#81

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 09:07
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #46
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #1


Wer hat Lust, mitzumachen?


ICH


Hallo 4.Zug 4.Kompanie GAR-40,

wir haben in einigen Threads die von dir formulierten Fragen auch bereits diskutiert und zwar sehr in die Tiefe gehend. Zuletzt in dem von Hartmut Utkieker initiierten "Sozialismus ohne Diktatur" - hat Grenzgängerin schon weiter oben drauf hingewiesen. Vielleicht magst du da mal reinlesen, es lohnt sich!

Aber auch hier möchte ich gerne etwas zu deiner folgenden Aussage sagen bzw. fragen:

Da ich nach wie vor der Meinung bin, dass die Menschheit nur in einer Gesellschaft ohne Ausbeutung (mit ihren Ursachen und Folgen) ein Überleben hat, suche ich hier nach Gleichgesinnten, die mit mir zusammen Gedanken zusammentragen, die die Theorie von Marx/ Engels/ Lenin zumindest empirisch kritisch betrachten und vielleicht neue Denkansätze produzieren.

Ich meine ja, die Denkrichtung muss verändert werden. Das ethische Postulat des Kommunismus wird nicht über "Staat" erreicht sondern nur über den einzelnen Menschen.
Wenn wir keine gesellschaftliche Ausbeutung wollen, müssen wir selbst aufhören auszubeuten. (in einem mehrfachen Sinne!)
Dem theoretischen Marx'schen Fundament, das Kind seiner Zeit war, müssen die Erkenntnisse der Psychologie und Soziologie hinzugefügt werden. Und unbedingt die Erfahrungen derer, die bereits in einem sozialistischen System gelebt haben, denn nur sie können eigentlich beurteilen, was organisatorisch anders zu machen wäre.
Humanistisches Denken und Handeln kann nur über Einsicht erreicht werden. Ich werde das Gute wollen, wenn ich davon überzeugt bin.
Wie schaffen wir das?
.



Danke, Barbara,

das tat gut. Ich hatte bei der abstrakten und auf einen streitbaren Grundbegriff gezielten Fragestellung zu Beginn des Threads schon die Finger von den Tasten genommen, aber Du bringst hier eine der Richtungen hinein, die mich schon mehrfach beschäftigt hat. Wenn eine Gesellschaft tatsächlich die umfassende Freiheit des Menschen anstrebt, wie könnte oder sollte dieser Mensch dann aussehen? Welche Vorstellungen bringen wir aus der heutigen Zeit in die mögliche Arbeitswelt ein? Das Interessante war für mich, dass die Suche nach der Beantwortung dieser Frage Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Struktur dieser Utopie ermöglicht. Damit bin ich zwar nicht bei der Frage: Wie komme ich dahin? Aber ich bin weiter, denn ich mache aus dem Nebel einer Utopie das Bild einer Vision.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


DoreHolm und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#82

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 10:01
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Die Umsetzung ist doch der Knackpunkt. Politische Utopien gab und gibt es viele. Und es ist schön sich mit ihnen zu befassen. Aber ich gebe zu bedenken: Die meisten sind bei der Umsetzung kläglich gescheitert. Es ergaben sich dabei andere Machtstrukturen: Das Militär (eher im Westen) oder eine Parteielite (eher im Osten) übernahm die Macht und verteidigte ihre Privilegien, anstatt die Utopie umzusetzen (und somit ihre Macht aufzugeben). Statt Feudalismus, Bourgoisie Militär oder Partei an der Macht! Die Ausbeutung und Unterdrückung der Bevölkerung ging weiter. Als 1981 General Jaruzelski wegen des Arbeiteraufstandes das Kriegsrecht verhängte und meine Bekannten nicht mehr nach Polen durften, dachte ich bei mir, da läuft gewaltig etwas schief im Sozialismus.
Theo


4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#83

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 11:41
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Ja, Theo, nix dagegen zu sagen. Aber in einer Diskussion kann ich entweder nur die Utopie oder Geschichte bzw. Realität betrachten. Die Utopie wäre keine Utopie, wenn sie schon realisiert worden wäre. Die Realität des Sozialismus hatte weder etwas mit Kommunismus noch mit einer Utopie zu tun. Genau das ist der Punkt, an dem man sich verzettelt. Ich hab leider jetzt keine Ruhe für das Thema ... also auf später.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


eisenringtheo und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#84

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 12:01
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Für die Praxistauglichkeit einer Utopie empfehle ich eine Insellösung. Freiwillige Probanden finden und dann kann es los gehen. Das hätte man vor der Energiewende auch machen sollen.
Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit (Karl Marx)


nach oben springen

#85

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 12:01
von chantre | 425 Beiträge

Ich möchte mal ein Zitat von Kurt Tucholsky aus dem Jahr 1931 zur Diskussion stellen:
"Wenn ein Kommunist arm ist, dann sagen die Leute, er sei neidisch. Gehört er dem mittleren Bürgertum an, dann sagen die Leute, er sei ein Idiot, denn er handele gegen seine eignen Interessen. Ist er aber reich, dann sagen sie, seine Lebensführung stehe nicht mit seinen Prinzipien im Einklang.
Worauf denn zu fragen wäre: Wann darf man eigentlich Kommunist sein ?"


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#86

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 12:04
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von g.s.26 im Beitrag #78
Das bedeutet also, Kommunismus würde nur funktionieren, wenn alle Menschen gleich denken/handeln?

Oder ist das zu einfach von mir gedacht?



Vielleicht etwas anders:

Damit Kommunismus funktioniert, sollen die Menschen sich über ihr unterschiedliches Denken zunächst ernsthaft und wahrhaftig austauschen, damit die Chance zu Gemeinsamkeit besteht, z.B. eines gemeinsamen gesellschaftlichen Wollens.

---------

Übrigens: dein Henry Miller Zitat finde ich absolut klasse und ich teile es zu 100%.
.


.


4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#87

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 12:09
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von damals wars im Beitrag #75
Kommunismus ist,wenn jeder von jedem genug hat.
So Richtung bedingungsloses Grundeinkommen.


Nein!

ich teile eine politische Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, aber durch deren Verwirklichung haben wir nicht "Kommunismus".

Es gibt keinen objektiven Maßstab für "genug".
.


4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#88

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 12:15
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zu der Zeit als Marx seine Lehre entwarf befand sich ja das Proletariat in einer sehr schlechten Situation, Manchester-Kapitalismus halt, in der Moderne ist die Arbeiterschaft durchaus satt und in Masse sehnt sich halt das Proletariat nicht mehr unbedingt danach die Diktatur auszuüben, zumal im realem Sozialismus die Diktatur ja eher auch über das Proletariat gekommen war.
Sind die Lehren von Marx vielleicht auch nicht mehr ganz zeitgemäß und sollte man die Theorien von Lenin, nebst seiner verheerenden Praxis, eventuell lieber ganz ausklammern?


nach oben springen

#89

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 12:40
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Harra318 im Beitrag #61
Zitat von Barbara im Beitrag #50


Er wurde ja nicht an der DDR ausprobiert sondern ist ihre Gründungsphilosophie.




Wenn ich als Außenstehender die DDR nur aus Literatur kenne, kann ich mir nur das Gute raus lesen. Wenn ich aber dort viele Jahre leben musste, habe ich auch den real existierenden Sozialismus mitmachen müssen.Daher ist auch ein verständlich machen an Dritte, sehr schwierig. Denn in dieser Gemeinschaft des Zusammenlebens im Sozialismus gab es auch unterschiedliche Schichten. Die Nutznießer und das kleine Arbeitervolk.



Ich glaube, du hast mich vielleicht missverstanden. Meine Bemerkung oben war keine Wertung der DDR bzgl. "gut oder schlecht", das würde mir in der Tat nicht zustehen.
Hapedi hatte geschrieben, der Kommunismus wurde an der DDR "ausprobiert". Das hört sich so an, als habe es eine DDR "davor" gegeben, oder sogar eine Alternative. Nein, das sozialistische System bzw. die kommunistische Vision waren das gesellschaftliche Staats-Gründungsmodell und -Motiv 1949 der DDR. (natürlich vor dem Hintergrund der handfesten Macht-Interessen der UDSSR)

Und um das hinzuzufügen: ich glaube, dass die Gründergeneration der DDR das wirklich gewollt hat. Darüber kann man sicher streiten,
ich denke aber, dass 1949 keiner dastand und sagte: wir experimentieren jetzt mal ein bisschen, sondern dass tatsächliche Überzeugungen dahinter standen, von Leuten, die z.T. vorher einiges in Kauf genommen hatten, s. NS-Zeit.

Ist die kommunistische Idee durch den real existierenden Sozialismus vollkommen diskreditiert worden? Ich glaube, nein. Ich respektiere allerdings jede andere Meinung, vor allem derer, die ihn real erlebt haben. Aber auch diese haben sehr unterschiedliche Meinungen dazu z.B. hier im Forum...
.




.


Küchenbulle 79 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#90

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 12:51
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Die Bürger der sowjetischen Besatzungszone hatten da wohl wenig Wahlmöglichkeiten, welches Gesellschaftsmodell sie bevorzugen. Da hat Sie keiner gefragt.


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#91

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 13:05
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Eisenacher im Beitrag #90
Die Bürger der sowjetischen Besatzungszone hatten da wohl wenig Wahlmöglichkeiten, welches Gesellschaftsmodell sie bevorzugen. Da hat Sie keiner gefragt.



Richtig. Im Westen auch nicht.
Dann sind wir aber beim Thema "Großmächteinteressen" und weg vom Thread-Thema.


Küchenbulle 79, Diskus303, eisenringtheo und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#92

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 13:48
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #91
Zitat von Eisenacher im Beitrag #90
Die Bürger der sowjetischen Besatzungszone hatten da wohl wenig Wahlmöglichkeiten, welches Gesellschaftsmodell sie bevorzugen. Da hat Sie keiner gefragt.



Richtig. Im Westen auch nicht.
Dann sind wir aber beim Thema "Großmächteinteressen" und weg vom Thread-Thema.



Im Westen schon .


nach oben springen

#93

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 13:54
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von Barbara im Beitrag #89


Ist die kommunistische Idee durch den real existierenden Sozialismus vollkommen diskreditiert worden? Ich glaube, nein. Ich respektiere allerdings jede andere Meinung, vor allem derer, die ihn real erlebt haben. Aber auch diese haben sehr unterschiedliche Meinungen dazu z.B. hier im Forum...
.





Wenn der Kommunismus die Gesellschaftsform ist, in der die Menschen zufrieden leben, in der sie Erfüllung finden, wo ihre Leistungen anerkannt werden und wo sie sich wohlfühlen – wenn dies alles so wäre, dann muss man die Menschen ändern.
Und der Mensch wird sich nicht ändern, er wird immer nach persönlichem Wohlstand streben – sozusagen der Motor seines Handelns.
Wenn jemand studiert, sich Spezialwissen aneignet und auch in die Gesellschaft dann wieder einbringt, dann wird er dies auch oder gerade wegen seines Vorteiles tun und nicht, wenn er mit dem, der die Kühe melkt, auf gleicher Stufe gestellt wird, ohne hier nun Melkern zu nahe treten zu wollen. Dies wird meines Erachtens nach auch so bleiben. Somit müsste sich die Menschheit wirklich ändern und die ist eine Utopie. Selbst der Teil der Menschheit, der unter dem Einfluss der Sowjetunion gestanden hat, hat sich nicht verändert, selbst in diesem Mutterland m ö g l i c h e r
Kommunisten waren alle Menschen gleich und viele gleicher. Wo sind sie heute, die russischen Kommunisten? Was hat die Zeit von 1917 – zum Zerfall der Sowjetunion in den Köpfen der Menschen hinsichtlich des Kommunismus bewirkt?
Ich glaube auch nicht daran, dass die Menschen nach 1945 nun versucht haben, eine Gesellschaftsordnung aufzubauen, die ihren Idealen entsprechen sollte. Vielmehr war in der Sowjetischen Einflusszone doch von vornherein klar, was da aufgebaut werden sollte und wer da was zu sagen hat. Und dass dies kein Kommunismus sein konnte, muss doch auch heute im Rückblick klar sein. Woran soll man sonst eine Gesellschaftsordnung messen, wenn nicht an dem, was sie real schafft? Und die in der DDR aufgebaute Ordnung hat es nicht geschafft, bei der Gesamtheit der Bevölkerung Begeisterung, Anerkennung und aktive Teilnahme zu bewirken. Nicht umsonst sind so viele abgehauen, solange die Grenzen offen waren. Überzeugte Bürger handeln anders....
Man kann sich hier philosophisch noch so beweihräuchern, kann Intelligenz vortäuschen und theoretische Abhandlungen noch und nöcher schreiben – letztendlich alles geistige Onanie. Es ging in die Hose, in der DDR, in der Sowjetunion und im gesamten sozialistischen Lager. Von den Machenschaften solcher Steinzeitkommunisten, wie den Roten Khmer sollen wir ja nichts schreiben, auch Mao und die Kulturrevolution – keine Fehlerdiskussion wurde vorgegeben...
Kennen wir doch irgendwoher, oder?
Nein, Sozialismus und Kommunismus taugen nicht für eine hochentwickelte Gesellschaft, taugen nicht, um Menschen zu Leistungen anzuspornen und eine Entwicklung voranzutreiben. Gleichmacherei – wir haben doch gesehen, wohin dies führt.
Es ist vorbei, glücklicherweise...


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#94

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 16:54
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #90
Die Bürger der sowjetischen Besatzungszone hatten da wohl wenig Wahlmöglichkeiten, welches Gesellschaftsmodell sie bevorzugen. Da hat Sie keiner gefragt.


Die Bürger der westlichen Besatzungszonen sicher auch nicht. Ich erinnere daran, daß auch dort nach 45 selbst durch konservative Kreise sehr weitgehende Pläne zur Verstaatlichung von Großunternehmen bestanden. Aber, wie schon gesagt, andere Besatzungsmächte mit anderen egsellschaftlichen Vorstellungen als die UdSSR.



nach oben springen

#95

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 19:39
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #88
Sind die Lehren von Marx vielleicht auch nicht mehr ganz zeitgemäß ...

Wie kommst'n auf diesen dünnen Ast, hier mal eine Vorlesung aus'm Einführungssemester Soziologie und zumindest Professorin Gildemeister sagt ... zeitgemäßer den je!

mms://u-003-stimms03.uni-tuebingen.de/UT...0001.wmv500.wmv
(Bin mal so mutig, den Stream direkt zu verlinken)

Und hier noch die Timestamps

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
 
00:00:00	Marx, Karl
00:04:34 Marx' Werke
00:05:57 Marx, Karl: Biographie
00:14:04 1830-1850: Kultur, Politik, Naturwissenschaft, Technik, Medien
00:16:01 Marx, Karl: zentrale Perspektive
00:18:33 Marx, Karl: Unterschiede zu Comte, ökonomische Kritik
00:21:31 "Manifest der kommunistischen Partei": Klassen, Klassenkämpfe
00:23:14 "Arbeit"
00:25:54 Produktivkräfte; Produktionsmittel
00:27:59 Produktionsverhältnisse; Produktionsweise
00:31:19 Basis-Überbau-Theorem
00:34:28 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Urgesellschaft (Marx)
00:38:21 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Sklavenhaltergesellschaft (Marx)
00:39:14 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Feudalismus (Marx)
00:39:48 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Kapitalismus (Marx)
00:45:52 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Kommunismus (Marx)
00:47:30 Geschichtlichkeit der Gesellschaft (Marx)
00:50:56 Ideologiekritik (Marx)
00:53:18 Soziologie, Problemkomplexe: sozialer Wandel, soziale Ungleichheit
 



P.S. WiSe 2007/8 Soziologie, Uni Tübingen, 3. Vorlesung am 6.11.2007
... http://timms.uni-tuebingen.de/List/List0...2%5D_sozio_000_


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 04.10.2013 19:49 | nach oben springen

#96

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 19:46
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #95
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #88
Sind die Lehren von Marx vielleicht auch nicht mehr ganz zeitgemäß ...

Wie kommst'n auf diesen dünnen Ast, hier mal eine Vorlesung aus'm Einführungssemester Soziologie und zumindest Professorin Gildemeister sagt ... zeitgemäßer den je!

mms://u-003-stimms03.uni-tuebingen.de/UT...0001.wmv500.wmv
(Bin mal so mutig, den Stream direkt zu verlinken)

Und hier noch die Timestamps

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
 
00:00:00	Marx, Karl
00:04:34 Marx' Werke
00:05:57 Marx, Karl: Biographie
00:14:04 1830-1850: Kultur, Politik, Naturwissenschaft, Technik, Medien
00:16:01 Marx, Karl: zentrale Perspektive
00:18:33 Marx, Karl: Unterschiede zu Comte, ökonomische Kritik
00:21:31 "Manifest der kommunistischen Partei": Klassen, Klassenkämpfe
00:23:14 "Arbeit"
00:25:54 Produktivkräfte; Produktionsmittel
00:27:59 Produktionsverhältnisse; Produktionsweise
00:31:19 Basis-Überbau-Theorem
00:34:28 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Urgesellschaft (Marx)
00:38:21 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Sklavenhaltergesellschaft (Marx)
00:39:14 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Feudalismus (Marx)
00:39:48 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Kapitalismus (Marx)
00:45:52 Gesellschaftsformationen, Abfolge: Kommunismus (Marx)
00:47:30 Geschichtlichkeit der Gesellschaft (Marx)
00:50:56 Ideologiekritik (Marx)
00:53:18 Soziologie, Problemkomplexe: sozialer Wandel, soziale Ungleichheit
 




Olle Marx zählt zu den bedeutendsten aller Philosophen der Menschheitsgeschichte. Ob seine Theorien nun jemand passen oder nicht, behandelt wird er an allen Lehreinrichtungen, die sich irgendwie mit Gesellschaft befassen. Da macht selbst die Kirche mit ihren theologischen Unis keine Ausnahme.
In der DDR wurde ja auch die Ökonomie des Kapitalismus behandelt einschl. der Klassiker.



zuletzt bearbeitet 04.10.2013 19:47 | nach oben springen

#97

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 20:05
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Von einer Welt zu träumen, in der alle zufrieden und glücklich sind, führt einen eher auf den Weg, ein Drogendealer zu werden, als auf den Pfad der Philosophie. Nachdem ich hier einiges gelesen habe, was alles nicht gehen kann und niemals gehen wird, treibt es mich nun doch zu einem kleinen Seitenhieb. Vor ca. 300 Jahren galt es noch als erwiesene und wissenschaftlich fundierte Tatsache, dass der Mensch mit seiner Eigensucht und mit seinem Egoismus niemals fähig zu demokratischen Systemen sein kann, weswegen nur die harte Hand eines absoluten Herrschers akzeptabel für die Regierung eines Landes schien. Und auch beim Schneider von Ulm predigte man im Anschluss an seinen Absturz, dass nie ein Mensch fliegen könne. Gut, das musste ich loswerden.

Aber ein paar Konstanten haben sich ja in den letzten Jahrmilliönchen herausgebildet und da die Forschung in diesen Dingen inzwischen auch etwas weiter ist, als im Jahre 1848, sind wir nicht nur, wie z.B. Friedrich Engels in seinem Werk "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates", auf eine Reihe von Spekulationen angewiesen. Da wären zum Beispiel als ständige Konfliktherde:
- Der Drang nach gesellschaftlicher Anerkennung.
- Die Drang, nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit intellektuellen Vorzügen seine Paarungschancen zu erhöhen.
- Der Wunsch nach Bequemlichkeit.
- Der Wunsch, etwas Bleibendes zu hinterlassen.
- Beziehungsprobleme und Eifersucht.

Das ist meine Liste, mit der ich die Üblichkeiten von Essen, Trinken, Schlafen, Wohnen etc. bis hin zur politischen Selbst- und Mitbestimmung erweitern würde. Arbeit?! Ja, Arbeit ist auch ein Grundbedürfnis, aber darauf würde ich gesondert eingehen wollen. Diese, ich bleibe mal bei dem Wort, Bedürfnisse werden nicht durch gesellschaftliches Edikt aufgehoben oder einfach so einem höheren Zweck geopfert. Sie stellen eine Quelle steten Widerspruchs mit der Gesellschaft, unmittelbar oder übergreifend dar. Sie sorgen dafür, dass es eigentlich in keiner Gesellschaft eine vollständige Erfüllung geben kann. Es wird immer Konflikte geben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Menschen gänzlich unfähig bleiben müssen, sich bessere Rahmenbedingungen als heute zu schaffen. Der Schritt von der feudalabsolutistischen zur kapitalistischen auf der einen, aber auf der anderen Seite auch demokratischen Sprosse der Entwicklung war durchaus ein klares Signal, dass sich eine menschliche Gesellschaft weiter entwickeln kann. Der Mensch wird immer um Spielregeln für sich verändernde Bedingungen ringen müssen. Und das wird niemals fehler- und schon gar nicht konfliktfrei ablaufen. Eine gedachte Utopie, die den Menschen in einer Selbstverwirklichung jenseits von Ausbeutung und Zwang zur Arbeit aus rein materiellem Lebensinteresse sieht, sollte diesen Bedürfnissen gerecht werden und kann und wird auch wieder keine Endstation sein, vorausgesetzt, die Menschheit überlebt auf diesem Weg.

Ich denke, die alten Gedanken der Utopisten aus realsozialistischen Zeiten können wir ad acta legen, die sich das Ideal eines kommunistischen Menschen irgendwie als eine Mischung aus den Heinzelmännchen, Pawel Kortschagin und Schnatterinchen vorstellten (1. Glücklich auch bei nächtlicher Arbeit, 2. Glücklich im Aufopfern für die Menschheit, 3. Glücklich beim Reden).

Soviel zunächst mein persönliches e2-e4 in dieser Sache.
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.10.2013 20:07 | nach oben springen

#98

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 20:07
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Kommunismus ist ein Sammelbegriff für theoretische Idiotie bürgerlicher Verfasser, denen es selbst besser ging als der aufzuwiegelnden Masse zu jener Zeit, und dafür missbrauchte, bildungslose später ignorierende und somit dem Verbrechertum nahestehende Proletarier, die gern ob ihrer eigenen Vorteile zu Vasallen moralloser kleinbürgerlicher Feiglinge wurden.

Kommunisten sind moralisch gesehen Verbrecher am Volke!

Mit besten Grüßen!

Ex-Huf


Harra318, Gert und linamax haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.10.2013 20:08 | nach oben springen

#99

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 20:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #97
Soviel zunächst mein persönliches e2-e4 in dieser Sache.

Erstensma biste garnicht dranne, Du als ehemalger Polit haste gefälligst mit SCHWARZ zu spielen und wenn jemand mit dem edlen und reinen Weiß eröffnet, dann doch wohl kannste ja wie der Huf gerade mal b2b4 machen. Ich verrate itzo ma nicht, wie diese Eröffnung unter Schachmatikern auch genannt wird *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#100

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 04.10.2013 20:25
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Kommunismus ist machbar. Ein hoffnungsvolles Leuchten am Ende des Tunnels

http://www.spiegel.de/gesundheit/schwang...s-a-926139.html


nach oben springen



Besucher
26 Mitglieder und 81 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: weber-thum@web.de
Besucherzähler
Heute waren 3335 Gäste und 172 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14368 Themen und 557866 Beiträge.

Heute waren 172 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen