#61

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 20:17
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #54
Der innere Antrieb besteht in der Angst vor einer feindlichen Übernahme!


Ich weiss nicht, was hier mit manchem los ist. Wenn man sich über Jahrzehnte ein Geschäft aufgebaut hat, dahinein unzählige Stunden Arbeit und Nerven investiert hat, manchmal aus vielerlei Gründen nächtelang nicht schlafen konnte, manchen Monat nur für die Kosten und die Löhne der Angestellten gearbeitet hat, dann gibt man sein Lebenswerk nicht punkt auf Stichtag ab. Das wird vielleicht nicht jeder verstehen, aber auch ich werde auch wenn ich schon Rente bekomme weitermachen, solange ich Spass dran habe und es für mich eine sinnvolle Aufgabe ist. Mit Sicherheit ohne Angestellte, ganz klein, ohne finanzielle Hintergründe. Aber von hier auf jetzt aufhören, nein ! Ich hänge an dem, was ich mir aufgebaut habe.



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#62

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 21:26
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von kassberg im Beitrag #51
Zitat von Gert im Beitrag #49
Zitat von kassberg im Beitrag #43
Zitat von Gert im Beitrag #42
Zitat von kassberg im Beitrag #40
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #37
Und was wäre das Heilmittel um die Verwerfungen zu glätten?
Aldi und Co. enteignen?
Ok, dann hat alles seine gerechte planwirtschaftliche Ordnung und wir kaufen wieder in der HO vergammelte Weißkrautköppe.


Man muss ja Aldi & Co. nicht gleich enteignen, aber sie werden etwas von ihrem Vermögen abgeben müssen.
Wenn sich das gesamte Vermögen beim Aldi konzentriert und der Rest der Bevölkerung nix mehr hat - wer kauft dann eigentlich noch ein, beim Aldi ?
Wenn die Aldi-Kunden bei der Bank keinen (Dispo)-Kredit mehr kriegen, dann muss die Kreditwürdigkeit auf Kosten von Aldi wieder hergestellt werden, anders geht es gar nicht.
Das sehe nicht nur ich so, das sieht auch die Boston Consulting Group so.


....und mit welchem Recht willst du die Enteignung durchsetzen ?


Man wird um eine Substanzbesteuerung beim Aldi nicht herumkommen. Das lässt mMn auch Artikel 14 Abs. 3 GG zu.

Aber was solls: Lassen wir uns doch einfach überraschen.

edit: +d


mach das mal, dann ist das Objekt deiner Begierde schwuppdiwupp auf den caymanislandes


schaumer mal: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ca...adies-1.1576216

Wie wärs mit ner "Bundesfluchtsteuer" ?

PS.: Ich hab nix gegen den geschäftlichen Erfolg der Aldi-Brüder. Aber an den Problemen, die sich durch Vermögenskonzentration in dieser Höhe ergeben, kommt niemand vorbei.



Dann schildere doch mal dein persönliches Problem, das du allein durch die Existenz der Aldibrüder hast. Ich bin sehr gespannt, welcher Art das Problem ist.
Ich kann die Diskussion um die Konzentration von Kapital in privater Hand nur zu einem begrenzten Teil verstehen. Wenn damit angemessen umgegangen wird, und das wird es bei Unternehmern wie z.B. Albrecht, wie der Familie Brenninkmeyer von C&A, wie bei einer Frau Klatten von BMW, dann ist das völlig in Ordnung.
Die zahlen ordentlich Steuern in die deutsche Staatskasse, die bezahlen ihre Mitarbeiter sehr gut ( fragt doch mal einen BMW Facharbeiter am Band, ob es ihm gut geht?), die tun auch sonst ganz still Wohltaten in Form von Spenden und Stiftungen.
Etwas anderes sind Firmen wie Amazon, Apple, ebay z.B. die haben durch geschickte Firmenkostruktionen ihren Gewinn in andere Länder verschoben und zahlen trotz Mrd Umsätzen kaum Steuern in D. Das müsst geändert werden, da ist aber der Finanzminister gefragt, entsprechende Gesetze zu formulieren, dass für Umsätze in D auch Gewinnsteuern abgeführt werden.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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zuletzt bearbeitet 08.10.2013 21:27 | nach oben springen

#63

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 21:44
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #33
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #25
Aldi verhandelt knallhart mit den Herstellern um Einkaufspreise, selbst wenn es da um Viertelcent geht

... und treibt nur z.B. mit seiner Marktmacht deutsche Milchbauern in den Ruin ... prima

Als gelerntem BWL er müsste es dir doch bekannt sein, dass es zu den Grundtugenden eines Einkäufers gehört Preisverhandlungen mit der notwendigen Härte zu führen. Das habe ich schon im 1.Lehrjahr meiner kaufm. Lehre gelernt.


Rot: Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Zwei Geschichten aus meiner ADM-Zeit (ADM= Außendienstmitarbeiter). Außer für die technische Anwendung war ich gleichfalls auch für die Preisverhandlungen zuständig. Es gab zwei Wettbewerber, die mir ständig Probleme mit ihren Preisen machten. Immer noch etwas unter unseren dem Kunden angeboten. Ein Kunde (Schutzschuhhersteller) sagte mir einmal, als ich auf einer Messe seinen Stand besuchte: Herr L., wir kaufen sowieso nicht mehr von ihnen, ein anderer ist billiger. Es war ihm nicht zu entlocken, wer es ist aber ich dachte es mir. Nun gut. Nächsten Monat kam wieder eine Warenbestellung von ihm. Ich war erstaunt, vielleicht noch zur Überbrückung. Kurz darauf wieder eine Bestellung. Ich hin zum Kunden. Tja, es war der Wettbewerber, den ich vermutete und genau diese Produktsparte von ihm haben wir in diesem Zeitraum gekauft, die warf nämlich keinen Gewinnn mehr ab. So ist das mit der Preisdrückerei. Ich konnte mir ein leichtes Grinsen gegenüber meinem Kunden nicht verkneifen und sagte ihm nur, daß das eben so ist, wenn jemand die Preisspirale nach unten überdreht. Bei einem anderen Kunden (Salamander) war es ähnlich.



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zuletzt bearbeitet 08.10.2013 21:45 | nach oben springen

#64

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 22:05
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Das Kernstück erfolgreicher Unternehmensführung scheinen die Brüder Aldi zu kennen. Das ist die optimale Preisfindung. Ist man zu billig geht man pleite,weil mit Verlust gearbeitet wird, ist man zu teuer geht man pleite, weil man keine Kunden mehr hat.


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#65

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 22:50
von kassberg | 91 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #62
Zitat von kassberg im Beitrag #51
Zitat von Gert im Beitrag #49
Zitat von kassberg im Beitrag #43
Zitat von Gert im Beitrag #42
Zitat von kassberg im Beitrag #40
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #37
Und was wäre das Heilmittel um die Verwerfungen zu glätten?
Aldi und Co. enteignen?
Ok, dann hat alles seine gerechte planwirtschaftliche Ordnung und wir kaufen wieder in der HO vergammelte Weißkrautköppe.


Man muss ja Aldi & Co. nicht gleich enteignen, aber sie werden etwas von ihrem Vermögen abgeben müssen.
Wenn sich das gesamte Vermögen beim Aldi konzentriert und der Rest der Bevölkerung nix mehr hat - wer kauft dann eigentlich noch ein, beim Aldi ?
Wenn die Aldi-Kunden bei der Bank keinen (Dispo)-Kredit mehr kriegen, dann muss die Kreditwürdigkeit auf Kosten von Aldi wieder hergestellt werden, anders geht es gar nicht.
Das sehe nicht nur ich so, das sieht auch die Boston Consulting Group so.


....und mit welchem Recht willst du die Enteignung durchsetzen ?


Man wird um eine Substanzbesteuerung beim Aldi nicht herumkommen. Das lässt mMn auch Artikel 14 Abs. 3 GG zu.

Aber was solls: Lassen wir uns doch einfach überraschen.

edit: +d


mach das mal, dann ist das Objekt deiner Begierde schwuppdiwupp auf den caymanislandes


schaumer mal: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ca...adies-1.1576216

Wie wärs mit ner "Bundesfluchtsteuer" ?

PS.: Ich hab nix gegen den geschäftlichen Erfolg der Aldi-Brüder. Aber an den Problemen, die sich durch Vermögenskonzentration in dieser Höhe ergeben, kommt niemand vorbei.



Dann schildere doch mal dein persönliches Problem, das du allein durch die Existenz der Aldibrüder hast. Ich bin sehr gespannt, welcher Art das Problem ist.
Ich kann die Diskussion um die Konzentration von Kapital in privater Hand nur zu einem begrenzten Teil verstehen. Wenn damit angemessen umgegangen wird, und das wird es bei Unternehmern wie z.B. Albrecht, wie der Familie Brenninkmeyer von C&A, wie bei einer Frau Klatten von BMW, dann ist das völlig in Ordnung.
Die zahlen ordentlich Steuern in die deutsche Staatskasse, die bezahlen ihre Mitarbeiter sehr gut ( fragt doch mal einen BMW Facharbeiter am Band, ob es ihm gut geht?), die tun auch sonst ganz still Wohltaten in Form von Spenden und Stiftungen.
Etwas anderes sind Firmen wie Amazon, Apple, ebay z.B. die haben durch geschickte Firmenkostruktionen ihren Gewinn in andere Länder verschoben und zahlen trotz Mrd Umsätzen kaum Steuern in D. Das müsst geändert werden, da ist aber der Finanzminister gefragt, entsprechende Gesetze zu formulieren, dass für Umsätze in D auch Gewinnsteuern abgeführt werden.




Ich habe mit der Existenz der Aldibrüder kein Problem . Wenn Du die Diskussion lt. eigener Aussage nur zu einem begrenzten Teil verstehst, dann würde mich interessieren, welchen Teil Du versteht.

Ich meine , dass die Vermögenskonzentration dazu führen würde , dass einer alles hat und alle anderen nichts.
Nun könnte man sich damit abfinden und sagen : Das ist eben so. Nur - womit kaufen die "Habenichtse" dann ein ? Das wäre nicht nur ein Problem der Habenichtse , sondern auch von Aldi.

Aldi wird nicht nur investiv tätig sein ,sondern auch (Staats)anleihen halten. Zunehmendes Vermögen bei Aldi bedeutet zunehmende Schulden beim Staat , die Ottonormalverbraucher zu bedienen hat. Ihm steht dann immer weniger Geld für konsumtive Zwecke zur Verfügung.
Quo Vadis, Wirtschaftswachstum.
Spätestens bei 100% Lohnsteuer wird man nach einer Lösung suchen müssen ;-)

Über Material zu den Steuerzahlungen der Aldis und Frau Klatten würde ich mich freuen.
Beim Altana - Verkauf hat Frau Klatten keine Steuern gezahlt, die Kleinaktionäre schon. Alles ganz legal, wirst Du sagen. Ja , das sagen die Gerichte auch.



Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#66

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 23:18
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Aldi hat im Gegensatz zu fast allen anderen Unternehmen seine Expansion nur aus Eigenkapital bestritten. Die Unternehmensgewinne wurden ständig in das eigene Unternehmen investiert. Das ist eines der Geheimnisse des Geschäftserfolges.


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#67

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 23:37
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Da wir bei Aldi und dem Steueraufkommen sind, ich möchte nicht wissen wie viel alleine durch das Unternehmen an Umsatzsteuer und durch die Albrechts an Einkommensteuer schon regulär fließen, da würde sicher ein Aha-Effekt ausgelöst werden


Hapedi und Eisenacher haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 08.10.2013 23:52
von Eisenacher | 2.069 Beiträge
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#69

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 12:17
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Vielleicht sollte man die Vermögenssteuer wieder einführen.
Theo


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#70

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 12:20
von Gert | 12.367 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #69
Vielleicht sollte man die Vermögenssteuer wieder einführen.
Theo



Bin ich dafür Theo, aber davon ausgenommen muss Produktivkapital/Vermögen sein. Das letztere würde nur die Wirtschaft schädigen. Jedoch die reichen Zins- und Dividenden Millionäre kann man ruhig besteuern über die Einkommenssteuer hinaus als Vermögenssteuer.


.
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#71

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 12:23
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Wäre nicht schlecht, dann aber MIT Progression!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#72

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 12:35
von eisenringtheo | 9.191 Beiträge

Nicht wenige Schweizer Rentner sind früher nach Deutschland umgezogen. Keine Steuer auf der Rente, keine Vermögenssteuer und keine Steuer auf eigengenutzes Wohneigentum (die gesparte Miete wird bei der Steuerberechnung dem Einkommen hinzugerechnet).
Heute ist das natürlich nicht mehr so interessant.
Theo


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#73

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 12:57
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #52
Wenn sich der Eigentümer mit seinem Firmensitz, und das müsste er ja machen, um die Unternehmensbesteuerung in Deutschland umgehen zu können, ins Ausland verlegt, dann würde ich sein Unternehmen wir ein ausländisches Unternehmen behandeln und Importzölle erheben. Und wenn er sich ins Ausland verkrümelt mit seinem Privatvermögen, dann würde ich darauf eine Exportsteuer erheben. Und wenn er mit einem Zweitwohnsitz in Deutschland unternehmerisch wird, dann gibt es noch eine Zweitwohnungssteuer. Wenn der Staat so erpicht ist, seine Unternehmen und Vermögen im Inland zu halten, dann muss er sich eben etwas einfallen lassen, beim kleinen Mann fällt ihm doch auch dauernd was ein, ihm in die Tasche zu greifen. < ... cut ... >
Du scheinst Dich in internationalem Steuerrecht ganz gut auszukennen - kannst Du uns vielleicht noch darlegen wie es im Moment ist und was die Unterschiede zu dem von Dir beschriebenen Modell sind?

Danke,

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#74

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 13:05
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Matloh,

ich kenne mich mit Steuerrecht so gut wie gar nicht aus, ich wollte nur deutlich machen, dass der Staat, wenn es um Steuern geht, die Kleinen zur Kasse bittet und die Großen laufen lässt und Steuerschlupflöcher und Steuersünder ungeschoren lässt mit dem Hinweis auf eine Benachteiligung der Wirtschaftsstandortes Deutschland. Man könnte, wenn man wollte, aber man will nicht!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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zuletzt bearbeitet 09.10.2013 13:06 | nach oben springen

#75

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 14:18
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #74
Matloh,

ich kenne mich mit Steuerrecht so gut wie gar nicht aus, ich wollte nur deutlich machen, dass der Staat, wenn es um Steuern geht, die Kleinen zur Kasse bittet und die Großen laufen lässt und Steuerschlupflöcher und Steuersünder ungeschoren lässt <... cut ...>
Wenn Du Dich in Steuerrecht nicht gut auskennst (was aus meiner Sicht durchaus verständlich ist, da gerade Internationales Steuerrecht imho keine wirklich einfache Materie ist) drängt sich mir die Frage auf, ob das tatsächlich so ist oder ob uns hier durch manche Medien ein trügerisches Scheinbild aufgetischt wird.
Ich hab mal kurz einen Blick auf die deutschen Steuertabellen geworfen (puh, die sind im Vergleich zu den österreichischen wirklich kompliziert!). Wenn ich das richtig verstanden hab, wird tatsächlich ab einen Einkommen von ca. EUR 280.000,- pro Jahr der Besitzer eines Unternehmens (genauer: Miteigentümer an einer Kapitalgesellschaft) steuerlich besser behandelt als ein Angestellter. Bis zu diesem Betrag sind "die Kleinen" bevorteiligt.

Was aber natürlich auch klar ist: In jedem System wird es immer irgendwelche Schlupflöcher geben; Egal ob es sich um irgendwelche Sozialleistungen oder um Steuern handelt. Aufgabe der Legislative ist es imho, diese Lücken so weit wie möglich zu schließen. Dass dadurch wiederum komplizierte Gesetze entstehen (die "niemand" mehr so richtig versteht), ist dann wieder die Kehrseite der Medaille. Daraus ergibt sich eine Gratwanderung - Einfachheit der Gesetze vs. wenige Schlupflöcher.
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #74
mit dem Hinweis auf eine Benachteiligung der Wirtschaftsstandortes Deutschland. Man könnte, wenn man wollte, aber man will nicht!
Naja, ist aus meiner Sicht halt ebenso eine Gratwanderung (bzw. eine Optimierungsaufgabe):
* mehr Steuern von Unternehmen und dafür weniger Arbeitsplätze oder
* Verzicht auf Teile der Steuern dafür mehr Arbeitsplätze.

Frage an die Volkswirte hier: Die zweitere Variante müsste laut J.M. Keynes die sinnvollere sein da sich durch die höhere Zahl an Arbeitsplätzen (und dem dadurch wachsenden BIP) ein Multiplikatoreffekt ergibt der wiederum die Wirtschaft stimuliert - richtig?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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#76

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 17:03
von Alfred | 6.862 Beiträge
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#77

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 09.10.2013 20:55
von hardi24a | 331 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #75
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #74
Matloh,

ich kenne mich mit Steuerrecht so gut wie gar nicht aus, ich wollte nur deutlich machen, dass der Staat, wenn es um Steuern geht, die Kleinen zur Kasse bittet und die Großen laufen lässt und Steuerschlupflöcher und Steuersünder ungeschoren lässt <... cut ...>
Wenn Du Dich in Steuerrecht nicht gut auskennst (was aus meiner Sicht durchaus verständlich ist, da gerade Internationales Steuerrecht imho keine wirklich einfache Materie ist) drängt sich mir die Frage auf, ob das tatsächlich so ist oder ob uns hier durch manche Medien ein trügerisches Scheinbild aufgetischt wird.
Ich hab mal kurz einen Blick auf die deutschen Steuertabellen geworfen (puh, die sind im Vergleich zu den österreichischen wirklich kompliziert!). Wenn ich das richtig verstanden hab, wird tatsächlich ab einen Einkommen von ca. EUR 280.000,- pro Jahr der Besitzer eines Unternehmens (genauer: Miteigentümer an einer Kapitalgesellschaft) steuerlich besser behandelt als ein Angestellter. Bis zu diesem Betrag sind "die Kleinen" bevorteiligt.

Was aber natürlich auch klar ist: In jedem System wird es immer irgendwelche Schlupflöcher geben; Egal ob es sich um irgendwelche Sozialleistungen oder um Steuern handelt. Aufgabe der Legislative ist es imho, diese Lücken so weit wie möglich zu schließen. Dass dadurch wiederum komplizierte Gesetze entstehen (die "niemand" mehr so richtig versteht), ist dann wieder die Kehrseite der Medaille. Daraus ergibt sich eine Gratwanderung - Einfachheit der Gesetze vs. wenige Schlupflöcher.
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #74
mit dem Hinweis auf eine Benachteiligung der Wirtschaftsstandortes Deutschland. Man könnte, wenn man wollte, aber man will nicht!
Naja, ist aus meiner Sicht halt ebenso eine Gratwanderung (bzw. eine Optimierungsaufgabe):
* mehr Steuern von Unternehmen und dafür weniger Arbeitsplätze oder
* Verzicht auf Teile der Steuern dafür mehr Arbeitsplätze.

Frage an die Volkswirte hier: Die zweitere Variante müsste laut J.M. Keynes die sinnvollere sein da sich durch die höhere Zahl an Arbeitsplätzen (und dem dadurch wachsenden BIP) ein Multiplikatoreffekt ergibt der wiederum die Wirtschaft stimuliert - richtig?

cheers matloh


Jaaaha, da genau sollte es auch hinführen !

Das nun gerade "Aldi" Platz 1 belegt, ist doch egal !

Wichtig ist doch, wohin geht die Richtung und wie lange noch : Staat/Solidargemeinschaft ???

("Der Markt wird es schon richten", daran ist die grosse FDP gescheitert - welche Instrumente hat der Staat dann noch, können Wir mit entscheiden?)


4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#78

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 10.10.2013 08:42
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von hardi24a im Beitrag #77
Zitat von matloh im Beitrag #75
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #74
Matloh,

ich kenne mich mit Steuerrecht so gut wie gar nicht aus, ich wollte nur deutlich machen, dass der Staat, wenn es um Steuern geht, die Kleinen zur Kasse bittet und die Großen laufen lässt und Steuerschlupflöcher und Steuersünder ungeschoren lässt <... cut ...>
Wenn Du Dich in Steuerrecht nicht gut auskennst (was aus meiner Sicht durchaus verständlich ist, da gerade Internationales Steuerrecht imho keine wirklich einfache Materie ist) drängt sich mir die Frage auf, ob das tatsächlich so ist oder ob uns hier durch manche Medien ein trügerisches Scheinbild aufgetischt wird.
Ich hab mal kurz einen Blick auf die deutschen Steuertabellen geworfen (puh, die sind im Vergleich zu den österreichischen wirklich kompliziert!). Wenn ich das richtig verstanden hab, wird tatsächlich ab einen Einkommen von ca. EUR 280.000,- pro Jahr der Besitzer eines Unternehmens (genauer: Miteigentümer an einer Kapitalgesellschaft) steuerlich besser behandelt als ein Angestellter. Bis zu diesem Betrag sind "die Kleinen" bevorteiligt.

Was aber natürlich auch klar ist: In jedem System wird es immer irgendwelche Schlupflöcher geben; Egal ob es sich um irgendwelche Sozialleistungen oder um Steuern handelt. Aufgabe der Legislative ist es imho, diese Lücken so weit wie möglich zu schließen. Dass dadurch wiederum komplizierte Gesetze entstehen (die "niemand" mehr so richtig versteht), ist dann wieder die Kehrseite der Medaille. Daraus ergibt sich eine Gratwanderung - Einfachheit der Gesetze vs. wenige Schlupflöcher.
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #74
mit dem Hinweis auf eine Benachteiligung der Wirtschaftsstandortes Deutschland. Man könnte, wenn man wollte, aber man will nicht!
Naja, ist aus meiner Sicht halt ebenso eine Gratwanderung (bzw. eine Optimierungsaufgabe):
* mehr Steuern von Unternehmen und dafür weniger Arbeitsplätze oder
* Verzicht auf Teile der Steuern dafür mehr Arbeitsplätze.

Frage an die Volkswirte hier: Die zweitere Variante müsste laut J.M. Keynes die sinnvollere sein da sich durch die höhere Zahl an Arbeitsplätzen (und dem dadurch wachsenden BIP) ein Multiplikatoreffekt ergibt der wiederum die Wirtschaft stimuliert - richtig?

cheers matloh


Jaaaha, da genau sollte es auch hinführen !
Das nun gerade "Aldi" Platz 1 belegt, ist doch egal !

Wichtig ist doch, wohin geht die Richtung und wie lange noch : Staat/Solidargemeinschaft ???

("Der Markt wird es schon richten", daran ist die grosse FDP gescheitert - welche Instrumente hat der Staat dann noch, können Wir mit entscheiden?)

Wohin soll es führen? Zu mehr Arbeitsplätzen?
Dann ist eine niedrige Unternehmensbesteuerung halt ein Mittel das dazu beiträgt...

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#79

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 10.10.2013 10:23
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Der Ruf nach Verstaatlichung von Teilen der Wirtschaft wird im System der Marktwirtschaft wohl verhallen, genau so wie die Begehrlichkeit große Privatvermögen zu beschneiden.
Es liegt einfach im System selbst begründet das jeder Unternehmer das Recht hat ein Vermögen in beliebiger Höhe zu erwerben, diejenigen die das nicht vermochten müssen da leider zähneknirschend durch.
Da wären wir halt wieder beim Kommunismus-Thread, entweder oder, irgendwelche Wunsch-Mischformen gehen nicht.
Viele Vermögende haben das ja auch selbst erkannt das sie einen Teil ihres Geldes z.B. für soziale Zwecke abgeben können.
Diverse Stiftungen sind existent.


zuletzt bearbeitet 10.10.2013 10:28 | nach oben springen

#80

RE: 17,8 Mrd.

in Themen vom Tage 10.10.2013 10:37
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #75
[
* mehr Steuern von Unternehmen und dafür weniger Arbeitsplätze oder
* Verzicht auf Teile der Steuern dafür mehr Arbeitsplätze.

Frage an die Volkswirte hier: Die zweitere Variante müsste laut J.M. Keynes die sinnvollere sein da sich durch die höhere Zahl an Arbeitsplätzen (und dem dadurch wachsenden BIP) ein Multiplikatoreffekt ergibt der wiederum die Wirtschaft stimuliert - richtig?

cheers matloh



Die These ist nicht neu, immer wieder gern von Neoliberalen herangezogen und von der Praxis längst widerlegt.

2005 wurde in Österrreich die Körperschaftssteuer von 34% auf 25% gesenkt. Die Arbeitslosigkeit sank kurzzeitig minimal und bewegt sich mittlerweile wieder auf fast gleichem Niveau wie 2003.

http://de.statista.com/statistik/daten/s...in-oesterreich/
http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmensbesteuerung

In Norwegen: 28% Besteuerung der Unternehmen, also fast so hoch wie in D bei 3% Arbeislosigkeit,
in Polen 19% Unternehmensbesteuerung und trotzdem 10% Arbeitslosigkeit
Japan 30% Besteuerung und 4% Arbeitslosigkeit.

Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Unternehmensbesteuerung und Arbeitslosigkeit wird man wohl kaum nachweisen können. Körperschaftssteuer hat auf das Beschäftigungsverhalten der Unternehmen keinen Einfluss.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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