#81

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 22.10.2013 00:58
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #78
Zitat von PF75 im Beitrag #77
Zitat von student im Beitrag #72
Die Dinger mußten ja auch noch bewacht werden, besonders nach der Gartenschläger-Aktion. Da wurde man mit dem LO losgeschickt, mit dem großen Scheinwerfer die Anlage abfahren und zählen: Oben - Mitte - Unten - Oben - Mitte - Unten ... Und die Schußwaffengebrauchsbestimmung wurde auch ausgesetzt, man sollte warnungslos auf alles schießen, was sich der Anlage näherte. Ist dann auch prompt passiert. Man sollte auch nicht vergessen, wieviele eigene Leute Schaden genommen haben. Zum Beispiel weil ein durchgeknallter Stabschef den Wartungstrupp an die Sperre gescheucht hat, obwohl es kurz vorher ein Gewitter gegeben hatte.



War zu der Zeit in der Nachbar-GK (1.GK GR 8 ), das nächtliche ausleuchten der 501 kenne ich auch,aber von "Warnungslosem " Schußwaffeneinsatz war zu mindestens bei uns keine Rede (ging alles nach DV)


Also ich kann mich nicht dran erinnern,das wir jemals die Dinger gezählt haben. Klar wurde mal Nachts vom LO oder BT11 der Scheinwerfer auf den Zaun gehalten,aber das war ganz normal.



Wir mussten regelmäßig, Befehl hieß "Kontrolle 501".
Warnungsloses Schießen in den Bereichen war bei uns aber nicht angeordnet, gab nur einen Turm an einer Engstelle wo diese oft zitierte "Schusswaffengebrauchsbestimmung", von der ich damals gar nichts wusste, ausgehebelt war, also ohne Anruf geschossen werden sollte, aber auch erst als Warnschuss und da waren keine 501, weil scheinbar die Wohnbebauung auf DDR-Gebiet zu nahe war, ca. 20 Meter vom GZ1.


zuletzt bearbeitet 22.10.2013 08:45 | nach oben springen

#82

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 22.10.2013 07:22
von Hansteiner | 1.409 Beiträge

Morgen allerseits,
also ich habe es so in Erinnerung. Die SM-70 Anlagen wurden mehrmals pro Nacht kontrolliert, aber nur auf Vollständigkeit oder auf Auffälligkeiten am GZ-1. Auch meist mit LO, ist klar.
Aber mit der Anwendung der Schusswaffe da war irgendwas, es gab irgendeine Präzisierung bei der Anwendung !
Vielleicht fällt mir noch was ein.

VG H.



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#83

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 22.10.2013 09:03
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

Moin Grenzwolf,

wo war denn diese Engstelle? Ich will ja am 4.11 wieder in diese Gegend, evtl. passt es?

Mfg Berlin


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#84

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 23.10.2013 02:02
von student | 89 Beiträge

Die Präzisierung erfolgte durch einen Befehl CGT, es war irgendwas mit 57 oder 59/76, weiß ich nicht mehr so genau, aber Thunderhorse hat die Befehlsnummer und kennt auch die Begebenheit an der Straße Gadebusch-Ratzeburg, wo ein BRD-Bürger, der sich der Anlage 501 (genaugenommen nur dem Grenzzaun I) genähert hatte, bereits auf dem Rückweg befindlich unter Feuer genommen und schwer verletzt wurde - vom BT-11 der Führungsstelle aus, ohne Anruf und ohne Warnschuß. - Außerdem hatten die Minen in der ersten Zeit die unangenehme Eigenschaft, bei Auslösung nach freundwärts hin aus der Detonationsachse zu schwenken. Im SiA-VII/GR-6 konnte man noch eine ganze Weile den Einschlag in einen GMN-Mast (war damals noch Freileitungsgestänge) kurz vor dem Goldensee sehen. An dem Mast war auch eine Sprechstelle. Im SiA-IX/GR-25 hat es einmal eine "Reihenauslösung" gegeben, wo in der oberen Minenlinie eine Mine immer exakt die nächste angeschossen und ausgelöst hat. Das Spektakel hörte erst vor dem Grenzknick auf. Wenn Auslösungen durch Wild erfolgten, war es immer besser, wenn es durch ein Wildschwein passierte, in der Regel war es anschließend tot. Dann wurde es zum Stab nach Schattin transportiert, der Feldscher hat nachgeschaut wegen Trichinen, und dann gab es "Minenschwein", zum Mitnehmen. In der MS-66 war so etwas nicht möglich. Rehen wurden in der Regel "nur" die Beine weggeschossen, und die liefen dann häufig noch eine ganze Weile auf dem Rest weiter.


connies9 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#85

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 14:14
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ich habe einmal eine Frage zu eventuellen Selbstschussanlagen an der Berliner Mauer.

In einem aktuellen Buch wird bereichtet, dass es an der Mauer "eine automatische Schießanlage" gegeben haben soll. Kann dieses einer von Euch bestätigen? Wo soll diese Anlage gewesen sein, wann wurde sie in Betrieb genommen und wann abgebaut?

Wahrheit oder Legende?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#86

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 15:07
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #85
Ich habe einmal eine Frage zu eventuellen Selbstschussanlagen an der Berliner Mauer.

In einem aktuellen Buch wird bereichtet, dass es an der Mauer "eine automatische Schießanlage" gegeben haben soll. Kann dieses einer von Euch bestätigen? Wo soll diese Anlage gewesen sein, wann wurde sie in Betrieb genommen und wann abgebaut?

Wahrheit oder Legende?

Gruß Reiner


Buch zurückgeben !!!!


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#87

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:09
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Wieso eigentlich Selbstschußanlage ? Von alleine haben die Dinger nichts gemacht. Waren ganz ruhig.

Nein..man musste schon aktiv werden und mindestens am Draht ziehen..dann ging es los.



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#88

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:14
von Hansteiner | 1.409 Beiträge

Zermatt,
die Dinger waren nicht zu unterschätzen, manchmal gingen die auch ohne Grund los !

H.



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#89

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:18
von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 | 1.039 Beiträge

Ich finde die Begrifflichkeit schon etwas wunderlich, meines Wissens ging da kein Schuss los, sondern eine Splitter- Explosion, oder irre ich mich?


Der Helm, den ich trage, hat viele Beulen. Einige davon stammen auch von meinen Feinden. Jürgen Kuczynski "Dialog mit meinem Urenkel"


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#90

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:21
von Hansteiner | 1.409 Beiträge

Das war ja die westl. Bezeichnung für die Anlage !

H.



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#91

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:29
von studfri | 762 Beiträge

Man konnte diese Anlagen auch abschalten, was meines Wissens nicht nur zu Wartungszwecken gemacht wurde.
Kann jemand sagen, von wo aus die Abschaltung und wie konkret bewirkt wurde? Wer konnte das entscheiden und wie war die Befehls- und Meldekette dazu? Zu welchen Anlässen (außer der Wartung) wurden die Anlagen abgeschaltet?



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#92

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:44
von berlin3321 | 2.515 Beiträge

Z.B. bei Gewitter, würde in der Füjrungsstelle abgeschaltet. Bei der Anlage 701/ 2. Generation war nach 1 h die Anlage mit fast 100 % Sicherheit ohne Funktion, die eingebauten Kondensatoren Spannungslos.

Die Anlage 501 hatte diese Kondensatoren noch nicht und war nach abschalten der Spannungsversorgung sofort außer Betrieb. Deshalb gelang es Gartenschläger, 2 dieser Geräte zu demontieren.

Es wurde die Spannungsversorgung abgeschaltet.

Lies Dir mal den Fred Gartenschläger durch, da steht alles drin, links, alles vorhanden.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
studfri hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2013 20:42 | nach oben springen

#93

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:46
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #85
Ich habe einmal eine Frage zu eventuellen Selbstschussanlagen an der Berliner Mauer.

In einem aktuellen Buch wird bereichtet, dass es an der Mauer"eine automatische Schießanlage" gegeben haben soll. Kann dieses einer von Euch bestätigen? Wo soll diese Anlage gewesen sein, wann wurde sie in Betrieb genommen und wann abgebaut?

Wahrheit oder Legende?

Gruß Reiner


Völlig an den Haaren herbeigezogener Bullshit. Lass dir das Geld für das Buch zurückgeben!


Alfred hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2013 17:57 | nach oben springen

#94

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 17:55
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #92
Z.B. bei Gewitter, würde in der Füjrungsstelle abgeschaltet. Bei der Anlage 701/ 2. Generation war nach 1 h die Anlage mit fast 100 % Sicherheit ohne Funktion, die eingebauten Kondensatoren Spannungslos.

Die Anlage 501 hatte diese Kondensatoren noch nicht und war nach abschalten der Spannungsversorgung sofort außer Betrieb. Deshalb gelang es Gartenschläger, 2 dieser Geräte zu demontieren.

Es wurde die Spannungsversorgung abgeschaltet.

Lies Dir mal den Fred Gartenschläger durch, da steht alles drin, links, alles vorhanden.

Mfg Berkin


Da waren also elektrische Bauteile (Kondensatoren) eingefügt die bewirkten, dass die Mienen trotz Abschaltung noch ca. 1h scharf geschaltet waren? Warum machte man das? Nur um ein Demontieren vom Westen aus zu verhindern (was ich für unrealistisch halte, denn dann musste man nur eine "Abschaltungslage" abwarten, die mehr 1h gedauert hat) oder sollte damit verhindert werden, dass der betreffende (abschaltungsberechtigte) Soldat die Anlage abschaltet um dann selbst unmittelbar danach die Flucht anzutreten?



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#95

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:26
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von studfri im Beitrag #91
Man konnte diese Anlagen auch abschalten, was meines Wissens nicht nur zu Wartungszwecken gemacht wurde.
Kann jemand sagen, von wo aus die Abschaltung und wie konkret bewirkt wurde? Wer konnte das entscheiden und wie war die Befehls- und Meldekette dazu? Zu welchen Anlässen (außer der Wartung) wurden die Anlagen abgeschaltet?


Auf den Führungsstellen waren, ich nenne es mal Schaltkästen, wo die Felder dieser Anlagen aufgeschalten waren.
Funktionierte nach meiner Erinnerung mit Einschüben für jeweils ein Feld, wenn eine Auslösung war konnte man über eine Leuchtdiode lokalisieren wo.
Mit einem passenden Schlüssel konnte z.B. ein Mienen-Uffz. den Einschub herausziehen und dann konnte an der Anlage gearbeitet werden, z.B. ersetzen einer detonierten Miene.
Wenn der Mienentrupp fertig war mit dem Anmontieren nahm der Mienenuffz. mit einschieben des Einschubs den Abschnitt wieder in Betrieb.
Wer die komplette Anlage wann ausschalten durfte und wie das funktionierte, keine Ahnung.


studfri hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2013 18:27 | nach oben springen

#96

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:29
von Hansteiner | 1.409 Beiträge

Die Abschaltgenehmigung hat der jeweils Führende vom Stab des Bat. bekommen.

H.



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#97

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Mir blieben ja diese Drecksdinger erspart, aber ohne Sicherungssplint wäre ich nicht ran. Und da hätte mir der Regimeter persönlich versichern können, das abgeschaltet ist. Eine schöne Skizze mit Link gabs mal hier ...
Achtung Minen-Gesperrt-Lebensgefahr.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#98

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:42
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #97
Mir blieben ja diese Drecksdinger erspart, aber ohne Sicherungssplint wäre ich nicht ran. Und da hätte mir der Regimeter persönlich versichern können, das abgeschaltet ist. Eine schöne Skizze mit Link gabs mal hier ...
Achtung Minen-Gesperrt-Lebensgefahr.


Drum ist ja der Truppführer bestimmt auch immer persönlich auf die FüSt gekraxelt und hat ausgeschalten.
Den Job hätte ich auch nicht machen wollen.


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#99

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:50
von Runkel | 93 Beiträge

Eine Minenanlage hatte zwei Zonen und pro Zone 9 Abschnitte. Also hatte eine Minenanlage 18 Abschnitte. Dies waren dann die Einschübe . Eine Minenanlage hatte eine optische und akustische Anzeige, das heist, das bei einer Minendet die jeweilige rote Leuchte im Zonen- und Abschnittseinschub aufleuchtete und gleichzeitig eine Klingel ertönte .
Nun lagerten auch die Schlüssel für diese Anlagen auf der Füst in dazu bestimmten petschierten Kästen aus Holz mit Glasscheibe.
Die Minenanlagen durften nur auf Befehl des Kdr des GB oder höher abgeschaltet werden. Als KGSi wurde bei Anmarsch eines Gewitters (wenn das bis auf etwa 10km heran war) um Erlaubnis beim Führenden im GB gebeten, die Minenanlagen außer Betrieb zu nehmen. Bestätigte dieser nun dieses, so konnte der KGSi die Anlagen abschalten, in dem er zuerst die Zonen abschaltete, dann die Anlage mit dem entsprechenden Schlüsselschaltern. Danach wurden noch die Zündspannungssicherung und die Betriebsspannungssicherung entfernt. Das ganze wurde dannnatürlich an den Vorgesetzten gemeldet und im Arbeitsbuch nachgewiesen. Bei wieder Einschaltung die selbe Prozedur, nur die Zündspannungssicherung wurde zuletzt eingeschraubt. Da erlebte man dann so manch ein blaues Wunder, wenn der ganze Kasten Rot leuchtete und es draußen rumpelte.


studfri und MHL-er haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#100

RE: Selbstschußanlagen?

in Mythos DDR und Grenze 01.11.2013 18:50
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #97
Mir blieben ja diese Drecksdinger erspart, aber ohne Sicherungssplint wäre ich nicht ran. Und da hätte mir der Regimeter persönlich versichern können, das abgeschaltet ist. Eine schöne Skizze mit Link gabs mal hier ...
Achtung Minen-Gesperrt-Lebensgefahr.

Da haste mal voll recht - Die Ausbildung zum Bergetruppführer hatte schon etwas von Himmelfahrtskdo. und ich bin heilfroh das mir der Einsatz erspart blieb.
Amen


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