#1

Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 07:56
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ziemlich genau vor 26 Jahren erfuhr Erich Honecker den größten Triumph seiner Karriere als Staatschef.
In Bonn wurde der rote Teppich für ihn ausgerollt und er lief unter klingendem Spiel der Bundeswehr die Ehrenformation ab.
Am Fahnenmast wehte die Flagge der DDR neben der der Bundesrepublik Deutschland.
Was für Honecker damals der größte Erfolg seiner Laufbahn war , war in Wirklichkeit ein weiterer Schritt zur deutschen Einheit und dem Untergang des SED Staates.
http://www.welt.de/kultur/history/articl...ieg-errang.html


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zuletzt bearbeitet 12.09.2013 07:57 | nach oben springen

#2

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 08:12
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

interessant....

Zitat aus dem Artikel:
.........
Hinzu kam, dass sich Honecker während des Staatsbesuches überraschend zur deutschen Teilung äußerste. Sichtlich bewegt von den Eindrücken seiner alten Heimat prophezeite er nämlich: "Es kommt der Tag, an dem uns die Grenzen nicht mehr trennen, sondern vereinen"
........
Und das im September 1987. Da hat Doch Honecker glatt die Ereignisse des Herbst 89 schon vorausgesehen.
Oder wie kann man das interpretieren ?

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#3

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 08:13
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ne Hartmut, der Erich meinte eher so nach dem Jahr 2087.


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#4

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 08:22
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #3
Ne Hartmut, der Erich meinte eher so nach dem Jahr 2087.


Ach so, wenn wir dann den perfekten, entwickelten Sozialismus in der DDR gehabt hätten und alle anderen neidisch darauf gewesen wären.
Dann wäre der Westen der DDR beigetreten.....
Tschuldigung, Erich, wir waren eben bisschen ungeduldig.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#5

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 08:29
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #4
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #3
Ne Hartmut, der Erich meinte eher so nach dem Jahr 2087.


Ach so, wenn wir dann den perfekten, entwickelten Sozialismus in der DDR gehabt hätten und alle anderen neidisch darauf gewesen wären.
Dann wäre der Westen der DDR beigetreten.....
Tschuldigung, Erich, wir waren eben bisschen ungeduldig.

Gruss Hartmut



Mensch Hartmut das ist ja science fiction science fiction.


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#6

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 09:31
von Moskwitschka (gelöscht)
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Bevor man auch hier wieder in Fiktionen abgleitet würde mich schon interessieren, wie der Staatsbesuch von Honecker eingeordnet wurde und was im Hintergrund so lief bzw. dort wo ich 1987 kein Einblick hatte z.B.:

- In den Beziehngen Sowjetunion und DDR,
- In Parteiversammlungen der SED

Als Diskussionsgrundlage MfS/ZAIG-Information über "Hinweise zu Reaktionen der Bevölkerung“ anlässlich des Honecker-Besuches in der Bundesrepublik, 16. September 1987

...
Bei hoher Würdigung des politischen Grundanliegens und der Ergebnisse des BRD-Besuches äußert dennoch eine beträchtliche Anzahl Mitglieder und Funktionäre der SED und weitere progressive Kräfte, besonders älterer Jahrgänge, gleichzeitig gewisse Befürchtungen hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen dieses Besuches, die im wesentlichen in zwei Richtungen tendieren.
...
Erstens: Mit Besorgnis wird die Frage aufgeworfen, ob der Bewußtseinsstand der DDR-Bevölkerung bereits so weit entwickelt sei, daß die im Zusammenhang mit dem Prozeß der weiteren Normalisierung der Beziehungen DDR - BRD angekündigten oder vereinbarten Maßnahmen, besonders auf humanitärem Gebiet und im Rahmen der ökonomischen Zusammenarbeit, ohne "ideologische Einbrüche" unter Teilen der Bevölkerung verwirklicht werden können. Längerfristig seien negative ideologische Auswirkungen besonders im Ergebnis der Intensivierung von Kontakten mit der BRD zu erwarten.

Mitarbeiter aus den Bereichen Hoch- und Fachschulwesen sowie Volksbildung (Pädagogen) verweisen z. B. auf solche Fragestellungen von Jugendlichen/Jungerwachsenen wie:

Brauchen wir noch ein Feindbild? (Werde angeblich häufig verneint.)

Ist die Mauer noch notwendig?

Hat der Imperialismus der BRD seinen Charakter verändert? Auch die westlichen Politiker wollen Frieden.


Häufig wird daraus die Notwendigkeit abgeleitet, die ideologischen Auseinandersetzungen künftig offensiver zu führen. Hierzu erwartet man von den Parteiorganen aller Ebenen überzeugende Argumentationen.

Zweitens: Wiederholt wurde in Diskussionen die Frage erörtert, ob die DDR in ihrer Kompromißbereitschaft nicht zu weit gehe. Das Nichtreagieren auf die revanchistischen Ausfälle der BRD-Politiker, die gegebenen Zusagen zur Erweiterung der Zusammenarbeit mit der BRD auch in sogenannten politisch sensiblen Bereichen (Kontakte, Informationsaustausch) könnten - so wird argumentiert - zum Abrücken von Grundpositionen führen, die die sicherheitspolitischen Interessen berühren.

Einzelne Hochschulkader erklärten, es entstünde der Eindruck, daß dem Anliegen der Friedenssicherung einige Positionen "geopfert" wurden, die bisher mit zu den Eckpfeilern unserer Politik gegenüber der BRD zählten (Hinweis auf Geraer Forderungen). Mitarbeiter staatlicher Organe, Angehörige der Deutschen Volkspolizei und Berufskader der NVA verweisen in diesem Zusammenhang auf von ihnen erwartete zunehmende Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Berufskadern für die bewaffneten Organe sowie bei der Verpflichtung von Bürgern als Geheimnisträger, da sich immer weniger Bürger bereitfänden, auf Westkontakte zu verzichten.


http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...nical/year/1987

LG von der grenzgaengerin


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#7

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 09:48
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Ein positiver Nebeneffekt für mich: Aus den getroffenen Vereinbarunge im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich flatterte mir im Januar 1988 plötzlich eine westdeutsche Hobbyzeitschrift ("Lapis") in´s Haus. Wie sich mein langjähriger Tauschpartner aus Kaiserslautern offenbarte war es statt eines Weihnachtspaketes ein Geschenk-Abonnement für mich. Es durften aus der deutsch-deutschen Vereinbarung heraus nun auch Fachzeitschrifte legal und privat eingeführt werden.
Wenn von "Sargnagel" gesprochen wird und anderswo von befürchteter ideologischer Aufweichung, da kann da was dran sein. Konnte ich doch nun in dieser Zeitschrift Exkursionsberichte westdeutscher Sammler aus allen Ecken der Welt, unterlegt mit herrlichen Fotos von Landschaften und Mineralstufen, lesen. Und ich konnte nicht hin ! Die begrenzten Reisemöglichkeiten waren mir bis dahin bei Weitem noch nicht so bewust geworden wie zu diesem Zeitpunkt. Die Wende kam, ich hätte überall dorthin reisen können und konnte es trotzdem nicht. Das war dann die Wirklichkeit hinter der schönen fassade. zu DDR-Zeiten hatte ich Geld, aber konnte nicht dorthin reisen. Ab 1990 konnte ich reisen, hatte aber keine Geld mehr dafür übrig und auch keine Zeit mehr.



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zuletzt bearbeitet 12.09.2013 09:54 | nach oben springen

#8

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 09:50
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Das war hauptsächlich sein kindisches Anerkennungsverlangen was E.H. zum Erzfeind trieb.
Als er mit militärischen Ehren empfangen wurde und die Hymne erklang hatte er bestimmt..., will es mir lieber nicht vorstellen.
Das Gesicht vom Kohl sprach ja auch Bände in dem Moment.


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#9

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 09:52
von schnatterinchen (gelöscht)
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Genau grenzgaengerin,
die Stimmungsermittler der Stasi hatten den politischen Verfall in der DDR genau auf dem Schirm.
Dieser bedingungslose Gehorsam der Genossen in diesem Zusammenhang bis zum Untergang erstaunt mich immer wieder aufs Neue.


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#10

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 11:13
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Ein positiver Nebeneffekt für mich: Aus den getroffenen Vereinbarunge im kulturellen und wissenschaftlichen Bereich flatterte mir im Januar 1988 plötzlich eine westdeutsche Hobbyzeitschrift ("Lapis") in´s Haus. Wie sich mein langjähriger Tauschpartner aus Kaiserslautern offenbarte war es statt eines Weihnachtspaketes ein Geschenk-Abonnement für mich. Es durften aus der deutsch-deutschen Vereinbarung heraus nun auch Fachzeitschrifte legal und privat eingeführt werden.
Wenn von "Sargnagel" gesprochen wird und anderswo von befürchteter ideologischer Aufweichung, da kann da was dran sein. Konnte ich doch nun in dieser Zeitschrift Exkursionsberichte westdeutscher Sammler aus allen Ecken der Welt, unterlegt mit herrlichen Fotos von Landschaften und Mineralstufen, lesen. Und ich konnte nicht hin ! Die begrenzten Reisemöglichkeiten waren mir bis dahin bei Weitem noch nicht so bewust geworden wie zu diesem Zeitpunkt. Die Wende kam, ich hätte überall dorthin reisen können und konnte es trotzdem nicht. Das war dann die Wirklichkeit hinter der schönen fassade. zu DDR-Zeiten hatte ich Geld, aber konnte nicht dorthin reisen. Ab 1990 konnte ich reisen, hatte aber keine Geld mehr dafür übrig und auch keine Zeit mehr.


Hallo @DoreHolm ,

Das kann ich bestätigen. Auch ich hatte ab 1988 ein Abo beim Delius-Klasing Verlag in Bielefeld und bekam (pünktlich) jeden Monat meine Autozeitschrift "Gute Fahrt" nach Doberlug-Kirchhain mit der Post zugestellt. Sie befaßt sich mit Fahrzeugen des VW-Konzerns.
Die Zeitschrift gibt es heute noch.

Viele Grüße,

Kurt


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#11

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 11:18
von turtle | 6.961 Beiträge

Sicherlich war der Besuch Honeckers in der Bundesrepublik der Höhepunkt seiner politischen Karriere. Allerdings hatte die Agonie der DDR schon davor begonnen. Die Beziehungen zur UDSSR mit Glasnost und Perestroika waren schlecht wie nie. Die DDR brauchte unbedingt eine Aufwertung. Die Einladung von Kohl war für Honecker wie ein 6er im Lotto. Natürlich war ihm klar das er Zugeständnisse machen muss.
Verbesserung der innerdeutschen Beziehungen, vor allem in den Bereichen Reise- und Besuchsverkehr, Familienzusammenführung und Umweltschutz. Das Einfuhrverbot für Schallplatten und Fachliteratur wurde aufgehoben. Durch neue Wirtschaftliche Abschlüsse erhoffte man sich Luft zum Überleben zu verschaffen. Fortschritte in den innerdeutschen Beziehungen waren nicht wachsenden Einsicht oder dem Reformwillen der SED , sondern in der schlechten wirtschaftlichen Lage, zu sehen. die später entscheidend zum Zusammenbruch der DDR beitrug. So blieb es nur eine Fiktion im Film Good Bye Lenin der Zustrom von Menschen in die DDR. Eine verkürzte Fassung von Good Bye Lenin schaut sich Erich wo er jetzt ist jeden Tag an.
Richtig erkannt Grenzgängerin und Schnatterinchen :
Die Stimmungsermittler der Stasi hatten den politischen Verfall in der DDR genau auf dem Schirm.
Dieser bedingungslose Gehorsam der Genossen in diesem Zusammenhang bis zum Untergang erstaunt mich immer wieder aufs Neue.

Viele der Ex Genossen sehen es aber heute als Fehler an keine Palastrevolution gemacht zu haben. Hier passt wieder der Satz von Gorbatschow "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"


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#12

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 11:35
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von turtle im Beitrag #11

........
Viele der Ex Genossen sehen es aber heute als Fehler an keine Palastrevolution gemacht zu haben. Hier passt wieder der Satz von Gorbatschow "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"

.....


Habe ich noch nie was davon gehört.Hier bisher auch nicht. Nur Linientreue bis zum Schluss.


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#13

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 11:59
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #12
Zitat von turtle im Beitrag #11

........
Viele der Ex Genossen sehen es aber heute als Fehler an keine Palastrevolution gemacht zu haben. Hier passt wieder der Satz von Gorbatschow "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"


Habe ich noch nie was davon gehört.Hier bisher auch nicht. Nur Linientreue bis zum Schluss.


Ich widerspreche Dir ungern, Schnatterinchen.

Ich habe hier schon einige Beiträge von ehemaligen SED - Mitgliedern gelesen, die sich kritisch mit der Entwicklung der DDR, insbesondere in der Endphase, geäußert haben.

Ich hoffe daher, dass es auch zu diesem Thema persönliche Erinnerungen geschildert werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass damals die Meinungsfindung in der SED zum Honeckerbesuch in Bonn nicht einfach war. Daher bin ich auch sehr an einer sachlichen Diskussion, ohne pauschale Vorwürfe und Vorurteile, interessiert.

LG von der grenzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 12.09.2013 12:00 | nach oben springen

#14

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 12:03
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ja sehr geehrte grenzgaengerin,
ich bin ebenso an einer sachdienlichen Aufarbeitung interessiert .
Nur viel mehr als Unmutsbekundungen und Schuldzuweisungen von ehemaligen Genossen gab es hier und anderswo bisher nicht zu lesen.


zuletzt bearbeitet 12.09.2013 12:04 | nach oben springen

#15

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 12:13
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #11
... Die Stimmungsermittler der Stasi hatten den politischen Verfall in der DDR genau auf dem Schirm.
Dieser bedingungslose Gehorsam der Genossen in diesem Zusammenhang bis zum Untergang erstaunt mich immer wieder aufs Neue.
...

Hallo turtle,

da ist es wieder, mein altes Spezialgebiet. Es lag in unserer Ideologie begründet, die Entwicklung vom "Niederen zum Höheren" als gesetzmäßig anzusehen. Dabei war im Sinne der Gesellschaftsordnung die Entwicklung von "Kapitalismus zum Sozialismus/Kommunismus" gemeint. In diesem Zusammenhang war es für uns kein unlösbarer Widerspruch, dass der "Klassenkampf in all seiner Härte" mit Rückschlägen und Niederlagen, vor allem auf dem Gebiet der politisch-ideologischen Arbeit, verbunden war. Die klassischen Schlussfolgerungen waren je nach Lage der Dinge: "Unsere Menschen sind noch nicht reif für die Erkenntnis, dass der Sozialismus die bessere Gesellschaftsordnung ist", oder: "Wir müssen unserer politisch-ideologische Arbeit verbessern und dem Klassenfeind noch entschlossener entgegentreten". Die Ableitung aus diesen Schlussfolgerungen lief aber immer auf dasselbe hinaus: "Wir müssen noch entschlossener dem Klassenfeind entgegentreten und für den Sozialismus kämpfen".

Klar, heute, gemessen an den Ergebnissen, klingt das komisch. Die Umsetzung erfolgte auch je nach vorherrschendem Intelligenz- bzw. Fanatisierungsgrad recht unterschiedlich, von träger Selbstzerfleischung bis hin zu dümmlichstem Aktionismus. Aber, vereinfacht dargestellt, war das der grundsätzliche Mechanismus dahinter. Wenn man einer Idee folgt, kann man sich leicht von der Realität entfernen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 12.09.2013 12:14 | nach oben springen

#16

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 12:14
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich habe mich auch persönlich mit Ex Mitarbeitern vom MfS unterhalten. Da ist nicht immer noch die Sichtweise von 1989 vorhanden.
Durchaus ist Ihnen Fehler gemacht zu haben bewusst. Dazu zählt auch durch Eidbindung keine Wende eingeleitet zu haben. Und das hätte bedeutet in Wandlitz jüngere Einziehen zu lassen. Kritisch mit der DDR jener Zeit haben sich hier auch Ex- Mitarbeiter des MfS oder SED Mitglieder geäußert.


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#17

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 12:18
von ABV | 4.202 Beiträge

Zum Thema passt auch dieser Erinnerungsbericht. Hoffe ich jedenfalls

Der Tag an dem Erich Honecker den "Klassenfeind" besuchte


Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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zuletzt bearbeitet 12.09.2013 12:19 | nach oben springen

#18

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 13:08
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich habe bis zu seinem Tod ein zuerst gut nachbarliches und später sogar freundschaftliches Verhältnis zu einem ehemaligen Parteisekretär eines Pankower Großbetriebes gehabt, der bis zur Wende 1? Sekretär der Nationalen Front in Berlin - Pankow war.

Vor 26 Jahren beim Schwätzchen über den Gartenzaun erzählte er mir, dass er froh sei nicht mehr Parteisekretär zu sein und auf die Fragen der Belegschaft Antworten finden zu müssen. Denn die Fragen waren damals sehr einfach: Warum darf Erich in seine Heimat, seine Schwester besuchen und wir nicht? Das politische Aufeinandertreffen von Kohl und Honecker hat die wenigsten interessiert.

Ich bedaure heute sehr, dass ich damals und insbesondere nach der Wende zu wenig die Möglichkeit zu Gesprächen über die Vergangenheit mit ihm genutzt habe. Es war später eher ein familiäres Verhältnis, insbesondere nach dem Tod seiner Frau.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 12.09.2013 13:10 | nach oben springen

#19

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 13:20
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ja, immer diese verpassten Gelegenheiten im Leben. Das ist so eine Sache.
Ich bin der Überzeugung, das jede Annäherung und jeder Schritt zur Entspannung dazu beigetragen hat das System DDR zu beseitigen.
Die Genossen vom MfS waren ihr Geld wert. Die messerscharfen Analysen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen belegen das.
Der Staat DDR hätte viel repressiver gegen alles vorgehen müssen was aus der Reihe tanzt.Und die Verbindungen in den Westen auf ein Minimum beschränken müssen.
Leider waren da aber eben auch noch die wirtschaftlichen Zwänge aufgrund der unsäglichen Wirtschaftspolitik und dem Subventionierungsirrsinn der Staatsführung.


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#20

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 13:25
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ach Schnatterinchen, wieder so eine pauschale Breitseite

So wird das nichts hier. So verpassen wir auch hier die sich bietende Chance in diesm Forum.

LG von der grenzgaengerin


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