#81

RE: "Gummiohren"

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 13:41
von Alfred | 6.853 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #80
Ich frag Dich mal jetzt nicht nach dem Quell Deines Wissens, sondern übernehme die Zahl mal ungeprüft, wird schon 'ne schöne Grütze werden, na egal. Also 12 IM per Führungsoffizier im Schnitt heißt auf die GT bezogen jeder 16. ein Spitzel. Na das gäbe dann fünf 'Gummiohren' je Grenzkompanie (bei 80 Soldaten/Zivilangestellten). Also gerade mal einer pro Zug ...


94,

nicht ganz so.

Zu den IM zählen ja auch IM, die nicht Angehörige der NVA / GT waren. Dies konnten z.B. IM aus dem Freizeitbereich sein. Ich nenne jetzt mal die nette Bedienung aus dem Caffee XY .

Die Zahl der IM stammt aus dem von @Passport erwähnten Link..


zuletzt bearbeitet 05.11.2013 13:43 | nach oben springen

#82

RE: "Gummiohren"

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 13:49
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #80
Ich frag Dich mal jetzt nicht nach dem Quell Deines Wissens, sondern übernehme die Zahl mal ungeprüft, wird schon 'ne schöne Grütze werden, na egal. Also 12 IM per Führungsoffizier im Schnitt heißt auf die GT bezogen jeder 16. ein Spitzel. Na das gäbe dann fünf 'Gummiohren' je Grenzkompanie (bei 80 Soldaten/Zivilangestellten). Also gerade mal einer pro Zug ...



Die HA I bestand aber nicht nur aus der Abwehr, auch die Aufklärung und die äussere Abwehr arbeitete mit IM, dazu kommen die konsp. Wohnungen usw. - es werden also immer weniger.

Die Frage nach der Qualität der IM in den Linieneinheiten stelle ich erst gar nicht.



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#83

RE: "Gummiohren"

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 18:40
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat


Zur Zeit meiner Ausbildung in Stintenburg exestierte m.W.n. in Waltersdorf bei Berlin noch eine Sicherungskompanie der HA I, die der Abt. Äussere Abwehr unterstellt war und die bei prekären Grenzlagen republikweit eingesetzt wurde. Die Angehörigen dieser SiK waren wohl zum großen Teil Absolventen der Stintenburg und dieser wird auch der Einsatz im Fall Gartenschläger zugeschrieben. Ich war nicht dabei, lege demzufolge auch nicht meine Hand dafür in's Feuer.

1985 wurde Stintenburg ja aufgelöst und von da an wurden die SiK wohl im Bestand der einzelnen GKdo's geführt.

Soweit erst mal.

andy



Es gab neben der Einsatzkompanie der HA I und den drei SiK 25, 26 und 27 der GT eine weitere SiK (2000) mit Kanalzug/Gullysicherung, welche bis 1989 im GR33 untergebracht war.


zuletzt bearbeitet 05.11.2013 18:45 | nach oben springen

#84

RE: "Gummiohren"

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 21:23
von Naturforscher | 20 Beiträge

Ich war nicht bei den Grenztruppen sondern bei der regulären NVA aber auch dort gab es die so genannten Gummiohren.
Sie wurden auf recht einfache Weise rekrutiert:
Eine Spezialeinheit des MfS gab es in jedem Regiment, man nannte sie kurz "die Abwehr" . Vertreter dieser Einheit kamen regelmäßig in die Kompanien, referierten über den "Klassenauftrag" und die Wichtigkeit der Gefechtsbereitschaft. Unterschwellig wurde signalisiert, dass jeder Genosse seinen Beitrag zur Sicherheit leisten muss.
Nun, es gab ein paar 100%ige, die dem Ruf folgten und Informanten wurden. Das wurde mit gewissen Vergünstigungen honoriert, wie z.B. Sonderurlaub usw.
Wer die Leute waren, war nur schwer festzustellen, da die Einzelgespräche vertraulich abliefen.
Manchmal ist durchgedrungen, wer für die Abwerhr tätig war, ich selbst habe mal einen enttarnt, als ich im gegenüber was von einem Suizdversuch habe verlauten lassen, prompt war ich vom Dienst an der Waffe für mehrere Wochen entbunden...
Naja, in dem Irrenhaus NVA oder auch den Grenztruppen hat jeder versucht, auf seine Weise zu überleben, die einen so, die anderen so. Geprägt hat diese Zeit wohl jeden von uns, sonst würden wir so viele Jahre danach wohl nicht mehr darüber nachdenken!



