#21

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2013 07:35
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von SET800 im Beitrag #20
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #13

Wohnungspolitik in der DDR, ein ganz trauriges, finsteres und dunkles Kapitel .....




Hallo,
stimmt die Formulierung traurig und finster? Oder "das war eben so" und im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen wurde das Problem abgearbeitet.
Daß die Wertschöpfung in der Produktion der Werktätigen der DDR über Jahrzehnte durch "spezielle" Preise im Rahmen von Zwangsolidarität auch dem Wiederaufbau der westlichen UdSSR zu gute kam ist ja bekannt...., die Antwort auf die Frage "warum so" lautete meines Wissen nach immer "gute Frage, nächste Frage!"...

Oder für die Komponente "traurig" war ein gewisser Reichskanzler A.H. zuständig....

Solidarität, was bezahlte die UdSSR für die Arbeit an der "Trasse" oder der "BAM" an die DDR?




Mit anderen Worten, SET800, dass Klaus Klausen in Neuruppin im Wohnheim wohnte und seine Frau in Stralsund bei ihren Eltern und sie sich letztendlich über die 2 Zimmer im Altbau freuen mussten, Klo auf halber Treppe und die Kohlen in den 3. Stock des Hauses tragen - ein Ergebnis der Politik Deutschlands, 4 Jahre bevor der Klaus Klausen geboren wurde? Ein Ergebnis dessen, dass Klaus Klausen in dem Teil Deutschlands geboren wurde, der zum Mutterland der fortschrittlichen Idee des Proletariates zugeschlagen wurde und der deswegen nun zum Tropf für dieses Mutterland wurde, Du nennst es Zwangssolidarität.
Ich stimme dem Nostalgiker uneingeschränkt zu, ein finsteres und trauriges Kapitel. Man bewarb sich nur dort, wo es Wohnungen gab oder zumindest, wo Wohnungen in absehbarer Zeit gebaut wurden. Man trickste und täuschte, um als getrennte Ehe zu gelten, man ging mit den besten Absichten innerhalb der gesellschaftlichen Tätigkeit möglichst selbst in die Wohnungskommission des Betriebes, nämlich sich selbst eine Wohnung zu beschaffen. Ich weiß in meinem Fall, dass die Betriebsgewerkschaftsleitung letztendlich meine Neubauwohnung abgenickt hat. Und wenn hier einer dies als normal bezeichnet, - wir haben dies als normal hingenommen, weil wir nicht wussten, dass es auch anders geht, so ist es doch.
Auch wenn es der Nostalgiker jetzt vielleicht nicht lesen möchte - die Bauleute des WBK Rostock waren in Berlin tätig, die kreisgeleiteten Baubetriebe arbeiteten im Neubaugebiet Rostock und für die Kreise blieb -?? Nichts oder kaum etwas... so war das doch und völlig zutreffend, finster und traurig. Wie anders kann es denn sein, dass zur Wende auf dem Land immer noch Plumpsklos aktiv waren und manch einer sein Wasser vom Brunnen holen musste?
Und wem wollte es man nun verdenken, dass er auch wegen der Tatsache, nun unverschuldet in dieses Land, welches Zwangssolidarität leistete und das abgeschöpft wurde, hineingeboren zu sein, nicht an das gepriesene Wunderland glauben wollte, wenn er schon 5 Jahre auf eine Wohnung wartete?


Jobnomade und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#22

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2013 09:27
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #21

Auch wenn es der Nostalgiker jetzt vielleicht nicht lesen möchte - die Bauleute des WBK Rostock waren in Berlin tätig, die kreisgeleiteten Baubetriebe arbeiteten im Neubaugebiet Rostock und für die Kreise blieb -?? Nichts oder kaum etwas... so war das doch und völlig zutreffend, finster und traurig. Wie anders kann es denn sein, dass zur Wende auf dem Land immer noch Plumpsklos aktiv waren und manch einer sein Wasser vom Brunnen holen musste?
Und wem wollte es man nun verdenken, dass er auch wegen der Tatsache, nun unverschuldet in dieses Land, welches Zwangssolidarität leistete und das abgeschöpft wurde, hineingeboren zu sein, nicht an das gepriesene Wunderland glauben wollte, wenn er schon 5 Jahre auf eine Wohnung wartete?


Hallo,
wenn WBK Rostock in Berlin baut, andere aus der Nähe in Rostock mag das transporttechnisch vielleicht ungünstig sein, kann ich nicht beurteilen. Grundsätzlich zeigt es aber daß das Problem Wohnungsmangel massiv abgearbeitet wurde!
Ebenso mag man im Detail kritisieren wann und wo Neubauprojekte angegangen wurden.


Wunderland, ja das war der COMECON und besonders die DDR und die Tschechoslowakei. Machtpolitisch genötigt ( oder in Parnoia eingebildet ) mit rund 400 Mio Menschen eine ebenso mächtige Militämaschinerie wie die NATO zu unterhalten.
Ohne Möglichkeit ( oder Willen ) Regionen der 3.Welt auszuplündern. Den Rohstoffabbau, Sibirien-Erdöl und Erze z.B. sozial und technologisch deutlch teurer als in Arabien, Kongo oder Australien. Unter den Bedingungen wurde ein hervorrangendes Ergebniss erzielt.

"In das falsche Land "unschuldig" geboren werden", den Psychoknacks muß auch ein Mauretanier verkraften wenn er Landwirtschaft in der Börde sieht oder ein Slumkind aus Bombay und Bildern aus Los Angelos sieht, aus Brasliens Nord-Osten mit dem Süden um "Blumberg" vergleicht.

Schon Ägyptens Pharaonen mußten ihre Nilschlammprivilegien gegen gierige Reitervölker verteidigen.....



nach oben springen

#23

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2013 09:40
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

... und schon sind wir wieder bei der Weltgeschichte und dem Kampf der Systeme !

Und dabei wollte Lorelei nur mal von den "Experten" bestätigt bekommen, dass ihre Mutter "doch bei der Stasi war"... ("Siehste, habch doch jewusst")
.. und sie interessiert sich scheinbar gar nicht weiter so sehr für dieses Thema (sonst würde sie ja weiter mitdiskutieren- spätestens nach mikes Beitrag 17 hätte ich eine Reaktion erwartet...)

Siggi
(der einiges zum Wohnungsbauprogramm sagen könnte- dies aber unter diesen Umständen nicht macht)


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.09.2013 09:44 | nach oben springen

#24

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2013 10:15
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Zum Thema Wohnungsbau kann ich auch ein Lied singen. Ich habe von 1983 bis 1986 zusammen mit meinem Kollegen in einem Zimmer gesessen, der für die Führung der kreisgeleiteten Baubetriebe zuständig war. Es war ein Trauerspiel tagtäglich mit ansehen zu müssen, wie selbst geplante Bauvorhaben nicht fristgerecht realisiert werden konnten, weil die dafür nötigen Ressourcen nicht zur Verfügung standen. Auch die Hauptstadtpriorität war völlig verfehlte Politik, die zu großem Unmut geführt hat. Natürlich haben wir uns über verfallende Innenstädte geärgert, aber Vorrang hatte nun mal der Neubau, da er 2/3 billiger war als aufwendige Altbausanierung und die Menschen dringend menschenwürdigen Wohnraum brauchten. Auch wir haben 1981 mit 2 Zimmern + Küche + Trockentoilette 1/2 Treppe tiefer angefangen in einem verfallenden Haus aus dem 19. Jh..


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


nach oben springen

#25

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2013 10:45
von Rüganer (gelöscht)
avatar

[quote=SET800|
Hallo,
wenn WBK Rostock in Berlin baut, andere aus der Nähe in Rostock mag das transporttechnisch vielleicht ungünstig sein, kann ich nicht beurteilen. Grundsätzlich zeigt es aber daß das Problem Wohnungsmangel massiv abgearbeitet wurde!
Ebenso mag man im Detail kritisieren wann und wo Neubauprojekte angegangen wurden.


Wunderland, ja das war der COMECON und besonders die DDR und die Tschechoslowakei. Machtpolitisch genötigt ( oder in Parnoia eingebildet ) mit rund 400 Mio Menschen eine ebenso mächtige Militämaschinerie wie die NATO zu unterhalten.
Ohne Möglichkeit ( oder Willen ) Regionen der 3.Welt auszuplündern. Den Rohstoffabbau, Sibirien-Erdöl und Erze z.B. sozial und technologisch deutlch teurer als in Arabien, Kongo oder Australien. Unter den Bedingungen wurde ein hervorrangendes Ergebniss erzielt.

"In das falsche Land "unschuldig" geboren werden", den Psychoknacks muß auch ein Mauretanier verkraften wenn er Landwirtschaft in der Börde sieht oder ein Slumkind aus Bombay und Bildern aus Los Angelos sieht, aus Brasliens Nord-Osten mit dem Süden um "Blumberg" vergleicht.

Schon Ägyptens Pharaonen mußten ihre Nilschlammprivilegien gegen gierige Reitervölker verteidigen.....[/quote]



SET800, ob das transporttechnisch ungünstig ist, war hier nicht die Frage. Es war ungünstig, dass bewusst Bauleute en masse nach Berlin geschickt wurden, um das Aushängeschild herauszuputzen und deren Arbeit in den Bezirken durch die kreisgeleiteten Betriebe getan werden musste. Alles für die Hauptstadt, damit Partei und Regierung da glänzen konnten, lass die da in der Provinz doch in ihren Höhlen weiter hausen.
Das Resultat, dass in den Kreisen alles liegen blieb, musst du schon zur Kenntnis nehmen.
Das der Psychoknacks doch nicht so verarbeitet wurde, ist wohl mit eines der Ursachen dafür, dass nun alles anders gekommen ist und diese machtpolitischen Notwendigkeiten, wie DU sie siehst, zum Glück nicht mehr bestehen.


nach oben springen

#26

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.09.2013 13:49
von SET800 | 3.104 Beiträge

soweit richtig, Prestige in Berlin, viel Mittel für die spitzensportförderung, im Prinzip alles verschwendung undd überflüssig.

Andenrseits sind die Reportagen und berichte auch jetzt voll von Gejammere, auch aus dem West-Provinziellen, über öde, langweilig,
nichts los usw.

Seit 3500 Jahren wissen die Mächtigen, Brot&Spiele&Zeremonien sind als Regierungsinstrumente unverzichtbar...
Egal ob Olympia, Milittärparaden, Fußballfeste, prunkvolle Gebäude, römisch-katholische Messen.

In Deutschland fallen mir als Ausnahme nur die "Freien Friesen" ein, große solide reiche Bauernhöfe,
mickrige Vogtsitze und kleinste beschecheidene Kirchen.



zuletzt bearbeitet 24.09.2013 13:50 | nach oben springen

#27

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.09.2013 08:04
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Wenn ich mich recht entsinne wurden damals auch junge Familien aus der Provinz beworben z.B. nach Berlin zu ziehen, ich habe ja eine Weile die Betonkästen dort mit aus dem Boden gestampft und hätte so ein Schließfach bekommen können.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.09.2013 08:05 | nach oben springen

#28

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.09.2013 21:59
von 94 | 10.792 Beiträge

Wie auch immer, auf jeden Fall hieß der Zettel Zuzugsgenehmigung und nicht -bescheinigung.


eine sehr schöne Quelle, auch und gerade zu diesem Thema ...
http://www.ddr-geschichte.de/Wirtschaft/...nungswesen.html

Gegen den Willen eines Angehörigen in dessen Vergangenheit rumzustochern halte ich für keine besonders gelungene Idee, muß aber schlußendlich Jeder selbst wissen wieviel der Familienfrieden wert ist ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


andyman, Mike59 und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#29

RE: Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 29.09.2013 17:57
von Grenzgänger (gelöscht)
avatar

Hallo, @Lorelei...
da du gerade online bist... bist du zufrieden mit den Auskünften ?
Zumindest die Höflichkeit würde ein kleines Dankeschön gebieten.....

Siggi


zuletzt bearbeitet 29.09.2013 18:16 | nach oben springen



Besucher
18 Mitglieder und 96 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 2534 Gäste und 146 Mitglieder, gestern 3936 Gäste und 179 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558450 Beiträge.

Heute waren 146 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen