#61

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 13:44
von Pit 59 | 10.134 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #56
Malzeit Gemeinde......
"Was mich noch stört ist das VORLÄUFIG. Wie solln man das verstehen,Fragen Wohin,dann wieder Freilassen"
Eh, Pit-War das jetzt ne ernsthafte Frage- es ist ja ein Smily dran ? Dann versuch ich glatt, den Unterschied zu erklären- ohne viel "Juristerei" !
73 Hans


Hans das war eine Ernst gemeinte Frage. Jetzt musste mir aber nicht erklären wie das im Zivilen Leben bei Straftaten so vor sich geht.Hier gehts um DDR Zeiten und um Grenzverletzer,das waren die Bösesten der Bösen Und hätte man einen Gert,Turtle,Linamax u.s.w Festgenommen wäre das nicht nur Voläufig gewesen.Mensch versteht mich denn hier nur keiner Ach,auch egal Ihr habt Recht.


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#62

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 13:48
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Es gibt eben nur die Unterscheidung zwischen einer vorläufigen Festnahme und einer Festnahme mit einem, von einem Richter ausgestellten Haftbefehl. Egal ob im zivilen Leben oder beim Militär. Da selten ein Richter mit einem Haftbefehl bei einer Festnahme am Grenzzaun anwesend war , blieb es bei einer vorläufigen Festnahme. Der Kunde wurde dann einem Haftrichter zugeführt der nach einer persönlichen Anhörung und der Beweislage einen richterlichen Haftbefehl anordnete.


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zuletzt bearbeitet 08.11.2013 13:51 | nach oben springen

#63

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 14:10
von schulzi | 1.757 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #29
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #26
selber drehen war zu umständlich und nicht nötig

Zigarettenschachteln hatten immer 20 Stück drin, Preise

Karo 1,60
Salem gelb oder rot 1,60
Juwel 2,50
Kabinet / F6 3,20
Duett 6,00

wie die für 4 Mark hieß weiß ich nicht mehr

Club hießen die Zigaretten zu 4 Mark,
blau/weise Schachtel,
die Semper gab es noch zu 3.20 Mark,
selber drehen ist doch nicht umständlich,
oder du kannst es nicht als Raucher,
oder warst du faul dazu?
Lutze


Lutze selbst als einfacher Soldat brauchte ich nicht zu drehen oder stopfen,habe es erst nach der Wende gelernt als die Geier vom Finanzamt so zuschlugen das man es nicht mehr finazieren konnte


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zuletzt bearbeitet 08.11.2013 14:15 | nach oben springen

#64

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 14:20
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #40
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #39
an "zu vernichten" kann ich mich nicht erinnern (ab 1978)

Gruß, Heiko


1983 die entsprechende Passage im mündliche Befehl: "Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen und notfalls zu vernichten", kann mich sehr gut daran erinnern da oft gehört.


"Zu vernichten" kenne ich auch nicht. Zu meiner Zeit ( 1969/70 ) hieß es : "Grenzverletzer zu stellen und festzunehmen. Die Schußwaffe darf nicht Richtung Grenze angewandt werden, Grenzverletzer sind, wenn notwendig, bewegungsunfähig zu machen. "
Vorrang hatte aber in jedem Fall die Festnahme, von"vernichten" war in keinem Falle die Rede.
Wie gesagt, 1969/70, die Zeiten ändern sich manchmal.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#65

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 14:26
von Hapedi | 1.877 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #64
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #40
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #39
an "zu vernichten" kann ich mich nicht erinnern (ab 1978)

Gruß, Heiko


1983 die entsprechende Passage im mündliche Befehl: "Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen und notfalls zu vernichten", kann mich sehr gut daran erinnern da oft gehört.


"Zu vernichten" kenne ich auch nicht. Zu meiner Zeit ( 1969/70 ) hieß es : "Grenzverletzer zu stellen und festzunehmen. Die Schußwaffe darf nicht Richtung Grenze angewandt werden, Grenzverletzer sind, wenn notwendig, bewegungsunfähig zu machen. "
Vorrang hatte aber in jedem Fall die Festnahme, von"vernichten" war in keinem Falle die Rede.
Wie gesagt, 1969/70, die Zeiten ändern sich manchmal.



ich war 70 / 71 im Grenzdienst und da hieß es " zu vernichten "

Gruß Hapedi



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#66

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 14:26
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #64
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #40
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #39
an "zu vernichten" kann ich mich nicht erinnern (ab 1978)

Gruß, Heiko


1983 die entsprechende Passage im mündliche Befehl: "Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen und notfalls zu vernichten", kann mich sehr gut daran erinnern da oft gehört.


"Zu vernichten" kenne ich auch nicht. Zu meiner Zeit ( 1969/70 ) hieß es : "Grenzverletzer zu stellen und festzunehmen. Die Schußwaffe darf nicht Richtung Grenze angewandt werden, Grenzverletzer sind, wenn notwendig, bewegungsunfähig zu machen. "
Vorrang hatte aber in jedem Fall die Festnahme, von"vernichten" war in keinem Falle die Rede.
Wie gesagt, 1969/70, die Zeiten ändern sich manchmal.


In den Tiefen des Forums hatte mal der wissende Thunderhorse alle drei gängigen Vergatterungssprüche nach ihrem Zeitraum eingestellt, vielleicht find ich es nochmal.

Habe.
Schießbefehl Ja -Nein? (16)

Für den einfachen Grenzer war dieser konkrete mündliche Befehl sogar relativ gut, jedenfalls rechtlich, zumal nach der Wende als einige, die aus welchen Gründen auch immer geschossen hatten, vor Gericht mussten, hätte es den Passus nicht gegeben dann hättest du das nämlich aus eigenem Antrieb heraus gemacht und nicht per Befehl.


zuletzt bearbeitet 08.11.2013 14:48 | nach oben springen

#67

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 14:42
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Pit.
Mir ist durchaus verständlich, wo Du das Problem siehst.
Eisenacher hats eigendlich auf den Punkt gebracht, ohne Juristendeutsch zu verwenden. Exakt währe : Das Wort vorläufig definirt (damals wie heute) eine "Zeitlich begrenzte Festnahme, die nur durch einen Richter" quasi "Verlängert "werden kann.-Erlass eines Haftbefehls- oder eben nicht.
Das für den Normalbürger da kaum ein Unterschied zu sehen ist, ist mir schon verständlich. Er ist aber da- und sogar recht gewaltig.
73 Hans
Und Kurz zu Schulzi----REAL !!!!!! nicht zu vergessen-meine damalige Sorte. H.


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#68

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 15:06
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Da wurden wir in Juchhöh in den Jahren 1969/70 wohl noch nach alten Vergatterungssprüchen vergattert ?

Zitat
Wortlaut ab 1967:
"Der Zug (...) sichert die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik
im Abschnitt der (...) Grenzkompanie mit der Aufgabe, Grenzdurchbrüche nicht
zuzulassen, Grenzverletzer vorläufig festzunehmen oder zu vernichten und den
Schutz der Staatsgrenze unter allen Bedingungen zu gewährleisten - Vergatterung!".


Bei uns wurde NICHT von vernichten gesprochen, sondern von "unschädlich" (bewegungsunfähig) machen.

.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
zuletzt bearbeitet 08.11.2013 15:07 | nach oben springen

#69

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 15:55
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Ich kenne es ja nun nur von der NVA. Da stand ich z.B. am Flugplatz Wache. In dem mir zugewiesenen militärischen Sicherungsbereich war ich der alleinige Herrscher nach der Vergatterung. Da konnte Heinz Hofmann persönlich kommen. Wenn er die Parole nicht gekannt hätte, war sein Platz bis zur Wachablösung in der Pfütze gewesen und bei Fluchtversuch oder Angriff, hätte ich das Recht gehabt ihn zu zersieben, ohne strafrechtliche oder disziplinarische Konsequenzen befürchten zu müssen. Viel anders war es eigentlich an der Grenze auch nicht, wenn ich das richtig verstehe.


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zuletzt bearbeitet 08.11.2013 15:56 | nach oben springen

#70

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 15:59
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Eisenacher im Beitrag #69
Ich kenne es ja nun nur von der NVA. Da stand ich z.B. am Flugplatz Wache. In dem mir zugewiesenen militärischen Sicherungsbereich war ich der alleinige Herrscher nach der Vergatterung. Da konnte Heinz Hofmann persönlich kommen. Wenn er die Parole nicht gekannt hätte, war sein Platz bis zur Wachablösung in der Pfütze gewesen und bei Fluchtversuch oder Angriff, hätte ich das Recht gehabt ihn zu zersieben, ohne strafrechtliche oder disziplinarische Konsequenzen befürchten zu müssen. Viel anders war es eigentlich an der Grenze auch nicht, wenn ich das richtig verstehe.


Da hast du schon irgendwie recht, der ewige Streit um des Kaisers Bart, oder halt das Vernichtungs-Wort rührt daher das dieser Befehl wohl nirgendwo konkret geschrieben steht, aber ihn halt doch zigtausende mit ihren Ohren gehört haben.
Und da er halt nie aufgeschrieben wurde scheinen auch Vorgesetzte den Vergatterungstext zum Grenzdienst frei nach Goethe gestaltet zu haben was auch nicht gerade zur Entwirrung beiträgt.


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zuletzt bearbeitet 08.11.2013 16:04 | nach oben springen

#71

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 16:45
von utkieker | 2.920 Beiträge

Manchmal habe ich den Eindruck, ich hätte in meinem Grenzerleben nur Nachtschichten gehabt. Tatsächlich liegen nur die Erinnerungen im Dunkeln. Sei es wie es sei, unmittelbar vor dem Abrücken in den Grenzdienst erfolgte der Befehl zur Grenzsicherung. Dies geschah nach einem militärischen Ritual. Den Befehl zur Grenzsicherung erteilte der Kommandeur der Grenzsicherung, und da wir zu meiner Dienstzeit (1978 - 1981) Batalionsicherung hatten war der Kommandeur der Kompaniechef oder einer seiner Stellvertreter.
Nachdem die zum Grenzdienst eingeteilten Posten auf dem Hof Aufstellung genommen hatten, wurde dem Kommandeur Vollzug gemeldet! Danach kam der Befehl "still gestanden" und "Kompanie sie sind eingesetzt zum Grenzdienst, mit dem Ziel Grenzdurchbrüche zu verhindern und die Ausdehnung von Grenzprovokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR nicht zuzulassen. Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten". Danach erfolgte das Kommando "Aufsitzen!" und ab ging es in den Grenzdienst.
Immerhin gab es die Alternative "festnehmen" oder "vernichten", damit war also ausgeschlossen dem Grenzverletzer beim überwinden der Staatsgrenze behilflich zu sein. "Vernichten" hört sich ziemlich brutal an, heißt aber nichts anderes den Grenzverletzer außer Gefecht zu setzen. Man stelle sich vor, es gibt einen bewaffneten Grenzdurchbruch, dann reicht es unter Umständen aus die Waffen unbrauchbar zu zerfetzen auch wenn dabei der Tod des Grenzverletzers billigend in Kauf genommen wird. "Vernichten" heißt nicht unbedingt schießen zu müssen manchmal reicht auch ein Schlag mit dem Gewehrkolben aus.
Noch bevor wir tatsächlich in eine Grenzkompanie verfrachtet wurden, wurden wir auch mit der Schußwaffengebrauchsbestimmung konfrontiert. Aber im Grenzdienst ergibt sich dabei auch eine Konfliktsituation, einerseits war der Einsatz der Schußwaffe das letzte Mittel der Gewaltanwendung andererseits hatte man den Befehl zur Grenzsicherung auszuführen.
Die jenigen Grenzer, die mir sagen, sie hätten so wie so nicht geschossen sind mir irgendwie suspekt. Ich kann nur sagen, daß ich vermutlich geschossen hätte. Aber warum "vermutlich"? Ich habe in meinen Leben noch nie ein Wirbeltier getötet, geschweige denn einen Menschen! "Vermutlich" heißt es gibt irgendwo eine psychologische Hemmschwelle beim Töten. Ich kann es aber durchaus verstehen, wenn ein Grenzsoldat in einer Konfliktsituation die Nerven versagt haben.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#72

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 16:57
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #71
Manchmal habe ich den Eindruck, ich hätte in meinem Grenzerleben nur Nachtschichten gehabt. Tatsächlich liegen nur die Erinnerungen im Dunkeln. Sei es wie es sei, unmittelbar vor dem Abrücken in den Grenzdienst erfolgte der Befehl zur Grenzsicherung. Dies geschah nach einem militärischen Ritual. Den Befehl zur Grenzsicherung erteilte der Kommandeur der Grenzsicherung, und da wir zu meiner Dienstzeit (1978 - 1981) Batalionsicherung hatten war der Kommandeur der Kompaniechef oder einer seiner Stellvertreter.
Nachdem die zum Grenzdienst eingeteilten Posten auf dem Hof Aufstellung genommen hatten, wurde dem Kommandeur Vollzug gemeldet! Danach kam der Befehl "still gestanden" und "Kompanie sie sind eingesetzt zum Grenzdienst, mit dem Ziel Grenzdurchbrüche zu verhindern und die Ausdehnung von Grenzprovokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR nicht zuzulassen. Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten". Danach erfolgte das Kommando "Aufsitzen!" und ab ging es in den Grenzdienst.
Immerhin gab es die Alternative "festnehmen" oder "vernichten", damit war also ausgeschlossen dem Grenzverletzer beim überwinden der Staatsgrenze behilflich zu sein. "Vernichten" hört sich ziemlich brutal an, heißt aber nichts anderes den Grenzverletzer außer Gefecht zu setzen. Man stelle sich vor, es gibt einen bewaffneten Grenzdurchbruch, dann reicht es unter Umständen aus die Waffen unbrauchbar zu zerfetzen auch wenn dabei der Tod des Grenzverletzers billigend in Kauf genommen wird. "Vernichten" heißt nicht unbedingt schießen zu müssen manchmal reicht auch ein Schlag mit dem Gewehrkolben aus.
Noch bevor wir tatsächlich in eine Grenzkompanie verfrachtet wurden, wurden wir auch mit der Schußwaffengebrauchsbestimmung konfrontiert. Aber im Grenzdienst ergibt sich dabei auch eine Konfliktsituation, einerseits war der Einsatz der Schußwaffe das letzte Mittel der Gewaltanwendung andererseits hatte man den Befehl zur Grenzsicherung auszuführen.
Die jenigen Grenzer, die mir sagen, sie hätten so wie so nicht geschossen sind mir irgendwie suspekt. Ich kann nur sagen, daß ich vermutlich geschossen hätte. Aber warum "vermutlich"? Ich habe in meinen Leben noch nie ein Wirbeltier getötet, geschweige denn einen Menschen! "Vermutlich" heißt es gibt irgendwo eine psychologische Hemmschwelle beim Töten. Ich kann es aber durchaus verstehen, wenn ein Grenzsoldat in einer Konfliktsituation die Nerven versagt haben.

Gruß Hartmut!


hallo in die Gemeinde, ja Hartmut, das kommt dem am allernächsten was mir erinnerlich ist , genauso war es bei uns auch!!
Vielen Dank für Deinen Beitrag!

Gruß hundemuchtel 88 0,5


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#73

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 01:36
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #71
Manchmal habe ich den Eindruck, ich hätte in meinem Grenzerleben nur Nachtschichten gehabt. Tatsächlich liegen nur die Erinnerungen im Dunkeln. Sei es wie es sei, unmittelbar vor dem Abrücken in den Grenzdienst erfolgte der Befehl zur Grenzsicherung. Dies geschah nach einem militärischen Ritual. Den Befehl zur Grenzsicherung erteilte der Kommandeur der Grenzsicherung, und da wir zu meiner Dienstzeit (1978 - 1981) Batalionsicherung hatten war der Kommandeur der Kompaniechef oder einer seiner Stellvertreter.
Nachdem die zum Grenzdienst eingeteilten Posten auf dem Hof Aufstellung genommen hatten, wurde dem Kommandeur Vollzug gemeldet! Danach kam der Befehl "still gestanden" und "Kompanie sie sind eingesetzt zum Grenzdienst, mit dem Ziel Grenzdurchbrüche zu verhindern und die Ausdehnung von Grenzprovokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR nicht zuzulassen. Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten". Danach erfolgte das Kommando "Aufsitzen!" und ab ging es in den Grenzdienst.
Immerhin gab es die Alternative "festnehmen" oder "vernichten", damit war also ausgeschlossen dem Grenzverletzer beim überwinden der Staatsgrenze behilflich zu sein. "Vernichten" hört sich ziemlich brutal an, heißt aber nichts anderes den Grenzverletzer außer Gefecht zu setzen. Man stelle sich vor, es gibt einen bewaffneten Grenzdurchbruch, dann reicht es unter Umständen aus die Waffen unbrauchbar zu zerfetzen auch wenn dabei der Tod des Grenzverletzers billigend in Kauf genommen wird. "Vernichten" heißt nicht unbedingt schießen zu müssen manchmal reicht auch ein Schlag mit dem Gewehrkolben aus.
Noch bevor wir tatsächlich in eine Grenzkompanie verfrachtet wurden, wurden wir auch mit der Schußwaffengebrauchsbestimmung konfrontiert. Aber im Grenzdienst ergibt sich dabei auch eine Konfliktsituation, einerseits war der Einsatz der Schußwaffe das letzte Mittel der Gewaltanwendung andererseits hatte man den Befehl zur Grenzsicherung auszuführen.
Die jenigen Grenzer, die mir sagen, sie hätten so wie so nicht geschossen sind mir irgendwie suspekt. Ich kann nur sagen, daß ich vermutlich geschossen hätte. Aber warum "vermutlich"? Ich habe in meinen Leben noch nie ein Wirbeltier getötet, geschweige denn einen Menschen! "Vermutlich" heißt es gibt irgendwo eine psychologische Hemmschwelle beim Töten. Ich kann es aber durchaus verstehen, wenn ein Grenzsoldat in einer Konfliktsituation die Nerven versagt haben.

Gruß Hartmut!


Wenn man jemanden vernichtet, dann löscht man ihn aus, man tötet ihn. Das sagst schon das Wort Insektenvernichtungsmittel.



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#74

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 02:40
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Zitat von studfri im Beitrag #7
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #6
Zitat von Kurt im Beitrag #5
Ja, Hans, das war eine Schule für's Leben. Man konnte sich auf seine Kameraden verlassen. Die U-Schule war zwar stressig, aber ich habe Freundschaften geschlossen, die zum Teil heute noch bestehen. Der Dienst beim GR 34 war dann deutlich entspannter als die Zeit im AZ 6...


Das stimmt allerdings, die lustigen 501 z.B. konnten einem schon was für's weitere Leben mitgeben.


Na Du siehst ja Deine Zeit bei den GT eher kritisch. Hast du damals auch so gedacht wie heute?


Nein, ich war erst 22 Jahre jung und hatte die "Formung" durchlaufen.
Erging mir in abgeschwächter Form wie meinem Vater der "Sieg Heil" rufend in seinen persönlichen Canossagang marschierte.
Diktaturen setzen immer Propaganda sehr geschickt für ihre Zwecke ein.



nicht nur diktaturen sondern auch so genannte 'demokratien' glänzen nicht gerade mit erfolg in sachen bildung des volkes !!
da wird die wahl doch eng !
lieber propaganda als dummer untertan !!!



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#75

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 03:14
von schulzi | 1.757 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #67
Hi, Pit.
Mir ist durchaus verständlich, wo Du das Problem siehst.
Eisenacher hats eigendlich auf den Punkt gebracht, ohne Juristendeutsch zu verwenden. Exakt währe : Das Wort vorläufig definirt (damals wie heute) eine "Zeitlich begrenzte Festnahme, die nur durch einen Richter" quasi "Verlängert "werden kann.-Erlass eines Haftbefehls- oder eben nicht.
Das für den Normalbürger da kaum ein Unterschied zu sehen ist, ist mir schon verständlich. Er ist aber da- und sogar recht gewaltig.
73 Hans
Und Kurz zu Schulzi----REAL !!!!!! nicht zu vergessen-meine damalige Sorte. H.

Mag sein aber Real war nicht meine Welt doch die geschmecker sind verschieden rauchte die alte Juwel oder wen das Geld knapp wurde Casino in seltesten Fällen Salem gelb,aber da mus es schon eng gewesen sein den da ich vor der Armee auf Montage war hatte ich ein kleines Polster auf der Sparkasse wovon mir Mutter immer etwas schickte


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 08:01
von exgakl | 7.235 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #73
Zitat von utkieker im Beitrag #71
Manchmal habe ich den Eindruck, ich hätte in meinem Grenzerleben nur Nachtschichten gehabt. Tatsächlich liegen nur die Erinnerungen im Dunkeln. Sei es wie es sei, unmittelbar vor dem Abrücken in den Grenzdienst erfolgte der Befehl zur Grenzsicherung. Dies geschah nach einem militärischen Ritual. Den Befehl zur Grenzsicherung erteilte der Kommandeur der Grenzsicherung, und da wir zu meiner Dienstzeit (1978 - 1981) Batalionsicherung hatten war der Kommandeur der Kompaniechef oder einer seiner Stellvertreter.
Nachdem die zum Grenzdienst eingeteilten Posten auf dem Hof Aufstellung genommen hatten, wurde dem Kommandeur Vollzug gemeldet! Danach kam der Befehl "still gestanden" und "Kompanie sie sind eingesetzt zum Grenzdienst, mit dem Ziel Grenzdurchbrüche zu verhindern und die Ausdehnung von Grenzprovokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR nicht zuzulassen. Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten". Danach erfolgte das Kommando "Aufsitzen!" und ab ging es in den Grenzdienst.
Immerhin gab es die Alternative "festnehmen" oder "vernichten", damit war also ausgeschlossen dem Grenzverletzer beim überwinden der Staatsgrenze behilflich zu sein. "Vernichten" hört sich ziemlich brutal an, heißt aber nichts anderes den Grenzverletzer außer Gefecht zu setzen. Man stelle sich vor, es gibt einen bewaffneten Grenzdurchbruch, dann reicht es unter Umständen aus die Waffen unbrauchbar zu zerfetzen auch wenn dabei der Tod des Grenzverletzers billigend in Kauf genommen wird. "Vernichten" heißt nicht unbedingt schießen zu müssen manchmal reicht auch ein Schlag mit dem Gewehrkolben aus.
Noch bevor wir tatsächlich in eine Grenzkompanie verfrachtet wurden, wurden wir auch mit der Schußwaffengebrauchsbestimmung konfrontiert. Aber im Grenzdienst ergibt sich dabei auch eine Konfliktsituation, einerseits war der Einsatz der Schußwaffe das letzte Mittel der Gewaltanwendung andererseits hatte man den Befehl zur Grenzsicherung auszuführen.
Die jenigen Grenzer, die mir sagen, sie hätten so wie so nicht geschossen sind mir irgendwie suspekt. Ich kann nur sagen, daß ich vermutlich geschossen hätte. Aber warum "vermutlich"? Ich habe in meinen Leben noch nie ein Wirbeltier getötet, geschweige denn einen Menschen! "Vermutlich" heißt es gibt irgendwo eine psychologische Hemmschwelle beim Töten. Ich kann es aber durchaus verstehen, wenn ein Grenzsoldat in einer Konfliktsituation die Nerven versagt haben.

Gruß Hartmut!


Wenn man jemanden vernichtet, dann löscht man ihn aus, man tötet ihn. Das sagst schon das Wort Insektenvernichtungsmittel.


im militärische Sinne sagt das Wort "vernichten" aus einen Gegener kampfunfähig zu machen!


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 09:47
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #73
[....]"Vernichten" hört sich ziemlich brutal an, heißt aber nichts anderes den Grenzverletzer außer Gefecht zu setzen.[....]

Wenn man jemanden vernichtet, dann löscht man ihn aus, man tötet ihn. Das sagst schon das Wort Insektenvernichtungsmittel.

In der Tat @studfri,

und beim Insektizid geht man im wahrsten Sinne des Wortes vom Tod der Insekten aus, das wird mit Endung 'izid' ausgedrückt! Aber mal ehrlich, wenn ein Land- oder Forstwirt ein Insektenvernichtungsmittel einsetzt, will er damit die Insektenwelt ausrotten? Oder liegt das Ziel darin Insekten von Kultur-/ Nutzpflanzenbestand und/ oder Vieh-/ Wildbestand fernzuhalten?
Als Soldat kann ich keine Tötungsgarantie abgeben, für solche Zwecke sollte man ein Killerkommando engagieren. Im Übrigen, auch wenn beim Einsatz der Schußwaffe der Tod eines Grenzverletzers billigend in Kauf genommen wurde, wurden wir selbst zur ersten Hilfe aufgefordert.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#78

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 09:53
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von utkieker im Beitrag #77
Zitat von studfri im Beitrag #73
[....]"Vernichten" hört sich ziemlich brutal an, heißt aber nichts anderes den Grenzverletzer außer Gefecht zu setzen.[....]

Wenn man jemanden vernichtet, dann löscht man ihn aus, man tötet ihn. Das sagst schon das Wort Insektenvernichtungsmittel.

In der Tat @studfri,

und beim Insektizid geht man im wahrsten Sinne des Wortes vom Tod der Insekten aus, das wird mit Endung 'izid' ausgedrückt! Aber mal ehrlich, wenn ein Land- oder Forstwirt ein Insektenvernichtungsmittel einsetzt, will er damit die Insektenwelt ausrotten? Oder liegt das Ziel darin Insekten von Kultur-/ Nutzpflanzenbestand und/ oder Vieh-/ Wildbestand fernzuhalten?
Als Soldat kann ich keine Tötungsgarantie abgeben, für solche Zwecke sollte man ein Killerkommando engagieren. Im Übrigen, auch wenn beim Einsatz der Schußwaffe der Tod eines Grenzverletzers billigend in Kauf genommen wurde, wurden wir selbst zur ersten Hilfe aufgefordert.

Gruß Hartmut!



Ok, wenn du grad utkiekst, denn vertell mi ees, wofähl verbandspäckchen hest du bi di, dohn in de Tiet? Dormit hest du ierste Hilfe leisten kunnt? Wullt hest du woll, öwer kunnt hest du kuhm...
Nix för ungood, utkieker


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#79

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 10:09
von utkieker | 2.920 Beiträge

Ik hew in de rechte Büchsentasch een Verbandpäckchen. In de Fohrtüch (Trabbi, P3 un LO) wiern uk noch Verbandkästen binnen un een Dokter antoropen wier de Upgaw von de Führungsstäd. Allens kloar?

Allens Gaude Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#80

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.11.2013 10:25
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Haarn nich eenige Kompanien oock zway Verbandpächen bi sick? Ich meen, dat dat mool irgenwo in´n Fred stün.


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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