#81

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 15:17
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #80

Zitat
Wo ist der Mangel in unserer Wirtschaft, Mangel an genügendem Profit?

Jetzt verstehe ich.


Entschuldigung, Heiko, aber das war wohl ein klassisches Eigentor. Zu diesem Spruch fällt mir nur ein..........nee, wäre eine Beleidigung. ich würde wie Huf enden.

Man Heiko, Du bist doch nicht blöd! Hast doch systemnah in Deiner Kreisleitung gearbeitet und erkannt wo der Schuh drückt. Und dann sowas? Nee, nee....



Natürlich bin ich nicht blöd und dass wir wohl gesehen haben, wo der Schuh drückt, dürfte wohl klar sein. Mich stört nur die dauernde Onanie, die hier zelebriert wird, indem gemachte Fehler immer wieder von Neuem hergebetet werden.

Gruß, Heiko


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#82

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 15:17
von GeMi | 556 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #79
Ich versuch's nochmal.
Welche VEB oder Kombinate waren überhaupt erfolgreich und wie drückte sich das aus, nur durch den Export?
Multicar war ja Fahrzeugbau Nordhausen wenn mich nicht alles täuscht.
Carl Zeiss und Takraf fällt mir noch ein, letztere haben glaube ich Kräne gebaut.
Pentacon Fotoapperate waren auch nicht schlecht.
War Bergman Borsig nicht auch eine DDR-Firma?
Paar Marken haben ja auch zumindest vom Namen her überlebt ORWO-Filme werden wohl in China eingetütet aber Pneumant-Reifen gibt es wohl noch zu kaufen.



Hallo,

diese Betriebe kannte jeder in der DDR, aber was steht denn für erfolgreich?

Etwa
- hoher Bekanntheitsgrad auch außerhalb der DDR
- schiere Größe an Produktionsvolumen und Anzahl der Beschäftigten
- Existenz über viele Jahre
- Export in alle Länder dieser Welt und nicht nur Richtung Osten

Gab es DDR-Betriebe, die in einer Markwirtschaft unter den Bedingungen des "sterbenden und faulenden Kapitalismus" hätten bestehen können. Den privaten Mittelstand mal ausgeschlossen.
Die waren schon immer flexibel.
Wären meine geliebten Leuna-Werke erfolgreich gewesen - dieses Monstrum mit 30.000 Beschäftigten?


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
zuletzt bearbeitet 06.11.2013 15:18 | nach oben springen

#83

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 15:35
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Multicar war im Westen m.W. nach nicht erfolgreich.

Erfolgreich waren die erst nach der Wende mit Einsatz des VW Diesels (mehr Leistung und höhere Geschwindigkeit). Weitere Verbesserungen und der Iveco Motor brachten dann den Durchbruch auch im Westen.

Die Bauhofmitarbeiter standen den Multicar Fzgen erst einmal sehr ablehnend gegenüber, Vorurteile, "Zonendreck, Zonensch****, Zonentechnik", was soll das denn werden? Ich höre es noch.

Nach dem ersten Winter dann ein völlig anderes Bild, niemand wollte den Kleinen wieder her geben. Im Gegenteil jeder wollte den kleinen, wendigen Wagen fahren.

Mit Einführung des Iveco Motors und der noch leistungsstärkeren Kommunalhydraulik war er dann ja fast unschlagbar.

@ Heiko: Du machst doch nichts anderes. Letztendlich stellst Du doch Deine Arbeit zu DDR Zeiten als unbedingt für die Planerfüllung notwendig da.

Du warst möglicherweise aufgrund Deiner Dienststellung in der glücklichen Lage, alles kaufen zu können was du gebraucht hast oder haben wolltest. Du solltest aber akzeptieren, dass nicht jeder alles bekam was er haben wollte. Und sei es nur den Schwimmer im Spülkasten. Oder die Leuchtstoffröhre für die Werkstatt oder die Bremsklötze für den Wartburg.

Ich habe übrigens mal nach der Wende welche aus Hartholz einbauen sollen, hatte er dabei. Originale hatte er nicht, weil die immer schwer zu bekommen waren. Deshalb hatte er welche aus Hartholz mit, die mussten zwar öfter gewechselt werden, aber er meinte, geht auch. Hab´das auto abschleppen lassen, ich bin doch nicht verrückt.........


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#84

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 16:10
von Moskwitschka (gelöscht)
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Im nach hinein waren die Betriebe erfolgreich, die die Wende überstanden haben. Meist waren es kleinere, die im Verlaufe der Geschichte der DDR in Volkseigentum übergegangen sind, Angehörige des ehemaligen Eigentümers dabei geblieben sind und nach der Wende gemeinsam mit der Belegschaft nach neuen Wegen gesucht haben.

Könnt ihr euch noch an eure Wohnungsschlüssel erinnern? An diese Dreikantschlüssel mit Plastikkopf mit dazugehöriger Einbausicherung? Hergestellt wurden sie bei FRIPA ehemals Betriebsteil des VE Kombinat Metallwaren in Berlin. Und heute wieder FRIPA.



http://www.fripa-berlin.de/index.php?page=index

Immer wenn ich in der Berliner Straße in Berlin Pankow an diesem Betrieb vorbeikomme, dessen Betriebsgabäude sich auf dem Hinterhof befindet und nur durch ein Firmenschild am Vordergebäude auf sich aufmerksam macht, ist es eine kleine Freude. Auch wenn die Erinnerungen aus DDR - Zeiten an diesen Betrieb nicht zu den schönsten gehören.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 16:40 | nach oben springen

#85

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 16:17
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Ich kann mich noch gut erinnern, wie oft ich gebeten wurde, die Wohungstür wieder aufzumachen, weil man mal wieder einen von denen abgebrochen hatte.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#86

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 16:25
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #85
Ich kann mich noch gut erinnern, wie oft ich gebeten wurde, die Wohungstür wieder aufzumachen, weil man mal wieder einen von denen abgebrochen hatte.


Gab es die Dinger nicht auch in Plaste-Ausführung?


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#87

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 16:28
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #86
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #85
Ich kann mich noch gut erinnern, wie oft ich gebeten wurde, die Wohungstür wieder aufzumachen, weil man mal wieder einen von denen abgebrochen hatte.


Gab es die Dinger nicht auch in Plaste-Ausführung?



Die meinte ich auch, grenzwolf. Finde aber keine Bilder dazu. Eingeführt damals als Sparmaßnahme. Nach der Wende ist man ganz schnell wieder zu den Ganzmetallrohlingen übergegegangen. Ganzmetall gab es übrigens die gesamte Produktionszeit, aber nicht in so hohen Stückzahlen.

LG von der grenzgaengerin


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#88

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 16:47
von 94 | 10.792 Beiträge

Bitterschön ...

Quelle: ebay.de/itm/251352561203

Übrigens, ich lese da was von Schloßsicherungen Gera - 65 Gera, Leninstraße 190

Angefügte Bilder:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.11.2013 16:50 | nach oben springen

#89

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 17:10
von Moskwitschka (gelöscht)
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Danke @94

Schon möglich 94. Autos wurden ja auch nicht nur in Eisenach produziert Im Berliner Betriebsteil wurden ausschließlich die kleinen Knubbeleinbausicherungen hergestellt.

Irgendwo habe ich Fritz Pape und Patent im Hinterkopf. Daher auch FRIPA. Mit Sicherheit kann ich es nicht sagen. Da müsste ich erst mal suchen oder meine ehemalige Wirkungsstätte in der Berliner Straße aufsuchen, der ich nach meiner Exmatrikulation zur Bewährung in der Produktion "zugeführt" wurde.

LG von der grenzgaengerin

EDIT Interessant wäre doch die Frage woher die Rohlinge für die Schlüssel herkamen, bzw. wer diesen grandiosen Einfall hatte mit der "Plastikhaube", die viele hat verzweifeln lassen.


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 17:19 | nach oben springen

#90

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 17:35
von 94 | 10.792 Beiträge

Na klar, gab ja in jedem Bezirk einen Schlüssel-Mann. In Dresden zum Beispiel war's Jürgen Felgner (http://www.felgner.de/geschichte.html), der zweite Volvofahrer der Stadt. Der erste war O.F.Weidling, aber das war eine andere Art von Erfolg.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 17:35 | nach oben springen

#91

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 17:37
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #88
Bitterschön ...

Quelle: ebay.de/itm/251352561203

Übrigens, ich lese da was von Schloßsicherungen Gera - 65 Gera, Leninstraße 190



Das war aber manchmal ein ganz schönes Gewirsche mir den Dingern!


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#92

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 17:50
von der glatte | 1.356 Beiträge

Richtig herum eingesteckt soll es oft leicht gegangen sein.
Na ich denke, da hat wohl einer für die "Materialeinsparung" richtig Kohle gemacht. Wie hieß das?

"Mit jeder Minute, jedem Gramm Material..." "...denn jede Unaufmerksamkeit, sei sie wie sie sei, hindert uns an die Erfüllung der Pläne und somit am Wohlstand!"

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#93

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 18:01
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #91

Das war aber manchmal ein ganz schönes Gewirsche mir den Dingern!



Es ging scheinbar auch elaganter Beim VEB Metallwaren Berlin im Kombinat Industriebedarfserzeugnisse Betriebsteil Schlösser und Ventile (In Heinersdorf wurden unter anderem auch Fahrradventile auch in Heimproduktion hergestellt) so die korrekte Bezeichnung nach und vor FRIPA gab es in meiner Erinnerung ca. 200 Mitarbeiter. Also kein kleiner Schlüsseldreher.

Es gab verschiedene Produktionslinien, deren Erzeunisse noch heute für nicht wenig Geld weggehen. Wie letztens dieses



EVP 21,40 M Erfolgreiches Gebot bei ebay 57 EUR

http://www.ebay.de/itm/Sicherheitsschlos...=p2047675.l2557

Werde doch mal vorbeischauen, wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin.

LG von der grenzgaengerin


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.11.2013 18:03 | nach oben springen

#94

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 18:14
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich denke, es gab genug VEB Erfolgreich in der DDR. Dann darf man auch die Betriebe aus den Regionen nicht vergessen (Halberstädter, Rügenfisch, Spreewaldgurken und und und. Diese Betriebe waren innerhalb der DDR und auch International erfolgreich mit ihren Spitzenprodukten. Viele gibt es noch heute. Allerdings gab es auch Betriebe, die waren nur innerhalb der DDR erfolgreich und waren für die Eigenversorgung zuständig, dazu kann man auch den Großhandel zählen und viele Kleinbetriebe. Davon hatten wenige nach der Wende eine Chance, die hat man geopfert.
Und dann waren noch die Betriebe, ich denke da an die Textilindustrie in Sachsen, welche für die DDR, aber meist für große Versandhäuser billig produziert haben. Die hatten später ebenfalls keine Chance, weil ja die Leute dort zu teuer wurden. Also rückte man weiter ostwärts, dort wo es noch billig war. Einige Firmen hat man sicher auch mit Absicht im Regen stehen lassen , die Treuhand machte es möglich. Konkurenz galt es sich vom Halse zu schaffen und man schaffte auch das.

Na klar, viele Ostmarken haben noch heute ihren Glanz bewahrt, doch sind das doch nur noch die Namen.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#95

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 20:48
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #93
Es gab verschiedene Produktionslinien, deren Erzeunisse noch heute für nicht wenig Geld weggehen. Wie letztens dieses
[... Thumbnails ...]
EVP 21,40 M Erfolgreiches Gebot bei ebay 57 EUR
ebay.de/itm/Sicherheitsschloss-DDR-VEB-Kombinat-Berlin-Fripa-neu-Anleitung-Blitzschliessung-/281165395851


Ich habe mir mal erlaubt die Bilder in der Qualität 'erkennbar' hier abzulegen. Außerdem isses in der Bucht nach 3 Monaten sowieso weg. Demnächst dann mal selbständig Rechtklick/Speichern unter ... im Browser und hier dann in dieser Reihenfolge Datei anhängen/Dateien hinzufügen/Dateien hochladen

Angefügte Bilder:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Hans und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 20:56
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #95
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #93
Es gab verschiedene Produktionslinien, deren Erzeunisse noch heute für nicht wenig Geld weggehen. Wie letztens dieses
[... Thumbnails ...]
EVP 21,40 M Erfolgreiches Gebot bei ebay 57 EUR
ebay.de/itm/Sicherheitsschloss-DDR-VEB-Kombinat-Berlin-Fripa-neu-Anleitung-Blitzschliessung-/281165395851


Ich habe mir mal erlaubt die Bilder in der Qualität 'erkennbar' hier abzulegen. Außerdem isses in der Bucht nach 3 Monaten sowieso weg. Demnächst dann mal selbständig Rechtklick/Speichern unter ... im Browser und hier dann in dieser Reihenfolge Datei anhängen/Dateien hinzufügen/Dateien hochladen

vom letzten Foto hatte ich ein ähnliches Sicherheitsschloß,
war aber aus polnischer Produktion,
die waren auch nicht schlecht,
eines befindet sich immer noch am Garagentor
von meinen Vater
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#97

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 21:02
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von GeMi im Beitrag #82
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #79
Ich versuch's nochmal.
Welche VEB oder Kombinate waren überhaupt erfolgreich und wie drückte sich das aus, nur durch den Export?
Multicar war ja Fahrzeugbau Nordhausen wenn mich nicht alles täuscht.
Carl Zeiss und Takraf fällt mir noch ein, letztere haben glaube ich Kräne gebaut.
Pentacon Fotoapperate waren auch nicht schlecht.
War Bergman Borsig nicht auch eine DDR-Firma?
Paar Marken haben ja auch zumindest vom Namen her überlebt ORWO-Filme werden wohl in China eingetütet aber Pneumant-Reifen gibt es wohl noch zu kaufen.



Hallo,

diese Betriebe kannte jeder in der DDR, aber was steht denn für erfolgreich?

Etwa
- hoher Bekanntheitsgrad auch außerhalb der DDR
- schiere Größe an Produktionsvolumen und Anzahl der Beschäftigten
- Existenz über viele Jahre
- Export in alle Länder dieser Welt und nicht nur Richtung Osten

Gab es DDR-Betriebe, die in einer Markwirtschaft unter den Bedingungen des "sterbenden und faulenden Kapitalismus" hätten bestehen können. Den privaten Mittelstand mal ausgeschlossen.
Die waren schon immer flexibel.
Wären meine geliebten Leuna-Werke erfolgreich gewesen - dieses Monstrum mit 30.000 Beschäftigten?




Grün: Durchaus, nach einigen AK-Einsparungen im Wasserkopf und Ausgliederung von Nebengewerken. Die Leuna-Werke waren ja nicht ein geschlossenes homogenes Werk. Sie bestanden aus einzelnen Betrieben, die allerdings zum großen Teil voneinander abhängig waren (Versorgungsleitungen, Stoffflüsse u.s.w.). Da immer neu gebaut wurde, gab es natürlich auch hochmoderne Anlagen dort, die keinen Vergleich mit z.B. Bayer oder BASF zu scheuen brauchten. Als ich 1965 dort als Chemiefacharbeiter auslernte, wurden wir als beste Lehrlingsklasse des Jahrganges zwei Monate eher zur Prüfung zugelassen und in der nagelneu gebauten Mirathen-Anlage (HD-Polyethylen) eingesetzt. Wir fuhren die gesamte Anlage dann Anfang 66 schrittweise an. Diese Anlage stammte vom britischen Unternehmen ICI. Also von wegen marode. Übrigens, dort erlebten wir hautnah, was von Erfolgsmeldungen unserer Presse zu halten war. Mit großem TamTam wurden PE-Granulat aus der alten Anlage in den Niederdruckabscheider gekippt, aufgeschmolzen und dann medienwirksam über den Granulator zur Konvektionierung geblasen und dort abgefüllt. "Mirathenanlage produziert", so ähnlich wird´s wohl drin gestanden haben.
Und noch was. In den Nachtschichten (18.00 Uhr - 06.00 Uhr), als die Anlage noch nicht lief und wir erst zum kennenlernen dort waren, erkundeten wir auch die Nebengelasse und die noch in Monatge befindlichen Anlagenteile. Selbstkritisch muß ich sagen, daß herumliegende und übriggebliebene Kleinteile (z.B. Schrauben und Muttern) mitunter ihren Weg in meine Hosentasche fanden. Es gab allerdings auch Kollegen unter uns, vor denen war selbst das Büro der Briten nicht sicher. Da gingen z.B. eine Remington-Schreibmaschine und Nylonhemd mit, wie erzählt wurde. Allerdings wurde mit dem Material auch am Tage geschludert. Quadratmeterweise wurden die Gehwegplatten zugeschüttet, meterweise Cu-Kabel in die Baugrube. Aber weh, man wurde mit ein paar Meter davon in der Tasche am Fabriktor erwischt. Einmal wurde "versehentlich" sogar ein Dumper in einer Baugrube zugeschoben.



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#98

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 21:56
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #95
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #93
Es gab verschiedene Produktionslinien, deren Erzeunisse noch heute für nicht wenig Geld weggehen. Wie letztens dieses
[... Thumbnails ...]
EVP 21,40 M Erfolgreiches Gebot bei ebay 57 EUR
ebay.de/itm/Sicherheitsschloss-DDR-VEB-Kombinat-Berlin-Fripa-neu-Anleitung-Blitzschliessung-/281165395851


Ich habe mir mal erlaubt die Bilder in der Qualität 'erkennbar' hier abzulegen. Außerdem isses in der Bucht nach 3 Monaten sowieso weg. Demnächst dann mal selbständig Rechtklick/Speichern unter ... im Browser und hier dann in dieser Reihenfolge Datei anhängen/Dateien hinzufügen/Dateien hochladen


Die Schlüssel sehen qualitätsmäßig eher nach UTP-Schülerproduktion aus. Welche Sicherheitsstufe hatten die denn? War das Öffnen des Sicherheitsschlosses auch mit einer Nagelfeile ohne Problem möglich? Fragen über Fragen...
Von Qualität habe ich andere Vorstellungen.


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#99

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 22:15
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #98
Zitat von 94 im Beitrag #95
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #93
Es gab verschiedene Produktionslinien, deren Erzeunisse noch heute für nicht wenig Geld weggehen. Wie letztens dieses
[... Thumbnails ...]
EVP 21,40 M Erfolgreiches Gebot bei ebay 57 EUR
ebay.de/itm/Sicherheitsschloss-DDR-VEB-Kombinat-Berlin-Fripa-neu-Anleitung-Blitzschliessung-/281165395851


Ich habe mir mal erlaubt die Bilder in der Qualität 'erkennbar' hier abzulegen. Außerdem isses in der Bucht nach 3 Monaten sowieso weg. Demnächst dann mal selbständig Rechtklick/Speichern unter ... im Browser und hier dann in dieser Reihenfolge Datei anhängen/Dateien hinzufügen/Dateien hochladen


Die Schlüssel sehen qualitätsmäßig eher nach UTP-Schülerproduktion aus. Welche Sicherheitsstufe hatten die denn? War das Öffnen des Sicherheitsschlosses auch mit einer Nagelfeile ohne Problem möglich? Fragen über Fragen...
Von Qualität habe ich andere Vorstellungen.



Man Eisenacher, wer brauchte damals (schätze mal mindestens 30 Jahre her) Sicherheitschlösser wie heute? Für Sicherheit war doch gesorgt in der DDR.

LG von der grenzgaengerin


Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#100

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 22:27
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Eisenacher
Ich hab noch ein Fripa-das vom Bild- Aufsetzschloss- allerdings mit 8 statt 6 Zuhaltungen. Und ich hab ne Nagelfeile....... Viel Spaß.....
P.S.---Ich weiß wie man Schlösser "Krabbelt"
/3 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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