#61

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.01.2014 23:35
von berlin3321 | 2.517 Beiträge

Zitat
Als er dann noch sagte, "dass man in der KD diese Entwicklung bereits seit Jahren hat kommen sehen und hinter vorgehaltener Hand gemunkelt hätte, dass nur noch ein Wunder den Plunderladen retten kann",



Mehr oder weniger die Worte, die auch Vierkrug gebraucht hat.

Wimre auch in Boizenburg in der Kaffeerunde.

Aber einige wollen es einfach nicht wahrhaben. Leider.

MfG Berlin


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#62

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.01.2014 23:48
von ABV | 4.202 Beiträge

Bei uns im VPKA wurde, in kleiner Runde, in den Dienstzimmern, ebenfalls ziemlich offen über wie die wirkliche Situation geredet. Das verrückte war ja, dass die selben die eben noch wussten "wo der Schuh drückt", später in der Parteiversammlung völlig anders redeten. Mit einer Ausnahme: im Mai 1989 sprachen zwei Offiziere in der Parteiversammlung unverblümt die prekäre Ersatzteilsituation an. Dem Parteisekretär wäre beinahe die Kinnlade heruntergefallen! Hatte er doch vorher zehn Minuten lang über das "sehr gute Ergebnis der Kommunalwahlen" referiert. Und dem besonders guten Verhältnis zwischen Partei und Bevölkerung. Damals fiel ein Satz aus dem Munde des Parteisekretärs, der einfach typisch für die Unfähigkeit der SED mit Problemen umzugehen ist: " Genossen, bitte keine Fehlerdiskussion! Das wollen wir doch dem Gegner überlassen."
Fehler durften also nicht einmal erwähnt werden. Wie will man aber Fehler beseitigen oder künftig verhindern, wenn man sie nicht ansprechen darf?
Das ganze zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der DDR. Bis zum bitteren Ende.

Gruß an alle
Uwe


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#63

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 08:54
von berlin3321 | 2.517 Beiträge

Uwe, ging es da um die Ersatzteilversorgung der Dienst Kfz? Kannst Du das näher erklären? Interessiert mich sehr.

MfG Berlin


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#64

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 09:49
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Danke für die substanziellen Antworten auf die Frage eines Nichtexperten...


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#65

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 10:19
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #58

Vielleicht liegt es ja daran, dass beide Seiten, Bürgerrechtler und ehemalige Genossen, noch immer gewisse Klischeevorstellungen von einander im Kopf haben? Wenn der Bürgerrechtler etwas zum Thema DDR vorträgt, beschuldigt ihn der Ex-Genosse der Unwahrheit. Weil er in dem Bürgerrechtler noch immer keinen sachlichen Gesprächspartner zu erkennen glaubt. Oder viel mehr: nicht erkennen will!
Umgekehrt ist es genauso: Jeder Einwand, sei er auch noch so berechtigt, wird sofort als Verklärung oder Verteidigung der längst untergegangenen DDR angesehen.
Wenn jeder dem anderen zuhören würde, ohne gleich mit Vorwürfen um sich zu werfen, dann wären wir mit der Geschichtsaufarbeitung bereits ein Stück weiter.


uwe, leider unterliegst auch du einem klischeedenken.... "bürgerrechtler".... nicht jeder der irgendwo 1989 auf einer demo mitlatsche war ein "bürgerrechtler". wenn du mal an den fingern abzählen würdest was tatsächliche bürgerrechtler damals waren dann wird es schon schwer. viele die sich damals "bürgerrechtler" nannten haben schon im frühjahr 1990 die hose runtergelassen und ihr wahres interesse gezeigt. das viele dieser sog. bürgerrechtler sich bei der auflösung des mfs umfangreich bedienten ist auch kein geheimnis mehr. aber man wollte ja angeblich nur für die "rechte der bürger" da sein...

einige der wenigen bürgerrechtlerinnen, die den namen m.m.n. auch verdienten war bärbel bohley. sie blieb sich wenigstens selbst treu.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#66

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 11:37
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #34
Es ist zwar traurig, dass es man es so sagen muss. Aber: gerade weil man ein bewusster DDR-Bürger war, dem die Zukunft seines Landes am Herzen lag, hätte man sich im Herbst 1989 den Demonstranten anschließen müssen! Egal ob nun in Leipzig am, "Ring", oder anders wo.

