#261

RE: Intershop

in Leben in der DDR 31.10.2013 12:05
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #257
Liebe Pusteblume, da hast Du den Reiz des Westgeldes auf den DDR-Bürger noch nicht ganz verinnerlicht. Und die Taxifahrer waren da eine besondere Spezies. Oder anders - sehr geschäftstüchtig.

Auch wenn es verboten war, hätte er Dich für 5 DM in die beste Kneipe der Umgebung gefahren. Und hättest Du ihm eine Rückfahrt für 10 DM in Aussicht gestellt, hätte er im Winter mit laufenden Motor vor der Kneipe gewartet, damit Du es auf dem Rückweg auch schön warm hast.

LG von der grenzgaengerin




Ihr habt doch genügend Zeit das unter veir Augen zu erörtern - Das Nudelholz kann dabei auch ein schlagendes und überzeugendes Argument sein.
Bin schon weg.

Vierkrug


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#262

RE: Intershop

in Leben in der DDR 31.10.2013 14:23
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #260
Nur zur Klarstellung: "Fürst Metternich" ist ein Sekt und kein Champagner. Und 100 DM für eine ganze Flasche empfinde ich für das bechriebene oder unterstellte Ambiente nicht sonderlich übertrieben: Ich habe Ende der 70er, Anfang der 80er mal 60 DM für zwei simple Korn bezahlt. Keine ganzen Flaschen, sondern zwei stinknormale Schnapsgläschen.

OK, das war auf der Reeperbahn und ich habe den Betrag auf das Konto "Erfahrung" gebucht: Wer so blöd ist, ausgerechnet dort ein Getränk zu bestellen, ohne vorher in die Karte zu schauen, ist selber schuld. Wobei der Trick ganz simpel war: Ein Bier kostete in dem Schuppen 3 DM und man hat automatisch ein gewisses Preisverhältnis Bier zum Korn unterstellt. Tja, so kann man sich irren.....


Mensch das waren ja Preise wie in Rom, im Borgo Pio. Dort wird sogar mit zwei Karten gearbeitet, eine zum Bestellen, die andere beim Bezahlen.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#263

RE: Intershop

in Leben in der DDR 31.10.2013 14:28
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #262
(...)

Mensch das waren ja Preise wie in Rom, im Borgo Pio. Dort wird sogar mit zwei Karten gearbeitet, eine zum Bestellen, die andere beim Bezahlen.

Gruß Reiner


Verwechselst du das nicht mit der sogenannten "Damenkarte"
http://www.koch-blog.com/damenkarte/
Gäste, die nicht bezahlen müssen, erhalten eine Speisekarte ohne Preise. Angeblich, damit sie nicht extra die teuren Speisen und Getränke auswählen.
Theo


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#264

RE: Intershop

in Leben in der DDR 31.10.2013 22:59
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #172
Zitat von Harra318 im Beitrag #171
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #170
Also, wenn ich das richtig verstanden habe, wurden in Weißenfels für Salamander Puschen produziert, zur Qualitätkontrolle nach Ludwigsburg geschickt, von dort ins Zentrallager von penny. Die haben dann in jeden Latschen ne Cola - Dose reingesteckt oder nen Stück Seife und wieder in den Osten geschickt.

LG von der grenzgaengerin



Salamander ist nicht in Ludwigsburg sondern in Kornwestheim









@grenzgaengerin , hier mal vier Bilder von den ehemals "gut florierenden" Salamander,(auch) aus Sicht der Arbeitnehmer. Das ist übrig, von dem Arial. Vor 15 Jahren sah es ganz anders aus. Gleiches Beispiel könnte man jetzt bringen von dem Schuhproduzent"Sioux"in Walheim. Eine Tochtergesellschaft von Salamander. Leider haben auch sie ihre Produktion ins Ausland verlagert, wie zum Beispiel Portugal, oder auch Indien.Obwohl es gar nicht nötig wäre, die schwarzen Zahlen stimmten. Hauptsache die Verwaltung bleibt noch in Deutschland,.......


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#265

RE: Intershop

in Leben in der DDR 31.10.2013 23:09
von Moskwitschka (gelöscht)
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Danke Harra für die Bilder. Sie wecken bei Erinnerungen an die letzten Stiefelchen die ich mir dort gekauft habe. Das war im Herbst 2007 in dem sich damals noch befindlichen "Fabrikverkauf". Gibt es den heute noch? Das war zwar kein Intershop, aber trotzdem haben sich die Menschen an diesem Samstagvormittag dort gedrängelt wie auf dem Hamburger Fischmarkt.

Mag sein das ich etwas voreilig Ludwigsburg eingetippelt habe. Aber wahrscheinlich war eine sehr gute Flasche Rotwein, die ich anschließend bei einem Ludwigsburger Weinhänler gekauft habe, präsenter.

Nichts für ungut

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 31.10.2013 23:09 | nach oben springen

#266

RE: Intershop

in Leben in der DDR 31.10.2013 23:16
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #265
Danke Harra für die Bilder. Sie wecken bei Erinnerungen an die letzten Stiefelchen die ich mir dort gekauft habe. Das war im Herbst 2007 in dem sich damals noch befindlichen "Fabrikverkauf". Gibt es den heute noch? Das war zwar kein Intershop, aber trotzdem haben sich die Menschen an diesem Samstagvormittag dort gedrängelt wie auf dem Hamburger Fischmarkt.

Mag sein das ich etwas voreilig Ludwigsburg eingetippelt habe. Aber wahrscheinlich war eine sehr gute Flasche Rotwein, die ich anschließend bei einem Ludwigsburger Weinhänler gekauft habe, präsenter.

Nichts für ungut

LG von der grenzgaengerin

Nein das glaube ich nicht. Das Arial wird nach und nach verkauft.Es soll sogar ein Kindergarten dort vorhanden sein. Wenn du dir Bild 2 heran zoomen willst, wirst du sehen, dass da andere Firmen ansässig sind. Dagegen in Walheim weiß ich noch, im Jahr 1999 war noch Werksverkauf !


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#267

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 00:43
von der glatte | 1.356 Beiträge

Wie war das denn damals an den "Intertankstellen", was hat man denn dort für Devisen vertickt?
Ich kann mich an die alte Minol-Tanke in Meißen erinnern, die hatten verschiedene West-Öl-Pullen im Schaufenster rumstehen. Wie war das beim Tanken, musstet Ihr in DM das Benzin bezahlen, wenn Ihr mit einem Auto mit BRD-Kennzeichen dort getankt habt, oder ging es auch in DDR-Mark?

Gruß Reiner


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#268

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 00:46
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #263
Zitat von der glatte im Beitrag #262
(...)

Mensch das waren ja Preise wie in Rom, im Borgo Pio. Dort wird sogar mit zwei Karten gearbeitet, eine zum Bestellen, die andere beim Bezahlen.

Gruß Reiner


Verwechselst du das nicht mit der sogenannten "Damenkarte"
http://www.koch-blog.com/damenkarte/
Gäste, die nicht bezahlen müssen, erhalten eine Speisekarte ohne Preise. Angeblich, damit sie nicht extra die teuren Speisen und Getränke auswählen.
Theo


Gibt es das etwa in der Schweiz? Köstlich der Link, was es nicht alles so gibt.

Gruß Reiner


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#269

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 01:47
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #265
Danke Harra für die Bilder. Sie wecken bei Erinnerungen an die letzten Stiefelchen die ich mir dort gekauft habe. Das war im Herbst 2007 in dem sich damals noch befindlichen "Fabrikverkauf". Gibt es den heute noch? Das war zwar kein Intershop, aber trotzdem haben sich die Menschen an diesem Samstagvormittag dort gedrängelt wie auf dem Hamburger Fischmarkt.

Mag sein das ich etwas voreilig Ludwigsburg eingetippelt habe. Aber wahrscheinlich war eine sehr gute Flasche Rotwein, die ich anschließend bei einem Ludwigsburger Weinhänler gekauft habe, präsenter.

Nichts für ungut

LG von der grenzgaengerin



Bei Weinhandlung Bronner in Ludwigsburg ?


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#270

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 02:17
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #255
Zitat von West_Tourist im Beitrag #253

Die Devisenbars der Interhotels waren entsprechend Teuer. Auch wenig besucht. Daher konnte man dort fast schon alles fuer sich alleine haben. Da war meistens nichts los


Ob gewollt oder nicht - wer war schon so bekloppt und hat dort als DDR-Bürger seine DM ausgegeben, wenn in der Kneipe an der Ecke der Straße das Bier 51 Pfennige gekostet hat.

LG von der grenzgaengerin



Ja genau . In der HO Gastätte kostete ein Bier 0,5 Liter 50-70 Ostpfennige. Cola , Seltets, Limo 30-40 Ostpfennige . Da konnten die Devisenbars der Interhotels nicht mithalten. Die HO Gaststätten nicht mit dem Ambiente dieser Devisenbars . Da gabs nur Sachen aus dem Westen.


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#271

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 07:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von West_Tourist im Beitrag #270
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #255
Zitat von West_Tourist im Beitrag #253

Die Devisenbars der Interhotels waren entsprechend Teuer. Auch wenig besucht. Daher konnte man dort fast schon alles fuer sich alleine haben. Da war meistens nichts los


Ob gewollt oder nicht - wer war schon so bekloppt und hat dort als DDR-Bürger seine DM ausgegeben, wenn in der Kneipe an der Ecke der Straße das Bier 51 Pfennige gekostet hat.

LG von der grenzgaengerin



Ja genau . In der HO Gastätte kostete ein Bier 0,5 Liter 50-70 Ostpfennige. Cola , Seltets, Limo 30-40 Ostpfennige . Da konnten die Devisenbars der Interhotels nicht mithalten. Die HO Gaststätten nicht mit dem Ambiente dieser Devisenbars . Da gabs nur Sachen aus dem Westen.


West Tourist, in K.-M.-Stadt hättest du auch in die "Cosmos-Bar" am Rosenhof gehen können und deinen Zwangsumtausch verjubeln, da gab es z.B. Pilsner Urquell für 5 Mark der DDR und ein angenehmes Unterhaltungsprogramm vom Zauberer bis zum "Schönheitstanz"


zuletzt bearbeitet 01.11.2013 07:54 | nach oben springen

#272

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 08:43
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der glatte im Beitrag #267
Wie war das denn damals an den "Intertankstellen", was hat man denn dort für Devisen vertickt?
Ich kann mich an die alte Minol-Tanke in Meißen erinnern, die hatten verschiedene West-Öl-Pullen im Schaufenster rumstehen. Wie war das beim Tanken, musstet Ihr in DM das Benzin bezahlen, wenn Ihr mit einem Auto mit BRD-Kennzeichen dort getankt habt, oder ging es auch in DDR-Mark?

Gruß Reiner


Hallo Reiner
Zweigeteilte Antwort:
Während meiner Verwandten-Besuche in der DDR habe ich dort nie getankt: Mein Zielort lag nur ca. 15 km von der Grenze entfernt und die Schlangen vor der (einzigen??) Minol-Tankstelle waren mir einfach zu lang: Um mich dort in die "sozialistische Wartegemeinschaft" einzureihen, bestand keine Notwendigkeit. Und das "Eintrittsgeld", das wir bezahlen mussten, haben wir lieber unseren Verwandten gegeben.

Nach Berlin bin ich nur zwei- oder dreimal mit dem Auto gefahren: Von meinem damaligen Wohnort aus waren es gute 600 km einfache Strecke und wenn ich geschäftlich dort zu tun hatte, ging es mit dem Flieger morgens hin und nachmittags zurück. Ich kann mich aber auch daran erinnern, dort getankt zu haben - und natürlich habe ich in DM bezahlt, wie denn sonst: Mark der DDR hatte ich nicht und ob ich nun beim Grenzübertritt 1:1 tausche oder gleich in DM bezahle, war Hose wie Jacke. Und "schwarz" an der Raststätte zu tauschen war mir viel zu riskant: Mir war schon klar, dass es dort vor "Augen" und "Ohren" nur so wimmelte.

Aber interessant ist die Frage schon: Ich glaube auch, mich erinnern zu können, dass ich eine maschinengedruckte Quittung bekam, die die Zahlung in DM bestätigte. Und dass in der Kasse beide Währungen friedlich nebeneinander lagen. Natürlich war es normal, eine Quittung zu erhalten, nur der Hinweis auf die Währung war ungewöhnlich. Ich vermute mal, dass die Versuchung für die Kassierer sonst einfach zu groß gewesen wäre....


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#273

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 09:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der glatte im Beitrag #268

Gibt es das etwa in der Schweiz? Köstlich der Link, was es nicht alles so gibt.



Ach, so ungewöhnlich war bzw. ist das nicht: Ich kenne diese speziellen Karten auch aus der BRD; man bekam sie, wenn man beim Kellner nachgefragt hat.

Ich habe sie selber einmal beim Kellner erbeten, aber nicht, um die betreffende Dame davon abzuhalten, sich das teuerste Gericht zu bestellen, sondern aus dem genau gegenteiligen Grund: Als meine Mutter verstarb, erhielt meine Tante eine befristete Ausreisegenehmigung. Ich wusste, dass sie Fisch über alles liebt und in meinem Wohnort gab es ein ganz vernünftiges Fischrestaurant. Sie bekam auf meinen Wunsch hin eine Damenkarte und hat sich auf unsere Empfehlung eine Seezunge ausgesucht, das nach den Austern zweitteuerste Gericht auf der Karte. Sie war begeistert, aber ich bin mir absolut sicher: Von sich aus hätte sie NIE diesen Fisch gewählt, wenn sie den Preis gekannt hätte.

Manchmal macht so eine Damenkarte durchaus Sinn.....
.


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#274

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 09:56
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

tanken in der DDR: Im kleinen Grenzverkehr in Boizenborg in DDR Mark bezahlt. Den Rest Geld (wenn was übrig war) auf die Staatsbank gebracht.

Im Transit in DM bezahlt, war ja ein, zwei Pfennig billiger.

Ab dem 1.1.90 immer in DDR Mark bezahlt, 1.20 in HH am Hauptbahnhof getauscht, der Liter Diesel 8 Pfennig. Dann das Ältöl exportiert, gab es 1,25 M dafür wimre.

War ´ne geile Zeit.......ich war aber zu schissig, hätte mal ordentlich tauschen sollen denn die Verwandtschaft bekam ja 1.2 getauscht bekommen. Gab viele, die das gemacht haben und sich so ein nettes Pölsterchen geschaffen haben.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#275

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 16:17
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #254
Ich hatte Ende der 80er Freunde in Polen. Dort kam es aus purer Wiedersehensfreude immer wieder zu unvorhergesehenen Besäufnissen in der Plattenbauwohnung mit Unterhaltung aus dem Videorekorder. Da liefen Pornos untermalt mit Popmusik. (You in the army now) usw.
Da gingen schnell mal die Getränke zur Neige.Da haben polnischen Freunde in der Feier Runde Dollars eingesammelt (zu meinem Erstaunen hatte auch fast jeder welche) und haben eine Verkäuferin vom ortsansässigen PEWEX Laden rausgeklingelt (auch Sonntags) und Nachschub geholt.
Ich als Gast war natürlich von jeglicher finanzieller Beteiligung vollkommen befreit.


Schnattel, das waren in dieser von Dir geschilderten illustren Runde sicher alle Mädchen.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#276

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 22:11
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Tanken:
Erst bei Mehrtagesfahrten in die DDR durften Westler offiziell auch für Ost tanken. Ansonsten konnte man einen Anteil, sagen wir mal fünf Mark, in West zahlen, dann ging es inoffiziell auch bei Tagesbesuchen. Bei Intertank direkt an den Transitstrecken hätte ich sowas aber nicht gemacht. Dort war ja ausgeschildert "Anerkannter Bereich vorbildlicher Ordnung, Sicherheit und Disziplin", da hätte man solche imperialistischen Provokationsversuche vermutlich empört zurückgewiesen.


zuletzt bearbeitet 01.11.2013 22:12 | nach oben springen

#277

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 22:22
von Hans | 2.166 Beiträge

Absolut OT
Hotte, Du hast mich eben zum Lachen gebracht!
Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#278

RE: Intershop

in Leben in der DDR 01.11.2013 23:10
von West_Tourist (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #261
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #257
Liebe Pusteblume, da hast Du den Reiz des Westgeldes auf den DDR-Bürger noch nicht ganz verinnerlicht. Und die Taxifahrer waren da eine besondere Spezies. Oder anders - sehr geschäftstüchtig.

Auch wenn es verboten war, hätte er Dich für 5 DM in die beste Kneipe der Umgebung gefahren. Und hättest Du ihm eine Rückfahrt für 10 DM in Aussicht gestellt, hätte er im Winter mit laufenden Motor vor der Kneipe gewartet, damit Du es auf dem Rückweg auch schön warm hast.

LG von der grenzgaengerin




Ihr habt doch genügend Zeit das unter veir Augen zu erörtern - Das Nudelholz kann dabei auch ein schlagendes und überzeugendes Argument sein.
Bin schon weg.

Vierkrug



Ja genau....Taxifahrer in der DDR waren teils sehr Geschäftstüchtig. Immer dabei beim SchwarzTauschen....und vorallem Kuppeln. Sowie auch manche Tuersteher zb. in Ostberlin ,Leipzig usw. Die Ballhaueser am Prenzlauer Berg oder TanzCafe Nord waren dafuer bekannt. Gerade die Taxifahrer konnten dir fuer Westgeld dort Eintritt verschaffen. Dir auch zb. Antiquitäten, Briefmarken oder Militaria besorgen. Eisernes Kreuz usw. Fuer Westgeld fast immer. Viele hatten auch einen guten Draht zum MFS. Im Guten....Wie im Schlechten. Daher musstet du Aufpassen...Mit wem du welche Geschäfte machst. Manche Taxifahrer und Tuersteher waren schon Bestandteil der DDR-Unterwelt.


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#279

RE: Intershop

in Leben in der DDR 02.11.2013 01:16
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich möchte auch an die TUZEX-Läden in der Tschechoslowakei erinnern, es wurde hier ja schon einmal kurz erwähnt. Diese TUZEX-Läden waren ähnlich wie unsere Intershops bestückt und in fast allen Kreisstädten vorhanden. Es gab diese Läden noch eine ganze Weile, auch nach der politischen Wende. Während bei uns sich die Intershop-Läden mit der Währungsunion Mitte 1990 erledigten, gab es die TUZEX-Läden noch. Tschechoslowakische Kronen wurden dort nicht angenommen, dafür jede frei konvertierbare Währung. Bürger der Tschechoslowakei durften dort nicht mit DM oder einer anderen Währung bezahlen. Allerdings durfte man ein Devisenkonto haben und hob man davon Geld ab, bekam man das nicht in ausländischer Währung sondern in "TUZEX-BONY" (etwa so wie Forumschecks) ausgezahlt. Mit diesen Bony kaufte der einheimische Bürger dann im TUZEX ein. Für das Devisenkonto, meist war das bei einer Bank in Prag, zahlte man jährlich Gebühren, natürlich in Devisen, welche sich die Bank automatisch einzog. Aber auch jede Kontobewegung kostete.

Ich hatte damals noch Verwandschaft in Decin (Tetschen) und war dort öfters zu Besuch. da diese Dame schon sehr alt und dazu noch fast blind war, habe ich ihr nachdem ich dann auch DM in den Taschen hatte, so einiges nützliches besorgt. Eine sprechende Uhr oder auch eine Tasse, welche summte wenn man sie fast bis zum Rand gefüllt hatte, dafür brachte sie mir die tschechische Sprache perfekter bei, also auch das Anwalttschechisch.
Na egal, ich wollte noch anfügen, wenn ich ihr aus Deutschland Geld auf das Devisenkonto, also DM überwies, dauerte es oft Wochen bis es auf dem Konto gutgeschrieben wurde. Und gleich kamen die Gebühren, welche man sich sofort einzog. So waren das immer 10 % von der Überweisungssumme! Ich überwies zum Beispiel 100 DM und 90 DM wurden dem Konto nach Wochen gutgeschrieben. So war das, also fuhr ich oft hin wenn ich konnte und erlebte dafür die Böhmische Küche mit allem was dazu gehört.

Die Tuzex-Läden waren meist gut bestückt und ich habe dann dort als Ost-Wessie oft Kaffee, Parfüm, Bohemia Sklo (Böhmisches Glas) und viele, viele Spielzeugautos für meinen Sohn eingekauft. Spielzeug war dort wirklich nicht teuer.
Überhaupt, kurz nach der Währungsunion bekam man für 100 DM noch offiziell 1744 Kronen. Zum Vergleich ein Rohlik (Hörnchen) kostete damals 50 Heller und die Kugel Eis 1 Krone.

Ich habe noch die erste Umtauschquittung gefunden, die ich noch auf dem Hauptbahnhof Decin (Decin Hlavni Nadrazi), damals gab es dort noch eine Wechselstube der Komerzbank, bekommen hatte. Zum ersten Male tauschte ich DM in Kronen am 3.7.1990, also kurz nach der Währungsunion.

Gruß Reiner


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#280

RE: Intershop

in Leben in der DDR 15.11.2013 01:37
von der glatte | 1.356 Beiträge

So, ich hole das Thema einmal wieder hoch, denn ich habe noch etwas gefunden.
Auch die INTERFLUG betrieb im Flughafen Berlin-Schönefeld einen Intershop im Transitbereich. Auf einigen Flügen konnte man außerdem Waren aus dem Intershop an Bord kaufen. Das Bord-Journal der INTERFLUG informierte regelmäßig in den Ausgaben über das Intershopangebot. Oftmals auch mit Preisen.



Gruß Reiner

Quellen: Bordjournale der INTERFLUG von 1988 und 1989


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