#701

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 10:40
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #700
Aber am Rande irgendwie schon, Barbara.

Am Samstag war ich das erste Mal in einer ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der DDR. Und ich fragte mich und dann auch unseren Erklärer, ob sich die Abläufe bei der Einlieferung in die Untersuchuchungshaft zwischen MfS und MdI unterschieden haben. Die Frage konnte nicht beantwortet werden.

Der große Unterschied wird wahrscheinlich bei der Vernehmung gewesen sein. Der psychologische Druck der da zwangsäufig entsteht. Unser @Lutze hat das ansatzweise schon mal beschrieben.

Und da kommen die Zeitzeugen ins Spiel, die durch die Untersuchungshaftanstalt HSH führen. In unserem Fall am Samstag wenig gelungen, da er immer wieder einflocht, dass er sich auf der sicheren Seite als Bundesbürger fühlte und auch jede Unterstützung von der Ständigen Vertretung erhalten habe. Ein "unbekanter" DDR - Bürger war da ziemlich alleine.

Jedenfalls ich bin mit mehr Fragen dort rausgegangen, als ich Antworten bekommen habe.


LG von der Moskwitschka




fett
Das verstehe ich sehr gut.
Ich verstehe auch, dass ausgerechnet dieser ZZ als nicht sonderlich "repräsentativ" oder gar unpassend empfunden wird. Wäre mir bestimmt auch so gegangen. (Hans hatte ja z.B. einen anderen)
Jetzt kann man - anderer Thread(?) - darüber diskutieren, wie solche Ausstellungen, Führungen prinzipiell gestaltet werden sollten. Wahrscheinlich gibt es da auch wieder x Meinungen zu.

Zumindest für mich ist das aber letztlich nicht das Thema, wie ich oben versucht habe, zu begründen.
Der "unbekannte DDR-Bürger" ist in diesem Zusammenhang für mich übrigens eine treffende Formulierung.
.


nach oben springen

#702

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 10:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Auf Beitrag 697 ,Ja so war es ich konnte nicht einsehen warum und für was ich 18 Monate Zuchthaus bekommen hatte! Ich hatte für mein Verständnis nichts kriminelles gemacht. Mit 18 Jahren 18 Monate Zuchthaus für Passvergehen. Mit den Sittenstrolchen oder Schwerkriminellen sah ich mich nie auf einer Stufe. Die hatten ihre Strafe verdient ,und dabei hatten die es nach der Haft oft besser mit der Widereingliederung in die sozialistische Gesellschaft. Sogar eine Wohnung bekamen die meisten. Ich musste mich nach der Haft einmal pro Woche beim ABV melden ,bekam einen Sonderausweis mit dem ich nicht einmal in die Hauptstadt durfte. Arbeit bekam ich auch im "Rahmen der der kollektiven Erziehung" im VEB Leipziger Eisen und Stahlwerk zugewiesen. (hatte Bäcker gelernt)
Ich denke es ist ein großer Unterschied ob das Unrechtsbewusstsein da ist oder nicht. Wenn ich einsehe ich habe Strafe verdient dürfte das etwas anderes sein ,als wenn ich sogar nach Verbüßung der Strafe weiter Unrecht empfinde. Es ist aber Richtig auch in HSH saßen nicht nur sogenannte Politische. Gern wird auch einiges aus dem zeitlichen Zusammenhang gerissen und nur gehörtes oder eingeredetes weil gewollt weiter gegeben. Ich hatte in meiner Haftzeit nichts von einer Wasserzelle gehört. Das es sie einmal gegeben hat ist etwas anderes. Streckbänke, Daumenschrauben, eiserne Jungfrau gab es auch einmal. Was mir hier nicht gefällt in manchem Beitrag lese ich so etwas wie Hohn und Spott für politische Häftlinge. Dazu das alte indianische Sprichwort: Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen,
ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.


werner, Lutze und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.03.2014 11:48 | nach oben springen

#703

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 10:46
von WernerHolt (gelöscht)
avatar

Zitat von Barbara im Beitrag #701

Das verstehe ich sehr gut.
Ich verstehe auch, dass ausgerechnet dieser ZZ als nicht sonderlich "repräsentativ" oder gar unpassend empfunden wird. Wäre mir bestimmt auch so gegangen. (Hans hatte ja z.B. einen anderen)
Jetzt kann man - anderer Thread(?) - darüber diskutieren, wie solche Ausstellungen, Führungen prinzipiell gestaltet werden sollten. Wahrscheinlich gibt es da auch wieder x Meinungen zu.

Zumindest für mich ist das aber letztlich nicht das Thema, wie ich oben versucht habe, zu begründen.
Der "unbekannte DDR-Bürger" ist in diesem Zusammenhang für mich übrigens eine treffende Formulierung.
.



Zitat von 94 im Beitrag #300
Mal 'ne andere Frage, kann sich Einer vorstellen, eine Führung von drei 'Referenten' (oder wie immer die Bezeichnung lauten könnte) zu erleben? Und zwar drei Ehemalige, einem ehemaligen Untersuchungshäftling, einem ehemaligen Untersuchungsführer und einem ehemaligen Läufer der XIV. Und jeder berichtet mit 'seinem' Blick auf HSH. Dem Besucher wird soviel Mündigkeit zugetraut, sich SEINE Meinung selbstständig bilden zu dürfen.


genauso wie es @94 im beitrag #300 geschrieben hat wäre es wohl das beste. aber das werden wir wohl nicht erleben, solange die politische meinung dazu von der gedenkstätte vorgegeben wird.
MkG
HG
edit: satz nachgetragen


zuletzt bearbeitet 05.03.2014 10:54 | nach oben springen

#704

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 11:10
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Solange Hsh eine Funktion als "Leuchtturm des Bösen" hat, solange wird es dort keine objektive Aufarbeitung bzw. Darstellung der Geschichte geben und das ist ja auch nicht gewollt.
Ich möchte auch zwischen damaligen pol. und "pol" Straftätern unterscheiden. Ein Fluchtversuch kann sowohl pol. als auch wirtschaftl. bzw. persönliche Gründe haben, wer will das trennen (ohne Wertung gemeint)? Alles was sich auf den ersten Blick gegen die DDR richtete war politisch...., da wäre ja auch jeder Diebstahl von Volkseigentum eine pol. Straftat gewesen.... Oder der "Fall @Lutze ", seine Sympathiekundgebung für "Solidarnosh" waren nun wirklich eine pol. Handlung. Es hätte keine "pol. Straftaten" geben dürfen, entweder eine Straftat oder nicht. Jeder Diebstahl ist einfach kriminell, und jede Sabotage ist ein krimineller Akt gegen einen bestehenden Staat. Nur das vertreiben von Flugblättern bzw. Parolen ist keine Straftat, es ist eine Form der Meinungsäußerung der sich der Staat DDR hätte stellen müssen, das "Reiserecht" hätte reformiert, geändert werden müssen um eine Ausreise im Rahmen "normaler" Paß- und Grenzordnung zu gewährleisten. Wobei das verlassen des Landes auch eine Meinungsäußerung sen kann.
Ein eindeutiges Ja, es gab Unrecht in der DDR, nur lag das viel tiefer begründet als Hsh. Aber um das System zu "dämonisieren" greift man auf diese "Symbolobjekte" zurück und scheut dabei keine Übertreibung.

Nur ein Gedanke noch, wie war eigentlich der Umgang in den Haftanstalten zwischen "Kriminellen" und "Politischen"? Ich persönlich stelle mir das schrecklich vor mit Typen ohne Moral, ohne Skrupel und mit eventl. Hang zur Brutalität auf engem Raum eingefercht zu sein. Feinfühligkeit oder ein achten der Gesinnung war da wohl fehl am Platz.


nach oben springen

#705

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 11:19
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde......
Und ich fragte mich und dann auch unseren Erklärer, ob sich die Abläufe bei der Einlieferung in die Untersuchuchungshaft zwischen MfS und MdI unterschieden haben.
Jetzt lehn ich mich mal aus dem Fenster, zerreißen bitte erst heute Nachmittag.
Die "technischen" Abläufe bei einer Einlieferung in eine beliebige UHA unterscheiden sich nicht, kaum.
Der Unterschied ist wohl mehr eine "Kopfsache" , wie Barbara schon anhand der U-Haft - des "einsehens warum usw" beschrieben hat.
Wieso unterscheiden sie sich kaum ? Das Aufnahmeprozedere ist nun mal von bestimmten Notwendikeiten bestimmt. Daraus ergeben sich Abläufe, die für den beliebigen Eingelieferten unverständlich, teilweise nicht nachvollziehbar sind. Durchsuchen z.B. - "entwürdigende Prozedur" - für manche- aber eben notwendig. Bezweifelt wohl keiner. Es gibt wohl noch mehr solche Beispiele- und eben Notwendikeiten. Und bitte - aus Erfahrung - jetzt nicht mit dem Argument -Ja, aber mir wurde sogar in den A.... geschaut, kommen. Das Gegenargument ist vorhanden.
Klingt grob - ist aber so
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
nach oben springen

#706

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 11:37
von turtle | 6.961 Beiträge

Nur ein Gedanke noch, wie war eigentlich der Umgang in den Haftanstalten zwischen "Kriminellen" und "Politischen"? Ich persönlich stelle mir das schrecklich vor mit Typen ohne Moral, ohne Skrupel und mit eventl. Hang zur Brutalität auf engem Raum eingefercht zu sein. Feinfühligkeit oder ein achten der Gesinnung war da wohl fehl am Platz.

Eine sogenannte Rangordnung gab es wie auch heute noch üblich. Kinderschänder, Vergewaltiger, ganz unten. Ich hatte aber Glück und hatte mit Schwerkriminellen wenig Kontakt.( Nur auf Transporten ,und in Untermaßfeld ,aber auch da musste ich nicht meine Zelle mit ihnen teilen) Sicherlich lag das auch mit an der Vernunft eines "Anstaltsleiters" Was es bedeutet hätte einen 18 jährigen mit Verbrechern in eine Zelle zu stecken war doch abzusehen.


werner, DoreHolm, Lutze und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.03.2014 11:44 | nach oben springen

#707

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 12:09
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #706
Nur ein Gedanke noch, wie war eigentlich der Umgang in den Haftanstalten zwischen "Kriminellen" und "Politischen"? Ich persönlich stelle mir das schrecklich vor mit Typen ohne Moral, ohne Skrupel und mit eventl. Hang zur Brutalität auf engem Raum eingefercht zu sein. Feinfühligkeit oder ein achten der Gesinnung war da wohl fehl am Platz.

Eine sogenannte Rangordnung gab es wie auch heute noch üblich. Kinderschänder, Vergewaltiger, ganz unten. Ich hatte aber Glück und hatte mit Schwerkriminellen wenig Kontakt.( Nur auf Transporten ,und in Untermaßfeld ,aber auch da musste ich nicht meine Zelle mit ihnen teilen) Sicherlich lag das auch mit an der Vernunft eines "Anstaltsleiters" Was es bedeutet hätte einen 18 jährigen mit Verbrechern in eine Zelle zu stecken war doch abzusehen.



Grün: Als ich mehrfach dienstlich in der JVA Berlin-Tegel zu tun hatte (hatte dort den Wettbewerber ausgebootet, Schuhklebstoffe), wurde mir das auch so ähnlich von dem zuständigen Meister (ein Zivilist) erzählt, daß da schon etwas darauf geachtet wird, wer da mit wem zusammengesteckt wird, damit es möglichst wenig Reibereinen untereinander gibt. Eine Nichtbeachtung würde auch der Anstalt unnötige Probleme bereiten. Auch saßen dort die nicht ganz so schweren Jungs ein. Die waren mehr in Crailsheim, wie mir der dortige Leiter der Werkstätten sagte. Entsprechend miserabler war meiner Einschätzung nach dort auch die Qualität der hergestellten Produkte, in diesem Falle Schuhe für Insassen und Mitarbeiter der Strafvollzugsstellen.



zuletzt bearbeitet 05.03.2014 12:10 | nach oben springen

#708

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 05.03.2014 16:22
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #592
Ja. Konnte mich da nicht zurückhalten bei der frage Gert. War ein beliebtes Folterinstrument der DDR Schergen

Wer sich in die hose schietert muß auch mal wechseln

schau mal in die Bilder-Galerie unter BautzenII nach,
ob man sich dann zurückhalten kann?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#709

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 06.03.2014 15:46
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #702
Auf Beitrag 697 ,Ja so war es ich konnte nicht einsehen warum und für was ich 18 Monate Zuchthaus bekommen hatte! Ich hatte für mein Verständnis nichts kriminelles gemacht. Mit 18 Jahren 18 Monate Zuchthaus für Passvergehen. Mit den Sittenstrolchen oder Schwerkriminellen sah ich mich nie auf einer Stufe. Die hatten ihre Strafe verdient ,und dabei hatten die es nach der Haft oft besser mit der Widereingliederung in die sozialistische Gesellschaft. Sogar eine Wohnung bekamen die meisten. Ich musste mich nach der Haft einmal pro Woche beim ABV melden ,bekam einen Sonderausweis mit dem ich nicht einmal in die Hauptstadt durfte. Arbeit bekam ich auch im "Rahmen der der kollektiven Erziehung" im VEB Leipziger Eisen und Stahlwerk zugewiesen. (hatte Bäcker gelernt)
Ich denke es ist ein großer Unterschied ob das Unrechtsbewusstsein da ist oder nicht. Wenn ich einsehe ich habe Strafe verdient dürfte das etwas anderes sein ,als wenn ich sogar nach Verbüßung der Strafe weiter Unrecht empfinde. Es ist aber Richtig auch in HSH saßen nicht nur sogenannte Politische. Gern wird auch einiges aus dem zeitlichen Zusammenhang gerissen und nur gehörtes oder eingeredetes weil gewollt weiter gegeben. Ich hatte in meiner Haftzeit nichts von einer Wasserzelle gehört. Das es sie einmal gegeben hat ist etwas anderes. Streckbänke, Daumenschrauben, eiserne Jungfrau gab es auch einmal. Was mir hier nicht gefällt in manchem Beitrag lese ich so etwas wie Hohn und Spott für politische Häftlinge. Dazu das alte indianische Sprichwort: Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen,
ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.




Was verstehst Du unter Paßvergehen? Einen Paß zu fälschen, einen fremden Paß zu benutzen o.ä. ist auch im heutigen Strafrecht strafbar. Das Delikt nennt man z.B. Urkundenfälschung. Eine solche ist kein orginär politisches Delikt, selbst, wenn man dieses Delikt mit einem poltischen Motiv begeht.



nach oben springen

#710

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 06.03.2014 16:01
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #709
Zitat von turtle im Beitrag #702
Auf Beitrag 697 ,Ja so war es ich konnte nicht einsehen warum und für was ich 18 Monate Zuchthaus bekommen hatte! Ich hatte für mein Verständnis nichts kriminelles gemacht. Mit 18 Jahren 18 Monate Zuchthaus für Passvergehen. Mit den Sittenstrolchen oder Schwerkriminellen sah ich mich nie auf einer Stufe. Die hatten ihre Strafe verdient ,und dabei hatten die es nach der Haft oft besser mit der Widereingliederung in die sozialistische Gesellschaft. Sogar eine Wohnung bekamen die meisten. Ich musste mich nach der Haft einmal pro Woche beim ABV melden ,bekam einen Sonderausweis mit dem ich nicht einmal in die Hauptstadt durfte. Arbeit bekam ich auch im "Rahmen der der kollektiven Erziehung" im VEB Leipziger Eisen und Stahlwerk zugewiesen. (hatte Bäcker gelernt)
Ich denke es ist ein großer Unterschied ob das Unrechtsbewusstsein da ist oder nicht. Wenn ich einsehe ich habe Strafe verdient dürfte das etwas anderes sein ,als wenn ich sogar nach Verbüßung der Strafe weiter Unrecht empfinde. Es ist aber Richtig auch in HSH saßen nicht nur sogenannte Politische. Gern wird auch einiges aus dem zeitlichen Zusammenhang gerissen und nur gehörtes oder eingeredetes weil gewollt weiter gegeben. Ich hatte in meiner Haftzeit nichts von einer Wasserzelle gehört. Das es sie einmal gegeben hat ist etwas anderes. Streckbänke, Daumenschrauben, eiserne Jungfrau gab es auch einmal. Was mir hier nicht gefällt in manchem Beitrag lese ich so etwas wie Hohn und Spott für politische Häftlinge. Dazu das alte indianische Sprichwort: Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen,
ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.




Was verstehst Du unter Paßvergehen? Einen Paß zu fälschen, einen fremden Paß zu benutzen o.ä. ist auch im heutigen Strafrecht strafbar. Das Delikt nennt man z.B. Urkundenfälschung. Eine solche ist kein orginär politisches Delikt, selbst, wenn man dieses Delikt mit einem poltischen Motiv begeht.



Republikflucht war nach dem DDR Gesetz "Passvergehen" Verurteilt wurde ich nicht wegen Republikflucht sondern wegen Passvergehen.
Hatte mit einem gefälschten Pass nichts zu tun.


zuletzt bearbeitet 06.03.2014 16:05 | nach oben springen

#711

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 06.03.2014 16:45
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #704
Nur das vertreiben von Flugblättern bzw. Parolen ist keine Straftat, es ist eine Form der Meinungsäußerung der sich der Staat DDR hätte stellen müssen, das "Reiserecht" hätte reformiert, geändert werden müssen um eine Ausreise im Rahmen "normaler" Paß- und Grenzordnung zu gewährleisten. Wobei das verlassen des Landes auch eine Meinungsäußerung sein kann.



Hallo,
das ist die legitme Wunschliste von freiheitsgewöhnten Bürgern die Invidualität als Richtschnur haben. Was freie Meinungsäusserungen, Flugblätter, verdeckte Finzierungen und Versammlungen für Folgen haben können sahen wir aber auch am 30.01.33... Und die "Freiheitsaktivisten" in der Ukraine sollte man sich auch sehr genau ansehen, ebenso die NATO-gesponserten Gangstersyndikate auf dem Balkan im Kampf gegen Serbien..., und ich bezweifle daß Assads, Husseins oder Ghadaffis "Dienste" mehr Tote oder "Gebrochene" produzierten als die Befreiungskriege. Saddams 1 Golfkrieg wurde von NATO-USA geförder tund legitimiert.


Anders gesagt eine Gradwanderung....., ich kenne nicht die Antwort.

Und Reisefreiheit, eben der Konflikt eines sozialen Staates mit weitestgehender öffentlicher Ausbildungsfinanzierung und einem Nachbarn der ohne Sprachgrenze Fachleute gerne übernahm....



nach oben springen

#712

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 06.03.2014 16:49
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #702
Auf Beitrag 697 ,Ja so war es ich konnte nicht einsehen warum und für was ich 18 Monate Zuchthaus bekommen hatte! Ich hatte für mein Verständnis nichts kriminelles gemacht. Mit 18 Jahren 18 Monate Zuchthaus für Passvergehen.


Hallo,
ein Agnostiker oder Atheist, auch ein dänischer Kariklaurenzeichner wird nicht emotional verstehen warum sich Leute über einen abgefackelten Stohpuppen-Latten-Gustel 3 Tage vor Ostern in Altötting oder Mohamed als Bombenkopf so echauvieren.
Allenfalls sachlich wissend um die STGB-Strafwürdigkeit oder Mordgefahr....



nach oben springen

#713

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 06.03.2014 22:33
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von SET800 im Beitrag #711
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #704
Nur das vertreiben von Flugblättern bzw. Parolen ist keine Straftat, es ist eine Form der Meinungsäußerung der sich der Staat DDR hätte stellen müssen, das "Reiserecht" hätte reformiert, geändert werden müssen um eine Ausreise im Rahmen "normaler" Paß- und Grenzordnung zu gewährleisten. Wobei das verlassen des Landes auch eine Meinungsäußerung sein kann.



Hallo,
das ist die legitme Wunschliste von freiheitsgewöhnten Bürgern die Invidualität als Richtschnur haben. Was freie Meinungsäusserungen, Flugblätter, verdeckte Finzierungen und Versammlungen für Folgen haben können sahen wir aber auch am 30.01.33... Und die "Freiheitsaktivisten" in der Ukraine sollte man sich auch sehr genau ansehen, ebenso die NATO-gesponserten Gangstersyndikate auf dem Balkan im Kampf gegen Serbien..., und ich bezweifle daß Assads, Husseins oder Ghadaffis "Dienste" mehr Tote oder "Gebrochene" produzierten als die Befreiungskriege. Saddams 1 Golfkrieg wurde von NATO-USA geförder tund legitimiert.


Anders gesagt eine Gradwanderung....., ich kenne nicht die Antwort.

Und Reisefreiheit, eben der Konflikt eines sozialen Staates mit weitestgehender öffentlicher Ausbildungsfinanzierung und einem Nachbarn der ohne Sprachgrenze Fachleute gerne übernahm....




Das Thema "Republikflucht" hat viele Seiten. Ich bin mir sicher es gab gezielte Abwerbungen, nur wo war letztendlich der Schaden größer? Den Schaden den wir uns selber zugefügt haben, durch falsche Politik oder die Schäden durch Abwerbung?
Abwerbung wird erst dann möglich, wenn die "neue Situation" besser ist.
Ich möchte mich nicht mehr im "Kreis" drehen, was wäre wenn und wnn nicht.....
Es war wirklich eine gute Grundidee, nur leider zum Scheitern verurteilt, durch menschl. Schwächen und Fehler und, und....

"Freiheit ist die Freiheit der anders denkenden", mit diesem klassischen Zitat sind viele Menschen auf die Straße gegangen, das Zitat hat auch heute noch seine Gültigkeit, nur das die heutigen "Rudergänger" das gar nicht mehr wahr haben wollen.....
Ich kann nicht mit "Friedhofsruhe" eine Gesellschaft gestalten, es muß eine Auseinandersetzung mit den Ideen bzw. Gedanken geben. Aber das wird wohl Wunschdenken bleiben...
Und jetzt höre ich auf, sonst geht es zu weit vom Thema weg.


nach oben springen

#714

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 06.03.2014 23:19
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #713

Das Thema "Republikflucht" hat viele Seiten. Ich bin mir sicher es gab gezielte Abwerbungen, nur wo war letztendlich der Schaden größer? Den Schaden den wir uns selber zugefügt haben, durch falsche Politik oder die Schäden durch Abwerbung?




Hallo,
diese deine Frage ist volkswirtschaftlich falsch gestellt, vom Prinzip her schon, unabhängigvon Ethik, Wunschdenken oder dem Freiheitsbegriff.

Zu vergleichen sind die innenpolitischen Folgen samt Grenzkontrollaufwand gegenüber den POTENTIELLEN Schäden durch mögliche Abwerbung und Arbeitskräfteverlust bei theoretisch denkbarer totaler Ausreisefreiheit...

Die Feuerwehrarbeit im vorbeugenden Brandschutz wird am verhinderten potentiellen Schaden gemessen, nicht an den Schäden der schnell abgelöschten Brände die trotzdem ausbrachen.



nach oben springen

#715

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 06.03.2014 23:23
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von SET800 im Beitrag #714
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #713

Das Thema "Republikflucht" hat viele Seiten. Ich bin mir sicher es gab gezielte Abwerbungen, nur wo war letztendlich der Schaden größer? Den Schaden den wir uns selber zugefügt haben, durch falsche Politik oder die Schäden durch Abwerbung?




Hallo,
diese deine Frage ist volkswirtschaftlich falsch gestellt, vom Prinzip her schon, unabhängigvon Ethik, Wunschdenken oder dem Freiheitsbegriff.

Zu vergleichen sind die innenpolitischen Folgen samt Grenzkontrollaufwand gegenüber den POTENTIELLEN Schäden durch mögliche Abwerbung und Arbeitskräfteverlust bei theoretisch denkbarer totaler Ausreisefreiheit...

Die Feuerwehrarbeit im vorbeugenden Brandschutz wird am verhinderten potentiellen Schaden gemessen, nicht an den Schäden der schnell abgelöschten Brände die trotzdem ausbrachen.


Darf man fragen in welchem Jahr du den umgekehrten Weg gewählt hast, also in die DDR übergesiedelt bist?


turtle und matloh haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.03.2014 23:25 | nach oben springen

#716

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 00:28
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #715
Zitat von SET800 im Beitrag #714
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #713

Das Thema "Republikflucht" hat viele Seiten. Ich bin mir sicher es gab gezielte Abwerbungen, nur wo war letztendlich der Schaden größer? Den Schaden den wir uns selber zugefügt haben, durch falsche Politik oder die Schäden durch Abwerbung?




Hallo,
diese deine Frage ist volkswirtschaftlich falsch gestellt, vom Prinzip her schon, unabhängigvon Ethik, Wunschdenken oder dem Freiheitsbegriff.

Zu vergleichen sind die innenpolitischen Folgen samt Grenzkontrollaufwand gegenüber den POTENTIELLEN Schäden durch mögliche Abwerbung und Arbeitskräfteverlust bei theoretisch denkbarer totaler Ausreisefreiheit...

Die Feuerwehrarbeit im vorbeugenden Brandschutz wird am verhinderten potentiellen Schaden gemessen, nicht an den Schäden der schnell abgelöschten Brände die trotzdem ausbrachen.


Darf man fragen in welchem Jahr du den umgekehrten Weg gewählt hast, also in die DDR übergesiedelt bist?




Ich tippe 1983 wurde er aus Bayern verbannt . Franz Josef hat in bei seinem DDR Besuch als Zugabe zu seinem Milliarden Kredit mitgebracht und gegen 10 Hohenschönhausen Inhaftierte eingetauscht.


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#717

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 06:53
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #714
Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #713

Das Thema "Republikflucht" hat viele Seiten. Ich bin mir sicher es gab gezielte Abwerbungen, nur wo war letztendlich der Schaden größer? Den Schaden den wir uns selber zugefügt haben, durch falsche Politik oder die Schäden durch Abwerbung?




Hallo,
diese deine Frage ist volkswirtschaftlich falsch gestellt, vom Prinzip her schon, unabhängigvon Ethik, Wunschdenken oder dem Freiheitsbegriff.

Zu vergleichen sind die innenpolitischen Folgen samt Grenzkontrollaufwand gegenüber den POTENTIELLEN Schäden durch mögliche Abwerbung und Arbeitskräfteverlust bei theoretisch denkbarer totaler Ausreisefreiheit...

Die Feuerwehrarbeit im vorbeugenden Brandschutz wird am verhinderten potentiellen Schaden gemessen, nicht an den Schäden der schnell abgelöschten Brände die trotzdem ausbrachen.



Die Schäden durch die Brandbekämpfung sind aber vielmals höher als der Brandschaden selbst


nach oben springen

#718

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 08:03
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #717

Die Schäden durch die Brandbekämpfung sind aber vielmals höher als der Brandschaden selbst


Hallo,
das ist richtig aber keine Erwiderung meiner These. Bedenke, ausbgebranntes Zimmer 10 000€, Löschschaden 30 000€...

ABER nicht Löschen, ganze 35Stock-Gebäude weg oder gar ein Altstadtstraßenzug mit 25 - 50 Mio Schaden, daran ist der Feuerwehraufwand zu messen!

Das ist aber nur eine Analogie und dient der nüchternen Betrachtung der volkswirtschaftlichen Zusammenhäng von Grenzeraufwand und Binnenwirtschaft der DDR. Die humanitäre, persönliche und gesellschaftlich-soziale Betrachtung von Reisefreiheit, Grenzregime usw. ist eine zweite auch viel und hier erörterte Frage.



nach oben springen

#719

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 09:28
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von SET800 im Beitrag #712
Zitat von turtle im Beitrag #702
Auf Beitrag 697 ,Ja so war es ich konnte nicht einsehen warum und für was ich 18 Monate Zuchthaus bekommen hatte! Ich hatte für mein Verständnis nichts kriminelles gemacht. Mit 18 Jahren 18 Monate Zuchthaus für Passvergehen.


Hallo,
ein Agnostiker oder Atheist, auch ein dänischer Kariklaurenzeichner wird nicht emotional verstehen warum sich Leute über einen abgefackelten Stohpuppen-Latten-Gustel 3 Tage vor Ostern in Altötting oder Mohamed als Bombenkopf so echauvieren.
Allenfalls sachlich wissend um die STGB-Strafwürdigkeit oder Mordgefahr....



Doch, es gibt tatsächlich differenziertes Denken.


nach oben springen

#720

RE: Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen

in DDR Staat und Regime 07.03.2014 09:32
von Barbara (gelöscht)
avatar

Was ist ein "politischer" Häftling?

-------------------------------------------
Nochmal zur Erinnerung: turtle wurde zunächst wegen des Besitzes von Jerry-Cotton-Heftchen verhaftet. Mir stellt sich da nicht die Frage, ob er ein "Politischer" war sondern ob der Staat noch alle Tassen im Schrank hatte.


Schuddelkind, Gert und matloh haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.03.2014 09:33 | nach oben springen



Besucher
19 Mitglieder und 81 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 3119 Gäste und 168 Mitglieder, gestern 3466 Gäste und 184 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14358 Themen und 557081 Beiträge.

Heute waren 168 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen