#21

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 14:34
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

"Allmächtiger Vater, der Du die Gebete jener erhörst, die Dich lieben, wir bitten Dich, denen beizustehen, die sich in die Höhen Deines Himmels wagen und den Kampf bis zu unseren Feinden vortragen. Behüte und schütze sie, wir bitten Dich, wenn sie ihren befohlenen Einsätze fliegen. Mögen sie, so wie wir, von Deiner Kraft und von Deiner Macht wissen, und mögen sie mit Deiner Hilfe diesen Krieg zu einem schnellen Ende bringen. Wir bitten Dich, dass das Ende dieses Krieges nun bald kommt und dass wir wieder einmal Frieden auf Erden haben. Mögen die Männer, die in dieser Nacht den Flug unternehmen, sicher in Deiner Hut sein, und mögen sie unversehrt zu uns zurückkehren. Wir werden im Vertrauen auf Dich weiter unseren Weg gehen, denn wir wissen, dass wir jetzt und für alle Ewigkeit unter Deinem Schutz stehen."

Gebet des Feldgeistlichen vor dem Abflug der "Enola Gay" nach Hiroshima.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Eisenacher und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#22

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 18:59
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #17
Klingt jetzt makaber, aber

Seelsorge ist für Betroffene da, für Täter glaube ich ist die nicht vorgesehen


Aus psychologischer Sicht: Auch Täter sind "Betroffene".

Aus religiöser Sicht:
Eine der zentralen Botschaften der christlichen Lehre:
"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."


nach oben springen

#23

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 19:11
von damals wars | 12.172 Beiträge

Seelsorge ist gut,einige Traumatisierte versorgte die Bundesregierung mit Harz 4, da kann Mutti und Co. sich den Pfarrer sparen, wenn das alles ist,was mann den deutschen Opfern des Krieges zu bieten hat. Hartz IV und drei Ave Maria!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#24

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 19:13
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #22
[quote=4.Zug 4.Kompanie GAR-40|p302625]Klingt jetzt makaber, aber

Seelsorge ist für Betroffene da, für Täter glaube ich ist die nicht vorgesehen


Aus psychologischer Sicht: Auch Täter sind "Betroffene".

Aus religiöser Sicht:
Eine der zentralen Botschaften der christlichen Lehre:
"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

Das kommt für mich persönlich darauf an, welche "Täter" du damit meinst?


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
nach oben springen

#25

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 19:14
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Jobnomade im Beitrag #10
Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,zusammen!
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1699321/
Den hatten wir bei uns auch,nur da hieß er "Hauptfeldwebel"und war Rattenscharf! Er hat uns immer die "Beichte" abgenommen!
Mal im ernst!" Wer braucht so etwas noch"?


Interessantes Thema, Hans.....

Ja, wer braucht schon Seelsorger beim Militär ?
Sind doch alles harte Kerle, Religion ist doch Kinderkram, für Weicheier, Warmduscher.
Könnte man so auf den ersten Blick meinen.
Solange nicht weiter passiert, kann man alles verdrängen. Und das bisschen rauhen Umgangston beim Militär hält ein echter Kerl schon aus..
Oder, Männer ? Na bitte, geht doch !!

Was passiert wenn wir in den Krieg müssen, mit Tod, Sterben von Kameraden, zerfetzten Menschenleibern konfrontiert werden ?
Sind wir dann immer noch die "harten Kerle" ? Und - wie lange, wieviel Leid und Elend vertragen wir ?
Wo ist dann plötzlich der Sinn des Ganzen ?
Fürs Vaterland ?????

Ich bin bestimmt nicht religiös, obwohl ich mal evangelisch getauft wurde. Mit 14 aus der Kirche ausgetreten, dann im Sinne des sozialistischen Staates erzogen. Später hab ich dann wieder ab und an mit Religionen, auch nicht-christlichen Berührungen gehabt. Bin durch die Welt gereist, hab verschiedene Kulturen kennengelernt. Und bin immer wieder auf die Fragen "Glauben" und "Sinn des Lebens" gestossen.

Als Soldat brauchte ich zum Glück in keinen Krieg, jedenfalls in keinen "richtigen" mit massenhaften Sterben und zerfetzten Leibern.
Die Erlebnisse meines verstorbenen Vaters, der als Soldat den furchtbaren 2.Weltkrieg auf den Schlachtfeldern der Ostfront miterlebt hat, habe ich von ihm oft erzählt bekommen. Er hat es bis ans Ende seines Lebens nicht "wegstecken" können.

Ich denke, auch wenn man nicht religiös ist - als Soldat in einem Krieg wird man plötzlich mit Dingen konfrontiert, die man bis dahin verdrängt hat.
Waren unsere Politoffiziere in der NVA/Grenztruppen seelsorgerisch ausgebildet ?
Die Frage können die hier mit lesenden/-schreibenden ehemaligen Polit's selbst besser beantworten.

Braucht eine Armee Seelsorger ?
Solange Frieden ist sicher nicht unbedingt.

meint Hartmut






Lieber Hartmut,

der Krieg als eine der extremsten existenziellen Situationen des Menschen, vor allem auch für denjenigen, der ihn "unter Befehl" ausführen muss und schließlich, falls er ihn überlebt, mit dem Erlebten allein gelassen wird. Wir haben schon in anderen Threads dieses Thema immer wieder aufgegriffen. Vielleicht erinnerst du dich, als wir über die Serie "unsere Mütter/unsere Väter" diskutierten und auch im Thread "Befehl, Gehorsam, Gewissen.

Ich finde es persönlich egal, ob Entlastung, sich offenbaren und anvertrauen können nun bei einem Seelsorger im religiösen Sinne, bei einem Psychologen, bei persönlichen Vertrauten geschieht, Hauptsache es gibt diese Möglichkeit.

Warum nicht auch beim Militär- heute? Persönliche Probleme, Zweifel usw. vertrauensvoll besprechen zu können gehört in jeden Bereich unserer Gesellschaft und das Militär ist Teil unserer Gesellschaft.
.


Wir haben ja auch aktive Soldaten unter uns hier? Hat jemand von euch Lust etwas dazu zu sagen?

.


RudiEK89 und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.11.2013 19:16 | nach oben springen

#26

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 19:26
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #24
Zitat von Barbara im Beitrag #22
[quote=4.Zug 4.Kompanie GAR-40|p302625]Klingt jetzt makaber, aber

Seelsorge ist für Betroffene da, für Täter glaube ich ist die nicht vorgesehen


Aus psychologischer Sicht: Auch Täter sind "Betroffene".

Aus religiöser Sicht:
Eine der zentralen Botschaften der christlichen Lehre:
"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

Das kommt für mich persönlich darauf an, welche "Täter" du damit meinst?








Lieber Rudi, ich glaube zu wissen worauf du hinaus willst.

Wo ist das Ende von Verständnis, von Verzeihen, erreicht.....
Wenn ich an die Verbrechen der Nazi-Zeit denke, aber auch an das, was Menschen auch heute anderen Menschen antun, überhaupt, wozu der Mensch an bestialischem in der Lage ist - das geht voll ins Eingemachte, wie immer bei den tiefen ethischen Fragen.

Denke bei dem Thema immer an eine ca. 2-stündige Doku über die "Wahrheitskommission" in Süd-Afrika, eine Mutter sitzt demjenigen gegenüber, der ihren Sohn zu Tode gefoltert hat. Er winselt sie an, er schreit, er weint und sie sitzt vor ihm und sieht ihn nur an. Man sieht, wie es in ihr arbeitet, wie sie um ihren eigenen inneren Frieden ringt....
ich bin sehr überfordert bei diesem Thema...
.

Ich glaube allerdings, dass jeder Mensch das Recht hat, sich anvertrauen zu dürfen, sogar zu müssen, auch wenn es um äußerste Verbrechen geht. Oft sind diese Art Täter allerdings gar nicht in der Lage zu so etwas. Wir wissen ja auch heute von der Persönlichkeitsstruktur des Soziopathen, also desjenigen der krank an seiner emotionalen Ausstattung ist ... ein sehr schwieriges Thema...
.


RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#27

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 19:37
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #16
Selbst bei der streng atheistischen SS [...]




Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
nach oben springen

#28

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 19:39
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainman2 im Beitrag #21
"Allmächtiger Vater, der Du die Gebete jener erhörst, die Dich lieben, wir bitten Dich, denen beizustehen, die sich in die Höhen Deines Himmels wagen und den Kampf bis zu unseren Feinden vortragen. Behüte und schütze sie, wir bitten Dich, wenn sie ihren befohlenen Einsätze fliegen. Mögen sie, so wie wir, von Deiner Kraft und von Deiner Macht wissen, und mögen sie mit Deiner Hilfe diesen Krieg zu einem schnellen Ende bringen. Wir bitten Dich, dass das Ende dieses Krieges nun bald kommt und dass wir wieder einmal Frieden auf Erden haben. Mögen die Männer, die in dieser Nacht den Flug unternehmen, sicher in Deiner Hut sein, und mögen sie unversehrt zu uns zurückkehren. Wir werden im Vertrauen auf Dich weiter unseren Weg gehen, denn wir wissen, dass wir jetzt und für alle Ewigkeit unter Deinem Schutz stehen."

Gebet des Feldgeistlichen vor dem Abflug der "Enola Gay" nach Hiroshima.

ciao Rainman




Lieber Rainman,

furchtbar ist das. Ja, die Kirche und ihre Vertreter haben sich auch immer in den Dienst der Mächtigen gestellt und ihre eigene Glaubenslehre zur Karikatur werden lassen. Die Feldgeistlichen, die gerade in den beiden Weltkriegen die jungen Männer mit dem Segen Gottes in den Tod schickten, die eine Atombombe segneten, da soll man wirklich "den Glauben verlieren".

Da dieses Bespiel das eine Extrem "priesterlichen" Handelns darstellt, möchte ich an dieser Stelle jedoch auch an das andere Beispiel erinnern, Priester, die aufgrund ihrer christlichen Überzeugung vollkommen über sich hinaus gewachsen sind.
Hier möchte ich an Pater Maximilian Kolbe erinnern, der in Auschwitz sein eigenes Leben anstelle das eines Familienvaters angeboten hat, der zum sterben verurteilt war.
Kolbe ging für ihn in den Hunger-Bunker und hat ihn nicht wieder verlassen.

http://www.kathpedia.com/index.php?title=Maximilian_Kolbe


Rainman2, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#29

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 19:46
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #26
Wo ist das Ende von Verständnis, von Verzeihen, erreicht.....

Diese Ende von Verständnis darf es nicht geben, grundsätzlich!

Ich möchte den Sanitäts-Leutnant Schneider mal erwähnen, ein Kriegsfreiwilliger sogar. Kennt koi Sau? Na vielleicht als Prediger von Buchenwald, ahh ... jetzt klingelts bei dem Einen oder der Andern. Auf sein Martyrium im Block des Martin Sommer möchte ich nicht eingehen, da gab es ja Bücher und Filme darüber. Hinweisen möchte ich aber auf den Lebensabend seines Peinigers. Dieser verbrachte ihn in den Rummelsburger Anstalten, einem Altenwerk der Diakonie ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Jobnomade und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#30

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:00
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #26
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #24
Zitat von Barbara im Beitrag #22
[quote=4.Zug 4.Kompanie GAR-40|p302625]Klingt jetzt makaber, aber

Seelsorge ist für Betroffene da, für Täter glaube ich ist die nicht vorgesehen


Aus psychologischer Sicht: Auch Täter sind "Betroffene".

Aus religiöser Sicht:
Eine der zentralen Botschaften der christlichen Lehre:
"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

Das kommt für mich persönlich darauf an, welche "Täter" du damit meinst?








Lieber Rudi, ich glaube zu wissen worauf du hinaus willst.

Wo ist das Ende von Verständnis, von Verzeihen, erreicht.....
Wenn ich an die Verbrechen der Nazi-Zeit denke, aber auch an das, was Menschen auch heute anderen Menschen antun, überhaupt, wozu der Mensch an bestialischem in der Lage ist - das geht voll ins Eingemachte, wie immer bei den tiefen ethischen Fragen.

Denke bei dem Thema immer an eine ca. 2-stündige Doku über die "Wahrheitskommission" in Süd-Afrika, eine Mutter sitzt demjenigen gegenüber, der ihren Sohn zu Tode gefoltert hat. Er winselt sie an, er schreit, er weint und sie sitzt vor ihm und sieht ihn nur an. Man sieht, wie es in ihr arbeitet, wie sie um ihren eigenen inneren Frieden ringt....
ich bin sehr überfordert bei diesem Thema...
.

Ich glaube allerdings, dass jeder Mensch das Recht hat, sich anvertrauen zu dürfen, sogar zu müssen, auch wenn es um äußerste Verbrechen geht. Oft sind diese Art Täter allerdings gar nicht in der Lage zu so etwas. Wir wissen ja auch heute von der Persönlichkeitsstruktur des Soziopathen, also desjenigen der krank an seiner emotionalen Ausstattung ist ... ein sehr schwieriges Thema...
.




@Hans sein Beitrag war zutreffend. Ich kann nicht über die NS-Zeit schreiben aber über die Gegenwart.
Auch ein Polizist der von der Schusswaffe aus den unterschiedlichsten Gründen Gebrauch machen musste, benötigt Seelsorge.
Das geht an keinem spurlos vorbei. Die Beamten worden dabei gern vergessen, darum rief man "KIT" (Kriesenintervantionsteam" ins Leben.
Die Mitarbeiter kümmern sich nicht nur um Beamte, sondern gehen auch mit, wenn eine Todesnachricht an den Bürger XY zu erbringen ist.
Diese sind psychologisch geschult..


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Hans, Jobnomade, Lutze und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#31

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:13
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #30
Zitat von Barbara im Beitrag #26
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #24
Zitat von Barbara im Beitrag #22
[quote=4.Zug 4.Kompanie GAR-40|p302625]Klingt jetzt makaber, aber

Seelsorge ist für Betroffene da, für Täter glaube ich ist die nicht vorgesehen


Aus psychologischer Sicht: Auch Täter sind "Betroffene".

Aus religiöser Sicht:
Eine der zentralen Botschaften der christlichen Lehre:
"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

Das kommt für mich persönlich darauf an, welche "Täter" du damit meinst?








Lieber Rudi, ich glaube zu wissen worauf du hinaus willst.

Wo ist das Ende von Verständnis, von Verzeihen, erreicht.....
Wenn ich an die Verbrechen der Nazi-Zeit denke, aber auch an das, was Menschen auch heute anderen Menschen antun, überhaupt, wozu der Mensch an bestialischem in der Lage ist - das geht voll ins Eingemachte, wie immer bei den tiefen ethischen Fragen.

Denke bei dem Thema immer an eine ca. 2-stündige Doku über die "Wahrheitskommission" in Süd-Afrika, eine Mutter sitzt demjenigen gegenüber, der ihren Sohn zu Tode gefoltert hat. Er winselt sie an, er schreit, er weint und sie sitzt vor ihm und sieht ihn nur an. Man sieht, wie es in ihr arbeitet, wie sie um ihren eigenen inneren Frieden ringt....
ich bin sehr überfordert bei diesem Thema...
.

Ich glaube allerdings, dass jeder Mensch das Recht hat, sich anvertrauen zu dürfen, sogar zu müssen, auch wenn es um äußerste Verbrechen geht. Oft sind diese Art Täter allerdings gar nicht in der Lage zu so etwas. Wir wissen ja auch heute von der Persönlichkeitsstruktur des Soziopathen, also desjenigen der krank an seiner emotionalen Ausstattung ist ... ein sehr schwieriges Thema...
.




@Hans sein Beitrag war zutreffend. Ich kann nicht über die NS-Zeit schreiben aber über die Gegenwart.
Auch ein Polizist der von der Schusswaffe aus den unterschiedlichsten Gründen Gebrauch machen musste, benötigt Seelsorge.
Das geht an keinem spurlos vorbei. Die Beamten worden dabei gern vergessen, darum rief man "KIT" (Kriesenintervantionsteam" ins Leben.
Die Mitarbeiter kümmern sich nicht nur um Beamte, sondern gehen auch mit, wenn eine Todesnachricht an den Bürger XY zu erbringen ist.
Diese sind psychologisch geschult..

kam die Seelsorge von der Kirche?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#32

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:27
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #30
Auch ein Polizist der von der Schusswaffe aus den unterschiedlichsten Gründen Gebrauch machen musste, benötigt Seelsorge.
Zitat von Lutze im Beitrag #31
kam die Seelsorge von der Kirche?

Also ich bete auch jedes mal, wenn ein behördlicher Waffenträger neben mir auf der Bahn steht.
Ansonsten @Lutzel, guck Dir mal den Artikel zur Notfallseelsorge im wiki an ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Notfallseelsorge


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#33

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:30
von thomas 48 | 3.569 Beiträge

von 94
Ich war 1974 auf Parteischule und habe dabei mit allen Schülern und Dozenten das KZ Buchenwald besucht. Dort legten wir ein Kranz in der Zelle von Pfarrer Schneider hin


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#34

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:38
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #32
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #30
Auch ein Polizist der von der Schusswaffe aus den unterschiedlichsten Gründen Gebrauch machen musste, benötigt Seelsorge.
Zitat von Lutze im Beitrag #31
kam die Seelsorge von der Kirche?

Also ich bete auch jedes mal, wenn ein behördlicher Waffenträger neben mir auf der Bahn steht.
Ansonsten @Lutzel, guck Dir mal den Artikel zur Notfallseelsorge im wiki an ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Notfallseelsorge

Das ist in meinen Augen purer Sarkasmus. Ein Seelsorger hat Schweigepflicht gegenüber den Behörden. Diesem kann ich mich am Ort des Geschehens anvertrauen. Das sind Pfarrer der evang. oder kathol. Kirche.
Die Mitarbeiter des KIT sind ehrenamtliche und unterstützen dank ihrer psychologischen. Ausbildung freiberuflich in Krisensituationen.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Jobnomade und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#35

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:49
von DoreHolm | 7.697 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #14
Zitat von Jobnomade im Beitrag #10
... Ich denke, auch wenn man nicht religiös ist - als Soldat in einem Krieg wird man plötzlich mit Dingen konfrontiert, die man bis dahin verdrängt hat.
Waren unsere Politoffiziere in der NVA/Grenztruppen seelsorgerisch ausgebildet ?
Die Frage können die hier mit lesenden/-schreibenden ehemaligen Polit's selbst besser beantworten.

Braucht eine Armee Seelsorger ?
Solange Frieden ist sicher nicht unbedingt.
...

Hallo Jobnomade,

ohne auf dem Thema herumreiten zu wollen nur soviel: Alle Offiziere hatten eine Ausbildung im Fach Militärpsychologie/Militärpädagogik. An der Militärpolitischen Hochschule war dieses Fach ebenso auf dem Plan, wie die Marxistisch-leninistische Ausbildung - es gehörte zum Grundhandwerkszeug. Aber während man in der Pädagogik, z.B. im Bereich der Methodik, recht gut und leicht ausbilden bzw. ausgebildet werden kann, ist die Psychologie nun nicht eben etwas für ein paar verregnete Nachmittage und das Einpauken von ein paar Prinzipien und Grundsätzen. Sagen wir mal so: Wir haben etwas Werkzeug in die Hand bekommen, mit dem wir hätten loslegen können. Aber, wie es richtig funktioniert, wie ich mit Menschen in einer Extremsituation spreche, wie ich ihnen Mut zuspreche und vor allem, wie ich mir selbst zurede, dass ich selbst nicht angesichts von Trauer, Not und Elend den Mut verliere, das kann man nicht in der Theorie lernen. Viele Offiziere, auch Politoffiziere, opferten ihre Handvoll pädagogisches Wissen schnell einem "gesunden militärischen Pragmatismus" im Umgang mit den Menschen. Die Verführung dazu war groß, bei dem Druck von unten und oben, unter dem wir bisweilen standen. Auch ich habe eine Zeitlang fast mehr gebrüllt als gesprochen. Heute nenne ich das Hilflosigkeit. Ich war auch nicht darauf vorbereitet, als lediger Fünfundzwanzigjähriger mit einem gleichaltrigen Soldaten, dessen Frau und Schwiegermutter in einem Zimmer zusammenzusitzen und die Eheprobleme zu besprechen. Ja, Hilflosigkeit trifft es.

Und das Wichtigste: Unser Fokus war eigentlich nicht die Seele des Menschen. Es ging letztlich um das politische Bewusstsein oder die Fähigkeit zur militärischen Aufgabenerfüllung. Nein, der Mensch an sich war uns/mir nicht egal. Je mehr Erfahrung ich bekam, desto mehr konnte ich mich auch in persönliche Probleme mit einbringen (Probleme in der Familie, an der Arbeitsstelle, mit der Wohnung, mit dem Krippen- oder Kindergartenplatz etc.). Aber das eigentliche Ziel war schon nicht zu leugnen. Ich denke, das ist einer der wichtigsten Unterschiede zur reinen Seelsorge, wenn sie denn reine Seelsorge ist, was sie in der Geschichte eben auch nicht immer war.

Und ja und nein: Nicht die Armee braucht Seelsorge. Die Soldaten brauchen sie. Fragt sich nur, für welches Ziel ...

ciao Rainman


Rot: Wohl dem, der in Extremsituationen noch die Nerven behalten kann. Ich denke da immer an den Spruch : "Wer anfängt zu schreien, hört auf zu denken " Wenn unsere Vorgesetzten nicht weiter wußten, kam dann die sterotype Aufforderung: "Genosse sowieso, dann lassen Sie sich mal was einfallen !"



Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#36

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:49
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #33
Ich war 1974 auf Parteischule ...

