#21

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:07
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

bereitgestellt wurde einmal die Woche Rudelduschen und Wäsche wechseln ... Maier mit Schulze, Schulze mit Müller, Müller mit Lehmann ...

Spass bei Seite, Kosmetika musste selbst gekauft werden, Schuhputzsachen auch, dann war noch der Partei-, FDJ-, DSF-, ASV- Beitrag ...


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


zuletzt bearbeitet 07.11.2013 21:11 | nach oben springen

#22

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:09
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von studfri im Beitrag #9
Ja, danke für die offene Antwort.
Dann konntest Du Dir damals auch nicht erklären oder es waren die Gründe für dich nicht nachvollziehbar, warum jemand einfach nur "weg" wollte?


Ich konnte mir durchaus erklären das jemand oder viele weg wollten und auch weshalb, umsonst stand ja dieses monströse Grenzbollwerk nicht da, für meine Wenigkeit war aber die Aufgabe dieses halt zu verhindern und einem befohlene Aufgaben führt man halt aus um in Ruhe zu leben mit seiner Familie, Wahlmöglichkeiten hatte man damals ja nicht viele, ich meine für's Leben.
Als Mann über 50 war das natürlich in der Rückschau alles gequirlte Scheiße, aber damals halt einfach wie es war, heute sagt man neudeutsch dazu wohl Mainstream.



Ja so direkt als "Mainstream" würde ich das nicht bezeichnen. Schon deswegen nicht,weil man in der Regel es sich ja gar nicht aussuchen konnten, wo man als Wehrpflichtiger eingesetzt wird.

Ich habe das deshalb geragt, weil nicht wenige ehemalige Angehörige der GT heute sagen, sie seien in dieser DDR aufgewachsen, sie hätten nichts anderes gekannt und sie hätten dort eigentlich nichts vermisst. D.h. für Sie wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, warum überhaupt da jemand "weg" wollte. Nach den Erklärungen der Vorgesetzten seinen das alles Verbrecher gewesen und das hätten sie insoweit auch geglaubt (eben weil aufgrund ihrer Situation, d.h. aus ihrer Sicht es keine Gründe zum Abhauen gegeben hätte).

Ja...hmmmm.....also war Dir damals schon klar, dass es durchaus Gründe geben könnte, dass jemand diesen Staat verlassen will. Wenn in Deinem Postenbereich ein GV aufgetaucht wäre, hättest Du nach den entsprechenden der Befehlen und der Vergatterung gehandelt, d.h. anrufen und Warnschuss und dann gezielt geschossen?

Ich hätte Verständnis, wenn Du nicht antworten magst.



.

s



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#23

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:09
von Grenzgänger (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #17
alles gleich in Bier umrechnen?,
Lutze


Möönsch, Lutze- ist doch nur mal so ne Umrechnung... 300 Bier hätte man eh nicht geschafft...
Klar musste man noch andere Sachen davon kaufen- aber du erinnerst dich ?- die Preise für solchen Alltagskram waren sehr, sehr gering...
Und Essen gabs reichlich...

Siggi


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:11
von jecki09 | 422 Beiträge

Parteibeitrag - ja, 1,50 oder 1,75 p.m.
FDJ - ja 0,50 oder weniger p.m
DSF - ja 0,50 oder 0,20 p.m.

Da gingen schon zwei bis drei Bier weg.


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#25

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:18
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von Grenzgänger im Beitrag #23
Zitat von Lutze im Beitrag #17
alles gleich in Bier umrechnen?,
Lutze


Möönsch, Lutze- ist doch nur mal so ne Umrechnung... 300 Bier hätte man eh nicht geschafft...
Klar musste man noch andere Sachen davon kaufen- aber du erinnerst dich ?- die Preise für solchen Alltagskram waren sehr, sehr gering...
Und Essen gabs reichlich...

Siggi


auf Fotos sehe ich oft,viele Grenzer haben geraucht,
bei einer Schachtel Zigaretten am Tag,
bleibt für ein gepflegtes Bier dann noch wenig übrig,
wurden auch Zigaretten selber gedreht?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#26

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:25
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

selber drehen war zu umständlich und nicht nötig

Zigarettenschachteln hatten immer 20 Stück drin, Preise

Karo 1,60
Salem gelb oder rot 1,60
Juwel 2,50
Kabinet / F6 3,20
Duett 6,00

wie die für 4 Mark hieß weiß ich nicht mehr


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


zuletzt bearbeitet 07.11.2013 21:26 | nach oben springen

#27

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #22
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von studfri im Beitrag #9
Ja, danke für die offene Antwort.
Dann konntest Du Dir damals auch nicht erklären oder es waren die Gründe für dich nicht nachvollziehbar, warum jemand einfach nur "weg" wollte?


Ich konnte mir durchaus erklären das jemand oder viele weg wollten und auch weshalb, umsonst stand ja dieses monströse Grenzbollwerk nicht da, für meine Wenigkeit war aber die Aufgabe dieses halt zu verhindern und einem befohlene Aufgaben führt man halt aus um in Ruhe zu leben mit seiner Familie, Wahlmöglichkeiten hatte man damals ja nicht viele, ich meine für's Leben.
Als Mann über 50 war das natürlich in der Rückschau alles gequirlte Scheiße, aber damals halt einfach wie es war, heute sagt man neudeutsch dazu wohl Mainstream.



Ja so direkt als "Mainstream" würde ich das nicht bezeichnen. Schon deswegen nicht,weil man in der Regel es sich ja gar nicht aussuchen konnten, wo man als Wehrpflichtiger eingesetzt wird.

Ich habe das deshalb geragt, weil nicht wenige ehemalige Angehörige der GT heute sagen, sie seien in dieser DDR aufgewachsen, sie hätten nichts anderes gekannt und sie hätten dort eigentlich nichts vermisst. D.h. für Sie wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, warum überhaupt da jemand "weg" wollte. Nach den Erklärungen der Vorgesetzten seinen das alles Verbrecher gewesen und das hätten sie insoweit auch geglaubt (eben weil aufgrund ihrer Situation, d.h. aus ihrer Sicht es keine Gründe zum Abhauen gegeben hätte).

Ja...hmmmm.....also war Dir damals schon klar, dass es durchaus Gründe geben könnte, dass jemand diesen Staat verlassen will. Wenn in Deinem Postenbereich ein GV aufgetaucht wäre, hättest Du nach den entsprechenden der Befehlen und der Vergatterung gehandelt, d.h. anrufen und Warnschuss und dann gezielt geschossen?

Ich hätte Verständnis, wenn Du nicht antworten magst.



.

s


Warum soll ich nicht antworten, ich habe nichts zu verbergen.
Ich habe den Dienst angenommen so wie er war, ich hätte auch zu einem Offizier gehen können und sagen ich packe das nicht, bin ich aber nicht.
Da draußen waren wir als einfache Soldaten zu zweit und haben immer gehofft das keiner kommt, falls einer gekommen wäre, nun ja, viele meinen sie hätten nicht geschossen und falls doch dann vorbei, wenn ich ehrlich bin kann ich mit Abstand von 30 Jahren nicht sicher sagen wie ich tatsächlich reagiert hätte, aber ich glaube ich hätte wohl schon versucht das befohlene umzusetzen, also in letzter Konsequenz auf einen Menschen schießen.
Das Erschießen war nicht befohlen, es sollte auf die Beine gezielt werden, aber wenn die Entfernung größer war, die Lichtverhältnisse schlecht und vor Aufregung die Hand zittert, nun ja.
Auf jeden Fall waren wir keine Killer-Truppe die auf flüchtende wie Hasen geschossen haben, wir waren ganz normale junge Männer die per Befehl an diese Grenze beordert wurden und damals war halt ein Befehl auch noch ein solcher.


Pzella 82, Rostocker, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40, Lutze, studfri, RudiEK89, Jobnomade, Diskus303, schulzi und Krepp haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:40
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #26
selber drehen war zu umständlich und nicht nötig

Zigarettenschachteln hatten immer 20 Stück drin, Preise

Karo 1,60
Salem gelb oder rot 1,60
Juwel 2,50
Kabinet / F6 3,20
Duett 6,00

wie die für 4 Mark hieß weiß ich nicht mehr


Waren die "Club" Heiko.


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#29

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:41
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #26
selber drehen war zu umständlich und nicht nötig

Zigarettenschachteln hatten immer 20 Stück drin, Preise

Karo 1,60
Salem gelb oder rot 1,60
Juwel 2,50
Kabinet / F6 3,20
Duett 6,00

wie die für 4 Mark hieß weiß ich nicht mehr

Club hießen die Zigaretten zu 4 Mark,
blau/weise Schachtel,
die Semper gab es noch zu 3.20 Mark,
selber drehen ist doch nicht umständlich,
oder du kannst es nicht als Raucher,
oder warst du faul dazu?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#30

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:42
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Lutze, ich war Unteroffizier, ich musste es nicht ... Danke für die Gedächtnisstütze.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#31

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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So schlecht war der Sold nicht an der Grenze, über 300 Mark und eine Stange alte Juwel kam 25 Mark, da konntest du schon eine weile rauchen, mit "Karo" kamst du noch günstiger.


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#32

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:44
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Zitat von studfri im Beitrag #22
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von studfri im Beitrag #9
Ja, danke für die offene Antwort.
Dann konntest Du Dir damals auch nicht erklären oder es waren die Gründe für dich nicht nachvollziehbar, warum jemand einfach nur "weg" wollte?


Ich konnte mir durchaus erklären das jemand oder viele weg wollten und auch weshalb, umsonst stand ja dieses monströse Grenzbollwerk nicht da, für meine Wenigkeit war aber die Aufgabe dieses halt zu verhindern und einem befohlene Aufgaben führt man halt aus um in Ruhe zu leben mit seiner Familie, Wahlmöglichkeiten hatte man damals ja nicht viele, ich meine für's Leben.
Als Mann über 50 war das natürlich in der Rückschau alles gequirlte Scheiße, aber damals halt einfach wie es war, heute sagt man neudeutsch dazu wohl Mainstream.



Ja so direkt als "Mainstream" würde ich das nicht bezeichnen. Schon deswegen nicht,weil man in der Regel es sich ja gar nicht aussuchen konnten, wo man als Wehrpflichtiger eingesetzt wird.

Ich habe das deshalb geragt, weil nicht wenige ehemalige Angehörige der GT heute sagen, sie seien in dieser DDR aufgewachsen, sie hätten nichts anderes gekannt und sie hätten dort eigentlich nichts vermisst. D.h. für Sie wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, warum überhaupt da jemand "weg" wollte. Nach den Erklärungen der Vorgesetzten seinen das alles Verbrecher gewesen und das hätten sie insoweit auch geglaubt (eben weil aufgrund ihrer Situation, d.h. aus ihrer Sicht es keine Gründe zum Abhauen gegeben hätte).

Ja...hmmmm.....also war Dir damals schon klar, dass es durchaus Gründe geben könnte, dass jemand diesen Staat verlassen will. Wenn in Deinem Postenbereich ein GV aufgetaucht wäre, hättest Du nach den entsprechenden der Befehlen und der Vergatterung gehandelt, d.h. anrufen und Warnschuss und dann gezielt geschossen?

Ich hätte Verständnis, wenn Du nicht antworten magst.



.

s


Warum soll ich nicht antworten, ich habe nichts zu verbergen.
Ich habe den Dienst angenommen so wie er war, ich hätte auch zu einem Offizier gehen können und sagen ich packe das nicht, bin ich aber nicht.
Da draußen waren wir als einfache Soldaten zu zweit und haben immer gehofft das keiner kommt, falls einer gekommen wäre, nun ja, viele meinen sie hätten nicht geschossen und falls doch dann vorbei, wenn ich ehrlich bin kann ich mit Abstand von 30 Jahren nicht sicher sagen wie ich tatsächlich reagiert hätte, aber ich glaube ich hätte wohl schon versucht das befohlene umzusetzen, also in letzter Konsequenz auf einen Menschen schießen.
Das Erschießen war nicht befohlen, es sollte auf die Beine gezielt werden, aber wenn die Entfernung größer war, die Lichtverhältnisse schlecht und vor Aufregung die Hand zittert, nun ja.
Auf jeden Fall waren wir keine Killer-Truppe die auf flüchtende wie Hasen geschossen haben, wir waren ganz normale junge Männer die per Befehl an diese Grenze beordert wurden und damals war halt ein Befehl auch noch ein solcher.



für mich ist das eine sehr ehrliche Antwort
Lutze


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#33

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:45
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Da wir auf der Bude rauchen durften, ging da schon mal ne Schachtel weg am Tag. Gott sei Dank habe ich mir bei der Fahne dann irgendwann das Rauchen abgewöhnt.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#34

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 21:54
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #25
Zitat von Grenzgänger im Beitrag #23
Zitat von Lutze im Beitrag #17
alles gleich in Bier umrechnen?,
Lutze


Möönsch, Lutze- ist doch nur mal so ne Umrechnung... 300 Bier hätte man eh nicht geschafft...
Klar musste man noch andere Sachen davon kaufen- aber du erinnerst dich ?- die Preise für solchen Alltagskram waren sehr, sehr gering...
Und Essen gabs reichlich...

Siggi


auf Fotos sehe ich oft,viele Grenzer haben geraucht,
bei einer Schachtel Zigaretten am Tag,
bleibt für ein gepflegtes Bier dann noch wenig übrig,
wurden auch Zigaretten selber gedreht?
Lutze


Also im Grenzdienst wurde meistens Filterlose Zigaretten geraucht und im Ausgang oder auf der Kompanie F6,Juwel und Semper. und für Bier Glas 0,51 Pfennig und für Korn 1,10 Mark hat es auch gereicht. Und wenn es ganz eng wurde, schrieb man Oma einen Brief mit dem Wortlaut----Oma,willste deinen Enkel retten, so schick ihn Geld und Zigaretten. Verkauf die Ziege und den Hund und bleib auf weiteres gesund.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 22:17
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Zitat von studfri im Beitrag #22
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von studfri im Beitrag #9
Ja, danke für die offene Antwort.
Dann konntest Du Dir damals auch nicht erklären oder es waren die Gründe für dich nicht nachvollziehbar, warum jemand einfach nur "weg" wollte?


Ich konnte mir durchaus erklären das jemand oder viele weg wollten und auch weshalb, umsonst stand ja dieses monströse Grenzbollwerk nicht da, für meine Wenigkeit war aber die Aufgabe dieses halt zu verhindern und einem befohlene Aufgaben führt man halt aus um in Ruhe zu leben mit seiner Familie, Wahlmöglichkeiten hatte man damals ja nicht viele, ich meine für's Leben.
Als Mann über 50 war das natürlich in der Rückschau alles gequirlte Scheiße, aber damals halt einfach wie es war, heute sagt man neudeutsch dazu wohl Mainstream.



Ja so direkt als "Mainstream" würde ich das nicht bezeichnen. Schon deswegen nicht,weil man in der Regel es sich ja gar nicht aussuchen konnten, wo man als Wehrpflichtiger eingesetzt wird.

Ich habe das deshalb geragt, weil nicht wenige ehemalige Angehörige der GT heute sagen, sie seien in dieser DDR aufgewachsen, sie hätten nichts anderes gekannt und sie hätten dort eigentlich nichts vermisst. D.h. für Sie wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, warum überhaupt da jemand "weg" wollte. Nach den Erklärungen der Vorgesetzten seinen das alles Verbrecher gewesen und das hätten sie insoweit auch geglaubt (eben weil aufgrund ihrer Situation, d.h. aus ihrer Sicht es keine Gründe zum Abhauen gegeben hätte).

Ja...hmmmm.....also war Dir damals schon klar, dass es durchaus Gründe geben könnte, dass jemand diesen Staat verlassen will. Wenn in Deinem Postenbereich ein GV aufgetaucht wäre, hättest Du nach den entsprechenden der Befehlen und der Vergatterung gehandelt, d.h. anrufen und Warnschuss und dann gezielt geschossen?

Ich hätte Verständnis, wenn Du nicht antworten magst.



.

s


Warum soll ich nicht antworten, ich habe nichts zu verbergen.
Ich habe den Dienst angenommen so wie er war, ich hätte auch zu einem Offizier gehen können und sagen ich packe das nicht, bin ich aber nicht.
Da draußen waren wir als einfache Soldaten zu zweit und haben immer gehofft das keiner kommt, falls einer gekommen wäre, nun ja, viele meinen sie hätten nicht geschossen und falls doch dann vorbei, wenn ich ehrlich bin kann ich mit Abstand von 30 Jahren nicht sicher sagen wie ich tatsächlich reagiert hätte, aber ich glaube ich hätte wohl schon versucht das befohlene umzusetzen, also in letzter Konsequenz auf einen Menschen schießen.
Das Erschießen war nicht befohlen, es sollte auf die Beine gezielt werden, aber wenn die Entfernung größer war, die Lichtverhältnisse schlecht und vor Aufregung die Hand zittert, nun ja.
Auf jeden Fall waren wir keine Killer-Truppe die auf flüchtende wie Hasen geschossen haben, wir waren ganz normale junge Männer die per Befehl an diese Grenze beordert wurden und damals war halt ein Befehl auch noch ein solcher.




Vielen Dank für die erneut offene Antwort. Man kann also sagen, dass Du nicht zu den nach der Wende als sogenannte "Mauerschützen" bezeichneten Menschen gehörst, ist auch eine ordentliche Portion Glück, was wahrscheinlich für viele andere auch gelten wird, vermute ich mal.

Vlt. noch eine (letzte) Frage, wenn Du das gestattest: Wenn Dir das klar war, dass es da durchaus Gründe gab für manche Menschen, denn illegalen Weg raus aus der DDR zu suchen, gab es da für Dich keine keine, ich will mal sagen"inneren Widersprüche" zu dem, was da staatlicherseits (d.h. durch die Befehlslage) von Dir verlangt wurde? Ich meine, hast Du Dir da nicht vlt mal gedacht, dass der Staat da von Dir verlangt, dass Du mit Waffengewalt Leute an einem Weg hindern sollst, der als solcher für Dich zu gehen eher verständlich war.

Ich weis nicht ob rüber kommt, was ich meine. Sagen wir mal, ich weiß ja, dass Apfelsinen gut schmecken. Jetzt steht da irgendwo eine riesen Schale mit Apfelsinen rum und viele bedienen sich da auch aber immer nur Leute aus einer bestimmten Richtung (rechts von der Schale). Ich werde dann aber links von der Schale aufgestellt und man verlangt von mir, dass ich alle von links kommenden Leute daran hindere, an diese Schale zu gelangen, notfalls mit Waffengewalt. Da würde ich mir denken, warum soll ich das eigentlich tun, wo Apfelsinen doch gut schmecken wie ich weis und ich gut verstehen kann, dass auch Leute aus meiner Richtung an die Schale wollen.

Es etwas blödes Beispiel vlt, aber so kommt am besten rüber was ich meine.



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#36

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 22:18
von Hapedi | 1.885 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #27
Zitat von studfri im Beitrag #22
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von studfri im Beitrag #9
Ja, danke für die offene Antwort.
Dann konntest Du Dir damals auch nicht erklären oder es waren die Gründe für dich nicht nachvollziehbar, warum jemand einfach nur "weg" wollte?


Ich konnte mir durchaus erklären das jemand oder viele weg wollten und auch weshalb, umsonst stand ja dieses monströse Grenzbollwerk nicht da, für meine Wenigkeit war aber die Aufgabe dieses halt zu verhindern und einem befohlene Aufgaben führt man halt aus um in Ruhe zu leben mit seiner Familie, Wahlmöglichkeiten hatte man damals ja nicht viele, ich meine für's Leben.
Als Mann über 50 war das natürlich in der Rückschau alles gequirlte Scheiße, aber damals halt einfach wie es war, heute sagt man neudeutsch dazu wohl Mainstream.



Ja so direkt als "Mainstream" würde ich das nicht bezeichnen. Schon deswegen nicht,weil man in der Regel es sich ja gar nicht aussuchen konnten, wo man als Wehrpflichtiger eingesetzt wird.

Ich habe das deshalb geragt, weil nicht wenige ehemalige Angehörige der GT heute sagen, sie seien in dieser DDR aufgewachsen, sie hätten nichts anderes gekannt und sie hätten dort eigentlich nichts vermisst. D.h. für Sie wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, warum überhaupt da jemand "weg" wollte. Nach den Erklärungen der Vorgesetzten seinen das alles Verbrecher gewesen und das hätten sie insoweit auch geglaubt (eben weil aufgrund ihrer Situation, d.h. aus ihrer Sicht es keine Gründe zum Abhauen gegeben hätte).

Ja...hmmmm.....also war Dir damals schon klar, dass es durchaus Gründe geben könnte, dass jemand diesen Staat verlassen will. Wenn in Deinem Postenbereich ein GV aufgetaucht wäre, hättest Du nach den entsprechenden der Befehlen und der Vergatterung gehandelt, d.h. anrufen und Warnschuss und dann gezielt geschossen?

Ich hätte Verständnis, wenn Du nicht antworten magst.



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s


Warum soll ich nicht antworten, ich habe nichts zu verbergen.
Ich habe den Dienst angenommen so wie er war, ich hätte auch zu einem Offizier gehen können und sagen ich packe das nicht, bin ich aber nicht.
Da draußen waren wir als einfache Soldaten zu zweit und haben immer gehofft das keiner kommt, falls einer gekommen wäre, nun ja, viele meinen sie hätten nicht geschossen und falls doch dann vorbei, wenn ich ehrlich bin kann ich mit Abstand von 30 Jahren nicht sicher sagen wie ich tatsächlich reagiert hätte, aber ich glaube ich hätte wohl schon versucht das befohlene umzusetzen, also in letzter Konsequenz auf einen Menschen schießen.
Das Erschießen war nicht befohlen, es sollte auf die Beine gezielt werden, aber wenn die Entfernung größer war, die Lichtverhältnisse schlecht und vor Aufregung die Hand zittert, nun ja.
Auf jeden Fall waren wir keine Killer-Truppe die auf flüchtende wie Hasen geschossen haben, wir waren ganz normale junge Männer die per Befehl an diese Grenze beordert wurden und damals war halt ein Befehl auch noch ein solcher.





wir hatten immer bevor wir raus zum Dienst sind Vergatterung und da hieß es unter anderem " Grenzverletzer sind fest zu nehmen beziehungsweise zu vernichten "

Gruß Hapedi



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#37

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.11.2013 22:21
von Hapedi | 1.885 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #31
So schlecht war der Sold nicht an der Grenze, über 300 Mark und eine Stange alte Juwel kam 25 Mark, da konntest du schon eine weile rauchen, mit "Karo" kamst du noch günstiger.



da haben die aber zugelegt . wir sind noch mit 130 M im Monat im 3. Halbjahr da rumgerannt

Gruß Hapedi



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#38

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 09:05
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von Hapedi im Beitrag #37
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #31
So schlecht war der Sold nicht an der Grenze, über 300 Mark und eine Stange alte Juwel kam 25 Mark, da konntest du schon eine weile rauchen, mit "Karo" kamst du noch günstiger.



da haben die aber zugelegt . wir sind noch mit 130 M im Monat im 3. Halbjahr da rumgerannt

Gruß Hapedi


Stimmt, und zum Gasthausbesuch reichte es allemal.
Zum Beispiel hier
http://www.landgasthof-krauss.de/, damals, 1969/70 sicher unter anderem Namen, da zwischenzeitlich enteignet.
Mir ist nur in Erinnerung : Der Betreiber dieser Gaststätte hatte eine 350-er Jawa, damals fast eine Sensation.
Und es gab sehr guten "Strammen Max", oder Spiegeleier. Und irgend welche Bierplürre aus Plauen.
Schlimm war dann nur alkoholbeladen der Rückweg nach Juchhöh und dort das Verbringen der Beutel voller Bierflaschen ins Objekt.
Aber erwischt wurden wir nie...


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#39

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 09:36
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

an "zu vernichten" kann ich mich nicht erinnern (ab 1978)

Gruß, Heiko


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#40

RE: Werde ich nie vergessen,diese Zeit!

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.11.2013 09:44
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #39
an "zu vernichten" kann ich mich nicht erinnern (ab 1978)

Gruß, Heiko


1983 die entsprechende Passage im mündliche Befehl: "Grenzverletzer sind aufzuspüren, festzunehmen und notfalls zu vernichten", kann mich sehr gut daran erinnern da oft gehört.


zuletzt bearbeitet 08.11.2013 09:48 | nach oben springen



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