#201

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 28.10.2013 23:03
von Gelöschtes Mitglied
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@Gert , ich bestreite keineswegs, dass es im gewissem Maße eine Privileg gegenüber den anderen Millionen DDR-Bürgern war, als Reisekader für die DDR tätig gewesen zu sein. Ich hatte es auch schon zuvor in einem Beitrag ausgeführt.
Diese Tätigkeit hatte ihre beruflichen Gründe, so wie es heute in zahlreichen Unternehmen und staatlichen Institutionen auch gehandhabt wird. Nur war das für die DDR und somit war es auch anrüchig und in den Augen einiger User auch nicht rechtens.
Ich hätte mir auch gewünscht, dass die DDR-Bürger ihren Reisewünschen und -träumen nachgehen hätten können. Aber die Umstände waren nun einmal so und die Ursachen dafür wurden auch schon hinreichend in anderen Threads erörtert.
Heute würde man sagen, wir haben unseren Job gemacht und den so gut wie möglich. Schließlich repräsentierten wir auch unseren damaligen Staat. Das mag für manchen User nicht nachvollziehbar sein, aber es war so.
Ich benötige kein Mitleid, denn ich habe schon ganz andere Situationen im Leben bewältigt und gemeistert. Und Arroganz, darüber kann man sich streiten - ich habe nur in den bisherigen Beiträgen versucht, meine Erfahrungen und Erkenntnisse sachlich darzulegen. Wenn aber jemand Sensationen o.ä. erwartet hatte, dessen Erwartungshaltung ist wohl nicht erfüllt worden. Sicherlich hatte ich gewisse Führungsposition in der ehemaligen DDR inne, die ich auch mit Fach-und Sachkompetenz ausführte. Deshalb habe ich mich aber nie vom "normalen" DDR-Bürger abgehoben.
Ich werde mich hier auch nicht weiter rechtfertigen, da dieses Forum nicht mein Richter und schon garnicht ein Tribunal ist. Ich werde auch meine Rückschlüsse ziehen in Bezug weiterer Beiträge, da mir die dafür verwendete Zeit in vielerlei Hinsicht für andere Dinge sinnvoller erscheint.

Vierkrug


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#202

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 01:02
von CASI | 78 Beiträge

Moin,

ich habe eine Bitte: Macht diesen tollen Thread nicht kaputt!
Hier berichten Zeitzeugen und ich habe jeden Input eingesaugt, um auch einmal die andere Seite zu verstehen! - Das hilft ganz gewaltig, das zum Bleistift ein Wessi wie ich, auch mal die absoluten Kuriositäten der DDR versteht!
Dazu gehören auch die Reisekader!
Ich finde es sehr gut, das es bislang hier sehr sachlich zugegangen ist und ich würde mir wünschen, das dieses auch so bleibt!
Wo wir bei den Reisekadern sind, kommt bei mir auch gleich eine Frage an die Spezialisten auf:
Es war im Frühjahr 89 und ich bin mit meinem klapprigen BMW auf der Wahrschauer Chaussee (A2) von der Berufschule nach Hause gefahren. DDR PKW waren recht selten auf dieser "Chaussee" zu sehen, Deutrans LKW öfters. Waren meistens Liaz oder Roman.
Naja, ich hatte ein leichtes Magen/Darm Problem und musste selbst auf der kurzen Strecke von Bi nach GT schlagartig raus. Auf den Parkplatz Sürenheide dann ab in die Büsche und gut!
Erleichtert beim Auto angekommen sah ich einen Wartburg stehen. Ich war damals schon Autonarr und hatte das sofort erkannt!
Haube offen. Als Hobbymaschinist (musste ja den klapprigen BMW mit Azubigehalt am rennen halten) sofort hin und nachgefragt ob Hilfe gebraucht wird.
Unter der Haube fand ich überraschenderweise nicht einen Floddermäßig gekleideten Azubi wie mich, sondern einen gut gekleideten Herren, mitte 40!
Nach etwas Smalltalk war klar: Unterbrecher war eingelaufen, daraufhin Kerze versaut und er war am Kerze putzen, Unterbrecher hatte er schon gemacht.
Ich hab nur gestaunt.
Die Kerze wollte aber nicht mehr, der 2te Zylinder hatte einfach keinen Bock mehr. Kerze in nen anderen Zylinder geschraubt, ging auch nicht.
Das Isolator Teil wieder raus, die Kerze ist fertsch.
Wärmewert nachgeschaut: 175er! - Hab ich dabei, der BMW hatte auch 175er, ab in die Abründe meines Kofferraums.
Dann festgestellt: Langgewinde... Hmm... Wieder in die Abrgründe meines Bastelkofferraums: 5 Unterlegscheiben gefunden.
Kerze reingedreht, Wartburg lief auf allen Zylindern!
Damit ist der bis nach Köln gekommen und auch wieder zurück. (Hat sich hinterher per Brief bedankt)
Der Mann war recht reserviert, wusste erst überhaupt nicht, was passiert, oder was ich wollte..
Aufgrund dieses Erlebnisses daher die Hauptfrage: Was passierte, wenn so ein Reisekader mit seinem Steinalten Skoda Oggi (wie bei der Stäv) mal einfach so beim Klassenfeind liegen blieb. Konnte der den ADAC zur Hilfe bitten?
Das wäre für mich mal interessant zu wissen!

Viele Grüße
Carsten



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#203

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 01:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von CASI im Beitrag #202
Was passierte, wenn so ein Reisekader mit seinem Steinalten Skoda Oggi (wie bei der Stäv) mal einfach so beim Klassenfeind liegen blieb. Konnte der den ADAC zur Hilfe bitten?



Ein Wessi antwortet einem anderen Wessi auf eine an die Ossis gerichtete Frage: Schön, dass wir schon so weit sind!!

Doch zu Deiner Frage: Ich habe anlässlich einer Messe in Düsseldorf mal einige der - wie ich heute weiß - DDR-Reisekader kennengelernt. Und ich kann Dir versichern: Von denen war KEINER mit einer Schrottkarre da, im Gegenteil: Es dominierten die Volvos, alle ziemlich neu und alle hervorragend im Schuss. Mag sein, dass es noch andere Marken gab, aber an den Volvo kann ich mich deshalb noch so gut erinnern, weil ich mit dem mal zu einem gemeinsamen Termin beim Zoll mitgefahren bin.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die so auf äußere Reputation bedachte DDR ihre Kader mit abwrackreifen Kisten losgeschickt haben dürfte - die hämische (West)Presse hätte solche Vorkomnisse genüsslich ausgeschlachtet.


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#204

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 07:47
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ist eben ein wunder Punkt die Sache mit der Reiserei in bzw. eher aus der DDR heraus.
Schließlich hat nicht zuletzt die Sache mit dem Reisen der DDR ihr Volk abhandenkommen lassen.
Wer reisen durfte war froh und hoffte das es so bleibt und wer nicht durfte hat eben ins Ofenrohr geguckt.
Ich als unterprivelegierter Zoni kann mich nur erinnern, wie Leute einer Jugendtouristleiterin bis zur Selbstverleugnung in ihren Arsch gekrochen sind in der vergeblichen Hoffnung mal in den Westen reisen zu dürfen.
Ich habe das nicht ertragen und bin nie wieder da hingegangen.
Hier wird berichtet wie normal das alles war, als DDR Bürger in der weiten Welt umherzureisen.Wenn ich hier so lese ,frage ich mich warum es die DDR nicht mehr gibt.
War doch alles prima.
Vielleicht kann ja mal einer der Betroffenen berichten wie das Prozedere der Überprüfungen durch die Stasi vonstatten ging und ob da auch Druck ausgeübt wurde mit diesen Privilegien in den Westen fahren zu dürfen.


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#205

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 07:56
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von CASI im Beitrag #202
Moin,

ich habe eine Bitte: Macht diesen tollen Thread nicht kaputt!
Hier berichten Zeitzeugen und ich habe jeden Input eingesaugt, um auch einmal die andere Seite zu verstehen! - Das hilft ganz gewaltig, das zum Bleistift ein Wessi wie ich, auch mal die absoluten Kuriositäten der DDR versteht!
Dazu gehören auch die Reisekader!
Ich finde es sehr gut, das es bislang hier sehr sachlich zugegangen ist und ich würde mir wünschen, das dieses auch so bleibt!
Wo wir bei den Reisekadern sind, kommt bei mir auch gleich eine Frage an die Spezialisten auf:
Es war im Frühjahr 89 und ich bin mit meinem klapprigen BMW auf der Wahrschauer Chaussee (A2) von der Berufschule nach Hause gefahren. DDR PKW waren recht selten auf dieser "Chaussee" zu sehen, Deutrans LKW öfters. Waren meistens Liaz oder Roman.
Naja, ich hatte ein leichtes Magen/Darm Problem und musste selbst auf der kurzen Strecke von Bi nach GT schlagartig raus. Auf den Parkplatz Sürenheide dann ab in die Büsche und gut!
Erleichtert beim Auto angekommen sah ich einen Wartburg stehen. Ich war damals schon Autonarr und hatte das sofort erkannt!
Haube offen. Als Hobbymaschinist (musste ja den klapprigen BMW mit Azubigehalt am rennen halten) sofort hin und nachgefragt ob Hilfe gebraucht wird.
Unter der Haube fand ich überraschenderweise nicht einen Floddermäßig gekleideten Azubi wie mich, sondern einen gut gekleideten Herren, mitte 40!
Nach etwas Smalltalk war klar: Unterbrecher war eingelaufen, daraufhin Kerze versaut und er war am Kerze putzen, Unterbrecher hatte er schon gemacht.
Ich hab nur gestaunt.
Die Kerze wollte aber nicht mehr, der 2te Zylinder hatte einfach keinen Bock mehr. Kerze in nen anderen Zylinder geschraubt, ging auch nicht.
Das Isolator Teil wieder raus, die Kerze ist fertsch.
Wärmewert nachgeschaut: 175er! - Hab ich dabei, der BMW hatte auch 175er, ab in die Abründe meines Kofferraums.
Dann festgestellt: Langgewinde... Hmm... Wieder in die Abrgründe meines Bastelkofferraums: 5 Unterlegscheiben gefunden.
Kerze reingedreht, Wartburg lief auf allen Zylindern!
Damit ist der bis nach Köln gekommen und auch wieder zurück. (Hat sich hinterher per Brief bedankt)
Der Mann war recht reserviert, wusste erst überhaupt nicht, was passiert, oder was ich wollte..
Aufgrund dieses Erlebnisses daher die Hauptfrage: Was passierte, wenn so ein Reisekader mit seinem Steinalten Skoda Oggi (wie bei der Stäv) mal einfach so beim Klassenfeind liegen blieb. Konnte der den ADAC zur Hilfe bitten?
Das wäre für mich mal interessant zu wissen!

Viele Grüße
Carsten





Hallo Carsten,

Ein NSW Reisekader im Wartburg 353...das klingt für mich ungewöhnlich. Da vermute ich eher einen DDR Bürger, welcher nicht dienstlich unterwegs war. Er war dann aber kein Reisekader. Ja, das ging auch mit Mitte 40, bei meiner Mutter sogar mit 36.
Gesetzt den Fall, wir sprechen von den 80er Jahren und der Mann hatte Verwandte ersten Grades, hatte eine Schwerbehinderung, wie zum Beispiel einen Herzfehler und mußte zu einer dringenden Familienangelegenheit, wie zum Beispiel eine Beerdigung, dann durfte er schon in die BRD reisen, nachdem sein Antrag geprüft und genehmigt worden war. Meistens erfolgten die Reisen zwar mit der Bahn, manchmal aber auch im eigenen Auto.
Dabei achtete man schon auf die Kleidung.

Nun zum Kern Deiner Frage. Da muß man trennen! Bei Kraftfahrern von Deutrans war es nicht erwünscht, sich Hilfe gegen Devisen zu holen. Sie wurden in Potsdam vorher hervorragend ausgebildet, um ihren LKW selbst reparieren zu können, soweit dies möglich war.
(Es gab da im Fernsehen der DDR auch mal eine Reportage, die so eine Situation zeigte. Ein Fernsehteam begleitete einen Deutrans-LKW durch das NSW, der mit seinem Volvo F12 prompt eine Reifenpanne in Österreich hatte... Nicht gestellt. Das war echt.)
Der ADAC hatte sehr gute Beziehungen zur DDR und war ab Mitte der 80er Jahre auch in der DDR vertreten. Die VW Passat Variant der "gelben Engel" waren sogar in der DDR stationiert und mit qualifizierten Kfz.-Schlossern der DDR besetzt.
Wenn jetzt wirklich einmal einer der seltenen Besucher der DDR in der BRD eine Panne hatte, so wurde diesem geholfen. Ich selbst weiß von so einem Fall bei Bad Hersfeld, und diese Hilfe war kostenlos.

Viele Grüße,

Kurt


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#206

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:09
von seaman | 3.487 Beiträge

Hatte häufiger mit Deutransleuten im NSW zu tun.
Waren gut ausgebildete Kraftfahrer die auch selbst bei kleineren Reparaturen Hand anlegen konnten.
Natürlich wurde darauf Wert gelegt,bei dringend benötigten Ersatzteilen möglichst Devisenausgaben zu vermeiden.Waren diese Fahrzeuge zu weit weg von der Basis war man bestrebt Ersatzteile nachzuführen.War das nicht möglich,musste man das dafür vorhandene Devisenkonto strapazieren.
Habe auch schon mal gesehen wie sich Deutransfahrzeuge damals gegenseitig abschleppten.
Hatte ein DDR-Schiff irgendwo auf den Weltmeeren technische Probleme musste es auch auf Devisenkosten in eine meist westliche Werft.Auch hier war man bestrebt Ersatzteile nachzuführen bzw.mit anderen DDR-Schiffen auszutauschen.

seaman


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zuletzt bearbeitet 29.10.2013 08:13 | nach oben springen

#207

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:14
von Pit 59 | 10.156 Beiträge

Hier wird berichtet wie normal das alles war, als DDR Bürger in der weiten Welt umherzureisen.Wenn ich hier so lese ,frage ich mich warum es die DDR nicht mehr gibt.@Schnatterinchen

Ich hatte es hier im Forum schon mal geschrieben,nur noch kurz mal. Meine Schwester(BRD) lag im Sterben (Krankenhaus) beglaubigte Schreiben der Ärzte lagen vor. Ihrem Wunsch,unsere Eltern noch einmal zu sehen wurde nicht entsprochen.
nach 4 Wochen kam die Todesnachricht. Meine Mutter durfte zur Trauerfeier fahren. Das werde ich diesem "Staat" DDR Nie Vergessen oder verzeihen.


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#208

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:21
von seaman | 3.487 Beiträge

Ab Anfang der siebziger Jahre,nach der Anerkennungswelle,befanden sich über 100.000 DDR-Bürger (Reisekader) ständig im Ausland.
Darunter ca.1000 Kinder.
Ab Ende der sechsiger Jahre waren es bereits 13.000 DDR-Bürger die ständig im Ausland tätig waren.Dazu kommen noch die vielen kurzfristigen Reisekader.

seaman


zuletzt bearbeitet 29.10.2013 08:29 | nach oben springen

#209

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:25
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #207
Hier wird berichtet wie normal das alles war, als DDR Bürger in der weiten Welt umherzureisen.Wenn ich hier so lese ,frage ich mich warum es die DDR nicht mehr gibt.@Schnatterinchen

Ich hatte es hier im Forum schon mal geschrieben,nur noch kurz mal. Meine Schwester(BRD) lag im Sterben (Krankenhaus) beglaubigte Schreiben der Ärzte lagen vor. Ihrem Wunsch,unsere Eltern noch einmal zu sehen wurde nicht entsprochen.
nach 4 Wochen kam die Todesnachricht. Meine Mutter durfte zur Trauerfeier fahren. Das werde ich diesem "Staat" DDR Nie Vergessen oder verzeihen.

Hallo Pit
Als ich 1972 in Frankfurt geheiratet habe und meine Eltern eingeladen habe wurde es abgelehnt . Die Begründung zu so einen Verbrecher gibt es keine Besuchsreise .


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#210

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:32
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Bei aller Liebe und Verständnis, diejenigen die hier dem "Reisekader" der DDR, zumal wenn er noch ins NSW durfte, versuchen dem Nimbus des staatstreuen, auf Parteilinie getrimmten Privilegierten umzuhängen, sollten vielleicht eines bedenken: es waren Dienstreisen! und keine Vergnügungs- und/oder Urlaubsreisen welche diese Menschen unternommen haben.
Das wird wohl bewußt oder unbewußt ausgeblendet und es bleibt die neidvolle Feststellung; der "durfte" in den Westen fahren und ich nicht ......
Da werden Dienst oder arbeitsmäßige Aufgaben mit privaten Ambitionen vermischt und in einen Topf geworfen.

Auch die angebliche Ausstattung der Reisekader mit Devisen wenn es in den Westen ging hielt sich in Grenzen.
Sie orientierte sich an den Spesensätzen welche zum Beispiel ein 'Wessi' auch bekommen hätte welcher zum Beispiel dienstlich nach Paris mußte.
Wer jemals dort war der weiß das mit einem Tagessatz Spesen keine großen Sprünge gemacht werden können, das reicht gerade mal so.
Diejenigen Reisekader, jedenfalls die die ich kenne, berichteten einhellig davon das sie sich das Geld für Mitbringsel im wahrsten Sinne vom Munde absparten .......
Diese Tatsachen sollte doch zumindest bei allen Behauptungen das Reisekader eine arg privilegierte Kaste in der DDR waren zumindest in Betracht gezogen werden.

Eine im Nachhinein seltsame Situation ergab sich bei Dienstreisen ins NSW wenn es sich um Flugreisen handelte ......
Erstmal bekam der 'Reisekader' in seinen Pass kein allgemeines Visum für die "Welt", sondern konkret für sein Zielland und möglichen Transit .......
Irgendeine Regelung; vielleicht kann da Jemand vom Passwesen oder so weiterhelfen, verbot die Aus- und Einreise via Berlin(West).
Mit dem Zug war etwas anders geregelt, da gab es ja die Interzonenzüge ........
Wenn also der Hauptflug von FFM zum Ziel ging war es nicht möglich via Tegel nach Frankfurt zu fliegen sondern es mußte der "Umweg" über Prag oder Wien genommen werden ......

Auch bei Privatreisen bekam man entweder ein Visum für die BRD oder für Berlin(West). So stand es auch im Visastempel: Gültig von ... bis .... für .....

Ich erzählte die Geschichte schonmal, als ich sehr spontan von Berlin(West) per Flug/Bahn in die Stadt meines Wunsches reiste und das nur mit DDR Pass, keine Zeit; nicht daran gedacht sich den "richtigen Pass" zu besorgen, da gab auf der Hinreise keine Schwierigkeiten da nur von Deutschen kontrolliert.
Die Rückfahrt hingegen war es sehr unlustig, denn die Kontrolleure des "Gast"landes sahen in mir das was sie in jedem sehen der ohne gültiges Visum reist, einen der sich Illegal im Land aufhielt .....
Sie boten mir an das sie mich selbstverständlich in die DDR Botschaft verbringen werden damit ich dort meine Visaangelegenheiten klären kann ......
Transitvisa kam übrigens auch noch dazu.
Zum Glück gelang es mir sie davon zu überzeugen das ich absolut keine Lust habe die DDR Botschaft in ihrer Hauptstadt kennenzulernen .....
Komischerweise kam damals niemand auf die Idee mich eventuell bei der BRD Botschaft abzuliefern .......

Doch zwei Staaten? Jedenfalls aus der Sicht des Auslandes?

Noch was, wer dienstlich ins Ausland fuhr, also NSW, war nicht automatisch prädestiniert auch Privat in die BRD fahren zu können.

Dienstreisen und Privatreisen sind zwei sehr unterschiedliche Schuhe und hier geht es ausschließlich um Dienstreisen, auch wenn ich das Beispiel eines privaten Ausbüchsen aus Berlin(West) mit Visa nur für diese "besondere politische Einheit" erwähnte.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#211

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:34
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #208
Ab Anfang der siebziger Jahre,nach der Anerkennungswelle,befanden sich über 100.000 DDR-Bürger (Reisekader) ständig im Ausland.
Darunter ca.1000 Kinder.
Ab Ende der sechsiger Jahre waren es bereits 13.000 DDR-Bürger die ständig im Ausland tätig waren.Dazu kommen noch die vielen kurzfristigen Reisekader.

seaman


Jetzt warte ich auf die Frage von den Hartlinern hier. Damit sind bestimmt die Reisekader in den Bruderstaaten gemeint.


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#212

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:39
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Fallen Sportler im Ausland eigentlich auch unter den Begriff "Reisekader? (OT: Mir kommt jetzt gerade der nordkoreanische Nationalspieler "Jong Tae-se" in den Sinn, der 2012 in der Bundesliga und seit 2013 in Südkorea spielt, mit NK Pass)
http://de.wikipedia.org/wiki/Jong_Tae-se

Theo


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#213

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:41
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #197
@ Gert


Hallo,
warum das nicht ging mit Pass und GÜST Wartha wir doch wohl bekannt sein. Ja , es war für viele unschön, frustrierend und nervend adminitrativ verordnet nicht beleibig reisen zu dürfen.
Aber das ist nun mal der Lauf der Welt, seinen Platz auf der Erde kann man sich nicht aussuchen. In Apulien, der Extremadura, Chilenishcen bergbausiedlungen, Vorstädten von Johannesburg, den Slums von Kairo oder Bombay sieht das sehr mies aus. 16 Mio hatten mehr Glück und lebten im wohl reichsten Staat des RGW.
Ein Staat der nie einen Krieg führte, seinen Bürgern nicht konkret abverlangte für den Staat das Leben einzusetzen. Verlangt wurde nur nach staatlichem Bemessen in dem Staatsgebiet zu arbeiten.

Krieg führen zum Wohle des Staates mit WEHRPFLICHTIGEN:
USA, das Land der Deklaration der Menschenrechte, bis 1974.
Frankreich in Vietnam und Algerien, das Land von Liberté, Égalité, Fraternité.
Niederlande in Indonesien, gleich nach der Befreiung von der Wehrmacht.....
Und England als Mutterland der Demokratie, 1956 Suez............


PS.
In der Geburtslotterie könnten Norwegen, Schweden und Neuseeland als Hauptgewinne gelten....


Manchmal wird eben auch auf hohem Niveau gemeckert, was nicht heißen soll, daß ich mit dem nicht - reisen - können einverstanden war, insbesondere nachdem ich monatlich eine westdeutsche Mineralienzeitschrift privat erhielt, mit farbigen Schilderungen ferner Länder. Es ist so, daß sich immer nach dem orientiert wird, was scheinbar oder auch tatsächlich besser für einen ist, wobei man allerdings nie die Verhältnismäßigkeit aus den Augen verlieren darf.



4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#214

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:44
von seaman | 3.487 Beiträge

Etliche DDR-Reisekader befanden sich in Einsatzgebieten die mit erheblichen Risiken verbunden waren.
Deshalb bin ich der Auffassung,viele hätten sich lieber nicht vor Ort befunden und hätten sich in ihrer sicheren Heimat wohler gefühlt.
Mit Risiken meine ich nicht irgendwelche tropischen krankheiten sondern gravierende Erlebnisse,wie Todesangst durch Kriege und Bürgerkriege.
Dinge,die der normale Mensch nur aus dem Fernsehen kennt oder wissentlich ausblendet.
Spreche hier von Ländern,wie dem Libanon,Syrien,Ägypten,Indien,Äthopien,Mocambique,Angola,Nicaragua,Chile und nicht zuletzt Vietnam z.b........

seaman


furry, Krepp, passport, werner, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 08:52 | nach oben springen

#215

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:48
von Gelöschtes Mitglied
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Ich muß hier den getroffenen Aussagen im Beitrag #203 widersprechen. Er vermittelt den Eindruck, dass die DDR-Reiskader nur mit Luxus-Limousinen unterwegs waren. Volvos benutzten benutzte nur ein bestimmter Personenkreis. Da gab es ganz klare Richtlinien. Und wenn hier von einer Armada von Volvos gesprochen wird, so bezweifele ich diese Aussage sehr stark - es sei denn, die Koko war vor Ort oder Angehörige des Politbüros - denkbar wäre Günter Mittag.
Ansonsten galt auch bei Westfahrten das Prinzip der Sparsamkeit und man verwendete in der Regel die Bahn. Ich kann mich auch erinnern, nur einmal von Boizenburg mit dem PKW nach Hamburg gefahren zu sein und das mit dem Wolga, der zuvor noch vom Fahrer auf Hochglanz gebracht wurde und deshalb etwas unnatürlich erschien.
Sogar bis auf Ministerialebene - um einmal den westlichen Terminus zu gebrauchen - wurden für Westfahrten Wolgas und später Ladas verwendet. Zum Schluß dann die Peugeot´s. Andere Reiseziele, u.a. Österreich, Frankreich etc. wurden per Flugzeug angereist. Den dortigen Transport übernahmen dann in der Regel die Verhandlungs- und Geschäftspartner. Da kam man dann schon in den Genuss ein anderes Fahrzeug kennen zu lernen.
In Mocambique war der W 50 bzw. der UAS das bestimmende Einsatzfahrzeug - ab und an auch der B 1000. Richtete sich immer nach den Zweck der Fahrt. Nach Nacala ist man immer im Konvoi gefahren, wie auch nach Maputo. D.h. auch in Begleitung von Sicherheitskräften Mocambique´s. Und von einem W 50 bzw. offenen UAS war man auch schneller abgesprungen bei einem Überfall.
Auf Cuba waren auch nur Shiguli und Moskwitsch die Einsatzfahrzeuge. Die Fahrt mit einem US-amerikanischen Oldtimer war auch mehr eine touristische Attraktion, die man mitmachte.
In das SW, d.h. Polen, CSSR und Ungarn ging es nur mit Wolga und Ladas. Manchmal auch mit dem Party-B1000.

Soweit erst einmal.

Vierkrug


elster427, furry, Kurt und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 09:03 | nach oben springen

#216

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 08:52
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #205
Zitat von CASI im Beitrag #202
Moin,

ich habe eine Bitte: Macht diesen tollen Thread nicht kaputt!
Hier berichten Zeitzeugen und ich habe jeden Input eingesaugt, um auch einmal die andere Seite zu verstehen! - Das hilft ganz gewaltig, das zum Bleistift ein Wessi wie ich, auch mal die absoluten Kuriositäten der DDR versteht!
Dazu gehören auch die Reisekader!
Ich finde es sehr gut, das es bislang hier sehr sachlich zugegangen ist und ich würde mir wünschen, das dieses auch so bleibt!
Wo wir bei den Reisekadern sind, kommt bei mir auch gleich eine Frage an die Spezialisten auf:
Es war im Frühjahr 89 und ich bin mit meinem klapprigen BMW auf der Wahrschauer Chaussee (A2) von der Berufschule nach Hause gefahren. DDR PKW waren recht selten auf dieser "Chaussee" zu sehen, Deutrans LKW öfters. Waren meistens Liaz oder Roman.
Naja, ich hatte ein leichtes Magen/Darm Problem und musste selbst auf der kurzen Strecke von Bi nach GT schlagartig raus. Auf den Parkplatz Sürenheide dann ab in die Büsche und gut!
Erleichtert beim Auto angekommen sah ich einen Wartburg stehen. Ich war damals schon Autonarr und hatte das sofort erkannt!
Haube offen. Als Hobbymaschinist (musste ja den klapprigen BMW mit Azubigehalt am rennen halten) sofort hin und nachgefragt ob Hilfe gebraucht wird.
Unter der Haube fand ich überraschenderweise nicht einen Floddermäßig gekleideten Azubi wie mich, sondern einen gut gekleideten Herren, mitte 40!
Nach etwas Smalltalk war klar: Unterbrecher war eingelaufen, daraufhin Kerze versaut und er war am Kerze putzen, Unterbrecher hatte er schon gemacht.
Ich hab nur gestaunt.
Die Kerze wollte aber nicht mehr, der 2te Zylinder hatte einfach keinen Bock mehr. Kerze in nen anderen Zylinder geschraubt, ging auch nicht.
Das Isolator Teil wieder raus, die Kerze ist fertsch.
Wärmewert nachgeschaut: 175er! - Hab ich dabei, der BMW hatte auch 175er, ab in die Abründe meines Kofferraums.
Dann festgestellt: Langgewinde... Hmm... Wieder in die Abrgründe meines Bastelkofferraums: 5 Unterlegscheiben gefunden.
Kerze reingedreht, Wartburg lief auf allen Zylindern!
Damit ist der bis nach Köln gekommen und auch wieder zurück. (Hat sich hinterher per Brief bedankt)
Der Mann war recht reserviert, wusste erst überhaupt nicht, was passiert, oder was ich wollte..
Aufgrund dieses Erlebnisses daher die Hauptfrage: Was passierte, wenn so ein Reisekader mit seinem Steinalten Skoda Oggi (wie bei der Stäv) mal einfach so beim Klassenfeind liegen blieb. Konnte der den ADAC zur Hilfe bitten?
Das wäre für mich mal interessant zu wissen!

Viele Grüße
Carsten





Hallo Carsten,

Ein NSW Reisekader im Wartburg 353...das klingt für mich ungewöhnlich. Da vermute ich eher einen DDR Bürger, welcher nicht dienstlich unterwegs war. Er war dann aber kein Reisekader. Ja, das ging auch mit Mitte 40, bei meiner Mutter sogar mit 36.
Gesetzt den Fall, wir sprechen von den 80er Jahren und der Mann hatte Verwandte ersten Grades, hatte eine Schwerbehinderung, wie zum Beispiel einen Herzfehler und mußte zu einer dringenden Familienangelegenheit, wie zum Beispiel eine Beerdigung, dann durfte er schon in die BRD reisen, nachdem sein Antrag geprüft und genehmigt worden war. Meistens erfolgten die Reisen zwar mit der Bahn, manchmal aber auch im eigenen Auto.
Dabei achtete man schon auf die Kleidung.

Nun zum Kern Deiner Frage. Da muß man trennen! Bei Kraftfahrern von Deutrans war es nicht erwünscht, sich Hilfe gegen Devisen zu holen. Sie wurden in Potsdam vorher hervorragend ausgebildet, um ihren LKW selbst reparieren zu können, soweit dies möglich war.
(Es gab da im Fernsehen der DDR auch mal eine Reportage, die so eine Situation zeigte. Ein Fernsehteam begleitete einen Deutrans-LKW durch das NSW, der mit seinem Volvo F12 prompt eine Reifenpanne in Österreich hatte... Nicht gestellt. Das war echt.)
Der ADAC hatte sehr gute Beziehungen zur DDR und war ab Mitte der 80er Jahre auch in der DDR vertreten. Die VW Passat Variant der "gelben Engel" waren sogar in der DDR stationiert und mit qualifizierten Kfz.-Schlossern der DDR besetzt.
Wenn jetzt wirklich einmal einer der seltenen Besucher der DDR in der BRD eine Panne hatte, so wurde diesem geholfen. Ich selbst weiß von so einem Fall bei Bad Hersfeld, und diese Hilfe war kostenlos.

Viele Grüße,

Kurt


Rot: Genau das hat mir die Instandhaltungschefin unserer Schwesterfirma in PS gesagt, warum sie nach der Wende bevorzugt DDR-Kraftfahrer für ihren Fuhrpark eingestellt hatten. Die wußten sich zumeist zu helfen und haben nicht wegen einer Kleinigkeit auf den Service gewartet.



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#217

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 09:04
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #207
Hier wird berichtet wie normal das alles war, als DDR Bürger in der weiten Welt umherzureisen.Wenn ich hier so lese ,frage ich mich warum es die DDR nicht mehr gibt.@Schnatterinchen

Ich hatte es hier im Forum schon mal geschrieben,nur noch kurz mal. Meine Schwester(BRD) lag im Sterben (Krankenhaus) beglaubigte Schreiben der Ärzte lagen vor. Ihrem Wunsch,unsere Eltern noch einmal zu sehen wurde nicht entsprochen.
nach 4 Wochen kam die Todesnachricht. Meine Mutter durfte zur Trauerfeier fahren. Das werde ich diesem "Staat" DDR Nie Vergessen oder verzeihen.



Dem Staat oder ihrem Arbeitgeber ? Es wird hier schnell die Ursache auf den "Staat" geschoben, der "Staat" waren aber hier ganz konkrete Personen, vielleicht auch nur eine einzige Person. Hatte es vor einiger Zeit schon mal berichtet, da mir eine Cuba-Reise link gemacht wurde, als ehemaliger Grenzer und zumind. BPO-Sekretär. Aus heutiger Sicht hätte ich wohl mein Mitgliedsbuch, zumindnest die Funktion, niedergelegt und so habe ich mich lediglich mächtig geärgert. Die "Schuld" für diese Entscheidung wurde durch den Mitarbeiter der FDGB-Bezirksleitung, über die das lief, dem MfS gegeben. Später, aus erster Hand (Chef der Bezirkverwaltung Erfurt des MfS), daß für Reisen dieser Art bis auf sehr wenige Ausnahmen allein die Stellungnahme des jeweiligen staatlichen Leiters entscheidend war. Versuche mal herauszufinden, ob es da einen neidischen oder überängstlichen Leiter gab.
Unserer Chefsekretärin ging es ähnlich. Auch Ablehnung. Sie eine schriftliche Beschwerde losgelassen. Kurze zeit später erschienen zwei Herren und fragten sie höflich, wann sie denn fahren möchte. Es ging doch, warum nicht gleich so ?



Damals87 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#218

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 09:05
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #214
Etliche DDR-Reisekader befanden sich in Einsatzgebieten die mit erheblichen Risiken verbunden waren.
Deshalb bin ich der Auffassung,viele hätten sich lieber nicht vor Ort befunden und hätten sich in ihrer sicheren Heimat wohler gefühlt.
Mit Risiken meine ich nicht irgendwelche tropischen krankheiten sondern gravierende Erlebnisse,wie Todesangst durch Kriege und Bürgerkriege.
Dinge,die der normale Mensch nur aus dem Fernsehen kennt oder wissentlich ausblendet.

Spreche hier von Ländern,wie dem Libanon,Syrien,Ägypten,Indien,Äthopien,Mocambique,Angola,Nicaragua,Chile und nicht zuletzt Vietnam z.b........

seaman



Ich ging bisher davon aus, dass diese Leute freiwillig in diese Gebiete gefahren sind. Nun habe ich Zweifel, gab es einen Befehl, mussten sie dorthin ?
Ich wüsste gern auch mal, was das Ziel der Reisen in solche gefährlichen Krisengebiete war . Was konkret war die Aufgabe z.B. von dir seaman oder von Vierkrug ? Falls ich da etwas übersehen habe, schreibt mal die PostNr. wo das steht. Ich kann mir da nichts vorstellen, warum man sich in solche Gefahren begibt ohne Motiv, Anreiz materieller Art oder ähnliches.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#219

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 09:06
von elster427 | 789 Beiträge

Hallo @diefenbaker,
zu deiner Frage über eine Zusammenarbeit der Sicherungskräfte von DDR und BRD im Mocambique kann ich leider nichts sagen,
aber wir haben hier noch @Vierkrug welcher noch Verbindung hat zu einem ehemaligen Kollegen, welcher bis zum Schluß in Mocambique war.
Vielleicht ist er ja so gut ,uns eine Antwort auf diese Frage zu besorgen.
Aus persönlichem Erleben , wir hatten ende November 1989 einen Kurzbesuch des bundesdeutschen Botschafters in unserer Residenz
abzusichern. Der BRD Botschafter wurde nur von seinem Kraftfahrer ,welcher ein Einheimischer war, begleitet.
Also keine Sicherheitsbeamten dabei.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#220

RE: Reisekader der DDR

in Leben in der DDR 29.10.2013 09:10
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #208
Ab Anfang der siebziger Jahre,nach der Anerkennungswelle,befanden sich über 100.000 DDR-Bürger (Reisekader) ständig im Ausland.
Darunter ca.1000 Kinder.
Ab Ende der sechsiger Jahre waren es bereits 13.000 DDR-Bürger die ständig im Ausland tätig waren.Dazu kommen noch die vielen kurzfristigen Reisekader.

seaman



das mag ja sein, aber meine Eltern waren zu meiner Hochzeit 1970 nicht zu Reisekadern erklärt worden. Abgelehnt ohne Angabe von Gründen.


.
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