#21

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 08:55
von elster427 | 789 Beiträge

Ich finde es toll , das jedes Jahr die selbe Frage gestellt wird. Das MfS öffnete die Grenze und verhinderte mit Umsicht, das
an diesem Abend irgendwelche unbedachten Handlungen - Waffeneisatz oder sonstige Szenarien abliefen.
Und dies alles , obwohl man sie alle im Regen stehen ließ, ohne Informationen und Weisungen.
Wenn dies durch Angehörige der GT abgelaufen wäre , man hätte sie zu Helden erklärt. Es waren aber die MA des MfS und bei denen darf man sich nicht bedanken. Das passte keinem so recht ins Konzept. Wenn ich mir den offiziellen Wortlaut
nach 1990 ansehe, wurde immer versucht die Öffnungen der Güsten den GT zuzuschieben , vorallem durch deren Obere.
Wenn ich dann höre, der Güstkomandant hat eine Güst geöffnet, oh mann , er konnte zwar seinen Leuten Befehle erteilen , aber bei der Abfertigung des Verkehrs hatte er keine Weisungsberechtigung. Was nicht heissen soll ,das die Komandanten im Zuge des Zusammenwirkens
aller an der Güst vorhandenen Organe PKE ,Zoll und GT , in die Frage der Öffnung mit einbezogen wurde.
Für mich waren alle Anwesenden an diesem Abend Helden ,und wenn ach nur kliene, da alles friedlich und Besonnen verlief.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
4.Zug 4.Kompanie GAR-40, passport, prignitzer, KAMÜ und jecki09 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#22

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 14:02
von passport | 2.629 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #18
Zitat von passport im Beitrag #17
Zitat von Mike59 im Beitrag #15
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
http://turmsegler.net/20091102/visum/

Aus dem Text des Ministerratsbeschlusses erschliesst sich ganz eindeutig die Absicht, ständige Ausreisen nach der BRD über das sozialistische Ausland nicht mehr zu dulden. Deshalb wollte man Anträge DDR Bürger, welche die DDR für immer verlassen wollten, auf dem VPKA "unverzüglich" bearbeiten und Privatreisen "kurzfristig" erteilen. Das Arbeitstempo der Behörden ergibt sich jedoch immer aus dem Arbeitsanfall. Es war klar, dass die Ausreisevisa also nur sehr dosiert und mit Wartezeit ausgegeben würden. Nie und nimmer war geplant, dass am 09. November 1989 eine Völkerwanderung einsetzen solllte.
Theo



Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ging es nicht um den "normalen" Reiseverkehr sondern um die Ausreise über Grenzübergänge der DDR - kann mich auch irren. Aber der Ausreisestempel über das Lichtbild im PA war das Zeichen für eine endgültige Ausreise.


Es ging hier um eine Reiseordnung für DDR-Bürger.
Der Schabowski hat das in seiner schnoddrigen Art auf der Presekonferenz abgelesen und das Datum für diese Aktion nicht beachtet. Das Problem war, das er und ein paar PB-Mitglieder den Text kannten, aber nicht die zuständigen Ministerien (NVA-GT, MfS, MAH) die für die Grenzsicherung - und Abfertigung verantwortlich waren. Die Katastrophe nahm ja dann bekanntlich ihren Lauf und hätte auch anders enden können. Lt. Aussage von OSL Jäger hat er mehrmals mit Oberst Ziegenhorn (Stellvertr. Leiter HA VI) gesprochen. Oberst Ziegenhorn wies dann die "Zwischenlösung an, dh. den PKS über das Lichtbild anzubringen. Diese Personen sollten ausreisen aber nicht wieder einreisen dürfen. Wie es dann ausgegangen ist wissen wir ja Alle.

OSL. Jäger und seine Meinung dazu (aus Zeit-Online) :

Erst dieser geistige Dünnschiss von dem Schabowski. Dann kriegst du keine richtige Weisung. Dann musste ich auch noch gegen die Gesetze handeln, als ich die Randalierer an diesem Abend ohne ihr Wissen ausbürgerte, indem ich ihnen einen Stempel auf das Lichtbild in ihrem Reisepass drückte.«



passport



Passport,

die Sache mit dem Stempel am / über dem Passbild ging auf ein Fernschreiben des Ltr. der HA VI Generalmajor Fiedler zurück.

Da war u.a. zu lesen .

" Zur Durchsetzung dieser Maßnahmen - gemeint war die Reiseregelung - an den GÜSt zur BRD und Berlin (West ) sind von den Passkontrolleinheiten unverzüglich folgende Aufgaben zu lösen:
1. Die Personalausweise der betreffenden Bürger sind mit einem Ausreisevermerk / Visum der VPKA zu versehen. Diese berechtigen nach entsprechender Identitätskontrolle zur ständigen Ausreise. Neben dem Lichtbild im Personalausweis - rechts - ist ein Passkontrollstempelabdruck anzubringen, der zugleich als Entwertungsvermerk gilt.
2. Der Personalausweis ist den Bürgern zu belassen.
3. Eine zahlenmäßige Erfassung ist zu gewährleisten und zwar differenziert nach Erwachsenen, Kindern und PKW."

Zitat Ende.
Diese FS ging an Leiter BV / Ltr. Abt.VI, Gera,Erfurt,Suhl,Magdeburg,Schwerin,Rostock,Potsdam, Karl _Marx -Stadt und Leipzig.
Für Berlin soll es eine mündliche Weisung gegeben haben.



@Alfred

Wann wurdedenn diese FS abgesetzt ? Wenn es möglich ist bitte mit Datum und Uhrzeit.

OSL Jäger hat nach eigener Aussage diese Anweisung von Oberst Ziegenhorn erhalten !


Gruß

passport


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.11.2013 14:14 | nach oben springen

#23

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 14:10
von passport | 2.629 Beiträge

Zitat von West_Tourist im Beitrag #19
Angeblich wurde am 9. Nov 89 die Grenze zuerst gegen ca. 20. uhr in Marienborn Inoffiziell Geöffnet. Der erste DDR Grenzgänger soll eine Ärztin gewesen sein. Angeblich wurde in Berlin der übergang Wolltersdorfer Chaussee zuerst Geöffnet. Vor der Bornholmer Brücke.


@West_Tourist


Das Thema mit der Ärztin hatten wir schon in diesen Thread. Nur mal richtig lesen !

Grenzöffnung


Grenzöffnung


passport


zuletzt bearbeitet 04.11.2013 14:13 | nach oben springen

#24

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 14:33
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von passport im Beitrag #23
Zitat von West_Tourist im Beitrag #19
Angeblich wurde am 9. Nov 89 die Grenze zuerst gegen ca. 20. uhr in Marienborn Inoffiziell Geöffnet. Der erste DDR Grenzgänger soll eine Ärztin gewesen sein. Angeblich wurde in Berlin der übergang Wolltersdorfer Chaussee zuerst Geöffnet. Vor der Bornholmer Brücke.


@West_Tourist


Das Thema mit der Ärztin hatten wir schon in diesen Thread. Nur mal richtig lesen !

Grenzöffnung


Grenzöffnung


passport



Gar nix muss hier hier einer Lesen


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#25

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 14:40
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Gar nix muss hier hier einer Lesen

Ist Dein Visum schon wieder abgelaufen?


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#26

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 14:48
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #25
Gar nix muss hier hier einer Lesen

Ist Dein Visum schon wieder abgelaufen?



Meine FDJ Freundin und ihre Stasi Freunde besorgen mir ein Neues. Am WestGeld solls nicht scheitern.


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#27

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 14:51
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zitat von West_Tourist im Beitrag #26
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #25
Gar nix muss hier hier einer Lesen

Ist Dein Visum schon wieder abgelaufen?



Meine FDJ Freundin und ihre Stasi Freunde besorgen mir ein Neues. Am WestGeld solls nicht scheitern.


Dann sie aber zu, dass Du nicht wieder nur ein Tagesvisum bekommst für Dein Westgeld!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#28

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 14:57
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #22
Zitat von Alfred im Beitrag #18
Zitat von passport im Beitrag #17
Zitat von Mike59 im Beitrag #15
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
http://turmsegler.net/20091102/visum/

Aus dem Text des Ministerratsbeschlusses erschliesst sich ganz eindeutig die Absicht, ständige Ausreisen nach der BRD über das sozialistische Ausland nicht mehr zu dulden. Deshalb wollte man Anträge DDR Bürger, welche die DDR für immer verlassen wollten, auf dem VPKA "unverzüglich" bearbeiten und Privatreisen "kurzfristig" erteilen. Das Arbeitstempo der Behörden ergibt sich jedoch immer aus dem Arbeitsanfall. Es war klar, dass die Ausreisevisa also nur sehr dosiert und mit Wartezeit ausgegeben würden. Nie und nimmer war geplant, dass am 09. November 1989 eine Völkerwanderung einsetzen solllte.
Theo



Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ging es nicht um den "normalen" Reiseverkehr sondern um die Ausreise über Grenzübergänge der DDR - kann mich auch irren. Aber der Ausreisestempel über das Lichtbild im PA war das Zeichen für eine endgültige Ausreise.


Es ging hier um eine Reiseordnung für DDR-Bürger.
Der Schabowski hat das in seiner schnoddrigen Art auf der Presekonferenz abgelesen und das Datum für diese Aktion nicht beachtet. Das Problem war, das er und ein paar PB-Mitglieder den Text kannten, aber nicht die zuständigen Ministerien (NVA-GT, MfS, MAH) die für die Grenzsicherung - und Abfertigung verantwortlich waren. Die Katastrophe nahm ja dann bekanntlich ihren Lauf und hätte auch anders enden können. Lt. Aussage von OSL Jäger hat er mehrmals mit Oberst Ziegenhorn (Stellvertr. Leiter HA VI) gesprochen. Oberst Ziegenhorn wies dann die "Zwischenlösung an, dh. den PKS über das Lichtbild anzubringen. Diese Personen sollten ausreisen aber nicht wieder einreisen dürfen. Wie es dann ausgegangen ist wissen wir ja Alle.

OSL. Jäger und seine Meinung dazu (aus Zeit-Online) :

Erst dieser geistige Dünnschiss von dem Schabowski. Dann kriegst du keine richtige Weisung. Dann musste ich auch noch gegen die Gesetze handeln, als ich die Randalierer an diesem Abend ohne ihr Wissen ausbürgerte, indem ich ihnen einen Stempel auf das Lichtbild in ihrem Reisepass drückte.«



passport



Passport,

die Sache mit dem Stempel am / über dem Passbild ging auf ein Fernschreiben des Ltr. der HA VI Generalmajor Fiedler zurück.

Da war u.a. zu lesen .

" Zur Durchsetzung dieser Maßnahmen - gemeint war die Reiseregelung - an den GÜSt zur BRD und Berlin (West ) sind von den Passkontrolleinheiten unverzüglich folgende Aufgaben zu lösen:
1. Die Personalausweise der betreffenden Bürger sind mit einem Ausreisevermerk / Visum der VPKA zu versehen. Diese berechtigen nach entsprechender Identitätskontrolle zur ständigen Ausreise. Neben dem Lichtbild im Personalausweis - rechts - ist ein Passkontrollstempelabdruck anzubringen, der zugleich als Entwertungsvermerk gilt.
2. Der Personalausweis ist den Bürgern zu belassen.
3. Eine zahlenmäßige Erfassung ist zu gewährleisten und zwar differenziert nach Erwachsenen, Kindern und PKW."

Zitat Ende.
Diese FS ging an Leiter BV / Ltr. Abt.VI, Gera,Erfurt,Suhl,Magdeburg,Schwerin,Rostock,Potsdam, Karl _Marx -Stadt und Leipzig.
Für Berlin soll es eine mündliche Weisung gegeben haben.



@Alfred

Wann wurdedenn diese FS abgesetzt ? Wenn es möglich ist bitte mit Datum und Uhrzeit.

OSL Jäger hat nach eigener Aussage diese Anweisung von Oberst Ziegenhorn erhalten !


Gruß

passport



Entsprechenden Veröffentlichungen kann entnommen werden, dass dieses Fernschreiben am 9.11.1989 um 23.05 Uhr mit der Dringlichkeitsstufe "Flugzeug" verschickt wurde.


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.11.2013 15:00 | nach oben springen

#29

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 15:52
von elster427 | 789 Beiträge

Jetzt wäre naturlich nicht schlecht wenn @PKE uns jetzt weiterhelfen könnte , da er als Stellvertreter Passkontrolle der Abteilung VI in Potsdam
zu diesem Zeitpunkt sicher schon in die Sache involviert war .
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#30

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 15:59
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von elster427 im Beitrag #21
Ich finde es toll , das jedes Jahr die selbe Frage gestellt wird. Das MfS öffnete die Grenze und verhinderte mit Umsicht, das
an diesem Abend irgendwelche unbedachten Handlungen - Waffeneisatz oder sonstige Szenarien abliefen.
Und dies alles , obwohl man sie alle im Regen stehen ließ, ohne Informationen und Weisungen.
Wenn dies durch Angehörige der GT abgelaufen wäre , man hätte sie zu Helden erklärt. Es waren aber die MA des MfS und bei denen darf man sich nicht bedanken. Das passte keinem so recht ins Konzept. Wenn ich mir den offiziellen Wortlaut
nach 1990 ansehe, wurde immer versucht die Öffnungen der Güsten den GT zuzuschieben , vorallem durch deren Obere.
Wenn ich dann höre, der Güstkomandant hat eine Güst geöffnet, oh mann , er konnte zwar seinen Leuten Befehle erteilen , aber bei der Abfertigung des Verkehrs hatte er keine Weisungsberechtigung. Was nicht heissen soll ,das die Komandanten im Zuge des Zusammenwirkens
aller an der Güst vorhandenen Organe PKE ,Zoll und GT , in die Frage der Öffnung mit einbezogen wurde.
Für mich waren alle Anwesenden an diesem Abend Helden ,und wenn ach nur kliene, da alles friedlich und Besonnen verlief.
mfg Jan


Hallo Elster...

Wurde fuer mich bedeuten,das im Umkehrschluss es zwar Kommandanten der GT gab,insofern diese vielleicht auch gleichzeitig MA des MfS waren,aber dann ergibt so manch Aussage,das das MfS an den Grenzen eigentlich das grosse "Sagen"hatte!Punktum....
An der DDR Grenze passierte nix ohne Wissen und Willen oder Unwillen des MfS.
Hierraus ergibt sich doch eine realistische Sicht auf die Schaffung der Grenzbeauftragten aus den KDs des MfS im jeweiligen Grenzabschnitt...oder duenkt mich da ein Irrtum?

Thanks und Gruessli BO


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#31

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 16:08
von elster427 | 789 Beiträge

Hallo Boelleronkel,
hier geht es nur um die Grenzübergangsstellen. Es gab den Güstkommandanten , welcher für die militärische Absicherung der Güst sowie für die Zivilen Kräfte wie Straßenmeisterei verantwortlich war.
Mit der Abfertigung des grenzüberschreitenden Verkehrs - und nur darum geht es hier - hatte er keine Weisungsberechtigung.
Da gebe ich dir Recht, dies entschied das MfS.
Am Kanten sah das anders aus. Dazu kann ich aber nichts sagen, da ich Passkontrolleur war und somit MA des MfS an der Güst Drewitz.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#32

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 16:11
von furry | 3.572 Beiträge

Eventuell OT:
Am 9.11.89 müssen nach Schabowskis Ankündigung doch die Telefondrähte geglüht haben. Konnten in solchen Situationen die Sicherheitskräfte veranlassen, dass der normale Telefonverkehr eingeschränkt wird oder lief dieser Telefonverkehr über andere Leitungen bzw. Kanäle?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#33

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 16:19
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von elster427 im Beitrag #31
Hallo Boelleronkel,
hier geht es nur um die Grenzübergangsstellen. Es gab den Güstkommandanten , welcher für die militärische Absicherung der Güst sowie für die Zivilen Kräfte wie Straßenmeisterei verantwortlich war.
Mit der Abfertigung des grenzüberschreitenden Verkehrs - und nur darum geht es hier - hatte er keine Weisungsberechtigung.
Da gebe ich dir Recht, dies entschied das MfS.
Am Kanten sah das anders aus. Dazu kann ich aber nichts sagen, da ich Passkontrolleur war und somit MA des MfS an der Güst Drewitz.
mfg Jan


Jaja Elster,
wir sind bei den Guesten,aaaaaber ich glaube kaum,das es einen GT Kommandanten gab,der fuer diese Position oder Planstelle nicht das OK des MfS hatte.
Soweit ersteinmal klar oder deine Zustimmung?
Wenn der Kommandnt "nur"fuer das militaerische als Fuehrungsorgan zustaendig war,wer hat bei Pleiten Pech und Pannen oder sagen wir mal ungewollten Vorkommnissen dessen Versetzung oder Abloesung oder eben die Aenderung aus DDR Sicht verfuegt?
Und da kommen wir zwangslaeufig an eine Schnittstelle,das letzte Wort hatte das MfS oder Nicht?
Gruss BO


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#34

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 16:30
von elster427 | 789 Beiträge

Tja Boelleronkel,
ob für die Position eines Güstkommandanten der GT das MfS sein OK geben mußte , kann ich dir leider nicht sagen , da ich mich nicht in solchen Höhen aufgehalten habe , wo soetwas entschieden wurde.
Also Pleiten ,Pech und Pannen im Reiseverkehr hatten wir zu verantworten. Was die GT betrifft , sollte man jemanden der GT fragen.Im Forum ist doch jemand von der SIK Marienborn @Pitti53, welcher dir da sicher weiterhelfen kann.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
zuletzt bearbeitet 04.11.2013 16:32 | nach oben springen

#35

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 16:38
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von elster427 im Beitrag #34
Tja Boelleronkel,
ob für die Position eines Güstkommandanten der GT das MfS sein OK geben mußte , kann ich dir leider nicht sagen , da ich mich nicht in solchen Höhen aufgehalten habe , wo soetwas entschieden wurde.
Also Pleiten ,Pech und Pannen im Reiseverkehr hatten wir zu verantworten. Was die GT betrifft , sollte man jemanden der GT fragen.Im Forum ist doch jemand von der SIK Marienborn @Pitti53, welcher dir da sicher weiterhelfen kann.
mfg Jan


Nimms locker...Elster,das Mfs musste sogar sein Ok bei einem Studiumsaufenthlt geben,also da wage ich mir nicht vorzustellen was an der Grenze los war...naja,was solls....
Ooooch was den Mann von Marienborn betrifft,der konnte sich schon nicht an die "Roentgenanlage erinnern"(Gammakanone)also wie sollte er sich an so simple Dinge erinnern koennen....das waere doch etwas viel verlangt.
Juut das wir drueber gesprochen haben und Sodann BO

P.S.
Nuescht wie unjjuuut,mich interessieren nur fachliche Dinge,mit den menschlichen habe ich schon lange abgeschlossen!


zuletzt bearbeitet 04.11.2013 16:39 | nach oben springen

#36

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 16:44
von elster427 | 789 Beiträge

Also Boelleronkel ,
ich nehms locker , sonst würde ich nicht meine Erfahrungen und Erlebnisse hier einstellen.
Die Gammakanone gehörte zur PKE , also dem MfS.
Die SIK Marienborn , also Pitti 53 gehörte zu den GT. Da bringst du etwas die Leute durcheinander.
Aber was soll`s , helf dir gern weiter wenn ich kann.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#37

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 16:59
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von elster427 im Beitrag #36
Also Boelleronkel ,
ich nehms locker , sonst würde ich nicht meine Erfahrungen und Erlebnisse hier einstellen.
Die Gammakanone gehörte zur PKE , also dem MfS.
Die SIK Marienborn , also Pitti 53 gehörte zu den GT. Da bringst du etwas die Leute durcheinander.
Aber was soll`s , helf dir gern weiter wenn ich kann.
mfg Jan


Das ist ja wie Eier in die Huehnerfarm tragen.........
Wie soll man die Leute durcheinander bringen,es war eine "Truppe"mit vielen Namen.....
Nun juut ick muss wieder
Gruss BO


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#38

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 17:17
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #33
Zitat von elster427 im Beitrag #31
Hallo Boelleronkel,
hier geht es nur um die Grenzübergangsstellen. Es gab den Güstkommandanten , welcher für die militärische Absicherung der Güst sowie für die Zivilen Kräfte wie Straßenmeisterei verantwortlich war.
Mit der Abfertigung des grenzüberschreitenden Verkehrs - und nur darum geht es hier - hatte er keine Weisungsberechtigung.
Da gebe ich dir Recht, dies entschied das MfS.
Am Kanten sah das anders aus. Dazu kann ich aber nichts sagen, da ich Passkontrolleur war und somit MA des MfS an der Güst Drewitz.
mfg Jan


Jaja Elster,
wir sind bei den Guesten,aaaaaber ich glaube kaum,das es einen GT Kommandanten gab,der fuer diese Position oder Planstelle nicht das OK des MfS hatte.
Soweit ersteinmal klar oder deine Zustimmung?
Wenn der Kommandnt "nur"fuer das militaerische als Fuehrungsorgan zustaendig war,wer hat bei Pleiten Pech und Pannen oder sagen wir mal ungewollten Vorkommnissen dessen Versetzung oder Abloesung oder eben die Aenderung aus DDR Sicht verfuegt?
Und da kommen wir zwangslaeufig an eine Schnittstelle,das letzte Wort hatte das MfS oder Nicht?
Gruss BO




BO,

sicher hatte das MfS einen bestimmten Einfluss, wie der MAD auf die Bundeswehr.
Entsprechende Entscheidungen wurden z.B. zwischen der NVA und dem MfS abgestimmt. Hier gab es verschiedene Ebenen. Das das MfS aber immer die letzte Entscheidung traf, ist nicht korrekt. Ich kenne einen Fall, da siedelt der Sohn eines Generals der NVA in den 80 iger Jahren in die BRD über. Das MfS hatte entsprechende Bedenken und wollte, dass der Vater seinen Dienst in der NVA quittiert. In diesen Fall konnte sich das MfS nicht "durchsetzen" und der General blieb bis 1990 im Dienst.
Sprich, man kann nicht alles über einen Kamm ..... . Das Sprichwort ist ja bekannt.


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#39

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 17:19
von passport | 2.629 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #28
Zitat von passport im Beitrag #22
Zitat von Alfred im Beitrag #18
Zitat von passport im Beitrag #17
Zitat von Mike59 im Beitrag #15
[quote=eisenringtheo|p302116]http://turmsegler.net/20091102/visum/

Aus dem Text des Ministerratsbeschlusses erschliesst sich ganz eindeutig die Absicht, ständige Ausreisen nach der BRD über das sozialistische Ausland nicht mehr zu dulden. Deshalb wollte man Anträge DDR Bürger, welche die DDR für immer verlassen wollten, auf dem VPKA "unverzüglich" bearbeiten und Privatreisen "kurzfristig" erteilen. Das Arbeitstempo der Behörden ergibt sich jedoch immer aus dem Arbeitsanfall. Es war klar, dass die Ausreisevisa also nur sehr dosiert und mit Wartezeit ausgegeben würden. Nie und nimmer war geplant, dass am 09. November 1989 eine Völkerwanderung einsetzen solllte.
Theo



Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ging es nicht um den "normalen" Reiseverkehr sondern um die Ausreise über Grenzübergänge der DDR - kann mich auch irren. Aber der Ausreisestempel über das Lichtbild im PA war das Zeichen für eine endgültige Ausreise.


Es ging hier um eine Reiseordnung für DDR-Bürger.
Der Schabowski hat das in seiner schnoddrigen Art auf der Presekonferenz abgelesen und das Datum für diese Aktion nicht beachtet. Das Problem war, das er und ein paar PB-Mitglieder den Text kannten, aber nicht die zuständigen Ministerien (NVA-GT, MfS, MAH) die für die Grenzsicherung - und Abfertigung verantwortlich waren. Die Katastrophe nahm ja dann bekanntlich ihren Lauf und hätte auch anders enden können. Lt. Aussage von OSL Jäger hat er mehrmals mit Oberst Ziegenhorn (Stellvertr. Leiter HA VI) gesprochen. Oberst Ziegenhorn wies dann die "Zwischenlösung an, dh. den PKS über das Lichtbild anzubringen. Diese Personen sollten ausreisen aber nicht wieder einreisen dürfen. Wie es dann ausgegangen ist wissen wir ja Alle.

OSL. Jäger und seine Meinung dazu (aus Zeit-Online) :

Erst dieser geistige Dünnschiss von dem Schabowski. Dann kriegst du keine richtige Weisung. Dann musste ich auch noch gegen die Gesetze handeln, als ich die Randalierer an diesem Abend ohne ihr Wissen ausbürgerte, indem ich ihnen einen Stempel auf das Lichtbild in ihrem Reisepass drückte.«



passport



Passport,

die Sache mit dem Stempel am / über dem Passbild ging auf ein Fernschreiben des Ltr. der HA VI Generalmajor Fiedler zurück.

Da war u.a. zu lesen .

" Zur Durchsetzung dieser Maßnahmen - gemeint war die Reiseregelung - an den GÜSt zur BRD und Berlin (West ) sind von den Passkontrolleinheiten unverzüglich folgende Aufgaben zu lösen:
1. Die Personalausweise der betreffenden Bürger sind mit einem Ausreisevermerk / Visum der VPKA zu versehen. Diese berechtigen nach entsprechender Identitätskontrolle zur ständigen Ausreise. Neben dem Lichtbild im Personalausweis - rechts - ist ein Passkontrollstempelabdruck anzubringen, der zugleich als Entwertungsvermerk gilt.
2. Der Personalausweis ist den Bürgern zu belassen.
3. Eine zahlenmäßige Erfassung ist zu gewährleisten und zwar differenziert nach Erwachsenen, Kindern und PKW."

Zitat Ende.
Diese FS ging an Leiter BV / Ltr. Abt.VI, Gera,Erfurt,Suhl,Magdeburg,Schwerin,Rostock,Potsdam, Karl _Marx -Stadt und Leipzig.
Für Berlin soll es eine mündliche Weisung gegeben haben.



@Alfred

Wann wurdedenn diese FS abgesetzt ? Wenn es möglich ist bitte mit Datum und Uhrzeit.

OSL Jäger hat nach eigener Aussage diese Anweisung von Oberst Ziegenhorn erhalten !


Gruß

passport



Entsprechenden Veröffentlichungen kann entnommen werden, dass dieses Fernschreiben am 9.11.1989 um 23.05 Uhr mit der Dringlichk


@Alfred

Ich denke mal am 09.11.89 / 23.05 Uhr hatte sich das FS schon keine Bedeutung mehr, die Realität hatte es überholt. Da waren wie das Sprichwort sagt "alle Messen schon gesungen"

passport


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#40

RE: Grenzöffnung

in Grenztruppen der DDR 04.11.2013 18:51
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Kann mich aber noch daran erinnern, dass sogar kurzzeitig die kleinen Personalien aufgenommen wurden und Fernschreiben zumindest vorbereitet wurde. Ob sie dann auch abgesetzt wurden, kann ich nicht mehr sagen. Lange hielt die Regelung naturgemäß nicht.

Frau Dr. Reffert habe ich nach meinem Dienstantritt zur Nachtschicht kurz sprechen dürfen. Der GF Ausreise der Spätschicht bat mich in die Einreise zu gehen, da diese Frau mit Tochter bereits wieder in Erscheinung trat, und das Fernschreiben zur Ausreise der beiden Personen nunmehr vervollständigt werden musste. An die Reisedokumente der Frau Dr. Reffert kann ich mich nicht mehr genau erinnern, das lasse ich hier mal offen... Die Tochter hatte einen Personalausweis. Eigentlich habe ich nur vervollständigt, dass sie wieder im Lande waren und eben nur mal sehen wollten, dass die Regelung klappt.

friedliche Grüße Andreas


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