#1

Verbesserungsvorschläge an der DDR-Grenze

in Mythos DDR und Grenze 13.10.2013 13:44
von Lutze | 8.029 Beiträge

gab es Verbesserungsvorschläge von einfachen Grenzsoldaten?,
zum Beispiel nach einer geglückten Republikflucht?,
wurden dort die Grenzanlagen verstärkt gesichert?,
wurden Verbesserungsvorschläge honoriert?,
und wie schnell wurden Verbesserungsvorschläge umgesetzt?
gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#2

RE: Verbesserungsvorschläge an der DDR-Grenze

in Mythos DDR und Grenze 13.10.2013 14:32
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo Lutze,

es gab generell die "Messe der Meister von Morgen" und die "Neuererbewegung" als Jugendinitiativen der FDJ. Diese galten auch für die Grenztruppen und im Rahmen des "sozialistischen Wettbewerbs" waren auch die Jugendinitiativen nachweislich zu führen. Das bedeutete, dass Neuerervorschläge von FDJ-Mitgliedern, in erster Linie also Grundwehrdienst und UAZ, eingebracht werden sollten. Es gab da einige Tüftler und Bastler. Ein Verwandter von mir hatte als Soldat bei den Grenztruppen in seiner Zeit in der Grenzkompanie (1977) einen Detektor für die Rufspannung des Grenzmeldenetzes (GMN) entwickelt. Das heißt, wenn auf der Führungsstelle die Ruftaste des GMN gedrückt wurde, meldete das Gerät den Ruf an die Posten, die sich in der Nähe des Kolonnenweges befanden, ohne dass diese am GMN direkt mit dem Hörer angestöpselt waren. Der Detektor nahm die Induktionsspannung des GMN-Kabels auf. Das Gerät brachte er aber nicht mehr zur Serienreife, der Vorschlag versandete mit seinem Heimgang.

Im Normalfall wurden als Neuervorschläge dann irgendwelche Sachen im Grenzdient genommen: Wo kann ein gedeckter Beobachtungsposten eingerichtet und ähnliches mehr. Es waren alltägliche Sachen, die im Dienst auffielen und leicht umzusetzen waren. Große technologische Durchbrüche gab es da keine mir bekannten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Lutze und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#3

RE: Verbesserungsvorschläge an der DDR-Grenze

in Mythos DDR und Grenze 01.08.2014 02:12
von Kabelinstandsetzer | 5 Beiträge

Zumindest nach innen wäre keine einzige Wunde nötig gewesen: Es gab, gibt technisch grundlegend andere, viel bessere Alternativen. ZB. das Konzept der "Nichttödlichen Waffen" (engl. Nonlethal Weapons) als Kategorie. Das folgende Dokument beschreibt unter anderem dazu Beispiele und Zusammenhänge. Es fußt auf Anekdoten eines Erdkabelreparateurs 1981-84, als Dialog mit Onlineartikeln und in weiteren Geschichtshorizont gesetzt. Das Schreiben brachte mir doch noch Einsichten. Zunächst erschienen manche Zitate einfach nur unkorrekt, aber dann .. Versuch ausgewogener Beleuchtung, mit Kontrast- Umblenden ins Heute und Morgen und Ansätzen, wie es vielleicht gesündere Geschichte gegeben haben könnte. Das Doku darf frei referenziert werden, aber nicht missbraucht.

Es streift viele weitere Themen in Kategorie und Forum, zB.:

DDR Mythos? "Man durfte sich seinen Beruf nicht aussuchen"
Die innerdeutsche Grenze gab es schon seit 1945
Ohne Stasi und Mauer wäre die DDR doch in Ordnung gewesen?
Urlaub! Wie war's in der DDR und BRD früher?
Was für ein Wahnsinn!
Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft......
Grenzsicherung zum Schutz der Bevölkerung der DDR!
Mythos: "Die DDR war der bessere deutsche Staat"

Bis später.

---

Hier zusätzlich als Onlineressource außerhalb des Forums:

NurErwachsene.pdf bzw. tiny.cc/nurerwachsene

Webtechnisches:
Das Google Drive Dokument erfordert relativ neue Browserversionen und öffnet normalerweise in 2 Schritten.
Wenn es das wegen temporären server- oder clientseitigen Gründen einmal nicht tut, probiere man Folgendes:

1. Wählen und Aufrufen (1 Doppelklick oder 2 einfache). Zumindest wenn zufällig eingeloggt oder Drive App installiert, sollte jetzt bereits das Doku öffnen.
2. Für jeden gibt es unabhängig davon eine Download-Menüoption: Pointer an den oberen Rand vom Inhaltsfeld fahren. Es blendet automatisch eine Ribbon-Leiste von Drive auf. Dort rechts neben "Öffnen mit" ein Bedienelement "Weitere Aktionen" oder "Herunterladen", je nach Zustand von Softwareanbieter, oder Browser wie Zoom- oder Fenstergrößenänderung etc.

Empfohlen wird, das Browserfenster zu maximieren um alles auf der Ribbon-Leiste zu sehen.
Wenn der Browser Pdf-Downloads nicht automatisch zum Lesen öffnet, bitte den Downloadordner prüfen, zB. mit Ctrl-j.

Getestet mit (Desktop): Chrome, Firefox 25 und 30, Ie 11 InPrivate, Opera 23, Javascript und normale Cookies, ohne zusätzliche Berechtigungen. Besonderheit Google Drive und Internet Explorer: unterstützt meist nur letzte 2 Versionen, zB. Ie 11 und Ie 10. Ebenso wird der ältere Opera Presto nicht unterstützt.


Dateianlage:
zuletzt bearbeitet 01.08.2014 02:34 | nach oben springen

#4

RE: Verbesserungsvorschläge an der DDR-Grenze

in Mythos DDR und Grenze 01.08.2014 14:44
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Kabelinstandsetzer im Beitrag #3
Zumindest nach innen wäre keine einzige Wunde nötig gewesen: Es gab, gibt technisch grundlegend andere, viel bessere Alternativen. ZB. das Konzept der "Nichttödlichen Waffen" (engl. Nonlethal Weapons) als Kategorie.
...

Als Ergänzung ... Sicherung der Staatsgrenze unter Anwendung veterinärmedizinischer Methoden


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#5

RE: Verbesserungsvorschläge an der DDR-Grenze

in Mythos DDR und Grenze 01.08.2014 15:01
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #4
Zitat von Kabelinstandsetzer im Beitrag #3
Zumindest nach innen wäre keine einzige Wunde nötig gewesen: Es gab, gibt technisch grundlegend andere, viel bessere Alternativen. ZB. das Konzept der "Nichttödlichen Waffen" (engl. Nonlethal Weapons) als Kategorie.
...

Als Ergänzung ... Sicherung der Staatsgrenze unter Anwendung veterinärmedizinischer Methoden


Ich denke, diese Alternativen waren damals technisch ungenügend. Heute würde man ferngesteuerte Drohnen einsetzen.
Das folgende Video bitte nicht so ernst nehmen, aber es ist irgendwie "cool"...

Theo


nach oben springen

#6

RE: Verbesserungsvorschläge an der DDR-Grenze

in Mythos DDR und Grenze 07.08.2014 23:19
von Kabelinstandsetzer | 5 Beiträge

Als Reaktion auf Gt-Artikel der normalerweise etwa querschnittsrepräsentativen Wikipedia schrieb ich "Nur Erwachsene". Irgendwann danach las ich dieses Forum. Genialität bewies der Erfinderbaron von Ardenne, indem er bereits damals Ideenrichtungen entwickelte, welche zu denken mir erst vorletztes Jahr gelang. Der Lebensschutzeinfall von Professor Sauerstoff hätte jedoch vielleicht mehr Erfolg gehabt wenn viel früher und an Sed- Zentralkommitee adressiert, und wenn das nicht wirkt als Mehrschritt- Grundlage von Bürgerinitiative oder Volksbegehr. Dann auch mit der 'besseren' sprich eigentlichen Begründung, dass man sich mit Waffengewalt nur ans eigene Bein der Moralethik .. also einige Grundgedanken der Jahrhundertveranstaltung macht. Und man beim Umsetzen natürlich nicht nur auf 1 einzige Technik setzt. Denn es ging wohl mehr um Prinzip- Anregung. Änderung ist am schwersten in den Köpfen, und seien es nur wenige zu fehlerkorrigierende Neurobits.

Vergleiche "Krebsforschung: Scheitern eines innovativen Ansatzes" unter aerzteblatt.de. Fast überall auf unsrer Welt türmt man vor Forschern unnötige Barrieren auf. Craig Venter ging es ähnlich; sein Privatinstitut synthetisierte 2010 jedoch das erste künstlich- digital Dna-programmierte, aus Basischemie gebraute Mikrobenleben. Beide würde ich dem Unoosa- Empfangskomitee für außerirdische Präsenzen vielen Künstlern zur Seite stellen; es sind Goethesche bzw. eigentliche Menschen. Natur erkunden, Erkenntnis nutzen, nicht das Gegenander, andere Wesen. Obwohl der eine vom havarierten Erdgeist in den Waffenbau-Sog gezogen wurde.

Von Ardenne hätte der Ddr- Wirtschaftstheorie sogar fast auf die Beine geholfen mit dem 68er Papier über eine dezentrale sozialistische Marktwirtschaft. (Es wäre dann ein viel spannenderes Spiel geworden: sozialistische gegen soziale Marktwirtschaft! Allerdings gabs bereits 1920-27 Nöp in Udssr.) Leider lief Ende der 60er das Nöspl- Modell grade aus, wechselnde Politregenten brachten grundlegend anderen Kurs. (Ein weiteres Ding das bis heute vielen unbewusst scheint: Ein paar neue Oberhäupter ziehen ins Amt, lassen eine Millionenherde mal eben nach ihren Privatgedanken umschwenken. Es ist Zeit für Neues, ohne Pyramiden.)

Trotzdem braucht ein Prototyp industrielle Lobby (oder Bilanzierungsplan) zum Produzieren, und der internationale Produktmarkt bot bereits vor dem 1. Weltkrieg nutzbare, einfache, effektive, erprobte, nebenwirkungsarme Nichttödliche Waffen (Nonlethal Weapons), mit oder ohne Devisenhandel. Quadkopter damals noch nicht, obwohl ein Vorteil von Uncrewed Systems das flexible Bestücken ist. Technisch gesehen reichen einfachere Alternativen ohne viel Chipping, zB. Disabler, Betäuber, Repeller wie Wurfnetz, Klebschaum, Mikrowelle, verschreckende Akustik oder Chemie, Gummi-, Spannungs- oder Eisfluidschocker, wetter- und individuumsunabhängige Wirkungskombinationen und etwas nüchterne bis clevere Psychologie - angefangen mit zB. so eine Demarkationslinie nicht an sich überhaupt attraktiv werden lassen. Ein 100 Euro Drahtesel muss man nicht mit 5 kg Kryptonite abschließen. Beispiel für sanfte Osmosetechniken ist eine Anstellschlange ins Nachbarland, wenn es dort was Günstiges oder Tolles zu ergattern gibt und eine Mehrheit übriger materieller, kultureller, bestenfalls auch ideeller Lebensparameter den Reisenden rückkehren lässt.

Doch es geht mehr, um mehr: Können Menschen sich irgendwann von Wahnzuständen wie Ballerwaffen benutzen müssen befreien? Es sage ihnen doch mal jemand, kein Mammut mehr, alle alle. Wenn man zB. heutige Bollwerke in aller Welt betrachtet - an den meisten denkt man vermutlich noch ähnlich frappierend anachronistisch, also physische Zerstörung zur Abschreckung. Materiell billig weil mit omnipräsent- massenproduziertem, nur etwas modifiziertem tödlichem Kriegsgerät ausgerüstet. Wo es doch viel lebensschonender ginge, obwohl anfangs vielleicht etwas teuerer. Der Riesenbedarf des Serienauftrags für heutige Nnn Tausend Grenzmeilen lässt den Entwicklungsaufwand zum situativ spezifischen Anpassen dann mehr als preiswert werden. Wir dürfen uns wie alle irdischen Lebensformen als ziemlich einmalig und teuer ansehen. Wir sollten irgendwann beginnen es auch dort zu respektieren.

150 Länder sind ohne Gewehr unterm Kopfkissen glücklich. Sogar Gefahren aus dem All kann man ohne Militärwaffen bremsen, neutralisieren oder obsoletieren, zB. durch flexibel-robustes, integratives Gestalten. Beispiele für Techniken zum Schutz vor Katastrophen: Detektoren und Schilder gegen zerstörerische Bahnen kosmischer Objekte, Varianten des Geo- und Nanoengineering, siliziumbasiertes Leben als Alternativsubstrat.

Leid, Mangel, Unfairness, Gewalt, Kriegsgemetzel in hoher Zahl macht aus Wahnsinn nicht gesunde Normalität. Es beschreibt nur das Ausmaß. Gelingt dem Menschen eines Tags seine und andere Arten nicht unter Wasser zu drücken oder zu zerstören, was keine andere Spezies auf diesem Planeten so tut? Niemand und nichts zwingt ihn dazu, und sein Talent bietet Tausend Möglichkeiten des miteinander Redens, Werdens, und das Dasein für alle einfach schön zu machen. Funktionierende Zivilisation schätzt Leben, schafft individuelle Freiheit und Verantwortung. Jeder verantwortet zB. unschädliche Freiheit, also zB. keinem Lebewesen schadende. Das wäre ein Ur-Ideal hinterm Verbessern von Grenzen und Mauern, bis zum Aufheben.


zuletzt bearbeitet 07.08.2014 23:32 | nach oben springen

#7

RE: Verbesserungsvorschläge an der DDR-Grenze

in Mythos DDR und Grenze 07.08.2014 23:41
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
gab es Verbesserungsvorschläge von einfachen Grenzsoldaten?,
zum Beispiel nach einer geglückten Republikflucht?,
wurden dort die Grenzanlagen verstärkt gesichert?,
wurden Verbesserungsvorschläge honoriert?,
und wie schnell wurden Verbesserungsvorschläge umgesetzt?
gruß Lutze


Ich war einmal 1984 im Frühsommer an solchen Exponaten beteiligt. Allerdings ging es da um handliche Schulterstützen bzw. Fensterstützen für den Einsatz von langbrennweitigen Objektiven bei der Grenzaufklärung mit Fototechnik. Vorteil war der mögliche Verzicht auf sperrige Fotostative auch mit dem 1000-er Spiegelobjektiv. Eine Schulterstütze hatte ich vorgeschlagen, eine mehrarmige Fensterstütze für den Einsatz vom BT habe ich als Vorschlag des GAK L... mitgenommen. Beides habe ich im Stahlwerk Ilsenburg aus Stahl- und Messingteilen vorgefertigt und zusammengebaut. Größtes Problem dabei war, an Schneideisen für Whitworthgewinde zu kommen. Die Aktion bot sich gewissermaßen an, wurde ich doch wegen eines kurz zuvor erfolgten Grenzdurchbruches nicht vorne eingesetzt. Zwei Wochen waren es wohl, die ich jeden Morgen mit dem Moped runter nach Ilsenburg fuhr anstelle Dienst zu schieben. Die Teile wurden in der Kompanie bis zum Schluß eingesetzt aber darüber hinaus ging es wohl nicht. Prämien gab es keine, zumindest nicht für mich. Wobei das relativ war. Zwar hatte sich meine eigentlich anstehende Beförderung erledigt aber mehr kam nicht nach und nach der Bastelaktion in der Ilsenburger Werkstatt habe ich wieder ganz normal Dienst, auch vorne geschoben. Das war mir einiges wert.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.08.2014 23:51 | nach oben springen



Besucher
1 Mitglied und 24 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 468 Gäste und 28 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14358 Themen und 557105 Beiträge.

Heute waren 28 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen