#61

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 10:07
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von ABV
Um nicht falsch verstanden zu werden, ich wollte damit nicht sagen das Grenzer zum Schießen abgerichtet wurden. Es ging um die Vermittlung eines Feindbildes =Grenzverletzer und den Auftrag, keinerlei Grenzdurchbrüche zuzulassen. Das führte dann zu solchen, ich bezeichne es mal so, Auswüchsen wie im Falle Peter Göring. Wenn er die Chance hätte, würde Peter Göring die Angelegenheit heute auch sicher mit ganz anderen Augen sehen.
Ich bin jedenfalls heil froh, nie in solche eine Situation gekommen zu sein.

Gruß an alle
Uwe


Das glaube ich dir gerne.Das dieser Moment,die Stunde X nicht kommt.



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#62

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 10:12
von Alfred | 6.849 Beiträge

ABV,

nun sind mir die Grenztruppen nicht fremd.

Du solltest überlegen, was Du wie schreibst.

Göring hatte bestimmt keine „Freude“ am töten oder schießen. Was er sicher hatte, dass war ein Feindbild und wenn Du schreibst, dass Du selbst bei den GT und der VP warst, dann wurde dir auch ein Feindbild vermittelt. Was waren denn die Grenzverletzer für dich während deiner Dienstzeit als Angehöriger der Grenztruppen oder der VP ? Wenn dies für dich keine Grenzverletzer waren, hast Du es aber gut geschafft dies verheimlichen.

Was aber ebenfalls eine Tatsache ist, dass man die Angehörigen der GT immer darauf hingewiesen hat, sich entsprechend der Vorschriften zu verhalten. Und da stand nie die Anwendung der Waffe an erster Stelle. Du kannst schreiben was Du möchtest, die Grenzer waren nicht schießwütig, wie dies heute dargestellt wird. Und hätte alles so gewirkt wie von Dir hier dargestellt, würde man heute über ganz andere „Opferzahlen“ schreiben. Aber wie gering der Prozentsatz der Anwendung der Waffe war ist Dir sicher bekannt. Wenn es von 1979 bis 1990 von den GT rund 3.000 Festnahmen gab und bei diesen insgesamt 148 x die Schusswaffe eingesetzt wurde (inkl. 107 Warnschüsse ) kann man wohl einige Deiner Formulierungen ausschließen. Sicher, es gab auch 24 Verletzte und leider auch 17 Tote.

Oder wie sah dies zu deiner Zeit bei den GT aus ? Wie sahen denn bei dir die Prozentzahlen bei versuchten Grenzdurchbrüchen aus ?

Man sollte sich vielleicht nicht nur auf den „Spiegel“ berufen. Du schreibst, Du warst mal bei den GT und der VP. Da müsste Dir doch bekannt sein, dass man alle Seiten hören sollte. Sprich, es wäre von großen Vorteil, wenn man alle Akten lesen könnte ! Dann mag man sich eventuell ein Urteil bilden.

Und wenn Du schreibst „Und wer das verinnerlicht hatte, schoss dann auch ohne Skrupel auf Vierzehnjährige Grenzverletzer“ hat dies schon was. Woher ist dir bekannt, dass z.B. Göring klar war, dass der Grenzverletzer erst 14 Jahre war ?

RM hatte es schon geschrieben.

Bei der Anwendung der Waffe gab es immer Begleitumstände. Uhrzeit, es war vielleicht dunkel, Sichtverhältnisse, Fahndung nach Fahnenflüchtigen und vieles mehr.

Das haben selbst die Gerichte der BRD nach 1989 so eingeschätzt. Und jeder der eine Waffe getragen hat, wird dies bestätigen, oder ?

Sich heute hinzustellen und bestimmte Kommentare abzugeben, zumal wenn man selbst Angehöriger der GT / VP war hat was.

Aber vielleicht unterliegt der eine oder andere auch dem Zeitgeist oder einen anderen „Zwang“.


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#63

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 10:17
von Drewitz | 356 Beiträge

Zitat von Ernest
Hallo,

Fakt ist eins, hätte es diese irrsinnigen Grenzgesetze unserer damaligen Regierung ( mit Schießbefehl und allem)
nicht gegeben, dann wären auch keine Opfer zu beklagen. Weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.
Einen jungen Menschen (Wehrpfichtigen) die Last aufzubürden, an der Grenze den "lieben Gott" zu spielen, ist genau so
hirnrissig, wie Menschen unter Einsatz der Waffe im Land festzuhalten.

Wenn man der getöteten Grenzsoldaten gedenken will ............. ok
Nur man sollte keinen Kult daraus machen. Denn ihr Tod war genau so sinnlos, wie der Tod der unzähligen
anderen Opfer.
Da sollte man alle einbeziehen und nicht einseitig denken.

Gruß
Herbert




Besser kann ich es auch nicht ausdrücken.

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#64

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 10:24
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

Manudave, aus dem ersten von dir eigestellten Link möchte ich mal einen Satz herausgreifen.
" Die Grenzsoldaten hätten sich weigern können, an der Mauer Dienst zu tun"
Jetzt geh ich mal 33 Jahre zurück, rede jetzt mal nur von mir und ich hatte ja schon einmal geschrieben, das weder die Pioniere, noch die FDJler, noch die Partei mein Herz erwärmen konnte, zwecks Beitritt.
Aber eins muss ich klar sagen, das Feindbild war da, so wie ABV oder Rostocker meinte.
Und trotzdem wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, zu sagen: Nein, ich will das alles nicht, oder gebt mir lieber einen Spaten.
Diese Gedanken waren so weit von mir entfernt wie das Amen in der Kirche.
Und wenn ich so an das erste Jahr denke, ich wollte nur Nachhause, zu Frau und Kind.
Nochmal zu dem Feindbild, also BRD war USA, um es mal auf einen Nenner zu bringen. Was die USA in Vietnam angerichtet haben, wusste jedes Schulkind in der DDR.
Man sollte auch nicht so naiv sein, um zu wissen, das dieses Ganze unter anderen Ümständen auch in Europa möglich gewesen wäre.
Und so sehe ich das heute: Dafür standen wir da vorn, für den Frieden, wie es bei Corres oder einem Anderen so treffend in seinem Anhang stehen hat.
Das die Kinder, die der BRD und die der DDR einen ruhigen, mit schönen Träumen angefüllten Schlaf schliefen.Mit dem Teddy im Arm und dem Nuppel im Mund.
Das der Feind auch im eigenen Land zu finden war, das ist wieder ein anderes Thema.
Ich hoffe, es stößt sich jetzt keiner an dem "Inlandfeind", ihr wisst, wie ich das meine.

R-M-R


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#65

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 10:55
von erichbod (gelöscht)
avatar

Da gibt es einen Ausspruch eines ehemaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.
Zitat:"was früher Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.
(Filbinger war dessen Name)
Versucht das mal hier mit reinzubringen.


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#66

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 11:22
von manudave (gelöscht)
avatar

@Alfred

Zitat
Du kannst schreiben was Du möchtest, die Grenzer waren nicht schießwütig, wie dies heute dargestellt wird.



Wer stellt DAS eigentlich so dar?

Wenn ich drüber nachdenke, hab ich noch nie so einen Menschen kennengerlernt, der das heute noch glaubt - auch habe ich das in den Medien heutzutage noch nie gehört.

Und einen kleinen Teil zur noch besseren Aufklärung dazu hat auch unser Forum schon beigetragen.


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#67

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 11:33
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Nun ist Filbinger aber jemand, dem ich genauso viel Glauben schenke, wie manchem im Politbüro der DDR.
Das man nun schon einen Marinerichter der Nazis bemüht, um das Unrecht der DDR zu rechtfertigen, das finde ich schon mehr als makaber.
Zu "was früher Recht war, kann heute nicht Unrecht sein." würde ich nur sagen, aber selbstverständlich kann es das. Denn dieser Satz lässt die notwendige moralische Distanzierung zu einem System deutlich vermissen, die aber hierbei immer erforderlich ist. Dies gilt rückblickend nicht nur auf die NS-Zeit oder die DDR, sondern generell.
AZ


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#68

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 11:52
von turtle | 6.961 Beiträge

Zu diesem Thema haben wir schon einiges geschrieben. Ich habe da auch schon einmal einige Zeilen dazu geschrieben! Jedes System hat Schuld oder Held aus seiner gewollten Sichtweite dargestellt! Da immer bei der Wahrheit zu bleiben war nicht im Interesse der gewollten Darstellung. Nicht jeder getötete Grenzsoldat war ein Held oder die Umstände seines Totes wurden da schon einmal bewusst falsch dargestellt. In der DDR wurde der getötete Grenzsoldat einem Helden gleichgestellt! Straßen ,Plätze, Kulturhäuser, Schulen, wurden nach ihm benannt. Im Westen war ein feiger Mörder. Unsere jetzige Sichtweite lässt beides nicht mehr zu! Ein Opfer der damaligen Zeit mit ihren unterschiedlichen Weltanschauungen
waren sie aber alle! Daher sollten alle Toten der Grenze oder Mauer Mahnung genug sein das sich so etwas nicht wiederholt!
Gruß Peter(turtle)


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#69

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 13:32
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Alfred
ABV,

nun sind mir die Grenztruppen nicht fremd.

Du solltest überlegen, was Du wie schreibst.

Göring hatte bestimmt keine „Freude“ am töten oder schießen. Was er sicher hatte, dass war ein Feindbild und wenn Du schreibst, dass Du selbst bei den GT und der VP warst, dann wurde dir auch ein Feindbild vermittelt. Was waren denn die Grenzverletzer für dich während deiner Dienstzeit als Angehöriger der Grenztruppen oder der VP ? Wenn dies für dich keine Grenzverletzer waren, hast Du es aber gut geschafft dies verheimlichen.

Sich heute hinzustellen und bestimmte Kommentare abzugeben, zumal wenn man selbst Angehöriger der GT / VP war hat was.

Aber vielleicht unterliegt der eine oder andere auch dem Zeitgeist oder einen anderen „Zwang“.



Hallo Alfred!
Grenzverletzer und ihre Motive waren mir bis 1989 absolut fremd!! Ich weiß noch wie ich im Sommer 1989 mit Wut im Bauch die Bilder von den Botschaftsflüchtlingen und deren Kommentare verfolgt hatte.Damals war ich nicht viel älter als Peter Göring zum Zeitpunkt seines Todes an der Grenze.
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich nach der Wende intensiv mit der Geschichte der DDR beschäftigte. Zum Vorteil ist auch das man sich auch mit den einstigen "Feinden" unterhalten kann. Manches starre Feindbild stürzt dann zusammen wie ein Kartenhaus. Aber das ist kein Prozess von einigen Tagen und schon gar nicht Ausdruck vom " Mantel in den Wind hängen". Das hat etwas mit Nachdenken und Dazulernen zu tun. Auf keinen Fall schreibe ich weil ich jetzt so denken muss, oder weil von mir der "Zeitgeist" kopiert wird.
Und noch einmal: Auch Peter Göring war ein Opfer dieser Grenze!! Es legitim um ihn zu trauern, nicht aber ihn zu einer Heldenfigur aufzubauen. Selbst wenn niemand wußte das der GV erst vierzehn Jahre alt war, es ist auch ein Verbrechen auf einen Unbewaffneten zu schießen, von dem absolut keine Gefahr ausgeht. Es gilt die Frage zu beantworten, was normale junge Menschen dazu gebracht, in solchen Situationen Verstand und Gewissen auszuschalten.
Für die Historiker ergibt sich noch viel Arbeit, wer, wenn nicht wir als Zeitzeugen, könnte ihnen dabei helfen?

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#70

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 13:41
von turtle | 6.961 Beiträge

Von ABV,
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich nach der Wende intensiv mit der Geschichte der DDR beschäftigte. Zum Vorteil ist auch das man sich auch mit den einstigen "Feinden" unterhalten kann. Manches starre Feindbild stürzt dann zusammen wie ein Kartenhaus. Aber das ist kein Prozess von einigen Tagen und schon gar nicht Ausdruck vom " Mantel in den Wind hängen". Das hat etwas mit Nachdenken und Dazulernen zu tun.


Nachdenken und Dazulernen das ist es!!
Gruß Peter(turtle)


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#71

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 14:29
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von ABV

Zitat von Alfred
ABV,
nun sind mir die Grenztruppen nicht fremd.
Du solltest überlegen, was Du wie schreibst.
Göring hatte bestimmt keine „Freude“ am töten oder schießen. Was er sicher hatte, dass war ein Feindbild und wenn Du schreibst, dass Du selbst bei den GT und der VP warst, dann wurde dir auch ein Feindbild vermittelt. Was waren denn die Grenzverletzer für dich während deiner Dienstzeit als Angehöriger der Grenztruppen oder der VP ? Wenn dies für dich keine Grenzverletzer waren, hast Du es aber gut geschafft dies verheimlichen.
Sich heute hinzustellen und bestimmte Kommentare abzugeben, zumal wenn man selbst Angehöriger der GT / VP war hat was.
Aber vielleicht unterliegt der eine oder andere auch dem Zeitgeist oder einen anderen „Zwang“.


Hallo Alfred!
Grenzverletzer und ihre Motive waren mir bis 1989 absolut fremd!! Ich weiß noch wie ich im Sommer 1989 mit Wut im Bauch die Bilder von den Botschaftsflüchtlingen und deren Kommentare verfolgt hatte.Damals war ich nicht viel älter als Peter Göring zum Zeitpunkt seines Todes an der Grenze.
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich nach der Wende intensiv mit der Geschichte der DDR beschäftigte. Zum Vorteil ist auch das man sich auch mit den einstigen "Feinden" unterhalten kann. Manches starre Feindbild stürzt dann zusammen wie ein Kartenhaus. Aber das ist kein Prozess von einigen Tagen und schon gar nicht Ausdruck vom " Mantel in den Wind hängen". Das hat etwas mit Nachdenken und Dazulernen zu tun. Auf keinen Fall schreibe ich weil ich jetzt so denken muss, oder weil von mir der "Zeitgeist" kopiert wird.
Und noch einmal: Auch Peter Göring war ein Opfer dieser Grenze!! Es legitim um ihn zu trauern, nicht aber ihn zu einer Heldenfigur aufzubauen. Selbst wenn niemand wußte das der GV erst vierzehn Jahre alt war, es ist auch ein Verbrechen auf einen Unbewaffneten zu schießen, von dem absolut keine Gefahr ausgeht. Es gilt die Frage zu beantworten, was normale junge Menschen dazu gebracht, in solchen Situationen Verstand und Gewissen auszuschalten.
Für die Historiker ergibt sich noch viel Arbeit, wer, wenn nicht wir als Zeitzeugen, könnte ihnen dabei helfen?
Gruß an alle
Uwe



Hallo ABV,

zunächst danke für diesen Beitrag. Dem habe ich eigentlich so nichts hinzuzufügen.

Vielleicht nochmal einen Satz zum Feindbild: Ich halte diesen Begriff für zu abstrakt, als dass er auf "einfache Wehrpflichtige" als Handlungsmotiv übergestülpt werden könnte. Wir, und da schließe ich mich als Politoffizier massiv ein, haben stets versucht, ein Feindbild zu vermitteln, also ein ideologisches Konstrukt, dass auf der anderen Seite den verblendeten Menschen zeigte, der sich widerstands- und willenlos der Unterdrückung der Ausbeuter des Volkes unterordnete oder den materiellen Verlockungen dieser feindlichen Gesellschaft erlag, ohne die Konsequenzen der Ausbeutung und des materiellen Überflusses sehen zu wollen. Das war einer der Kernpunkte der ideologische Auseinandersetzung mit diesen Menschen. Diese Auseiandersetzung wurde dabei immer abstrakt geführt. Die konkreten Motive, so wir überhaupt einmal auf diese Frage zu sprechen kamen, wurden entweder nur auf die Form reduziert, die unsere ideologische Basis rechtfertigte oder einfach verdrängt, "das hätte man auch anders klären können". Insofern war der Grenzverletzer das unbekannte Wesen, von dessen Handlungsgrundlagen wir glaubten wir könnten sie genau einschätzen. Wenn dieses, von der politisch-ideologischen Arbeit in den Grenztruppen - und nebenbei auch in der gesamten Gesellschaft - vermittelte Bild denn wirklich bei jemandem ankam, zum Beispiel bei mir, dann hat man aber noch nicht über Kimme und Korn denjenigen anvisiert und den Abzug betätigt, nur weil man sich immer wieder einhämmerte: Stirb Du verblendeter Adept des Kapitalismus. Die tatsächlichen Motive, warum man an der Grenze bereit war, die Waffe einzusetzen, waren wesentlich vielfältiger.

Ich habe mich dieser Frage schon oft gestellt, ob ich selbst geschossen hätte. Interessanterweise war einer der intensivsten Gründe, warum ich es wahrscheinlich getan hätte, die Tatsache, dass ich Stellvertreter des Kompaniechefs für politische Arbeit war. Was hätten wohl meine Unterstellten von mir gesagt, wenn ich ihnen in Schulungen und aktuell politischen Lageinformationen etwas vom Feind erzähle, und dann nicht praktisch zu dem stehen könnte, was ich da verbreitete. Das klingt kleinlich, das klingt nach niederen Beweggründen, ist aber eine unserer stärksten Antriebsfedern - die gesellschaftlichen Verhältnisse, auf die wir uns einlassen, auf welche Weise auch immer, sei es aus Überzeugung, Glaube oder nur aus nicht genügend Widerstandswillen. Dem Postenführer, auch wenn er vielleicht nicht an der Grenze stehen wollte, ging es ähnlich. Er hatte die Verantwortung für einen Soldaten, er war der "Alte", der zeigen musste wie es läuft. Was, wenn man einen Grenzverletzer stellte und der rannte weg - gegen alle Vernunft blieb der auch nach Anruf und Warnschuss nicht stehen? Was in diesen Bruchteilen von Sekunden in den Menschen vorging, die in dieser Situation waren, kann kaum einer von uns nachvollziehen. Es ist auch nicht trainierbar. Was trainiert wurde mit den Grenzsoldaten, war ein Algorithmus von Handlungen - Anruf, Warnschuss und dann ...

Genau das war trainiert, damit es im "Ernstfall" als Automatismus zur Verfügung stand. Und es war so trainiert, wie Soldaten trainiert werden. Es musste in Fleisch un Blut übergehen, damit es in jeder Situation, auch bei Bedrohung des eigenen Lebens, funktioniert.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#72

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 16:23
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von ABV

Zitat von Alfred
ABV,
nun sind mir die Grenztruppen nicht fremd.
Du solltest überlegen, was Du wie schreibst.
Göring hatte bestimmt keine „Freude“ am töten oder schießen. Was er sicher hatte, dass war ein Feindbild und wenn Du schreibst, dass Du selbst bei den GT und der VP warst, dann wurde dir auch ein Feindbild vermittelt. Was waren denn die Grenzverletzer für dich während deiner Dienstzeit als Angehöriger der Grenztruppen oder der VP ? Wenn dies für dich keine Grenzverletzer waren, hast Du es aber gut geschafft dies verheimlichen.
Sich heute hinzustellen und bestimmte Kommentare abzugeben, zumal wenn man selbst Angehöriger der GT / VP war hat was.
Aber vielleicht unterliegt der eine oder andere auch dem Zeitgeist oder einen anderen „Zwang“.


Hallo Alfred!
Grenzverletzer und ihre Motive waren mir bis 1989 absolut fremd!! Ich weiß noch wie ich im Sommer 1989 mit Wut im Bauch die Bilder von den Botschaftsflüchtlingen und deren Kommentare verfolgt hatte.Damals war ich nicht viel älter als Peter Göring zum Zeitpunkt seines Todes an der Grenze.
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich nach der Wende intensiv mit der Geschichte der DDR beschäftigte. Zum Vorteil ist auch das man sich auch mit den einstigen "Feinden" unterhalten kann. Manches starre Feindbild stürzt dann zusammen wie ein Kartenhaus. Aber das ist kein Prozess von einigen Tagen und schon gar nicht Ausdruck vom " Mantel in den Wind hängen". Das hat etwas mit Nachdenken und Dazulernen zu tun. Auf keinen Fall schreibe ich weil ich jetzt so denken muss, oder weil von mir der "Zeitgeist" kopiert wird.
Und noch einmal: Auch Peter Göring war ein Opfer dieser Grenze!! Es legitim um ihn zu trauern, nicht aber ihn zu einer Heldenfigur aufzubauen. Selbst wenn niemand wußte das der GV erst vierzehn Jahre alt war, es ist auch ein Verbrechen auf einen Unbewaffneten zu schießen, von dem absolut keine Gefahr ausgeht. Es gilt die Frage zu beantworten, was normale junge Menschen dazu gebracht, in solchen Situationen Verstand und Gewissen auszuschalten.
Für die Historiker ergibt sich noch viel Arbeit, wer, wenn nicht wir als Zeitzeugen, könnte ihnen dabei helfen?
Gruß an alle
Uwe



Hallo ABV,

zunächst danke für diesen Beitrag. Dem habe ich eigentlich so nichts hinzuzufügen.

Vielleicht nochmal einen Satz zum Feindbild: Ich halte diesen Begriff für zu abstrakt, als dass er auf "einfache Wehrpflichtige" als Handlungsmotiv übergestülpt werden könnte. Wir, und da schließe ich mich als Politoffizier massiv ein, haben stets versucht, ein Feindbild zu vermitteln, also ein ideologisches Konstrukt, dass auf der anderen Seite den verblendeten Menschen zeigte, der sich widerstands- und willenlos der Unterdrückung der Ausbeuter des Volkes unterordnete oder den materiellen Verlockungen dieser feindlichen Gesellschaft erlag, ohne die Konsequenzen der Ausbeutung und des materiellen Überflusses sehen zu wollen. Das war einer der Kernpunkte der ideologische Auseinandersetzung mit diesen Menschen. Diese Auseiandersetzung wurde dabei immer abstrakt geführt. Die konkreten Motive, so wir überhaupt einmal auf diese Frage zu sprechen kamen, wurden entweder nur auf die Form reduziert, die unsere ideologische Basis rechtfertigte oder einfach verdrängt, "das hätte man auch anders klären können". Insofern war der Grenzverletzer das unbekannte Wesen, von dessen Handlungsgrundlagen wir glaubten wir könnten sie genau einschätzen. Wenn dieses, von der politisch-ideologischen Arbeit in den Grenztruppen - und nebenbei auch in der gesamten Gesellschaft - vermittelte Bild denn wirklich bei jemandem ankam, zum Beispiel bei mir, dann hat man aber noch nicht über Kimme und Korn denjenigen anvisiert und den Abzug betätigt, nur weil man sich immer wieder einhämmerte: Stirb Du verblendeter Adept des Kapitalismus. Die tatsächlichen Motive, warum man an der Grenze bereit war, die Waffe einzusetzen, waren wesentlich vielfältiger.

Ich habe mich dieser Frage schon oft gestellt, ob ich selbst geschossen hätte. Interessanterweise war einer der intensivsten Gründe, warum ich es wahrscheinlich getan hätte, die Tatsache, dass ich Stellvertreter des Kompaniechefs für politische Arbeit war. Was hätten wohl meine Unterstellten von mir gesagt, wenn ich ihnen in Schulungen und aktuell politischen Lageinformationen etwas vom Feind erzähle, und dann nicht praktisch zu dem stehen könnte, was ich da verbreitete. Das klingt kleinlich, das klingt nach niederen Beweggründen, ist aber eine unserer stärksten Antriebsfedern - die gesellschaftlichen Verhältnisse, auf die wir uns einlassen, auf welche Weise auch immer, sei es aus Überzeugung, Glaube oder nur aus nicht genügend Widerstandswillen. Dem Postenführer, auch wenn er vielleicht nicht an der Grenze stehen wollte, ging es ähnlich. Er hatte die Verantwortung für einen Soldaten, er war der "Alte", der zeigen musste wie es läuft. Was, wenn man einen Grenzverletzer stellte und der rannte weg - gegen alle Vernunft blieb der auch nach Anruf und Warnschuss nicht stehen? Was in diesen Bruchteilen von Sekunden in den Menschen vorging, die in dieser Situation waren, kann kaum einer von uns nachvollziehen. Es ist auch nicht trainierbar. Was trainiert wurde mit den Grenzsoldaten, war ein Algorithmus von Handlungen - Anruf, Warnschuss und dann ...

