#41

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:29
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Wenn sich ein DDR-Bürger nicht dafür interessiert hat , erfuhr er erst aus den Nachrichten , das die Todesstrafe in der DDR auch vollstreckt wurde. Menschen haben eben unterschiedliche Interessen und unterschiedlichen Wissensbedarf. Wen es interessiert hat, hatte auch die Informationsmöglichkeit in der DDR zum Thema Todesstrafe.


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#42

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:38
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #41
Wenn sich ein DDR-Bürger nicht dafür interessiert hat , erfuhr er erst aus den Nachrichten , das die Todesstrafe in der DDR auch vollstreckt wurde. Menschen haben eben unterschiedliche Interessen und unterschiedlichen Wissensbedarf. Wen es interessiert hat, hatte auch die Informationsmöglichkeit in der DDR zum Thema Todesstrafe.


Aha,das wusste Ich noch nicht das das auch in der "Aktuellen Kamera" kam.


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#43

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:39
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Gerichtsberichte lesen und das StGB der DDR gab es im Buchladen ihres Vertrauens.


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#44

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:40
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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In den Zeitungen stand es wohl auch manchmal, ganz klein und ganz unten.


zuletzt bearbeitet 24.10.2013 11:43 | nach oben springen

#45

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:42
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #41
Wenn sich ein DDR-Bürger nicht dafür interessiert hat , erfuhr er erst aus den Nachrichten , das die Todesstrafe in der DDR auch vollstreckt wurde. Menschen haben eben unterschiedliche Interessen und unterschiedlichen Wissensbedarf. Wen es interessiert hat, hatte auch die Informationsmöglichkeit in der DDR zum Thema Todesstrafe.


Ich bezweifle, dass es mangelndes Interesse war. Es war wie einiges andere ein Tabu - Thema, an das sich die wenigsten heran getraut haben. Von öffentlicher Diskussion ganz zu schweigen.

LG von der grenzgaengerin


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#46

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:51
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #38
[quote=schnatterinchen|p298373]
"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)


Absender: Alfred:
Du solltest schon die komplette Aussage von Herrn Mielke bringen.
Mielke selbst sah sich als Humanisten:

„..... Aber weil ich Humanist bin, deshalb habe ich solche Auffassungen. Lieber Millionen Menschen vorm Tode retten als wie einen Banditen leben lassen, der also uns dann also die Toten bringt"



Sag ich doch. Ein lupenreiner Humanist unser Genosse Mielke. Genau wie euer großer Vorkämpfer Feliks Edmundowitsch Dserschinski und all die anderen blutrünstigen Gestalten.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#47

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 11:56
von Hans | 2.166 Beiträge

Ach, Schnaddelchen-
Tiefschlagtag heute ? Bleib doch einfach mal bei Deiner Meinung, verkünde diese,und lass uns einfach drüber diskutieren , ohne 3 Meter Zitat von anderen und mittelschweren Andeutungen.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#48

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 12:22
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Die Vollstreckung
Das Todesurteil wurde am 13. September
1955 in der Untersuchungshaftanstalt I in
Dresden vollstreckt. Dort war eine Guil-
lotine errichtet worden. Der 29-Jährige
musste nachts um 2.00 Uhr sterben. Ein
Gnadengesuch seiner Eltern, die von dem
Todesurteil aus der Zeitung erfahren hat-
ten, wurde von DDR-Präsident Wilhelm
Pieck abgelehnt.
http://www.kas.de/wf/doc/kas_6766-544-1-30.pdf Auf Seite 4 nachzulesen
Wenn die Eltern es aus der Zeitung erfahren haben und es noch ein Schauprozess gewesen sein soll,muss es wohl irgendwie bekannt gewesen sein. Von einem Schauprozess ohne Öffentlichkeit, habe ich noch nichts gehört.


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#49

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 13:05
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #36
Ich bin mit Sicherheit kein Verfechter der Todesstrafe aber wie sieht es denn hier mit der Gerichtsbarkeit aus? Es ist ja hier nicht so wie in Amerika wo "lebenslänglich" auch lebenslänglich heißt. Hier kann doch ein "Kindermörder" bei guter Führung schon nach 10 bis 15 Jahre wieder rauskommen. Ist das dann eine angemessene Strafe gewesen?Würdest Du auch so denken wenn Dein Kind sein Opfer gewesen wäre.

So er denn überhaupt zu so einer langen Freiheitsstrafe verurteilt wird, wenn ihm z.B. "Haftempfindlichkeit" bescheinigt wird.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 13:27
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #46
Zitat von Alfred im Beitrag #38
[quote=schnatterinchen|p298373]
"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)


Absender: Alfred:
Du solltest schon die komplette Aussage von Herrn Mielke bringen.
Mielke selbst sah sich als Humanisten:

„..... Aber weil ich Humanist bin, deshalb habe ich solche Auffassungen. Lieber Millionen Menschen vorm Tode retten als wie einen Banditen leben lassen, der also uns dann also die Toten bringt"



Sag ich doch. Ein lupenreiner Humanist unser Genosse Mielke. Genau wie euer großer Vorkämpfer Feliks Edmundowitsch Dserschinski und all die anderen blutrünstigen Gestalten.



Na was praktizieren denn z.B. die USA heute mit den verschiedensten Einsätzen ? Z.B. mit ihren Drohnen ?


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#51

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 13:31
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #50
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #46
Zitat von Alfred im Beitrag #38
[quote=schnatterinchen|p298373]
"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)


Absender: Alfred:
Du solltest schon die komplette Aussage von Herrn Mielke bringen.
Mielke selbst sah sich als Humanisten:

„..... Aber weil ich Humanist bin, deshalb habe ich solche Auffassungen. Lieber Millionen Menschen vorm Tode retten als wie einen Banditen leben lassen, der also uns dann also die Toten bringt"



Sag ich doch. Ein lupenreiner Humanist unser Genosse Mielke. Genau wie euer großer Vorkämpfer Feliks Edmundowitsch Dserschinski und all die anderen blutrünstigen Gestalten.



Na was praktizieren denn z.B. die USA heute mit den verschiedensten Einsätzen ? Z.B. mit ihren Drohnen ?

und was hat das mit dem Thread zu tun ???


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#52

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 13:32
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #47
Ach, Schnaddelchen-
Tiefschlagtag heute ? Bleib doch einfach mal bei Deiner Meinung, verkünde diese,und lass uns einfach drüber diskutieren , ohne 3 Meter Zitat von anderen und mittelschweren Andeutungen.
73 Hans



die Wahrheit kann so weh tun !!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#53

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 13:33
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Alfred,

Du willst doch nicht etwa Birnen mit Äpfeln vergleichen!? Das eine geschah zum Machterhalt einer Diktatur und das andere zum Erhalt der Demokratie!

Drum verstehe ich Angie's momentane Aufregung nicht, es passiert doch alles nur zu ihrem Schutz!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#54

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 13:36
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Weder die Todesurteile und Hinrichtungen in der DDR noch die Drohnen lösen bei mir ein Grinsen aus.

LG von der grenzgaengerin


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#55

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 13:37
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #51
Zitat von Alfred im Beitrag #50
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #46
Zitat von Alfred im Beitrag #38
[quote=schnatterinchen|p298373]
"Wir sind nicht davor gefeit, dass wir einmal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüßte, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzer Prozeß. Weil ich ein Humanist bin. Deshalb habe ich solche Auffassung. […] Das ganze Geschwafel von wegen nicht Hinrichtung und nicht Todesurteil - alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." -

(auf der erweiterten Kollegiumssitzung am 19. Februar 1982 laut Abschrift der Tonbandaufzeichnung)


Absender: Alfred:
Du solltest schon die komplette Aussage von Herrn Mielke bringen.
Mielke selbst sah sich als Humanisten:

„..... Aber weil ich Humanist bin, deshalb habe ich solche Auffassungen. Lieber Millionen Menschen vorm Tode retten als wie einen Banditen leben lassen, der also uns dann also die Toten bringt"



Sag ich doch. Ein lupenreiner Humanist unser Genosse Mielke. Genau wie euer großer Vorkämpfer Feliks Edmundowitsch Dserschinski und all die anderen blutrünstigen Gestalten.



Na was praktizieren denn z.B. die USA heute mit den verschiedensten Einsätzen ? Z.B. mit ihren Drohnen ?

und was hat das mit dem Thread zu tun ???



Na überleg mal ....


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#56

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 15:23
von turtle | 6.961 Beiträge

Gesetze sind immer eine innerstaatliche Angelegenheit, und so ist das auch mit den Todesurteilen. Pro und Kontra dafür gab es schon immer. Ich selber tu mich da schwer wenn es im Besonderen um perverse Kindesmörder geht. Deshalb regt mich das Urteil und Vollstreckung im Fall Erwin Hagedorn nicht besonders auf. Selbst dann nicht wenn der Täter teilweise noch nicht volljährig war Als Jürgen Bartsch unter Narkose dahinschied, regte sich in mir nicht ein Funken des Bedauerns. . Kann so ein krankes Hirn jemals wieder normal ticken? Da bin ich doch lieber im Zweifel für die Opfer und nicht für den Angeklagten. Je mehr eine Diktatur das Sagen hat, um so mehr wird es auch Rechtsbeugung geben, Unrecht wird zur Normalität .Das betrifft leider auch Todesurteile, welche auch mit dazu dienen Politische Gegner zu liquidieren. Bestes Beispiel die Schauprozesse unter Stalin oder unter der Militärjunta in Argentinien und Chile.Den eigenen Machtanspruch zu festigen. hat Priorität. Aber was wollen wir als eine politische Tat akzeptieren? Sagt ein Terrorrist nicht auch er mordet aus politischen Gründen? Wie wir es sehen wollen kommt immer mit auf unsere persönliche Sichtweite an. Pro und Kontra Todessstrafe ? Von mir ein jein. Es ist bei der ganzen Angelegenheit Verlogenheit mit im Spiel. Hinrichtungen in arabischen Ländern oder China halbherzig anzuprangern nur um im eigenem Land eine bessere Lobby zu haben. Im Hinterzimmer aber dicke Geschäfte abzuschließen, wo Moral immer ein Fremdwort bleiben wird. Zur DDR zurückzukommen. Politisch motivierte Todesurteile aus Willkür, dazu noch diverse Schauprozesse wie in den 50ern waren oft Unrecht .Die Rehabilitation der Opfer ist dann die einzig richtige Entscheidung. Aber was ist mit den Richtern? Gehandelt haben sie nach geltendem Recht ihrer Zeit. Aber Unrecht hätten sie erkennen müssen. Sie sollten Recht sprechen. Diese Richter dürften nach meiner Meinung bei erwiesener Schuld kein Richteramt mehr ausüben. Dann hätten sich doch ganz andere Verbrecher auf gültige Gesetze ihrer Zeit berufen können. Auch Rassengesetze wurden einmal beschlossen.


Eisenacher, Anja-Andrea, Hans, Lutze, Jobnomade und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.10.2013 15:32 | nach oben springen

#57

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 16:38
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

ich bin strikter Todesstrafengegner, denn die Todesstrafe ist irreversibel und überall, wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht, auch Richter sind gegen Fehler nicht gefeit.
Zum anderen steht es meiner Meinung keinem Menschen zu, Herr über Leben oder Tod eines anderen Menschen zu sein.

Andererseits bin ich auch nicht traurig über den Tod eines Hagedorn oder eines Bartsch.

Wie @turtle schrieb, sind Gesetze eine innerstaatliche Angelegenheit.
Die Beurteilung von Recht oder Unrecht ist wie alle Wertvorstellungen auch dem kulturellen und religiösen Kontext, dem Zeitgeist und Moden unterworfen.
In der BRD ist deutlich zu erkennen, daß die Rechtspflege Moden unterworfen ist. So galt von den ca. 70er Jahren bis in die 90er eine "weiche Welle" mit milden Urteilen in Strafverfahren, beeinflußt vom Zeitgeist der 68er-Bewegung. Beginnend in den 90ern begann sich eine Gegenbewegung durchzusetzen und eine "neue Härte", vor allem im Bereich der Kleinkriminalität, hält Einzug.

Somit bin ich vorsichtig mit der Forderung, ein zu seiner Zeit im Rahmen gültigen Rechts Handelnder hätte Unrecht seines Tuns (aus heutiger Sicht) erkennen müssen. Dies soll allerdings Terrorurteile der NS-Zeit und der Stalin-Ära nicht entschuldigen.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


zuletzt bearbeitet 24.10.2013 16:39 | nach oben springen

#58

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 17:05
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #57
Hallo,

ich bin strikter Todesstrafengegner, denn die Todesstrafe ist irreversibel und überall, wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht, auch Richter sind gegen Fehler nicht gefeit.
Zum anderen steht es meiner Meinung keinem Menschen zu, Herr über Leben oder Tod eines anderen Menschen zu sein.

Andererseits bin ich auch nicht traurig über den Tod eines Hagedorn oder eines Bartsch.

Wie @turtle schrieb, sind Gesetze eine innerstaatliche Angelegenheit.
Die Beurteilung von Recht oder Unrecht ist wie alle Wertvorstellungen auch dem kulturellen und religiösen Kontext, dem Zeitgeist und Moden unterworfen.
In der BRD ist deutlich zu erkennen, daß die Rechtspflege Moden unterworfen ist. So galt von den ca. 70er Jahren bis in die 90er eine "weiche Welle" mit milden Urteilen in Strafverfahren, beeinflußt vom Zeitgeist der 68er-Bewegung. Beginnend in den 90ern begann sich eine Gegenbewegung durchzusetzen und eine "neue Härte", vor allem im Bereich der Kleinkriminalität, hält Einzug.

Somit bin ich vorsichtig mit der Forderung, ein zu seiner Zeit im Rahmen gültigen Rechts Handelnder hätte Unrecht seines Tuns (aus heutiger Sicht) erkennen müssen. Dies soll allerdings Terrorurteile der NS-Zeit und der Stalin-Ära nicht entschuldigen.

Grüße aus Hessen


@Damals87
in bestimmten Bereichen finde "neu Härte " ganz gut.Wenn ich mir anschaue, wie jugendliche Serientäter mit Samthandschuhen angefasst werden, gleichzeitig aber mitunter als Krönung ihrer Laufbahn Verbrechen begehen, die man nur noch unter Schwerkriminalität, einorden kann, so kann es gar nicht hart genug sein aber von Anfang an bitteschön. Über Sozialstunden lachen die sich doch kaputt.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#59

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 17:37
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ich bin ein Gegner der Todesstrafe. Strafmaß sollte im Verhältnis zur Schwere der Straftat stehen.
Zu Leipzig und Werner Teske hatten wir schon im Stiller-Thread diskutiert. Teske hatte deshalb die ganze Härte getroffen - und das ist meine persönliche Meinung, weil er unmittelbar nach der Flucht von Stiller enttarnt wurde.
Mit der Unterschriftsleistung unter der Verpflichtungserklärung, wußte jeder Mitarbeiter des MfS was ihn erwartete, wenn er Geheimnisverrat beging - auch Hauptmann Werner Teske.
Wenn ich das Hinrichtungsprotokoll von Teske heute lese, bekomme ich noch immer einen schalen Geschmack im Mund - Lebenslange Haft wäre wohl auch eine Alternative gewesen.

Vierkrug


Gert, furry, passport, Uleu und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Hinrichtungsstätte Leipzig

in DDR Staat und Regime 24.10.2013 17:49
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #59
Ich bin ein Gegner der Todesstrafe. Strafmaß sollte im Verhältnis zur Schwere der Straftat stehen.
Zu Leipzig und Werner Teske hatten wir schon im Stiller-Thread diskutiert. Teske hatte deshalb die ganze Härte getroffen - und das ist meine persönliche Meinung, weil er unmittelbar nach der Flucht von Stiller enttarnt wurde.
Mit der Unterschriftsleistung unter der Verpflichtungserklärung, wußte jeder Mitarbeiter des MfS was ihn erwartete, wenn er Geheimnisverrat beging - auch Hauptmann Werner Teske.
Wenn ich das Hinrichtungsprotokoll von Teske heute lese, bekomme ich noch immer einen schalen Geschmack im Mund - Lebenslange Haft wäre wohl auch eine Alternative gewesen.

Vierkrug

@Vierkrug
..das sehe ich auch so. Ich vermute aber, dass da die Befriedigung von Rachsucht den Griffel bei der Formulierung des Urteils geführt hat.
Übrigens , schön dich wieder zu lesen


.
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