#121

RE: Er zog die Pistole und hielt die DDR-Grenzer in Schach

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.07.2014 19:13
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Elcramo!

Glaub mir, wenn Du in Angst und verkrampft handelst, passieren manchmal Dinge, die man selbst garnicht realisiert.
Das ist oftmals nicht mit bewußtem Handeln zu erklären.
Also "unglaubhaft" würde ich da doch etwas einschränken wollen.

Und mit der Ak waren selten mehr als 4-5 Schüsse gezielt abzugeben. Entweder ging dann der Lauf aus dem Ziel (trotz Mündungsaufsatz), oder aber das Ziel aus dem Schußfeld. Sowas wie mit dem MG42 wo die Schußfolge sehr hoch war, ging bestenfalls mit dem LMG und festem Aufsatz.
Wir haben mal versucht so lange zu schießen wie es bei genauem Zielen möglich war. Das beste "Resultat" waren 7 Schuß im Zielkreis.
Vielleicht lautete der Befehl damals deshalb ja auch: "Bekämpfung des Gegners in kurzen Feuerstößen"....

Schöne Grüße,
Eckhard


Zitat von elcramo im Beitrag #118
......
Mehrere Salven? Da hätte er ja Magazinwechsel machen müssen. Bei Dauerfeuer ist das Magazin in wenigen Sekunden leer geschossen. Und das aus 5 Metern? Nicht glaubhaft!


zuletzt bearbeitet 01.07.2014 22:54 | nach oben springen

#122

RE: Er zog die Pistole und hielt die DDR-Grenzer in Schach

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.07.2014 20:46
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo!
Als 1968 am Reichstag das Gerüst stand und wir auf unserer Seite Streife nachts liefen,turnten auf dem Gerüst einige Personen herum.
auf einmal hörten wir das Geräusch von durchladen der Waffen.Diese Personen waren im dunklen nicht zu erkennen.Wer es kennt,weiß das der Abstand zum Reichstag nicht weit war.Was geht es einen jetzt durch den Kopf,wenn "Die" jetzt abdrücken,liegst Du hier im Dreck und beendest dein Leben.Mein Postenführer behielt die Nerven,ab um die Ecke,da stand noch so ein Betonunterstand,MPI runter.Ladehebel im gesicherten Zustand zurück gezogen,es machte klack und das Gerüst war leer.
Mir war es jedenfalls nicht egal,es konnte doch jeder auf einen Grenzer schießen,in Berlin Mitte waren wir doch auf den Präsentierteller.
Man ging teilweise schon mit komischen Gefühlen auf Wacht.
Gruß Reiner


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#123

RE: Er zog die Pistole und hielt die DDR-Grenzer in Schach

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.07.2014 21:49
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #29

§27 Ist die Schußwaffenanordnung der Grenztruppen.
Zitat von elcramo im Beitrag #117
Das hieß korrekt "Schusswaffengebrauchsbestimmung"
[Donnergaul-Modus ein]
Und ganz genau wurde es 'Gesetz über die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik (Grenzgesetz) vom 25. März 1982' genannt ...
http://www.verfassungen.de/de/ddr/staatsgrenze82.htm

P.S. [/Donnergaul-Modus aus] und *freundlich_anzwinker*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


elcramo hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.07.2014 21:50 | nach oben springen

#124

RE: Er zog die Pistole und hielt die DDR-Grenzer in Schach

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.07.2014 22:45
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #114
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #113
Zitat von damals wars im Beitrag #112
Die Grenzer hatten keine Möglichkeit, den Westen zu betreten, da meist ein Zaun oder eine Mauer dazwischen war. Und schießen war gleich ganz verboten, die hatten so eineAngst vor Protesten aus dem Westen!


Och, dann hat der hier das wohl nicht gewusst.......
"Schließlich entdeckt er ihn, doch Wesa befindet sich schon jenseits der Sektorengrenze, also auf West-Berliner Gebiet. Adolf B. steckt nun in der gefürchteten Situation: Er weiß, was seine Vorgesetzten von ihm erwarten: Er muss den Fahnenflüchtigen auffordern zurückzukommen – und wenn der das nicht tut, muss B. schießen. Denn wenn er seinen Kameraden in die Freiheit laufen ließe, wäre ihm eine Strafe sicher. Das ist der Druck, den das SED-Regime auf die Grenzposten ausübt.

Wesa ignoriert die Aufforderung zurückzukehren, entfernt sich stattdessen weiter in Richtung West-Berlin. Adolf B. gibt aus nur fünf Metern Entfernung mehrere Salven aus seiner Maschinenpistole ab. Wesa wird, obwohl er sich schon auf westlichem Boden befindet, geradezu durchlöchert. Er stürzt sofort zu Boden und stirbt kurze Zeit später in den Armen zweier West-Berliner Polizisten."
http://www.welt.de/kultur/history/articl...n-Schuesse.html





Jaja ....damals wars...
nur solltest Du vielleicht bei "Deinen Ausfuehrungen" nicht vergessen,dennoch Richtung Westen die Waffe zu bebrauchgen,nicht erwischt zu werden und den vermeindlichen Republikverraeter zur Strecke gebracht zu haben,,,,konnte schon einen kleinen Orden einbringen....

und verfolgt wurde man dafuer auch nich....jedenfalls nich daheim gelle?
Merkste watt?

Gruessli BO


Halten wir uns doch mal ganz real vor Augen, es war kalter Krieg. Eiskalter Krieg. Und von den Chefideologen beiderseits de Eisernen Vorhanges, des "antiimperialistischen Schutzwalls" (damit ich nicht gleich wieder als einer der der falschen Ideologie aufgesessen ist, bezeichnet werde...!)
Für diesen eiskalten Krieg bedurfte es doch nur eines entscheidenden Zündfunkens, um zum heißen Krieg zu werden. Wem man auch immer danken will, dem lieben Gott, dem ich dafür danke, besonnenen Leuten in Uniform beiderseits dieser Grenze oder wem anders auch immer, die vielen real stattgefundenen Zündfunken waren vermutlich zu klein, und es ist nie zu einer Durchzündung gekommen.

Diese Grenze war aber auch nicht eine "normale" Grenze zwischen verfeindeten Staaten. Es war die Grenze zwischen Erzrivalen zweier total konträrer Machtblöcke, zwischen die ein Volk, nämlich wir Deutschen in der Mitverantwortung für eine verheerenden Krieg und Völkermord im Rad der Geschichte getrieben wurden.

Und bei aller Ideologie, egal, auf welcher Seite man stand, von welcher Seite man überzeugt, vereinnahmt war oder welcher Seite man dienen mußte. Es war das verdammte beklemmende Gefühl, wenn einer seine Schusswaffe durchlud, richtete, zielte... hier schoß ein Bruder auf den Bruder oder wie man es geschlechterspezifisch immer nennen mag, nennen will. Oder auf einen Kameraden.
Wobei das menschliche Gehirn in solch Ausnahmesituationen doch recht schnell erfasst, ist der vermeintliche Bruder, Kamerad bewaffnet und damuit ebenbürtig wehrhaft? Die Frage, warum die Kontrahenten sich duellieren, wer im Recht oder Unrecht ist erscheint mir in solcher Situation eher untergeordnet, nebensächlich. Wenn das menschliche Gehirn in solch einer Lage überhaupt fähig ist, in einer so kurzen Zeitabfolge der Geschehnisse das überhaupt objektiv zu beurteilen.
Was die Sinnesorgane aber sehr schnell regestieren, das Gehirn verarbeitet..., schießt hier ein Feigling heimtückisch aus sicherer Deckung oder von hinten auf einen objektiv Unbewaffneten?

Und wer nur ein klein wenig Ehrgefühl im Leibe hat, der hilft. Egal wie. Besonders, wenn er in dem entscheidenen Vorteil ist, bei Schusswaffengebrauch anderer "mitreden" zu können, aus was für Gründen auch immer den entscheidenden Vorteil in solch einer prekären Situation hat, über eine gleichwertige Waffe zu verfügen...

Möchte damit ganz deutlich sagen, egal, welcher Ideologie ich ggfls. in dieser Zeit verfallen, anhängig gewesen wär. Welchem Herren ich hätte dienen müssen. Oder ich wäre in der glücklichen Verfassung gewesen, neutral, unparteiisch zu sein..
Aber hätte ich eine Knarre gehabt. Ich hätte das Ding benutzt, wenn auf einen Wehrlosenn oder Ahnungslosen geschossen worden wäre! Und benutzt in die Richtung, von wo auf diesen Menschen(!) geschossen wurde! Ohne Rücksicht, auch auf meine eigene Person. Erst recht ohne Rücksicht auf eine Linie, eine Grenze, die zwischen politischen Kontrahenten markiert ist und politisch ein zweifelhaftes Recht für sich beansprucht, auf Unbewaffnete, dazu noch meuchlings vermeintlich tödliche Schüssse abzugeben. Und wenn dieser Feigling dabei liegen geblieben wäre..., Pech gehabt! So ist nun mal das Leben. Gggfls. auch das Ab - Leben...

Ende der Durchsage.
Mögen manche von mir denken, was sie wollen. Ist ihr gutes Recht. Aber für meine Person gilt das heute genau so wie damals.

josy95

(sorry, verspäteter Schreibfääääähler-Edit!)


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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zuletzt bearbeitet 01.07.2014 22:57 | nach oben springen

#125

RE: Er zog die Pistole und hielt die DDR-Grenzer in Schach

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.07.2014 22:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #122
Hallo!
Als 1968 am Reichstag das Gerüst stand und wir auf unserer Seite Streife nachts liefen,turnten auf dem Gerüst einige Personen herum.
auf einmal hörten wir das Geräusch von durchladen der Waffen.Diese Personen waren im dunklen nicht zu erkennen.Wer es kennt,weiß das der Abstand zum Reichstag nicht weit war.Was geht es einen jetzt durch den Kopf,wenn "Die" jetzt abdrücken,liegst Du hier im Dreck und beendest dein Leben.Mein Postenführer behielt die Nerven,ab um die Ecke,da stand noch so ein Betonunterstand,MPI runter.Ladehebel im gesicherten Zustand zurück gezogen,es machte klack und das Gerüst war leer.
Mir war es jedenfalls nicht egal,es konnte doch jeder auf einen Grenzer schießen,in Berlin Mitte waren wir doch auf den Präsentierteller.
Man ging teilweise schon mit komischen Gefühlen auf Wacht.
Gruß Reiner



das ist eine schaurige Geschichte, kann es gedanklich und gefühlsmäßig gut nachvollziehen. Dieser Gedanke ging mir als Flüchtling aus der DDR in all den Jahrzehnten immer wieder mal durch den Kopf, wenn einer so richtig Hass auf die DDR hatte, konnte er das durch gezielte Schüsse auf DDR Grenzposten abreagieren. Es war auch relativ gefahrlos, denn an der grünen Grenze lief doch kaum jemand herum auf der Westseite. Da hättste dich vorne rangepirscht, geschossen, ins Auto gesprungen und weg auf die nächste Autobahn. Kein Mensch hätte einen solchen Anschlag verhindern oder den Täter finden können. Ist aber nach meiner Erinnerung nie passiert , oder doch ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#126

RE: Er zog die Pistole und hielt die DDR-Grenzer in Schach

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.07.2014 23:18
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #125
Zitat von rei im Beitrag #122
Hallo!
Als 1968 am Reichstag das Gerüst stand und wir auf unserer Seite Streife nachts liefen,turnten auf dem Gerüst einige Personen herum.
auf einmal hörten wir das Geräusch von durchladen der Waffen.Diese Personen waren im dunklen nicht zu erkennen.Wer es kennt,weiß das der Abstand zum Reichstag nicht weit war.Was geht es einen jetzt durch den Kopf,wenn "Die" jetzt abdrücken,liegst Du hier im Dreck und beendest dein Leben.Mein Postenführer behielt die Nerven,ab um die Ecke,da stand noch so ein Betonunterstand,MPI runter.Ladehebel im gesicherten Zustand zurück gezogen,es machte klack und das Gerüst war leer.
Mir war es jedenfalls nicht egal,es konnte doch jeder auf einen Grenzer schießen,in Berlin Mitte waren wir doch auf den Präsentierteller.
Man ging teilweise schon mit komischen Gefühlen auf Wacht.
Gruß Reiner



das ist eine schaurige Geschichte, kann es gedanklich und gefühlsmäßig gut nachvollziehen. Dieser Gedanke ging mir als Flüchtling aus der DDR in all den Jahrzehnten immer wieder mal durch den Kopf, wenn einer so richtig Hass auf die DDR hatte, konnte er das durch gezielte Schüsse auf DDR Grenzposten abreagieren. Es war auch relativ gefahrlos, denn an der grünen Grenze lief doch kaum jemand herum auf der Westseite. Da hättste dich vorne rangepirscht, geschossen, ins Auto gesprungen und weg auf die nächste Autobahn. Kein Mensch hätte einen solchen Anschlag verhindern oder den Täter finden können. Ist aber nach meiner Erinnerung nie passiert , oder doch ?





...ist es, eine schaurige Geschichte!

Ich gehe bewußt von einer extrem großen Mehrzahl der damaligen DDR- Grenzverletzer davon aus, das es denen gar nicht im Sinn war, einem DDR- Grenzsoldaten auch nur ein Haar zu krümmen, geschweige ihm geziehlt nach dem Leben zu trachten.

Nur, wer dort am Kanten stand, wußte das schon so genau. Gar bei Nacht und Nebel, als vielleicht 18-, 19- jähriger "Hosenscheißer"?

Wer es genau wußte, das waren die Chefideologen, die Einpeitscher. Unrerbittelichen stalinistischen Demagogen, die eigentlichen Mordbuben, wie Pieck, Grothewohl, Ulbricht, Stoph, Mielke, 2 x Honnecker & Co.

Die Generationen von Gehirnen junger DDR- Menschen regelrecht vergiftet haben..., teilweise sogar dauerhaft bis in die heutige Zeit!
Nicht zu vergessen aber auch die Deamagogen, die nur an Profit und eigenem Gewinn interessierten Mordbuben, die westlich des Eisernen Vorhanges agierten, ebenso perfide Gehirne vergifteten.

Und die sich heute zu gern als Gutmenschen darstellen...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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zuletzt bearbeitet 01.07.2014 23:19 | nach oben springen



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