#201

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 19:55
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #194
"Das Sein bestimmt das Bewusstsein"

...habe das Folgende selbst noch nicht gelesen aber darüber gelesen:

Erich Fromm:
Haben oder Sein
(Untertitel: die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft) (!!!)

[...] Es handelt von einer philosophischen Anthropologie der Gesellschaft und beschreibt die zwei Charakterstrukturen Haben und Sein (Sozialordnung) und setzt sich kritisch mit den Thematiken auseinander.

Die Arbeit ist eine empirische psychologische und soziologische Analyse der Existenzweisen (sowohl individuell als auch gesellschaftlich, siehe Gesellschaftscharakter) des Habens und des Seins und führt Ansätze seiner früheren Arbeiten fort. Es ist im humanistischen Geist Fromms geschrieben und stellenweise – verfasst ein Jahrzehnt vor Glasnost und Perestroika – vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und insbesondere der Gefahr eines Atomkrieges (Kubakrise etc.) zu verstehen. Ersetzt man die von Fromm verwendeten und für die damalige Zeit aktuellen maschinenfixierten Beispiele durch computerfixierte, so ist das Werk zum größten Teil noch immer hochaktuell.

Am Ende seines Werkes arbeitet Fromm Gemeinsamkeiten derjenigen Denkweisen heraus, die sich vom Gedanken des Habens gelöst haben und sich der Sicht des Seins verpflichtet fühlen. Dieser Geist des Seins zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

1.die Produktion habe der Erfüllung der wahren Bedürfnisse des Menschen und nicht den Erfordernissen der Wirtschaft zu dienen
2.das Ausbeutungsverhältnis der Natur durch den Menschen wird durch ein Kooperationsverhältnis zwischen Mensch und Natur ersetzt
3.der wechselseitige Antagonismus zwischen den Menschen ist durch Solidarität ersetzt
4.oberste Ziele des gesellschaftlichen Arrangements seien das menschliche Wohlsein und die Verhinderung menschlichen Leids
5.maximaler Konsum ist durch einen vernünftigen Konsum (Konsum zum Wohle des Menschen) ersetzt
6.der einzelne Mensch wird zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben motiviert



http://de.wikipedia.org/wiki/Haben_oder_Sein
.


Danke, liebe Barbara, wir kommen Dank Dir dem Problem schon viel näher.
Punkt 1.- 5. setzt aber voraus, dass der Mensch und nicht nur der Einzelne sondern im Kontext mit der gesamten Gesellschaft das will.

Und erfüllen lässt sich das nur unter einer Voraussetzung, die Gesellschaft verfügt über eine Produktivität, die für ALLE Menschen eine menschenwürdige Grundversorgung bereitstellen kann, sonst geht das wieder in die Hose.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#202

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 20:18
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Naturforscher im Beitrag #195
Man traut es sich ja fast nicht mehr zu sagen aber ich gestehe zu DDR Zeiten ML studiert zu haben! Aus heutiger Sicht kann ich sagen, der alte Rauschebart Marx hatte in vielerlei Hinsicht recht! Schauen wir nur mal an die Finanzmärkte: Die zyklischen Krisen des Kapitalismus hat Marx im "Kapital" genau beschrieben, genau wie die Finanzoligarchie, also die Macht der Banken.
Was der Gute nicht wissen konnte ist: Die Menschheit ist nicht reif für Kommunismus. Konsumieren ist nach wie vor eine unserer Lieblingsbeschäftigungen. Jeder will mehr haben als der Andere (Geld, Klamotten, Auto usw.) und diese "Weisheit" geben wir ach an unsere Nachkommen weiter. Fatal ist, dass die natürlichen Resourcen dieses Planeten diesem Wahn eine Grenze setzen. Erst wenn alle das begriffen haben, dürfte die Menschheit in ihrer Entwicklung einen Schritt vorankommen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Moment nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.


Grün: Vielleicht bin ich etwas blauäugig, aber ich meine, daß ist nicht annähernd die Mehrheit, zumindest hier im Osten, daß in erster Linie der Wohlstand des Nachbarn Maß aller Dinge ist. Den meisten ist es relativ egal, ob der Nachbar das teurere Auto hat, die luxuriösere Wohnungsaustattung, immer die modernsten Markenklamotten trägt, die neueste High-Tec an Heimelektronik besitzt und die meisten Fernreisen in die teuersten Hotels macht. Natürlich wird mehr oder weniger danach gestrebt, aber die Lebensführung wird i.d.R. nicht danach ausgerichtet.



