#1

Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 11:25
von elster427 | 789 Beiträge

Ich mache dieses Thema mal auf, da selbst ich als Passkontrolleur nicht alle Handlungsabläufe an der Güst kannte. Ich möchte mal wissen, was so hinter den Kulissen einer VK in der Kontrollgarage stattfand und wie betroffene Reisende diese empfanden.
Mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#2

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 13:17
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Im Transit lief es eigentlich immer locker. Da wurde bei mir nie groß untersucht.

Bin aber auch viel mit PKW zu Tages- und Mehrtagesbesuchen ein- und ausgereist. Manchmal haben sie einem das Auto "zerlegt". Rücksitze raus, Fußmatten rausnehmen, Warndreieck aufmachen, Verbandskasten öffnen, das ganze Programm, einmal sogar fabrikmäßig festgeklebte Papp-Blenden an den Türinnenseiten abgerissen (Golf II), Luftfilter aufmachen, im Tank gestochert, Unterseite mit Spiegel durchsucht, alle Klappen und Deckel aufgemacht, Gepäck vorsortieren, aber das ging immer alles unter dem normalen Dach. In die Garage musste ich nie. Denke mal, das war dann schon für Leute, bei denen die Röntgenanlage jemandem im Kofferraum angezeigt hat oder die wirklich festgenommen werden sollten. Es wäre mir sehr unheimlich gewesen, da mitzumüssen.

Musste einmal in Friedrichstr. backstage mitgehen zum Durchsuchen. Das lief aber korrekt ab und war auch nicht verschärft. War ne Eineise beim Tagesbesuch, kein Transit.

Hatte nie irgendwas mit, bzw. habe mich nie mit irgendwas erwischen lassen.


zuletzt bearbeitet 12.10.2013 13:22 | nach oben springen

#3

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 14:22
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #2
Manchmal haben sie einem das Auto "zerlegt". Rücksitze raus, Fußmatten rausnehmen, Warndreieck aufmachen, Verbandskasten öffnen, das ganze Programm, einmal sogar fabrikmäßig festgeklebte Papp-Blenden an den Türinnenseiten abgerissen (Golf II)

ich frage bewusst nochmal nach: ohne das bereits etwas konkretes vorlag wurden diese durch den zoll abgerissen ? es gab beim zoll die anweisung, dass der kontrollierte die entfernung selbst vornehmen musste, ausser: er war dazu nicht willens bzw. es lag schon eine straftat vor.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#4

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 14:32
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #3
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #2
Manchmal haben sie einem das Auto "zerlegt". Rücksitze raus, Fußmatten rausnehmen, Warndreieck aufmachen, Verbandskasten öffnen, das ganze Programm, einmal sogar fabrikmäßig festgeklebte Papp-Blenden an den Türinnenseiten abgerissen (Golf II)

ich frage bewusst nochmal nach: ohne das bereits etwas konkretes vorlag wurden diese durch den zoll abgerissen ? es gab beim zoll die anweisung, dass der kontrollierte die entfernung selbst vornehmen musste, ausser: er war dazu nicht willens bzw. es lag schon eine straftat vor.

bau mal eine Türverkleidung ab,
ohne Fachwissen geht es oft nicht,
ob Staftat hin oder her
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#5

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 14:58
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Zitat
ich frage bewusst nochmal nach: ohne das bereits etwas konkretes vorlag wurden diese durch den zoll abgerissen ? es gab beim zoll die anweisung, dass der kontrollierte die entfernung selbst vornehmen musste, ausser: er war dazu nicht willens bzw. es lag schon eine straftat vor.



Da lag überhaupt nichts vor und auch niemals vorher oder nachher. Das war akute Gemeinheit. Wir machen es mal, weil wir es mit ihnen machen können oder so. Es gab solche Spielchen öfter mal. Deswegen sehen viele Westler diese Grenze und die "Organe" heute noch so kritisch.
Ich musste/sollte das selbst "kaputt machen", beziehungsweise der Genosse hat das dann übernommen. Es war das geliehene Auto von meiner Mutter.


zuletzt bearbeitet 12.10.2013 15:05 | nach oben springen

#6

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 15:14
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #5


Da lag überhaupt nichts vor. Außer akute Gemeinheit.
Ich musste/sollte das "kaputt machen", beziehungsweise der Genosse hat das dann selbst übernommen. Es war das geliehene Auto von meiner Mutter.

Wenn ich mir vielleicht auch Deinen Zorn zuziehen sollte,dass kannst Du so nicht erlebt haben,wenn es nicht gerade 1950 war.Derartige Kontrollen gab es nicht.Natürlich gab es Intensivkontrollen,sprich Türverkleidung abbauen oder ähnliches,aber nicht aus Gründen der"Gemeinheit"eines Zöllners,das ist absoluter Unsinn.Diese "Macht"hatte ein Zöllner gar nicht,nicht mal an einer Güst gab es jemanden der solches entscheiden konnte.Solche Kontrollen mussten an entsprechenden Leitstellen beantragt werden.Denn die DDR musste dann sehr wohl nachweisen,warum sie solche Kontrollen durchführen lies.Sprich, es mussten im Vorfeld,dringende Verdachtsmomente festgestellt worden sein,oder es muss im Rahmen der"normalen"Kontrolle Feststellungen gegeben haben.Und das Abbauen irgendwelcher KFZ-Teile,dazu wurde der Reisende wohl aufgefordert,brachte er aber zu Ausdruck,dass er dazu nicht in der Lage ist, übernahm das nicht der Zöllner mit Hammer und Meißel, sondern es wurde ein Fachmann aus der DDR geholt.Das musste der Reisende allerdings bezahlen.Aber nochmal,einfach mal so wurde solche eine Kontrolle nicht durchgeführt,zumindest nicht zu meiner Zeit,ab 1978.Ein Zöllner fasste nicht mal die persönlichen Dinge in einem Koffer oder in einer Tasche an,dass musste der Reisende tun.
Aber das hat auch nichts mit dem Art.16 des Transitabkommens zu tun,ich werde was an an anderer Stelle dazu schreiben,wird allerdings eine umfängliche Geschichte,weil es war ein ziemlich komplexer Vorgang.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
elster427 und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.10.2013 15:16 | nach oben springen

#7

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 15:37
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Das war in den 80ern in Drewitz. Ich habe es persönlich erlebt als einziger Insasse des Autos.
Türverkleidung abreißen, nicht abbauen.

Dieses scheibchenweise abrückende "das gab es nicht" wirkt schon einigermaßen bizarr. Steht doch einfach dazu.
Ist vielleicht auch eine für Euch wertvolle Erklärung, warum Ihr so wenig geliebt wurdet?


zuletzt bearbeitet 12.10.2013 15:40 | nach oben springen

#8

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 15:41
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Das der Gefilzte auch noch das Filzen bzw. demontieren seines Fahrzeuges bezahlen mußte, war schon ein starkes Stück. So etwas habe ich noch nie an irgendwelchen Grenzen erlebt. Da war das immer gratis.


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#9

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:01
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #8
Das der Gefilzte auch noch das Filzen bzw. demontieren seines Fahrzeuges bezahlen mußte, war schon ein starkes Stück. So etwas habe ich noch nie an irgendwelchen Grenzen erlebt. Da war das immer gratis.



Da würde mir auch ein Verständnis dafür fehlen. Bezahlen dann, wenn es sich erwies, daß tatsächlich was versteckt war, dann ja, aber sonst wär´s eben auf Staatskosten gewesen.



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#10

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:10
von passport | 2.626 Beiträge

Ich stelle hier nochmals den Beitrag des ehem. Users Rabe ein. Problematik allgemeine Zollkontrollen. Diese Kontrollen hatten aber nichts mit den Verdachtskontrollen entsprechend des Art. 16 des Transitabkommens zu tun. Das war eine andere Liga.

Zollkontrollen an der Güst Marienborn/A.



passport


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#11

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:15
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von elster427 im Beitrag #1
Ich mache dieses Thema mal auf, da selbst ich als Passkontrolleur nicht alle Handlungsabläufe an der Güst kannte. Ich möchte mal wissen, was so hinter den Kulissen einer VK in der Kontrollgarage stattfand und wie betroffene Reisende diese empfanden.
Mfg Jan

Ich nehme mal an,Du meinst mich.
Also werde ich Dir mal die ganzen Geheimnisse verraten.
Erstmal grundsätzlich,der Art.16 des Transitabkommens gab der DDR das Recht ,bei entsprechenden Verdachtsmomenten Kontrollen an Fahrzeugen die sich im Transit zwischen der BRD und WB und umgekehrt bewegen, durchzuführen.Das Transitabkommen wurde abgeschlossen,weil der Verkehr zwischen dem Bundesgebiet und WB derartige Ausmaße angenommen hatte,dass eine Kontrolle aller Fahrzeuge einfach nicht mehr möglich war.
Diese Kontrollen mussten allerdings von der DDR bei den regelmäßigen Tagungen einer Transitkommission entsprechend begründet werden.Also "einfach mal so"ging da vom Prinzip auch nicht.Ich schreibe bewußt ,vom Prinzip,weil natürlich auch hier Papier geduldig sein konnte.Es gab natürlich dabei auch immer eine politische Variante.Die DDR wollte natürlich auch beweisen,dass sie berechtigte Gründe für solche Kontrollen hatte und das sie in den Verhandlungen zu dem Transitabkommen nicht ohne Grund auf diese Möglichkeit gedrungen hatte.Sprich,in aller Regel gab es eine Vorgabe wie viele dieser Kontrollen in 24 Stunden durchgeführt werden müssen.Das konnten mal mehr und mal weniger sein,manchmal auch gar keine.Das alles richtete sich nach der politischen Großwetterlage.Wie man eben gerade miteinander konnte.
Gab es also kein passendes Fahrzeug wurde eines"passend"gemacht.War das Wetter schlecht konnte es auch passieren,der OKE hat"kurzen Prozess"gemacht und die Sache über die Bühne gezogen.
Jetzt zu dem Ablauf "hinter den Kulissen".Grundsätzlich musste eine Verdachtskontrolle über das OLZ der jeweiligen Abteilung VI beim OLZ der HA VI beantragt werden.An einer Güst konnte über solch ein Kontrolle nicht entschieden werden.Man muss noch wissen,dass der Ablauf bis ins kleinste festgelegt war,selbst der Wortlaut,was der Person mitzuteilen ist, war festgelegt.Man musste das auswendig lernen und wie ein Gedicht runterbeten.Was dazu führte,dass,wenn man es zum X-Mal "aufsagte"etwas lächerlich wirkteBesonders wenn man jemanden erwischte,der auf Grund entsprechender Kriterien an Fahrzeug und Person,schon mehrmals das Vergnügen hatte von uns "verwöhnt" zu werden.Der hat einen dann angeschaut,als hätte man nicht alle Tassen im Schrank.
Das Fahrzeug wurde also aus dem Reisestrom gelöst und in eine entsprechende Kontrollgarage gefahren.Damit lief das ganze unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab.Die Person oder Personen wurden aus dem Auto gebeten und es wurde Ihnen folgender Satz vorgebetet,er hat sich in meinem Gehirn festgesetzt:"Gegen Sie besteht der hinreichende Verdacht eines Missbrauchs des Transitverkehrs zwischen der BRD und WB,aufgrund dessen Überprüfungen im Sinne des Artikels 16 des Transitabkommens erforderlich sind.Danach wurden die Personen vom Fahrzeug getrennt,in einen separaten Raum geführt und von einem geeigneten Passkontrolleur"betreut"Erschien er geeignet,bekam er auch den Tipp sich mit den Leuten ein bisschen"nett"zu unterhalten,die"Abschöpfung des Reiseverkehrs lief immer und zu jeder Zeit mit.
Und jetzt wird es ganz geheim,Der OKE setzte dann das"spezifische Mittel"ein.Soweit ich das weis,wussten nur die OKE und der stellv.operativ an einer Güst was das konkret war.Es handelte sich um einen kleinen schwarzen Kasten,offensichtlich in irgendeiner Mfs-Schmiede zusammengeschraubt,mit eine Anzeige und einem kleinen Zieger,ähnlich einem Voltmeter.Damit begab sich der OKE allein zu dem Fahrzeug in der Garage und stellte das"spezifische Mittel auf den Kofferraum , schaltete es ein und beobachtete den Zeiger.Ich vermute mal,das Ganze funktionierte nach dem Prinzip eines Erdbebenmessgerät.Jedenfalls war das Ding so empfindlich,dass der Zeiger selbst auf Herzschläge einer Person reagierte und mit den entsprechenden Schlägen"zuckte",Luftanhalten nützte also nichts.Man sieht also schon,bei den Verdachtskontrollen ging es im Wesentlichen um die Verhinderung von Personenschleusungen.Nebenbei,die Empfindlichkeit des Gerätes konnte durchaus zu einem Problem werden,bei starkem LKW-Verkehr war durch die Erschütterungen eine genaue Messung nicht möglich.Der OKE besaß also unter Umständen die"unendliche Macht"den Reiseverkehr kurzfristig zum Erliegen zu bringen.
Nachdem diese Messung abgeschlossen war,wurde über das OLZ der Abt.bei der HA eine Verdachtskontrolle beantragt,also bis jetzt war es noch keine.Es wurde gemeldet,die festgestellten Kriterien und eben"spezifisches Mittel"negativ oder positiv.Im Falle von positiv,wurde in jedem Fall eine Verdachtskontrolle durchgeführt.
Wenn das OLZ der HA der Verdachtskontrolle zustimmte,erst dann begann diese eigentlich.Diese wurde dann durch den Zoll durchgeführt,die VI,sprich der OKE hatte dann offiziell nichts mehr zu sagen und hielt sich offiziell im Hintergrund,war nur anwesend.
Der Reisende wurde also wieder zum Fahrzeug geführt und vom Zöllner aufgefordert den Kofferraum zu öffnen.Der OKE,in dem Fall ich,stellte sich "diskret"hinter den Reisenden und Zöllner und warf einen Blick in den ersten Spalt beim öffnen des Kofferaumes,der Reisende wurde aufgefordert diesen langsam aufzumachen.Stellte er fest,es befindet sich jemand im Kofferraum, wurde dieser vom OKE wieder zugeschlagen und der Reisende an die Wand gestellt.Ab dem Moment hatte die VI wieder das Sagen. Dann die übliche Körperdurchsuchung und die Mitteilung der vorläufigen Festnahme.Es wurde ein Dokumentarist hinzugezogen,es mussten zu der ganzen Aktion eine lückenlose Fotodokumentation erstellt werden,in einer entsprechend zu produzierten Fotomappe.Sprich,der Reisende musste alles noch mal vorspielen,steigt aus dem Auto aus,steht vor dem Auto,öffnet den Kofferraum,eine Person liegt im Kofferraum,muss erstmal liegen bleiben,ein Bein raus,dann das andere,Schleuser und geschleuste Person vor dem Auto.Teilweise kennt man ja solche Fotos heute.Ein riesen Aufwand jedenfalls,von dem zu fertigenden Papier will ich gar nicht reden.
Wurde die Verdachtskontrolle durch die HA abgelehnt,wurde die Person wieder zum Fahrzeug geführt,ihr wurde mitgeteilt"Die gegen Sie vorliegenden Verdachtsmomente wurden ausgeräumt,wir wünschen Ihnen eine angenehme Weiterreise"das war es dann.So,kürzer ging es leider nicht.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
passport, elster427, DoreHolm, GilbertWolzow, Damals87, Wahlhausener und schnappi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.10.2013 17:09 | nach oben springen

#12

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:26
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #7
Das war in den 80ern in Drewitz. Ich habe es persönlich erlebt als einziger Insasse des Autos.
Türverkleidung abreißen, nicht abbauen.

Dieses scheibchenweise abrückende "das gab es nicht" wirkt schon einigermaßen bizarr. Steht doch einfach dazu.
Ist vielleicht auch eine für Euch wertvolle Erklärung, warum Ihr so wenig geliebt wurdet?

Also ich habe schon lange kein Problem mehr damit zu "irgend etwas zu stehen".Ich erläutere Dir lediglich die Sachlage und in dem Geschäft kenne ich mich nun wirklich aus.Das Du nun der Meinung bist,es gab keinen Grund heißt noch nicht,es gab keinen.Und das man willkürlich Schaden an Deinem Fahrzeug verursacht hat,ich kann es nicht ändern,ich zweifle das einfach an,in den 80igern konnte man sich sowas nicht mehr leisten,die Gefahr,dass es mörderischen Ärger und diplomatische Probleme gibt war immens.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#13

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:28
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #9
Zitat von Eisenacher im Beitrag #8
Das der Gefilzte auch noch das Filzen bzw. demontieren seines Fahrzeuges bezahlen mußte, war schon ein starkes Stück. So etwas habe ich noch nie an irgendwelchen Grenzen erlebt. Da war das immer gratis.



Da würde mir auch ein Verständnis dafür fehlen. Bezahlen dann, wenn es sich erwies, daß tatsächlich was versteckt war, dann ja, aber sonst wär´s eben auf Staatskosten gewesen.

Ich kann es nur nochmals betonen,solche Kontrollen,in diesem Ausmaß,fanden nur statt wenn klar war,dass man auch etwas illegales findet,oder schon vorher etwas gefunden hat.Niemals hätten ansonsten die entsprechenden Stellen solch einer Kontrolle zugestimmt.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#14

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:30
von passport | 2.626 Beiträge

Ergänzung :

Wenn die Verdachtskontrolle negativ verlief bekam der Reisende am Ende der Kontrolle noch ein Schriftstück mit. Auf diesen Blatt Papier war dann ein Text vorgedruckt das entsprechend Art.16 des Transitabkommens eine Verdachtskontrolle durchgeführt wurde mit Datum und Uhrzeit.

Rechts an der VKA Mbn./A. ist die Kontrollgarage (gelb) zu sehen.




passport


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#15

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:35
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #14
Ergänzung :

Wenn die Verdachtskontrolle negativ verlief bekam der Reisende am Ende der Kontrolle noch ein Schriftstück mit. Auf diesen Blatt Papier war dann ein Text vorgedruckt das entsprechend Art.16 des Transitabkommens eine Verdachtskontrolle durchgeführt wurde mit Datum und Uhrzeit.

Rechts an der VKA Mbn./A. ist die Kontrollgarage (gelb) zu sehen.




passport

Kenn ich nicht,bei uns auf keinen Fall.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#16

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:42
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #15
Zitat von passport im Beitrag #14
Ergänzung :

Wenn die Verdachtskontrolle negativ verlief bekam der Reisende am Ende der Kontrolle noch ein Schriftstück mit. Auf diesen Blatt Papier war dann ein Text vorgedruckt das entsprechend Art.16 des Transitabkommens eine Verdachtskontrolle durchgeführt wurde mit Datum und Uhrzeit.

Rechts an der VKA Mbn./A. ist die Kontrollgarage (gelb) zu sehen.




passport

Kenn ich nicht,bei uns auf keinen Fall.



Nene, ihr dre"witz"er


passport


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#17

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:42
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Zitat
Also ich habe schon lange kein Problem mehr damit zu "irgend etwas zu stehen".Ich erläutere Dir lediglich die Sachlage und in dem Geschäft kenne ich mich nun wirklich aus.Das Du nun der Meinung bist,es gab keinen Grund heißt noch nicht,es gab keinen.Und das man willkürlich Schaden an Deinem Fahrzeug verursacht hat,ich kann es nicht ändern,ich zweifle das einfach an,in den 80igern konnte man sich sowas nicht mehr leisten,die Gefahr,dass es mörderischen Ärger und diplomatische Probleme gibt war immens.



Du wirst zur Kenntnis nehmen müssen, dass es mir aber so passiert ist. Das hast Du mir nicht abzusprechen. Ich habe den Führerschein erst in den achtzigern gemacht. Ich tippe so um 1985 war das. Da ging auch kein Streit, irgendeine flapsige Bemerkung, ein frecher Blick oder auch nur irgendein entfernter Anlass voraus. Das war Willkür. Glaubst Du sicher nicht? Ja in der DDR.


Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#18

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:51
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #17

Zitat
Also ich habe schon lange kein Problem mehr damit zu "irgend etwas zu stehen".Ich erläutere Dir lediglich die Sachlage und in dem Geschäft kenne ich mich nun wirklich aus.Das Du nun der Meinung bist,es gab keinen Grund heißt noch nicht,es gab keinen.Und das man willkürlich Schaden an Deinem Fahrzeug verursacht hat,ich kann es nicht ändern,ich zweifle das einfach an,in den 80igern konnte man sich sowas nicht mehr leisten,die Gefahr,dass es mörderischen Ärger und diplomatische Probleme gibt war immens.


Du wirst zur Kenntnis nehmen müssen, dass es mir aber so passiert ist. Das hast Du mir nicht abzusprechen. Ich habe den Führerschein erst in den achtzigern gemacht. Ich tippe so um 1985 war das. Da ging auch kein Streit, irgendeine flapsige Bemerkung, ein frecher Blick oder auch nur irgendein entfernter Anlass voraus. Das war Willkür. Glaubst Du sicher nicht? Ja in der DDR.


Was wollen wir uns streiten,ich nehme es zur Kenntnis und Du was ich Dir dazu schreibe,glauben müssen wir uns beide nicht.Auch ein Streit,flabsige Bemerkung oder frecher Blick hätte sowas nicht ausgelöst oder auslösen dürfen in den 80igern.Ist es trotzdem passiert,war es höchst illegal und der Zöllner sehr mutig,was zu befürchtende Konsequenzen für ihn angeht.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#19

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:55
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #9
Zitat von Eisenacher im Beitrag #8
Das der Gefilzte auch noch das Filzen bzw. demontieren seines Fahrzeuges bezahlen mußte, war schon ein starkes Stück. So etwas habe ich noch nie an irgendwelchen Grenzen erlebt. Da war das immer gratis.



Da würde mir auch ein Verständnis dafür fehlen. Bezahlen dann, wenn es sich erwies, daß tatsächlich was versteckt war, dann ja, aber sonst wär´s eben auf Staatskosten gewesen.



Um hier ein Missverständnis vorzubeugen. Der REISENDE hatte sein Gepäck, Ware oder das Kfz dem Zoll vorzuführen. Wenn man heute die Doku-Soaps über den bundesdeutschen Zoll sieht der mit vollen Händen in die Koffer greift, das gab es so beim DDR-Zoll nicht.



passport


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#20

RE: Verdachtskontrollen nach Art. 16 Transitabkommen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 12.10.2013 16:56
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #19
Zitat von DoreHolm im Beitrag #9
Zitat von Eisenacher im Beitrag #8
Das der Gefilzte auch noch das Filzen bzw. demontieren seines Fahrzeuges bezahlen mußte, war schon ein starkes Stück. So etwas habe ich noch nie an irgendwelchen Grenzen erlebt. Da war das immer gratis.



Da würde mir auch ein Verständnis dafür fehlen. Bezahlen dann, wenn es sich erwies, daß tatsächlich was versteckt war, dann ja, aber sonst wär´s eben auf Staatskosten gewesen.



Um hier ein Missverständnis vorzubeugen. Der REISENDE hatte sein Gepäck, Ware oder das Kfz dem Zoll vorzuführen. Wenn man heute die Doku-Soaps über den bundesdeutschen Zoll sieht der mit vollen Händen in die Koffer greift, das gab es so beim DDR-Zoll nicht.



passport

Sag ich doch,vorführen,in der Damenunterwäsche rumwühlen war nicht.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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