#41

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 18:33
von Gelöschtes Mitglied
avatar

@ Gert Noch ein Wort zu den tendenziösen Darstellung " Verramschung" von DDR Firmen. Sicher gabe es bei der Treuhand den einen oder anderen Glücksritter oder auch Betrüger. Das ist bei einer solchen Aktion nicht zu vermeiden. Es gab ja auch kein Handbuch für die geordnete Abwicklung eines Staates. Der große Teil der Firmen wurde entweder saniert und weiter geführt oder bei Aussichtslosigkeit abgewickelt.
DieserTage sah ich im TV einen Film, in dem klar dargestellt, war, wie die SED Anfang der 50er Jahre systematisch den ostdeutschen Mittelstand geplündert und enteignet hat. Da sind beispielsweise solche weltbekannten Firmen wie Wella nach Darmstadt, Clorodont aus Dresden nach Düsseldorf, Teekanne aus Dresden nach Düsseldorf, Zeiss nach Obercochem, usw. fluchtartig weg, mit nichts als ein paar Geschäftspapieren und vielleicht wichtigen Produktionsunterlagen und haben hier unter kap. Bedingungen Weltfirmen aufgebaut. Gleichzeitig hat die DDR die körperlichen Fabriken vor Ort verstaatlicht und unter neuen Namen eine Produktion aufgebaut. Fast alle dieser VEBs sind auf dem Weltmarkt vollig unbekannt geblieben und in die Bedeutungslosigkeit zurückgefallen. Das mal zu dem Humus auf dem Wirtschaft gedeiht. Díese marxistischen Wirtschaftstheorien kannste in die Tonne kloppen. Es gibt keinen einzigen Staat auf der Welt wo sie mit Erfolg angewendet werden oder wurden. Das ist nun hinreichend erwiesen. Den Rest des Marxismus' kann man getrost den Debattierclubs in den Hinterzimmern überlassen, ist ohnehin sinnentleert würde der Admin P... sagen -


Warum gleich immer die Treuhand als DDR nieder Macher,bezeichnen . Mal ganz langsam , Mit Einführung der Währungsunion , bekamen alle ehemaligen Handelspartner aus dem Ostblock von uns gelieferte Ware nicht mehr geschenkt .
Es wurde harte Währung für die Lieferung verlangt , Besonders unser damaliger großer Bruder war nicht mehr in der Lage entsprechende Zahlungen zu tätigen . So denke ich an die größten Firmen des Schwermaschinenbaus im damaligen Bezirk Magdeburg .
Auch hatte man den damaligen Betriebsleiten oder Direktoren die Möglichkeit eingeräumt .sich in den alten Bundesländer um zusehen und dort eventuelle Vertragspartner zu finden .
Auch habe sich viele Betriebsleiter ehemalige DDR angeeignet . wurden Geschäftsführer . Nach einigen Monaten ,wurde dann Personal entlassen .Ich kenne viele Betriebsteilleiter die bis heute noch ihre ehemalige Tätigkeit ausüben . Obwohl sie von großen Unternehmen von der Treuhand damals vermittelt wurden .ratata


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.10.2013 18:40 | nach oben springen

#42

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 19:45
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #41
@ Gert Noch ein Wort zu den tendenziösen Darstellung " Verramschung" von DDR Firmen. Sicher gabe es bei der Treuhand den einen oder anderen Glücksritter oder auch Betrüger. Das ist bei einer solchen Aktion nicht zu vermeiden. Es gab ja auch kein Handbuch für die geordnete Abwicklung eines Staates. Der große Teil der Firmen wurde entweder saniert und weiter geführt oder bei Aussichtslosigkeit abgewickelt.
DieserTage sah ich im TV einen Film, in dem klar dargestellt, war, wie die SED Anfang der 50er Jahre systematisch den ostdeutschen Mittelstand geplündert und enteignet hat. Da sind beispielsweise solche weltbekannten Firmen wie Wella nach Darmstadt, Clorodont aus Dresden nach Düsseldorf, Teekanne aus Dresden nach Düsseldorf, Zeiss nach Obercochem, usw. fluchtartig weg, mit nichts als ein paar Geschäftspapieren und vielleicht wichtigen Produktionsunterlagen und haben hier unter kap. Bedingungen Weltfirmen aufgebaut. Gleichzeitig hat die DDR die körperlichen Fabriken vor Ort verstaatlicht und unter neuen Namen eine Produktion aufgebaut. Fast alle dieser VEBs sind auf dem Weltmarkt vollig unbekannt geblieben und in die Bedeutungslosigkeit zurückgefallen. Das mal zu dem Humus auf dem Wirtschaft gedeiht. Díese marxistischen Wirtschaftstheorien kannste in die Tonne kloppen. Es gibt keinen einzigen Staat auf der Welt wo sie mit Erfolg angewendet werden oder wurden. Das ist nun hinreichend erwiesen. Den Rest des Marxismus' kann man getrost den Debattierclubs in den Hinterzimmern überlassen, ist ohnehin sinnentleert würde der Admin P... sagen -


Warum gleich immer die Treuhand als DDR nieder Macher,bezeichnen . Mal ganz langsam , Mit Einführung der Währungsunion , bekamen alle ehemaligen Handelspartner aus dem Ostblock von uns gelieferte Ware nicht mehr geschenkt .
Es wurde harte Währung für die Lieferung verlangt , Besonders unser damaliger großer Bruder war nicht mehr in der Lage entsprechende Zahlungen zu tätigen . So denke ich an die größten Firmen des Schwermaschinenbaus im damaligen Bezirk Magdeburg .
Auch hatte man den damaligen Betriebsleiten oder Direktoren die Möglichkeit eingeräumt .sich in den alten Bundesländer um zusehen und dort eventuelle Vertragspartner zu finden .
Auch habe sich viele Betriebsleiter ehemalige DDR angeeignet . wurden Geschäftsführer . Nach einigen Monaten ,wurde dann Personal entlassen .Ich kenne viele Betriebsteilleiter die bis heute noch ihre ehemalige Tätigkeit ausüben . Obwohl sie von großen Unternehmen von der Treuhand damals vermittelt wurden .ratata

@ratata das ist richtig, was du schreibst. Der Grund , warum man am 1.juli schon die DM hatte, war der millionenfache Schrei, wenn die DM nicht kommt, gehen wir zur DM.. Dass sie damit ihr Einkommensquelle sofort den Stürmen der internationalen Konkurrenz aussetzten, davon hatten viel keine Ahnung . Und es kam wie es kommen musste, eine Reihe Betriebe wurde von heute auf Morgen von ihren traditionellen Märkten abgeschnitten . Der Umsatz ging gegen Null und das wars.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
CASI hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#43

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 19:52
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Das was man in den 1950-1960 an Privatfirmen nicht platt gemacht hatte, wurde in den siebziger Jahren auf dem Altar des Sozialismus geopfert. Die rotlackierten Sozialisten sind ihren Golghataweg zum Endsieg gegangen und haben jeden der noch ökonomischen Verstand zeigte,rücksichtslos eliminiert. Das Resultat konnte man 1989 sehen. Ruinierte Infrastruktur, zerfallende Städte, marode Betriebe.
Was danach kam zeigte aber auch den ökonomischen Unverstand der Politiker. Herrhausen und Rohwedder wurden beseitigt um die Deindustriealisierung in den Beitrittsgebieten zu Ende zu bringen. Statt Wirtschaftshilfe kam Sozialhilfe. Hilfe zur Selbsthilfe wäre der bessere Weg gewesen. Billiger und effektiver.
Ein Bruchteil der Transferzahlungen die bis heute von West nach Ost gezahlt wurden in die Ostwirtschaft investiert, unter Beihaltung einer eigenen der Wirtschaftskraft angepassten Währung und es gäbe heute wirklich blühende Landschaften östlich der Elbe.
Die Menschen die keinen Bock mehr auf ihre Heimat hatten, sind auch trotz DM Richtung Westen aufgebrochen, also die alternative politische Notwendigkeit einer Währungsunion sehe ich nicht. Diese heutige Darstellung das es keine ander Möglichkeit gab als eine Währungsunion, soll bloß das Versagen der Politik verschleiern.


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#44

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 20:16
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #42
Zitat von ratata im Beitrag #41
@ Gert Noch ein Wort zu den tendenziösen Darstellung " Verramschung" von DDR Firmen. Sicher gabe es bei der Treuhand den einen oder anderen Glücksritter oder auch Betrüger. Das ist bei einer solchen Aktion nicht zu vermeiden. Es gab ja auch kein Handbuch für die geordnete Abwicklung eines Staates. Der große Teil der Firmen wurde entweder saniert und weiter geführt oder bei Aussichtslosigkeit abgewickelt.
DieserTage sah ich im TV einen Film, in dem klar dargestellt, war, wie die SED Anfang der 50er Jahre systematisch den ostdeutschen Mittelstand geplündert und enteignet hat. Da sind beispielsweise solche weltbekannten Firmen wie Wella nach Darmstadt, Clorodont aus Dresden nach Düsseldorf, Teekanne aus Dresden nach Düsseldorf, Zeiss nach Obercochem, usw. fluchtartig weg, mit nichts als ein paar Geschäftspapieren und vielleicht wichtigen Produktionsunterlagen und haben hier unter kap. Bedingungen Weltfirmen aufgebaut. Gleichzeitig hat die DDR die körperlichen Fabriken vor Ort verstaatlicht und unter neuen Namen eine Produktion aufgebaut. Fast alle dieser VEBs sind auf dem Weltmarkt vollig unbekannt geblieben und in die Bedeutungslosigkeit zurückgefallen. Das mal zu dem Humus auf dem Wirtschaft gedeiht. Díese marxistischen Wirtschaftstheorien kannste in die Tonne kloppen. Es gibt keinen einzigen Staat auf der Welt wo sie mit Erfolg angewendet werden oder wurden. Das ist nun hinreichend erwiesen. Den Rest des Marxismus' kann man getrost den Debattierclubs in den Hinterzimmern überlassen, ist ohnehin sinnentleert würde der Admin P... sagen -