Genau das war trainiert, damit es im "Ernstfall" als Automatismus zur Verfügung stand. Und es war so trainiert, wie Soldaten trainiert werden. Es musste in Fleisch un Blut übergehen, damit es in jeder Situation, auch bei Bedrohung des eigenen Lebens, funktioniert.

ciao Rainman




Danke für deinen Beitrag Rainam
Da gibt es nichts hinzuzufügen. Vieleicht nur eins: Ich glaube es ist überall eine beliebte Methode den, wie immer auch gearteten Gegner, möglichst Gesichtslos erscheinen zu lassen. Vor einiger Zeit hatte ich einen Bericht über die Gedenkstätte bei den Seelower Höhen, ist übrigens ganz in meiner Nähe, gesehen. Dort hatten sich sowjetische und deutsche Veteranen der Schlacht bei den Seelower Höhen getroffen. Es war ein beeindruckendes,rührendes Bild, als sich die Feinde von einst in den Armen lagen. Jeder hatte binnen Minuten festgestellt, dass sein einstiger Gegenüber ein ganz normaler,netter Mensch ist. Und doch hätte man sich damals ohne zu Zögern getötet. Das schweift sicher etwas ab und kann nicht unbedingt mit der Situation an der Grenze verglichen werden. Aber eines bleibt für mich, auf dieses Forum bezogen doch: Wenn wir uns gegenseitig ein Gesicht geben, egal was man früher getan hat, funktioniert auch die Einheit.

In diesem Sinne
liebe Grüße an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#73

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 16:29
von Corres | 271 Beiträge

Was fühlt eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat, der als Grenzverletzer erschossen wurde?

Was fühlt eine Mutter, die ihren Sohn verlor, weil er als Grenzsoldat erschossen wurde?

Wie urteilen beide Mütter über den Sinn und die Bedeutung dieser Grenze für ihr jeweiliges weiteres Leben?

Dieser Schmerz ist immer der gleiche: Der Schmerz um den verlorenen Sohn.

Aus diesem Grund sollte ein Denkmal für diese Mütter errichtet werden.
Ein Denkmal der Versöhnung


Ich bin verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was du verstehst.


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#74

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 16:32
von exgakl (gelöscht)
avatar

Zitat von Corres
Was fühlt eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat, der als Grenzverletzer erschossen wurde?

Was fühlt eine Mutter, die ihren Sohn verlor, weil er als Grenzsoldat erschossen wurde?

Wie urteilen beide Mütter über den Sinn und die Bedeutung dieser Grenze für ihr jeweiliges weiteres Leben?

Dieser Schmerz ist immer der gleiche: Der Schmerz um den verlorenen Sohn.

Aus diesem Grund sollte ein Denkmal für diese Mütter errichtet werden.
Ein Denkmal der Versöhnung


_________________________________________________________________________________________________

danke Corres


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#75

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 16:40
von Bürger (gelöscht)
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Hallo zusammen,

Genau meine Meinung Peter, alle die gedient haben, haben auch Wachdienst im Objekt geschoben. Da wurde und wird auch jeder Vergattert keine Fremden Personen in und auf das Objekt zu lassen. Von Festnahme über Warnschuss bis zum Gezieltenschuss mit Einsatz des Eigenen Lebens. Übrigens Gelobt es jeder Soldat .
So geschehen auch in der DDR bzw. an der Grenze. Denn, und jetzt kommt es. Jeder der einen Grenzverletzer durch gelassen hat und das wurde in solchen Fällen sehr genau und gründlich Untersucht und nachvollzogen . Kam für mehrere Jahre nach Schweht in den Knast, egal ob Du deinen Dienst bis dahin gut oder schlecht versehen hast. Egal ob Du Verheiratet warst oder Kinder hattest. Und da fällt mir noch ein, daß dann auch deine Familienmitglieder sehr darunter zu leiden hatten.
Seht es mal so, man nehme ein Bandmass von 100 cm . 1cm ist ein Jahr deines Lebens und nun nimmst Du die 1,8cm von dem Bandmass und das ist die Zeit in deinem Leben die Du bei der Truppe Gedient hast. Dieses kleine Stück wollte jeder gesund und wohlbehalten verbringen ohne anzuecken. Aber wir mussten unseren Dienst tun an der Grenze. So wie der seinen Dienst getan hat als BGS Beamter, Zöllner oder Soldat der NVA. Und jeder hat nach Dienstvorschrift gehandelt.

Gruß Bürger


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#76

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 16:56
von Alfred | 6.849 Beiträge

Bürger,

wir hatten dies schon.

Richtig, entsprechende Vorkommnisse wurden untersucht, jedoch landete niemand mehrere Jahre in Schwedt.


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#77

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 17:28
von Alfred | 6.849 Beiträge

Seltsam,

ich wollte gerade auf den Beitrag von manudave antworten, wo er mitteilt, dass ein grenzer mitgeteilt hat, dass es keine Strafen von grenzer gab, doch nun ist der ganze Beitrag weg ?

Wie das ?


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#78

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 17:33
von Bürger (gelöscht)
avatar

Hallo zusammen,

Also ich kann nur von mir reden und ich habe es so Erlebt.
Hatte Dienst am Zaun eins, mein Abschnitt war knapp 1km lang aber unübersichtlich. Jedenfalls Grenzdurchbruch. Eine Woche Später wurde alles mindestens 5x nachgestellt. Zeiten Gestoppt usw.usw. Ab ins Regiment nach Halberstadt zum Verhör .5 Stunden für mich und mein Posten. Am nächsten Tag wurde uns gesagt das wir ganz dicht an Schweht vor bei geschlittert sind. Da währen mal so 18 Monate drin gewesen wegen beihilfe.
Nur mal so, mein Nachbar ist es Passiert und er hat 1Jahr und zwei Monate bekommen wegen „Beihilfe zum Grenzdurchbruch“

Gruß Bürger


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#79

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 17:36
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von Bürger
Hallo zusammen,

Also ich kann nur von mir reden und ich habe es so Erlebt.
Hatte Dienst am Zaun eins, mein Abschnitt war knapp 1km lang aber unübersichtlich. Jedenfalls Grenzdurchbruch. Eine Woche Später wurde alles mindestens 5x nachgestellt. Zeiten Gestoppt usw.usw. Ab ins Regiment nach Halberstadt zum Verhör .5 Stunden für mich und mein Posten. Am nächsten Tag wurde uns gesagt das wir ganz dicht an Schweht vor bei geschlittert sind. Da währen mal so 18 Monate drin gewesen wegen beihilfe.
Nur mal so, mein Nachbar ist es Passiert und er hat 1Jahr und zwei Monate bekommen wegen „Beihilfe zum Grenzdurchbruch“

Gruß Bürger



Es ist unglaublich, welchen Aufwand das Regime hier noch nachträglich betrieben hat- und immer mit der psych. Waffe der Angstmacherei vor Schwedt.
AZ


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#80

RE: Gedenken an getötete Grenzer ?

in Grenztruppen der DDR 24.01.2010 17:47
von Alfred | 6.849 Beiträge

Bürger,

da bit Du - nach meinen Informationen - bis heute der erste, der dies belegen kann. Dies hat bis heute keiner geschafft. Weder die BStU, noch das Militärarchiv in Freiburg , noch alle anderen Institutionen die sich damit beschäftigt haben.

Obwohl, belegt hast du es ja nicht.


zuletzt bearbeitet 24.01.2010 18:04 | nach oben springen


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Kirchentag an der ehemaligen Grenze Juni 2009 bei Sonneberg
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0 18.09.2008 11:23goto
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