#301

RE: Intershop

in Leben in der DDR 17.11.2013 19:46
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Ich erwähnte bereits mal das ich einen guten Kumpel hatte der in Berlin mit Intershops zu tun hatte, auch dem auf dem Bahnhof Friedrichstr. .
Er war angestellter der Mitropa und sein Arbeitsplatz befand sich im Sitz der Mitropa, Bezirksebene ??? in einem zu Büros umfunktionierten Wohnhaus am Schiffbauerdamm, Ecke Albrechtstrasse. Da war nichts mit Stasi, KoKo oder ähnlichem ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#302

RE: Intershop

in Leben in der DDR 17.11.2013 19:49
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi... # Mike
Na,ich würde das etwas anders interpretieren, weil- Intershop-"Kultur" war so was wie ein Riesenreitzthema für den braven DDR-Bürger.
Es gibt da sogar eine E.H. -Rede -auf einem Parteitag(?) - wo er die I.s mit ökonomischen Notwendikeiten erklärt. Ging in die Hose, gerade das erzielte noch mehr Unmut.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#303

RE: Intershop

in Leben in der DDR 17.11.2013 20:00
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #301
Ich erwähnte bereits mal das ich einen guten Kumpel hatte der in Berlin mit Intershops zu tun hatte, auch dem auf dem Bahnhof Friedrichstr. .
Er war angestellter der Mitropa und sein Arbeitsplatz befand sich im Sitz der Mitropa, Bezirksebene ??? in einem zu Büros umfunktionierten Wohnhaus am Schiffbauerdamm, Ecke Albrechtstrasse. Da war nichts mit Stasi, KoKo oder ähnlichem ......

Gruß
Nostalgiker


Dann lies Dir bitte mal die beiden links in meinem Beitrag durch Intershop (15)

Besonders den vom NVA - Forum, wie das mit dem Informationsfluss mit dem Intershop lief.http://www.nva-forum.de/nva-board/index....ic=19059&st=30#

LG von der grenzgaengerin

EDIT Ich möchte den user des anderen Forums hier nicht zitieren.


zuletzt bearbeitet 17.11.2013 20:03 | nach oben springen

#304

RE: Intershop

in Leben in der DDR 17.11.2013 20:59
von Gohrbi | 575 Beiträge

...und weil man nicht genau wußte, ob gerade jemand "kontrollierte" habe ich immer am nächsten Tag
nach dem Einkauf meinem Vorgesetzten den Bericht über den erfolgreichen Einkauf im Intershop
auf den Tisch gelegt...man will ja nicht auffallen....


Mike59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#305

RE: Intershop

in Leben in der DDR 19.11.2013 23:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #301
[...] in einem zu Büros umfunktionierten Wohnhaus am Schiffbauerdamm, Ecke Albrechtstrasse. Da war nichts mit Stasi, KoKo oder ähnlichem

Und in Dresden war die Verwaltung/Buchhaltung der IS (zumindest die der IH der Stadt) in einem Hochhaus am Försterplatz. Daraus jetzt aber KEINE Verbindung zur KoKo abzuleiten wie im zitierten Beispiele, wage ich mir nicht. Keine Erinnerung, wie die Abteilung nun hieß, aber wimre firmierte sie auch am Briefkastenschild unter irgendwas mit Forum ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#306

RE: Intershop

in Leben in der DDR 20.11.2013 00:14
von Schlutup | 4.104 Beiträge
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#307

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 01:40
von der glatte | 1.356 Beiträge

Da ich eher nie im Intershop einkaufen konnte und dort meist als Begleitperson fungierte einmal eine Frage zu den hier schon erwähnten Schallplatten.

Waren die Platten im Intershop preiswerter als in der BRD?

Ich hatte einmal einige Platten so um 1986 getauscht und gekauft. Ich wusste, dass die Leute die Platten im Intershop gekauft hatten bzw. war selbst beim Kauf dabei. Was mich daran verwunderte, dass auf der Platte zwar eine westliche Plattenfirma stand, doch gleichzeitig auch das Logo der "AWA" (Anstalt zur Wahrung der Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte auf dem Gebiet der Musik in der DDR) aufgedruckt war. Im Prinzip hätte ja dort das Logo der "GEMA" stehen müssen.

