#321

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 10:07
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Hatte mir 1999 in Indonesien eine Lewis im Werksverkauf gekauft, also eine Echte. Habe sie nie getragen, da sie mir zu lang ist. Werde sie mal über ebay anbieten. Gut, daß ich jetzt eine gewisse Vorstellung zum Preis habe. Wimre, habe ich damals im Werksladen umgerechnet ca. 50,-DM bezahlt.



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#322

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 10:26
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #321
Hatte mir 1999 in Indonesien eine Lewis im Werksverkauf gekauft, also eine Echte. Habe sie nie getragen, da sie mir zu lang ist. Werde sie mal über ebay anbieten. Gut, daß ich jetzt eine gewisse Vorstellung zum Preis habe. Wimre, habe ich damals im Werksladen umgerechnet ca. 50,-DM bezahlt.


Schon mal was von auf Länge bringen gehört


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#323

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 10:37
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #321
Hatte mir 1999 in Indonesien eine Lewis im Werksverkauf gekauft, also eine Echte. Habe sie nie getragen, da sie mir zu lang ist. Werde sie mal über ebay anbieten. Gut, daß ich jetzt eine gewisse Vorstellung zum Preis habe. Wimre, habe ich damals im Werksladen umgerechnet ca. 50,-DM bezahlt.

würde ich nicht machen,
schick sie zu mir,meine Frau macht sie passend,
sie ist gelernte Schneiderin
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#324

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 10:44
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #320
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #319
Wenn du überlegst, eine Levis kam damals 50 Mark im I-Shop und letztens wollten sie mir so einen ausgewaschenen Fetzen für über 100€ andrehen


Ich hab zwar 70 oder 75 Mark bezahlt auch egal, aber für eine Marken Jeans biste heute mit 100 noch gut bedient,das geht auch in ganz andere Dimensionen
Aber eines steht fest,sie halten auch dementsprechend.




Ich kaufe gerne Mustang für um die 80€, die halten, meine bessere Hälfte hat mir mal ein schon so dünn gewaschenes Mode-Ding von Mod's "empfohlen", ist nach 4 Monaten auseinandergefallen und vorher habe ich mich geschämt weil ich in alten Hosen rumgelaufen bin


zuletzt bearbeitet 24.11.2013 10:46 | nach oben springen

#325

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 12:38
von Gelöschtes Mitglied
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Ich bin seit Zeiten, die man schon fast in Generationen ausdrücken kann, eingeschworener Lewis 501-Fan. Die mit den Knöppen, nix Reißverschluss. Und in der klassischen Form, nix Karotte, nix Schlag, nix künstlich per stone-wash gealtert. Auch wenn das alles irgendwann mal modern und "angesagt" war.

irgendwann in den 70ern oder 80ern war es nicht so ganz einfach, die zu bekommen: Sie waren total aus der Mode, wurden vielleicht vorübergehend gar nicht mehr hergestellt. Aber zum Glück halten die Dinger ja ziemlich lange und so konnte ich die "Saure-Gurken-Zeit" aussitzen. In der 501.


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#326

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 16:19
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Dandelion im Beitrag #325
Ich bin seit Zeiten, die man schon fast in Generationen ausdrücken kann, eingeschworener Lewis 501-Fan. Die mit den Knöppen, nix Reißverschluss. Und in der klassischen Form, nix Karotte, nix Schlag, nix künstlich per stone-wash gealtert. Auch wenn das alles irgendwann mal modern und "angesagt" war.

irgendwann in den 70ern oder 80ern war es nicht so ganz einfach, die zu bekommen: Sie waren total aus der Mode, wurden vielleicht vorübergehend gar nicht mehr hergestellt. Aber zum Glück halten die Dinger ja ziemlich lange und so konnte ich die "Saure-Gurken-Zeit" aussitzen. In der 501.




Ebent/Eben...Nabend Dandelion.....

Man sollte an einem Original eben nicht lange "rumfuschen"ein Rad was faehrt ...faehrt eben....und aufknoepfen ist weit mehr interessanter als einfach mal einen ordinaeren Reissverschluss zu oeffnen

Gruessli BO


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#327

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 16:46
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute !

Meine erste Levis habe ich mir 1977 im Intershop Friedrichstr. für 50 DM gekauft ,eine Jacke kostete damals 75 DM .
Das war sehr gute Qualität und hatte diese typische Färbung die man bei den Ostjeans vermisst hat . Im Jahr 1979
wurden bei uns in Bernau in der Jugendmode auch angebliche Levis verkauft , ich war ja zu der Zeit durch die GT
verhindert . Da musste meine Mutter sich für mich anstellen und gleich 2 Stück kaufen Gr.32/34 ,der Preis war so
um 80 Ostmark pro Hose . Die sahen auch ganz vernünftig aus und passten gut , aber nach 3x Waschen wurden die
Buchsen total bleich es war eigentlich schade ums Geld . Ach und gekratzt auf der Haut das es eine Freude war .

Euch allen noch einen schönen Sonntag !

VG der Küchenbulle


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#328

RE: Intershop

in Leben in der DDR 25.11.2013 02:54
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #318
Zitat von der glatte im Beitrag #313
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #308
Zitat von der glatte im Beitrag #307
Da ich eher nie im Intershop einkaufen konnte und dort meist als Begleitperson fungierte einmal eine Frage zu den hier schon erwähnten Schallplatten.

Waren die Platten im Intershop preiswerter als in der BRD?

Ich hatte einmal einige Platten so um 1986 getauscht und gekauft. Ich wusste, dass die Leute die Platten im Intershop gekauft hatten bzw. war selbst beim Kauf dabei. Was mich daran verwunderte, dass auf der Platte zwar eine westliche Plattenfirma stand, doch gleichzeitig auch das Logo der "AWA" (Anstalt zur Wahrung der Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte auf dem Gebiet der Musik in der DDR) aufgedruckt war. Im Prinzip hätte ja dort das Logo der "GEMA" stehen müssen.

Hat man vermutlich über Lizenz die Platten in der DDR mit originalen Cover selbst hergestellt um sie dann im Intershop zu verkaufen?

Gruß Reiner

Werke, die veröffenlicht werden sollen, brauchen die Genehmigung des Urhebers, wenn die Schutzfrist noch läuft. Die meisten Urheber sind Mitglied einer nationalen Gesellschaft/Genossenschaft für Urheberrecht, welche ihre Interessen wahrnimmt. Soll ein urhebergeschütztes Werk im Ausland zur Aufführung gelangen (.. ein Buch oder ein Tonträger verkauft) werden, so ist eine dortige Gesellschaft Ansprechpartner und zuständig für die Erlaubnis und das Inkasso. Dieses erfolgt bei den Rechteverwertern (Buch- und Musikverlagen), die ihrerseits auf dem Buch oder dem Tonträger angeben müssen, welche Urhebergesellschaft ihr Vertragspartner für die Abrechnung ist. Wo die Schallplatte produziert wird, ist an und für sich unerheblich. Es ist aber zu vermuten, dass viel westdeutsche Verlage Bücher und Platten auch in der DDR produzieren liessen (im Rahmen der sogenannten Gestattungsproduktion).
Theo




Für mich ist dabei interessant, dass es die gleiche Platte vom gleichen Produzenten, einmal nur mit dem AWA-Logo und einmal nur mit dem GEMA-Logo gibt. Also führten alle Platten die im Intershop verkauft wurden das AWA-Logo. Nutzte man diese Platten für eine öffentliche Aufführung in der DDR, wurden die Berechtigten von der AWA, also der DDR vergütet. Was aber wenn einer sie im Intershop kaufte und dann mit in die BRD nahm?
Eventuell haben das die beiden Gesellschaften vorher abgeklärt. Übrigens, die AWA gibt es ja immer noch.

Gruß Reiner



Nabend Glatter...

Stimmt,die Platten,die in Gestattungs oder Lizensproduktion in der DDR produziert wurden,hatten das AWA LOGO,insofern die auf Gebiet der DDR verkauft wurden.
Darauf stand geschrieben(unerlaubte Vervielfaeltigung,oeffentliche Auffuehrung verboten...?)
Die Platenhuellen waren allerdings manchmal unterschiedlich,bedruckt oder gedruckt,gefertigt wurden diese ebenfalls in der DDR.
Also die Huelle war manchmal anders gestaltet.
Wenn man den Dokus zur Plattenstory DDR glauben kann wurde auch immer etwas mehr an Stueckzahl gepresst...als eigentlich vereinbart wurde...seis drum.

Der Aufdruck AWA brachte natuerlich die DDR DJs auf die Idee,das die Songs, also dieTitel auf dieser Platte,natuerlich alle spielbar sind oder waeren.
Aehnlich war dies ja auch mit Plattern aus der SU oder Ungarn.
In den 70igern gabs da bissle Verwirrung bei den "Verantwortlichen Kulturfreaks"(wenn die Kontrolltour wieder einmal angesagt war),weil auf manch
abendlicher Mugge eben mit AWA Aufdruck auf der Platte Songs gespielt wurden,die noch nicht in den offiziellen Mitschnittslisten standen.

"Watt wolln die denn?Steht doch AWA druff"...
Andererseits wussten klevere Kontrolleure(Kulturschergen?),die manchmal einen "Wissensvorsprung" hatten natuerlich wo die Platten eigentlich herkamen....richtig aus dem Intershop....
Wie immer im zentalgeleiteten Kulturapparat wurde dann eine kleine Einweisung gestartet,das die Platten eben nicht zur oeffenlichen Auffuehrung genutzt werden sollen,duerfen.
Umschnitte waren natuerlich moeglich,also auf Kassette oder Band,dann allerdings eben auch nur die genehmigten Titel die bereits lizensiert waren.
Die Kontrollwut liess dann aber in den 80igern sehr nach,wie so Vieles in den 80igern nachliess,es sei denn,man wollte gleich nach Pankow im Sonderzug fahren.

Kurzum,es gab die AWA Listen in der DDR fuer die Verguetung der Komponisten oder eben Urheber der einzelnen Werke,von DJ Kollegen aus dem Westen ist mir so etwas nicht bekannt.

P.S.(Bei der Vorabbeschallung(also zwischen 07Uhr am Morgen und dem Start der Maiparrade gegen 10Uhr zur jaehrlichen Kampfdemonstration)gemeint ist der 1,Mai haben wir auch schon mal eine AWA Liste schreiben duerfen...)
Die Musike wurde uns allerdings vom Rat des Kreises in Form Schallplatte "zur Verfuegung gestellt",da diese Titel nicht in unserem Lager lagerten...
Sodann

Gruss BO





Hallo BO,
danke für Deine Antwort.

("Watt wolln die denn?Steht doch AWA druff"...)
Auch wenn da AWA drauf stand, war doch die Musik nicht frei! Berechtigte forderten zu Recht ihr Geld für die Aufführungen.

Na ja, ich sehe es eher so, dass die "kleveren Kontroleure (Kulturschergen?)" Ihre Arbeit gemacht haben. Das heißt, sie haben mit ihren Kontrollen die Rechte der Autoren, Texter, Komponisten und Arrangeure vertreten, damit diese Leute auch zu ihrem Geld (Tantiemen) kommen. Egal auf welcher Seite von Deutschland sie ihren Wohnsitz damals hatten. Tantiemen wurden dabei an die Berechtigten in der BRD in DM überwiesen!
Bei der Abrechnung stand im Vordergrund, wie oft und wie lange wurde ein Titel überhaupt gespielt. Die auszufüllenden Listen waren daher eher eine wichtige Abrechnungsgrundlage.

Kontrollen waren wichtig, finde ich, denn gerade nach der Regelung 60:40, hat man oft auf den auszufüllenden AWA-Listen, gemogelt und einen gespielten "Westtitel" eben schon einmal als einen Osttitel eingetragen. Damit hat man allerdings den Berechtigten im Westen auch um sein Geld gebracht. Dagegen andere Leute begünstigt. Bewusst oder auch Unbewusst, ich sag das mal einfach so.

Später gab es immer noch Kontrollen der AWA, allerdings nicht mehr vorangemeldet.

Übrigens, es gab immer in der AWA einen "Berechtigten-Beirat". Dieser bestand aus Textern, Komponisten, etc. Der Beirat hat gemeinsam mit der AWA die Verteilerschlüssel für aufgeführte Werke festgelegt und überprüft. Die AWA war eine Anstalt, welche keinen Gewinn erzielen durfte, sondern das eingenommene Geld auf die Berechtigten verteilte.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#329

RE: Intershop

in Leben in der DDR 25.11.2013 03:03
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat
Na ja, ich sehe es eher so, dass die "kleveren Kontroleure (Kulturschergen?)" Ihre Arbeit gemacht haben. Das heißt, sie haben mit ihren Kontrollen die Rechte der Autoren, Texter, Komponisten und Arrangeure vertreten, damit diese Leute auch zu ihrem Geld (Tantiemen) kommen. Egal auf welcher Seite von Deutschland sie ihren Wohnsitz damals hatten. Tantiemen wurden dabei an die Berechtigten in der BRD in DM überwiesen!
Bei der Abrechnung stand im Vordergrund, wie oft und wie lange wurde ein Titel überhaupt gespielt. Die auszufüllenden Listen waren daher eher eine wichtige Abrechnungsgrundlage.

Interessant, ich glaube die wenigsten sehen das unter dieser Vorgabe.


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#330

RE: Intershop

in Leben in der DDR 25.11.2013 18:03
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #329

Zitat
Na ja, ich sehe es eher so, dass die "kleveren Kontroleure (Kulturschergen?)" Ihre Arbeit gemacht haben. Das heißt, sie haben mit ihren Kontrollen die Rechte der Autoren, Texter, Komponisten und Arrangeure vertreten, damit diese Leute auch zu ihrem Geld (Tantiemen) kommen. Egal auf welcher Seite von Deutschland sie ihren Wohnsitz damals hatten. Tantiemen wurden dabei an die Berechtigten in der BRD in DM überwiesen!
Bei der Abrechnung stand im Vordergrund, wie oft und wie lange wurde ein Titel überhaupt gespielt. Die auszufüllenden Listen waren daher eher eine wichtige Abrechnungsgrundlage.
Interessant, ich glaube die wenigsten sehen das unter dieser Vorgabe.



Genau das ist der Punkt!

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#331

RE: Intershop

in Leben in der DDR 25.11.2013 20:38
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #323
Zitat von DoreHolm im Beitrag #321
Hatte mir 1999 in Indonesien eine Lewis im Werksverkauf gekauft, also eine Echte. Habe sie nie getragen, da sie mir zu lang ist. Werde sie mal über ebay anbieten. Gut, daß ich jetzt eine gewisse Vorstellung zum Preis habe. Wimre, habe ich damals im Werksladen umgerechnet ca. 50,-DM bezahlt.

würde ich nicht machen,
schick sie zu mir,meine Frau macht sie passend,
sie ist gelernte Schneiderin

Lutze



Grün: Viiiiiel zu spät: Mittlerweile passt sie mir auch im Umfang nicht mehr.



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#332

RE: Intershop

in Leben in der DDR 25.11.2013 21:19
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #331


Grün: Viiiiiel zu spät: Mittlerweile passt sie mir auch im Umfang nicht mehr.




Eine gute Schneiderin macht sie Dir nicht nur kürzer , sondern auch enger.

LG von der grenzgaengerin


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#333

RE: Intershop

in Leben in der DDR 29.11.2013 18:04
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von der glatte im Beitrag #328
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #318
Zitat von der glatte im Beitrag #313
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #308
Zitat von der glatte im Beitrag #307
Da ich eher nie im Intershop einkaufen konnte und dort meist als Begleitperson fungierte einmal eine Frage zu den hier schon erwähnten Schallplatten.

Waren die Platten im Intershop preiswerter als in der BRD?

Ich hatte einmal einige Platten so um 1986 getauscht und gekauft. Ich wusste, dass die Leute die Platten im Intershop gekauft hatten bzw. war selbst beim Kauf dabei. Was mich daran verwunderte, dass auf der Platte zwar eine westliche Plattenfirma stand, doch gleichzeitig auch das Logo der "AWA" (Anstalt zur Wahrung der Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte auf dem Gebiet der Musik in der DDR) aufgedruckt war. Im Prinzip hätte ja dort das Logo der "GEMA" stehen müssen.

Hat man vermutlich über Lizenz die Platten in der DDR mit originalen Cover selbst hergestellt um sie dann im Intershop zu verkaufen?

Gruß Reiner

Werke, die veröffenlicht werden sollen, brauchen die Genehmigung des Urhebers, wenn die Schutzfrist noch läuft. Die meisten Urheber sind Mitglied einer nationalen Gesellschaft/Genossenschaft für Urheberrecht, welche ihre Interessen wahrnimmt. Soll ein urhebergeschütztes Werk im Ausland zur Aufführung gelangen (.. ein Buch oder ein Tonträger verkauft) werden, so ist eine dortige Gesellschaft Ansprechpartner und zuständig für die Erlaubnis und das Inkasso. Dieses erfolgt bei den Rechteverwertern (Buch- und Musikverlagen), die ihrerseits auf dem Buch oder dem Tonträger angeben müssen, welche Urhebergesellschaft ihr Vertragspartner für die Abrechnung ist. Wo die Schallplatte produziert wird, ist an und für sich unerheblich. Es ist aber zu vermuten, dass viel westdeutsche Verlage Bücher und Platten auch in der DDR produzieren liessen (im Rahmen der sogenannten Gestattungsproduktion).
Theo




Für mich ist dabei interessant, dass es die gleiche Platte vom gleichen Produzenten, einmal nur mit dem AWA-Logo und einmal nur mit dem GEMA-Logo gibt. Also führten alle Platten die im Intershop verkauft wurden das AWA-Logo. Nutzte man diese Platten für eine öffentliche Aufführung in der DDR, wurden die Berechtigten von der AWA, also der DDR vergütet. Was aber wenn einer sie im Intershop kaufte und dann mit in die BRD nahm?
Eventuell haben das die beiden Gesellschaften vorher abgeklärt. Übrigens, die AWA gibt es ja immer noch.

Gruß Reiner



Nabend Glatter...

Stimmt,die Platten,die in Gestattungs oder Lizensproduktion in der DDR produziert wurden,hatten das AWA LOGO,insofern die auf Gebiet der DDR verkauft wurden.
Darauf stand geschrieben(unerlaubte Vervielfaeltigung,oeffentliche Auffuehrung verboten...?)
Die Platenhuellen waren allerdings manchmal unterschiedlich,bedruckt oder gedruckt,gefertigt wurden diese ebenfalls in der DDR.
Also die Huelle war manchmal anders gestaltet.
Wenn man den Dokus zur Plattenstory DDR glauben kann wurde auch immer etwas mehr an Stueckzahl gepresst...als eigentlich vereinbart wurde...seis drum.

Der Aufdruck AWA brachte natuerlich die DDR DJs auf die Idee,das die Songs, also dieTitel auf dieser Platte,natuerlich alle spielbar sind oder waeren.
Aehnlich war dies ja auch mit Plattern aus der SU oder Ungarn.
In den 70igern gabs da bissle Verwirrung bei den "Verantwortlichen Kulturfreaks"(wenn die Kontrolltour wieder einmal angesagt war),weil auf manch
abendlicher Mugge eben mit AWA Aufdruck auf der Platte Songs gespielt wurden,die noch nicht in den offiziellen Mitschnittslisten standen.

"Watt wolln die denn?Steht doch AWA druff"...
Andererseits wussten klevere Kontrolleure(Kulturschergen?),die manchmal einen "Wissensvorsprung" hatten natuerlich wo die Platten eigentlich herkamen....richtig aus dem Intershop....
Wie immer im zentalgeleiteten Kulturapparat wurde dann eine kleine Einweisung gestartet,das die Platten eben nicht zur oeffenlichen Auffuehrung genutzt werden sollen,duerfen.
Umschnitte waren natuerlich moeglich,also auf Kassette oder Band,dann allerdings eben auch nur die genehmigten Titel die bereits lizensiert waren.
Die Kontrollwut liess dann aber in den 80igern sehr nach,wie so Vieles in den 80igern nachliess,es sei denn,man wollte gleich nach Pankow im Sonderzug fahren.

Kurzum,es gab die AWA Listen in der DDR fuer die Verguetung der Komponisten oder eben Urheber der einzelnen Werke,von DJ Kollegen aus dem Westen ist mir so etwas nicht bekannt.

P.S.(Bei der Vorabbeschallung(also zwischen 07Uhr am Morgen und dem Start der Maiparrade gegen 10Uhr zur jaehrlichen Kampfdemonstration)gemeint ist der 1,Mai haben wir auch schon mal eine AWA Liste schreiben duerfen...)
Die Musike wurde uns allerdings vom Rat des Kreises in Form Schallplatte "zur Verfuegung gestellt",da diese Titel nicht in unserem Lager lagerten...
Sodann

Gruss BO





Hallo BO,
danke für Deine Antwort.

("Watt wolln die denn?Steht doch AWA druff"...)
Auch wenn da AWA drauf stand, war doch die Musik nicht frei! Berechtigte forderten zu Recht ihr Geld für die Aufführungen.

Na ja, ich sehe es eher so, dass die "kleveren Kontroleure (Kulturschergen?)" Ihre Arbeit gemacht haben. Das heißt, sie haben mit ihren Kontrollen die Rechte der Autoren, Texter, Komponisten und Arrangeure vertreten, damit diese Leute auch zu ihrem Geld (Tantiemen) kommen. Egal auf welcher Seite von Deutschland sie ihren Wohnsitz damals hatten. Tantiemen wurden dabei an die Berechtigten in der BRD in DM überwiesen!
Bei der Abrechnung stand im Vordergrund, wie oft und wie lange wurde ein Titel überhaupt gespielt. Die auszufüllenden Listen waren daher eher eine wichtige Abrechnungsgrundlage.

Kontrollen waren wichtig, finde ich, denn gerade nach der Regelung 60:40, hat man oft auf den auszufüllenden AWA-Listen, gemogelt und einen gespielten "Westtitel" eben schon einmal als einen Osttitel eingetragen. Damit hat man allerdings den Berechtigten im Westen auch um sein Geld gebracht. Dagegen andere Leute begünstigt. Bewusst oder auch Unbewusst, ich sag das mal einfach so.

Später gab es immer noch Kontrollen der AWA, allerdings nicht mehr vorangemeldet.

Übrigens, es gab immer in der AWA einen "Berechtigten-Beirat". Dieser bestand aus Textern, Komponisten, etc. Der Beirat hat gemeinsam mit der AWA die Verteilerschlüssel für aufgeführte Werke festgelegt und überprüft. Die AWA war eine Anstalt, welche keinen Gewinn erzielen durfte, sondern das eingenommene Geld auf die Berechtigten verteilte.

Gruß Reiner





Nabend nochmals...
Glatter...nur das wir keine "Missverstaendnisse haben....

Die Regelung 60:40 ist schon klar....
Das jeder Texter oder Kompo zu seinem Geld kommen soll ebenfalls klar....

Was die Musiktitel auf den Platten betraf,wars allerdings auch so,das z.B. Scheiben aus der SU/Ungarn etc. eben im RGW verlegt wurden und somit war die Gefahr einen nicht lizensierten Titel zu "erwischen "eben eher gering.

Der Aufdruck der echten Scheibe war wichtig.
Genaueres wird man finden wenn man sich mit der Geschichte tiefgruendig befasst,die Platten die im RGW verlegt wurden,also von Plattenfirmen/Labels die in diesen Laendern waren,durften schon auf Mugge gespielt werden,klar waren dies dann 40iger Titel,aber eben spielbar.
Auf den AWA Boegen wurde doch der Verleger ebenfalls genannt.


Gruessli BO

P.S. Da der Schonung und Erhaltung der Schallplatten eben oft Umschnitte angefertigt wurden war das bei der Verwendung derartiger RGW Platten /Songs aber ein sehr zweischneidiges Ding,was dann rechtlich eben nicht mehr den Bestimmungen endsprach....


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#334

RE: Intershop

in Leben in der DDR 29.11.2013 23:10
von Gert | 12.354 Beiträge

zitat @der glatte , Später gab es immer noch Kontrollen der AWA, allerdings nicht mehr vorangemeldet.

war das in der DDR die Organisation, wie heute die Gema ?

Ich hatte als Vorstand in einem Sportverein die Jungs mal im Nacken. Wir hatten ein Fest und da wurde natürlich auch Musik gemacht.
Paar Tage später bekam ich eine Rechnung von der Gema in Dortmund für die Tantiemen diese Festes. Weiss heute noch nicht wie die das erfahren haben. Ich glaube die haben Schüffler herumlaufen, die so etwas melden. Und ich wusste von da an, dass man das melden muss, wenn bei öffentlichen Veranstaltungen Musik gemacht wird.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#335

RE: Intershop

in Leben in der DDR 29.11.2013 23:19
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Ja natürlich, da gibt es Kontrolleure
http://www.prosieben.ch/tv/galileo/video...ntrolleure-clip
Theo


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#336

RE: Intershop

in Leben in der DDR 29.11.2013 23:58
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #335
Ja natürlich, da gibt es Kontrolleure
http://www.prosieben.ch/tv/galileo/video...ntrolleure-clip
Theo


Und wenn man da nicht aufpasst und eine öffentliche Veranstaltung mit Musiktiteln nicht meldet, kann das ganz schön teuer werden.

Wie ist das denn in der Schweiz? macht das "Proliteris" mit?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#337

RE: Intershop

in Leben in der DDR 30.11.2013 00:04
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #334
zitat @der glatte , Später gab es immer noch Kontrollen der AWA, allerdings nicht mehr vorangemeldet.

war das in der DDR die Organisation, wie heute die Gema?

Ich hatte als Vorstand in einem Sportverein die Jungs mal im Nacken. Wir hatten ein Fest und da wurde natürlich auch Musik gemacht.
Paar Tage später bekam ich eine Rechnung von der Gema in Dortmund für die Tantiemen diese Festes. Weiss heute noch nicht wie die das erfahren haben. Ich glaube die haben Schüffler herumlaufen, die so etwas melden. Und ich wusste von da an, dass man das melden muss, wenn bei öffentlichen Veranstaltungen Musik gemacht wird.





grün: Ja, war sie und ist es im Prinzip noch, weil immer noch nicht abgewickelt. Es ist keine Organisation sondern eine Anstalt.

Na, Schnüffler würde ich sie nicht nennen, die machen einen wichtigen Job und der ist nicht einfach.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#338

RE: Intershop

in Leben in der DDR 30.11.2013 09:39
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #337
Zitat von Gert im Beitrag #334
zitat @der glatte , Später gab es immer noch Kontrollen der AWA, allerdings nicht mehr vorangemeldet.

war das in der DDR die Organisation, wie heute die Gema?

Ich hatte als Vorstand in einem Sportverein die Jungs mal im Nacken. Wir hatten ein Fest und da wurde natürlich auch Musik gemacht.
Paar Tage später bekam ich eine Rechnung von der Gema in Dortmund für die Tantiemen diese Festes. Weiss heute noch nicht wie die das erfahren haben. Ich glaube die haben Schüffler herumlaufen, die so etwas melden. Und ich wusste von da an, dass man das melden muss, wenn bei öffentlichen Veranstaltungen Musik gemacht wird.





grün: Ja, war sie und ist es im Prinzip noch, weil immer noch nicht abgewickelt. Es ist keine Organisation sondern eine Anstalt.

Na, Schnüffler würde ich sie nicht nennen, die machen einen wichtigen Job und der ist nicht einfach.

Gruß Reiner

.
gut, einigen wir uns auf Kontrolleure. Aber eingeladen hatte ich sie nicht


P.S @eisenringtheo wie ist das denn bei euch ? So wie ich die Schweiz kenne, gibt es solche Pfadfinder für Musik sicher auch , odärrr?



edititiert P.S.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 30.11.2013 09:42 | nach oben springen

#339

RE: Intershop

in Leben in der DDR 09.12.2013 02:13
von der glatte | 1.356 Beiträge

Also, nach meiner Meinung macht das die "SUISA" in der Schweiz für Musik.

Für das geschriebene Wort ist in der Schweiz die "ProLitteris" zuständig. Und wer als Bürger von Deutschland in der Schweiz Texte veröffentlicht, der ist dann zwar Mitglied der Schweizerischen Urhebergesellschaft und wird dort auch abgerechnet. Aber!
Die Tantiemen bekommt er allerdings nicht direkt aus der Schweiz in CHF, sondern über die VG-Wort (Deutschland) umgerechnet in EUR überwiesen.

Somit entfällt also ein Konto in der Schweiz für den Bürger. .

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#340

RE: Intershop

in Leben in der DDR 12.12.2013 19:26
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von der glatte im Beitrag #330
Zitat von Mike59 im Beitrag #329

Zitat
Na ja, ich sehe es eher so, dass die "kleveren Kontroleure (Kulturschergen?)" Ihre Arbeit gemacht haben. Das heißt, sie haben mit ihren Kontrollen die Rechte der Autoren, Texter, Komponisten und Arrangeure vertreten, damit diese Leute auch zu ihrem Geld (Tantiemen) kommen. Egal auf welcher Seite von Deutschland sie ihren Wohnsitz damals hatten. Tantiemen wurden dabei an die Berechtigten in der BRD in DM überwiesen!
Bei der Abrechnung stand im Vordergrund, wie oft und wie lange wurde ein Titel überhaupt gespielt. Die auszufüllenden Listen waren daher eher eine wichtige Abrechnungsgrundlage.
Interessant, ich glaube die wenigsten sehen das unter dieser Vorgabe.


Genau das ist der Punkt!

Gruß Reiner




Nabend Glatter.....

was das Fragezeichen betrifft also zu den vermeintlichen Kontrolleuren.....

Kontrolliert haben MA (Mitarbeiter)...Der Raete Kultur der Bezirke,Kreise,Staedte....
Kreiskabinette fuer Kulturarbeit,MA der Abteilung Inneres und andere sich dazu berufene Personen....
das konnte auch schon mal die polizei im weitesten Sinne sein,nur wusste man irgendwie nie...wer steckt denn da wirklich dahinter.

Irgendwo biss sich die Geschichte mit der Musikfolge auch selbst in die "Beine"....
Zum einen wurden die Veranstaltungen immer laenger,also rein zeitmaessig....

Die sogenannten Disco/Tanzknaller...wo sich die breite Masser der Besucher voellig wohlfuehlte....kamen eben nicht immer aus dem 60iger Bereich....
Einem "Wettbewerb"also wer fuehlt sich wo wohl...von der Popper Disco bis zum heiteren Vergnuegen des Landvolkes,war das Publikum eben weit gefaechert....

Gute Baends,Discotheken hatten natuerlich auch Ihre Stammecken und "Jeder wusste was einen erwartet"....
Rein "Schmusemusik maessig und konzertante Sachen"gings ja im Osten recht gut ab....aber aber,der Rest reichte eben oft nicht....

Und wenn beim Veranstalter der "Laden eben immer weniger beucht wird,dann wird er mal nachdenken woran dett eijentlich liegen koennte.
Unter anderem eben auch "vom Publikum...mit scheisse Mugge bezeichnet"....

Nach ner Menge Sonderschichten,harten Arbeitstagen wollte eben nicht mehr Jeder "Auf auf zur Sonne und dem Mond hoehren"....

Es ging um einen gemuetlichen Abend mit feiner Musik und nix mahr nachdenken...einfach "Feierstunde"einlegen.....

Uebrigens...jeder angespielte Titel,oder auch nur zur Untermalung eines Beitrages galt als gespielt..."Merkste Was"?
Und letztlich... was soll ne Baend/Djs machen,wenn das Publikum nach den ersten Klaengen eines Titel,"schockartig"die Tanzflaeche verlaesst...Hm

Gruss BO


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