#101

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 12:15
von ddr-bürger (gelöscht)
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Es gibt meiner Meinung nach eine "innere" und eine "äußere" Einheit.

Zur inneren Einheit, die Menschen in Ost und West sind weder besser oder schlechter und es kann Privat sehr gute und interessante Kontakte und Freundschaften geben.
Die Uneinheit ist doch von der Politik und Wirtschaft "verordnet". Solange es hier im Osten unterschiedliche Tarife und Rentenrecht gibt, solange gibt es keine wirkliche Einheit. Teile und herrsche.....

Ich merke das daran, ein "Ossi" im "Wessiland" wird schneller seine Vorurteile verlieren, da er auch gleich (im wirtschaftlichen Sinn) behandelt wird. Die Vorurteile werden beim gemeinsamen arbeiten recht schnell begraben. Nur erkläre doch bitte den im "Osten" gebliebenen, warum er für die gleiche tarifliche Tätigkeit eine Stunde in der Woche mehr arbeiten soll für weniger Lohn/ Gehalt? Das Märchen von der schlechteren "Wirtschaftlichkeit" der Betriebe glaubt doch eh keiner mehr. das Thema hat der markt "bereinigt".
Eine ungleiche Behandlung kann keine Einheit fördern.


Kurt, Küchenbulle 79, Heckenhaus und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#102

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 12:49
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #101

Die Uneinheit ist doch von der Politik und Wirtschaft "verordnet".



Genau das meine ich unter anderem, @ddr-bürger

Dieses verordnet ist doch kein Naturgesetz. Ich frage mich, wo bleiben die ostdeutsche Stimmen, die sich dagegen wehren? Ich kenne eine, doch die wird mehrheitlich abgelehnt.

Viele haben sich zurück gezogen. Parteien geniessen kein Vertrauen, Gewerkschaften spielen fast keine Rolle mehr. Von alleine wird sich da nichts ändern.

Aber lassen wir das. Freuen wir uns über die kleinen Dinge, wenn ein Ossi den anderen beim Kaffee trifft und sie sich gegenseitig outen. Hoffentlich kann sich der eine noch lange überhaupt noch ein Schälchen von diesem wunderbaren Gesöff in einem Cafe leisten.

LG von der grenzgaengerin


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 12:50 | nach oben springen

#103

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 12:54
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #102
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #101

Die Uneinheit ist doch von der Politik und Wirtschaft "verordnet".



Genau das meine ich unter anderem, @ddr-bürger

Dieses verordnet ist doch kein Naturgesetz. Ich frage mich, wo bleiben die ostdeutsche Stimmen, die sich dagegen wehren? Ich kenne eine, doch die wird mehrheitlich abgelehnt.

Viele haben sich zurück gezogen. Parteien geniessen kein Vertrauen, Gewerkschaften spielen fast keine Rolle mehr. Von alleine wird sich da nichts ändern.

Aber lassen wir das. Freuen wir uns über die kleinen Dinge, wenn ein Ossi den anderen beim Kaffee trifft und sie sich gegenseitig outen. Hoffentlich kann sich der eine noch lange überhaupt noch ein Schälchen von diesem wunderbaren Gesöff in einem Cafe leisten.

LG von der grenzgaengerin



.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#104

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 13:07
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Die verordnete Uneinheit wird nach meiner Meinung solange bestehen und im Bewußtsein der Bevölkerung, Ost genauso wie West, präsent sein solange die Politik und Wirtschaft noch von den "Neuen Bundesländern" spricht und an unterschiedlichen Löhnen, Beitragsbemessungsgrenzen und Rentenwertpunkten, um mal drei Beispiele zu nennen, festhält.

Die realitätsfremdeste "Begründung" für die niedrigen Löhne im Osten ist gerne der Verweis das die Arbeitsproduktivität in den DDR Betrieben nicht so hoch war ..... Ja mein Gott wo stehen denn noch DDR Betriebe und wenn ja arbeiten dort noch Brigaden im Titelkampf oder wie oder was?

Die Lebenshaltungskosten seien niedriger im Osten, aha ......
usw. usf.

Zu Zeiten der Mauer hat man von westlicher Seite die Spaltung bedauert und beweint. Heutzutage kommt es mir manchmal vor das von bestimmten Kreisen; siehe oben; diese Spaltung bewußt weiter forciert wird ......
Ost gegen West, Niedriglöhner gegen Hartz 4, normal Verdienende gegen Niedriglöhner, Deutsche gegen Migranten, ein zerstrittenes "Volk" lässt sich eben besser manipulieren und beherrschen ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Damals87, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40, Küchenbulle 79 und Heckenhaus haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#105

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 13:15
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #94
Zitat von Hackel39 im Beitrag #92
[quote=Barbara|p297773][quote=Hackel39|p297505][quote=Feliks D.|p292770][quote]Die Deutsche Einheit - eine Illusion.