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#85

RE: "Gummiohren"

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 21:43
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Naturforscher im Beitrag #84
...
Nun, es gab ein paar 100%ige, die dem Ruf folgten und Informanten wurden. Das wurde mit gewissen Vergünstigungen honoriert, wie z.B. Sonderurlaub usw.
Wer die Leute waren, war nur schwer festzustellen, da die Einzelgespräche vertraulich abliefen.
Manchmal ist durchgedrungen, wer für die Abwerhr tätig war, ich selbst habe mal einen enttarnt, als ich im gegenüber was von einem Suizdversuch habe verlauten lassen, prompt war ich vom Dienst an der Waffe für mehrere Wochen entbunden...
Na ich sehe da ein paar Widersprüche - wenn die "Gummiohren" gewisse Vergünstigungen hatten waren diese ja wohl einfach zu erkennen, oder? Und der, welchem du von deinem geplantem Suizid erzählt hast, da hast du ihm schon eine gewisse menschlich moralische Last auferlegt! Ich hätte das wohl auch dem Vorgesetztem gemeldet.

Zitat
Naja, in dem Irrenhaus NVA oder auch den Grenztruppen hat jeder versucht, auf seine Weise zu überleben, die einen so, die anderen so. Geprägt hat diese Zeit wohl jeden von uns, sonst würden wir so viele Jahre danach wohl nicht mehr darüber nachdenken!


Da haste wohl war.


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#86

RE: "Gummiohren"

in Grenztruppen der DDR 05.11.2013 21:44
von Mike59 | 7.978 Beiträge

doppelt


zuletzt bearbeitet 05.11.2013 21:44 | nach oben springen

#87

RE: "Gummiohren"

in Grenztruppen der DDR 02.02.2014 18:33
von Gelöschtes Mitglied
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Aus beruflichen Gründen mußte ich meine Stasiakte anfordern und einsehen.
Nach einigen Wochen,kam der Bescheid,das man etwas gefunden hat.Somit konnte ich mal das lesen,was man so gesammelt hat.
Nun ging es los,der Hammer: Verdacht auf Republikflucht ??????
Briefkontrolle,heimliche Durchsuchung der Wohnung usw.,
Wie kam es dazu:
Ganz einfach
Ich war mit einigen "Kameraden" meiner Gruppe,Hundeführer,GR.33 im Ausgang,in Uniform..Gegen Abend befanden wir uns zu einen Umtrunk im "Oranienburger Tor" auf der Friedrichstr.Am Nebentisch sitzen 4 Männer,welche Westzigaretten rauchten.Einer meiner Kameraden,war scharf auf die Zigarettenschachtel.Ohne mir etwas dabei zu denken,fragte ich die Personen an,wenn die Schachtel leer ist,ob wir sie bekommen könnten.Wir bekammen die volle Schachtel sofort und wurden eingeladen,an den Tisch zu kommen.Leider mußten wir das ablehnen,hier war es zu unsicher.Es waren 4 Monteure aus Hamburg,die in Westberlin arbeiteten.Neuer Treffpunkt:Kleine Melodie,ein herrlicher Abend,sie haben alles bezahlt.Neues Treffen vereinbart,Wünsche wurden geäußert,Zigaretten+Feuerzeug.Zu den neuen Treffen konnte ich nicht gehen,weil ich Grenzdienst hatte.
Nach den lesen der Akten,mußte ich feststellen,das ein faules Ei unter uns war.Leider bekomme ich es heute auch nicht mehr hin,wer damals mit war,die Nahmen sind geschwärtzt.Konnte eigentlich nur darüber lachen,aber einer seits stimmt es doch traurig,das es solche Menschen gab.


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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