Gruß an alle
Uwe


Es wäre auch sehr interessant zu erfahren, ob die Demonstranten der ersten Stunde tatsächlich nach den ersten "Deutschland- Einig- Vaterland" - Rufen nicht schon daran zweifelten, in eigener Sache unterwegs zu sein.
Ich war leider nur spontan und ohne Führung auf der Ausstellung, somit war darüber nicht viel zu erfahren.
Aber mit wem auch hätten die Skeptiker der nationalen Besoffenheit auch gegendemonstrieren sollen, mit Krenz, Modrow, Schabowski...zurück zu den Wurzeln ?
Hätten die reformwilligen DDR- Sanierer sich einfach ausreihen können, um die Unabhängigkeit der DDR beizubehalten und die Demokratie wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen ?
Wären die nicht ins Abseits gerannt und zu Verrätern der Freiheitsbewegung geworden ?
Der Patient DDR war nun mal krank, aber keinesfalls so krank als daß eine Operation dieses Ausmaßes nötig war.
Geblieben sind Phantomschmerzen und die Trauer um eine vertane Chance, aber solange wir auf Kosten kommender Generationen und übervorteilter Wirtschaftspartner ausreichend nachversorgt und somit schmerzfrei gestellt werden, wird man im Nachhinein auch von der Richtigkeit des zurückliegenden Weges überzeugt sein, die ehrliche Diagnose bleibt besser im Giftschrank.
Bis auf Weiters.



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#67

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 15:29
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #56
Hallo Steffen,
du hast meine Antwort irgendwie falsch verstanden.
Ich habe Rudi angesprochen.
Wenn ein Bürgerrechtler die Führung durchführt, dann meinen die ehemaligen Genossen, das viel gegen die DDR steht und Lügen verbreitet werden.
Bei mir war es etwas anders.
Lies mal was über mich
Thomas

Entschuldige Thomas, habe es zu schnell überflogen und deshalb kam bei mir eine falsche Meinung an. Kommt nicht wieder vor!
Gebe mir demnächst mehr Mühe. Alles gute im neuen Jahr, Gesundheit Dir und Deiner Familie
Grüsse Steffen52


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#68

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 16:22
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #63
Uwe, ging es da um die Ersatzteilversorgung der Dienst Kfz? Kannst Du das näher erklären? Interessiert mich sehr.

MfG Berlin


Nein, Mathias,. Es ging um die Ersatzteillage in der Landwirtschaft Die war 1989 in einigen Betrieben wirklich mehr als bescheiden. Bei dem einen Offizier hat es sich um einen Instrukteur der Feuerwehr gehandelt. Die Berufsfeuerwehr gehörte in der DDR zur Polizei. Einen Tag vor der Parteiversammlung hatte der Instrukteur eine Brandschutzkontrolle in einer LPG durchgeführt. Dabei haben ihm die Bauern ihr Leid geklagt. Am nächsten Tag ist dem Feuerwehroffizier dann bei der Parteiversammlung der Kragen geplatzt. Gebracht hat es ihm jedoch nicht viel.

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 02.01.2014 16:25 | nach oben springen

#69

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 16:57
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #63
Uwe, ging es da um die Ersatzteilversorgung der Dienst Kfz? Kannst Du das näher erklären? Interessiert mich sehr.

MfG Berlin


Hallo MfG Berlin, kann Dir auch etwas über Ersatzteilmangel in den 70 Jahren bei den Grenztruppen schreiben, bei meinen W50( Koffer) konnten wir die Dieselleitung nicht mehr löten und da wurde mir vom KC die Genehmigung erteilt, aus den Kisten Bananen zu nehmen(waren für den Postenbeutel der Grenzer) und damit zum Forst zu fahren und sie gegen eine Neue einzutauschen. Die haben sich gefreut und ich hatte eine neue Dieselleitung! Auch hatte mir mal ein Grenzer bei der Einfahrt der Grenzkompanie ( ich glaube es war in Sünna) den Schlagbaum in den LKW geknallt, dabei wurde der linke hintere Holm des Kühlkoffers weggerissen, wer sollte es reparieren ?. Es sollte ein neuer Koffer bestellt werden (frage nicht nach der Wartezeit), aber hatte auf meiner Bude einen Kameraden mit wohnen dessen Vater eine private Autoschlosserei hatte und uns das reparierte( in Plauen). wir bekamen dafür 14 Tage Zeit, Fahrauftrag und auf ging es! Haben natürlich die Nächte durch gemacht und nach einer Woche, war der Aufbau wie neu.
Ich konnte nun noch 1 Woche nach Hause fahren nach Chemnitz( damals Karl-Marx-Stadt). War ein schöner Sonderurlaub!Die Herren Offiziere haben sich gefreut wie ein paar Honigkuchenpferde, das zur Ersatzteilversorgung der Truppe!
Grüsse Steffen52


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#70

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 17:30
von berlin3321 | 2.517 Beiträge

Nun, so einiges kenne ich ja auch aus der Zeit kleiner Grenzverkehr.

Die LPG brauchte Motoröl. Neues Öl gab es aber nur wenn man altes Öl zum abgeben hatte. Da die ZT´s schon alle ordentlich Std hatten brauchten sie auch etwas mehr an Öl, die Abgabemenge passte nicht. Was nun?

Es wurde Frischöl umgepumpt, gestreckt mit Diesel. Ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt.

Irgendwo habe ich über diese Sch**** bei der Ersatzteilversorgung auch mal was gelesen. Im Prinzip gab es alles, war irgendwo gehortet. Der Keilriemen für den E 514 war in der LPG X, die LPG Y brauchte den, hatte aber nur den Keilriemen für den Schwadmäher. Also wurde getauscht und jede Menge km gefahren.

MfG Berlin


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#71

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 17:33
von ABV | 4.202 Beiträge

@GilbertWolzow : Selbstverständlich muss man zwischen echten Bürgerrechtlern und bloßen Mitläufern, die einfach nur auf den Zug der Zeit aufspringen wollten, klar unterscheiden!
Bürgerrechtler sind für mich Menschen, die sich einen Kopf um bestehende Probleme mach(t)en und sich um echte Lösungen bemühen. Und dabei die eigenen Belange zurückschrauben, sich mit der "Obrigkeit" anlegen und Risiken eingehen. Mit denen hätte man viel, viel eher reden müssen. Mir fallen da zum Beispiel die Umweltaktivisten ein. Warum in aller Welt wurden diese Leute in der DDR kriminalisiert, ja regelrecht als Staatsfeinde behandelt? Weil sie den Finger in die Wunde legten? Auf Umweltsünden und deren Folgen aufmerksam machten, die ohnehin nicht mehr übersehen werden konnten.
Du bist doch sicher auch vor der Wende durch Herzfelde oder Rüdersdorf gefahren. Kannst du dich noch an den grauen Zementstaub der überall auf Bäumen und Pflanzen lag, erinnern? Ganz sicher doch, denn so lange ist das ja noch nicht her. Schon damals gab es eine Umweltgruppe die sich mit diesem Zustand beschäftigte und explizit auf die Folgen für Mensch und Tier hinwies. Jedoch mehr oder weniger im Verborgenen. Zuletzt im Schutz der Kirche.
Es gab noch viele mehr, die einfach nur eine bessere Gesellschaft wollten, vom Staat aber mundtot gemacht wurden. Obwohl es sich um fähige Köpfe handelte, denen man hätte zuhören sollen. Die Folgen sind bekannt.
Wer also bereits vor den Oktobertagen 1989 für eine Verbesserung der DDR-Gesellschaft eintrat und dafür etliches riskierte, hat es verdient heute als Bürgerrechtler bezeichnet zu werden.
Wer jedoch die ganze Zeit schweigend im Strom mit schwamm, womöglich noch sämtliche sich bietenden Vorteile einheimste, noch schnell sein SED-Parteibuch wegwarf und sich dann ohne jedes persönliche Risiko in die Demonstrationszüge einreihte, ist natürlich kein Bürgerrechtler. Diese weit verbreitete Spezies meinte ich nicht.
Meines Erachtens wurden die "Deutschland einig Vaterland"Rufe in den Demos erst nach dem Mauerfall so richtig laut. Und warum? Weil sich jeder ein eigenes Bild vom Leben im "Westen" machen konnte. Live und nicht nur aus dem Fernsehen! Der überaus freundliche Empfang hinter den Grenzen, zumindest in den ersten Wochen, tat sein übriges zu dem immer stärker aufkommenden Gefühl, dass wir Deutschen nun einmal einVolk sind. Was ja nun einmal auch der Wahrheit entspricht! Ob es diesen oder jenen nun gefällt, oder nicht.
Was wäre denn die Alternative zu einer Wiedervereinigung gewesen? Der zweite Versuch den Sozialismus auf deutschem Boden aufzubauen? Verbunden mit dem vagen Versprechen, den Lebensstandard der Bundesrepublik in ferner Zukunft nicht nur ein sondern sogar zu überholen? Vergiss es! Wer hätte denn bei solch einem Experiment noch mitmachen sollen? Nein! Die Bevölkerung hatte die Schnauze voll von politischen Phrasen. Die Devise lautete: Wohlstand so schnell wie möglich! Eigentlich doch ein völlig verständlicher Wunsch. Oder?
Tragisch, dass die echten Bürgerrechtler bei diesem Prozess "hinten runter fielen". Wie sich spätestens bei den Volkskammerwahlen im März 1990 zeigen sollte. Bürgerrechtler besitzen einen kleinen, aber feinen Nachteil: sie holen für die Masse der Bevölkerung zwar die Kastanien aus dem Feuer, repräsentieren die Masse der Bevölkerung jedoch nicht. Die "Masse" an sich ist auf den eigenen Vorteil orientiert und überwiegend unpolitisch. Wogegen Bürgerrechtler nicht selten uneigennützig und von Visionen getrieben, handeln. Visionen waren aber im März 1990 nicht mehr gefragt. Sondern klare Vorstellungen.

Gruß Uwe


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#72

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 18:04
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

ABV in #71, wegen der Umweltaktivisten und deren Kriminalisierung sehe ich weniger das Eintreten für mehr Umweltschutz als Grund, sondern die mit dessen Verwirklichung einhergehenden finanziellen und materiellen, also wirtschaftlichen Probleme. Ich meine, die Umweltprobleme waren durchaus bekannt und wo sie keine nennenswerten finanziellen und materiellen Mittel verlangten, wurde auch danach gehandelt. Eine konsequent wirkungsvollere Umweltpolitik hätte die DDR-Wirtschaft bei ihren ohnehin knappen Recourcen noch weiter in Probleme gebracht, verbunden mit noch weniger Konsumgütern, noch weniger Ersatzteilen (wie im anderen Thread) und noch mehr Schwierigkeiten, Sozialleistungen zu finanzieren. Gilt auch für die Abrüstungsforderungen, bei denen den Aktivisten unterstellt wurde (und wohl von nicht Wenigen auch so gedacht war), daß zuerst die WP-Staaten abrüsten sollen. So wurden die Umweltprobleme vor sich hergeschoben in der Hoffnung, daß sie irgendwann in den Griff zu bekommen sind.



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zuletzt bearbeitet 02.01.2014 18:05 | nach oben springen

#73

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.01.2014 18:34
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #32
Hallo Rudi,
ich kenne das Gebäude nicht.
Du willst lieber das ein Bürgerrechtler die Führung macht, ok, wenn das einer machen würde, dann würde hier im Forum wieder über die schlechte Führung was stehen.
Viele Lügen und alles gegen die DDR gerichtet

Der Begriff Bürgerrechtler war meinerseits unglücklich gewählt. Ich meinte die Bürger, die als erste die "runde Ecke" besetzten und
Räume versiegelten, als der Chef der BV Hum...... noch in Amt und Würden war. Das waren z.B. Frau Mach...und Herr Hol....
Diese Frage kam während der Führung auch auf, auf welcher Grundlage versiegelten die Demonstranten Räume, obwohl der
Chef der BV im Gebäude war?
Antworten gab es keine. Ich hätte mir gewünscht, dass ein Demonstrant der "ersten Stunde" diese Führung machen würde, damit er
auch seine Emotionen in dieser Stunde den Leuten rüberbringen könnte.

Das habe ich z.B. über meine damaligeTätigkeit in einer Spezialeinheit der Polizei in der Gymnasialklasse meiner Tochter
gemacht. Ich konnte ihre diesbezüglichen Fragen beantworten und berichten, dass z.B. Cobra 11 nicht das wirkliche Leben ist.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#74

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.01.2014 17:01
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von passport im Beitrag #54
Zitat von steffen52 im Beitrag #47
Zitat von Freienhagener im Beitrag #44
Noch ne Bemerkung zur Rolle des MfS gegen Ende der DDR:

Eine Hauptaufgabe neben der politischen Überwachung war die wirtschaftliche. Bei jedem größeren Problem in der Hinsicht, waren die sofort involviert.
Deshalb halte ich es nicht für eine Legende, daß die Führung der Dienste aufgrund ihrer allseitigen Kenntnisse der gesellschaftlichen Zustände schon Anfang der 80ger Jahre mit dem unausweichlichen Ende der DDR rechnete und rechtzeitig begann, sich auf die Zeit danach einzustellen. Deswegen auch die reibungslose Einnahme der "Runden Ecke".
Ich kann mir vorstellen, daß schon vorher auch Wachdienste mitbekamen, daß der Rückzug in Raten vorbereitet wurde.

Demnach hätte das MfS die DDR eher aufgegeben als die Bürger und auch eher als die SED-Führung mit "Ochs und Esel".

Was meint ihr dazu?


Richtig, diese Herren wussten schon ab 1986 Bescheid was abläuft und das alles nur noch eine Frage der Zeit ist bis alles den Bach runder geht.Deshalb haben sie auch vorgesorgt und ganz schnell zur Wende, den so genannten Staatsfeinden Tor und Tür geöffnet ( mit ihren wissen ) und sich ganz schnell einen schönen gut bezahlten Job in der 2 Reihe gesichert.Da kenne ich einige! Sie wussten auch, mit Gewalt vor gehen bringt nix, den man wollte ja kein Ungarn ( Laternenpfähle).
Grüsse Steffen52



Wieder solche nebulösen Darstellungen. Bewise doch mal diese deine Behauptungen?

passport


Passport, ich kenne nun mal solche Leute, was nützt es sie mit Namen und Dienstgrad aufzuzählen, kennst sie ja nicht. Es ist aber bei vielen so gelaufen,ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht. Man muss schon die Realität wahr nehmen, um sie zu verstehen! Die kleinen Lichter, bei diesen Verein hatten natürlich diese Möglichkeit nicht! Diese Leute wollten ja auch bis zu letzt es nicht Wahrhaben das es zu Ende geht, manche auch noch heute das es nicht mehr ist. Die kommen natürlich mit dem heutigen System nicht zu recht und trauern der DDR Zeit nach! Aber wie gesagt einige konnten sich sehr schnell anpassen und spielen den großen Max heute! Haben Firmen und sind die schlimmsten Kapitalisten! Wenn Du es nicht glaubst, dann wünsche ich Dir bei solchen mal angestellt zu sein, dann würdest Du mir recht geben. Nun wird gleich wieder von Dir kommen alles Geschwafel, aber ich habe es so erlebt und freue mich schon auf Deine Gegenantwort
Grüsse Steffen52


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#75

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.01.2014 21:14
von passport | 2.631 Beiträge

@steffen52

Soll ja hier kein privater Disput werden!

Aber, ich kenne auch viele Ehemalige. Aber die haben es aus eigener Kraft geschafft sich neu zu orientieren, ob privat oder angestellt. Kenne keinen aus meinen Umfeld der Arbeitslos ist, höchstens schon Rentner. Da hängt, zu deiner Beruhigung, keiner den alten Zeiten nach.
Klar ist doch aber, wenn Personen neue Existenzen gegründet haben bzw. aus Betriebe bestimmte Betriebsteile heraus gelöst haben und die zu wirtschaftlichen Erfolg geführt haben, sind die Neider nicht weit.


passport


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#76

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.01.2014 22:10
von Gelöschtes Mitglied
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@passport
Okay, letzter Satz, würde mich wieder verführen Dir eine neue passende Antwort zu geben,
aber es soll ja kein privat Disput werden. Also lassen wir es dabei, jeder hat aus seiner Sicht eine Meinung
und gut. Auf einen gemeinsamen Nenner werden wir so nicht kommen! Vielleicht bei einem neuen Thema!
Grüsse Steffen52


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2014 19:39
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #73
Ich meinte die Bürger, die als erste die "runde Ecke" besetzten und
Räume versiegelten, als der Chef der BV Hum...... noch in Amt und Würden war. Das waren z.B. Frau Mach...und Herr Hol....
Diese Frage kam während der Führung auch auf, auf welcher Grundlage versiegelten die Demonstranten Räume, obwohl der
Chef der BV im Gebäude war?
Antworten gab es keine.




@RudiEK89, es gab damals keine rechtliche grundlage dafür, weder für die militärstaatsanwaltschaft, noch für irgendwelche zivilisten. die räume wurden einfach versiegelt.
so wie die führung der sed handlungsunfähig war, so war es auch die führung des mfs, während diese immer noch auf ihre partei hoffte, deren schild und schwert sie so lange war. das diese partei sie längst geopfert hatte war ihnen immer noch nicht bewusst.

die militärstaatsanwalt handelte damals nur im vorauseilenden gehorsam.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
passport und RudiEK89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.01.2014 21:42 | nach oben springen

#78

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.01.2014 20:01
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #75
@steffen52

Soll ja hier kein privater Disput werden!

Aber, ich kenne auch viele Ehemalige. Aber die haben es aus eigener Kraft geschafft sich neu zu orientieren, ob privat oder angestellt. Kenne keinen aus meinen Umfeld der Arbeitslos ist, höchstens schon Rentner. Da hängt, zu deiner Beruhigung, keiner den alten Zeiten nach.
Klar ist doch aber, wenn Personen neue Existenzen gegründet haben bzw. aus Betriebe bestimmte Betriebsteile heraus gelöst haben und die zu wirtschaftlichen Erfolg geführt haben, sind die Neider nicht weit.


passport



@passport, Dein letzter Satz ist real und volkommen zutreffend. Du weißt doch, Neid ist der Grund allen Übels!

Wir kennen aber auch viele andere Fälle, die extrem abstoßend wirken und alle ehrlich und mit gesellschaftlichen Verantwortung für ihre Mitbürger handelnden Personen, simpel gesagt "die Guten" mit in den Schmutz ziehen.

Ich fand es damals schon extrem negativ- imposant, wer sich plötzlich alles Bürgerechtler nannte! Eben gerade das SED- Parteibuch "entsorgt", die Kampfgruppenuniform ausgezogen... und plötzlich wieder im öffentlichen Leben, in Zeitungen usw. präsent, in Verwaltungen, in Parteien und Funktionen. Oder gerade besonders selbst als aalglatte Kapitalisten, die man vor wenigen Wochen am liebsten und wortgewaltig noch "mit der Waffe in der Hand" bekämpft hätte. Ein schauerlicher Mythos deutscher Vergangenheitsbewältigung, das immer wieder die selben Fehler mit Vaterlandsverrätern gemacht werden...!

Aber, und das ist bei allem negativ erlebten beruhigend. Es gibt auch noch Ausnahmen!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 05.01.2014 22:11 | nach oben springen

#79

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.01.2014 18:29
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #31

Diese Führung im Erdgeschoss kannst du dir meiner Meinung nach sparen, weil diese ein Mädchen um die 30 Jahre alt geführt hat.
Das heißt, alles auswendig gelernt und dann noch Karteikarten in der Hand, wenn sie nicht weiter kommt.



An der Stelle habe ich ein wenig gestutzt. Irgendwann wird es uns nicht geben. Und da lesen alle vom smartphone oder anderen Hilfsmitteln ab, um den Faden nicht zu verlieren. Die Frage ist eher, was sie ablesen. Und da kommen wir wieder ins Spiel.

Bei einer Recherche bin ich auf einen anderen jungen Mann gestoßen, der noch jünger ist.

wurde 1987 in der Lutherstadt Wittenberg geboren. Er bestand im Jahr 2006 sein Abitur am dortigen Philipp-Melanchthon-Gymnasium mit Auszeichnung. Anschließend absolvierte er 2006/2007 ein Freiwilliges Kulturelles Jahr in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ in Leipzig, in dessen Verlauf auch diese Internetseite entstand.

http://operative-psychologie.de/index.html

Ich würde mich freuen, wenn ihr euch da mal durchklickt und eure Meinung schreibt. Kein einfaches Thema, dem er sich zugewandt hat.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 09.01.2014 18:37 | nach oben springen

#80

RE: "runde Ecke" in Leipzig

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 09.01.2014 19:59
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Ich habe versucht mich durchzuklicken, Fehler auf der Seite.
Bei meiner Argumentation ging es mir darum, dass dieses Mädchen auf keine Frage antworten konnte.
Kein Vorwurf an sie, woher sollte sie es auch wissen? Außer die Fakten auswendig zu lernen.
Darum schrieb ich, dass mir ein Beteiligter an der "Besetung" der BV Leipzig lieber gewesen wäre,
Auf der berühmten "Wurstsuppe" bin ich auch nicht geschwommen und habe Fragen unterlassen.
Schade eigentlich aber nur, weil ich wusste, dass ich keine Antworten bekomme.
Da kann ich besser die User im Forum fragen, habe ich mir gedacht.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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