Hat man vermutlich über Lizenz die Platten in der DDR mit originalen Cover selbst hergestellt um sie dann im Intershop zu verkaufen?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#308

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 09:08
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #307
Da ich eher nie im Intershop einkaufen konnte und dort meist als Begleitperson fungierte einmal eine Frage zu den hier schon erwähnten Schallplatten.

Waren die Platten im Intershop preiswerter als in der BRD?

Ich hatte einmal einige Platten so um 1986 getauscht und gekauft. Ich wusste, dass die Leute die Platten im Intershop gekauft hatten bzw. war selbst beim Kauf dabei. Was mich daran verwunderte, dass auf der Platte zwar eine westliche Plattenfirma stand, doch gleichzeitig auch das Logo der "AWA" (Anstalt zur Wahrung der Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte auf dem Gebiet der Musik in der DDR) aufgedruckt war. Im Prinzip hätte ja dort das Logo der "GEMA" stehen müssen.

Hat man vermutlich über Lizenz die Platten in der DDR mit originalen Cover selbst hergestellt um sie dann im Intershop zu verkaufen?

Gruß Reiner

Werke, die veröffenlicht werden sollen, brauchen die Genehmigung des Urhebers, wenn die Schutzfrist noch läuft. Die meisten Urheber sind Mitglied einer nationalen Gesellschaft/Genossenschaft für Urheberrecht, welche ihre Interessen wahrnimmt. Soll ein urhebergeschütztes Werk im Ausland zur Aufführung gelangen (.. ein Buch oder ein Tonträger verkauft) werden, so ist eine dortige Gesellschaft Ansprechpartner und zuständig für die Erlaubnis und das Inkasso. Dieses erfolgt bei den Rechteverwertern (Buch- und Musikverlagen), die ihrerseits auf dem Buch oder dem Tonträger angeben müssen, welche Urhebergesellschaft ihr Vertragspartner für die Abrechnung ist. Wo die Schallplatte produziert wird, ist an und für sich unerheblich. Es ist aber zu vermuten, dass viel westdeutsche Verlage Bücher und Platten auch in der DDR produzieren liessen (im Rahmen der sogenannten Gestattungsproduktion).
Theo


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#309

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 09:48
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von der glatte im Beitrag #307

Waren die Platten im Intershop preiswerter als in der BRD?



Hallo Reiner

Oh Mann, jetzt strapazierst Du aber mein Langzeitgedächtnis..

Ja, ich glaube, dass sie etwas preiswerter waren als in einem normalen Plattengeschäft in der Bundesrepublik. Das würde auch Sinn machen: Die Verantwortlichen sind wohl davon ausgegangen, dass nicht alle dort gekauften Platten als Geschenk in der DDR blieben, sondern einige auch bei der Ausreise mitgenommen wurden. Und da es keine schwer zu bekommenden "Raritäten" waren, die dort angeboten wurden, musste ein Kaufanreiz geschaffen werden.

Könnte so gewesen sein, 100%ig weiß ich es nicht mehr.


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#310

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 13:06
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Nach meiner Erfahrung gab es bei Intershop keine einheitlichen Verkaufspreise. Nicht in DDR Mark erhältliche Waren (natürlich die meisten) waren in einem Güst Intershop (z.B. Bahnhof Friedrichstrasse) wesentlich billiger als in einem Binnenland-Intershop (z.B. in Freienhufen). Hochwertiges DDR Exportsangebot war allerdings auch im Güst Intershop teuer (z.B. Radeberger Bier); vermutlich wollte man die DDR Exporteure nicht schädigen (und somit die Deviseneinnahmen nicht vermindern).
Theo


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#311

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 13:18
von icke46 | 2.593 Beiträge

Ich kann ja nun nur für die Intershops im Bahnhof Friedrichstraße und die an den Transitautobahnen sprechen, und da auch nur für Zigaretten und Radeberger. Nach meiner Erinnerung waren die Zigaretten in allen Shops gleich teuer; bei Klamotten oder ähnlichem mag das durchaus anders gewesen sein.

Zum Radeberger: das kostete im Intershop Börde bei Magdeburg 12 DM für eine Platte mit 24 Flaschen, was ich eigentlich eher preiswert fand. Interessanterweise gab es das Radeberger auch lange Zeit bei Aldi in West-Berlin - da kostete dann ein Träger mit 6 0,5 l Flaschen 2,99 DM - Einwegpfand war ja zu jener Zeit noch unbekannt.

Gruss

icke



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#312

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 13:20
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #310
Hochwertiges DDR Exportsangebot war allerdings auch im Güst Intershop teuer (z.B. Radeberger Bier); vermutlich wollte man die DDR Exporteure nicht schädigen (und somit die Deviseneinnahmen nicht vermindern).
Theo


Hm.
Das Argument kann ich so ganz nicht nachvollziehen: Wenn ein Westbürger im Intershop Radeberger Bier gekauft hat, dann doch wohl überwiegend in der Absicht, es mit seinen Verwandten vor Ort zu trinken: Dass das Bier auch ausgeführt wurde, dürfte nur in wenigen Ausnahmen der Fall gewesen sein und wenn, dann nicht in Mengen, die die DDR-Exporte spürbar beeinflusst haben - die Käufer waren schließlich Privatleute und eine gewerblichen Händler.


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.11.2013 13:21 | nach oben springen

#313

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 15:02
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #308
Zitat von der glatte im Beitrag #307
Da ich eher nie im Intershop einkaufen konnte und dort meist als Begleitperson fungierte einmal eine Frage zu den hier schon erwähnten Schallplatten.

Waren die Platten im Intershop preiswerter als in der BRD?

Ich hatte einmal einige Platten so um 1986 getauscht und gekauft. Ich wusste, dass die Leute die Platten im Intershop gekauft hatten bzw. war selbst beim Kauf dabei. Was mich daran verwunderte, dass auf der Platte zwar eine westliche Plattenfirma stand, doch gleichzeitig auch das Logo der "AWA" (Anstalt zur Wahrung der Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte auf dem Gebiet der Musik in der DDR) aufgedruckt war. Im Prinzip hätte ja dort das Logo der "GEMA" stehen müssen.

Hat man vermutlich über Lizenz die Platten in der DDR mit originalen Cover selbst hergestellt um sie dann im Intershop zu verkaufen?

Gruß Reiner

Werke, die veröffenlicht werden sollen, brauchen die Genehmigung des Urhebers, wenn die Schutzfrist noch läuft. Die meisten Urheber sind Mitglied einer nationalen Gesellschaft/Genossenschaft für Urheberrecht, welche ihre Interessen wahrnimmt. Soll ein urhebergeschütztes Werk im Ausland zur Aufführung gelangen (.. ein Buch oder ein Tonträger verkauft) werden, so ist eine dortige Gesellschaft Ansprechpartner und zuständig für die Erlaubnis und das Inkasso. Dieses erfolgt bei den Rechteverwertern (Buch- und Musikverlagen), die ihrerseits auf dem Buch oder dem Tonträger angeben müssen, welche Urhebergesellschaft ihr Vertragspartner für die Abrechnung ist. Wo die Schallplatte produziert wird, ist an und für sich unerheblich. Es ist aber zu vermuten, dass viel westdeutsche Verlage Bücher und Platten auch in der DDR produzieren liessen (im Rahmen der sogenannten Gestattungsproduktion).
Theo




Für mich ist dabei interessant, dass es die gleiche Platte vom gleichen Produzenten, einmal nur mit dem AWA-Logo und einmal nur mit dem GEMA-Logo gibt. Also führten alle Platten die im Intershop verkauft wurden das AWA-Logo. Nutzte man diese Platten für eine öffentliche Aufführung in der DDR, wurden die Berechtigten von der AWA, also der DDR vergütet. Was aber wenn einer sie im Intershop kaufte und dann mit in die BRD nahm?
Eventuell haben das die beiden Gesellschaften vorher abgeklärt. Übrigens, die AWA gibt es ja immer noch.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#314

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 15:36
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Die Schallplatte ist nur für privaten Gebrauch. Für öffentliche Aufführungen urheberrechtlich geschützter Werke gibt es strenge Regeln. Für diese muss vorgängig eine Erlaubnis eingeholt werden und am Ende der Aufführung muss eine detaillierte Liste eingeschickt werden, damit die Abrechnung erstellt werden kann. Abgerechnet wird pro Aufführung; bei häufig aufgeführten Werken (z.B. in der DDR "Die Internationale") wird allerdings oft eine Pauschale vereinbart.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41458343.html


