiträge

Mal abgesehen vom Militärischen, @Rüganer, wenn man das alles liest, dann kommt es einem doch etwas seltsam vor, dass dieser Staat damals sich immer als "Arbeiter- und Bauernmacht" bezeichnete und wohl auch verstand. Für mich bedeutet das, dass es diesem Staat besonders um die Sorge für diese Bevölkerungsgruppen ging. Was Du da aber schilderst (und ich lese sowas ja an vielen Stellen hier nicht nur von Dir), da mutet einem das eher als das genau Gegenteil an.



nach oben springen

#135

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 23:36
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #134
Mal abgesehen vom Militärischen, @Rüganer, wenn man das alles liest, dann kommt es einem doch etwas seltsam vor, dass dieser Staat damals sich immer als "Arbeiter- und Bauernmacht" bezeichnete und wohl auch verstand. Für mich bedeutet das, dass es diesem Staat besonders um die Sorge für diese Bevölkerungsgruppen ging. Was Du da aber schilderst (und ich lese sowas ja an vielen Stellen hier nicht nur von Dir), da mutet einem das eher als das genau Gegenteil an.




Arbeiter und Bauern macht macht macht



nach oben springen

#136

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.11.2013 23:56
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #133
Zitat von damals wars im Beitrag #126
Ja, das es Sachen gibt, die erledigt werden müssen, auch wenn man es nicht einsieht,lernte der Mann bei der Armee,die Frauen beim ersten Kind, von daher war die Armeezeit eine Schule des Lebens. Als ständiger UvD lernte ich es, Menschen schnell einschätzen zu können, das nutzt mir bis heute.



Gut, diese Armeezeit war eine Schule des Lebens, aber in anderer Hinsicht, als Du es hier verbreitest.
Diese Armeezeit zeigte den Jungen Männern zumindest an der Grenze, dass es anders, als bei den Truppenteilen der NVA, die nicht die meiste Zeit mit scharfer Munition in der Waffe umherliefen, noch eine gewisse Menschlichkeit auch untereinander herrschte und dass man vernünftiger miteinander umging, als bei anderen Waffengattungen, auch was der Umgang Berufsunteroffizier mit GWD und größtenteils auch mit den Dreiendern.
Es lehrte die jungen Menschen aber auch, dass die in einer Art behandelt wurden, die ganz unter der Gürtellinie war und die vielleicht durch militärgeile Genossen akzeptiert wurde, vielleicht auch noch durch politisch überzeugte, alle anderen haben nur die Arschbacken zusammengekniffen und sich da durchgebissen. Warum wohl war die Masse so froh, wenn dieser ganze Mist vorbei war? Wäschetausch - zerrissene, nicht passende Wäsche, nimm es oder lass es. Duschen? wie oft war dies denn eigentlich und unter welchen Bedingungen? Freizeit? wie sinnvoll die verbracht wurden kann man hier im Forum nachlesen ... unter aller Würde... Ausgang? zumindest in Berlin sehr selten und wen wundert es denn, wenn man dann da eine gewisse Druckbetankung machte, teilweise auch, um den alltäglichen Scheiß zu vergessen? Was hat es mir für das Leben gebracht, dass man mich damit schikanierte, die Junge Welt zu nutzen, um das Unterhemd scharfkantig im Spind einzulagern? Was hat es mir für das Leben gebracht, dass ich da Reviere gereinigt habe? Was hat es mir für das Leben gebracht, dass ich da vor gernegroßen Unteroffizieren Stramm stehen sollte, die nichts im Kopf hatte? Ich sage heute - es war eine verlorene Zeit für mich.
Und nun zu dem Makel generell, den ich hier schon mal beklagt habe und der für mich alles infrage stellt:
Was ist dies für ein System, dass junge Leute an die Grenze schickt, ihnen eine automatische Waffe in die Hand drückt und sie dann da alleine lässt. Die diesen jungen Menschen etwas von der Unverletzbarkeit der Grenzen erzählt, davon dass sie diese zu schützen hätten und die sie vergattert, jedenfalls zu meiner Zeit, notfalls eben diesen Grenzverletzer zu vernichten. ( Und keiner der Vergatterer stellte sich hin und sagte - vernichten bedeutet - kampfunfähig machen) Und dann gingen diese jungen Menschen da raus und in den 8 Stunden der Schicht tauchten auch die Gerüchte über Schwedt auf, was geht da ab, was passiert da. Ich weiß noch, das es hieß, Schwedt ist so hart, die gehen zum Essen und dann, im Essensaal heist es: Gas - der Schnuppersack kommt auf den Kopf und wenn die Essenzeit vorbei ist - dann kommt Entwarnung und das war es dann... sowas erzeugt Angst und kein Polit, kein es gutmeinender Offizier hat jemals so ein Gerücht zerstreut - diese Masse der GWD lies sich doch so viel besser lenken...
Und rainman schreibt dann von diesem Ding, dass es im Geheimen hieß, kein Soldat wird bestraft dafür, dass er die Schusswaffe nicht einsetzt... wo wurde uns der befehl bekanntgegeben... es ist doch nur die dämliche Masse, die da ihre zeit bei uns abreißen muss und je weniger wir denen sagen, je weniger wir denen gestatten, je schlechter wir die behandeln, um so leichter haben wir es...
wenn ich also da in dieser Zeit etwas für das Leben gelernt habe, dann dies: nie wieder irgendwo militärisch dienen, jedenfalls nicht als Befehlsempfänger und unter solchen verlogenen Vorgaben

grün
Das könnte man als guten Rat weitergeben, für Soldaten die sich heute wieder freiwillig zum Kriegeinsatz melden dürfen.


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#137

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 11.11.2013 01:02
von Eisenacher | 2.069 Beiträge
nach oben springen

#138

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 11.11.2013 07:00
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #136

grün
Das könnte man als guten Rat weitergeben, für Soldaten die sich heute wieder freiwillig zum Kriegeinsatz melden dürfen.




Nein Rostocker, die Soldaten heute, jedenfalls die Deutschen, haben eine Alternative..... Wir hatten keine 1969, entweder Armee oder Wehrdienstverweigerung mit all den daraus resultierenden Folgen... Heute kann der Herr Soldat doch getrost in Deutschland seine Dienstzeit abreißen, kein Mensch "presst" ihn irgendwo hin... und wenn er gar nicht will, dann macht er einen Ersatzdienst...
Es ist nicht zu vergleichen mit unserer Zeit...


nach oben springen

#139

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 11.11.2013 08:50
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von studfri im Beitrag #134
Mal abgesehen vom Militärischen, @Rüganer, wenn man das alles liest, dann kommt es einem doch etwas seltsam vor, dass dieser Staat damals sich immer als "Arbeiter- und Bauernmacht" bezeichnete und wohl auch verstand. Für mich bedeutet das, dass es diesem Staat besonders um die Sorge für diese Bevölkerungsgruppen ging. Was Du da aber schilderst (und ich lese sowas ja an vielen Stellen hier nicht nur von Dir), da mutet einem das eher als das genau Gegenteil an.




Tja studfri, die Arbeiter-u. Bauernmacht, der Marx hat sich das schon gut überlegt, aber als Student der Historie wirst du wissen wie die reale Umsetzung begann in Russland, die Arbeiterklasse war dort überschaubar und eine Handvoll Intellektuelle nahm das mal in die Hand, die Befreiung der werktätigen Massen und irgendwann wurden dann die "Befreiten" diktatorisch zu ihrem Glück gezwungen, also nicht das Bürgertum wurde diktiert sondern die eigentlich herrschen sollten wurden von einer Kaste erhabener, die sich dazu eine mächtige Partei samt Machtapperat geschaffen hatten und dieses für ihre eigenen Zwecke mißbrauchten diktiert.
Die Arbeiter- u. Bauernmacht kannst du getrost ausklammern in der Geschichte des schon einmal real existierenden Sozialismus, die Arbeiter und Bauern hatten wie vorher ihre ureigenste Aufgabe zu erfüllen, Arbeiten und ansonsten den Mund zu halten sonst gab's die Knute.


studfri und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.11.2013 08:59 | nach oben springen

#140

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 11.11.2013 08:59
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #138
Zitat von Rostocker im Beitrag #136

grün
Das könnte man als guten Rat weitergeben, für Soldaten die sich heute wieder freiwillig zum Kriegeinsatz melden dürfen.




Nein Rostocker, die Soldaten heute, jedenfalls die Deutschen, haben eine Alternative..... Wir hatten keine 1969, entweder Armee oder Wehrdienstverweigerung mit all den daraus resultierenden Folgen... Heute kann der Herr Soldat doch getrost in Deutschland seine Dienstzeit abreißen, kein Mensch "presst" ihn irgendwo hin... und wenn er gar nicht will, dann macht er einen Ersatzdienst...
Es ist nicht zu vergleichen mit unserer Zeit...


Damit magst Du richtig liegen.Aber man sollte die Zeit heute nicht mit damals vergleichen.Wenn man es überhaupt noch kann. Damals gab es eine absolute Wehrpflicht laut Gesetz, die gab es und gibt es in vielen Ländern. Heute sagt man die Wehrpflicht ist abgeschafft, mag für viele OK sein. Aber sowas läst sich sich durch wenige wieder einführen, wenn der Politik das Werkzeug ausgeht.
Um auf das Damals zurückzukommen.Wie war es denn gewesen. Man tat als GWD seinen 18 monatige Wehrdienst und verließ danach wieder die Armee, mit den Erinnerungen an schlechte und gute Zeiten und man war Froh und Glücklich das es vorbei war. Für mich selber sage ich heute, die Zeit gehörte zu meinen Leben und ist heute für mich Geschichte. Das hier sind nicht die Gedanken eines 19 Jährigen der zum Grundwehrdienst ging als Soldat, sondern die Gedanken eines heute 58 Jährigen.


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen



Besucher
8 Mitglieder und 40 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Oderfischer
Besucherzähler
Heute waren 83 Gäste und 17 Mitglieder, gestern 3936 Gäste und 179 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558373 Beiträge.

Heute waren 17 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen