#1

Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 18:26
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Passport schreibt was von einer Parteistrafe.
Was war das, wann hat man das erhalten?
Ich kenne das nicht!


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#2

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 18:37
von 94 | 10.792 Beiträge

Rüge, Strenge Rüge, Ausschluß

P.S. die höchste Parteistrafe aber war der Hubschrauberrundflug in Lybien.
Achso, das wäre so ein Witz für diese Einleitung aus #163 gewesen, odär?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 09.10.2013 18:39 | nach oben springen

#3

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 18:43
von Gelöschtes Mitglied
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Parteistrafen, ausgesprochen und bestätigt von der KPKK (Kreisebene), BPKK (Bezirksebene) und der ZPKK (höchste Ebene) mit Erich Mückenberger an der Spitze !!!

Da gab es noch einen Spruch - Eine Strafe ist vergänglich, aber die Erinnerung bleibt !!!


zuletzt bearbeitet 09.10.2013 18:43 | nach oben springen

#4

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:20
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Die "Rüge" konnte bereits von der Grundorganisation der SED in der jeweiligen Einheit ausgesprochen werden.

Bei Verstößen gegen die Parteidisziplin, gegen Parteiaufträge und Schädigung des Ansehens der Partei musste sich ggf. jeder Genosse in seiner eigenen Grundorganisation verantworten. Eine Grundorganisation in einer Grenzkompanie umfasste ca. 15-25 Parteimitglieder. In erster Linie kamen diese aus den Reihen der Berufssoldaten und Zivilbeschäftigten, aber auch Unteroffiziere auf Zeit und Soldaten waren, wenn sie Kandidat oder Mitglied der SED waren, in dieser Grundorganisation. Die Grundorganisation wählte die Parteileitung und den Parteisekretär. In der Regel war das einer der Berufssoldaten, der längere Zeit in der Einheit verbleiben sollte - i.d.R. der Hauptfeldwebel. Der Politstellvertreter hatte Parteiarbeit anzuleiten. Er war hauptamtlicher Parteiarbeiter und somit nicht in die Parteileitung der Grundorganisation zu wählen. Die Grundorganisation hatte einmal im Monat ihre Mitgliederversammlung als beratendes und beschließendes Organ. Die Kompanieführung hatte in der Planung sicherzustellen, dass alle Parteimitglieder an dieser MV teilnehmen konnten. Diese Mitgliederversammlung konnte formal und in Abstimmung mit den Politorganen ein Parteiverfahren eröffnen. Das war ein Teil dieser Versammlung. In der Regel wurde durch die Parteileitung der Antrag auf die Eröffnung des Parteiverfahrens gestellt. Dann erhielt der, dem das Verfahren gelten sollte, Gelegenheit, sich dazu zu äußern. In der anschließenden Beratung konnte sich jeder äußern. Den Abschluss des Parteiverfahrens bildete dann die Beschlussfassung über die Parteistrafe, die Aufgabenstellung für die Zeit der Strafe und das selbstkritische Schlusswort des Bestraften. Die "Rüge" hatte mindestens ein Jahr Bestand, in dem der zur Verantwortung gezogene keine Orden, Medaillen und Beförderungen erhielt. Nach Abschluss des Jahres konnte die entsprechende Mitgliederversammlung der Grundorganisation entscheiden, ob die Auflagen erfüllt worden waren und die Strafe aufgehoben werden konnte.

Bei den Parteistrafen "Strenge Rüge" und "Ausschluss" ging es vor die Parteikontrollkommission. Diese gab es, wie Vierkrug schon so richtig schrieb, ab der der Kreisebene. Gewählt wurde die PKK durch die Delegiertenkonferenz der Kreisparteiorganisation. Bei den Grenztruppen gab es die PKK ab der Ebene Grenzkommando. Die PKK traf sich zu ihren turnusmäßigen Sitzungen. Dort wurde zunächst intern über das Vergehen beraten und die schriftliche Stellungnahme, die der zu disziplinierende im Vorfeld zu schreiben hatte, zur Kenntnis gegeben. Dann wurde der betreffende in den Raum gerufen und hatte sich den Fragen der Kommission zu stellen. Danach verließ er wieder den Raum und die PKK stimmte intern über das Strafmaß ab. Danach wurde dem betreffenden die Strafe mitgeteilt und im Fall der "Strengen Rüge" die entsprechenden Auflagen bzw. der entsprechende Parteiauftrag. Eine "Strenge Rüge" bedeutete mindestens 18 Monate Befreiung von Orden, Medaillen und Beförderungen. Die Aufhebung der Strafe wurde durch die Mitgliederversammlung der jeweiligen Grundorganisation nach Ablauf der Zeit und unter Prüfung der Erfüllung der Auflagen bzw. des Parteiauftrages vorgenommen. Eine vorfristige Aufhebung der Strafe ist mir persönlich nicht bekannt.

Ein "Ausschluss" bedeutete für einen Berufssoldaten in der Regel die Degradierung zum Soldaten und die Entlassung aus den Streitkräften.

Die Auslöser des Parteiverfahrens hatte ich oben allgemein und wahrscheinlich unvollständig genannt. Was darunter fiel, war in den Zeiten sehr unterschiedlich. In den 50er und 60er Jahren konnte man noch ein Parteiverfahren bekommen, wenn man fremd ging.

Ich selbst erhielt im Sommer 1984 ein Parteiverfahren durch die Mitgliederversammlung der Grundorganisation mit einer "Rüge" im Anschluss an einen Grenzdurchbruch wegen "Nicht- bzw. mangelnder Erfüllung von Dienstpflichten". In diesem Parteiverfahren musste sich außer mir auch noch unser Kompaniechef der Grundorganisation stellen.

Im selben Jahr erhielt ich im Oktober noch ein zweites Parteiverfahren vor der PKK des Grenzkommandos Süd wegen der Androhung einer Fahnenflucht und bekam eine "Strenge Rüge".

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#5

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:23
von Lutze | 8.034 Beiträge

mich würde interessieren,für welche Delikte Parteistrafen
ausgesprochen wurden,vielleicht,das die eigene Tochter
oder Sohn einen Ausreiseantrag gestellt hat,
oder einen Fluchtversuch unternommen hat?,
wurde man da nicht als Genosse von den anderen
Parteimitgliedern geächtet,
nach dem Motto,du hast deine Kinder falsch erzogen?
Lutze


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#6

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:24
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Für mich war es eine Art Parteistrafe, als ich plötzlich nicht zwei Mark und ein paar Zerquetschte an Mitgliedsbeitrag zahlen mußte, wie sonst auch, sondern der Kassierer von mir plötzlich über zwanzig Glocken kassieren wollte. Grund hat sich dann aufgeklärt: Es waren die vielen Überstunden
(drei Wochen 12 h -Schicht, eine Woche 15 Stunden) innerhalb des selben Monats.
Bei der Fahne bin ich mal zusammen mit einem anderen Gefreiten an einer Parteistrafe vorbeigeschrammt. Der andere, ein Lehrer, den sie gerade noch mit 26 zur Grenze gezogen hatten sagte das mir mal, daß es uns beide beinahe erwischt hätte.



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zuletzt bearbeitet 09.10.2013 19:58 | nach oben springen

#7

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:39
von Gelöschtes Mitglied
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@Rainman2 - Parteistrafen konnten auch vorzeitig gelöscht werden. Es kam immer auf die Grundorganisation an. Die mußte einen begründeten Antrag stellen, über den dann entsprechend in der PKK befunden wurde. Ich kenne Fälle, wo bereits nach einem 1/2 bzw. 3/4 Jahr Rügen gelöscht wurden. Bei Strengen Rügen war man wohl etwas zurückhaltender mit der vorzeitigen Löschung - aber es gab auch diese Beispiele.

Vierkrug


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#8

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:40
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #5
mich würde interessieren,für welche Delikte Parteistrafen
ausgesprochen wurden,vielleicht,das die eigene Tochter
oder Sohn einen Ausreiseantrag gestellt hat,
oder einen Fluchtversuch unternommen hat?,
wurde man da nicht als Genosse von den anderen
Parteimitgliedern geächtet,
nach dem Motto,du hast deine Kinder falsch erzogen?

Lutze


Das wird über die Jahrzehnte unterschiedlich gewesen sein. Für einen höheren Leiter konnte es Konsequenzen haben, wenn das eigene Kind zum GV wird. Als "höhere Leiter" sehe ich hier nicht Meister und auch nicht die Fachdirektoren in mittelständischen Unternehmen mit nebenamtlichen BGLern und BPO-Sekretären wie dem Unseren. Mit meinem Vater hatte ich mich mal darüber unterhalten, was gewesen wäre, wenn ich damals die Mücke gemacht hätte. Klar wäre er enttäuscht gewesen und eine dienstliche Degradierung vom BL zum Abteilungsleiter hätte stattgefunden. Er wäre mir aus heutiger Sicht aber nicht böse gewesen, sagte er. Von durch die anderen Gruppenmitglieder "geächtet" würde ich so nicht sagen. Kommt drauf an, wie fundamentalistisch die jeweiligen eingestellt waren und um was es sich gehandelt hatte. Ein genosse, der im Suff öfter seine Frau und die Kinder verprügelt (sowas hat es auch gegeben), konnte auch seitens der anderen Genossen nicht mit Milde rechnen. Mitunter hat es sich um Strafen wegen Dingen gehandelt, die fast jeder andere auch für sich für möglich gehalten hätte. Nach dem offiziellen Akt der Selbstkritik wurde dann zur Tagesordnung übergegangen. Wenn es wirklich grundlegende Dinge gewesen wären, wie politische Gegnerschaft, wäre es ohnehin zu einem Ausschluss gekommen und dann hätte sich jede weitere Unterhaltung mit ihm erledigt.



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zuletzt bearbeitet 09.10.2013 19:42 | nach oben springen

#9

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:45
von Moskwitschka (gelöscht)
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Waren die Parteistrafen mit Auflagen verbunden? Z.B Übernahme von bestimmten zusätzlichen gesellschaftlichen Augaben ?

LG von der grenzgaengerin


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#10

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:46
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Ich moechte jetzt nicht spotten oder mich darüber lustig machen,eigentlich dürfte ich garkein Urteil darüber abgeben,da ich in keiner Partei war oder bin.
Dennoch interressiert es mich ernsthaft ,ob man das wirklich so verbissen gesehen hat.
Nun gut ich, haette in meinem Jugendlichen Leichtsinn gesagt,das geht mir am A....vorbei,aber derartige ungezogenen Mitmenschen,standen als Mitglieder sowieso nicht zur Debatte.


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#11

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 19:55
von Lutze | 8.034 Beiträge

vielleicht OT,
mußte jeder Betrieb der DDR einen Parteisekretär haben?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
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#12

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 20:03
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ich habe aus Solidarität mit einem Kollegen, der ein Parteiverfahren bekommen sollte, meine parteilichen Aktivitäten 1988 auf Null gefahren und dort bis zum Ende der DDR belassen.
Was daraus geworden ist weis ich nicht mehr, bin dann aus der Firma auch weg.
Andere -meist ältere Kollegen und langjährige Parteimitglieder- traten aus Solidarität ganz aus.
Es gab also auch das Gegenteil der Ächtung.

Der Kollege hatte einen schweren Unfall mit 2 Toten und 3 Schwerstverletzten verursacht, als sein 10 Meter Plattenanhänger hinterm W50, bei stellenweisen Glatteis, bergab, trotz Schrittgeschwindigkeit ausbrach und in einen B1000 Bus krachte und diesen samt Insassen aufschlitzte.
Der Kollege war schon älteres Semester und 30 Jahre unfallfrei.
Der Richter vor Gericht sagte, hätten sie gestanden, wären sie wohl auch noch zu schnell gewesen, zu deutsch, er hätte nicht fahren dürfen.
Der Mann war genug gestraft, ein sehr sensibler Mensch.
Das die Partei ihm dann nach dem Gericht noch ein mitgeben wollte, war für viele nicht mehr nachvollziehbar, was hatte die Partei mit einem Unglücksfall zutun, den nur das war es, ein Unglücksfall auch wenn er sehr tragisch war.

Was mich interessieren würde, was gabs denn für Auflagen zu erfüllen im Rahmen der Strafen?
Täglich bei der Polizei melden ja sicher nicht.
Musste man besondere Aktivitäten durchführen oder fleissig Wandzeitung kleben?


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#13

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 20:03
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #11
vielleicht OT,
mußte jeder Betrieb der DDR einen Parteisekretär haben?
Lutze


In den größeren Firmen, also ich sage mal so ab 20 oder dreißig beschäftigte, war es m.E. kein Muß, aber es ergab sich dann einfach so, weil ja immer ein paar Leute in der SED waren. Etwa jeder 5. oder 6. erwachsene DDR-Bürger war wohl Mitglied. Da ergab es sich rein statistisch, das so etwa ab dieser Belegschaftsstärke eine BPO (Betriebsparteiorganisation) gegündet wurde. Wimre, so ab drei Mitglieder. Bitte, mich zu korrigieren, wenn es so nicht stimmt. Habe das mal so aus der Erinnerung aus dem Hut gesagt. So ähnlich war es auch mit der BGL und der FDJ, meine ich.



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#14

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 20:04
von Moskwitschka (gelöscht)
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Wenn jemand Lust, Zeit und Laune hat, dann empfehle ich die Langzeitdokumentation Kinder von Golzow und da insbesondere die Geschichte von Winfried den Informatiker, der sich politisch engagiert hat, Mitglied der SED war, ein Parteiverfahren am Hals hatte und auch Kampfgruppenkommandeur war. Interessant und sehr empfehlenswert.

2005 - "Und wenn Sie nicht gestorben sind..." -
Die Kinder von Golzow,
Das Ende der unendlichen Geschichte
(Teil 1 + 2)


LG von der grenzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 09.10.2013 20:04 | nach oben springen

#15

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 20:39
von Lutze | 8.034 Beiträge

wir hatten in unserer PGH auch einen Parteisekretär,
er tat mir etwas Leid,zwei Linke Hände,
keine Abteilung konnte ihn gebrauchen,
und dann möglicherweise eine Parteistrafe?,
er war aber ein netter Kerl
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#16

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 20:40
von Gelöschtes Mitglied
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@grenzgaengerin - diese Lektüre ist bekannt, wie auch das Verhalten des Parteisekretärs in "Spur der Steine".

Parteistrafen waren nicht mit Auflagen verbunden - schon garnicht mit zusätzlicher gesellschaftlicher Arbeit und sonstigen Auflassungen. Die Strafe war als parteierzieherische Maßnahme gedacht, um den Betreffenden sein "Fehlverhalten", seinen "Verstoß gegen die Parteidisziplin" bzw. sein "parteischädigendes Verhalten" noch einmal bewußt zu machen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich wieder in das Parteileben zu integrieren. Ich hätte es auch etwas sarkastischer ausdrücken können.

Wie bereits gesagt - Strafen vergingen bzw. vergehen, aber die Erinnerungen, wofür man sie bekommen hat, die bleiben - auch die schwarzen Punkte in der Kader- bzw. Personalakte.

Vierkrug


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zuletzt bearbeitet 09.10.2013 20:42 | nach oben springen

#17

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 20:48
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Mein Großvater war viele Jahre Lehrer in Bitterfeld und ist ca. 1945 in die SED eingetreten und ist am 2.3.1953 nach dem berühmten Artikel von E.H. ausgetreten.
Ich war ca 1972 auf der Parteischule, dort lernte ich eine nette Frau aus der Gegend kennen. Eines Tages habe ich den Heimweg nicht mehr geschafft, konnte erst am nächsten Morgen wieder zur Schule. Nach dem Unterricht war Versammlung, wo warst du usw. Habe einen Verweis vom Direktor erhalten der an der Wandzeitung eine Woche hing


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#18

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 21:11
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #16
... Wie bereits gesagt - Strafen vergingen bzw. vergehen, aber die Erinnerungen, wofür man sie bekommen hat, die bleiben - auch die schwarzen Punkte in der Kader- bzw. Personalakte.
...

Das darf man sogar wörtlich nehmen. Als mir 1990 meine Personalakte vorgelegt wurde, fand ich darin die Stellungnahme an die PKK.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#19

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 22:57
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #17
Mein Großvater war viele Jahre Lehrer in Bitterfeld und ist ca. 1945 in die SED eingetreten und ist am 2.3.1953 nach dem berühmten Artikel von E.H. ausgetreten.
Ich war ca 1972 auf der Parteischule, dort lernte ich eine nette Frau aus der Gegend kennen. Eines Tages habe ich den Heimweg nicht mehr geschafft, konnte erst am nächsten Morgen wieder zur Schule. Nach dem Unterricht war Versammlung, wo warst du usw. Habe einen Verweis vom Direktor erhalten der an der Wandzeitung eine Woche hing

die SED wurde aber erst im April 1946 gegründet und nun ? Übrigens fand die Gründung nach massivem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht statt, die SPD wollte nicht.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#20

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 22:58
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #15
wir hatten in unserer PGH auch einen Parteisekretär,
er tat mir etwas Leid,zwei Linke Hände,
keine Abteilung konnte ihn gebrauchen,
und dann möglicherweise eine Parteistrafe?,
er war aber ein netter Kerl
Lutze


So ein Typ etwa war mein Vorgänger. Nicht zwei linke Hände, aber viel zu gutmütig, mit dem konnte jeder machen was er wollte. Der mußte abgelöst werden. Naja, ich schrieb´s ja schon mal. Andere Kandidaten hatten mit Kündigung gedroht, wenn sie das machen müßten. So weit wollte ich nicht gehen, zumal mir gesagte wurde, es ist ja nur für ein Jahr, dann suchen wir einen Anderen. Typischer Fall von Denkste. 11 Jahre sind draus geworden, bis 1988.



Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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