#121

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:35
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #119
Zitat von studfri im Beitrag #118
Zitat von exgakl im Beitrag #114
Zitat von studfri im Beitrag #112
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Also ich bin Ostdeutscher gewesen und bin es immer noch, bin aber nach 23 Jahren im geeinten Deutschland mental angekommen und sehe meine DDR-Vergangenheit als das was es halt war, 28 Jahre leben in einem deutschen Staat der anders war als die Bundesrepublik Deutschland.
Etliche Freunde, Bekannte und Geschäftspartner aus Westdeutschland leben auch schon lange Zeit in meiner Region und wenn wir zusammen feiern oder arbeiten sehe ich keinen erkennbaren Unterschied und Ost und West ist da auch kein Thema mehr.
Meine Kinder hat die DDR sowieso nicht berührt, die sind halt ganz einfach deutsche.


Damit machst Du es Dir aber sehr einfach, wie ich meine. Zumindest ist das eine ausgesprochen wohlwollende Umschreibung für die vorhandenen Unterschiede. Du blendest damit die eigentliche Problematik aus, statt sie zu benennen und zur Disposition zu stellen. Damit stehst Du nicht alleine da, im Gegenteil, von diesem Ansatz aus wird vielfach vorgegangen. Gerade das aber ist einer der Gründe, der ein "Zusammenwachsen" verhindert.

Mit dem viel beschworenen "Zusammenwachsen" ist sicher nicht eine Assimilation aller Menschen in den neuen Bundesländern mit denen in den alten Ländern gemeint. Was sollte das auch bringen. Sowas kann man -wie das hier auch schon zu Recht angeklungen ist- überhaupt nicht erwarten.




oje, das ist ja dann schon ein richtig schlimmes Krankheitsbild, Du meinst also, das der Grenzwolf seine Probleme verdrängt? Ok....
Was sind denn d.M.n. die eigentlichen Probleme?

VG exgakl

PS: warum erinnere ich mich gerade in dem Momentz an den ehem. User Sony?



Ich habe weder ein "Krankheitsbild" beschrieben noch einem User persönlich irgendetwas unterstellt, sei es er habe etwas "verdrängt" noch sonst etwas. Das legst Du so aus, warum entzieht sich meiner Kenntnis.

Wer ist ein "User Sony"?? Ich bin zum ersten Mal hier angemeldet.

Mit einer sachlichen Diskussion hat Dein Post wohl eher wenig zu tun.



Den User "Sony" vergiss mal, der war eigentlich nicht für dich bestimmt, ich bin schon alt und da denke ich manchmal eben auch an früher... ok, der User @Grenzwolf62 hat seine persönliche Situation beschrieben, darauf hin schriebst Du, dass er das eigentliche Problem ausblendet..... fällt Dir jetzt irgendwie was auf???
Na fein, dann kann es ja schön sachlich weitergehen....

VG exgakl


Ja richtig, er beschreibt sein eigenes 28 Jahre währendes Leben dort, was sicher persönlich ist, aber die Beschreibung des Staates oder besser gesagt die Meinung zur Differenzierung der Darstellung der beiden Staaten hat doch nichts direkt mir seiner Persönlichkeit zu tun, es ist nur seine Meinung dazu und die habe ich kommentiert, die Meinung und nicht Ihn selbst.



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#122

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:42
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #115
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #113
Worin besteht denn dann die eigentliche Problematik aus Deiner Sicht?

Gruß, Heiko!


Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.


also die vereinigten Bundesbürger haben vor ein paar Wochen das hier zum wiederholten Male vollbracht>>>>>>>>>>>>> http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...2010_-_3zu4.jpg
und Du sprichst von tiefen Mißtrauen gegeneinander... ah ja....


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 18:42 | nach oben springen

#123

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 19:15
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#124

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 19:17
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #122
Zitat von studfri im Beitrag #115
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #113
Worin besteht denn dann die eigentliche Problematik aus Deiner Sicht?

Gruß, Heiko!


Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.


also die vereinigten Bundesbürger haben vor ein paar Wochen das hier zum wiederholten Male vollbracht>>>>>>>>>>>>> http://upload.wikimedia.org/wikipedia/co...2010_-_3zu4.jpg
und Du sprichst von tiefen Mißtrauen gegeneinander... ah ja....




Schlechtes Beispiel - mehr fällt mir da jetzt gerade nicht ein.


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#125

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 19:17
von studfri | 762 Beiträge

Die "Mutti Merkel", warum auch nicht. Sie steht an der Spitze einer Partei und die Wähler haben sicher auch ihre geschickte und wohl kalkulierte Politik gepaart mit cleverer Eigenvermarktung gewürdigt. Das Gesamtergebnis ist sicher nicht sie selbst alleine sonders es fußt auf einem ebenso großen wie auch erfolgreichen Beraterstab.

Es geht hier aber doch wohl um des "Zusammenwachsen" im weitesten Sinne und da tat Frau Merkel recht wenig zur Sache (warum auch, es ist nicht ihre Aufgabe und ein einzelner Mensch wäre sicher weit überfordert mit einem solchen Ansinnen).



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#126

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 19:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Wenn jetzt noch der Thierse BT-Präsi würde, dann hätten wir's.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#127

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 19:36
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #126
Wenn jetzt noch der Thierse BT-Präsi würde, dann hätten wir's.



zum Glück ist der in der Versenkung verschwunden. Ich fand den Typ abart.......


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#128

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 19:40
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #111
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #106
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #101
Es gibt meiner Meinung nach eine "innere" und eine "äußere" Einheit.

Zur inneren Einheit, die Menschen in Ost und West sind weder besser oder schlechter und es kann Privat sehr gute und interessante Kontakte und Freundschaften geben.
Die Uneinheit ist doch von der Politik und Wirtschaft "verordnet". Solange es hier im Osten unterschiedliche Tarife und Rentenrecht gibt, solange gibt es keine wirkliche Einheit. Teile und herrsche.....

Ich merke das daran, ein "Ossi" im "Wessiland" wird schneller seine Vorurteile verlieren, da er auch gleich (im wirtschaftlichen Sinn) behandelt wird. Die Vorurteile werden beim gemeinsamen arbeiten recht schnell begraben. Nur erkläre doch bitte den im "Osten" gebliebenen, warum er für die gleiche tarifliche Tätigkeit eine Stunde in der Woche mehr arbeiten soll für weniger Lohn/ Gehalt? Das Märchen von der schlechteren "Wirtschaftlichkeit" der Betriebe glaubt doch eh keiner mehr. das Thema hat der markt "bereinigt".
Eine ungleiche Behandlung kann keine Einheit fördern.


Wenn die 3 % Unterschied auch noch weg sind, was ist dann das Lieblingsargument?

http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_4836.htm

Und noch was zu den bescheidenen Renten im Osten

http://www.finanznachrichten.de/nachrich...echsten-003.htm

Bei der Bewertung meiner Ost-Beschäftigungszeit wurde der zu der Zeit durchschnittliche Lohn West zugrunde gelegt, was will man denn nun noch mehr an Gerechtigkeit?




Was ist mit den Studien, das in "Ostdeutschland" die Löhne bis zu 30% unter Westniveau sind?

Die Menschen selber sind nicht das Problem, es ist zum Beispiel oft um einigs angenehmer in den "alten Bundesländern" zu arbeiten. Die Kollegen dort sind auf ihre Art oft ehrlicher unf korrekter als "Ostkollegen". das sind Erfahrungen eines guten bekannten von mir. Er erklärte das so, im Osten waren die meisten schon öfter arbeitslos, das macht irgendwie kaputt und krank. Aus diesem grund ist das "gehacke" gegeneinander größer als im Westen wo solche bitteren Erfahrungen nicht so oft gemacht wurden.

Und selbst die von Dir erwähnten 3% sind eine Ungerechtigkeit, die Prozentzahl schafft das auch nicht aus der Welt.





Die sind halt einfach Quatsch.
Die Böckler-Stiftung ist gewerkschaftsnah, die Zahlen kann man schon annehmen.


zuletzt bearbeitet 29.10.2013 19:43 | nach oben springen

#129

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 20:58
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat #128

Was ist mit den Studien, das in "Ostdeutschland" die Löhne bis zu 30% unter Westniveau sind?

Die Menschen selber sind nicht das Problem, es ist zum Beispiel oft um einigs angenehmer in den "alten Bundesländern" zu arbeiten. Die Kollegen dort sind auf ihre Art oft ehrlicher unf korrekter als "Ostkollegen". das sind Erfahrungen eines guten bekannten von mir. Er erklärte das so, im Osten waren die meisten schon öfter arbeitslos, das macht irgendwie kaputt und krank. Aus diesem grund ist das "gehacke" gegeneinander größer als im Westen wo solche bitteren Erfahrungen nicht so oft gemacht wurden.

Und selbst die von Dir erwähnten 3% sind eine Ungerechtigkeit, die Prozentzahl schafft das auch nicht aus der Welt.


[/quote]

Die sind halt einfach Quatsch.
Die Böckler-Stiftung ist gewerkschaftsnah, die Zahlen kann man schon annehmen.[/quote]


Ich gehe darauf nicht weiter ein, da es Veröffentlichungen aus der Presse waren (sogar der freien Presse, nicht des "ND" ). Ohne nähere Angaben würde ich da "trocken" Schwimmen.
Aber "Quatsch" halte ich da für etwas übertrieben. Warum geht die Jugend weg aus Thüringen? Ich kenne persönlich Beispiele wo die 30% voll zutreffend sind.


zuletzt bearbeitet 29.10.2013 20:58 | nach oben springen

#130

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 21:20
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #128
[quote=ddr-bürger|p300180][quote=Grenzwolf62|p300137][quote=ddr-bürger|p300107]]

Die sind halt einfach Quatsch.
Die Böckler-Stiftung ist gewerkschaftsnah, die Zahlen kann man schon annehmen.



Die obige Tabelle des Beweises einer allmählichen Angleichung des Tarifniveaus mag zutreffen auf den öffentlichen Dienst und hier kann man sich x- beliebige Referenzpersonen herauspicken ohne Rücksicht darauf, wie intensiv Geschäftsbereiche ausgegliedert und Neuankömmlinge eingruppiert wurden aber nur die Gesamtbilanz verhilft uns zur Wahrheit und solange wie ich im Südharzkreis 6, 25 € für den Trockenschnitt beim Friseur bezahle und nirgendwo im Westen weniger als 12 € glaube ich auch keinen Statistiken, hier noch eine Standortbestimmung des Eisenbahnwesens und wer hier auf dem Abstellgleis steht:

Berliner

Verkehrsbetriebe

Bei den von der Bahn völlig unabhängigen Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und deren Tochter Berlin Transport verhandelt gerade die Gewerkschaft Verdi neue Arbeitsbedingungen für die insgesamt 13 000 Beschäftigten. Wer derzeit als U-Bahnfahrer beginnt, erhält laut Tarifvertrag 1805 Euro brutto, später dann 2000 Euro. Kollegen mit Altverträgen bekommen mit möglichen Zuschlägen bis zu 4000 Euro im Monat.hah


(aus http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/382325/ )


Ich glaube die Böckler Stiftung spitzt gerne mal Bleistifte für ihre politischen Gefälligkeitsgutachten.
Sie repräsentiert die möglicherweise sogar erfolgreiche Tarifarbeit ihrer Gewerkschaften, aber das alles eben nur innerhalb ihres immer weiter schrumpfenden Wirkungskreises, das dient nur eingeschränkt der Wahrheitsfindung.



zuletzt bearbeitet 30.10.2013 17:42 | nach oben springen

#131

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 21:30
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #99
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #98
Seit einigen Wochen schwirrt mir ein Gedanke im Kopf rum. Es ist nicht die Einheit von Ost und West, die eine Illusion ist, sonderen dass die unsichtbare Mauer, die viele Ostdeutschen trennt , noch in meinem Leben verschwindet.

LG von der grenzgaengerin


Die Ostdeutschen trennt nichts - im Gegenteil: Sie haben sich zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen geschlossen.
Als ich kürzlich in Rostock in einer unserer Dienststellen war, ist die erste Frage: Von wo kommst Du - Ost oder West??? gewesen.
Nachdem ich meinen Lebensweg als Ossi grob umrissen hatte, kam ein erleichtertes Aufatmen und die Einladung zum Kaffee.
Natürlich verschwimmen die Ansichten nach 24 Jahren. Das ist auch gut so, aber die Alten können nach den Erfahrungen der ersten Wendejahre nicht mehr aus sich raus. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, denn es geht mir genau so.



Einen gewissen Zusammenhalt, Solidarität, gegenseitiges Wohlwollen oder wie man es nennen will, habe ich bei meinen Kundenkontakten nicht nur zwischen Ostdeutschen erlebt, sondern sogar im Kontakt mit Kunden in Polen, CZ u.a. Ostblockländern. Sogar im fernen Husum in Schl.-Holstein hatte ich einen Tschechen als Kunden, der gleich ganz aufgeschlossen wurde, als er hörte, wo ich herkomme. Auch die gemeinsamen Erfahrungen des gleichen politischen Systems spielten hier eine Rolle.



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#132

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 21:43
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Schweift zwar etwas vom Thema ab, aber, wer 6 € ungerade für einen Trockenschnitt nimmt, der betreibt sein Geschäft als Hobby, selbst wenn die Friseuse 15 min. für einen braucht, setzt sie etwa 4000 € im Monat um, aber nur wenn ihre Produktivität 100% beträgt. Oder das ist ein Haarschneidediscounter. Wir sollten mal auf dem Teppich bleiben.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#133

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 08:07
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #115
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #113
Worin besteht denn dann die eigentliche Problematik aus Deiner Sicht?

Gruß, Heiko!


Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.


Wie lange soll denn am besten die Aufarbeitung dauern?
In ca. 40 Jahren hat der Sensenmann wohl alles aus Fleisch und Blut aus der ehemaligen DDR abgearbeitet, wird dann noch weiter aufgearbeitet oder ist dann die Einheit endlich vollzogen?


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.10.2013 08:10 | nach oben springen

#134

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 08:46
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #132
Schweift zwar etwas vom Thema ab, aber, wer 6 € ungerade für einen Trockenschnitt nimmt, der betreibt sein Geschäft als Hobby, selbst wenn die Friseuse 15 min. für einen braucht, setzt sie etwa 4000 € im Monat um, aber nur wenn ihre Produktivität 100% beträgt. Oder das ist ein Haarschneidediscounter. Wir sollten mal auf dem Teppich bleiben.


Sieh Dir an, wo ich herkomme, den Frisör gibt es noch, es ist ein regulärer Salon in einem 3000 Ew- Dorf im Mansfelder Land.
Allerdings führt man in diesem Gewerbe gerade den Mindestlohn ein, früher gab es hier sogar noch eine Happy- Hour bei dieser ehemaligen PGH Charmant wo der Trockenschnitt für unter 5 Euro zu bekommen war.
Warum sollte ich das an den Haaren herbeiziehen ? Das ist die Realität, bitteschön.
Du kannst auch auf dem Boulevard Halle für unter 4 Euro ein Mittagessen, Schnitzel, Bratkartoffeln, Beilage bekommen und Du hast Recht, vielleicht ist alles sogar nur Hobby, das wäre ja kein Widerspruch, in der Lutherstadt Eisleben schließt ein Traditionsgeschäft nach dem anderen, viele von denen die noch da sind, sind es nur deshalb, weil sie keine Ladenmiete erwirtschaften müssen.



zuletzt bearbeitet 30.10.2013 10:59 | nach oben springen

#135

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 18:58
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #133
Zitat von studfri im Beitrag #115
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #113
Worin besteht denn dann die eigentliche Problematik aus Deiner Sicht?

Gruß, Heiko!


Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.


Wie lange soll denn am besten die Aufarbeitung dauern?
In ca. 40 Jahren hat der Sensenmann wohl alles aus Fleisch und Blut aus der ehemaligen DDR abgearbeitet, wird dann noch weiter aufgearbeitet oder ist dann die Einheit endlich vollzogen?


Diese von Dir vorgeschlagene Lösung durch eine Art natürliche Selektion wäre denn wohl die ultima ratio, ja da gebe ich Dir völlig recht. Spätestens dann dürften sich einige (aber sicher auch nicht alle) Probleme und Fragestellungen in gewisser Hinsicht erledigt haben. Das von Dir zitierte "Abarbeiten des Sensenmannes" bezieht sich aber wohl dann auch auf die Bürger beider Teile Deutschlands und nicht nur auf die der DDR.

Gemessen an der Genesis sind 40 Jahre sicher eine zu vernachlässigende Größe. Da wir aber endlich sind und in Generationen und Menschenleben rechnen üblicherweise, da sind 40 Jahre doch noch eine ganz ordentliche Wegstrecke. Fast 2 Generationen und ein halbes Menschenleben.

Insoweit würde ich sagen, da wäre durchaus noch Handlungsbedarf an Aufarbeitung auf diesem Weg. Aber das muss ja nicht sein, man kann durchaus die 40 Jahre abwarten. Nur sollte man sich dann nicht beschweren, dass das "Zusammenwachsen" (wie immer das auch aussehen soll) so beschwerlich ist und/oder dass das nicht richtig nach vorne i.S.v. weiter kommt.



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#136

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 19:54
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi, Benjamin
Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.
________________________________________
Zuerst wollte ich Dir ja einfach „Jubelnd Zustimmen“ aber dann kam ich doch ins Grübeln. Meint der jetzt Aufarbeitung durch den jeweiligen Einzelnen oder meint der die praktizierte, quasi „Staatliche“ Aufarbeitung. Bei ersteren sehe ich übrigens die geringeren Probleme, wir hauen uns zwar hier im Forum manchmal ganz schön Doll-aber irgendwie „lieben wir uns auch“- sonst würden wir hier nicht mitmachen. Anders sieht es aber m.M. nach mit der „Staatlichen“ oder Mainstream-Aufarbeitung aus. Beispiel ?
Vor einiger Zeit hab ich drei Niederländer übers Hobby kennengelernt und –wir waren in Hohenschönhausen-die wollten dann auch noch Herrn Knabes Gruselkabinett sehen.----Ne- diese Formulierung kam nicht von mir!!!! Wir also in die Ausstellung. Führung durch eine Angestellte und einen Zeitzeugen. Da Meine Gäste darauf Wert legten, habe ich auf drei bis vier „Strittige Punkte“ hingewiesen. –Die Nummer mit der Röntgenkanone wurde als Tatsache verkauft- keine Unterscheidung zwischen sowjetischen Speziallager und MfS-Haftanstalt- die „berühmte“ Wasserfolter und die Sache mit dem Grotewohl-Express und dem schrecklichen Gefangenenwagen.
Die Reaktion der „Führenden“ war , wie ich erwartet habe. Es kam natürlich die Frage-nicht freundlich- wo ich denn mein Wissen her haben wollte….. Nun, das Ding mit der Röntgenkanone war einfach zu lösen----- Ist die Zelle hier original? Na-wo ist dann die Kraftsteckdose, so ein Ding braucht ja mehr als ne Taschenlampenbatterie.—Noch keine weitere Reaktion . Bei dem letzten Ereignis kam dann : Woher wollen sie das wissen-Ach ,sie wohnen hier in HschH um die Ecke-na da haben doch sowieso nur Stasis gewohnt. Bei meinen Holländischen Hobbykumpels brachte das etwas mehr als nur Grinsen hervor.
Der eine war echt sauer. Da ich nicht das erste Mal in dieser Einrichtung war, hatte ich auch eine freundliche, aber überaus passende Entgegnung.
Diese Art von Aufarbeitung meinst Du ja hoffentlich nicht, aber als Berliner, wenn auch mit Rucksack, begegnet einen solche Aufarbeitung leider Täglich.
Misstrauen abbauen geht so, zu mindestens bei meiner Generation, nicht. Und der nachfolgende Teil der Menschheit ?
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
exgakl und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#137

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 20:18
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #136
Hi, Benjamin
Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.
________________________________________
Zuerst wollte ich Dir ja einfach „Jubelnd Zustimmen“ aber dann kam ich doch ins Grübeln. Meint der jetzt Aufarbeitung durch den jeweiligen Einzelnen oder meint der die praktizierte, quasi „Staatliche“ Aufarbeitung. Bei ersteren sehe ich übrigens die geringeren Probleme, wir hauen uns zwar hier im Forum manchmal ganz schön Doll-aber irgendwie „lieben wir uns auch“- sonst würden wir hier nicht mitmachen. Anders sieht es aber m.M. nach mit der „Staatlichen“ oder Mainstream-Aufarbeitung aus. Beispiel ?
Vor einiger Zeit hab ich drei Niederländer übers Hobby kennengelernt und –wir waren in Hohenschönhausen-die wollten dann auch noch Herrn Knabes Gruselkabinett sehen.----Ne- diese Formulierung kam nicht von mir!!!! Wir also in die Ausstellung. Führung durch eine Angestellte und einen Zeitzeugen. Da Meine Gäste darauf Wert legten, habe ich auf drei bis vier „Strittige Punkte“ hingewiesen. –Die Nummer mit der Röntgenkanone wurde als Tatsache verkauft- keine Unterscheidung zwischen sowjetischen Speziallager und MfS-Haftanstalt- die „berühmte“ Wasserfolter und die Sache mit dem Grotewohl-Express und dem schrecklichen Gefangenenwagen.
Die Reaktion der „Führenden“ war , wie ich erwartet habe. Es kam natürlich die Frage-nicht freundlich- wo ich denn mein Wissen her haben wollte….. Nun, das Ding mit der Röntgenkanone war einfach zu lösen----- Ist die Zelle hier original? Na-wo ist dann die Kraftsteckdose, so ein Ding braucht ja mehr als ne Taschenlampenbatterie.—Noch keine weitere Reaktion . Bei dem letzten Ereignis kam dann : Woher wollen sie das wissen-Ach ,sie wohnen hier in HschH um die Ecke-na da haben doch sowieso nur Stasis gewohnt. Bei meinen Holländischen Hobbykumpels brachte das etwas mehr als nur Grinsen hervor.
Der eine war echt sauer. Da ich nicht das erste Mal in dieser Einrichtung war, hatte ich auch eine freundliche, aber überaus passende Entgegnung.
Diese Art von Aufarbeitung meinst Du ja hoffentlich nicht, aber als Berliner, wenn auch mit Rucksack, begegnet einen solche Aufarbeitung leider Täglich.
Misstrauen abbauen geht so, zu mindestens bei meiner Generation, nicht. Und der nachfolgende Teil der Menschheit ?
73 Hans




Nein, ich meinte die Aufarbeitung durch jeden einzelnen Menschen.
Der Staat kann das nicht leisten, die Wissenschaftler und die Historiker schon gleich gar nicht (zumal es auch nicht deren Aufgabe ist, vordergründig zumindest). Die vorgenannten Institutionen können nur Tatsachen herausarbeiten und dann ggf. der Öffentlichkeit präsentieren. Was man dann daraus macht, wie man damit umgeht und vor allen Dingen, was man dann für sich selbst da mitnimmt und hergibt (um nicht gleich zu sagen preisgibt), das ist die Sache eines jeden Einzelnen. Gerade auf diesem Feld gibt es ja die schwersten und bedauerlichsten Missverständnisse. Von letzteren ist das größte Missverständniss zu glauben, jetzt haben wir 25 Jahre rum und die Dinge so gut es ging ausgesessen und nun legen wir das Mäntelchen des Schweigens darüber und gehen zur Tagesordnung über.....einfach so, als sei nichts gewesen.. Das funktioniert so ganz sicher nicht und das Ergebnis sehen wir ja, nicht zuletzt wird es hier in diesem Thread hoch bedauert....



Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#138

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 20:23
von Hans | 2.166 Beiträge

Hi-
Jetzt hast Du meine jubelnde Zustimmung ! (Witz aus)
Korrekt-genau so sehe ich es auch. Wenn Du jetzt noch dransetzen könntest " und das gilt für beide Seiten" ......
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#139

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 20:31
von studfri | 762 Beiträge

Aber natürlich gilt das für beide Seiten. Doch, wenn man das mal mit einem Schachspiel vergleichen würde, dann hat ganz sicher der Osten die weißen Figuren.



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#140

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 30.10.2013 20:35
von Hans | 2.166 Beiträge

Ha-wir beide sind und wohl ähnlicher,als wir denken _ wir arbeiten beide gern mit Ja......aber. - Wie wärs mit Go ?


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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