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#315

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 17:30
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

eisenringtheo,
du schreibst immer etwas zu den DDR-Themen.
Woher hast du soviel Wissen? Hast du mal hier gewohnt?
Thomas


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#316

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 17:47
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #315
eisenringtheo,
du schreibst immer etwas zu den DDR-Themen.
Woher hast du soviel Wissen? Hast du mal hier gewohnt?
Thomas

Nein, nur ab und zu mal Bekannte besucht. Das meiste habe ich hier aus dem Forum.
Theo


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#317

RE: Intershop

in Leben in der DDR 21.11.2013 18:29
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #314
Die Schallplatte ist nur für privaten Gebrauch. Für öffentliche Aufführungen urheberrechtlich geschützter Werke gibt es strenge Regeln. Für diese muss vorgängig eine Erlaubnis eingeholt werden und am Ende der Aufführung muss eine detaillierte Liste eingeschickt werden, damit die Abrechnung erstellt werden kann. Abgerechnet wird pro Aufführung; bei häufig aufgeführten Werken (z.B. in der DDR "Die Internationale") wird allerdings oft eine Pauschale vereinbart.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41458343.html


Einspruch

In der AWA gab es keine Pauschalen! Es gab ein "Punktesystem", danach wurde mit den Berechtigten abgerechnet. Die Musik wurde vorher in ein bestimmte Klassifizierung eingeteilt. Daher, z. B. Schlager bekamen bei einer Aufführung die wenigsten Punkte, da sie ja zeitlang öfters gespielt wurden.

Schallplatten waren aber keinesfalls in der DDR n u r für den privaten Gebrauch vorgesehen. das kenne ich anders.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#318

RE: Intershop

in Leben in der DDR 23.11.2013 20:46
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von der glatte im Beitrag #313
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #308
Zitat von der glatte im Beitrag #307
Da ich eher nie im Intershop einkaufen konnte und dort meist als Begleitperson fungierte einmal eine Frage zu den hier schon erwähnten Schallplatten.

Waren die Platten im Intershop preiswerter als in der BRD?

Ich hatte einmal einige Platten so um 1986 getauscht und gekauft. Ich wusste, dass die Leute die Platten im Intershop gekauft hatten bzw. war selbst beim Kauf dabei. Was mich daran verwunderte, dass auf der Platte zwar eine westliche Plattenfirma stand, doch gleichzeitig auch das Logo der "AWA" (Anstalt zur Wahrung der Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte auf dem Gebiet der Musik in der DDR) aufgedruckt war. Im Prinzip hätte ja dort das Logo der "GEMA" stehen müssen.

Hat man vermutlich über Lizenz die Platten in der DDR mit originalen Cover selbst hergestellt um sie dann im Intershop zu verkaufen?

Gruß Reiner

Werke, die veröffenlicht werden sollen, brauchen die Genehmigung des Urhebers, wenn die Schutzfrist noch läuft. Die meisten Urheber sind Mitglied einer nationalen Gesellschaft/Genossenschaft für Urheberrecht, welche ihre Interessen wahrnimmt. Soll ein urhebergeschütztes Werk im Ausland zur Aufführung gelangen (.. ein Buch oder ein Tonträger verkauft) werden, so ist eine dortige Gesellschaft Ansprechpartner und zuständig für die Erlaubnis und das Inkasso. Dieses erfolgt bei den Rechteverwertern (Buch- und Musikverlagen), die ihrerseits auf dem Buch oder dem Tonträger angeben müssen, welche Urhebergesellschaft ihr Vertragspartner für die Abrechnung ist. Wo die Schallplatte produziert wird, ist an und für sich unerheblich. Es ist aber zu vermuten, dass viel westdeutsche Verlage Bücher und Platten auch in der DDR produzieren liessen (im Rahmen der sogenannten Gestattungsproduktion).
Theo




Für mich ist dabei interessant, dass es die gleiche Platte vom gleichen Produzenten, einmal nur mit dem AWA-Logo und einmal nur mit dem GEMA-Logo gibt. Also führten alle Platten die im Intershop verkauft wurden das AWA-Logo. Nutzte man diese Platten für eine öffentliche Aufführung in der DDR, wurden die Berechtigten von der AWA, also der DDR vergütet. Was aber wenn einer sie im Intershop kaufte und dann mit in die BRD nahm?
Eventuell haben das die beiden Gesellschaften vorher abgeklärt. Übrigens, die AWA gibt es ja immer noch.

Gruß Reiner



Nabend Glatter...

Stimmt,die Platten,die in Gestattungs oder Lizensproduktion in der DDR produziert wurden,hatten das AWA LOGO,insofern die auf Gebiet der DDR verkauft wurden.
Darauf stand geschrieben(unerlaubte Vervielfaeltigung,oeffentliche Auffuehrung verboten...?)
Die Platenhuellen waren allerdings manchmal unterschiedlich,bedruckt oder gedruckt,gefertigt wurden diese ebenfalls in der DDR.
Also die Huelle war manchmal anders gestaltet.
Wenn man den Dokus zur Plattenstory DDR glauben kann wurde auch immer etwas mehr an Stueckzahl gepresst...als eigentlich vereinbart wurde...seis drum.

Der Aufdruck AWA brachte natuerlich die DDR DJs auf die Idee,das die Songs, also dieTitel auf dieser Platte,natuerlich alle spielbar sind oder waeren.
Aehnlich war dies ja auch mit Plattern aus der SU oder Ungarn.
In den 70igern gabs da bissle Verwirrung bei den "Verantwortlichen Kulturfreaks"(wenn die Kontrolltour wieder einmal angesagt war),weil auf manch
abendlicher Mugge eben mit AWA Aufdruck auf der Platte Songs gespielt wurden,die noch nicht in den offiziellen Mitschnittslisten standen.

"Watt wolln die denn?Steht doch AWA druff"...
Andererseits wussten klevere Kontrolleure(Kulturschergen?),die manchmal einen "Wissensvorsprung" hatten natuerlich wo die Platten eigentlich herkamen....richtig aus dem Intershop....
Wie immer im zentalgeleiteten Kulturapparat wurde dann eine kleine Einweisung gestartet,das die Platten eben nicht zur oeffenlichen Auffuehrung genutzt werden sollen,duerfen.
Umschnitte waren natuerlich moeglich,also auf Kassette oder Band,dann allerdings eben auch nur die genehmigten Titel die bereits lizensiert waren.
Die Kontrollwut liess dann aber in den 80igern sehr nach,wie so Vieles in den 80igern nachliess,es sei denn,man wollte gleich nach Pankow im Sonderzug fahren.

Kurzum,es gab die AWA Listen in der DDR fuer die Verguetung der Komponisten oder eben Urheber der einzelnen Werke,von DJ Kollegen aus dem Westen ist mir so etwas nicht bekannt.

P.S.(Bei der Vorabbeschallung(also zwischen 07Uhr am Morgen und dem Start der Maiparrade gegen 10Uhr zur jaehrlichen Kampfdemonstration)gemeint ist der 1,Mai haben wir auch schon mal eine AWA Liste schreiben duerfen...)
Die Musike wurde uns allerdings vom Rat des Kreises in Form Schallplatte "zur Verfuegung gestellt",da diese Titel nicht in unserem Lager lagerten...
Sodann

Gruss BO


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#319

RE: Intershop

in Leben in der DDR 23.11.2013 23:49
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wenn du überlegst, eine Levis kam damals 50 Mark im I-Shop und letztens wollten sie mir so einen ausgewaschenen Fetzen für über 100€ andrehen


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#320

RE: Intershop

in Leben in der DDR 24.11.2013 07:43
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #319
Wenn du überlegst, eine Levis kam damals 50 Mark im I-Shop und letztens wollten sie mir so einen ausgewaschenen Fetzen für über 100€ andrehen


Ich hab zwar 70 oder 75 Mark bezahlt auch egal, aber für eine Marken Jeans biste heute mit 100 noch gut bedient,das geht auch in ganz andere Dimensionen
Aber eines steht fest,sie halten auch dementsprechend.


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