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#203

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 20:47
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #202
Zitat von Naturforscher im Beitrag #195
Man traut es sich ja fast nicht mehr zu sagen aber ich gestehe zu DDR Zeiten ML studiert zu haben! Aus heutiger Sicht kann ich sagen, der alte Rauschebart Marx hatte in vielerlei Hinsicht recht! Schauen wir nur mal an die Finanzmärkte: Die zyklischen Krisen des Kapitalismus hat Marx im "Kapital" genau beschrieben, genau wie die Finanzoligarchie, also die Macht der Banken.
Was der Gute nicht wissen konnte ist: Die Menschheit ist nicht reif für Kommunismus. Konsumieren ist nach wie vor eine unserer Lieblingsbeschäftigungen. Jeder will mehr haben als der Andere (Geld, Klamotten, Auto usw.) und diese "Weisheit" geben wir ach an unsere Nachkommen weiter. Fatal ist, dass die natürlichen Resourcen dieses Planeten diesem Wahn eine Grenze setzen. Erst wenn alle das begriffen haben, dürfte die Menschheit in ihrer Entwicklung einen Schritt vorankommen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Moment nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.


Grün: Vielleicht bin ich etwas blauäugig, aber ich meine, daß ist nicht annähernd die Mehrheit, zumindest hier im Osten, daß in erster Linie der Wohlstand des Nachbarn Maß aller Dinge ist. Den meisten ist es relativ egal, ob der Nachbar das teurere Auto hat, die luxuriösere Wohnungsaustattung, immer die modernsten Markenklamotten trägt, die neueste High-Tec an Heimelektronik besitzt und die meisten Fernreisen in die teuersten Hotels macht. Natürlich wird mehr oder weniger danach gestrebt, aber die Lebensführung wird i.d.R. nicht danach ausgerichtet.



Dore, wir, und damit schließe ich Dich mal bei mir ein, sind anders sozialisiert, wir haben eine andere Denke, die, die nur an ihr eigenen Vorteil denken, können uns diesbezüglich gedanklich nicht folgen, ich verstehe Dich. Für unsere Gedanken ist hier leider kein Platz.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#204

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 20:55
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Einige Leute hier drin haben sich in ihrer realen Welt ein so beschauliches Nest geschaffen, dass es ihnen am Arsch vorbei geht, wie es dem Rest der Welt geht und sich nur noch daran ergötzen, ihre längst geschichtlich schon abgegessenen Wunden immer noch zu lecken und Gift zu versprühen. Die Zukunft ist ihnen nur insofern wichtig, wenn sie ihre Besitzstände wahrt. An eine wirklich bessere Welt als die Heutige haben sie kein Interesse, warum auch ...


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#205

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 21:37
von Moskwitschka (gelöscht)
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Na toll, da fällt mir Walter Ulbricht ein, der nicht so unrecht hatte, als er 1970 folgendes sagte:

"Ein Parteisekretär, der nur eine politische Ausbildung an der Kreis- oder Bezirksparteischule hat, schafft seine Arbeit heute nicht mehr. Er muss ein bis zwei Jahre neu ausgebildet werden. Das muss man auch mit aller Deutlichkeit sagen.

Mich schreckt die Diskussion hier eher ab, als das sie einlädt.

LG von der grenzgaengerin


chantre hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.11.2013 21:38 | nach oben springen

#206

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 22:05
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #205
Na toll, da fällt mir Walter Ulbricht ein, der nicht so unrecht hatte, als er 1970 folgendes sagte:

"Ein Parteisekretär, der nur eine politische Ausbildung an der Kreis- oder Bezirksparteischule hat, schafft seine Arbeit heute nicht mehr. Er muss ein bis zwei Jahre neu ausgebildet werden. Das muss man auch mit aller Deutlichkeit sagen.

Mich schreckt die Diskussion hier eher ab, als das sie einlädt.

LG von der grenzgaengerin







Kann sein, ich wollte in dem Thema nicht Erscheinungen polemisieren, ich wollte wachsame Menschen meiner Epoche einladen, sich darüber auszutauschen, wofür es sich lohnt, gelebt zu haben und zu leben , was falsch gelaufen ist und warum es so war, was auch ich falsch gedacht habe und was ich neu besser denken sollte, mehr nicht, dieses Forum gehört allen Meinungen und ich lasse mir von keinem hier drin giftenden Antikommunisten meine Meinung /Idee diskreditieren. Wegen mir könnt ihr hier drin über Vergangenes herziehen, mich berührt das herzlich wenig.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#207

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 22:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #203
Zitat von DoreHolm im Beitrag #202
Zitat von Naturforscher im Beitrag #195
Man traut es sich ja fast nicht mehr zu sagen aber ich gestehe zu DDR Zeiten ML studiert zu haben! Aus heutiger Sicht kann ich sagen, der alte Rauschebart Marx hatte in vielerlei Hinsicht recht! Schauen wir nur mal an die Finanzmärkte: Die zyklischen Krisen des Kapitalismus hat Marx im "Kapital" genau beschrieben, genau wie die Finanzoligarchie, also die Macht der Banken.
Was der Gute nicht wissen konnte ist: Die Menschheit ist nicht reif für Kommunismus. Konsumieren ist nach wie vor eine unserer Lieblingsbeschäftigungen. Jeder will mehr haben als der Andere (Geld, Klamotten, Auto usw.) und diese "Weisheit" geben wir ach an unsere Nachkommen weiter. Fatal ist, dass die natürlichen Resourcen dieses Planeten diesem Wahn eine Grenze setzen. Erst wenn alle das begriffen haben, dürfte die Menschheit in ihrer Entwicklung einen Schritt vorankommen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Moment nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.


Grün: Vielleicht bin ich etwas blauäugig, aber ich meine, daß ist nicht annähernd die Mehrheit, zumindest hier im Osten, daß in erster Linie der Wohlstand des Nachbarn Maß aller Dinge ist. Den meisten ist es relativ egal, ob der Nachbar das teurere Auto hat, die luxuriösere Wohnungsaustattung, immer die modernsten Markenklamotten trägt, die neueste High-Tec an Heimelektronik besitzt und die meisten Fernreisen in die teuersten Hotels macht. Natürlich wird mehr oder weniger danach gestrebt, aber die Lebensführung wird i.d.R. nicht danach ausgerichtet.



Dore, wir, und damit schließe ich Dich mal bei mir ein, sind anders sozialisiert, wir haben eine andere Denke, die, die nur an ihr eigenen Vorteil denken, können uns diesbezüglich gedanklich nicht folgen, ich verstehe Dich. Für unsere Gedanken ist hier leider kein Platz.

rotmark soll ich dir ein Taschentuch leihen ? Gruß aus dem Land der nur auf ihren Vorteil bedachten Siegernation


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#208

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 22:19
von Naturforscher | 20 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #198
Zitat von Eisenacher im Beitrag #196
Selbst wenn das Materielle keine Rolle mehr spielen würde, weil z.B. alles reichlich vorhanden wäre, könnte der Kommunismus nicht funktionieren, weil es weiter das Streben nach Macht geben würde.


Es wir niemals alles reichlich vorhanden sein, materiell, wenn man mal spinnt sicherlich, ideell aber niemals. Es muss sich ein Umdenken im Mennschsein vollziehen, dass nicht der materielle Reichtum den einen Menschen vom anderen abhebt, sondern sein geistiger. Und dann findet dieser Mensch auch Befriedigung in seinem Dasein. Wissen, zum Nutzen seines eigenen Egos und aber vor Allem zum Gemeinwohl.

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"Niemals" klingt mir irgendwie zu absolut. Der Mensch wird niemals fliegen und die Erde ist eine Scheibe.... Es gibt so etwas wie Entwicklung auch bei unserer Spezies aber die läuft nun mal im Schneckentempo ab.
Wir alle waren dabei, als 1989 die Mauer fiel. Daher meinen wir, sowas wiederholt sich alle paar Jahre. Ist aber nicht so. Der Sprung vom Poly- zum Monotheismus geschah vor über 2000 Jahren. Das war Fortschritt! Trotzdem gibt es auch heute noch sowas wie Religionskriege! Der nächste bedeutende Sprung in der Entwicklung des Menschen findet vielleicht erst statt, wenn wir längst Geschichte sind. Indem wir aber darüber nachdenken und unsere Gedanken mit anderen teilen, legen wir den Grundstein dafür, dass sich was ändert, ganz, ganz langsam.
Fakt ist, die Zeit arbeitet gegen uns, denn wir haben unsere Welt schon zu sehr strapaziert. Siehe die letzten Naturkatastrophen. Man muss kein Prophet sein um zu wissen: Es wird noch dicker kommen, wenn wir uns nicht ändern.
Wenn man es recht bedenkt ist das schon lange keine Frage der Weltanschauung mehr sondern eine des Überlebensinstinktes, doch dieser scheint uns im Verlauf der Evolution abhanden gekommen zu sein.

Den kennst Du doch sicher:

Treffen sich zwei Planeten.
Sagt der eine: "Du siehst aber nicht gut aus!"
Sagt der zweite: "Ich hab homo sapiens!"
Darauf wieder der erste:"Das geht vorbei!"



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#209

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 22:29
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #204
Einige Leute hier drin haben sich in ihrer realen Welt ein so beschauliches Nest geschaffen, dass es ihnen am Arsch vorbei geht

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #203

Dore, wir, und damit schließe ich Dich mal bei mir ein, sind anders sozialisiert, wir haben eine andere Denke, die, die nur an ihr eigenen Vorteil denken, können uns diesbezüglich gedanklich nicht folgen, ich verstehe Dich. Für unsere Gedanken ist hier leider kein Platz.


Heiko, so nimmt man die Leute nicht mit. Denn nur darum kann es ja heute gehen, oder? Wer nicht für uns ist, ist gegen uns - das hat schon einmal einiges kaputt gemacht. Und aus der Vergangenheit lernen ist doch hier das Motto.

Leider ist es nicht überzeugend was Du hier ablieferst. Und ich finde, das hat einen entscheidenden Grund - du gehst nicht auf die anderen ein. Ich weiß, das ist mühsam. Doch mit der pauschalen Keule - die anderen seien ja alles Deppen - erschlägst Du nicht nur, die Dir verbal entgegentreten, sondern viele unsichtbare Leser, die die Diskussion verfolgen.

LG von der grenzgaengerin


elster427, 94, DoreHolm und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#210

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 20.11.2013 22:30
von Naturforscher | 20 Beiträge

Vielleicht bin ich etwas blauäugig, aber ich meine, daß ist nicht annähernd die Mehrheit, zumindest hier im Osten, daß in erster Linie der Wohlstand des Nachbarn Maß aller Dinge ist. Den meisten ist es relativ egal, ob der Nachbar das teurere Auto hat, die luxuriösere Wohnungsaustattung, immer die modernsten Markenklamotten trägt, die neueste High-Tec an Heimelektronik besitzt und die meisten Fernreisen in die teuersten Hotels macht. Natürlich wird mehr oder weniger danach gestrebt, aber die Lebensführung wird i.d.R. nicht danach ausgerichtet.
[/quote]


Da wäre ich mir an Deiner Stelle nicht so sicher. Dich interessiert das vielleicht nicht, mich auch nicht aber glaube mir, ich kenne genug Leute auch hier im Osten, die nur ans Messen denken aber genau die würden das auf Nachfrage niemals zugeben.



DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#211

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 11:55
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #201
Zitat von Barbara im Beitrag #194
"Das Sein bestimmt das Bewusstsein"

...habe das Folgende selbst noch nicht gelesen aber darüber gelesen:

Erich Fromm:
Haben oder Sein
(Untertitel: die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft) (!!!)

[...] Es handelt von einer philosophischen Anthropologie der Gesellschaft und beschreibt die zwei Charakterstrukturen Haben und Sein (Sozialordnung) und setzt sich kritisch mit den Thematiken auseinander.

Die Arbeit ist eine empirische psychologische und soziologische Analyse der Existenzweisen (sowohl individuell als auch gesellschaftlich, siehe Gesellschaftscharakter) des Habens und des Seins und führt Ansätze seiner früheren Arbeiten fort. Es ist im humanistischen Geist Fromms geschrieben und stellenweise – verfasst ein Jahrzehnt vor Glasnost und Perestroika – vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und insbesondere der Gefahr eines Atomkrieges (Kubakrise etc.) zu verstehen. Ersetzt man die von Fromm verwendeten und für die damalige Zeit aktuellen maschinenfixierten Beispiele durch computerfixierte, so ist das Werk zum größten Teil noch immer hochaktuell.

Am Ende seines Werkes arbeitet Fromm Gemeinsamkeiten derjenigen Denkweisen heraus, die sich vom Gedanken des Habens gelöst haben und sich der Sicht des Seins verpflichtet fühlen. Dieser Geist des Seins zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

1.die Produktion habe der Erfüllung der wahren Bedürfnisse des Menschen und nicht den Erfordernissen der Wirtschaft zu dienen
2.das Ausbeutungsverhältnis der Natur durch den Menschen wird durch ein Kooperationsverhältnis zwischen Mensch und Natur ersetzt
3.der wechselseitige Antagonismus zwischen den Menschen ist durch Solidarität ersetzt
4.oberste Ziele des gesellschaftlichen Arrangements seien das menschliche Wohlsein und die Verhinderung menschlichen Leids
5.maximaler Konsum ist durch einen vernünftigen Konsum (Konsum zum Wohle des Menschen) ersetzt
6.der einzelne Mensch wird zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben motiviert



http://de.wikipedia.org/wiki/Haben_oder_Sein
.


Danke, liebe Barbara, wir kommen Dank Dir dem Problem schon viel näher.
Punkt 1.- 5. setzt aber voraus, dass der Mensch und nicht nur der Einzelne sondern im Kontext mit der gesamten Gesellschaft das will.

Und erfüllen lässt sich das nur unter einer Voraussetzung, die Gesellschaft verfügt über eine Produktivität, die für ALLE Menschen eine menschenwürdige Grundversorgung bereitstellen kann, sonst geht das wieder in die Hose.




Aber wenn ich es richtig verstanden habe, ist es ja in der DDR nicht "in die Hose gegangen", weil nicht für alle DDR-Bürger eine "menschenwürdige Grundversorgung" bereit gestellt wurde"?

-----------------------

Ich merke inzwischen, dass ich arge Probleme damit habe, den Menschen so darzustellen, dass er noch nicht "Kommunismus-fähig" ist. Er noch zu egoistisch sei und das auf weitere Zukunft. Das hört sich mir inzwischen zu sehr nach intellektuellem Wehklagen an. Wir werden "dem Menschen" damit nicht gerecht meine ich.

Der Mensch ist Empathie- und Einsichts-fähig, bereits heute und war es auch immer ab einer bestimmten Entwicklungsstufe der Evolution.

Er ist aber auch zu jeder Art von Abgrund fähig, wie wir wissen.

Ich habe neulich eine schöne kleine Geschichte gefunden, sie trifft es meiner Meinung nach genau: das, was man (selbst!) erreichen will, muss man nähren.


Schweigend saß der alte Indianer mit seinem Enkel am Lagerfeuer.
Die Bäume standen wie dunkle Schatten, das Feuer knackte und die Flammen züngelten in den Himmel.
Nach einer langen Weile sagte der Alte:
„Manchmal fühle ich mich, als ob zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen.
Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam.
Der andere aber ist liebevoll, sanft und mitfühlend.“

Und der Junge fragte: „Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?“
„Der, den ich füttere“, antwortete der Alte.


Liegt das Ringen um die bessere Welt nicht so sehr "zwischen" den Menschen, sondern in ihm selbst?

.

Verfasser Zitat unbekannt
.


Jobnomade und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.11.2013 11:56 | nach oben springen

#212

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 12:13
von ddr-bürger (gelöscht)
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Die Parabel mit den Wölfen ist gut.

Nur der Mensch ist auch beeinflußbar, wenn die "Raubtierinstinkte" von außen gefüttert werden? Bei der Medienpräsenz, bei dem ständigen schüren von Gier und aber auch Verlustängsten, was soll da noch raus kommen?


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#213

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 12:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #211
Verfasser Zitat unbekannt

Es wird wohl ein Theologe gewesen sein, für mich kling die ganze Story nach einer Interpretation von Mt 5,39


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#214

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 13:25
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #212
Nur der Mensch ist auch beeinflußbar, wenn die "Raubtierinstinkte" von außen gefüttert werden? Bei der Medienpräsenz, bei dem ständigen schüren von Gier und aber auch Verlustängsten, was soll da noch raus kommen?
Ah ja... die Medien sind schuld. Könnte man sich davor nicht einfach schützen in dem man auch Medien bewußt konsumiert?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#215

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 14:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von matloh im Beitrag #214
Ah ja... die Medien sind schuld. Könnte man sich davor nicht einfach schützen in dem man auch Medien bewußt konsumiert?



Du setzt aber viel Vertrauen in die Differenzierungs- und Urteilsfähigkeit der Menschen.

Zu viel, wie ich befürchte.


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#216

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 15:51
von ddr-bürger (gelöscht)
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Es ist umfassend und schwer sich zu entziehen, es fängt an mit Radio im Auto Blitzer- und Verkehrsmeldungen und dann.... Ich persönlich höre Musik über USB und laß das Gerät nur bei solchen Meldungen umschalten. Dann die oft so iinteressanten Sendungen über die DDR, als Doku aufgemacht und mit Zeitzeugen "aufgehübscht", die Zeitzeugen bewußt ausgesucht und entsprechende Kommentare- paßt.
Printmedien, die ach so neutrale Presse, die hängt am Tropf der Werbekunden.....
Internet....
Aber wir kommen vom Thema weg, nur der Einfluß der Medien ist heute so stark, das man sich schlecht entziehen kann. Und dann noch mangelnde Kritikfähigkeit, da hat man ein Meinungsmonopol in den Händen, da kann man den Kommunismus unterschwellig so richtig schöööön "abwatschen".....


Damals87 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#217

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 16:00
von StabsfeldKoenig | 2.648 Beiträge

... nicht das, was Stalin machte, aber auch nicht, was Trotzki wollte. Interessant ist das Buch "Verratene Revolution" von L. Trotzki. Wenn Lenin etwa 10 Jahre länger gelebt hätte, dann wäre es nicht möglich gewesen, daß Stalin und seine mittelmäßigen Bürokraten den Massenmord an Lenin's Kampfgefährten aus der Zeit der Revolution hätten begehen können. Dann wäre der Weg in den Kommunismus offen gewesen. Der ideale Nachfolger wäre Bucharin gewesen, den Stalin auch hat ermorden lassen.
War übrigens Stalins Geheimdienstchef Berija Agent des britischen Geheimdienstes? Bis heute ist unbekannt, was Berija in Baku während der britischen Besetzung getan hat. 26 Kommisare wurden ermordet (ich habe selbst den Gedenkhain besucht), aber Berija überlebte.



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#218

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 16:20
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Wer überlebt in der Natur?
Welche Gesellschaftssysteme überleben?
Welche Tiere oder Menschen überleben Krisen?
Welche Firmen überleben in Wirtschaftskrisen?

Es sind die Starken und nicht die Schwachen

Theorien kann es viele geben, aber die Praxis zeigt , wie das richtige Leben läuft.
Fressen oder gefressen werden.

Evolution bedeutet Überleben des Besseren. Fortschritt und Entwicklung gibt es nur, wenn das Schwache verschwindet. Diese Erkenntnis aus der Natur gilt in der Wirtschaft und auch bei Gesellschaftssystemen.


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#219

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 16:38
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Zitat von Eisenacher im Beitrag #218
Wer überlebt in der Natur?
Welche Gesellschaftssysteme überleben?
Welche Tiere oder Menschen überleben Krisen?
Welche Firmen überleben in Wirtschaftskrisen?

Es sind die Starken und nicht die Schwachen

Theorien kann es viele geben, aber die Praxis zeigt , wie das richtige Leben läuft.
Fressen oder gefressen werden.

Evolution bedeutet Überleben des Besseren. Fortschritt und Entwicklung gibt es nur, wenn das Schwache verschwindet. Diese Erkenntnis aus der Natur gilt in der Wirtschaft und auch bei Gesellschaftssystemen.




Bringt die Evolution eine neue Gesellschaft? Nur die Gesellschaft überlebt welche nicht sein gesamtes Umfeld ausbeutet (Natur, Umwelt, Mensch).

Die Frage ist gibt es noch ein "Überleben" wenn die Menschen erkennen welche Zusammenhänge bestehen? Ich denke bis dahin ist es zu spät, gab mal ein Lied von U. Lindenberg , daran muß ich jetzt denken. Leider fällt mir der Titel nicht ein, auf deutsch so wie "großes Finale"....


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#220

RE: Kommunismus, was ist das eigentlich?

in Leben in der DDR 21.11.2013 16:43
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Was kümmert die Natur irgendwelche Ameisen, die sich eine Gesellschaft nennen und auf dem Planeten herum kriechen?
Das reguliert sich alles von selbst. Wenn die Ameisen zu viel Müll bauen, werden eben ein paar eliminiert.
Das macht doch nichts, das merkt doch keiner.



zuletzt bearbeitet 21.11.2013 16:45 | nach oben springen



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