#201

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 16:05
von zoll (gelöscht)
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Nun mal meine Erlebnisse mit der PKE.
Es war 1970 oder 1971. Die Teilnehmer eines Lehrgangs fahren mit einem Reisebus von Königswinter nach Berlin. Als sie in Marienborn abgefertigt werden dauerte diese Prozedur 4:30Std. Es wurde keine Begründung geliefert. Die Ausweise wurden auch recht schnell wieder ausgehändigt. Der Bus stand die ganze Zeit auf einer Parkposition. Aussteigen war auch nicht erlaubt.
Nach der Ankunft in Drewitz gleiche Prozedur. Überkorrekte Abfertigung. Parkposition des Busses. Aussteigen nicht zugelassen. Weiterfahrt nach Westberlin nach 3:30 Std.
Es gab nichts zu essen und keine Getränke. Von wem auch?
Die Auflösung: diese ganze schikanöse Abfertigung durch die Grenzorgane der DDR beruhte wahrscheinlich auf der Tatsache,dass der ganze Bus mit Zollbeamten besetzt war, die alle Grenzazfsichtsdienst an der Zonengrenze zur DDR machten.
Diese Reise sollte eine Belohnung des Dienstherren für gute Prüfungsergebnisse sein. Nach dieser Schikane durch PKE u. a. war der Spass erst einmal vorbei und unsere Motivation für den GAD war nun wieder besonders hoch.


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#202

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 16:10
von linamax | 2.015 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #201
Nun mal meine Erlebnisse mit der PKE.
Es war 1970 oder 1971. Die Teilnehmer eines Lehrgangs fahren mit einem Reisebus von Königswinter nach Berlin. Als sie in Marienborn abgefertigt werden dauerte diese Prozedur 4:30Std. Es wurde keine Begründung geliefert. Die Ausweise wurden auch recht schnell wieder ausgehändigt. Der Bus stand die ganze Zeit auf einer Parkposition. Aussteigen war auch nicht erlaubt.
Nach der Ankunft in Drewitz gleiche Prozedur. Überkorrekte Abfertigung. Parkposition des Busses. Aussteigen nicht zugelassen. Weiterfahrt nach Westberlin nach 3:30 Std.
Es gab nichts zu essen und keine Getränke. Von wem auch?
Die Auflösung: diese ganze schikanöse Abfertigung durch die Grenzorgane der DDR beruhte wahrscheinlich auf der Tatsache,dass der ganze Bus mit Zollbeamten besetzt war, die alle Grenzazfsichtsdienst an der Zonengrenze zur DDR machten.
Diese Reise sollte eine Belohnung des Dienstherren für gute Prüfungsergebnisse sein. Nach dieser Schikane durch PKE u. a. war der Spass erst einmal vorbei und unsere Motivation für den GAD war nun wieder besonders hoch.

Hallo Zoll
Es wird nicht lange dauern und es wird wieder als Lüge bezeichnet . Denn die DDR macht sowas nicht .


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#203

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 16:18
von elster427 | 789 Beiträge

Hallo Harzwanderer,
also welche Güst die lockerste war kann ich dir nicht sagen,da wir untereinander auf unserer Ebene keine Kontakte hatten.
Die Lockerheit war schon an einer Güst zwischen den Zügen unterschiedlich. Es gab da nämlich den sozialistischen Wettbewerb, der manche dazu brachte ,nur nach Fehlern bei den anderen zu suchen ,als ihrer eigentlichen Arbeit nachzugehen.Mal als Beispiel, BRD Bürger reist mit einem Visum zur Einreise -ohne Ausreisevisum- ein und erscheint zur Ausreise. In meiner Diensteinheit war es dann üblich, Visa Stempel holen ,Ausreise Visum erteilen und kurze Belehrung- und ab nach WB. Bei anderen konnte es dir dann passieren zur VP zurückgeschickt zu werden um dir dort dein Visum zu holen. Es gab also schon innerhalb einer Güst unterschiede bei der Dienstdurchführung.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
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#204

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 16:22
von elster427 | 789 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #202
Zitat von zoll im Beitrag #201
Nun mal meine Erlebnisse mit der PKE.
Es war 1970 oder 1971. Die Teilnehmer eines Lehrgangs fahren mit einem Reisebus von Königswinter nach Berlin. Als sie in Marienborn abgefertigt werden dauerte diese Prozedur 4:30Std. Es wurde keine Begründung geliefert. Die Ausweise wurden auch recht schnell wieder ausgehändigt. Der Bus stand die ganze Zeit auf einer Parkposition. Aussteigen war auch nicht erlaubt.
Nach der Ankunft in Drewitz gleiche Prozedur. Überkorrekte Abfertigung. Parkposition des Busses. Aussteigen nicht zugelassen. Weiterfahrt nach Westberlin nach 3:30 Std.
Es gab nichts zu essen und keine Getränke. Von wem auch?
Die Auflösung: diese ganze schikanöse Abfertigung durch die Grenzorgane der DDR beruhte wahrscheinlich auf der Tatsache,dass der ganze Bus mit Zollbeamten besetzt war, die alle Grenzazfsichtsdienst an der Zonengrenze zur DDR machten.
Diese Reise sollte eine Belohnung des Dienstherren für gute Prüfungsergebnisse sein. Nach dieser Schikane durch PKE u. a. war der Spass erst einmal vorbei und unsere Motivation für den GAD war nun wieder besonders hoch.

Hallo Zoll
Es wird nicht lange dauern und es wird wieder als Lüge bezeichnet . Denn die DDR macht sowas nicht .


Ich möchte garnicht abstreiten das so etwas passiert ist, den Päße dokumentieren ,alles schriftlich erfassen hat schon eine Weile gedauert.Vielleicht hätte man auf ein Schild am Bus " Zollbedienstete " verzichten sollen.
mfg Jan


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#205

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 16:26
von zoll (gelöscht)
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Du Witzbold. Das war ein Bus eines rheinischen Reiseunternehmers. In der Phase des kalten Krieges war die DDR auf Krawall gebürstet. Sie wollte doch immer wieder, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ihre Eigen- und Rechtsstaatlichkeit beweisen. Da waren doch solche Nadelstiche auf den "Klassenfeind" an der Tagesordnung.
MfG zoll


zuletzt bearbeitet 03.10.2013 16:30 | nach oben springen

#206

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 16:29
von elster427 | 789 Beiträge

Dann solltet ihr mal eueren Busfahrer verprügeln. Der hatte wohl was gut zumachen bei uns.
mfg Jan


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#207

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 16:31
von elster427 | 789 Beiträge

Spass bei seite, es gab viele Busfahrer die sich bei uns angebidert haben und dadurch eine bevorzugte Abfertigung zu erhalten. Bei denen war Zeit Geld. Wann hatte man schon mal die gelegenheit die Personalien von einer Busladung Zöllner zu bekommen.
mfg Jan


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zuletzt bearbeitet 03.10.2013 16:34 | nach oben springen

#208

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 17:09
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #205
Du Witzbold. Das war ein Bus eines rheinischen Reiseunternehmers. In der Phase des kalten Krieges war die DDR auf Krawall gebürstet. Sie wollte doch immer wieder, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ihre Eigen- und Rechtsstaatlichkeit beweisen. Da waren doch solche Nadelstiche auf den "Klassenfeind" an der Tagesordnung.
MfG zoll

Da hast du Recht. Ich hatte auch das Gefühl das die DDR auf Krawall aus war. Nur war das was ihr gemacht habt auch sehr provokannt.Ein ganzer Bus voll mit westdeutschen Zöllner. . Muß mann den unbedingt nach West Berlin fahren?



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#209

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 17:20
von Lutze | 8.026 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #208
Zitat von zoll im Beitrag #205
Du Witzbold. Das war ein Bus eines rheinischen Reiseunternehmers. In der Phase des kalten Krieges war die DDR auf Krawall gebürstet. Sie wollte doch immer wieder, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ihre Eigen- und Rechtsstaatlichkeit beweisen. Da waren doch solche Nadelstiche auf den "Klassenfeind" an der Tagesordnung.
MfG zoll

Da hast du Recht. Ich hatte auch das Gefühl das die DDR auf Krawall aus war. Nur war das was ihr gemacht habt auch sehr provokannt.Ein ganzer Bus voll mit westdeutschen Zöllner. . Muß mann den unbedingt nach West Berlin fahren?

warum nicht,so bekamen die Zöllner einen realen
Blick,was an den Grenzübergangsstellen vor sich ging
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#210

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 18:28
von elster427 | 789 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #201
Nun mal meine Erlebnisse mit der PKE.
Es war 1970 oder 1971. Die Teilnehmer eines Lehrgangs fahren mit einem Reisebus von Königswinter nach Berlin. Als sie in Marienborn abgefertigt werden dauerte diese Prozedur 4:30Std. Es wurde keine Begründung geliefert. Die Ausweise wurden auch recht schnell wieder ausgehändigt. Der Bus stand die ganze Zeit auf einer Parkposition. Aussteigen war auch nicht erlaubt.
Nach der Ankunft in Drewitz gleiche Prozedur. Überkorrekte Abfertigung. Parkposition des Busses. Aussteigen nicht zugelassen. Weiterfahrt nach Westberlin nach 3:30 Std.
Es gab nichts zu essen und keine Getränke. Von wem auch?
Die Auflösung: diese ganze schikanöse Abfertigung durch die Grenzorgane der DDR beruhte wahrscheinlich auf der Tatsache,dass der ganze Bus mit Zollbeamten besetzt war, die alle Grenzazfsichtsdienst an der Zonengrenze zur DDR machten.
Diese Reise sollte eine Belohnung des Dienstherren für gute Prüfungsergebnisse sein. Nach dieser Schikane durch PKE u. a. war der Spass erst einmal vorbei und unsere Motivation für den GAD war nun wieder besonders hoch.


Jetzt fällt mir erst auf wann das gewesen ist. War ja noch vor dem Transitabkommen.Da tickten die Uhren noch anders.
mfg Jan


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#211

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 19:06
von Lutze | 8.026 Beiträge

eine Frage habe ich zur Grenzabfertigung,
war nach dem Grundlagenvertrag die Grenzabfertigungen
schwieriger?,gab es da andere Richtlinien,
oder war es für die PKE einfacher gewesen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#212

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 19:28
von utkieker | 2.911 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #208
Zitat von zoll im Beitrag #205
Du Witzbold. Das war ein Bus eines rheinischen Reiseunternehmers. In der Phase des kalten Krieges war die DDR auf Krawall gebürstet. Sie wollte doch immer wieder, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ihre Eigen- und Rechtsstaatlichkeit beweisen. Da waren doch solche Nadelstiche auf den "Klassenfeind" an der Tagesordnung.
MfG zoll

Da hast du Recht. Ich hatte auch das Gefühl das die DDR auf Krawall aus war. Nur war das was ihr gemacht habt auch sehr provokannt.Ein ganzer Bus voll mit westdeutschen Zöllner. . Muß mann den unbedingt nach West Berlin fahren?

Hallo glasi,

war doch ihr gutes Recht nach Westberlin zu reisen. Wenn es der DDR nicht möglich war, ihren Bürgern den erweiterten Reiseverkehr ins "nicht sozialistische Währungsgebiet" einzuräumen, dann sollten sie wenigstens nicht andere Reisende schikanieren. Ich hoffe nur, daß @zoll von späteren Reisen über die DDR nicht abgeschreckt wurde.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 03.10.2013 19:29 | nach oben springen

#213

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 19:37
von utkieker | 2.911 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #211
eine Frage habe ich zur Grenzabfertigung,
war nach dem Grundlagenvertrag die Grenzabfertigungen
schwieriger?,gab es da andere Richtlinien,
oder war es für die PKE einfacher gewesen
Lutze

Nach dem Grundlagenvertrag, gab es ein erhöhten Reiseverkehr in oder über die DDR. Für PKE und Zoll sicherlich auch mehr Stress. Bleibt nur zu fragen ob dem erhöhten Verkehrsaufkommen entsprechend Rechnung getragen wurde!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#214

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 19:40
von elster427 | 789 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #213
Zitat von Lutze im Beitrag #211
eine Frage habe ich zur Grenzabfertigung,
war nach dem Grundlagenvertrag die Grenzabfertigungen
schwieriger?,gab es da andere Richtlinien,
oder war es für die PKE einfacher gewesen
Lutze

Nach dem Grundlagenvertrag, gab es ein erhöhten Reiseverkehr in oder über die DDR. Für PKE und Zoll sicherlich auch mehr Stress. Bleibt nur zu fragen ob dem erhöhten Verkehrsaufkommen entsprechend Rechnung getragen wurde!

Gruß Hartmut!

Für diese Frage bin ich leider zu jung. Da könnte vielleicht @passport weiterhelfen.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
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#215

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 19:51
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #201
Nun mal meine Erlebnisse mit der PKE.
Es war 1970 oder 1971. Die Teilnehmer eines Lehrgangs fahren mit einem Reisebus von Königswinter nach Berlin. Als sie in Marienborn abgefertigt werden dauerte diese Prozedur 4:30Std. Es wurde keine Begründung geliefert. Die Ausweise wurden auch recht schnell wieder ausgehändigt. Der Bus stand die ganze Zeit auf einer Parkposition. Aussteigen war auch nicht erlaubt.
Nach der Ankunft in Drewitz gleiche Prozedur. Überkorrekte Abfertigung. Parkposition des Busses. Aussteigen nicht zugelassen. Weiterfahrt nach Westberlin nach 3:30 Std.
Es gab nichts zu essen und keine Getränke. Von wem auch?
Die Auflösung: diese ganze schikanöse Abfertigung durch die Grenzorgane der DDR beruhte wahrscheinlich auf der Tatsache,dass der ganze Bus mit Zollbeamten besetzt war, die alle Grenzazfsichtsdienst an der Zonengrenze zur DDR machten.
Diese Reise sollte eine Belohnung des Dienstherren für gute Prüfungsergebnisse sein. Nach dieser Schikane durch PKE u. a. war der Spass erst einmal vorbei und unsere Motivation für den GAD war nun wieder besonders hoch.



Na siehste ! Mit solchen Aktionen wurden endlich die West-Allierten an einen Tisch mit der SU gebracht und das Vier-Mächte-Abkommen in Angriff zu nehmen. Parallel dazu liefen die Verhandlungen BRD-DDR über einen Grundlagenvertrag und dem Transitabkommen. Nach Unterzeichnung des Vier-Mächte-Abkommens wurden auf Staatssekretärsebene DDR und BRD diese beiden wichtigen Abkommen unterzeichnet. Das war eine De-facto-Anerkennung der DDR durch die BRD. Diese beiden Verträge haben dazu beigetragen die Situation zwischen den beiden deutschen Staaten zu entkrampfen und andererseits den Status Quo der nach dem II. WK entstandenen politischen, wirtschaftlichen und territorialen Zustand zu erhalten.
Dieser Zustand blieb dann ja dann bis zu 2 plus 4 Verhandlungen erhalten. Vor allem die Reisenden im vertragsgebundenen Transit nach WB/BRD hatten viele Vorteile, wie vereinfachte Abfertigung ohne Zollkontrolle. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen im Transit erfolgte durch den Bund mit einer Pauschalsumme die alle 5 Jahre neu verhandelt wurde. Die Zunahme des Transitreiseverkehrs erkennt man die stetig gewachsenden Zahlungen der Transitpauschale. Von 235,- Mio DM auf 860,- Mio DM pro Jahr.



passport


elster427 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.10.2013 10:44 | nach oben springen

#216

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 22:12
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo,

Hätte da auch noch mal ne Frage:
Gab es Fälle wo versucht wurde von westdeutscher Seite,Angehörige von PKE und Zoll zu bestechen,
weil sie irgendwelche kleinen Vergehen begangen haben?
Und sind Fälle an GüSten bekannt wo Angehörige von PKE und Zoll Bestechungen erlegen sind?
Wie wurde mit Transitreisenden umgegangen,die versucht haben Bewaffnete Organe der DDR zu bestechen?
Gab es da eine Statistik?
Wie wurde mit Angehörigen von Zoll und PKE umgegangen die z.B. Bestechungsgelder angenommen haben?
Gab es da eine Statistik?

MfG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#217

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.10.2013 22:47
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von elster427 im Beitrag #214
Zitat von utkieker im Beitrag #213
Zitat von Lutze im Beitrag #211
eine Frage habe ich zur Grenzabfertigung,
war nach dem Grundlagenvertrag die Grenzabfertigungen
schwieriger?,gab es da andere Richtlinien,
oder war es für die PKE einfacher gewesen
Lutze

Nach dem Grundlagenvertrag, gab es ein erhöhten Reiseverkehr in oder über die DDR. Für PKE und Zoll sicherlich auch mehr Stress. Bleibt nur zu fragen ob dem erhöhten Verkehrsaufkommen entsprechend Rechnung getragen wurde!

Gruß Hartmut!

Für diese Frage bin ich leider zu jung. Da könnte vielleicht @passport weiterhelfen.
mfg Jan



@Lutze , @elster427

Na, was heißt hier zu Jung ?

Für die Abfertigung im Reiseverkehr war die PKO (Passkontrollordnung) zuständig. Sie regelte die Erteilung von Visa und anderen Berechtigungen bei der Grenzpassage. Die PKO regelte mit "Was" der Reisende abgefertigt wurde.
Die OTA (Ordnung zur Technologie der Kontrolle, Abfertigung und Technologie an den Güsten). Hier wurde detailliert, zugeschnitten auf die Güsten (Verkehrskategorie) Handlungen und Aufgaben festgelegt. Zeit und Leistungsnormative wurden festgelegt. Für jeden Fahnder und Visaerteiler gab es Normen. Sie bestimmten die Durchlaufzeiten der einzelnen Abfertigungsspuren im TW (vertragsgebundener Transit WB/BRD) und im Wechselverkehr (Einreise DDR/Transit 3. Staaten). Natürlich war auch die Abfertigung im Bereich Ausreise genormt. Die Norm bestimmte den Einsatz und Anzahl der Passkontrolleure in den einzelnen Abfertigungsbereichen.
Nach Abschluss des Grundlagenvertrages und des Transitabkommens zwischen der DDR und der BRD nahm der Reisestrom durch und in die DDR stetig zu. Die Belastung für jeden einzelnen stieg von Jahr zu Jahr (sh. Beiträge von elster427, KARNAK und von mir).Ich glaube auf Grund einer schriftlichen Beschwerde an den Minister von Ehefrauen von MA aus Mbn./A im Jahr 1975 wurden alle verfügbaren neu eingestellten MA dorthin versetzt. Als ich mich im Sommer 1975 als BS verpflichtete waren wir 15 Personen. Davon wurden 14 MA mit sofortiger Wirkung nach Mbn/A. versetzt.
Denn jede BVfS eines Bezirkes musste für den MA-Bestand seiner DE selber aufkommen. Also nichts mit "sächsisch" bei uns
Die MA des GZA wurden nun verstärkt im Wechselverkehr Ein-und Ausreise eingesetzt. Im PKW-Bereich TW wurden die Reisen nur noch nach gebührenpflichtigen Gegenständen (Waffen, Funk und Munition) befragt. Im LKW-Bereich TW E/A nahm der Zöllner entsprechend der Artikel 6 und 7 des Transitabkommens die Kontrolle des Fzg. vor. Durch die Anerkennungswelle Anfang der 70ziger Jahre und Aufnahme von diplomatischen Beziehungen der DDR mit fast allen Ländern dieser Erde sowie die Errichtung von Botschaften kamen neue und komplizierte Aufgaben auf die PKE und GZA zu.



passport


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zuletzt bearbeitet 04.10.2013 10:43 | nach oben springen

#218

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.10.2013 02:21
von Schuddelkind | 3.505 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #101
Karnak,

die Arbeitszeit im MfS ist ja eigentlich nicht das Thema. Vielleicht kann dies auch entsprechend verschoben werden.

Einige Anmerkungen aber noch von meiner Seite.

Wenn man sich entschied die Berufslaufbahn im MfS einzuschlagen war wohl jeden bekannt, dass dies kein Dienst von 08.00 bis 17.00 Uhr war.

Ab und zu habe ich den Eindruck Du möchtest bedauert werden. In vielen Bereichen – auch im zivilen – wurden richtig Stunden geknüppelt.

Ich bring dir jetzt mal ein anderes Beispiel.

Da hieß es um 4 .00 Uhr aufstehen, dann fuhr man in eine konspirative Wohnung, ging in den Keller und schleppte erst mal Kohlen in den 3. Stock. Dann wurde die Bude geheizt und man wartete bis der „Ofen durchgebrannt“ war. Dann ging es schnell wieder nach Hause und man zog sich wieder richtige Klamotten an, weil pünktlich um 08.00 Uhr Dienstbeginn war.

18.00 setzt man sich dann ins Auto und fuhr wieder in die KW und bereitet kleine Schnittchen vor, kochte Kaffee und machte alles etwas nett zurecht. Um 20.00 traf dann IM „XY“ ein. Der Treff dauerte dann bis rund 22.00 Uhr. Anschließend verschwand der IM und der Führungsoffizier machte noch klar Schiff. Dann ging es nach Hause. War es wichtig, musste der schriftliche Treffbericht um spätestens 08.00 am folgenden Tag beim Chef auf dem Tisch liegen. Da kann sich jeder ausrechnen, wann man in der Dienststelle aufschlagen musste, damit dies geschafft wurde.
Und meistens war es ja so, dass man nicht nur einen IM „hatte“.

Ich könnte auch das Beispiel aufführen, wo man Tage im Winter im unbeheizten Bungalow zubrachte und diesen nicht verlassen durfte oder wo Personen zur identischen Zeit einen längeren Zeitpunkt in einen Erdloch zubringen mussten und dies nicht so einfach verlassen konnten.

Und nicht nur die hauptamtlichen MA des MfS hatten zu schaffen. Denke vielleicht auch mal an die IM, OibE, etc. die an verschiedensten Stellen der Welt Dienst taten. Abgesehen von speziellen Belastungen haben die nie auf die Uhr gesehen.

Und bitte nicht vergessen. Im MfS hat man ein gutes Geld verdient. Richtig ist aber auch, dass man es nicht in einen Stundenlohn umrechnen konnte. Aber ich habe nicht des Geldes wegen im MfS gearbeitet.

Und auch andere hatten es nicht leicht. Denkt mal an die Grenzer wenn die Stunden im Winter draußen waren oder an die Leute in der Braunkohle etc..
Wenn ich einige deiner Texte lese, frage ich mich ab und zu , warum DU nicht einfach gekündigt hast ?



Hey Alfred, beim lesen deiner Zeilen konnte ich doch nicht drumrum, mir ein kleines Tränchen rauszudrücken. Ihr hattet in der Tat ein schweres Los. Immer in den konspirativen Wohnungen rumhängen und auf die IM's warten.....und dann noch Kohlen schleppen,tz,tz. Aber was tat man nicht alles, um den Sozialismus voranzubringen. Da schaut man ja auch nicht auf die Uhr oder rechnet den Stundenlohn aus. Hauptsache der Staatsfeind wird ordnungsgemäß eingelocht oder wenigstens hat man endlich Informationen in der Hand, um ihn nach allen Regeln der Kunst zu zersetzen. Da schreibt man doch noch gerne mitten in der Nacht einen Bericht für seinen Oberindianer. Aber sag mal, was hockten denn deine Kollegen im Erdloch? Wollten die schon mal sehen, wie es sich anfühlt wenn der Sozialismus beerdigt wird..............?


Intellektuelle spielen Telecaster
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#219

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.10.2013 08:24
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #218

Hey Alfred, beim lesen deiner Zeilen konnte ich doch nicht drumrum, mir ein kleines Tränchen rauszudrücken. Ihr hattet in der Tat ein schweres Los. Immer in den konspirativen Wohnungen rumhängen und auf die IM's warten.....und dann noch Kohlen schleppen,tz,tz. Aber was tat man nicht alles, um den Sozialismus voranzubringen. Da schaut man ja auch nicht auf die Uhr oder rechnet den Stundenlohn aus. Hauptsache der Staatsfeind wird ordnungsgemäß eingelocht oder wenigstens hat man endlich Informationen in der Hand, um ihn nach allen Regeln der Kunst zu zersetzen. Da schreibt man doch noch gerne mitten in der Nacht einen Bericht für seinen Oberindianer. Aber sag mal, was hockten denn deine Kollegen im Erdloch? Wollten die schon mal sehen, wie es sich anfühlt wenn der Sozialismus beerdigt wird..............?


lange nicht mehr so einen dümmlichen beitrag hier im forum gelesen...

es geht hier im forum eigentlich um zeitzeugen und anhand des beitrages von @alfred konnte ich erkennen, dass er vom fach ist. auch wenn man überlegt, unter welchen primitiven gegebenheiten die konspiration gewahrt wurde und dann mit den berichten von @seaman zum hamburger verfassungsschutz vergleicht.

eigentlich ein interessantes thema (spionage und konterspionage) - wäre aber ein eigenständiger tread.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#220

RE: Auftreten der PKE an der Güst

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.10.2013 08:48
von elster427 | 789 Beiträge

Zitat von Batrachos im Beitrag #216
Hallo,

Hätte da auch noch mal ne Frage:
Gab es Fälle wo versucht wurde von westdeutscher Seite,Angehörige von PKE und Zoll zu bestechen,
weil sie irgendwelche kleinen Vergehen begangen haben?
Und sind Fälle an GüSten bekannt wo Angehörige von PKE und Zoll Bestechungen erlegen sind?
Wie wurde mit Transitreisenden umgegangen,die versucht haben Bewaffnete Organe der DDR zu bestechen?
Gab es da eine Statistik?
Wie wurde mit Angehörigen von Zoll und PKE umgegangen die z.B. Bestechungsgelder angenommen haben?
Gab es da eine Statistik?

MfG Batrachos


Hallo Batrachos

sicher wird es Fälle von Versuchen der Bestechung von PKE und Zoll Angehörigen gegeben haben. Solche Dinge sind mir aber aus meiner Tätigkeit nicht bekannt.
Was leider einige male an der Güst vorkam, war das MA PKE und Zoll Geld aus Reisedokumenten stahlen, Zöllner den Mindestumtausch aus ihrer Tasche entrichteten und mehrere Passkontroleure von Reisenden "Verwarngelder " abnahmen, wenn diese Sperrlinien oder Stoppschilder überfuhren. Aufgeflogen sind sie dann allesamt ,weil sie sich sagten ,das der Intershop in Michendorf der "sicherste" zum Einkaufen war.
Sie waren halt nicht die hellsten, den jeder wußte ,dort ist ein Stützpunkt der Abt. VIII/4 und der Transitüberwachung des Zolls .
Nach der Feststellung, Entlassung und dann führte ihr Weg sie in die UHA des MfS und wurde der Staatsanwaltschaft übergeben .
Wie überall im Leben ,kannst du den Menschen ebend nicht ins Hirn schauen.
mfg Jan


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