Warum gleich immer die Treuhand als DDR nieder Macher,bezeichnen . Mal ganz langsam , Mit Einführung der Währungsunion , bekamen alle ehemaligen Handelspartner aus dem Ostblock von uns gelieferte Ware nicht mehr geschenkt .
Es wurde harte Währung für die Lieferung verlangt , Besonders unser damaliger großer Bruder war nicht mehr in der Lage entsprechende Zahlungen zu tätigen . So denke ich an die größten Firmen des Schwermaschinenbaus im damaligen Bezirk Magdeburg .
Auch hatte man den damaligen Betriebsleiten oder Direktoren die Möglichkeit eingeräumt .sich in den alten Bundesländer um zusehen und dort eventuelle Vertragspartner zu finden .
Auch habe sich viele Betriebsleiter ehemalige DDR angeeignet . wurden Geschäftsführer . Nach einigen Monaten ,wurde dann Personal entlassen .Ich kenne viele Betriebsteilleiter die bis heute noch ihre ehemalige Tätigkeit ausüben . Obwohl sie von großen Unternehmen von der Treuhand damals vermittelt wurden .ratata

@ratata das ist richtig, was du schreibst. Der Grund , warum man am 1.juli schon die DM hatte, war der millionenfache Schrei, wenn die DM nicht kommt, gehen wir zur DM.. Dass sie damit ihr Einkommensquelle sofort den Stürmen der internationalen Konkurrenz aussetzten, davon hatten viel keine Ahnung . Und es kam wie es kommen musste, eine Reihe Betriebe wurde von heute auf Morgen von ihren traditionellen Märkten abgeschnitten . Der Umsatz ging gegen Null und das wars.


Insofern muß ich Dir zustimmen. Eine Mehrheit der DDR-Bevölkerung hat kräftig selbst an dem Ast gesägt, auf dem sie saß. Ohne zu merken, daß es ihr eigener Ast war. Als es dann knackte, war es zu spät. Unabhängig davon, was bei der Treuhand aus Unerfahrenheit, aus Dummheit, aus Naivität und Gutgläubigkeit, aus Gleichgültigkeit, aus krimineller Energie oder was auch immer schief gelaufen ist, jeder, der sich über den Niedergang seines Betriebes beklagt, sollte auch einmal sein eigenes Kaufverhalten zur damaligen Zeit kritisch hinterfragen. Der Weg, den das Saarland damals gegangen ist und den so ähnlich Lafontaine befürwortet hat und nicht nur der, auch Wirtschaftsökonomen, wäre möglich gewesen, wenn es die DDR-Bevölkerung mit großer Mehrheit gewollt hätte. Auch ein Rohwedder (ich glaube nach wie vor an einen Auftragsmord ) wollte in erster Linie sanieren und dann erst privatisieren. Die Breuel wollte es anders.
Klar wären eine Vielzahl von Betrieben nicht zu retten gewesen, aber es wären mehr übriggeblieben. Habe immer gesagt, daß ich unwahrscheinliches Glück hatte, damals im richtigen Betrieb mit den richtigen, weil geforderten Kenntnissen gearbeitet zu haben. Er unterschied sich technologisch nur wenig von dem Pendant im Westen, einige seiner Produkte waren wettbewerbsfähig, unsere Entwickler hatten fertige konkurrenzfähige Rezepturen im Schubkasten und ich hatte die Aufgabe, unsere Kunden zu betreuen und ihnen den Einsatz derselben zu zeigen. Einer meiner Betriebe, in denen ich gearbeitet hatte (Kühlmöbelwerk Erfurt) existiert schon lange nicht mehr. Auf dem Gelände befindet sich heute ein großes Schrottunternehmen. Wie sinnig !



zuletzt bearbeitet 04.10.2013 20:21 | nach oben springen

#45

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 20:50
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Der Weg, den das Saarland damals gegangen ist und den so ähnlich Lafontaine befürwortet.

Lafontaine war gegen die Einheit Deutschlands , auch der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen Herr Schröder war auch gegen die Einheit ,!!!!!!!!!!!!!
ratata


nach oben springen

#46

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 21:21
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #45
Der Weg, den das Saarland damals gegangen ist und den so ähnlich Lafontaine befürwortet.

