#21

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2009 00:37
von js674 | 231 Beiträge

Zitat von manudave
In Antwort auf:
Ich habe das mal werteneutral geschrieben

Bei diesem Satz steh ich am Schlauch...
Was ich gemeint habe, dass es eine Auszeichnung für erfolgreichen Schusswaffengebrauch gab. Also wenn ich dich richtig verstehe, dann konnte man die auch für andere Sachen bekommen.
Dann stellt sich für mich die Frage, warum dann dieser Orden ungern oder gar nicht getragen wurde? In div. Büchern ist zu lesen, dass Soldaten wirklich befohlen werden musste, diese Medaille anzulegen. Wie ich gelesen habe, hat wohl auch der Bürger diese Auszeichnung ge- oder erkannt und so ein Soldat war dann schnell mal als "Mörder" abgestempelt.


Dabei fällt mir noch ein, wir wurden auch öfter gefragt wenn wir mit der Schützenschnur unterwegs waren..." wieviel habt ihr dafür abgeknallt", vorallen von angetrunkenen Zivis in der Reichsbahn.
Meine ntwort war dann meißt nur darauf, einer fehlt mir noch für das nächste Ei und du kommst mir gerade recht. So hatte man schnell seine Ruhe vor solchen Leuten.

gruß Jens


"Sein Erbe hochzuhalten und gleichzeitig neue Wege zu beschreiten ist kein Widerspruch.
Tradition zu bewahren heißt nicht Asche aufzubewahren, sondern eine Flamme am Brennen zu halten"
(Hans-Josef Menke)

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#22

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2009 01:21
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Dabei fällt mir noch ein, wir wurden auch öfter gefragt wenn wir mit der Schützenschnur unterwegs waren..." wieviel habt ihr dafür abgeknallt", ", vorallen von angetrunkenen Zivis in der Reichsbahn.
Meine ntwort war dann meißt nur darauf, einer fehlt mir noch für das nächste Ei und du kommst mir gerade recht. So hatte man schnell seine Ruhe vor solchen Leuten.

gruß Jens

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Jens ich gebe dir Recht in Deinen Ausführungen.Aber ich möchte sagen,Grenzsoldaten und Schützenschnur pasten nicht zusammen.Man hat den Grenzsoldaten in der eigenen Bevölkerung ins offene Messer rennen lassen,wenn er in den Urlaub fuhr und hatte die Affenschaukel an der Uniform.Dann kamen ebend diese Vorurteile wie---wieviel habt ihr dafür abgeknallt----.
Kleine Episode.Kurz vor dem Heimgang fuhr die Kompanie noch mal zum Schießen.Der KC laß den Marschbefehl vor und wer alles noch die Schützenschnur schießen sollte.Mein Name viel auch,ich antwortete--ich brauch die Affenschaukel nicht.So hat sich alles ergeben für mich,wer wollte denn noch groß was von mir als EK.übrigens ich war nicht der Einzige der es ablehnte.Aber man muss halt sagen,das zweite Diensthalbjahr also die Fiezen waren noch richtig scharf drauf ---auf die Affenschaukel die Schützenschnur.


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#23

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2009 06:29
von Udo (gelöscht)
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Wir durften die Schützenschnur im Ausgang und Urlaub nicht tragen. Nur zu "feierlichen Anlässen" zB. der Besuch des Chefs der Grenztruppen der CSSR, war das Tragen ausdrücklich erwünscht.
Udo


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#24

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2009 06:50
von manudave (gelöscht)
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Für was gab es denn die Schützenschnur?


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#25

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2009 07:12
von Udo (gelöscht)
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Für erfolgreich bestandene Schießausbildung.
Diese fanden, zumindest bei uns, halbjährlich statt. Man schoss (Einzelfeuer und Dauerfeuer - kurze Feuerstöße) auf kippbare Metallscheiben die einen stehenden Schützen und einen liegenden Schützen darstellten. Fielen die Dinger um, bekam man die Schützenschnur. Eine Eichel zur Schützenschnur bekam man für die zweite bzw dritte bestandene Schießausbildung. Rein rechnerisch konnte also ein Grundwehrdienstleistender eine Schützenschnur mit zwei Eicheln tragen.
Udo


zuletzt bearbeitet 14.07.2009 07:12 | nach oben springen

#26

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 21.07.2009 21:48
von muts | 89 Beiträge

Zitat von manudave
Für was gab es denn die Schützenschnur?


Um mal auf die Tendenz in der Fragestellung zu antworten. Die Schießausbildung eines Soldaten hatte mit Grenzdienst nichts zu tun.

Nach meiner Erinnerung wurde für die Schützenschnur geschossen auf unbewegliche Klappscheiben. Zwei Scheiben die liegende Schützen darstellen sollten, mit einer Entfernung von 150 m und einer Scheibe die einen stehenden Schützen darstellen sollte mit einer Entfernung von 300 m. Diese Ziele waren mit 5 Schuß zu bekämpfen*). Außerdem gab es noch ein Nachtschießen mit Nachtvisier. Ich glaube die Anforderungen waren dieselben (also 3Ziele mit 5Schuß), nur das die Ziele aus simulierten Mündungsfeuerern bestand. Zudem haben wir ,zumindest bei der Schießausbildung in der Grenzkompanie, ein sogennantes Gruppengefechtsschießen, oder war es Zuggefechtsschießen, machen müssen. Dabei standen mehrere Soldaten, ich weiß nicht mehr wieviele, in einem Schützengraben. Gemeinsam hatten diese, temporär irgendwo im Schußfeld erscheinenden Ziele wie die oben genannten liegenden und stehenden Schützen, eine Hubschrauberattrappe,und eine Panzerattrappe mit MPi und Panzerfaust zu vernichten*).
Das Schießen auf ein bewegtes Ziel, daß sich schnell durch den Schußbereich bewegt, wurde zumindest zu meiner Zeit bei GT nicht geübt.
Ich habe in der Ausbildung im GAR (und während der gesamten 1 1/2 Jahre bei GT)auf dem Schießplatz zwei Schüsse auf ein bewegtes Ziel abgegeben. Im Gegensatz zum Schießen auf stehende Scheiben war die Trefferausbeute allgemein dabei sehr gering, obwohl im Liegen bei besten Wetterbedingungen geschossen wurde.

*)Ausdrucksweise beim Militär für Schießen auf das Ziel und Treffen

Gruß
Matthias


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#27

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 21.07.2009 22:23
von manudave (gelöscht)
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Gab es vielleicht einzelnen Vorgesetzte, die ein gezieltes Schiessen auf Beine geübt haben - sprich den Flüchtling nach Möglichkeit nicht zu töten?

Ich weiß, dass es das nicht offiziell gab - aber vielleicht hat sich mal einer drüber hinweg gesetzt...


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#28

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 21.07.2009 22:25
von Mike59 | 7.944 Beiträge

@ manudave

Bei der Schützenschnur hilf auch wieder Wikipedia. Dem Beitrag ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Übrigens, Schußwaffenanwendung war für den Erwerb der Schützenschnur dringen erforderlich. Nur eben nicht im Grenzdienst sondern in der Schießausbildung. Ansonsten hätten die Jungens bei der Artillerie und den Panzern nie eine bekommen. Dabei war das Stück doch so kleidsam, in den Augen älterer Damen jedenfalls.


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#29

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 21.07.2009 22:58
von muts | 89 Beiträge

Zitat von manudave
Gab es vielleicht einzelnen Vorgesetzte, die ein gezieltes Schiessen auf Beine geübt haben - sprich den Flüchtling nach Möglichkeit nicht zu töten?

Ich weiß, dass es das nicht offiziell gab - aber vielleicht hat sich mal einer drüber hinweg gesetzt...


Ähm, wie schon erwähnt ,hatte die Schießausbildung und die Schützenschnur mit Grenzdienst und Flüchtenden gar nichts zu tun.

Geschossen wurde mit Standard AK 47, nicht mit einem Scharfschützengewehr.
Über Kimme und Korn, nicht mit Zielfernrohr.
Auf ein Ziel in 300 (in Worten: dreihundert) Metern Entfernung.
Mag sein das das geht, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es mit diesen Bedingungen Jemanden möglich ist, mit Ansage einen bestimmten Bereich einer Zielscheibe zu treffen.

Gruß
Matthias


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#30

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 21.07.2009 23:24
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von muts
Über Kimme und Korn, nicht mit Zielfernrohr.
Auf ein Ziel in 300 (in Worten: dreihundert) Metern Entfernung.

Ja, ich hab' mich gefragt ob das ein Schreibfehler war. Mit der Streuung bei dem Ding ist schon die Haelfte nicht einfach.
-Th


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#31

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 22.07.2009 08:52
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

eine streuung ist bei der kms 72 kaum vorhanden gewesen. das problem ist ein ganz anderes. bei 300 m kann man bei einer stehenden scheibe sehr wohl einen vorgegebenen punkt treffen. das problem ist aber bei einem beweglichen ziel, hier muss vorgehalten werden, so dass hier ein vorgegebener treffpunkt fast unmöglich ist.

frage an die grenzer: wie oft habt ihr auf bewegliche (laufende) scheiben geübt ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#32

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 22.07.2009 10:18
von josy95 | 4.915 Beiträge

Betreffs Erwerb Schützenschnur hab ich da etwas andere Erinnerungen, bin mir aber auch nicht mehr 100% sicher!
Die "normalen" Schießübungen mit AK 47 waren zu meiner Zeit (II- 1978 bis I- 1980) auf die benannten Scheiben stehender und liegender Schütze in 300 m Entfernung, über Normalvisier, sprich Kimme & Korn. Für das Nachtschießen wurde das s. g. Nachtsichtvisier aufgeklappt, das waren solche Federbügel auf Kimme & Korn mit einem Phosphorpunkt (selbstleuchtend). Die Zielscheiben hatten mittig ein weißes Blinklicht und man mußte über Kimme & Korn einen s. g. "Schneemann" bauen, d. h. Punkt der Kimme, Punkt des Korn`s & Punkt des Blinklichts der Zielscheibe übereinandrer. Damit die Phosphorpunkte überhaupt leicht leuchteten im Dunkeln, mußten diese mit der Taschenlampe erst angeleuchtet werden...!, wäre doch unter echten Gefechtsbedingungen für den Gegner eine ideale Zielscheibe gewesen...

Für den Erwerb der Schützenschnur wurde meines Wissens nach auf eine 10-er Ringscheibe geschossen mit 10 Schuß Einzelfeuer. Trefferbild nach Ringen war dann entscheidend für die Schützenschnur. Zum Erwerb der Eicheln waren dann eine höhere Anzahl an Ringen erforderlich.

Und nochwas zur Schusswaffenanwendungsvorschrift, die dürfte ja bei NVA und GT gleichlautend gewesen sein. Wir wurden jedenfalls immer vor dem (Objekt-) Wachdienst (da gab´s 60 Schuß scharf) und wenn bei s. g. Sicherheitsbefehl (Feiertage, große Volksfeste, sonst. Festlegungen von höherer Stelle) auch für die Standortstreife 30 Schuß scharfe Munition ausgegeben wurden, darüber ich glaub sogar unterschriftlich, belehrt:
1. Anrufen mit Halt, stehenbleiben,
2. bei Nichtbefolgung nochm. Anruf mit Halt stehenbleiben, sonst Schußwaffengebrauch
3. bei weiterer Nichtbefolgung (zwingender) Warnschuß in die Luft (hier hat man besonderen Wert drauf gelegt!)
4. dann erst geziehlte(r) Schuß in die "unteren Extremitäten", sprich Beine.

Bei Zuwiederhandlungen oder Nichteinhaltung dieser Reihenfolge/ Abfolge wurde uns eine harte Bestrafung angedrohrt!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 22.07.2009 10:21 | nach oben springen

#33

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 22.07.2009 11:01
von Mike59 | 7.944 Beiträge

@ Gilbert

Mensch Gilbert :-)

Also wir ab der Grenze hatten nur die AK 47 mit 7,62 M43 als Munition. Die Streunung bei der AK war und ist zwar nicht so extrem wie bei anderen Schnellfeuerwaffen aber as gab ja auch Einzelfeuer und da sollte es ja funktionieren. Aber bei einer günstigen Schußentfernung für die von 150 - 300 m ist ein Treffen der Beine ohne Optisches Visir zufall oder gehört in die Bücher von Karl May.
Auf einer Seite bei den Fallis habe ich gelesen das die AK 74 mit optischem Visir (Made in GDR) im Eiinzelfeuer Scharfschützengewehr Qualitäten erreichte und einzelziele ohne probleme auch jenseits der 500 m bekämpft werden konnten.

Bekämpfen von beweglichen Zielen war keine Einzelübung an der Grenzkompanie. Kann sein das die mal in der Ausbildung geschossen wurde, das wurde aber nicht gepflegt. Die Übung Laufender Schütze gehörte jedoch bei der Gruppen- bzw. der Zuggefechtsübung mit dazu, als eine von gut 20 bis 30 Zielscheiben (Bitte nicht auf die Anzahl festnageln, habe das jetzt als subjektives Empfinden wiedergegeben, wenn ich in Gedanken den Schießplatz so vor mir sehen) Dazu gehörte auch eine Scheibe Hubschrauber auf 800 oder 850 m sowie zwei Scheiben Panzer für unsere RPG Schützen. Die Scheiben hatten auch alle eine Nr., die 10 war wenn ich noch richtig liege der stehende Schütze und 10a knieend oder liegend.

Nochmal zur Schützenschnur, wußte gar nicht das man über die Affenschaukel so viel texten kann. Die Eicheln waren die Wiederholungen.


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#34

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 22.07.2009 11:13
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@ mike59, ich glaube, auch die gt hatten die akm 72 (ddr produktion) in den 80´er jahren.

wie ich bereits sagte, bei einer stehenden scheibe ist es jederzeit möglich auf 300 m den unteren teil zu treffen, was bei einer laufenden scheibe schier unmöglich ist.
im ernstfall kommt die persönliche erregung dazu und das man den grössten punkt des zieles anvisiert und das ist nun mal der körper. deswegen war es für mich immer relativ logisch, warum im ernstfall selten die beine getroffen wurden (alleine schon vom winkel = schütze - waffe - visierlinie - ziel).


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#35

RE: Was für eine Medaille ist das ?

in Grenztruppen der DDR 22.07.2009 11:26
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Stimmt die Dinger waren Made in GDR aber Baugleich mit der 47. Ich wollte das nur noch mal verdeutlichen, damit unsere West User nicht wieder mit der alten Leier 7,62 mm und 5,45 mm kommen. Die DDR AK hatte wirklich die Bezeichnung AKM 72. M stand wohl für Modern . Mit den Waffen bei der GT haben sich meine Koll. beim BGS schon immer sehr schwer getan. Jahrelang wollten sie uns ein Gewehr SWD aufschwatzen weil sie einfach nicht erkannten das wir ein LMG RPK auf Streife dabei hatten. Die wußten nur etwas von einem anders geformten Kolben und schon ging das Theater los.

Schöne Grüße und erholsamen Urlaub.


zuletzt bearbeitet 22.07.2009 11:27 | nach oben springen



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