#421

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 04.11.2013 12:40
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #420
Zitat von Hackel39 im Beitrag #416
Zitat von Gert im Beitrag #414
Wie hoch war eigentlich der Beitrag des einzelnen Parteimitgliedes monatlich/jährlich?




Ich hatte auf der Rangierlok ca. 700,- Mark verdient, dafür waren um die 20,- M Beitrag fällig, später mit 850,- M ging es schon Richtung 25,- M, darüber hinaus wurde auch auf die Jahresendprämie nochmals Beitrag, etwa auf Basis eínes Monatslohns kassiert.
Die Kassierung erfolgte bei uns im Bahnbetriebswerk in bar, die Liste mit den Sollbeträgen und der "Abarbeitungsstand" lag für jeden Einzahler lesbar auf dem Tisch des Kaderleiters (der war der Kassierer).
Die Ingenieure und Leiter hatten um die 40, - Mark abzudrücken, sie verdienten im Bereich 1200,- bis 1400,- M monatlich.
Die Einkommenstransparenz unter uns Genossen war schon bemerkenswert, es muß aber nicht überall so gewesen sein.

Also 1,5 %von 700 M sind 10,50 M, das wäre knapp die hälfte des von dir genannten Beitrages . Hast du evtl. freiwillig mehr gezahlt ? So steht es im vorigen Beitrag vom Mann aus der 4.Kompanie???


Nein Gert, für mich waren Überstunden die Regel, die fehlen hier natürlich, somit komme ich auf die höheren Beträge, die ich aus der Erinnerung heraus benannt hatte.
Auch weiß ich nicht mehr, ob das Kandidatenjahr auch schon beitragspflichtig war.



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#422

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 04.11.2013 12:44
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Der Beitrag bemaß sich am Brutto, das hat aber damals niemanden interessiert, da es irrelevant war.


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#423

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 04.11.2013 12:46
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #366
Da hier Fakten zählen, will ich mal etwas beisteuern.

In meiner Abteilung waren 1 Sekretär, 1 Sekretärin, 1 Ableilungsleiter, 1 Stellvertreter und 5 Mitarbeiter. Weitere 3 Abteilungen gab es noch in ähnlicher Struktur plus diverses Fußvolk und 1. und 2. Sekretär. Ich schätze, es waren zw. 50 und 60 Beschäftigte. Mein Monatsverdienst waren knapp 1.000 Mark, bei Höhergestellten sicher mehr, macht ca. 60.000 Mark im Monat. Wieviel KL es in der DDR gab, weiß ich nicht. Dazu noch die BL, ZK und was weiß ich noch. Was jeder an Parteibeiträgen gezahlt hat, weiß ich nicht mehr., mögen es 50 Mark im Monat gewesen sein, ich denke eher weniger.

Nun mal ran ans Rechnen.

Von den SED Beiträgen konnte die SED sicher allein nicht unterhalten werden


Wimre, dann gab es 269 Kreis-und Stadtbezirksleitungen, wie auch IKL (Industriekreisleitung). IKL gab es u.a. in den Leuna-Werken, Buna-Schkopau, Mansfeld-Kombinat, Carl-Zeiss Jena, See- und Hafenwirtschaft Rostock, Gaskombinat Schwarze Pumpe -Stammbetrieb- und ............
Wismut hatte einen Sonderstatus mit der Gebietsleitung.

Vierkrug


4.Zug 4.Kompanie GAR-40 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.11.2013 12:49 | nach oben springen

#424

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 05.11.2013 18:02
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #177
Zitat von Barbara im Beitrag #166
Zitat von studfri im Beitrag #139
Aber natürlich gilt das für beide Seiten. Doch, wenn man das mal mit einem Schachspiel vergleichen würde, dann hat ganz sicher der Osten die weißen Figuren.



Wie meinst du das?


Daß der Osten oder besser gesagt, diejenigen von dort, die in dem alten System gelebt haben und dabei volljährig waren, in Vorleistung treten müsste.




Meinst du vielleicht mit "Vorleistung" was man in dem Thread

"Die Bedeutung des Forums DDR Grenze für seine Mitglieder"

insbesondere in den Beiträgen von Rainman2, DoreHolm und anderen lesen kann?

Mich (als Wessi) hat das sehr sehr still gemacht, was ich da las und ich habe mich gefragt, ob ich, wäre ich in dem anderen deutschen Staat aufgewachsen, zu solch tiefer Selbstreflexion fähig wäre, dazu noch in der Öffentlichkeit. Sich in gewisser Weise Preis geben...

Ich bin ziemlich stolz darauf, solche Landsleute zu haben, das ist "meine Einheit".

.


Jobnomade, 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#425

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 06.11.2013 19:06
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #424
Zitat von studfri im Beitrag #177
Zitat von Barbara im Beitrag #166
Zitat von studfri im Beitrag #139
Aber natürlich gilt das für beide Seiten. Doch, wenn man das mal mit einem Schachspiel vergleichen würde, dann hat ganz sicher der Osten die weißen Figuren.



Wie meinst du das?


Daß der Osten oder besser gesagt, diejenigen von dort, die in dem alten System gelebt haben und dabei volljährig waren, in Vorleistung treten müsste.




Meinst du vielleicht mit "Vorleistung" was man in dem Thread

"Die Bedeutung des Forums DDR Grenze für seine Mitglieder"

insbesondere in den Beiträgen von Rainman2, DoreHolm und anderen lesen kann?

Mich (als Wessi) hat das sehr sehr still gemacht, was ich da las und ich habe mich gefragt, ob ich, wäre ich in dem anderen deutschen Staat aufgewachsen, zu solch tiefer Selbstreflexion fähig wäre, dazu noch in der Öffentlichkeit. Sich in gewisser Weise Preis geben...

Ich bin ziemlich stolz darauf, solche Landsleute zu haben, das ist "meine Einheit".

.





Ja, so in diese Richtung geht das, was ich meine. Ansonsten, was Du schreibst, so meine ich: Man sollte doch wohl immer zu dem stehen was man getan hat. Das gilt unabhängig davon, was man getan hat, ob die Tat nach Meinung anderer "gut" oder "schlecht" war und man sollte sich mit dem eigenen Tun und Handel kritisch auseinander setzten. Wenn die Dinge in die Öffentlichkeit kommen, dann sollte man das auch dort vertreten und zwar mit allen Konsequenzen.

Nur so erhält man überhaupt die Chance, etwas selbst ggf. auch als "falsch" einzuschätzen und glaubwürdig von einen "Dazulernen" zu sprechen, durch das man dann zu einer anderen Einschätzung gekommen ist, die eigene Meinung vlt zu ändern und/oder gar noch zu einem ehrlichen Bedauern für das eigene Tun und Handeln in der Vergangenheit zu kommen.

Sich da zu verweigern, wegzulaufen und das Vergangene pauschal zu negieren hilft da kaum weiter. Das gilt ganz besonders für ein "Zusammenwachsen".

Sicher muss man das alles nicht. Dann sollte man sich aber nicht wundern, wenn das "Zusammenwachsen" eher kritisch gesehen und vielmehr von einer "Mauer in den Köpfen" gesprochen wird.



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#426

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 12.11.2013 13:31
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #425
Zitat von Barbara im Beitrag #424
Zitat von studfri im Beitrag #177
Zitat von Barbara im Beitrag #166
Zitat von studfri im Beitrag #139
Aber natürlich gilt das für beide Seiten. Doch, wenn man das mal mit einem Schachspiel vergleichen würde, dann hat ganz sicher der Osten die weißen Figuren.



Wie meinst du das?


Daß der Osten oder besser gesagt, diejenigen von dort, die in dem alten System gelebt haben und dabei volljährig waren, in Vorleistung treten müsste.




Meinst du vielleicht mit "Vorleistung" was man in dem Thread

"Die Bedeutung des Forums DDR Grenze für seine Mitglieder"

insbesondere in den Beiträgen von Rainman2, DoreHolm und anderen lesen kann?

Mich (als Wessi) hat das sehr sehr still gemacht, was ich da las und ich habe mich gefragt, ob ich, wäre ich in dem anderen deutschen Staat aufgewachsen, zu solch tiefer Selbstreflexion fähig wäre, dazu noch in der Öffentlichkeit. Sich in gewisser Weise Preis geben...

Ich bin ziemlich stolz darauf, solche Landsleute zu haben, das ist "meine Einheit".

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Ja, so in diese Richtung geht das, was ich meine. Ansonsten, was Du schreibst, so meine ich: Man sollte doch wohl immer zu dem stehen was man getan hat. Das gilt unabhängig davon, was man getan hat, ob die Tat nach Meinung anderer "gut" oder "schlecht" war und man sollte sich mit dem eigenen Tun und Handel kritisch auseinander setzten. Wenn die Dinge in die Öffentlichkeit kommen, dann sollte man das auch dort vertreten und zwar mit allen Konsequenzen.

Nur so erhält man überhaupt die Chance, etwas selbst ggf. auch als "falsch" einzuschätzen und glaubwürdig von einen "Dazulernen" zu sprechen, durch das man dann zu einer anderen Einschätzung gekommen ist, die eigene Meinung vlt zu ändern und/oder gar noch zu einem ehrlichen Bedauern für das eigene Tun und Handeln in der Vergangenheit zu kommen.

Sich da zu verweigern, wegzulaufen und das Vergangene pauschal zu negieren hilft da kaum weiter. Das gilt ganz besonders für ein "Zusammenwachsen".

Sicher muss man das alles nicht. Dann sollte man sich aber nicht wundern, wenn das "Zusammenwachsen" eher kritisch gesehen und vielmehr von einer "Mauer in den Köpfen" gesprochen wird.







Man sollte doch wohl immer zu dem stehen was man getan hat.

Oh ja, da bin ich vollkommen deiner Meinung. Diese persönliche Haltung ist aber nicht einforderbar, sondern etwas, das jeder für sich selbst entwickeln kann, wenn er /sie es denn möchte.
Bei deinen Beiträgen schwingt mit, dass es eine gewisse "Bringschuld" ehem. DDR-Bürger gegenüber - ja wem denn ? - gibt. Wenn sie genügend "dazu gelernt haben" ist/sind - ja wer eigentlich? - zufrieden und "wir" können endlich "Einheit" leben.
Eine solche Einstellung wird aus meiner Sicht "Einheit" aber auf jeden Fall verhindern!

Aus der Sicht eines Historikers (der ich nicht bin) sollen Fakten gesammelt, Tatsachen beschrieben, Kontexte hergestellt werden, möglichst lückenlos und - neutral, denn sonst ist es nicht wissenschaftlich.Ein schwieriger und lang andauernder Prozess.

Nun treffen in diesem Fall Deutsche aber i.d.R. nicht als Historiker aufeinander, die sachlichen Tatsachenabgleich betreiben, sondern als Menschen mit persönlichen Lebenswirklichkeiten, die durch die Zweistaatlichkeit z.T. höchst unterschiedliche Ausprägungen erfahren haben und darüber - zum Glück! - miteinander in Kommunikation treten: subjektiv, nach Wahrheit suchend, auch irrend, manche sehr offensiv, manche still.
Vieles wird sicher auch nicht gesagt, aber darüber möchte ich nicht richten, denn ich bin in den Schuhen des Anderen nicht gegangen.

Dich möchte ich gerne fragen: was ist deine Gesprächshaltung hier in diesem Forum? Du bist angehender Historiker, wie ich lesen konnte, was ich klasse finde. Du hast einen französischen Hintergrund? Wie kam/kommt es zu deinem großen Interesse gerade an der jüngeren deutschen Geschichte?

Danke dir.
.


Jobnomade, exgakl, Hans, Damals87 und Wahlhausener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#427

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 12.11.2013 20:49
von studfri | 762 Beiträge

Was meinst Du denn mit "Gesprächshaltung im Forum"? Ich stelle Fragen und erhalte Antworten und ich sage meine Meinung, wenn ich etwas zu sagen habe, ob als Diskussionsbeitrag oder als eigene Schilderung (wovon es aber naturgemäß nur wenig gibt).

Ja ich habe einen französischen Hintergrund und nicht nur das: auch einen französischen Pass. Meine Mutter ist Elsässerin, mein Vater Deutscher und ich bin das uneheliche Ergebnis einer beruflichen Tagung der beiden (gezeugt in Deutschland, geboren in Strasbourg). Mithin: ein echter Europäer

Mein Interesse an der neueren Deutschen Geschichte wurde durch die Teilnahme als Gasthörer an verschiedenen Veranstaltungen des B.A.-Studiengangs "Neuere und neueste Geschichte" an der Uni Freiburg bei mir geweckt. Ein Abend mit einem Zeitzeugen, der über sein Schicksal berichtete, hat mich damals besonders neugierig gemacht.

Das mit der von Dir zitierten "Bringschuld". Nun, die betrifft so natürlich niemanden; wenn man aber nach einen Zusammenwachsen sucht und sich beklagt, dass das nicht so recht etwas wird, dann sollte man vlt. einmal darüber nachdenken, ob man selbst auch genug (i.S.v. genügend) dazu beiträgt.
So ist jedenfalls meine Meinung.



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#428

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 18.11.2013 16:54
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #427
Was meinst Du denn mit "Gesprächshaltung im Forum"? Ich stelle Fragen und erhalte Antworten und ich sage meine Meinung, wenn ich etwas zu sagen habe, ob als Diskussionsbeitrag oder als eigene Schilderung (wovon es aber naturgemäß nur wenig gibt).

Ja ich habe einen französischen Hintergrund und nicht nur das: auch einen französischen Pass. Meine Mutter ist Elsässerin, mein Vater Deutscher und ich bin das uneheliche Ergebnis einer beruflichen Tagung der beiden (gezeugt in Deutschland, geboren in Strasbourg). Mithin: ein echter Europäer

Mein Interesse an der neueren Deutschen Geschichte wurde durch die Teilnahme als Gasthörer an verschiedenen Veranstaltungen des B.A.-Studiengangs "Neuere und neueste Geschichte" an der Uni Freiburg bei mir geweckt. Ein Abend mit einem Zeitzeugen, der über sein Schicksal berichtete, hat mich damals besonders neugierig gemacht.

Das mit der von Dir zitierten "Bringschuld". Nun, die betrifft so natürlich niemanden; wenn man aber nach einen Zusammenwachsen sucht und sich beklagt, dass das nicht so recht etwas wird, dann sollte man vlt. einmal darüber nachdenken, ob man selbst auch genug (i.S.v. genügend) dazu beiträgt.
So ist jedenfalls meine Meinung.



fett markiert: Ich versuche das mal zu erklären:
wenn ich mit einem Menschen in Dialog trete über ein bestimmtes Thema tue ich das selbst im Kontext meines eigenen Lebens, ebenso wie mein Gegenüber. Selbst jemand, der streng wissenschaftlich arbeitet, tut das. Darum ist Geschichtsforschung eine lebendige Wissenschaft, die sich neben dem Forschungsanspruch auch immer wieder mit dem Phänomen der persönlichen Perspektive Auseinandersetzung muss.

Bezogen auf das Forum an meinem Beispiel:
ich Wessi, Kind des sog. Kalten-Krieges mit einem ausschließlich intellektuellem Zugang zur DDR, stellte deutlich nach der Wende fest, dass ich rein gar nichts über diesen Staat in seiner kompletten gesellschaftlichen Ausprägung weiß. (außer dem, was ich intellektuell an Wissen erworben habe, ich habe ein paar Semester Politik studiert und dort die sog. "Deutsche Frage" in Folge der Brandt'schen sog. Entspannungspolitik).
Und vor allem: nichts über die dort gelebt habenden Menschen, ihre Einstellungen, ihre Gefühle, ihre "Geschichte".

Und das vor dem Hintergrund, dass es sich um Menschen handelt, mit denen mich - "Zweistaatlichkeit" hin oder her - in der Tiefe historisch und kulturell mehr verbindet, als mit anderen Europäern (mit denen mich natürlich auch historisch und kulturell etwas verbindet, das ist aber ein anderes Thema.)

Aus diesem Grund ist meine Gesprächshaltung: ich möchte von denen erfahren, deren damalige Lebenswelt ich nicht kannte. Warum? Weil es mit meiner eigenen Identität zu tun hat. Das habe ich für mich heraus gefunden.

Vor diesem Hintergrund habe ich dich nach deiner Gesprächshaltung gefragt:
für den wissenschaftlich Fragenden bist du ein wenig zu wertend. Aber vielleicht suchst du auch - als Vertreter der jüngeren Generation, sozusagen als "Halben Deutscher", auch nach einem Stück deiner Geschichte? Das würde möglicherweise ein wenig deine "Forderungshaltung" verständlich machen. Also wenn streitbar: vor welchem Hintergrund streitbar?
.
.

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exgakl, Jobnomade und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#429

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 18.11.2013 23:50
von studfri | 762 Beiträge

Was spielt eine größere Rolle: Die Person des Fragenden oder die Fragen?



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#430

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 19.11.2013 13:28
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #429
Was spielt eine größere Rolle: Die Person des Fragenden oder die Fragen?


Für was eine größere Rolle? Zur Herstellung objektiven Wissens oder zum Abgleich zwischen unterschiedlicher Meinungen?
Deine Frage oben wirkt ein bisschen ausweichend, warum?

Der Hintergrund eines Fragenden hat m.E. direkte Auswirkung auf die Fragestellung. Und allein schon die Auswahl bestimmter Fragen (unter Nicht-Berücksichtigung anderer Fragen!) sagt etwas über den Fragenden.

Und allem Fragen liegt oft unausgesprochen eine (zuvor ausgewählte) Hypothese zugrunde.

Wer fragt wen, was, wie, wann und vor allem - warum.
(ich glaube so ungefähr irgendein Satz aus der Kommunikationstheorie)

Das wird jetzt sehr theoretisch und wir können es auch sein lassen und uns der Frage weiterhin widmen: falls die Deutsche Einheit eine Illusion ist: welche Art Einheit ist damit gemeint?
.


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#431

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 19.11.2013 18:35
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #430
Zitat von studfri im Beitrag #429
Was spielt eine größere Rolle: Die Person des Fragenden oder die Fragen?


Für was eine größere Rolle? Zur Herstellung objektiven Wissens oder zum Abgleich zwischen unterschiedlicher Meinungen?
Deine Frage oben wirkt ein bisschen ausweichend, warum?

Der Hintergrund eines Fragenden hat m.E. direkte Auswirkung auf die Fragestellung. Und allein schon die Auswahl bestimmter Fragen (unter Nicht-Berücksichtigung anderer Fragen!) sagt etwas über den Fragenden.

Und allem Fragen liegt oft unausgesprochen eine (zuvor ausgewählte) Hypothese zugrunde.

Wer fragt wen, was, wie, wann und vor allem - warum.
(ich glaube so ungefähr irgendein Satz aus der Kommunikationstheorie)

Das wird jetzt sehr theoretisch und wir können es auch sein lassen und uns der Frage weiterhin widmen: falls die Deutsche Einheit eine Illusion ist: welche Art Einheit ist damit gemeint?
.


Rot: Weil es nicht um mich geht hier.
Grün: Die der Versöhnung und Begegnung auf Augenhöhe!? Das würde ich zumindest darunter verstehen.



zuletzt bearbeitet 19.11.2013 18:36 | nach oben springen

#432

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 19.11.2013 19:09
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #431

Grün: Die der Versöhnung und Begegnung auf Augenhöhe!? Das würde ich zumindest darunter verstehen.


@studfri

Wenn Du von Versöhnung als ein möglichen Bestandteil einer Vergangenheitsbewältigung und/oder Konfliktregelung betrachtest, dann wird Dir das folgende nicht unbekannt sein. Ich zitiere mich mal selbst

zumal Dein Beitrag bei mir die Erinnerung an einen Workshop ausgelöst hat: "Kultur und Konflikt". Ich habe in meinen Unterlagen und Dateien gekramt bis ich endlich fündig wurde:

"Erinnerungskonflikte und Versöhnungsarbeit"

"Vergangenheitsbewältigung ist kein auf kurzfristigen Erfolg angelegtes politisches Projekt. Versöhnung und Wiedergutmachung können sich über Jahrzehnte hinziehen."

"Die Auseinandersetzung mit vergangenen Gewaltkonflikten – wann immer und mit welchen Mitteln sie betrieben wird - hat drei wesentliche Aufgaben zu erfüllen. Dies sind:
- Versöhnung und - wo es möglich ist - Vergebung
- Wiedergutmachung und Bestrafung
- Erinnerung und Geschichtsschreibung"

Folgende Thesen wurden bei dem Workshop aufgestellt:

• Erinnerungen und Geschichtsbilder können Gesellschaften einen, aber auch spalten.
• Die Aufarbeitung von Konflikt- und Gewalterfahrungen ist eine höchst voraussetzungsvolle Bedingung gesamtgesellschaftlicher Identitätsentwicklung und politischer Gemeinschaftsbildung.
• Existieren statt einer Erinnerungsgemeinschaft mehrere partikulare Gemeinschaften, können desintegrative Kräfte entstehen.
• Wenn die soziale und kulturelle Bildung von Erinnerungsgemeinschaften in einem offenen und freien Erinnerungsdiskurs nicht gelingt, wird Geschichte zum Politikum

https://doc-04-08-docsviewer.googleuserc...6k1ofivhv6jh1ul

Zugegeben sehr viel Theorie. Manchmal lohnt es sich über den "Tellerrand" Deutschland zu blicken. Siehe link.

Stellt sich jetzt nur die Frage: Was haben wir seit der Wende geschafft? Was erwarten wie vom Staat Deutschland in bezug auf die Vergangenheitspolitik? Und wo stehe ich mit meiner Geschichte?


Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat (24)

LG von der grenzgaengerin

EDIT Im übrigen gibt es hier im Forum nicht wenige user, die sich auf Augenhöhe begegnen.


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.11.2013 19:15 | nach oben springen

#433

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 19.11.2013 19:29
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #432
Zitat von studfri im Beitrag #431

Grün: Die der Versöhnung und Begegnung auf Augenhöhe!? Das würde ich zumindest darunter verstehen.


@studfri

Wenn Du von Versöhnung als ein möglichen Bestandteil einer Vergangenheitsbewältigung und/oder Konfliktregelung betrachtest, dann wird Dir das folgende nicht unbekannt sein. Ich zitiere mich mal selbst

zumal Dein Beitrag bei mir die Erinnerung an einen Workshop ausgelöst hat: "Kultur und Konflikt". Ich habe in meinen Unterlagen und Dateien gekramt bis ich endlich fündig wurde:

"Erinnerungskonflikte und Versöhnungsarbeit"

"Vergangenheitsbewältigung ist kein auf kurzfristigen Erfolg angelegtes politisches Projekt. Versöhnung und Wiedergutmachung können sich über Jahrzehnte hinziehen."

"Die Auseinandersetzung mit vergangenen Gewaltkonflikten – wann immer und mit welchen Mitteln sie betrieben wird - hat drei wesentliche Aufgaben zu erfüllen. Dies sind:
- Versöhnung und - wo es möglich ist - Vergebung
- Wiedergutmachung und Bestrafung
- Erinnerung und Geschichtsschreibung"

Folgende Thesen wurden bei dem Workshop aufgestellt:

• Erinnerungen und Geschichtsbilder können Gesellschaften einen, aber auch spalten.
• Die Aufarbeitung von Konflikt- und Gewalterfahrungen ist eine höchst voraussetzungsvolle Bedingung gesamtgesellschaftlicher Identitätsentwicklung und politischer Gemeinschaftsbildung.
• Existieren statt einer Erinnerungsgemeinschaft mehrere partikulare Gemeinschaften, können desintegrative Kräfte entstehen.
• Wenn die soziale und kulturelle Bildung von Erinnerungsgemeinschaften in einem offenen und freien Erinnerungsdiskurs nicht gelingt, wird Geschichte zum Politikum

https://doc-04-08-docsviewer.googleuserc...6k1ofivhv6jh1ul

Zugegeben sehr viel Theorie. Manchmal lohnt es sich über den "Tellerrand" Deutschland zu blicken. Siehe link.

Stellt sich jetzt nur die Frage: Was haben wir seit der Wende geschafft? Was erwarten wie vom Staat Deutschland in bezug auf die Vergangenheitspolitik? Und wo stehe ich mit meiner Geschichte?


Ostdeutsche halten DDR nicht für Unrechtsstaat (24)

LG von der grenzgaengerin

EDIT Im übrigen gibt es hier im Forum nicht wenige user, die sich auf Augenhöhe begegnen.



Sry aber das trifft es alles nicht in meinen Augen. Das hat nur sehr sehr wenig mit allgemeiner Konfliktbewältigung zu tun. So jedenfalls kommt man da nach meiner Meinung keinen cm weiter..



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#434

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 19.11.2013 19:35
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #431
Zitat von Barbara im Beitrag #430
Zitat von studfri im Beitrag #429
Was spielt eine größere Rolle: Die Person des Fragenden oder die Fragen?


Für was eine größere Rolle? Zur Herstellung objektiven Wissens oder zum Abgleich zwischen unterschiedlicher Meinungen?
Deine Frage oben wirkt ein bisschen ausweichend, warum?

Der Hintergrund eines Fragenden hat m.E. direkte Auswirkung auf die Fragestellung. Und allein schon die Auswahl bestimmter Fragen (unter Nicht-Berücksichtigung anderer Fragen!) sagt etwas über den Fragenden.

Und allem Fragen liegt oft unausgesprochen eine (zuvor ausgewählte) Hypothese zugrunde.

Wer fragt wen, was, wie, wann und vor allem - warum.
(ich glaube so ungefähr irgendein Satz aus der Kommunikationstheorie)

Das wird jetzt sehr theoretisch und wir können es auch sein lassen und uns der Frage weiterhin widmen: falls die Deutsche Einheit eine Illusion ist: welche Art Einheit ist damit gemeint?
.


Rot: Weil es nicht um mich geht hier.
Grün: Die der Versöhnung und Begegnung auf Augenhöhe!? Das würde ich zumindest darunter verstehen.



zu rot: oh doch, sonst wärest du nicht hier :-)

zu grün: hier drehen wir uns nun im Kreis.
.


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#435

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 19.11.2013 20:14
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #433


Sry aber das trifft es alles nicht in meinen Augen. Das hat nur sehr sehr wenig mit allgemeiner Konfliktbewältigung zu tun. So jedenfalls kommt man da nach meiner Meinung keinen cm weiter..


In meinem Beitrag ging es mit keinem Wort um allgemeine Konfliktbewältigung - sondern um Verantwortung im Umgang mit Geschichte.

LG von der grenzgaengerin


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#436

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 19.11.2013 20:21
von damals wars | 12.125 Beiträge

Ständig das trennende betonen ist keinBeitrag zur Einheit! Auch im vorauseilendem Gehorsam die DDR -Geschichte umschreiben nicht!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#437

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 20.11.2013 01:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #433
[...] So jedenfalls kommt man da nach meiner Meinung keinen cm weiter..

Wo willst denn DU hin, denn dies sollte doch für DICH die Frage sein, hä?!

Übrigens ist eine der geläufigsten Illusionen (um mal zu Titelthema zumindest teilweise zurückzukommen) in einer Meinung mit dem Gesprächsgegenüber zu sein, wenn man eine Sentenz schon mit da nach meiner Meinung einleitet. Oder man kann auch sagen, Lehrbeispiel für: Wie sorge ich dafür, das ich um GOttes Willen NICHT als Gesprächs-Partner auf Augenhöhe aktzeptiert werden könnte.

Soo, itzo abba wirklich CTRL-Z, logoff & N8


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.11.2013 01:56 | nach oben springen

#438

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 20.11.2013 08:28
von Paula | 43 Beiträge

wenn die Einheit eine Illusion ist,
was war dann die Teilung?


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#439

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 20.11.2013 08:35
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Paula im Beitrag #438
wenn die Einheit eine Illusion ist,
was war dann die Teilung?


Es gab keine Teilung, es gab keine zwei deutschen Staaten, es gab keine Grenze welche gleichzeitig eine Grenze zwischen zwei Gesellschafts-Systemen war, es gab nur ein Deutschland, alle waren Deutsche im Gebiet von 1937 und die Grenze war eine "Innerdeutsche", beliebige Grenze ohne staatsrechtliche Bedeutung .....

Alles klar?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#440

RE: Die Deutsche Einheit - eine Illusion

in Das Ende der DDR 20.11.2013 10:20
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von studfri im Beitrag #427
Was meinst Du denn mit "Gesprächshaltung im Forum"? Ich stelle Fragen und erhalte Antworten und ich sage meine Meinung, wenn ich etwas zu sagen habe, ob als Diskussionsbeitrag oder als eigene Schilderung (wovon es aber naturgemäß nur wenig gibt).

Ja ich habe einen französischen Hintergrund und nicht nur das: auch einen französischen Pass. Meine Mutter ist Elsässerin, mein Vater Deutscher und ich bin das uneheliche Ergebnis einer beruflichen Tagung der beiden (gezeugt in Deutschland, geboren in Strasbourg). Mithin: ein echter Europäer

Mein Interesse an der neueren Deutschen Geschichte wurde durch die Teilnahme als Gasthörer an verschiedenen Veranstaltungen des B.A.-Studiengangs "Neuere und neueste Geschichte" an der Uni Freiburg bei mir geweckt. Ein Abend mit einem Zeitzeugen, der über sein Schicksal berichtete, hat mich damals besonders neugierig gemacht.

Das mit der von Dir zitierten "Bringschuld". Nun, die betrifft so natürlich niemanden; wenn man aber nach einen Zusammenwachsen sucht und sich beklagt, dass das nicht so recht etwas wird, dann sollte man vlt. einmal darüber nachdenken, ob man selbst auch genug (i.S.v. genügend) dazu beiträgt.
So ist jedenfalls meine Meinung.



Also du bist Gasthörer in der "Geschichte"? Hast du vielleicht schon irgendwo geschrieben und ich habe es überlesen: Welchen Studiengang betreibst du denn im Hauptstudiengang, wenn ich das fragen darf?
Und hast du nicht Lust, etwas über das Schicksal des o.g. Zeitzeugen zu erzählen, das dich offenbar mit dazu veranlasst hat, hier mit uns u.a. über die "Deutsche Einheit" zu diskutieren. Ich versuche immer noch, deine Argumentations-Haltung nachzuvollziehen, als Privat-Mensch, als wiss. Forschender, als ein in irgendeiner Weise Betroffener o.ä. ? Denn im Augenblick sieht es für mich lediglich so aus, als wollest du mit jugendlichem Elan den Deutschen der älteren Generation mal so richtig Bescheid sagen, wie ihre Geschichte funktioniert hat und wie sie damit umzugehen haben - weil sie selbst nicht dazu in der Lage sind?
.


Damals87, furry, Jobnomade, DoreHolm und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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