#21

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:01
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #19
Zitat von thomas 48 im Beitrag #17
Mein Großvater war viele Jahre Lehrer in Bitterfeld und ist ca. 1945 in die SED eingetreten und ist am 2.3.1953 nach dem berühmten Artikel von E.H. ausgetreten.
Ich war ca 1972 auf der Parteischule, dort lernte ich eine nette Frau aus der Gegend kennen. Eines Tages habe ich den Heimweg nicht mehr geschafft, konnte erst am nächsten Morgen wieder zur Schule. Nach dem Unterricht war Versammlung, wo warst du usw. Habe einen Verweis vom Direktor erhalten der an der Wandzeitung eine Woche hing

die SED wurde aber erst im April 1946 gegründet und nun ? Übrigens fand die Gründung nach massivem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht statt, die SPD wollte nicht.




Rot: Es war nicht DIE SPD. Es waren Teile der SPD, insbesondere die aus der gemeinsamen Niederlage wegen getrennter Wege bis 1933 nichts gelernt hatten.

Ach so, und was mir dabei gerade einfällt: Die SED ist nicht nur aus KPD-Mitgliedern, sondern auch aus SPD-Mitgliedern hervorgegangen und damit wurde auch sozialdemokratisches Gedankengut automatisch mit aufgenommen. Meine Großeltern väterlicherseits waren z.B. Funktionäre der SPD (nebenamtlich). Na und was meinst Du, wie mein Vater in seiner Kindheit und Jugendzeit erzogen wurde ?



zuletzt bearbeitet 09.10.2013 23:04 | nach oben springen

#22

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:02
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #16
@grenzgaengerin - diese Lektüre ist bekannt, wie auch das Verhalten des Parteisekretärs in "Spur der Steine".

Parteistrafen waren nicht mit Auflagen verbunden - schon garnicht mit zusätzlicher gesellschaftlicher Arbeit und sonstigen Auflassungen. Die Strafe war als parteierzieherische Maßnahme gedacht, um den Betreffenden sein "Fehlverhalten", seinen "Verstoß gegen die Parteidisziplin" bzw. sein "parteischädigendes Verhalten" noch einmal bewußt zu machen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich wieder in das Parteileben zu integrieren. Ich hätte es auch etwas sarkastischer ausdrücken können.

Wie bereits gesagt - Strafen vergingen bzw. vergehen, aber die Erinnerungen, wofür man sie bekommen hat, die bleiben - auch die schwarzen Punkte in der Kader- bzw. Personalakte.

Vierkrug



aber vermutlich warst du gesellschaftlich und beruflich tot, wenn die Partei dich in Acht und Bann geschlagen hatte. Ich weiss wovon ich reden, die am meisten nachtragende und mit Vorurteilen bestückte Organisation in Deutschland und Europa war die SED. Man konnte ihr nur entkommen, wenn man ihr Territorium verließ. ( war aber schwierig in den 60ern )


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#23

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:07
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #21
Zitat von Gert im Beitrag #19
Zitat von thomas 48 im Beitrag #17
Mein Großvater war viele Jahre Lehrer in Bitterfeld und ist ca. 1945 in die SED eingetreten und ist am 2.3.1953 nach dem berühmten Artikel von E.H. ausgetreten.
Ich war ca 1972 auf der Parteischule, dort lernte ich eine nette Frau aus der Gegend kennen. Eines Tages habe ich den Heimweg nicht mehr geschafft, konnte erst am nächsten Morgen wieder zur Schule. Nach dem Unterricht war Versammlung, wo warst du usw. Habe einen Verweis vom Direktor erhalten der an der Wandzeitung eine Woche hing

die SED wurde aber erst im April 1946 gegründet und nun ? Übrigens fand die Gründung nach massivem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht statt, die SPD wollte nicht.




Rot: Es war nicht DIE SPD. Es waren Teile der SPD, insbesondere die aus der gemeinsamen Niederlage wegen getrennter Wege bis 1933 nichts gelernt hatten.


ja nicht alle wollten mit dem Mob der Weimarer Republik etwas zu tun haben siehe z.B Mielke, den zähle ich zu dem anarchistischen Mob von Weimar.
Nur dumm für die SPD Genossen, die Rückgrat bewiesen, sie landeten dann in einem der Speziallager der Sowj. Armee z.B.Buchenwald. Aber dort brauchten sie keine Einweisung, sie kannten sich bestens aus, wenn sie den April 45 erlebten und die Befreiung durch die US Army erlebt hatten.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#24

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:12
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #22
Zitat von Vierkrug im Beitrag #16
@grenzgaengerin - diese Lektüre ist bekannt, wie auch das Verhalten des Parteisekretärs in "Spur der Steine".

Parteistrafen waren nicht mit Auflagen verbunden - schon garnicht mit zusätzlicher gesellschaftlicher Arbeit und sonstigen Auflassungen. Die Strafe war als parteierzieherische Maßnahme gedacht, um den Betreffenden sein "Fehlverhalten", seinen "Verstoß gegen die Parteidisziplin" bzw. sein "parteischädigendes Verhalten" noch einmal bewußt zu machen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich wieder in das Parteileben zu integrieren. Ich hätte es auch etwas sarkastischer ausdrücken können.

Wie bereits gesagt - Strafen vergingen bzw. vergehen, aber die Erinnerungen, wofür man sie bekommen hat, die bleiben - auch die schwarzen Punkte in der Kader- bzw. Personalakte.

Vierkrug



aber vermutlich warst du gesellschaftlich und beruflich tot, wenn die Partei dich in Acht und Bann geschlagen hatte. Ich weiss wovon ich reden, die am meisten nachtragende und mit Vorurteilen bestückte Organisation in Deutschland und Europa war die SED. Man konnte ihr nur entkommen, wenn man ihr Territorium verließ. ( war aber schwierig in den 60ern )


Rot: Gesellschaftlich ? Es waren ca. 20% in der SED. Davon hätten die wenigsten einen in Acht und Bann geschlagen. Ich schriebs vorhin schon mal. Und die restlichen 80% ? Von wegen gesellschaftlich tot, wenn nicht grade etwas getan wurde, was von nahezu allen Menschen verurteilt wird, also schon was sehr Kriminelles. Nicht mal wegen Fremdgängerei. Und beruflich ? Da mußtest Du schon ebenso politisch in gewaltige Fettnäpfchen getreten sein und dann auch nur, wenn Du in einer doch recht gehobenen Stellung warst. Ich schrieb´s schon mal. Unser Nachbar, vorher bei MfS, wurde wegen Fremdgängerei dort rausgeschmissen und bekam einen Posten als Betriebsdirektor bei uns. Na, ist das eine tolle Strafe ?
Grün: Ich vermute, daß Du eben nicht weißt, wovon Du redest. Du malst Dir das so aus, daß es so gewesen sein Muss



nach oben springen

#25

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:14
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zwangsvereinigung, Rachsüchtig...

Frage: Thema?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#26

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:14
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #23
Zitat von DoreHolm im Beitrag #21
Zitat von Gert im Beitrag #19
Zitat von thomas 48 im Beitrag #17
Mein Großvater war viele Jahre Lehrer in Bitterfeld und ist ca. 1945 in die SED eingetreten und ist am 2.3.1953 nach dem berühmten Artikel von E.H. ausgetreten.
Ich war ca 1972 auf der Parteischule, dort lernte ich eine nette Frau aus der Gegend kennen. Eines Tages habe ich den Heimweg nicht mehr geschafft, konnte erst am nächsten Morgen wieder zur Schule. Nach dem Unterricht war Versammlung, wo warst du usw. Habe einen Verweis vom Direktor erhalten der an der Wandzeitung eine Woche hing

die SED wurde aber erst im April 1946 gegründet und nun ? Übrigens fand die Gründung nach massivem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht statt, die SPD wollte nicht.




Rot: Es war nicht DIE SPD. Es waren Teile der SPD, insbesondere die aus der gemeinsamen Niederlage wegen getrennter Wege bis 1933 nichts gelernt hatten.


ja nicht alle wollten mit dem Mob der Weimarer Republik etwas zu tun haben siehe z.B Mielke, den zähle ich zu dem anarchistischen Mob von Weimar.
Nur dumm für die SPD Genossen, die Rückgrat bewiesen, sie landeten dann in einem der Speziallager der Sowj. Armee z.B.Buchenwald. Aber dort brauchten sie keine Einweisung, sie kannten sich bestens aus, wenn sie den April 45 erlebten und die Befreiung durch die US Army erlebt hatten.




Deine Argumente sind wieder mal unschlagbar.



nach oben springen

#27

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:18
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #5
mich würde interessieren,für welche Delikte Parteistrafen
ausgesprochen wurden
,vielleicht,das die eigene Tochter
oder Sohn einen Ausreiseantrag gestellt hat,
oder einen Fluchtversuch unternommen hat?,
wurde man da nicht als Genosse von den anderen
Parteimitgliedern geächtet
,
nach dem Motto,du hast deine Kinder falsch erzogen?
Lutze


rot:z.B. Trunkenheit im Grenzdienst

grün: nö...


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#28

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:25
von Marder | 1.413 Beiträge

Als Unwissender frage ich mal. Eine Parteistrafe konnte ja wohl nur jemand bekommen der auch in dieser Partei war oder???Daher konnte es doch den Meißten total egal sein oder??

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
nach oben springen

#29

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:27
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #28
Als Unwissender frage ich mal. Eine Parteistrafe konnte ja wohl nur jemand bekommen der auch in dieser Partei war oder???Daher konnte es doch den Meißten total egal sein oder??

MfG Marder





Rischtisch........ der, der mir damals meine auf mich persönlich zugeschnittene Parteistrafe verpasste, der hat sich dafür noch 1991 bei mir entschuldigt... übrigens aus freien Stücken und ohne Anwendung des unmittelbaren Zwanges


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
nach oben springen

#30

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:30
von Marder | 1.413 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #29
Zitat von Marder im Beitrag #28
Als Unwissender frage ich mal. Eine Parteistrafe konnte ja wohl nur jemand bekommen der auch in dieser Partei war oder???Daher konnte es doch den Meißten total egal sein oder??

MfG Marder





Rischtisch........ der, der mir damals meine auf mich persönlich zugeschnittene Parteistrafe verpasste, der hat sich dafür noch 1991 bei mir entschuldigt... übrigens aus freien Stücken und ohne Anwendung des unmittelbaren Zwanges


Dazu kann ich allerdings nur sagen. Das war ein armer Wicht.

MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
nach oben springen

#31

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:34
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Es war doch Strafe genug,wenn man in diesem "Club" Mitglied war......sich täglich diese Lügen anhören,nicht seine wirkliche Meinung kundtun dürfen,diese SED gesteuerte "Medienlandschaft" ertragen müssen.
Mir haben diese "Brüder" genug Knüppel zwischen die Beine geschmissen.
Als dann die Wende kam,hatte keiner von diesen Typen mehr sein "Bolchen" am Revers.
Da bis zum Schluß geweigert,in diesen Lügenclub einzutreten,wurde ich zwischendurch für 8 Wochen zur sogenannten Soz.Hilfe "belobigt".
Meine Meisterschule viel ins Wasser.
Aber darüber habe ich schon berichtet. -> Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt (4)


nach oben springen

#32

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:34
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #27


grün: nö...




Zumindest während solcher Versammlungen war ich des öfteren angewidert wer sich nun plötzlich alles berufen fühlte jetzt auch selbst noch einmal kräftig nachzutreten, und ich kenne, entgegen hier anderslautender Aussagen, auch noch aus dem Jahr 1987 eine Parteistrafe wegen eines außerehelichen Vergnügens.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
exgakl hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#33

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:39
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #32
Zitat von exgakl im Beitrag #27


grün: nö...




Zumindest während solcher Versammlungen war ich des öfteren angewidert wer sich nun plötzlich alles berufen fühlte jetzt auch selbst noch einmal kräftig nachzutreten, und ich kenne, entgegen hier anderslautender Aussagen, auch noch aus dem Jahr 1987 eine Parteistrafe wegen eines außerehelichen Vergnügens.


Feliks außerehelich durfte man nur für den Weltfrieden fi.... , an mein Parteiverfahren denke ich eher mit einem Grinsen im Gesicht zurück, wäre doch das Ding beinahe für den Regimentspolit iin die Hose gegangen, da in unserer Parteigruppe ein gutes Verhältnis herrschte


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.10.2013 23:39 | nach oben springen

#34

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:41
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #32
Zitat von exgakl im Beitrag #27


grün: nö...




Zumindest während solcher Versammlungen war ich des öfteren angewidert wer sich nun plötzlich alles berufen fühlte jetzt auch selbst noch einmal kräftig nachzutreten, und ich kenne, entgegen hier anderslautender Aussagen, auch noch aus dem Jahr 1987 eine Parteistrafe wegen eines außerehelichen Vergnügens.


was mir in dem Zusammenhang noch einfällt..... ich durfte mal beim Batallioner in Marienborn antraben weil ich zwei Freundinen hatte... also nicht nacheinander sondern gleichzeitig ich weiß nicht ob er einfach nur Neidisch war


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.10.2013 23:42 | nach oben springen

#35

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 09.10.2013 23:59
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Strafen gab es bei mir öfters. Von mein alten Herrn ausgesprochen, das längste war --14 Tage Stubenarrest. Weil ich mein Kumpel verdroschen habe. Ja lange ist es her.


nach oben springen

#36

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 00:13
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #21

Rot: Es war nicht DIE SPD. Es waren Teile der SPD, insbesondere die aus der gemeinsamen Niederlage wegen getrennter Wege bis 1933 nichts gelernt hatten.

Ach so, und was mir dabei gerade einfällt: Die SED ist nicht nur aus KPD-Mitgliedern, sondern auch aus SPD-Mitgliedern hervorgegangen und damit wurde auch sozialdemokratisches Gedankengut automatisch mit aufgenommen. Meine Großeltern väterlicherseits waren z.B. Funktionäre der SPD (nebenamtlich). Na und was meinst Du, wie mein Vater in seiner Kindheit und Jugendzeit erzogen wurde ?


Dore, wass meinst Du wie ich erzogen wurde? Mein Großvater war Sozialdemokrat durch und durch. Auch wenn er ein Parteiabzeichen der SED in der Schublade hatte. Er und seine alten Genossen hatten bis weit in die 70-er ihren sozialdemokratischen Stammtisch. Wahrscheinlich hat sie das Alter vor Parteistrafe und Ausschluß geschützt.

Ich bin froh diesen Großvater gehabt zu haben, der mich als Kind zu diesen Stammtischen mitgenommen hat, auch wenn meine protestantische Großmutter hinterher gedeubelt hat. Aber so habe ich bei roter Fassbrause schon sehr früh gelernt, dass es im Leben immer Alternativen gibt. Dieses Wissen, hat mir Kraft und Hoffnung in der DDR gegeben.

Über meinen Großvater:
Vergangenheit ändern? (2)
Vergangenheit ändern? (2)

LG von der grenzgaengerin


Jobnomade und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 00:22 | nach oben springen

#37

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 00:33
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Ich kann an der Stelle keine Hasstiraden oder rächende Worte sprechen. In beiden Fällen meiner Parteiverfahren bzw. Parteistrafen war etwas dran. Aber in beiden Fällen habe ich sowohl in der Mitgliederversammlung der Grundorganisation unserer Kompanie in Stedtlingen, aber auch von Seiten der PKK im Grenzkommando eine Menge Verständnis bekommen und den Wunsch gespürt, mir eher zu helfen als zu schaden. Nein, für die Verfahren müsste sich niemand entschuldigen. Ich war mit meinem Eintritt in die SED eine Verpflichtung eingegangen. Die Genossen meiner Parteigruppen hatten somit das Recht, bei Fehlern Rechenschaft zu verlangen. Man kann diese Partei und ihr Wirken in der Gesellschaft meinetwegen zerreißen. Aber die Menschen, mit denen ich zu tun gehabt habe, verdienen Respekt. Gerade das Verfahren in meiner eigenen Kompanie - da saßen auch Soldaten mit drin, die vor mir in den politischen Schulungen saßen. Da musste auch mein Kompaniechef in einer Offenheit Rede und Antwort stehen, die außerhalb des Raumes der Parteiversammlung nicht vorstellbar, da er keine Rückmeldung zu seinen Fehlern zuließ. Aber es ging sachlich zu. Klar, die Gelegenheit war günstig und wir mussten uns einiges anhören. Aber wir waren erzogen, die führende Rolle der Partei zu akzeptieren. Und somit hatte unsere Grundorganisation das Recht, uns in die Schranken zu weisen.

Ich höre heutzutage nicht viel von solchen Beispielen. Sei es, mag es eine Ausnahme gewesen sein. Aber mich hat auch das damals geprägt. Denn die Partei war für mich eben nicht in erster Linie nur ein Haufen von Greisen oder stupiden 150-Prozentigen, sondern es waren die Leute, die mich umgaben und denen ich mich aus freiem Willen verpflichtet hatte.

Hier im Forum stoßen unterschiedliche Biografien mit unterschiedlichen Erfahrungen aufeinander. Gut dass wir drüber reden bzw. schreiben können.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Feliks D., chantre, Jobnomade, Damals87, DoreHolm und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.10.2013 00:35 | nach oben springen

#38

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 06:23
von schulzi | 1.762 Beiträge

Gut bei den Bewaffneten Organen war es etwas anders als drausen im zivilen Bereich da wurde es locker gesehen.Aus meiner Parteigruppe sollte einer eine Parteistrafe wegen dauernten Fremdgehen bekommen(Ehe lief nicht mehr Anzeige der Ehefrau bei der Sbkk) ,doch das wurde von uns abgeblockt den wir waen der Meinung es sei Privatsache und er sollte sein Eheleben in Ordnung bringen .Was er auch tat den er lies sich scheiden und heiratete sein Bratkatoffelverhältnis die Ehe hält nun schon 27 Jahre


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#39

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 07:10
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Gut bei den Bewaffneten Organen war es etwas anders als drausen im zivilen Bereich da wurde es locker gesehen.Aus meiner Parteigruppe sollte einer eine Parteistrafe wegen dauernten Fremdgehen bekommen@schulzi

Eigentlich,jedenfalls für mich ist es doch nicht zu fassen,da mischt sich diese Partei in den intimsten Bereich eines Menschen ein
Naja ,auf der anderen Seite,wenn der Laden läuft kann man sich ja aus langer weile auch mal um Kleinigkeiten kümmern.

Das wusste ich noch nicht,woher auch,das sich diese Partei auch um so etwas kümmerte.

P.S. Jetzt ist mir aber klar warum mein SV immer noch die gleiche hat, das war Parteiauftrag


zuletzt bearbeitet 10.10.2013 07:14 | nach oben springen

#40

RE: Was war eine Parteistrafe?

in DDR Staat und Regime 10.10.2013 07:33
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat
was mir in dem Zusammenhang noch einfällt..... ich durfte mal beim Batallioner in Marienborn antraben weil ich zwei Freundinen hatte... also nicht nacheinander sondern gleichzeitig ich weiß nicht ob er einfach nur Neidisch war



In meinem Regiment, MSR 28 in Rostock, wurde ein Stabsfeldwebel vor dem Regiment zum Soldaten degradiert, aus der NVA in Unehren ausgeschlossen.
Selbstverständlich wurde er vorher auch aus der Partei ausgeschlossen.

Grund: Er hatte ein Verhältnis mit der Frau des Regiments-Polit , obwohl er verheiratet war und 2 Kinder hatte.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Das Politbüro der SED bei Walter Ulbricht
Erstellt im Forum DDR Staat und Regime von thomas 48
0 31.05.2013 14:32goto
von thomas 48 • Zugriffe: 324

Besucher
31 Mitglieder und 69 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Andre Lambert
Besucherzähler
Heute waren 2977 Gäste und 162 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558302 Beiträge.

Heute waren 162 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen