#41

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 08:28
von GeMi | 556 Beiträge

Guten Morgen,

Gute Firma - guter Chef .

ich möchte mal ein bischen zur Legendenbildung beitragen. Mit breitem Grinsen und dem Angstschweiss auf der Stirn (es könnte ja auch bei uns so kommen) wurden folgende Geschichten erzählt:

VEB Carl-Zeiss Jena

Der Generaldirektor Biermann soll ein paar Minuten vor Arbeitsbeginn mal am Werkstor die Visite abgenommen haben. Er hat die ganz gemütlich zur Arbeit laufenden Zeiss-Mitarbeiter gefragt , ob sie denn pünktlich in Arbeitskleidung am Arbeitsplatz stehen.
Große Augen und lange Gesichter bei den Betroffenen und dann noch eine Standpauke vor dem Kollegen. Recht hatte er, der W.Biermann.



Institut für Schweisstechnik Halle/Saale (ZISS)

Prof.Werner Gilde soll die internen Arbeitsbesprechungen im Stehen und ohne Rauchpause abgehalten haben. Diese waren dann sehr schnell beendet.
Am guten Ruf des ZISS hatte er wohl großen Anteil.
Allerdings hatte er ob seiner Verdienste um Volk und Vaterland wohl auch einige Privilegien.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#42

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:03
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #40
Zitat von 94 im Beitrag #10
Ein selbstständiger Elektromeister sah es so, 'Das Handwerk in der DDR' ...

Großzügig durften Bäcker, Fleischer, Schlosser, PGH, LPG etc. ausgemusterte Schrottmaschinen und -fahrzeuge aus den VEB`s erwerben.
Dringend benötigte neue Ausrüstungen (z.B. Schlagbohrmaschinen), Maschinen für das produzierende Handwerk oder gar Betriebsfahrzeuge gab es für Handwerker nicht zu kaufen. Nur auf Zuweisung (Kontingent). Das konnte dauern...
Überall hatte der "Staatliche Maschinenbauhandel" das Verteilen gepachtet und nur mit "Scheinen" (Zuweisungen) erhielt man nach endlosem erbitterten Schriftwechsel mal ein gebrauchtes (Schrott-)Teil.

http://www.ddr-ausreise.de/1836424.htm


Grün: Warum hat der sich diese denn nicht im normalen Werkzeugladen gekauft wie ich ? Als ganz privater Käufer, privater geht´s nicht, habe ich im Maschinenbauhandel in Erfurt so manche Werkzeuge ohne irgendwelche Papierchen kaufen können, die ich heute noch nutze. Sind zwar zumeist Kleinteile (Gewindeschneider/bohrer, Schleifscheiben, SiC-Schleifpulver u.a.). Der private kleine Maschinenbaubetrieb, der mir meine Steintrennmaschine gebaut hatte, hat mich auch nach meinem Bedarf mit Diamant-Werkzeugen versorgt, sozus. als Verschleißteilersatz. Trotz absolutem Importartikel keine Probleme.



Also nun weiß ich, wieso der Dore Holm so zu dem verflossenen Staat hält, der Süden und speziell Erfurt war also das Schlaraffenland, wo man ganz privat, ohne Schmiergeld oder Papierchen offiziell auch eine Schlagbohrmaschine und sogar Diamantwerkzeug so mir nichts, dir nichts kaufen konnte... Wenn dies einer liest, der nun gar nicht in der DDR gelebt hat oder max. 30 Jahre alt ist, der fragt sich doch glatt, warum meckerten diese Menschen denn überhaupt, wo es doch alles irgendwo gab?
Grimms Märchenstunde........ Als Technischer Leiter eines VEG habe ich mit "Schmiermitteln" beim Kreisbetrieb für Landtechnik gestanden, um Ersatzteile zu bekommen, habe unseren Schmiedemeister so lange abgebettelt, bis der zur Einrichtung unserer Werkstatt seinen Amboss von zu Hause mitbrachte und im Eisenwarenladen schacherten wir uns Nusskästen für die Firma heran, dafür nahmen wir dann Eier aus unserer Legehennenanlage mit. Frei und ohne Papier gab es da nichts, nur gegen Beziehungen und Tauschwaren... - dies war nördlich Erfurt Praxis...
Bei der Einkaufs - u. Liefergenossenschaft Metall wurden wir bevorzugt, weil der Schmiedemeister und die Chefin dieser Genossenschaft auf einer Schulbank saßen. Trotzdem klapperte bei uns nur eine Bohrmaschine aus Schmalkalden herum...
Ich muss in einer völlig anderen DDR gelebt haben, so ein Mist aber auch...


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#43

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:10
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Morjen,

genau so hat mir das der Vorsitzende der LPG auch immer erzählt. Keilriemen für den Mähdrescher? Nur wenn Du mir welche für den ZT gobst-

So in der Art.....man, was waren die glücklich, als ich im Januar 90 dem Tankwart der Minol Boizenburg 30 l Altöl verkauft habe. Dafür gab es 40 l Diesel.

Und der Vorsitzende der LPG hat mir, als ich das erzählt habe, gesagt, er hätte mir 10 l Diesel mehr geboten.


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#44

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:10
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #42



Also nun weiß ich, wieso der Dore Holm so zu dem verflossenen Staat hält, der Süden und speziell Erfurt war also das Schlaraffenland, wo man ganz privat, ohne Schmiergeld oder Papierchen offiziell auch eine Schlagbohrmaschine und sogar Diamantwerkzeug so mir nichts, dir nichts kaufen konnte... Wenn dies einer liest, der nun gar nicht in der DDR gelebt hat oder max. 30 Jahre alt ist, der fragt sich doch glatt, warum meckerten diese Menschen denn überhaupt, wo es doch alles irgendwo gab?
Grimms Märchenstunde........ Als Technischer Leiter eines VEG habe ich mit "Schmiermitteln" beim Kreisbetrieb für Landtechnik gestanden, um Ersatzteile zu bekommen, habe unseren Schmiedemeister so lange abgebettelt, bis der zur Einrichtung unserer Werkstatt seinen Amboss von zu Hause mitbrachte und im Eisenwarenladen schacherten wir uns Nusskästen für die Firma heran, dafür nahmen wir dann Eier aus unserer Legehennenanlage mit. Frei und ohne Papier gab es da nichts, nur gegen Beziehungen und Tauschwaren... - dies war nördlich Erfurt Praxis...
Bei der Einkaufs - u. Liefergenossenschaft Metall wurden wir bevorzugt, weil der Schmiedemeister und die Chefin dieser Genossenschaft auf einer Schulbank saßen. Trotzdem klapperte bei uns nur eine Bohrmaschine aus Schmalkalden herum...
Ich muss in einer völlig anderen DDR gelebt haben, so ein Mist aber auch...



Hallo @Rüganer ,

Du hättest gar nicht bis nach Erfurt fahren müssen. Im Bezirk Cottbus (liegt nördlicher als Erfurt) gab es das auch, sowohl Schlagbohrmaschinen, als auch Diamantwerkzeug.
Da mußtest Du auch keine Eier aus der Legehennenanlage mit in den Laden bringen.

Gruß,

Kurt


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#45

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:14
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #44

Hallo @Rüganer ,

Du hättest gar nicht bis nach Erfurt fahren müssen. Im Bezirk Cottbus (liegt nördlicher als Erfurt) gab es das auch, sowohl Schlagbohrmaschinen, als auch Diamantwerkzeug.
Da mußtest Du auch keine Eier aus der Legehennenanlage mit in den Laden bringen.
Gruß,
Kurt



Kurt meinst Du die Bohrmaschinen von Black & Decker?


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#46

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:23
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #45



Kurt meinst Du die Bohrmaschinen von Black & Decker?


Nein, die von Smalcalda.


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#47

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:37
von Rüganer (gelöscht)
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Ich habe es doch schon geschrieben, es muss eine andere DDR gegeben haben, als die, die ich gekannt habe


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#48

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:39
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Natürlich gab es massive Versorgungsengpässe, bin selber mal zu Monsator gefahren wegen einem Ersatzteil für meinen WA-45, was ich dort auch bekam. Es war gleichzeitig auch eine Dienstfahrt, weil ich in diesem Zusammenhang klären sollte, woran das liegt, dass dieses blöde Ersatzteil nicht zu bekommen war. Die Erklärung war so simpel wie auch bescheuert. Lieber Genosse, was sollen wir machen, wegen Deinem Ersatzteil ein Gerät nicht fertigstellen zu können und damit den Plan nicht zu erfüllen? Die Dresche für die Nichterfüllung der Fertigproduktion ist größer als die für die Untererfüllung der Ersatzteilproduktion. Erklär mal Deinen Kollegen, dass sie noch ein weiteres Jahr (überspitzt) warten müssen auf ihren Waschautomaten, so war das eben.

PS: das, was ich bekam, hatte lt. QS Mängel und konnte nicht verwendet werden wegen möglicher Garantieansprüche.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 09:50 | nach oben springen

#49

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:51
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #44
Zitat von Rüganer im Beitrag #42



Also nun weiß ich, wieso der Dore Holm so zu dem verflossenen Staat hält, der Süden und speziell Erfurt war also das Schlaraffenland, wo man ganz privat, ohne Schmiergeld oder Papierchen offiziell auch eine Schlagbohrmaschine und sogar Diamantwerkzeug so mir nichts, dir nichts kaufen konnte... Wenn dies einer liest, der nun gar nicht in der DDR gelebt hat oder max. 30 Jahre alt ist, der fragt sich doch glatt, warum meckerten diese Menschen denn überhaupt, wo es doch alles irgendwo gab?
Grimms Märchenstunde........ Als Technischer Leiter eines VEG habe ich mit "Schmiermitteln" beim Kreisbetrieb für Landtechnik gestanden, um Ersatzteile zu bekommen, habe unseren Schmiedemeister so lange abgebettelt, bis der zur Einrichtung unserer Werkstatt seinen Amboss von zu Hause mitbrachte und im Eisenwarenladen schacherten wir uns Nusskästen für die Firma heran, dafür nahmen wir dann Eier aus unserer Legehennenanlage mit. Frei und ohne Papier gab es da nichts, nur gegen Beziehungen und Tauschwaren... - dies war nördlich Erfurt Praxis...
Bei der Einkaufs - u. Liefergenossenschaft Metall wurden wir bevorzugt, weil der Schmiedemeister und die Chefin dieser Genossenschaft auf einer Schulbank saßen. Trotzdem klapperte bei uns nur eine Bohrmaschine aus Schmalkalden herum...
Ich muss in einer völlig anderen DDR gelebt haben, so ein Mist aber auch...



Hallo @Rüganer ,

Du hättest gar nicht bis nach Erfurt fahren müssen. Im Bezirk Cottbus (liegt nördlicher als Erfurt) gab es das auch, sowohl Schlagbohrmaschinen, als auch Diamantwerkzeug.
Da mußtest Du auch keine Eier aus der Legehennenanlage mit in den Laden bringen.

Gruß,

Kurt


Mal so nachgefragt, du warst doch sicherlich mehr im Ausland als in der DDR?
Falls das nicht so ist, sorry, aber die Geschichten die du manchmal bringst nähren in mir die Vermutung.

Zum Thema.
Ich kann mich entsinnen das in den DDR-Medien der Direktor der damaligen Spindelfabrik in Neudorf, war ein Teilbetrieb der Textima, so als moderner Wirtschaftsmann der DDR dargestellt wurde, faktisch als eine Art Manager im Osten, inklusive Führung durch sein Häuschen das schon etwas besser ausgestattet war als die drumherum.
Habe mich damals schon gefragt was der Sinn solcherart Berichterstattung sein soll wo man nur zur Haustüre raus muss um die traurigen Tatsachen zu sehen.
VEB erfolgreich ging nur wenn erfolgreich gewollt war, ist in einem System wo alles durchgeplant ist leider so.
Wir müssen uns wohl von dem Gedanken verabschieden das es erstaunliche Anders-Nieschen in Fülle gab, die Gleichmacherei hat funktioniert und alles gleich gemacht, daran ist diese DDR auch am Ende zu Grunde gegangen


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 11:57 | nach oben springen

#50

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:53
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Nachtrag,

in der DDR gab fast alles, nur nicht an der Stelle, wo es gebraucht wurde. Ich beschrieb das früher schon mal hier drin (Stichwort Leuchtstofflampen)


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#51

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 09:59
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

#125
RE: verramschte DDR-Betreibe
in Das Ende der DDR 10.10.2013 08:14


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#52

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 10:23
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #49


Mal so nachgefragt, du warst doch sicherlich mehr im Ausland als in der DDR?
Falls das nicht so ist, sorry, aber die Geschichten die du manchmal bringst nähren in mir die Vermutung.

Zum Thema.
Ich kann mich entsinnen das in den DDR-Medien der Direktor der damaligen Spindelfabrik in Neudorf, war ein Teilbetrieb der Textima, so als moderner Wirtschaftsmann der DDR dargestellt wurde, faktisch als eine Art Manager im Osten, inklusive Führung durch sein Häuschen das schon etwas besser ausgestattet war als die drumherum.
Habe mich damals schon gefragt was der Sinn solcherart Berichterstattung sein soll wo man nur zur Haustüre raus muss um die traurigen Tatsachen zu sehen.
VEB erfolgreich ging nur wenn erfolgreich gewollt war, ist in einem System wo alles durchgeplant ist leider so.
Wir müssen uns wohl von dem Gedanken verabschieden das es erstaunliche Anders-Nieschen in Fülle gab, die Gleichmacherei hat funktioniert und alles Gleich gemacht, daran ist diese DDR auch am Ende zu Grunde gegangen



Ja, @grenzwolf62 ,

Du hast Recht. Ich war einige Jahre im Ausland.

Es ist nun einmal Tatsache, daß es nicht überall alles gab, daß man weit fahren mußte oder tauschte. Wenn man sowieso durch Jüterbog fahren mußte, dann hielt man natürlich bei Sausewind (auch ein Privater) an und kaufte Kfz.-Ersatzteile (gilt nicht für Importfahrzeuge aus dem NSW, denn da waren Ersatzteile sofort bestell- und lieferbar), von denen man dachte, sie würden in Zukunft gebraucht.
Das Leben in der DDR war eben nicht schwarz/weiß, sondern bunt.

Viele Grüße,

Kurt


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 10:26 | nach oben springen

#53

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 10:33
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #52
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #49


Mal so nachgefragt, du warst doch sicherlich mehr im Ausland als in der DDR?
Falls das nicht so ist, sorry, aber die Geschichten die du manchmal bringst nähren in mir die Vermutung.

Zum Thema.
Ich kann mich entsinnen das in den DDR-Medien der Direktor der damaligen Spindelfabrik in Neudorf, war ein Teilbetrieb der Textima, so als moderner Wirtschaftsmann der DDR dargestellt wurde, faktisch als eine Art Manager im Osten, inklusive Führung durch sein Häuschen das schon etwas besser ausgestattet war als die drumherum.
Habe mich damals schon gefragt was der Sinn solcherart Berichterstattung sein soll wo man nur zur Haustüre raus muss um die traurigen Tatsachen zu sehen.
VEB erfolgreich ging nur wenn erfolgreich gewollt war, ist in einem System wo alles durchgeplant ist leider so.
Wir müssen uns wohl von dem Gedanken verabschieden das es erstaunliche Anders-Nieschen in Fülle gab, die Gleichmacherei hat funktioniert und alles Gleich gemacht, daran ist diese DDR auch am Ende zu Grunde gegangen



Ja, @grenzwolf62 ,

Du hast Recht. Ich war einige Jahre im Ausland.

Es ist nun einmal Tatsache, daß es nicht überall alles gab, daß man weit fahren mußte oder tauschte. Wenn man sowieso durch Jüterbog fahren mußte, dann hielt man natürlich bei Sausewind (auch ein Privater) an und kaufte Kfz.-Ersatzteile (gilt nicht für Importfahrzeuge aus dem NSW, denn da waren Ersatzteile sofort bestell- und lieferbar), von denen man dachte, sie würden in Zukunft gebraucht.
Das Leben in der DDR war eben nicht schwarz/weiß, sondern bunt.

Viele Grüße,

Kurt


Kurt, das wäre schön gewesen wenn die Sowjetunion und ihre Stellvertreter, ab 85, diesen Farbton wirklich zugelassen hätten und dann könnten wir eventuell auch sagen "da sind wir aber immer noch".


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 10:37 | nach oben springen

#54

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 10:42
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von GeMi im Beitrag #41
Institut für Schweisstechnik Halle/Saale (ZISS)

Prof.Werner Gilde soll die internen Arbeitsbesprechungen im Stehen und ohne Rauchpause abgehalten haben. Diese waren dann sehr schnell beendet.
Am guten Ruf des ZISS hatte er wohl großen Anteil.
Allerdings hatte er ob seiner Verdienste um Volk und Vaterland wohl auch einige Privilegien.

Und mit diesen 'Privilegien' wäre der Direktor des ZIS (Zentralinstitut für Schweißtechnik) dann auch ein Thema im Thread Reisekader der DDR


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#55

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 11:32
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #52
[


Ja, @grenzwolf62 ,

Du hast Recht. Ich war einige Jahre im Ausland.

Es ist nun einmal Tatsache, daß es nicht überall alles gab, daß man weit fahren mußte oder tauschte. Wenn man sowieso durch Jüterbog fahren mußte, dann hielt man natürlich bei Sausewind (auch ein Privater) an und kaufte Kfz.-Ersatzteile (gilt nicht für Importfahrzeuge aus dem NSW, denn da waren Ersatzteile sofort bestell- und lieferbar), von denen man dachte, sie würden in Zukunft gebraucht.
Das Leben in der DDR war eben nicht schwarz/weiß, sondern bunt.

Viele Grüße,

Kurt



Aha, und bei Sausewind konnte man eben mal so, wenn man zufällig durch Jüterbog fuhr, Unterbrecherkontakte für den Trabant kaufen, denn die würden in Zukunft ganz sicher gebraucht werden...... ich staune immer mehr, wie hier die DDR war... bunt??? Nee, grau, trist und grau, besonders in Rüdersdorf....
Also ich kenne es von dem Neuruppiner Sausewind, der Firma Zweck, da gab es irgendwann dann einen Termin, an dem solch wunderbare Dinge verkauft wurden, wie eben diese Unterbrecherkontakte und dann stand man da morgens um 04.00 Uhr, aber nicht als der erste, nein, da waren schon welche vor einem... um 08.00 Uhr wurde geöffnet und 08.15 waren die Unterbrecherkontakte alle... wer da zufällig durch Neuruppin fuhr, der konnte eventuell eine Zylinderkopfdichtung erwerben...
rund 100 km nördlich, in Malchow, zufällig wegen verschlissenem Unterbrecherkontakt liegengeblieben, konnte oder wollte mir die Werkstatt auch nicht helfen, keine Kontakte.... dann auf der Insel nur wegen enormer Beziehungen Kontakte in der PGH bekommen....

Es ist, wie bei den Reisekadern, Millionen haben die DDR anders erlebt, und sie war auch anders, da können nun diejenigen, die da Hans im Glück in dem Staat gewesen sind, schreiben was sie wollen, von sofort mitnehmbaren Schlagbohrmaschinen und Hartmetallbohrern, von Im Laden liegenden, dringend benötigten Autoersatzteilen, die man bestimmt irgendwann brauchte und deshalb mitnahm, bis irgendwann zu der doch am Kiosk hängenden BILD - Zeitung, die es dann nur auf Grund der fehlenden Nachfrage nicht mehr gab... Märchenstunde für staunende Mitmenschen, die damals nicht dabei waren....


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#56

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 12:36
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #55
Zitat von Kurt im Beitrag #52
[


Ja, @grenzwolf62 ,

Du hast Recht. Ich war einige Jahre im Ausland.

Es ist nun einmal Tatsache, daß es nicht überall alles gab, daß man weit fahren mußte oder tauschte. Wenn man sowieso durch Jüterbog fahren mußte, dann hielt man natürlich bei Sausewind (auch ein Privater) an und kaufte Kfz.-Ersatzteile (gilt nicht für Importfahrzeuge aus dem NSW, denn da waren Ersatzteile sofort bestell- und lieferbar), von denen man dachte, sie würden in Zukunft gebraucht.
Das Leben in der DDR war eben nicht schwarz/weiß, sondern bunt.

Viele Grüße,

Kurt



Aha, und bei Sausewind konnte man eben mal so, wenn man zufällig durch Jüterbog fuhr, Unterbrecherkontakte für den Trabant kaufen, denn die würden in Zukunft ganz sicher gebraucht werden...... ich staune immer mehr, wie hier die DDR war... bunt??? Nee, grau, trist und grau, besonders in Rüdersdorf....
Also ich kenne es von dem Neuruppiner Sausewind, der Firma Zweck, da gab es irgendwann dann einen Termin, an dem solch wunderbare Dinge verkauft wurden, wie eben diese Unterbrecherkontakte und dann stand man da morgens um 04.00 Uhr, aber nicht als der erste, nein, da waren schon welche vor einem... um 08.00 Uhr wurde geöffnet und 08.15 waren die Unterbrecherkontakte alle... wer da zufällig durch Neuruppin fuhr, der konnte eventuell eine Zylinderkopfdichtung erwerben...
rund 100 km nördlich, in Malchow, zufällig wegen verschlissenem Unterbrecherkontakt liegengeblieben, konnte oder wollte mir die Werkstatt auch nicht helfen, keine Kontakte.... dann auf der Insel nur wegen enormer Beziehungen Kontakte in der PGH bekommen....

Es ist, wie bei den Reisekadern, Millionen haben die DDR anders erlebt, und sie war auch anders, da können nun diejenigen, die da Hans im Glück in dem Staat gewesen sind, schreiben was sie wollen, von sofort mitnehmbaren Schlagbohrmaschinen und Hartmetallbohrern, von Im Laden liegenden, dringend benötigten Autoersatzteilen, die man bestimmt irgendwann brauchte und deshalb mitnahm, bis irgendwann zu der doch am Kiosk hängenden BILD - Zeitung, die es dann nur auf Grund der fehlenden Nachfrage nicht mehr gab... Märchenstunde für staunende Mitmenschen, die damals nicht dabei waren....

Hallo Rüganer
Ich wohne in Hanau da wo die Brüder Grimm gelebt haben . Wenn ich das lese was es alles in der DDR alles gab . Das hätten die Brüder Grimm nicht besser Schreiben können .
gruß linamax


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#57

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 13:06
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Liebe Jungs und Mädels,

langsam nervt mich das ewige Hervorgekrame und Herumgehacke auf die untergegangene DDR.

Ich denke, hier drin trauert keiner irgendeine Träne der DDR hinterher, geschweige will sie wieder haben, zumindest nicht politisch und wirtschaftlich, gesellschaftlich in Hinblick auf Soziales und Zwischenmenschliches das eine oder andere vielleicht.

Mir kommt es so vor, dass jede Diskussion immer den gleichen Lauf nimmt, an das Sprichwort angelehnt,

hätte der Hund nicht ..., hätte er den Hasen gekriegt.

Da wird seitenweise polemisiert, wie der Hund geschi... hat, hat er zu lange, an der falschen Stelle, hat er braun, oder kariert, in hohem Bogen, hat er andere angeschissen, hat er sich vom Bären das Klopapier wegnehmen lassen, hat ihn der Wolf dabei gestört ...

Nichts dagegen, zu beschreiben, was er gemacht hat, um der Welt ein autentisches, durch Zeitzeugen belegtes Bild zu hinterlassen, aber nicht immer wieder ein Gezerre darüber veranstalten, ob er jetzt eine Schaufel kaufen konnte, um eine Grube buddeln zu können, oder nicht, und wenn ja, dann wo, oder warum nicht.

Das ist Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Interessanter ist es zu diskutieren, was er beim nächsten Mal besser machen sollte.

In diesem Sinne, schönen Mittag!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 13:09 | nach oben springen

#58

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 13:15
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #57
Liebe Jungs und Mädels,

langsam nervt mich das ewige Hervorgekrame und Herumgehacke auf die untergegangene DDR.

Ich denke, hier drin trauert keiner irgendeine Träne der DDR hinterher, geschweige will sie wieder haben, zumindest nicht politisch und wirtschaftlich, gesellschaftlich in Hinblick auf Soziales und Zwischenmenschliches das eine oder andere vielleicht.

Mir kommt es so vor, dass jede Diskussion immer den gleichen Lauf nimmt, an das Sprichwort angelehnt,

hätte der Hund nicht ..., hätte er den Hasen gekriegt.

Da wird seitenweise polemisiert, wie der Hund geschi... hat, hat er zu lange, an der falschen Stelle, hat er braun, oder kariert, in hohem Bogen, hat er andere angeschissen, hat er sich vom Bären das Klopapier wegnehmen lassen, hat ihn der Wolf dabei gestört ...

Nichts dagegen, zu beschreiben, was er gemacht hat, um der Welt ein autentisches, durch Zeitzeugen belegtes Bild zu hinterlassen, aber nicht immer wieder ein Gezerre darüber veranstalten, ob er jetzt eine Schaufel kaufen konnte, um eine Grube buddeln zu können, oder nicht, und wenn ja, dann wo, oder warum nicht.

Das ist Vergangenheit und nicht mehr zu ändern. Interessanter ist es zu diskutieren, was er beim nächsten Mal besser machen sollte.

In diesem Sinne, schönen Mittag!

Hallo n
Du brauchst überhaupt nicht jammern . Den du schreibst doch immer wie schön die DDR war und das alles richtig war . Da gibt es auch Antworten die das Gegenteil schreiben .


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#59

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 13:38
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Ich verwahre mich nur dagegen, wenn hier versucht wird, ein verzerrtes oder einseitiges Bild von der Vergangenheit zu zeichnen, das hat mit Beschönigen nichts zu tun.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


Kurt hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: VEB Erfolgreich

in Leben in der DDR 06.11.2013 13:38
von Hajo 77 | 10 Beiträge

Kann sein, daß dieser Elektriker es so sah. Die 4 VW Busse in unserem Städtchen liefen bei den Privatbetrieben alle über die Firma. Der Metallbauer hatte seine Maschinen aus der CSSR, und die waren nicht alt.
Der Heizungsbauer hatte eine VW Doppelkabine und das private Möbelgeschäft eine VW Pritsche mit Dieselmotor.
Die Handwerker haben diese Autos alle neu gekauft und in Großräschen abgeholt, zu Preisen zwischen 54000 und 59100 Mark der DDR.
Also waren sie auch nicht arm.
Alle diese Betriebe bildeten Lehrlinge aus, die ihnen nicht zugeführt wurden. Sie kamen freiwillig, um eine gute Ausbildung zu bekommen.
Die "Privaten" waren oft auch Zulieferbetriebe für die großen VEB. Unser Metallbauer belieferte z.B. Schweißtechnik Finsterwalde, die FIMAG und das Schraubenwerk.


Hallo Kurt,
ich war ab 1986 auch selbständiger Malermeister, da kann ich von der ganzen Versorgung ein Lied singen. Wenn man sich nicht etwas "schwarz" bei
Guten Bekannten besorgen konnte, hätte man kaum sein Geschäft am laufen gehalten.
Die Aussage es hätte genügend Lehrlinge gegeben ist nur soweit richtig, das es genügend suchende Schulabgänger gab. Das Problem bestand nur an der Zuweisung von Lehrplätzen durch den Rat der Kreises-Bauamt. Da gab es festgelegte Quoten, wobei natürlich VEB-Betriebe bevorzugt wurden. Sollte da mal kein Bedarf weiter gewesen sein, erst dann fiel etwas für uns privaten Betriebe ab.
Auch in unserer Ausführung der Arbeiten wurden wir Bilanziert, das heisst, es wurde am Jahresbeginn vom Bauamt festgelegt was im Jahr für Arbeiten zu erfolgen haben. Hauptsächlich ging es da in die VEB-Betriebe oder LPG`s. Deshalb blieb für Privataufträge nicht viel übrig.
Das wir nicht arm waren hat ja auch niemand behauptet, aber man muss mal den Arbeitsaufwand den wir dafür leisten mussten sehen.
Ein 8-Stundentag war da nicht drinn, am Samstag gab es dann noch Kundenberatung und am Sonntag wurde die Buchführung selbst erledigt. Ich will mich darüber auch nicht beschweren, aber so einfach sollte man es sich nicht machen, und zu behaupten die privaten Handwerker waren ja nicht arm.

Gruß Hajo77


zuletzt bearbeitet 06.11.2013 13:47 | nach oben springen


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