Lafontaine war gegen die Einheit Deutschlands , auch der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen Herr Schröder war auch gegen die Einheit ,!!!!!!!!!!!!!
ratata


Gegen die schnelle Einheit, ja. Nicht grundsätzlich gegen die Einheit. Eine Einheit habe selbst ich als ferne Zukunftsoption gesehen und auch gesagt und dabei die Art des Gesellschaftssystem offen gelassen. Wirklich dagegen waren eher einige westeuropäische Staaten, die daraus einen erstarkten politischen und wirtschaftlichen Konkurrenten erwachsen sahen. Kann mich noch an einen Fernsehsprecher erinnern, der die Ängste der Nachbarn etwa so formulierte, daß es dann " eine Masse von 70 Millionen arbeitswütigen Deutschen" gäbe.



nach oben springen

#47

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 21:27
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Nur was sollte man machen? Die DDR war pleite und verschuldet, die Regierung und deren System abgewählt, die ganze Planwirtschaft funktionierte nicht und der RGW und dessen Arbeitsteilung und Lieferbeziehungen waren aufgelöst. Im Westen gibt es (fast) keine staatliche Industrie. Das musste also alles privatisiert werden, also verkauft. Und bitte schnell, denn das alte brach zusammen, das wurde nicht "verramscht".

Oft hingen auch noch riesige Kosten dran, wenn jemand eine Firma für "eine Mark" kaufte, so war das auch gerechnet: Kredite und Schulden, Sanieren, Modernisieren, Altlastensanierung, lauter solche Sachen.

Das bedeutet nicht, dass im Osten alle Leute faul, doof oder sonstwas gewesen wären. Natürlich überhaupt nicht. Aber das übergeordnete System kollabierte einfach. Jetzt die Schuld für die Lage dem Westen zu geben finde ich nicht fair. Da war keine Zeit mehr zum Warten. Und der Westen hatte für so was auch kein Patentrezept in der Schublade. Irgendwann klingelte die DDR abends und sagte, bin jetzt da.
Wenn die DDR ihren (einst sogar im Süden besonders guten) Mittelstand nicht so systematisch ausgerottet hätte, wäre ein Neuanfang viel einfacher geworden.


CASI und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.10.2013 21:52 | nach oben springen

#48

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 21:32
von Lutze | 8.035 Beiträge

war es nicht so,unsere VEB-Betriebe haben viel produziert,
und manche Erzeugnisse waren nicht schlecht,
wurden vielleicht deshalb DDR-Betriebe verramscht,
weil manche Betriebe der DDR gute Produkte vorweisen
konnten,was manch eine Firma im Westen nicht gepasst hat,
zum Beispiel,Burger Knäckebrot,was ist daraus geworden?
habe ich früher immer zum Frühstück gegessen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#49

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 21:45
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #43
Das was man in den 1950-1960 an Privatfirmen nicht platt gemacht hatte, wurde in den siebziger Jahren auf dem Altar des Sozialismus geopfert. Die rotlackierten Sozialisten sind ihren Golghataweg zum Endsieg gegangen und haben jeden der noch ökonomischen Verstand zeigte,rücksichtslos eliminiert. Das Resultat konnte man 1989 sehen. Ruinierte Infrastruktur, zerfallende Städte, marode Betriebe.
Was danach kam zeigte aber auch den ökonomischen Unverstand der Politiker. Herrhausen und Rohwedder wurden beseitigt um die Deindustriealisierung in den Beitrittsgebieten zu Ende zu bringen. Statt Wirtschaftshilfe kam Sozialhilfe. Hilfe zur Selbsthilfe wäre der bessere Weg gewesen. Billiger und effektiver.
Ein Bruchteil der Transferzahlungen die bis heute von West nach Ost gezahlt wurden in die Ostwirtschaft investiert, unter Beihaltung einer eigenen der Wirtschaftskraft angepassten Währung und es gäbe heute wirklich blühende Landschaften östlich der Elbe.

Die Menschen die keinen Bock mehr auf ihre Heimat hatten, sind auch trotz DM Richtung Westen aufgebrochen, also die alternative politische Notwendigkeit einer Währungsunion sehe ich nicht. Diese heutige Darstellung das es keine ander Möglichkeit gab als eine Währungsunion, soll bloß das Versagen der Politik verschleiern.


Grün: Da kann ich Dir nur zustimmen. Rohwedders Tod war keine Tat eines Einzelnen, davon bin ich überzeugt. Vielleicht finden sich einmal, wenn die Archive weit genug geöffnet sind, Historiker, die die Absprachen in den Hinterzimmern der Wirtschaftseliten zur Kenntnis erhalten. Es wäre m.E. naiv zu glauben, daß Großbetriebe nicht nur in der alten BRD, sondern in den ganzen westlichen Industriestaaten, es gleichmütig hinnahmen, daß ihnen hier zusätzlicher Wettbewerb erwächst. Wenn Du einen Konkurrenten nicht verdrängen kannst, dann kaufe ihn - so heißt doch ein bekannter Spruch in der Wirtschaft ? Es hat viele positive Beispiele erfolgreicher Umstellungen gegeben. Im Gedächtnis haften bleiben allerdings immer nur die spektakulären Fälle von Wirtschaftskriminalität und da ist jeder dieser Fälle einer zu viel. Da hingen soziale Schicksale Tausender dran, die völlig uninteressant waren, wenn es um ein paar Millionen extra ging. Zu meinem Kundenkreis zählten etliche kleinere mitelständische Betriebe im Osten, bei denen der ehemalige Besitzer diesen Betrieb zurückerhalten hat. Mit viel Kampf mit der Treuhand. Diese Institution kam in der Einschätzung bei vielen von diesen Unternehmern nicht gut weg.



nach oben springen

#50

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 21:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #47
Nur was sollte man machen? Die DDR war pleite und verschuldet, die Regierung und deren System abgewählt, die ganze Planwirtschaft funktionierte nicht und der RGW und dessen Arbeitsteilung und Lieferbeziehungen waren aufgelöst. Im Westen gibt es (fast) keine staatliche Industrie. Das musste also alles privatisiert werden, also verkauft. Und bitte schnell, denn das alte brach zusammen, das wurde nicht "verramscht".

Oft hingen auch noch riesige Kosten dran, wenn jemand eine Firma für "eine Mark" kaufte, so war das auch gerechnet: Kredite und Schulden, Sanieren, Modernisieren, Altlastensanierung, lauter solche Sachen.

Das bedeutet nicht, dass im Osten alle Leute faul, doof oder sonstwas gewesen wären. Natürlich überhaupt nicht. Aber das übergeordnete System kollabierte einfach. Jetzt die Schuld für die Lage dem Westen zu geben finde ich nicht fair. Da war keine Zeit mehr zum Warten. Und der Westen hatte für so was auch kein Patentrezept in der Schublade. Irgendwann klingelte die DDR abends und sagte, bin jetzt da.
Wenn die DDR ihren (einst sogar im Süden besonders guten) Mittelstand nicht so systematisch ausgerottet hätte, wäre ein Neuanfang viel einfacher geworden.

Da hast du meine volle Zustimmung, eine gute, kurze Beschreibung dessen, was passiert ist in diesen Tagen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#51

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 22:04
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #42
Zitat von ratata im Beitrag #41
@ Gert Noch ein Wort zu den tendenziösen Darstellung " Verramschung" von DDR Firmen. Sicher gabe es bei der Treuhand den einen oder anderen Glücksritter oder auch Betrüger. Das ist bei einer solchen Aktion nicht zu vermeiden. Es gab ja auch kein Handbuch für die geordnete Abwicklung eines Staates. Der große Teil der Firmen wurde entweder saniert und weiter geführt oder bei Aussichtslosigkeit abgewickelt.
DieserTage sah ich im TV einen Film, in dem klar dargestellt, war, wie die SED Anfang der 50er Jahre systematisch den ostdeutschen Mittelstand geplündert und enteignet hat. Da sind beispielsweise solche weltbekannten Firmen wie Wella nach Darmstadt, Clorodont aus Dresden nach Düsseldorf, Teekanne aus Dresden nach Düsseldorf, Zeiss nach Obercochem, usw. fluchtartig weg, mit nichts als ein paar Geschäftspapieren und vielleicht wichtigen Produktionsunterlagen und haben hier unter kap. Bedingungen Weltfirmen aufgebaut. Gleichzeitig hat die DDR die körperlichen Fabriken vor Ort verstaatlicht und unter neuen Namen eine Produktion aufgebaut. Fast alle dieser VEBs sind auf dem Weltmarkt vollig unbekannt geblieben und in die Bedeutungslosigkeit zurückgefallen. Das mal zu dem Humus auf dem Wirtschaft gedeiht. Díese marxistischen Wirtschaftstheorien kannste in die Tonne kloppen. Es gibt keinen einzigen Staat auf der Welt wo sie mit Erfolg angewendet werden oder wurden. Das ist nun hinreichend erwiesen. Den Rest des Marxismus' kann man getrost den Debattierclubs in den Hinterzimmern überlassen, ist ohnehin sinnentleert würde der Admin P... sagen -


Warum gleich immer die Treuhand als DDR nieder Macher,bezeichnen . Mal ganz langsam , Mit Einführung der Währungsunion , bekamen alle ehemaligen Handelspartner aus dem Ostblock von uns gelieferte Ware nicht mehr geschenkt .
Es wurde harte Währung für die Lieferung verlangt , Besonders unser damaliger großer Bruder war nicht mehr in der Lage entsprechende Zahlungen zu tätigen . So denke ich an die größten Firmen des Schwermaschinenbaus im damaligen Bezirk Magdeburg .
Auch hatte man den damaligen Betriebsleiten oder Direktoren die Möglichkeit eingeräumt .sich in den alten Bundesländer um zusehen und dort eventuelle Vertragspartner zu finden .
Auch habe sich viele Betriebsleiter ehemalige DDR angeeignet . wurden Geschäftsführer . Nach einigen Monaten ,wurde dann Personal entlassen .Ich kenne viele Betriebsteilleiter die bis heute noch ihre ehemalige Tätigkeit ausüben . Obwohl sie von großen Unternehmen von der Treuhand damals vermittelt wurden .ratata

@ratata das ist richtig, was du schreibst. Der Grund , warum man am 1.juli schon die DM hatte, war der millionenfache Schrei, wenn die DM nicht kommt, gehen wir zur DM.. Dass sie damit ihr Einkommensquelle sofort den Stürmen der internationalen Konkurrenz aussetzten, davon hatten viel keine Ahnung . Und es kam wie es kommen musste, eine Reihe Betriebe wurde von heute auf Morgen von ihren traditionellen Märkten abgeschnitten . Der Umsatz ging gegen Null und das wars.


Grün----Ich glaube nicht das,das der Grund war. Denn das hätten die alten Bundesländer nicht geblockt,wenn alle zu D-Mark gegangen wären.Schon von der Versorgung her,von Arbeitsplätzen und Wohnraum.


nach oben springen

#52

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 22:06
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #48
war es nicht so,unsere VEB-Betriebe haben viel produziert,
und manche Erzeugnisse waren nicht schlecht,
wurden vielleicht deshalb DDR-Betriebe verramscht,
weil manche Betriebe der DDR gute Produkte vorweisen
konnten,was manch eine Firma im Westen nicht gepasst hat,
zum Beispiel,Burger Knäckebrot,was ist daraus geworden?
habe ich früher immer zum Frühstück gegessen
Lutze

Weißt du Lutze, worüber ich immer wieder rätsele ? Bist du so naiv oder tust du nur so ? Burger Knäckebrot erfreut sich vollster Gesundheit und produziert mit 170 Personen feinstes Knäckebrot . Also was soll eine solche Frage ?
Guckst du hier Burger-knaecke.de


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.10.2013 22:09 | nach oben springen

#53

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 22:06
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Zitat
Der Grund , warum man am 1.juli schon die DM hatte, war der millionenfache Schrei, wenn die DM nicht kommt, gehen wir zur DM.. Grün----Ich glaube nicht das,das der Grund war. Denn das hätten die alten Bundesländer nicht geblockt,wenn alle zu D-Mark gegangen wären.Schon von der Versorgung her,von Arbeitsplätzen und Wohnraum.



Das hätten vor allem die neuen Bundesländer nicht überstanden, wenn noch mehr von den "guten, motivierten, ehrgeizigen etc." in Massen in den Westen weggegangen wären. Die brauchte man ja zum Neuanfang im Osten.


zuletzt bearbeitet 04.10.2013 22:07 | nach oben springen

#54

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 22:17
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #53

Zitat
Der Grund , warum man am 1.juli schon die DM hatte, war der millionenfache Schrei, wenn die DM nicht kommt, gehen wir zur DM.. Grün----Ich glaube nicht das,das der Grund war. Denn das hätten die alten Bundesländer nicht geblockt,wenn alle zu D-Mark gegangen wären.Schon von der Versorgung her,von Arbeitsplätzen und Wohnraum.


Das hätten vor allem die neuen Bundesländer nicht überstanden, wenn noch mehr von den "guten, motivierten, ehrgeizigen etc." in Massen in den Westen weggegangen wären. Die brauchte man ja zum Neuanfang im Osten.



Und das Abwandern in die alten Bundesländern von jungen Menschen hält weiterhin an.


nach oben springen

#55

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 22:29
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Lutze , Burger Knäckebrot gibt es doch noch. !!!!!
Das alte Werk steht noch , es produziert weiterhin seine Produkte .

Gehört zwar Brandt , aber wenn du mal den Bruchzwieback von Brandt kaufst , da ist auch der Burger Zwieback drinnen , den Geschmack merkt man. ratata


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.10.2013 22:32 | nach oben springen

#56

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 04.10.2013 23:12
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #45
Der Weg, den das Saarland damals gegangen ist und den so ähnlich Lafontaine befürwortet.

Lafontaine war gegen die Einheit Deutschlands , auch der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen Herr Schröder war auch gegen die Einheit ,!!!!!!!!!!!!!
ratata


Also so ist mir das nicht bekannt.Habe nur mal gehört,das Lafontaine gegen eine schnelle Wiedervereinigung und Währungsunion war. Aber gegen eine Einheit Deutschlands!!!


Schmiernippel und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#57

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 05.10.2013 10:55
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Naja...AWE wurde zerissen. Zwei Firmen ist auch heute noch mit fast dem gleichen Maschinenpark erfolgreich aktiv. Die befristete Weiterführung der Wartburgproduktion wäre auch billiger gewesen, als die Abwicklung und Arbeitslosigkeit. Es gab ja zudem schon die marktangepassten Weiterentwicklungen, die bis auf den Wartburg 1.3 Irmscher (1) (36 Einheiten noch) nicht mehr realisiert wurden. Aus dem Rest entstanden sehr viele Firmen, wobei die meisten noch heute aktiv sind oder den Namen/Besitzer gewechselt haben.

Übrigens: die ehemalige Entwicklungsabteilung ging komplett in der EDAG auf. In Eisenach wurden seitdem viele Automobile im Kundenauftrag entwickelt. (Smart, Peugeot 207, BMW 7 Wasserstoff, Mercedes SL 63 fallen mir spontan ein). DAs VW-Werk, ein ehemaliger Teil des AWE-Motorenbaus für die Lizenzproduktion der VW EA-111 Motorenlinie wurde später zu REGE. Opel Eisenach war der AWE-Neubaustandort ohne die ehemalige AWE-Presserei II, die an Benteller Umformtechnik ging und immer noch erfolgreich arbeitet. Ebenso UVE Umformtechnik im Altwerk. Die Gebäude von Opel in Eisenach ist alles Neubausubstanz aus der DDR, abgesehen von 1x Kraftwerk, 1x Halle (Karosseriebau) und 1x Hallenanbau.(Entmontagelinie). Ein neuer Wartburg, es gab ja schon ein projektiertes Nachfolgemodell (wobei Interessant: fast alle Zeichnungen sind weg!)als auch Zwischentypen (übrigens wieder mit Renault, statt VW Motor!) und alle auch mit ABS und Airbag usw., wäre dann schon auschliesslich am Neubaustandort entstanden. Nur wäre das ein Autobauer mehr gewesen und damit einer zuviel. Fast alle Ausgründungen mit wenigen Ausnahmen arbeiten noch heute.

Interessant: BMW hatte trotz seiner Historie und seiner Automobilwurzeln (BMW's kamen bis 1945 ausschliesslich aus Eisenach, auch die Entwicklung von PKW lag zu mehr als 80 % hier!) kein Interesse an AWE und baute etwas später lieber in Leipzig neu. Das heute trotzdem in Eisenach vorhandene BMW-Werk (Ausrüstungen, Werkzeuge und Teileproduktion) ist vergleichsweise unbedeutend.


andyman und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#58

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 05.10.2013 11:04
von Gert | 12.354 Beiträge

[quote=Eisenacher|p293406]Das was man in den 1950-1960 an Privatfirmen nicht platt gemacht hatte, wurde in den siebziger Jahren auf dem Altar des Sozialismus geopfert. Die rotlackierten Sozialisten sind ihren Golghataweg zum Endsieg gegangen und haben jeden der noch ökonomischen Verstand zeigte,rücksichtslos eliminiert. Das Resultat konnte man 1989 sehen. Ruinierte Infrastruktur, zerfallende Städte, marode Betriebe.
Was danach kam zeigte aber auch den ökonomischen Unverstand der Politiker. Herrhausen und Rohwedder wurden beseitigt um die Deindustriealisierung in den Beitrittsgebieten zu Ende zu bringen. Statt Wirtschaftshilfe kam Sozialhilfe. Hilfe zur Selbsthilfe wäre der bessere Weg gewesen. Billiger und effektiver.
Ein Bruchteil der Transferzahlungen die bis heute von West nach Ost gezahlt wurden in die Ostwirtschaft investiert, unter Beihaltung einer eigenen der Wirtschaftskraft angepassten Währung und es gäbe heute wirklich blühende Landschaften östlich der Elbe.
Die Menschen die keinen Bock mehr auf ihre Heimat hatten, sind auch trotz DM Richtung Westen aufgebrochen, also die alternative politische Notwendigkeit einer Währungsunion sehe ich nicht. Diese heutige Darstellung das es keine ander Möglichkeit gab als eine Währungsunion, soll bloß das Versagen der Politik verschleiern.[/quote]
@Eisenacher deine Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#59

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 05.10.2013 11:45
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Und da haben wir es wieder: Die rücksichtslosen Raubtierkaptalisten, die gesunde und international wettbewerbsfähige DDR-Betriebe durch Druck auf die Treuhand (nebenbei von der Mordrow-Regierung installiert) plattmachen ließen und sich so eines unliebsamen Konkurrenten entledigten. Oder aber sich innovative Unternehmen für 1 DM unter den Nagel rissen, das know-how absaugten und das Unternehmen dann vor die Wand fahren ließen.

Und alles, was nicht in dieses Bild passt, wird geflissentlich übersehen.

Ich habe hier einige Beiträge gelesen, die sich sachlich-kritisch mit dem Niedergang von Teilen der damaligen DDR-Industrie bzw. den Gründen dafür auseinandergesetzt haben. Mangelnde Konkurrenzfähigkeit wurde genannt, der Wegfall der traditionellen Absatzmärkte im Osten und nicht zuletzt auch die Tatsache, dass das oft und gerne genannte "Weltniwooh" nur für einen geringen Prozentsatz der in der DDR hergestellten Produkte galt.

Und nehmen wir doch nur das Kaufverhalten der DDR-Bürger selber: Wer wollte denn noch einen Robotron-Rechner, einen Trabant, einen W50, TV-Geräte aus Staßfurt kaufen? Oder eine Karat-Schrankwand? Oder lag der Grund für diesen Wechsel im Kaufverhalten mal wieder in den Westfirmen begründet, die die armen, unschuldigen und unwissenden DDR-Bürger mit ihrer Werbung aufs Glatteis geführt haben?

Ich habe keinen Zweifel daran, dass bei der Treuhand vieles schlecht gelaufen ist, dass manches Unternehmen gerettet hätte werden können. Allerdings sollte man dabei auch berücksichtigen: Zum Stichtag 01.07.1990 waren es 8.500 Gesellschaften mit 45.000 Betriebsstätten, für die eine Lösung gefunden werden musste - und später dann 14.600 Gesellschaften. Dabei Fehler zu entdecken ist eine Fingerübung für BWL-Studenten im 1. Semester.

Natürlich hätte man geduldig und über Jahre hinweg versuchen können, Unternehmen zu sanieren oder einen Investor zu finden. Nur: Wo sollten die erfahrenen Fach- und Führungkräfte kommen, um solche gigantischen Aufgaben zu stemmen? Etwa aus den Kadern, die vorher die Leitungsfunktion inne hatten? Und nicht zuletzt: Wer hätte das bezahlen sollen? Die erforderlichen Investitionen in Menschen und Maschinen, die Zeit, bis ein Unternehmen wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen konnte? Die neuen Länder etwa? Denn die DDR gab es ja nicht mehr, die neuen Länder waren dazu absolut nicht in der Lage - also sollten die Wessis gefälligst mal ihr Portemonnaie aufmachen und für die Finanzierung sorgen - schließlich wollten die ja die Wiedervereinigung und dann sollten sie gefälligst auch daür zahlen.

So einfach kann das Leben sein....


nach oben springen

#60

RE: verramschte DDR-Betreibe

in Das Ende der DDR 05.10.2013 11:50
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #58
[quote=Eisenacher|p293406]Das was man in den 1950-1960 an Privatfirmen nicht platt gemacht hatte, wurde in den siebziger Jahren auf dem Altar des Sozialismus geopfert. Die rotlackierten Sozialisten sind ihren Golghataweg zum Endsieg gegangen und haben jeden der noch ökonomischen Verstand zeigte,rücksichtslos eliminiert. Das Resultat konnte man 1989 sehen. Ruinierte Infrastruktur, zerfallende Städte, marode Betriebe.
Was danach kam zeigte aber auch den ökonomischen Unverstand der Politiker. Herrhausen und Rohwedder wurden beseitigt um die Deindustriealisierung in den Beitrittsgebieten zu Ende zu bringen. Statt Wirtschaftshilfe kam Sozialhilfe. Hilfe zur Selbsthilfe wäre der bessere Weg gewesen. Billiger und effektiver.
Ein Bruchteil der Transferzahlungen die bis heute von West nach Ost gezahlt wurden in die Ostwirtschaft investiert, unter Beihaltung einer eigenen der Wirtschaftskraft angepassten Währung und es gäbe heute wirklich blühende Landschaften östlich der Elbe.
Die Menschen die keinen Bock mehr auf ihre Heimat hatten, sind auch trotz DM Richtung Westen aufgebrochen, also die alternative politische Notwendigkeit einer Währungsunion sehe ich nicht. Diese heutige Darstellung das es keine ander Möglichkeit gab als eine Währungsunion, soll bloß das Versagen der Politik verschleiern.

@Eisenacher deine Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf

[/quote]

So richtig sehe ich nicht wer hier zitiert und wer nicht. Aber

Zitat
Ein Bruchteil der Transferzahlungen die bis heute von West nach Ost gezahlt wurden in die Ostwirtschaft investiert, unter Beihaltung einer eigenen der Wirtschaftskraft angepassten Währung und es gäbe heute wirklich blühende Landschaften östlich der Elbe.
Die Menschen die keinen Bock mehr auf ihre Heimat hatten, sind auch trotz DM Richtung Westen aufgebrochen, also die alternative politische Notwendigkeit einer Währungsunion sehe ich nicht. Diese heutige Darstellung das es keine ander Möglichkeit gab als eine Währungsunion, soll bloß das Versagen der Politik verschleiern



Zitat
@Eisenacher deine Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf[



Zumindest bei dieser Passage

Zitat
... Das Resultat konnte man 1989 sehen. Ruinierte Infrastruktur, ...

wird mir ganz schwummrig wenn ich die Gegenwart betrachte.


nach oben springen



Besucher
28 Mitglieder und 80 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 3100 Gäste und 190 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14371 Themen und 558106 Beiträge.

Heute waren 190 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen