#61

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.09.2013 22:31
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Ihr müsst vielleicht nicht "Polizei", sondern "Kein Zoll" groß an Eure Autos schreiben.


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#62

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.09.2013 22:36
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #61
Ihr müsst vielleicht nicht "Polizei", sondern "Kein Zoll" groß an Eure Autos schreiben.


Gute Idee für unser Ideenmanagement *lach*, werd ich mal einreichen. Wenn es finanziell ausgelobt wird bekommst du die Hälfte.


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.09.2013 22:56 | nach oben springen

#63

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.09.2013 22:48
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #59
Zitat von seaman im Beitrag #58

Normalerweise wollte ich hier etwas zu den Vorgangsweisen bei Verhaftungen an den DDR-Grenzübergangsstellen erfahren.

Zu Haftanstalten gibt es hier genug Themenblöcke.

seaman


Hallo Seaman, dann lies mal meine PN von heute 11.01 Uhr


Hallo,
gerade erst gelesen,sorry.
Antwort folgt.

seaman


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#64

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 15:35
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #19

war es wirklich so?,du schreibst von Richtigstellung dieses Vorfalls,
deine Schilderung ist mir aus der Presse zur damaligen Zeit bekannt,
glauben daran kann ich nicht
Lutze

Also ich kann Dir bestätigen,dass es so war,ich war dabei.
Der Mann hatte von seinen Verwandten antiquarisches Blechspielzeug übernommen,bei seiner Fahrt über die Transitstrecke.Und wurde,wie hier schon geschrieben,von der VIII/4 beobachtet.Als er dann bei seiner Ausreise zur Kontrolle herausgezogen wurde,ist er völlig in Panik geraten,er hatte ja nun ein schlechtes Gewissen und wahrscheinlich entsprechende Klischees von den Grenzschergen verinnerlicht.
Bei der Erstbefragung ist er dann auf seinem Stuhl zusammengebrochen,ich betone nur aus Panik heraus,was Ihm nun wohl blühen würde.Bei späteren Untersuchungen,auch im Westen,wurde eine vorhandene Herzschwäche festgestellt.Jedenfalls befand sich an seiner rechten Seite ein Heizkörper an dem das Thermostat fehlte.Die Dinger waren Knapp und wurden öfter für Zuhause geklaut,auch von den Passkontrolleuren.Wer die alten DDR-Heizkörper kennt,fehlte das Thermostat,stand ein schmaler Metallbolzen vor,auf dem das Thermostat aufgesetzt wurde.Dort ist der Mann mit der Schläfe rauf geknallt und hat sich eine Verletzung an der Schläfe zugezogen.Gestorben ist er aber an Herzversagen,dass wurde später auch durch die westliche Seite bestätigt,allerdings ziemlich still und Zurückhaltend.Vorher gab es ein riesen Theater,Strauß sprach in der Presse von Mördern an der Güst,dass Übliche in Zeiten des kalten Krieges.Auf Grund der Verletzung an der Schläfe stand natürlich fest,der Mann wurde mit einem Gummiknüppel geprügelt.Jedenfalls war die DDR in argen Nöten,irgendwann kam der international anerkannte DDR-Österreicher Prokopp zu einem Ortstermin an die Güst,hat sich alles angeschaut.Wir mussten extra ein Garage als Büro für Ihn umfunkionieren,Tapete rann,Schrankwand,Polstermöbel und Couchtisch rein,ich glaube sogar eine kleine Minnibar.Was uns davon geblieben ist war die Tapeteund ich glaube,er hat das"Büro"nie betreten.Er war dann wohl auch bei der Obduktion der Person dabei.Jedenfalls hat sich die von mir beschriebene Geschichte bestätigt,was dann von den Medien auch so gemeldet wurde.Aber wie schon gesagt,im Gegensatz zu dem"Anfangsverdacht"doch recht bescheiden und zurückhaltend.Und Franz-Josef war auch wieder gut mit uns.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
seaman und elster427 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.09.2013 15:39 | nach oben springen

#65

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 15:43
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #64
Zitat von Lutze im Beitrag #19

war es wirklich so?,du schreibst von Richtigstellung dieses Vorfalls,
deine Schilderung ist mir aus der Presse zur damaligen Zeit bekannt,
glauben daran kann ich nicht
Lutze

Also ich kann Dir bestätigen,dass es so war,ich war dabei.
Der Mann hatte von seinen Verwandten antiquarisches Blechspielzeug übernommen,bei seiner Fahrt über die Transitstrecke.Und wurde,wie hier schon geschrieben,von der VIII/4 beobachtet.Als er dann bei seiner Ausreise zur Kontrolle herausgezogen wurde,ist er völlig in Panik geraten,er hatte ja nun ein schlechtes Gewissen und wahrscheinlich entsprechende Klischees von den Grenzschergen verinnerlicht.
Bei der Erstbefragung ist er dann auf seinem Stuhl zusammengebrochen,ich betone nur aus Panik heraus,was Ihm nun wohl blühen würde.Bei späteren Untersuchungen,auch im Westen,wurde eine vorhandene Herzschwäche festgestellt.Jedenfalls befand sich an seiner rechten Seite ein Heizkörper an dem das Thermostat fehlte.Die Dinger waren Knapp und wurden öfter für Zuhause geklaut,auch von den Passkontrolleuren.Wer die alten DDR-Heizkörper kennt,fehlte das Thermostat,stand ein schmaler Metallbolzen vor,auf dem das Thermostat aufgesetzt wurde.Dort ist der Mann mit der Schläfe rauf geknallt und hat sich eine Verletzung an der Schläfe zugezogen.Gestorben ist er aber an Herzversagen,dass wurde später auch durch die westliche Seite bestätigt,allerdings ziemlich still und Zurückhaltend.Vorher gab es ein riesen Theater,Strauß sprach in der Presse von Mördern an der Güst,dass Übliche in Zeiten des kalten Krieges.Auf Grund der Verletzung an der Schläfe stand natürlich fest,der Mann wurde mit einem Gummiknüppel geprügelt.Jedenfalls war die DDR in argen Nöten,irgendwann kann der international anerkannte DDR-Österreicher Prokopp zu einem Ortstermin an die Güst,hat sich alles angeschaut.Wir mussten extra ein Garage als Büro für Ihn umfunkionieren,Tapete rann,Schrankwand,Polstermöbel und Couchtisch rein,ich glaube sogar eine kleine Minnibar.Was uns davon geblieben ist war die Tapeteund ich glaube,er hat das"Büro"nie betreten.Er war dann wohl auch bei der Obduktion der Person dabei.Jedenfalls hat sich die von mir beschriebene Geschichte bestätigt,was dann von den Medien auch so gemeldet wurde.Aber wie schon gesagt,im Gegensatz zu dem"Anfangsverdacht"doch recht bescheiden und zurückhaltend.Und Franz-Josef war auch wieder gut mit uns.

Thermostaten wurden an einer Grenzübergangsstelle geklaut?,
Diebstahl am Volkseigentum,schöne Genossen seit ihr gewesen
Lutze


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wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 29.09.2013 15:51 | nach oben springen

#66

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 15:56
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #1
Wie lauteten die DVs zu Festnahmen von Einreisenden in oder durch die DDR?
Wer hat das in der Praxis erlebt?

seaman



Die Festnahmen an den Güsten der DDR wurden durch die OKE realisiert,natürlich mit Unterstützung durch Passkontrolleure,Absicherung der Person usw.Da es in der DDR und auch beim Mfs sehr deutsch zuging,war natürlich alles bis auf die Kommas genau festgelegt und eine Abweichung davon eigentlich nicht statthaft.So war selbst der Wortlaut exakt festgelegt wie der Person die vorläufige Festnahme mitzuteilen ist.Ansonsten hatten die OKE einen Ordner in Form eines Fallbeispieles in dem detaliert dargestellt wurde was wann wie durchzuführen ist.Dabei besonders welche Dokumente in die gute alte Erika in 4 facher Ausfertigung zu hacken war und was drin stehen musste und was nicht drin stehen durfte.Dazu mussten Fotomappen angelegt werden usw.Es war jedenfalls ein riesen Theater und eine Wissenschaft für sich dabei keine Fehler zu machen.Man muss sich darüber im Klaren sein,dass zwischen Festnahmen unter Umständen Jahre liegen konnten.Man konnte da schon aus der Übung kommen.Der Feierabend war in jedem Fall im A....,diese Sachverhalte durften nämlich nicht an die nächste Schicht übergeben werden,mussten von dem erledigt werden,der sie angefangen hatte.Das konnte schon mal eine lange Schicht werden.Der ganze Papierkram ging dann auch in jedem Fall an die regelmäßig tagende Transitkommision,deswegen konnte man sich keine Fehler erlauben.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#67

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 16:00
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #65
Zitat von KARNAK im Beitrag #64
Zitat von Lutze im Beitrag #19

war es wirklich so?,du schreibst von Richtigstellung dieses Vorfalls,
deine Schilderung ist mir aus der Presse zur damaligen Zeit bekannt,
glauben daran kann ich nicht
Lutze

Also ich kann Dir bestätigen,dass es so war,ich war dabei.
Der Mann hatte von seinen Verwandten antiquarisches Blechspielzeug übernommen,bei seiner Fahrt über die Transitstrecke.Und wurde,wie hier schon geschrieben,von der VIII/4 beobachtet.Als er dann bei seiner Ausreise zur Kontrolle herausgezogen wurde,ist er völlig in Panik geraten,er hatte ja nun ein schlechtes Gewissen und wahrscheinlich entsprechende Klischees von den Grenzschergen verinnerlicht.
Bei der Erstbefragung ist er dann auf seinem Stuhl zusammengebrochen,ich betone nur aus Panik heraus,was Ihm nun wohl blühen würde.Bei späteren Untersuchungen,auch im Westen,wurde eine vorhandene Herzschwäche festgestellt.Jedenfalls befand sich an seiner rechten Seite ein Heizkörper an dem das Thermostat fehlte.Die Dinger waren Knapp und wurden öfter für Zuhause geklaut,auch von den Passkontrolleuren.Wer die alten DDR-Heizkörper kennt,fehlte das Thermostat,stand ein schmaler Metallbolzen vor,auf dem das Thermostat aufgesetzt wurde.Dort ist der Mann mit der Schläfe rauf geknallt und hat sich eine Verletzung an der Schläfe zugezogen.Gestorben ist er aber an Herzversagen,dass wurde später auch durch die westliche Seite bestätigt,allerdings ziemlich still und Zurückhaltend.Vorher gab es ein riesen Theater,Strauß sprach in der Presse von Mördern an der Güst,dass Übliche in Zeiten des kalten Krieges.Auf Grund der Verletzung an der Schläfe stand natürlich fest,der Mann wurde mit einem Gummiknüppel geprügelt.Jedenfalls war die DDR in argen Nöten,irgendwann kann der international anerkannte DDR-Österreicher Prokopp zu einem Ortstermin an die Güst,hat sich alles angeschaut.Wir mussten extra ein Garage als Büro für Ihn umfunkionieren,Tapete rann,Schrankwand,Polstermöbel und Couchtisch rein,ich glaube sogar eine kleine Minnibar.Was uns davon geblieben ist war die Tapeteund ich glaube,er hat das"Büro"nie betreten.Er war dann wohl auch bei der Obduktion der Person dabei.Jedenfalls hat sich die von mir beschriebene Geschichte bestätigt,was dann von den Medien auch so gemeldet wurde.Aber wie schon gesagt,im Gegensatz zu dem"Anfangsverdacht"doch recht bescheiden und zurückhaltend.Und Franz-Josef war auch wieder gut mit uns.

Thermostaten wurden an einer Grenzübergangsstelle geklaut?,
Diebstahl am Volkseigentum,schöne Genossen seit ihr gewesen
Lutze

Ich wusste das die Frage kommt.Die Frage kam auch damals,warum kein Thermostat an dem Heizkörper ist.Welche Ausrede man sich damals ausgedacht hat habe ich vergessen.Ansonsten"Erst kommt das Fressen,dann die Moral"der Spruch ist systemübergreifend, auch der Sozialismus blieb davon nicht ganz verschont.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 29.09.2013 16:01 | nach oben springen

#68

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 16:06
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #67
Zitat von Lutze im Beitrag #65
Zitat von KARNAK im Beitrag #64
Zitat von Lutze im Beitrag #19

war es wirklich so?,du schreibst von Richtigstellung dieses Vorfalls,
deine Schilderung ist mir aus der Presse zur damaligen Zeit bekannt,
glauben daran kann ich nicht
Lutze

Also ich kann Dir bestätigen,dass es so war,ich war dabei.
Der Mann hatte von seinen Verwandten antiquarisches Blechspielzeug übernommen,bei seiner Fahrt über die Transitstrecke.Und wurde,wie hier schon geschrieben,von der VIII/4 beobachtet.Als er dann bei seiner Ausreise zur Kontrolle herausgezogen wurde,ist er völlig in Panik geraten,er hatte ja nun ein schlechtes Gewissen und wahrscheinlich entsprechende Klischees von den Grenzschergen verinnerlicht.
Bei der Erstbefragung ist er dann auf seinem Stuhl zusammengebrochen,ich betone nur aus Panik heraus,was Ihm nun wohl blühen würde.Bei späteren Untersuchungen,auch im Westen,wurde eine vorhandene Herzschwäche festgestellt.Jedenfalls befand sich an seiner rechten Seite ein Heizkörper an dem das Thermostat fehlte.Die Dinger waren Knapp und wurden öfter für Zuhause geklaut,auch von den Passkontrolleuren.Wer die alten DDR-Heizkörper kennt,fehlte das Thermostat,stand ein schmaler Metallbolzen vor,auf dem das Thermostat aufgesetzt wurde.Dort ist der Mann mit der Schläfe rauf geknallt und hat sich eine Verletzung an der Schläfe zugezogen.Gestorben ist er aber an Herzversagen,dass wurde später auch durch die westliche Seite bestätigt,allerdings ziemlich still und Zurückhaltend.Vorher gab es ein riesen Theater,Strauß sprach in der Presse von Mördern an der Güst,dass Übliche in Zeiten des kalten Krieges.Auf Grund der Verletzung an der Schläfe stand natürlich fest,der Mann wurde mit einem Gummiknüppel geprügelt.Jedenfalls war die DDR in argen Nöten,irgendwann kann der international anerkannte DDR-Österreicher Prokopp zu einem Ortstermin an die Güst,hat sich alles angeschaut.Wir mussten extra ein Garage als Büro für Ihn umfunkionieren,Tapete rann,Schrankwand,Polstermöbel und Couchtisch rein,ich glaube sogar eine kleine Minnibar.Was uns davon geblieben ist war die Tapeteund ich glaube,er hat das"Büro"nie betreten.Er war dann wohl auch bei der Obduktion der Person dabei.Jedenfalls hat sich die von mir beschriebene Geschichte bestätigt,was dann von den Medien auch so gemeldet wurde.Aber wie schon gesagt,im Gegensatz zu dem"Anfangsverdacht"doch recht bescheiden und zurückhaltend.Und Franz-Josef war auch wieder gut mit uns.

Thermostaten wurden an einer Grenzübergangsstelle geklaut?,
Diebstahl am Volkseigentum,schöne Genossen seit ihr gewesen
Lutze

Ich wusste das die Frage kommt.Die Frage kam auch damals,warum kein Thermostat an dem Heizkörper ist.Welche Ausrede man sich damals ausgedacht hat habe ich vergessen.Ansonsten"Erst kommt das Fressen,dann die Moral"der Spruch ist systemübergreifend, auch der Sozialismus blieb davon nicht ganz verschont.

das muß ein kaltes Zimmer gewesen sein
Lutze


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#69

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 16:08
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Entweder bist Du ein Wessi oder Du hast vergessen wie es in der DDR war,egal ob Vernehmungsraum oder Privatwohnung,die Heizung war voll an und wenn es zu warm wurde,wurde das Fenster angekippt.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
elster427 und Marder haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#70

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 16:13
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
wie war das mit den Amnestien für ehemalige DDR-Bürger? Sagen wir mal ab 1980 für alle die vor August 1961 illegal den Staat
verliessen, NICHT Gewalt gegen Grenzorgane anwendeten oder damit drohten und allenfalls zivile "Geheimnisträger" der Wirtschaft oder
nichtmilitärischen Verwaltung waren? Wäre ein Fritz Schenk oder Rudolf Walther Leonhard verhaftet worden auf Berlin-Vertrags-Trannsit?



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#71

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.09.2013 16:24
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Natürlich gab es in den Fahndungsmitteln Personen,die zur Festnahme ausgeschrieben waren,ich kann mich aber nicht erinnern,dass so eine Person jemals an der Güst erschienen ist und festgenommen wurde.Ich nehme mal an,die haben sich informiert oder wurden informiert und haben sich nicht bei uns blicken lassen.Der "Otto-Normal-DDR-Flüchtling oder Ausreisantragsteller der im Westen nicht mehr "negativ auf viel"ist irgendwann aus den Fahndungsmitteln rausgefallen,zur Festnahme stand er dann auf keinen Fall mehr.Natürlich konnte das bei"speziellen Kandidaten"auch anders sein.


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#72

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.10.2013 09:57
von muden | 4 Beiträge

kann hier jemand angaben machen ,zu dem vorfall an der glieniker brücke -als die damals mit dem laster durch die güst gedonnert sind-- ich glaube es war 1987/1988 ???



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#73

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.10.2013 10:16
von GZB1 | 3.287 Beiträge

muden hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#74

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.10.2013 10:34
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #3
Zitat von passport im Beitrag #2
Eine DV für Festnahmen kenne ich persönlich nicht. Es wird aber bestimmt eine DV gegeben haben. Bei der Zusammenstellung der Festnahmegruppe wurden die eingesetzten Passkontrolleure und Zöllner duch den Zgf. bzw. den Verantwortlichen in seinen Aufgabenbereich eingewiesen. Ab ca. 1978 wurden innerhalb der PKE,s 3 Fachgruppen gebildet. Eine Fachgruppe war die "Festnahme - und - Sichererungsgruppe". Das waren normale Passkontrolleure in den Arbeitsbereichen die bei Alarmauslösung oder Anruf sich im Führungspunkt zu melden hatten. Diese Gruppe war dann ab 1978 bei den Festnahmen für die Absicherung und Sicherheit verantwortlich.
Persönlich habe ich in den Jahren von 1975 - bis einschließlich 1977 an ca. 5-6 Festnahmen teilgenommen. Es handelte sich ausschließlich um Festnahmen der § 213 oder in Verbindung mit dem § 105 des StGB der DDR im vertragsgebundenen Transit WB/BRD.

passport


Bei mir lief das in etwa so ab......Bln.- Schönefeld.Einreise von Westberlin.
Passkontrolleur gleicht Pässe ab.
Löst stillen Alarm aus.Grenzer postieren sich bewaffnet hinter uns.
Werden in einen "sterilen" Raum zur Zollkontrolle verbracht(2 Personen).
Anwesend 2 Zöllner/Zöllnerin und 2 Grenzer.Intensive Gepäckkontrolle und Leibesvisitation.
Dauer ca.2-3h in einem Raum 3x4 m.Man wollte wohl Zeit gewinnen.
Auf Anfrage wurde Sitzmöglichkeit geschaffen und Wasser gereicht.War im Hochsommer.

seaman




@seaman, was war die Begründung für deine intensive Kontrolle und wie ging sie aus?


zuletzt bearbeitet 31.10.2013 10:51 | nach oben springen

#75

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2013 13:46
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich habe einmal eine Frage an die Leute von Zoll und Grenze. Da ja an der GÜST intensiv kontrolliert wurde bei Ein- und Ausreise und Ihr Fahndungslisten hattet, waren da auch sicherlich international gesuchte Leute mit aufgeführt. Konntet Ihr an den GÜST einmal dazu beitragen, dass solch ein böser Bube gefasst wurde? Arbeitete man in diesem Punkte international zusammen? Wurden dabei auch Hinweise aus der BRD aufgenommen?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#76

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2013 14:06
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von elster427 im Beitrag #25
Es wurde als erstes erste Hilfe durch die Leute vor Ort geleistet und die diensthabende Krankenschwester vom DRK geholt, welche ihr Dienstzimmer im Dienstgebäude innerhalb hatte.Danach traf die SMH mit Notarzt ein. Als nur noch der Tod festgestellt werden konnte, wurde die Abteilung IX (Untersuchungsabteilung des MfS) eingeschaltet und gegen 17.00 Uhr erschien dann der Leichenwagen.
Um gleich vorweg zunehmen- als Prof. Frokop aus Berlin und Prof. Hansen oder Jansen aus Hambur eine Tatortschau durchführten ,war ich ebenfalls im Dienst.
mfg Jan


@ elster427

Der Prof. Prokop war also mit einem Prof. aus Hamburg vor Ort zur Tatortschau? Gemeinsam?
Kannst Du sagen wann das war? Am gleichem Tag des Vorfalls?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#77

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2013 15:02
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #74
Zitat von seaman im Beitrag #3
Zitat von passport im Beitrag #2
Eine DV für Festnahmen kenne ich persönlich nicht. Es wird aber bestimmt eine DV gegeben haben. Bei der Zusammenstellung der Festnahmegruppe wurden die eingesetzten Passkontrolleure und Zöllner duch den Zgf. bzw. den Verantwortlichen in seinen Aufgabenbereich eingewiesen. Ab ca. 1978 wurden innerhalb der PKE,s 3 Fachgruppen gebildet. Eine Fachgruppe war die "Festnahme - und - Sichererungsgruppe". Das waren normale Passkontrolleure in den Arbeitsbereichen die bei Alarmauslösung oder Anruf sich im Führungspunkt zu melden hatten. Diese Gruppe war dann ab 1978 bei den Festnahmen für die Absicherung und Sicherheit verantwortlich.
Persönlich habe ich in den Jahren von 1975 - bis einschließlich 1977 an ca. 5-6 Festnahmen teilgenommen. Es handelte sich ausschließlich um Festnahmen der § 213 oder in Verbindung mit dem § 105 des StGB der DDR im vertragsgebundenen Transit WB/BRD.

passport


Bei mir lief das in etwa so ab......Bln.- Schönefeld.Einreise von Westberlin.
Passkontrolleur gleicht Pässe ab.
Löst stillen Alarm aus.Grenzer postieren sich bewaffnet hinter uns.
Werden in einen "sterilen" Raum zur Zollkontrolle verbracht(2 Personen).
Anwesend 2 Zöllner/Zöllnerin und 2 Grenzer.Intensive Gepäckkontrolle und Leibesvisitation.
Dauer ca.2-3h in einem Raum 3x4 m.Man wollte wohl Zeit gewinnen.
Auf Anfrage wurde Sitzmöglichkeit geschaffen und Wasser gereicht.War im Hochsommer.

seaman




@seaman, was war die Begründung für deine intensive Kontrolle und wie ging sie aus?


1986.
Wir waren zwei Personen und wurden am Weiterflug gehindert.Verpassten die Maschine.
Konnten am Abend mit dem Flughafenbus zurück nach Westberlin fahren.
Wir standen (fälschlicherweise) auf der Fahndungsliste.

seaman


GZB1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2013 15:03 | nach oben springen

#78

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2013 15:52
von elster427 | 789 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #76
Zitat von elster427 im Beitrag #25
Es wurde als erstes erste Hilfe durch die Leute vor Ort geleistet und die diensthabende Krankenschwester vom DRK geholt, welche ihr Dienstzimmer im Dienstgebäude innerhalb hatte.Danach traf die SMH mit Notarzt ein. Als nur noch der Tod festgestellt werden konnte, wurde die Abteilung IX (Untersuchungsabteilung des MfS) eingeschaltet und gegen 17.00 Uhr erschien dann der Leichenwagen.
Um gleich vorweg zunehmen- als Prof. Frokop aus Berlin und Prof. Hansen oder Jansen aus Hambur eine Tatortschau durchführten ,war ich ebenfalls im Dienst.
mfg Jan


@ elster427

Der Prof. Prokop war also mit einem Prof. aus Hamburg vor Ort zur Tatortschau? Gemeinsam?
Kannst Du sagen wann das war? Am gleichem Tag des Vorfalls?

Gruß Reiner

@der glatte
Hallo Reiner,
die beiden Proffesoren Prokop und Jansen waren gemeinsam an der Güst zur Tatortschau. Danach gab es eine Pressekonferenz in Berlin.
Das Datum kann ich dir heute nicht mehr sagen , aber in der Abfolge war es , nachdem bei der Beisetzung die Verletzung festgestellt wurde
und der Presserummel im Westen einsetzte. Am Montag darauf gab es eine Einweisung der Diensteinheiten zu diesem Thema
wegen Provokationen an den Güst.
Meiner Erinnerung war dann am Donnerstag die Tatortbegehung.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2013 15:52 | nach oben springen

#79

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2013 17:47
von passport | 2.638 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #75
Ich habe einmal eine Frage an die Leute von Zoll und Grenze. Da ja an der GÜST intensiv kontrolliert wurde bei Ein- und Ausreise und Ihr Fahndungslisten hattet, waren da auch sicherlich international gesuchte Leute mit aufgeführt. Konntet Ihr an den GÜST einmal dazu beitragen, dass solch ein böser Bube gefasst wurde? Arbeitete man in diesem Punkte international zusammen? Wurden dabei auch Hinweise aus der BRD aufgenommen?

Gruß Reiner



@der glatte

Ich zitiere mal, soweit es mir bekannt ist.

1. Es gab eine geheimdienstliche Zusammenarbeit zwischen den meisten sozialistischen Ländern.

Das Ministerium des Innern der Volksrepublik Bulgarien, das Ministerium des Innern der
Ungarischen Volksrepublik, das Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen
Demokratischen Republik, das Ministerium des Innern der Republik Kuba, das Ministerium
für öffentliche Sicherheit der Mongolischen Volksrepublik, das Ministerium des Innern der
Volksrepublik Polen, das Komitee für Staatssicherheit der Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken und das Föderale Ministerium des Innern der Tschechoslowakischen
Sozialistischen Republik.

Das geheimdienstliche Datennetz hieß SOUD

Seine Aufgabe war es, Erkenntnisse über gegnerische Geheimdienste sowie über Personen und Institutionen zusammenzuführen von denen eine Gefahr für die innere Sicherheit der sozialistischen Staaten ausging.

Man kann davon ausgehen, das Erkenntnisse über Personen und bestimmte Gruppierungen in die Grenzfahndung verarbeitet wurden. ZB. als Personen,-Sach oder Sonderfahndungen.

2. IM,s in den gegnerischen GD.

Es ist ja nach der Wende bekannt geworden, das die bundesdeutschen GD, BGS, Polizei etc.pp durch inoffizielle MA der HVA und des MilNad durchsetzt waren. Die Fahndungsbücher der Westberliner Polizei, der Grenzorgane der BRD und der bundesdeutschen Polizei waren für bestimmte MA bestimmter DE ein "offenes Geheimnis". Die Möglichkeit, bestimmte Erkenntnisse dieser Organe zu nutzen, boten sich förmlich an.

3. Aufklärungs- und Filtrierungsmaßnahmen des MfS

Natürlich wurden eigene operative Aufklärungs - und Suchvorgänge des MfS in der Grenzfahndung verarbeitet.
In der Grenzfahndung befanden sich auch Fahndungen des Zolls, des MDI und der Staatsanwaltschaft der DDR

Es war den bestätigten MA der Grenzfahndung natürlich nicht bekannt aus welchen Quellen die Fahndungen stammten.


passport


seaman und der glatte haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Festnahmen GÜST

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.11.2013 14:31
von connies9 | 78 Beiträge

Zitat von elster427 im Beitrag #78
Zitat von der glatte im Beitrag #76
Zitat von elster427 im Beitrag #25

Um gleich vorweg zunehmen- als Prof. Frokop aus Berlin und Prof. Hansen oder Jansen aus Hambur eine Tatortschau durchführten ,war ich ebenfalls im Dienst.
mfg Jan


@ elster427

Der Prof. Prokop war also mit einem Prof. aus Hamburg vor Ort zur Tatortschau? Gemeinsam?
Kannst Du sagen wann das war? Am gleichem Tag des Vorfalls?

Gruß Reiner

@der glatte
Hallo Reiner,
die beiden Proffesoren Prokop und Jansen waren gemeinsam an der Güst zur Tatortschau. Danach gab es eine Pressekonferenz in Berlin.
Das Datum kann ich dir heute nicht mehr sagen , aber in der Abfolge war es , nachdem bei der Beisetzung die Verletzung festgestellt wurde
und der Presserummel im Westen einsetzte. Am Montag darauf gab es eine Einweisung der Diensteinheiten zu diesem Thema
wegen Provokationen an den Güst.
Meiner Erinnerung war dann am Donnerstag die Tatortbegehung.
mfg Jan




Wenn ihr dabei gewesen seid, dann werdet ihr sicher bestätigen können, dass Prof. Hansen aus Hamburg einen Assistenten dabei hatte.
Im Interview mit der AK wurde bestätigt, dass die Obduktion von dem Assistenten vorgenommen wurde. "Der sei ein guter Mann". Prof. Prokop sagte dazu, er kenne ihn und vertraue ihm. Woher sagte er nicht.

Der Mann hieß Kleiber, war 1974 aus Halle/S. im Kofferraum eines PKW geflüchtet. Und Prof. Prokop hatte ihm früher nicht nur die Prüfung abgenommen, er hatte mit ihm einige Male zusammengearbeitet. Man kannte sich also gut.

Kleiber war noch 2 Jahre zuvor die Einreise in die DDR verboten wurden, als er zur Beerdigung seiner Cousine reisen wollte. Die Transitstrecke war er meines Wissens erst 1 Mal gefahren. Ob sich in diesem Fall die DDR gezwungen sah, ihn hier neben Jansen einreisen lassen zu müssen, kann ich nicht sagen, es sah ganz danach aus.

connies



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