Sehr richtig, liebe Barbara, die Einheit ist ein Kampf und kein Fest.
Eben haben wir anderswo im Forum ein Schlachtfeld abgewickelt unter dem Damoklesschwert der Stasiproblematik.
Die hat offenbar immer noch eine enorme Sprengkraft, welche man nur noch mit dem Schloß des Administrators bändigen konnte.
Hoffen wir gemeinsam, daß man weiterhin überwiegend ohne Ringrichter zurecht kommt.

.


...und lohnt sich der "Kampf" um die Einheit aus deiner Sicht lieber Hackel?

Setzt "Einheit" notwendigerweise die Abwesenheit von Unterschieden, Gegensätzen voraus?

Ist sie ein Synonym für "Gleichheit"?


.







Dieser Kampf ist Sache der Politiker, die das eingerührt und somit eine Verantwortung dafür übernommen haben, daß auf Grund der Einheit niemand abgehängt wird, egal ob als Region oder als Privatperson.
Dieser Verantwortung kommen sie an mehreren Fronten nicht nach, über die ökonomische Unwuchtrepublik habe ich mich schon ausgelassen und auch darüber, daß ich auf privater Ebene mit westdeutschen Kollegen, Verkäufern, Geschäftspartnern, Zimmervermietern oder wem auch immer keine Probleme habe, die ursächlich auf deren Herkunft zurückzuführen sind und somit trage ich meinen Teil zur Einheit bei.
Anspielungen auf den Ossi in mir sind in verschiedenen Situationen meist spaßig gemeint und überwiegend Koketterie.
Oft meint man aber, weil hier im Osten alles den Bach heruntergegangen ist Dinge verteidigen zu müssen, die für all dieses Makroelend gar nicht mehr relevant sind, sondern nur noch als Trotzreaktion zu verstehen sind und das ist dann schon nicht mehr spaßig.
Erinnert sei hier nur an das beinahe 25jährige Gezerre um die Vereinigung der beiden deutschen Angelverbände, da schimmerten doch schon zahlreiche Animositäten durch in Richtung "bloß nichts unterschreiben, bloß keine Westvorstände im DAV, nicht mal in der Ortsgruppe (Ostverein...VdSF...Westverein) und vieles andere mehr.
Weiter geht es mit den immer noch abweichenden Betriebsführungen im Bahnbetrieb Ost und West, das hätte mit den Milliardeninvestitionen längst ausgeräumt sein können, es war aber nicht gewollt und so kennt auch heute der "reine Westlokführer" (ohne Streckenkunde) nicht alle Signale des Ostens und umgekehrt, teilweise sind die Abweichungen sicherheitsrelevant also bei Unkenntnis tödlich.
Trotzdem senden wir alten Reichsbahner mit den alten Bundesbahnern auf einer Wellenlänge, so wie gestern erst wieder beim Unterricht in Köln (Kattenbug, Nähe Dom) zum Ausdruck kam, da meinte man fast schon man unterhält sich über ein und dieselbe Firma, wenn es um die allgemeinen Abläufe ging
Also wie Du siehst, liebe Barbara, es ist noch viel zu tun, aber im privaten Umgang miteinander sind wir den Politikern wohl eine Generation voraus.



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#106

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 14:24
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #101
Es gibt meiner Meinung nach eine "innere" und eine "äußere" Einheit.

Zur inneren Einheit, die Menschen in Ost und West sind weder besser oder schlechter und es kann Privat sehr gute und interessante Kontakte und Freundschaften geben.
Die Uneinheit ist doch von der Politik und Wirtschaft "verordnet". Solange es hier im Osten unterschiedliche Tarife und Rentenrecht gibt, solange gibt es keine wirkliche Einheit. Teile und herrsche.....

Ich merke das daran, ein "Ossi" im "Wessiland" wird schneller seine Vorurteile verlieren, da er auch gleich (im wirtschaftlichen Sinn) behandelt wird. Die Vorurteile werden beim gemeinsamen arbeiten recht schnell begraben. Nur erkläre doch bitte den im "Osten" gebliebenen, warum er für die gleiche tarifliche Tätigkeit eine Stunde in der Woche mehr arbeiten soll für weniger Lohn/ Gehalt? Das Märchen von der schlechteren "Wirtschaftlichkeit" der Betriebe glaubt doch eh keiner mehr. das Thema hat der markt "bereinigt".
Eine ungleiche Behandlung kann keine Einheit fördern.


Wenn die 3 % Unterschied auch noch weg sind, was ist dann das Lieblingsargument?

http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_4836.htm

Und noch was zu den bescheidenen Renten im Osten

http://www.finanznachrichten.de/nachrich...echsten-003.htm

Bei der Bewertung meiner Ost-Beschäftigungszeit wurde der zu der Zeit durchschnittliche Lohn West zugrunde gelegt, was will man denn nun noch mehr an Gerechtigkeit?


zuletzt bearbeitet 29.10.2013 14:33 | nach oben springen

#107

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 14:30
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #97
Zitat von Jobnomade im Beitrag #96
Zitat von Barbara im Beitrag #95
Zitat von Jobnomade im Beitrag #93
Die deutsche Einheit ist....

– das Einfache, das schwer zu machen ist.

frei nach Bertold Brecht
(über den Kommunismus)

Gruss Hartmut

ein "Ossi" ? "Wessi" ?
Ach, ich weiss nicht. Einfach ein Deutscher, der inzwischen auch ein wenig europäisch denkt...



Lieber Hartmut,

welche "inneren Grenzen" musstest du für dich überwinden um zu diesem Selbstgefühl zu kommen?
Kann man das überhaupt in Worten formulieren?
.



Liebe Barbara,

Ich versuche es mal mit Worten:
es waren mehrstufige "innere Grenzen".
Das erste waren sicher alltägliche Gespräche mit neuen Arbeitskollegen - die mit der gemeinsamen Erkenntnis endeten, das man doch viel mehr Gemeinsames als Trennendes hat. Die vorgefassten Ansichten über den jeweils anderen erwiesen sich schnell als Vorurteile, die von den Medien geschürt wurden.
Später kamen für mich Freunde durch gemeinsame Hobbies hinzu - da trat die ursprüngliche Herkunft des einzelnen immer mehr in den Hintergrund. Über allte Klischees und Vorurteile wurde meist gemeinsam gelacht.
Irgendwann kam für mich "ex-Ossi" der Zeitpunkt, als ich mit einer "Ost-Frau" von Dresden in den "Westen", den Raum München, zog. Hinter dieser Entscheidung zum Umzug standen berufliche Gründe.
2 Jahre später trennten wir uns. Ich stand vor einer inneren Hemmschwelle.
Ich wusste von mir, dass ich nicht allein bleiben würde - aber wer würde als nächstes meinen Lebensweg kreuzen ?
Es war eine gestandene, gebildete, unabhängige "West-Frau", an die ich heute noch mit Hochachtung zurück denke - es war für mich plötzlich kein Problem mehr, eine vorher existierende "innere Barriere" und alte Vorurteile hinter mir zu lassen.
Seit dieser Begegnung sind meine letzten inneren "Mauerreste" verschwunden. Dabei ist es auch geblieben, obwohl das Leben noch weitere Überraschungen für mich parat hielt.
Mehr möchte ich an dieser "öffentlichen" Stelle nicht dazu schreiben. Mehr gerne per PN.

Herzliche Grüsse von Hartmut





Lieber Hartmut,

zunächst mal bedanke ich mich sehr für deine sehr persönlichen Woete.
Ich möchte gerne eine Frage formulieren:
Freundschaften schließen, eine Beziehung eingehen, da ist ja bereits vieles voran gegangen an Annäherung.
Du sagst sinngemäß: wir Deutschen sind Opfer von Vorurteilen (gewesen) - richtig. Und wie schnell werden Vorurteile zu Urteilen und sogar zu Verurteilungen.

Wenn wir über eine "deutsche Einheit" sprechen, geht es dann nicht in erster Linie darum, diesen Kreis zu durchbrechen, im Wissen um unsere unterschiedlichen biografischen Hintergründe, sogar in Anerkennung dieser Unterschiedlichkeiten? (diese werden natürlich nicht nur durch Ost/West definiert!)

Ist nicht vielleicht "Angst" (vor dem Anderen, dem Fremden, dem Ungewohnten) der größere Hinderer eines Einheits-Gefühls, als z.B. eine unterschiedliche politische Meinung?

Freu mich auf deine Antwort.

Lieben Gruß
Barbara



-----------------------------------------

Ist "Einheit" ein territorialer, politischer, historischer, pragmatischer, oder sogar auch ein emotionaler Begriff?

Irgendwie wird ja, wenn dieser Begriff fällt, immer unterstellt, als ob es dafür eine feste Definition gäbe. Ist gar nicht so, oder?

.



.





Liebe Barbara,

ich kann hier nur für mich sprechen.
Ich war Zeit meines Lebens neugierig auf andere Menschen, ihre Erfahrungen und Biografien. Ich war auch immer neugierig auf andere Völker und Kulturen. Angst vor "Fremden" kenne ich nicht und ein Lächeln kann Brücken bauen, auch wenn man manch fremder Sprachen nicht mächtig ist.

Unterschiedliche politische Meinungen resultieren ja auch oft aus unterschiedlichen Biografien. Wir erleben das hier, in unserem Forum fortlaufend.
Nach einigen Monaten intensiven Lesens kenne ich nun einige biografische Einzelheiten der eifrigen Schreiber und kann manche Statements, die sie abgeben, nahezu voraussagen....
Für unabdingbar für eine gute Diskussionskultur halte ich den Respekt voreinander, die Achtung der Biografie des Anderen.


Lieben Gruss von Hartmut


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#108

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 14:40
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #99
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #98
Seit einigen Wochen schwirrt mir ein Gedanke im Kopf rum. Es ist nicht die Einheit von Ost und West, die eine Illusion ist, sonderen dass die unsichtbare Mauer, die viele Ostdeutschen trennt , noch in meinem Leben verschwindet.

LG von der grenzgaengerin


Die Ostdeutschen trennt nichts - im Gegenteil: Sie haben sich zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen geschlossen.
Als ich kürzlich in Rostock in einer unserer Dienststellen war, ist die erste Frage: Von wo kommst Du - Ost oder West??? gewesen.
Nachdem ich meinen Lebensweg als Ossi grob umrissen hatte, kam ein erleichtertes Aufatmen und die Einladung zum Kaffee.
Natürlich verschwimmen die Ansichten nach 24 Jahren. Das ist auch gut so, aber die Alten können nach den Erfahrungen der ersten Wendejahre nicht mehr aus sich raus. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, denn es geht mir genau so.



Hallo Udo,

ich kann mich an ein solches Ost-Verbundenheits-Gefühl auch noch gut erinnern. In den frühen 90er Jahren habe ich es vor allem als Mitarbeiter bei West-Zeitarbeits-Unternehmen oft erlebt, wenn ich irgendwo tief im "Westen" auf "Ost-Leidensgenossen" traf.
Irgendwo habe ich mal von einen Vergleich mit dem Zusammenhalts-Gefühl von italienischen, griechischen und andern Gastarbeitern in der fremden BRD der 70er Jahre gelesen und dachte mir "das beschreibt meine damaligen Empfindungen recht gut..".
Inzwischen habe ich so oft zwischen den Welten Ost-West gewechselt, so viele Sichten kennegelernt und auch selbst eingenommen, dass dieses Gefühl bei mir nahezu verschwunden ist. Vielleicht ist das ein brauchbares "Rezept" um damit umzugehen ?

Gruss Hartmut


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#109

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 16:05
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Nur mal nebenbei, am 03.10.13 war der aktuelle Besucherrekord (212) im Forum aufgestellt worden, ist das jetzt ein gutes Zeichen, daß genau an diesem Tage überduchschnittlich viele "Interessenten" unterwegs waren ?



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#110

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 16:07
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #98
Seit einigen Wochen schwirrt mir ein Gedanke im Kopf rum. Es ist nicht die Einheit von Ost und West, die eine Illusion ist, sonderen dass die unsichtbare Mauer, die viele Ostdeutschen trennt , noch in meinem Leben verschwindet.

LG von der grenzgaengerin

Die Mauer in der Köpfen wurde nach 1989 errichtet, als sich ganz klar zeigte, das dieses über Jahrzehnte allgegenwärtige Geschwätz unserer westlichen Politiker, aber auch zahlreicher verwandtschaftlicher "Mitläufer" ganz schnell als Seifenblase entpuppt.
Brüder und Schwestern ? wo, wann und wie lange ? Diese Aussage wurde ganz schnell Geschichte.

Der Ossi, der in den Westen zog, wurde als Arbeitskraft gebraucht, aber oft als Ossi behandelt. Das ging soweit, das diese Personen selbst im offiziellen Umgang mit Ossi betitelt wurden, was die Betreffenden meist gar nicht lustig fanden.
Ich habe diese Praktiken in dem Betrieb, in dem ich meine letzten 9 Berufsjahre fristen durfte, erlebt. Nicht persönlich, dann hätte es gekracht, aber stets gegenüber Zeitarbeitern. Es herrscht eben immer noch schwäbische Überheblichkeit (Großraum Stuttgart).
An der Leistung gab es nichts zu rütteln, der gemeine Ossi hat stets mehr geschafft als der Wessi, jedenfalls im Handwerk. Das ist wiederum eigene Erfahrung.
Aber wie heißt es immer : Die Produktivität im Osten ist noch 1/3 unter der im Westen .
Die Lüge schlechthin. Das erklärt dann auch die falsche These von den angemessenen niedrigen Löhnen im Osten.
Ich sehe das als schamlose Ausnutzung tausender Jobnomaden, die wöchentlich unter nicht besten Bedingungen durch die Republik reisen, oft für weniger Geld als ihre stationären Kollegen im Westen. Die Lebensqualität ist meist für Jahre gleich null, und dafür nicht einmal den gleichen
Lohn ?
Eigentlich müßte es Dankbarkeitszulage geben, denn ohne die "Wanderarbeiter" aus Ostdeutschland wäre so manche Industrie und so manche Handelseinrichtung im Westen schon untergegangen.
Unter solchen Bedingungen soll sich eine Einheit festigen ?
Vielleicht bei unseren Kindern, Enkeln. Aber kaum bei Menschen, die real die Einheitsparolen live erlebt haben, die Versprechungen gehört und die Lügen erlebt.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 16:07 | nach oben springen

#111

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 17:35
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #106
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #101
Es gibt meiner Meinung nach eine "innere" und eine "äußere" Einheit.

Zur inneren Einheit, die Menschen in Ost und West sind weder besser oder schlechter und es kann Privat sehr gute und interessante Kontakte und Freundschaften geben.
Die Uneinheit ist doch von der Politik und Wirtschaft "verordnet". Solange es hier im Osten unterschiedliche Tarife und Rentenrecht gibt, solange gibt es keine wirkliche Einheit. Teile und herrsche.....

Ich merke das daran, ein "Ossi" im "Wessiland" wird schneller seine Vorurteile verlieren, da er auch gleich (im wirtschaftlichen Sinn) behandelt wird. Die Vorurteile werden beim gemeinsamen arbeiten recht schnell begraben. Nur erkläre doch bitte den im "Osten" gebliebenen, warum er für die gleiche tarifliche Tätigkeit eine Stunde in der Woche mehr arbeiten soll für weniger Lohn/ Gehalt? Das Märchen von der schlechteren "Wirtschaftlichkeit" der Betriebe glaubt doch eh keiner mehr. das Thema hat der markt "bereinigt".
Eine ungleiche Behandlung kann keine Einheit fördern.


Wenn die 3 % Unterschied auch noch weg sind, was ist dann das Lieblingsargument?

http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_4836.htm

Und noch was zu den bescheidenen Renten im Osten

http://www.finanznachrichten.de/nachrich...echsten-003.htm

Bei der Bewertung meiner Ost-Beschäftigungszeit wurde der zu der Zeit durchschnittliche Lohn West zugrunde gelegt, was will man denn nun noch mehr an Gerechtigkeit?




Was ist mit den Studien, das in "Ostdeutschland" die Löhne bis zu 30% unter Westniveau sind?

Die Menschen selber sind nicht das Problem, es ist zum Beispiel oft um einigs angenehmer in den "alten Bundesländern" zu arbeiten. Die Kollegen dort sind auf ihre Art oft ehrlicher unf korrekter als "Ostkollegen". das sind Erfahrungen eines guten bekannten von mir. Er erklärte das so, im Osten waren die meisten schon öfter arbeitslos, das macht irgendwie kaputt und krank. Aus diesem grund ist das "gehacke" gegeneinander größer als im Westen wo solche bitteren Erfahrungen nicht so oft gemacht wurden.

Und selbst die von Dir erwähnten 3% sind eine Ungerechtigkeit, die Prozentzahl schafft das auch nicht aus der Welt.


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#112

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:04
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Also ich bin Ostdeutscher gewesen und bin es immer noch, bin aber nach 23 Jahren im geeinten Deutschland mental angekommen und sehe meine DDR-Vergangenheit als das was es halt war, 28 Jahre leben in einem deutschen Staat der anders war als die Bundesrepublik Deutschland.
Etliche Freunde, Bekannte und Geschäftspartner aus Westdeutschland leben auch schon lange Zeit in meiner Region und wenn wir zusammen feiern oder arbeiten sehe ich keinen erkennbaren Unterschied und Ost und West ist da auch kein Thema mehr.
Meine Kinder hat die DDR sowieso nicht berührt, die sind halt ganz einfach deutsche.


Damit machst Du es Dir aber sehr einfach, wie ich meine. Zumindest ist das eine ausgesprochen wohlwollende Umschreibung für die vorhandenen Unterschiede. Du blendest damit die eigentliche Problematik aus, statt sie zu benennen und zur Disposition zu stellen. Damit stehst Du nicht alleine da, im Gegenteil, von diesem Ansatz aus wird vielfach vorgegangen. Gerade das aber ist einer der Gründe, der ein "Zusammenwachsen" verhindert.

Mit dem viel beschworenen "Zusammenwachsen" ist sicher nicht eine Assimilation aller Menschen in den neuen Bundesländern mit denen in den alten Ländern gemeint. Was sollte das auch bringen. Sowas kann man -wie das hier auch schon zu Recht angeklungen ist- überhaupt nicht erwarten.



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#113

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:09
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Worin besteht denn dann die eigentliche Problematik aus Deiner Sicht?

Gruß, Heiko!


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


zuletzt bearbeitet 29.10.2013 18:10 | nach oben springen

#114

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:11
von exgakl | 7.238 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #112
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Also ich bin Ostdeutscher gewesen und bin es immer noch, bin aber nach 23 Jahren im geeinten Deutschland mental angekommen und sehe meine DDR-Vergangenheit als das was es halt war, 28 Jahre leben in einem deutschen Staat der anders war als die Bundesrepublik Deutschland.
Etliche Freunde, Bekannte und Geschäftspartner aus Westdeutschland leben auch schon lange Zeit in meiner Region und wenn wir zusammen feiern oder arbeiten sehe ich keinen erkennbaren Unterschied und Ost und West ist da auch kein Thema mehr.
Meine Kinder hat die DDR sowieso nicht berührt, die sind halt ganz einfach deutsche.


Damit machst Du es Dir aber sehr einfach, wie ich meine. Zumindest ist das eine ausgesprochen wohlwollende Umschreibung für die vorhandenen Unterschiede. Du blendest damit die eigentliche Problematik aus, statt sie zu benennen und zur Disposition zu stellen. Damit stehst Du nicht alleine da, im Gegenteil, von diesem Ansatz aus wird vielfach vorgegangen. Gerade das aber ist einer der Gründe, der ein "Zusammenwachsen" verhindert.

Mit dem viel beschworenen "Zusammenwachsen" ist sicher nicht eine Assimilation aller Menschen in den neuen Bundesländern mit denen in den alten Ländern gemeint. Was sollte das auch bringen. Sowas kann man -wie das hier auch schon zu Recht angeklungen ist- überhaupt nicht erwarten.




oje, das ist ja dann schon ein richtig schlimmes Krankheitsbild, Du meinst also, das der Grenzwolf seine Probleme verdrängt? Ok....
Was sind denn d.M.n. die eigentlichen Probleme?

VG exgakl

PS: warum erinnere ich mich gerade in dem Momentz an den ehem. User Sony?


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 18:12 | nach oben springen

#115

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:16
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #113
Worin besteht denn dann die eigentliche Problematik aus Deiner Sicht?

Gruß, Heiko!


Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.



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#116

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:20
von exgakl | 7.238 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #115
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #113
Worin besteht denn dann die eigentliche Problematik aus Deiner Sicht?

Gruß, Heiko!


Z.B. in einer nur sehr marginal und sonst zumeist gar nicht vorhandenen Aufarbeitung der Geschichte und einem daraus resultieren tiefen Misstrauen gegeneinander. Mann kann es auch umgekehrt sehen: Das Misstrauen impliziert die Verhinderung der Aufarbeitung. So würde ich das zumindest sehen.


hmm.... also ich für meinen Teil habe und hatte kein Misstrauen gegen meine Stammesbrüder aus den veralteten Bundesländern. Was deine vielleicht nicht aufgearbeitete Geschichte betrifft... hier im Forum ist schonmal ein guter Anfang, da kannst Du Dein Misstrauen auch abbauen


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
zuletzt bearbeitet 29.10.2013 18:23 | nach oben springen

#117

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:23
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Na Dein Glück, dass das noch Brachland ist nach 24 Jahren. Dann kannst ja mal anfangen, los zu ackern.

Gruß, Heiko


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#118

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:24
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #114
Zitat von studfri im Beitrag #112
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Also ich bin Ostdeutscher gewesen und bin es immer noch, bin aber nach 23 Jahren im geeinten Deutschland mental angekommen und sehe meine DDR-Vergangenheit als das was es halt war, 28 Jahre leben in einem deutschen Staat der anders war als die Bundesrepublik Deutschland.
Etliche Freunde, Bekannte und Geschäftspartner aus Westdeutschland leben auch schon lange Zeit in meiner Region und wenn wir zusammen feiern oder arbeiten sehe ich keinen erkennbaren Unterschied und Ost und West ist da auch kein Thema mehr.
Meine Kinder hat die DDR sowieso nicht berührt, die sind halt ganz einfach deutsche.


Damit machst Du es Dir aber sehr einfach, wie ich meine. Zumindest ist das eine ausgesprochen wohlwollende Umschreibung für die vorhandenen Unterschiede. Du blendest damit die eigentliche Problematik aus, statt sie zu benennen und zur Disposition zu stellen. Damit stehst Du nicht alleine da, im Gegenteil, von diesem Ansatz aus wird vielfach vorgegangen. Gerade das aber ist einer der Gründe, der ein "Zusammenwachsen" verhindert.

Mit dem viel beschworenen "Zusammenwachsen" ist sicher nicht eine Assimilation aller Menschen in den neuen Bundesländern mit denen in den alten Ländern gemeint. Was sollte das auch bringen. Sowas kann man -wie das hier auch schon zu Recht angeklungen ist- überhaupt nicht erwarten.




oje, das ist ja dann schon ein richtig schlimmes Krankheitsbild, Du meinst also, das der Grenzwolf seine Probleme verdrängt? Ok....
Was sind denn d.M.n. die eigentlichen Probleme?

VG exgakl

PS: warum erinnere ich mich gerade in dem Momentz an den ehem. User Sony?



Ich habe weder ein "Krankheitsbild" beschrieben noch einem User persönlich irgendetwas unterstellt, sei es er habe etwas "verdrängt" noch sonst etwas. Das legst Du so aus, warum entzieht sich meiner Kenntnis.

Wer ist ein "User Sony"?? Ich bin zum ersten Mal hier angemeldet.

Mit einer sachlichen Diskussion hat Dein Post wohl eher wenig zu tun.



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#119

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:28
von exgakl | 7.238 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #118
Zitat von exgakl im Beitrag #114
Zitat von studfri im Beitrag #112
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #8
Also ich bin Ostdeutscher gewesen und bin es immer noch, bin aber nach 23 Jahren im geeinten Deutschland mental angekommen und sehe meine DDR-Vergangenheit als das was es halt war, 28 Jahre leben in einem deutschen Staat der anders war als die Bundesrepublik Deutschland.
Etliche Freunde, Bekannte und Geschäftspartner aus Westdeutschland leben auch schon lange Zeit in meiner Region und wenn wir zusammen feiern oder arbeiten sehe ich keinen erkennbaren Unterschied und Ost und West ist da auch kein Thema mehr.
Meine Kinder hat die DDR sowieso nicht berührt, die sind halt ganz einfach deutsche.


Damit machst Du es Dir aber sehr einfach, wie ich meine. Zumindest ist das eine ausgesprochen wohlwollende Umschreibung für die vorhandenen Unterschiede. Du blendest damit die eigentliche Problematik aus, statt sie zu benennen und zur Disposition zu stellen. Damit stehst Du nicht alleine da, im Gegenteil, von diesem Ansatz aus wird vielfach vorgegangen. Gerade das aber ist einer der Gründe, der ein "Zusammenwachsen" verhindert.

Mit dem viel beschworenen "Zusammenwachsen" ist sicher nicht eine Assimilation aller Menschen in den neuen Bundesländern mit denen in den alten Ländern gemeint. Was sollte das auch bringen. Sowas kann man -wie das hier auch schon zu Recht angeklungen ist- überhaupt nicht erwarten.




oje, das ist ja dann schon ein richtig schlimmes Krankheitsbild, Du meinst also, das der Grenzwolf seine Probleme verdrängt? Ok....
Was sind denn d.M.n. die eigentlichen Probleme?

VG exgakl

PS: warum erinnere ich mich gerade in dem Momentz an den ehem. User Sony?



Ich habe weder ein "Krankheitsbild" beschrieben noch einem User persönlich irgendetwas unterstellt, sei es er habe etwas "verdrängt" noch sonst etwas. Das legst Du so aus, warum entzieht sich meiner Kenntnis.

Wer ist ein "User Sony"?? Ich bin zum ersten Mal hier angemeldet.

Mit einer sachlichen Diskussion hat Dein Post wohl eher wenig zu tun.



Den User "Sony" vergiss mal, der war eigentlich nicht für dich bestimmt, ich bin schon alt und da denke ich manchmal eben auch an früher... ok, der User @Grenzwolf62 hat seine persönliche Situation beschrieben, darauf hin schriebst Du, dass er das eigentliche Problem ausblendet..... fällt Dir jetzt irgendwie was auf???
Na fein, dann kann es ja schön sachlich weitergehen....

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#120

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 29.10.2013 18:33
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #111
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #106
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #101
Es gibt meiner Meinung nach eine "innere" und eine "äußere" Einheit.

Zur inneren Einheit, die Menschen in Ost und West sind weder besser oder schlechter und es kann Privat sehr gute und interessante Kontakte und Freundschaften geben.
Die Uneinheit ist doch von der Politik und Wirtschaft "verordnet". Solange es hier im Osten unterschiedliche Tarife und Rentenrecht gibt, solange gibt es keine wirkliche Einheit. Teile und herrsche.....

Ich merke das daran, ein "Ossi" im "Wessiland" wird schneller seine Vorurteile verlieren, da er auch gleich (im wirtschaftlichen Sinn) behandelt wird. Die Vorurteile werden beim gemeinsamen arbeiten recht schnell begraben. Nur erkläre doch bitte den im "Osten" gebliebenen, warum er für die gleiche tarifliche Tätigkeit eine Stunde in der Woche mehr arbeiten soll für weniger Lohn/ Gehalt? Das Märchen von der schlechteren "Wirtschaftlichkeit" der Betriebe glaubt doch eh keiner mehr. das Thema hat der markt "bereinigt".
Eine ungleiche Behandlung kann keine Einheit fördern.


Wenn die 3 % Unterschied auch noch weg sind, was ist dann das Lieblingsargument?

http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_4836.htm

Und noch was zu den bescheidenen Renten im Osten

http://www.finanznachrichten.de/nachrich...echsten-003.htm

Bei der Bewertung meiner Ost-Beschäftigungszeit wurde der zu der Zeit durchschnittliche Lohn West zugrunde gelegt, was will man denn nun noch mehr an Gerechtigkeit?




Was ist mit den Studien, das in "Ostdeutschland" die Löhne bis zu 30% unter Westniveau sind?

Die Menschen selber sind nicht das Problem, es ist zum Beispiel oft um einigs angenehmer in den "alten Bundesländern" zu arbeiten. Die Kollegen dort sind auf ihre Art oft ehrlicher unf korrekter als "Ostkollegen". das sind Erfahrungen eines guten bekannten von mir. Er erklärte das so, im Osten waren die meisten schon öfter arbeitslos, das macht irgendwie kaputt und krank. Aus diesem grund ist das "gehacke" gegeneinander größer als im Westen wo solche bitteren Erfahrungen nicht so oft gemacht wurden.

Und selbst die von Dir erwähnten 3% sind eine Ungerechtigkeit, die Prozentzahl schafft das auch nicht aus der Welt.





Diese Lohnunterschiede von 30 % mag es geben innerhalb einer Berufsgruppe, allein schon die spektakulären Jahresprämien jenseits der 5000-€- Marke im Autobau sind für die hinzugekommenen Ossis so gut wie unerreichbar, weil solche Prämien ebenso wie die Gehälter der Uraltbelegschaft mit 20 und mehr Jahren Firmenzugehörigkeit eben personengebunden sind.
Alles was sich neu einreiht, wird ein Leben lang von diesen Hätscheleien träumen können, schlimmer noch, als Leiharbeiter verdient man sie noch für andere mit, das ist auch die Realität für alle Wirtschaftsfluchtossis, die sich nicht schon beizeiten auf die Socken gen Westen gemacht haben.
Im Hintergrund schwelen dann noch weitere Verbindlichkeiten bezüglich der Betriebsrenten, die ja auch noch Monat für Monat verdient werden müssen und die versprochenen Renditen werden nur unter allergrößten Opfern, überwiegend auf Kosten der Nachrücker zu erwirtschaften sein, diese Verbindlichkeiten sind meistens ein Problem für die Großunternehmen was die Sache aber nicht einfacher macht.
Das alles wird immer noch unterschätzt genauso wie die demografischen Probleme hier im Osten und so stecken unsere Eliten weiterhin den Kopf in den Sand, wenn es darum geht, aktiv gegenzusteuern.
So etwas hat nichts mit Spaltung oder Aufwiegelung zu tun, dann könnte man den Doktor auch davonjagen, wenn er eine Krebsdiagnose gestellt hat.
Die politische Durchsetzung des Mindestlohnes ist nur das Skalpel für eine Operation, die noch viel umfangreicher sein wird, als wir es heute wahr haben wollen.
Es müssen Investivlohnmodelle folgen, die Einkommensgrenzen für vermögenswirksames Sparen für das Alter sind mit den derzeitigen Beträgen viel zu niedrig (Einkommensobergrenze für die Arbeitnehmersparzulage 20.000 Euro/ ledig), hier müssen Arbeiter, die keinen Zugang mehr zum Premiumproletariat bekommen über Steuergesetze außerhalb des guten Willens der Firmenbosse ihre Chancen bekommen, eine Riesenbaustelle ist das aber keiner spuckt in die Hände !



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