Wie kommst'n Du als CDUler auf die Parteischule? Na egal und vielleicht ist es in den Augen Einiger 'Sarkasmus', nur ich wage mal zu behaupten wenn die Schießausbildung und vor allem das Schießtraining etwas ernster genommen würden, dann würden die Unformträger etwas seltener den KID (Kriseninterventionsdienst) beanspruchen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#37

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 20:56
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #36
Zitat von thomas 48 im Beitrag #33
Ich war 1974 auf Parteischule ...

Wie kommst'n Du als CDUler auf die Parteischule? Na egal und vielleicht ist es in den Augen Einiger 'Sarkasmus', nur ich wage mal zu behaupten wenn die Schießausbildung und vor allem das Schießtraining etwas ernster genommen würden, dann würden die Unformträger etwas seltener den KID (Kriseninterventionsdienst) beanspruchen.

Dem kann ich dir nicht beipflichten, weil Schie0en auf Scheiben und die Schusswaffe im realen Leben anzuwenden zwei "paar Schuhe" sind.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Hans und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#38

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 21:04
von 94 | 10.792 Beiträge

Und genau das meine ich. Und ungünstige Lichtverhältnisse (indirekt ausgeleuchtete Scheiben, Stroboskoplampen), nerviger Lärm (Hewie-Metal-Musike ausm CD-Player zum Beispiel), Magazine nicht selbst geladen mit unbekannten Ladezustand (ab und zu eine Exerzierpatrone oder nur 'ne leere Hülse rein) usw., für jede No-Shut-Scheibe sofort 50 Liegestütze ... aber jetzt komm'r ganz schön vom Thema ab.

P.S. Haste schonemal einen PKW-Scheinwerfer ausgeschossen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.11.2013 21:10 | nach oben springen

#39

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 06.11.2013 01:02
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Für mich geht das nicht mehr zusammen - das 5.Gebot "Du sollst nicht töten" und Militärseelsorge.

Es hat seine Berechtigung gehabt, als noch Mann gegen Mann gekämpft wurde und auf den Schlachtfeldern die sterbenden Beistand bekommen haben.

Doch heute? Tausende Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt wird auf ein Knöpfchen gedrückt und eine Drohne tut ihren Dienst und trifft zielgenau. Es eilen andere Kämpfer oder auch Zivilisten zur Hilfe und laufen direkt in die zweite Welle des Drohnenangriffs, wohlwissend vom joy-stick- Soldaten das sich Hilfeleistende am Zielort befinden können.

Der Welt ist nicht mehr zu helfen. Erst recht nicht durch Militärseelsorger. Ich mag mir garnicht vorstellen wie dieser hinter den Soldaten steht, die da rund um die Uhr auf die Bildschirme starren. Oder was ist Aufgabe eines Militärseelsorgers in solch einem Fall?

LG von der grenzgaengerin


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#40

RE: So etwas gibt es noch?

in Grenztruppen der DDR 06.11.2013 07:41
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Rot: Wohl dem, der in Extremsituationen noch die Nerven behalten kann. Ich denke da immer an den Spruch : "Wer anfängt zu schreien, hört auf zu denken " Wenn unsere Vorgesetzten nicht weiter wußten, kam dann die sterotype Aufforderung: "Genosse sowieso, dann lassen Sie sich mal was einfallen !"

Wie war noch mal der Wahlspruch des Architekten?

Hoffentlich fällt mir nichts ein.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten
Erstellt im Forum Staatssicherheit der DDR (MfS) von Signalobermaat
485 04.05.2016 17:52goto
von Signalobermaat • Zugriffe: 16751
Das gibts in keinem Russenfilm
Erstellt im Forum DDR Zeiten von Nostalgiker
19 01.06.2016 15:15goto
von Einmannbetrieb • Zugriffe: 1732
Wie weit darf es noch gehen? Aldi zieht Seife aus dem Sortiment
Erstellt im Forum Themen vom Tage von Schlutup
161 25.01.2015 01:51goto
von Grenzwolf62 • Zugriffe: 6643
Es gibt noch viel zu tun......
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Georg
18 07.11.2014 23:05goto
von FRITZE • Zugriffe: 568
DDR Sachen, die es nicht mehr gibt
Erstellt im Forum Leben in der DDR von lara
433 05.12.2014 10:08goto
von schulzi • Zugriffe: 22397
Es gibt mich noch...
Erstellt im Forum Mythos DDR und Grenze von josy95
22 05.12.2013 23:26goto
von josy95 • Zugriffe: 2264

Besucher
30 Mitglieder und 68 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 2682 Gäste und 172 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14371 Themen und 558073 Beiträge.

Heute waren 172 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen