#101

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 09:26
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #84
Zitat von seaman im Beitrag #83
Zitat von Lutze im Beitrag #77
war die DDR-Fahne in der Bundesrepublik
nicht sogar verboten gewesen?
Lutze


Nein.
Sie wurde akzeptiert!!
Im Gegenteil,als DDR-Bürger wurde man mit dieser Flagge begrüsst....
seaman



Aber nicht immer ! Da gab es auch andere Zeiten.



Tatsächlich gab es diese Zeiten bis Juli 1969. Die sogenannte" Spalterflagge" durfte in der Bundesrepublik nicht gezeigt werden. Ich erinnere mich auch noch das die DDR Anfang der 70er Jahre eine eigene Handelsflagge hatte.

Zum Thema: Ganz einfache Antwort. Die Mehrheit der Bürger wollte so wie sie war ihre DDR nicht mehr. Somit gab es nicht nur einen Sargnagel sondern so viele das der Sarg aussah als wäre er total mit Nieten behauen.


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#102

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 09:43
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Das mit den Nieten, war er auch der Unterschied zwischen der DDR Führung und dem Eiffelturm in Paris.
Beim Eiffelturm sind die größten Nieten unten. Bei der DDR Führung waren die größten Nieten oben.


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#103

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 10:14
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #101
Zitat von Alfred im Beitrag #84
Zitat von seaman im Beitrag #83
Zitat von Lutze im Beitrag #77
war die DDR-Fahne in der Bundesrepublik
nicht sogar verboten gewesen?
Lutze


Nein.
Sie wurde akzeptiert!!
Im Gegenteil,als DDR-Bürger wurde man mit dieser Flagge begrüsst....
seaman



Aber nicht immer ! Da gab es auch andere Zeiten.



Tatsächlich gab es diese Zeiten bis Juli 1969. Die sogenannte" Spalterflagge" durfte in der Bundesrepublik nicht gezeigt werden. Ich erinnere mich auch noch das die DDR Anfang der 70er Jahre eine eigene Handelsflagge hatte.




Stimmt,turtle.
Das war aber nur für die Bundesrepublik gültig.Andere Staaten sahen das viel lockerer.
Ab 1972 wurden Schiffe der DDR-Staatsreederei z.b. mit ihrer eigenen Staatsflagge und dem Abspielen der Nationalhymne von Becher an der Schiffsbegrüssungsanlage Schulau(HH) problemlos empfangen...

seaman


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zuletzt bearbeitet 15.09.2013 10:15 | nach oben springen

#104

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 10:24
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #100
Ja, die großen Brüder in Ost und West waren die Sargnägel der DDR. Plündern und Erpressen, dafür war die DDR gut und auch reich genug.@damals wars

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus,was gabs denn bei uns zu Plündern,hä ? Einen Reichen kann man Erpressen,da haste Recht,aber das die DDR Reich war ist mir als ehemaliger DDR Bürger absolut neu.


Aus dem erorbertem Gebiet ist, glaube ich schon, rausgeschafft worden was noch zu gebrauchen war.
Musste überhaupt die DDR, dann als ostdeutsches Brudervolk, auch noch nach 49 Reparationen bedienen?


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 10:26 | nach oben springen

#105

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 10:30
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #104
Zitat von Pit 59 im Beitrag #100
Ja, die großen Brüder in Ost und West waren die Sargnägel der DDR. Plündern und Erpressen, dafür war die DDR gut und auch reich genug.@damals wars

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus,was gabs denn bei uns zu Plündern,hä ? Einen Reichen kann man Erpressen,da haste Recht,aber das die DDR Reich war ist mir als ehemaliger DDR Bürger absolut neu.


Aus dem erorbertem Gebiet ist, glaube ich schon, rausgeschafft worden was noch zu gebrauchen war.
Musste überhaupt die DDR, dann als ostdeutsches Brudervolk, auch noch nach 49 Reparationen bedienen?



Das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 hatte vorgesehen, dass jede Besatzungsmacht ihre Reparationsansprüche durch Demontagen und Sachlieferungen aus ihrer eigenen Besatzungszone befriedigen sollte. Da die Sowjetunion die größten Kriegsschäden erlitten hatte, erhielt sie das Recht zugestanden, Reparationen auch aus den anderen Zonen zu erhalten.
Hieran entzündete sich bald Streit: Da die Sowjetunion sich weigerte, diese Lieferungen mit Lebensmittellieferungen aus ihrer Zone zu vergüten, beendete der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay am 25. Mai 1946 die Lieferungen auf Reparationskonto aus der amerikanischen Zone an die Sowjetunion. Die beiden anderen Westmächte schlossen sich diesem Vorgehen an. Mit dem Beginn des Kalten Krieges schränkten zuerst die westlichen Alliierten die Demontagen ein und verschoben ihre Reparationsforderungen bis zum Abschluss eines Friedensvertrages. Da der Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990 ausdrücklich „anstelle eines Friedensvertrages“ geschlossen wurde, kam es auch später zu keinen weiteren Reparationszahlungen.

Die Reparationsleistungen der späteren DDR an die Sowjetunion geschahen bis 1948 hauptsächlich durch Demontage von Industriebetrieben. Davon betroffen waren 2.000 bis 2.400 der wichtigsten und bestausgerüsteten Betriebe innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone. Bis März 1947 wurden zudem 11.800 km Eisenbahnschienen demontiert und in die SU verbracht. Damit wurde das Schienennetz bezogen auf den Stand von 1938 um 48 % reduziert. Der Substanzverlust an industriellen und infrastrukturellen Kapazitäten durch die Demontagen betrug insgesamt rund 30 % der 1944 auf diesem Gebiet vorhandenen Fonds. Ab Juni 1946 (SMAD-Befehl Nr. 167) begann sich die Form der Reparationen von Demontagen auf Entnahmen aus laufender Produktion im Rahmen der Sowjetischen Aktiengesellschaften zu verlagern. Diese Entnahmen aus laufender Produktion betrugen zwischen 1946 und 1953 jährlich zwischen 48,0 und 12,9 % (durchschnittlich 22 %) des Bruttosozialprodukts.[4] Die Reparationen endeten nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Auf der Grundlage erstmals erschlossener Archivmaterialien, vor allem in Moskau, kamen L. Baar, Rainer Karlsch und W. Matschke vom Institut für Wirtschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin etwa 1993 auf eine Gesamtsumme von mindestens 54 Milliarden Reichsmark bzw. Deutsche Mark (Ost) zu laufenden Preisen bzw. auf mindestens 14 Mrd. US-Dollar zu Preisen des Jahres 1938.[5]

Als die Reparationen 1953 für beendet erklärt wurden, hatte die SBZ/DDR die höchsten im 20. Jahrhundert bekanntgewordenen Reparationsleistungen erbracht. Die Reparationen der DDR betrugen insgesamt 99,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953) – die der BRD demgegenüber 2,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953). Die DDR/SBZ trug damit 97-98 % der Reparationslast Gesamtdeutschlands – pro Person also das 130fache


ABV, Kurt und turtle haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#106

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 10:57
von Moskwitschka (gelöscht)
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In meiner Erinnerung war das Verhältnis zwischen Gorbatschow und Honecker nicht das beste. Und sogar im Politbüro der SED schien Honecker 1987 ziemlich einsam gewesen zu sein, sonst hätte er nicht den Termin des Besuches in Bonn ohne Absprache mit seinen "engsten" Genossen bestätigt.

...
Schon seit spätestens 1980 schwärzte eine Moskauer Fraktion im SED-Politbüro um den DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph, dessen Stellvertreter Werner Krolikowski und Stasi-Minister Erich Mielke im Geheimen die Westpolitik Erich Honeckers und von ZK-Wirtschaftssekretär Günter Mittag bei der sowjetischen Führung als „deutsch-deutsches Techtelmechtel“ an.
...
Nun, am 8. September 1987, dem zweiten Besuchstag, rechneten Stoph und Krolikowski in einem bislang nicht an die Öffentlichkeit gelangten, geheimen Papier, das sie dem KPdSU-Chef Michail Gorbatschow über die sowjetische Botschaft in Ost-Berlin zukommen ließen, mit der „verräterischen“ Politik Honeckers in Bonn ab.

„Was sich in diesen Tagen zwischen EH (Erich Honecker – d. Red.) und GM (Günter Mittag – d. Red.) und den Führern der BRD abspielt, hat für die Existenz und Perspektive der DDR einen verhängnisvollen Charakter“, meldeten sie nach Moskau. Ohne Beschluss des SED-Politbüros oder der DDR-Regierung hätten Honecker und Mittag den Reiseverkehr von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik stark erhöht und damit „eine euphorische nationalistische Reisewelle“ ausgelöst. Und im besten Arbeiter- und Bauern-Deutsch heißt es weiter: „Der EH-Besuch in der BRD verdreht immer mehr DDR-Bürgern den Kopf und erfüllt denselben mit dem gefährlichen ideologischen Westdrall. Haben wir dafür alle die Jahre seit 1945 gekämpft? Diese Entwicklung muss doch beseitigt werden!“ Während Honecker 1971 als SED-Generalsekretär mit der Politik der Abgrenzung gegenüber der BRD angetreten sei, gehe er jetzt „hemmungslos“ aufs Ganze und fördere „die deutsch-deutsche Menschenvereinigung“


Wie schon vorab von mir geschrieben, für mich war dieser Besuch Honecker ein mediales Ereignis, um seine Position zu festigen. Man könnte mit dem Erkenntnisstand von heute schon fast sagen er saß zwischen den Stühlen - auf der einen Seite die Hardliner und auf der anderen Seite die "Erneuerer" um Modrow ?

Daher hier immer wieder meine Frage, die ich jetzt zum letzten Mal stelle, um keinen auf den Keks zu gehen: Wie haben die SED - Mitglieder 1987 diesen Besuch diskutiert? Spätestens da musste es doch eine Richtungsentscheidung gegeben haben? Ich kann einfach nicht glauben, dass den meisten SED - Mitgliedern erst 1989 die Augen aufgegangen sind. Oder waren alle so begeistert - Die Anerkennung der DDR als zweiter deutscher Staat war symbolisch vollzogen, das jahrzehntelange Schattendasein der „Sowjetzone“ als sowjetischer Homunkulus und Schurkenstaat überwunden.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 11:05 | nach oben springen

#107

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 11:09
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #106
In meiner Erinnerung war das Verhältnis zwischen Gorbatschow und Honecker nicht das beste. Und sogar im Politbüro der SED schien Honecker 1987 ziemlich einsam gewesen zu sein, sonst hätte er nicht den Termin des Besuches in Bonn ohne Absprache mit seinen "engsten" Genossen bestätigt.

...
Schon seit spätestens 1980 schwärzte eine Moskauer Fraktion im SED-Politbüro um den DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph, dessen Stellvertreter Werner Krolikowski und Stasi-Minister Erich Mielke im Geheimen die Westpolitik Erich Honeckers und von ZK-Wirtschaftssekretär Günter Mittag bei der sowjetischen Führung als „deutsch-deutsches Techtelmechtel“ an.
...
Nun, am 8. September 1987, dem zweiten Besuchstag, rechneten Stoph und Krolikowski in einem bislang nicht an die Öffentlichkeit gelangten, geheimen Papier, das sie dem KPdSU-Chef Michail Gorbatschow über die sowjetische Botschaft in Ost-Berlin zukommen ließen, mit der „verräterischen“ Politik Honeckers in Bonn ab.

„Was sich in diesen Tagen zwischen EH (Erich Honecker – d. Red.) und GM (Günter Mittag – d. Red.) und den Führern der BRD abspielt, hat für die Existenz und Perspektive der DDR einen verhängnisvollen Charakter“, meldeten sie nach Moskau. Ohne Beschluss des SED-Politbüros oder der DDR-Regierung hätten Honecker und Mittag den Reiseverkehr von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik stark erhöht und damit „eine euphorische nationalistische Reisewelle“ ausgelöst. Und im besten Arbeiter- und Bauern-Deutsch heißt es weiter: „Der EH-Besuch in der BRD verdreht immer mehr DDR-Bürgern den Kopf und erfüllt denselben mit dem gefährlichen ideologischen Westdrall. Haben wir dafür alle die Jahre seit 1945 gekämpft? Diese Entwicklung muss doch beseitigt werden!“ Während Honecker 1971 als SED-Generalsekretär mit der Politik der Abgrenzung gegenüber der BRD angetreten sei, gehe er jetzt „hemmungslos“ aufs Ganze und fördere „die deutsch-deutsche Menschenvereinigung“


Wie schon vorab von mir geschrieben, für mich war dieser Besuch Honecker ein mediales Ereignis, um seine Position zu festigen. Man könnte mit dem Erkenntnisstand von heute schon fast sagen er saß zwischen den Stühlen - auf der einen Seite die Hardliner und auf der anderen Seite die "Erneuerer" um Modrow ?

Daher hier immer wieder meine Frage, die ich jetzt zum letzten Mal stelle, um keinen auf den Keks zu gehen: Wie haben die SED - Mitglieder 1987 diesen Besuch diskutiert? Spätestens da musste es doch eine Richtungsentscheidung gegeben haben? Ich kann einfach nicht glauben, dass den meisten SED - Mitgliedern erst 1989 die Augen aufgegangen sind. Oder waren alle so begeistert - Die Anerkennung der DDR als zweiter deutscher Staat war symbolisch vollzogen, das jahrzehntelange Schattendasein der „Sowjetzone“ als sowjetischer Homunkulus und Schurkenstaat überwunden.

LG von der grenzgaengerin






Der "Moskauer Fraktion" war E.H. ein zu weicher Entspanner und die wandten sich mit ihrer Sorge 1987 ausgerechnet an Gorbatschow?
Wenn das so war haben die aber wohl die Zeichen der Zeit gar nicht realisieren können.
Zu dieser Zeit hätten wohl eher die Karten für alle DDR-Bürger ehrlich auf den Tisch kommen müssen, wie die angespannte wirtschaftliche Situation, die Ausreisewelle u.s.w.
Die dableibewilligen hätten zur ehrlichen Diskussion inkl. öffentlichem Zurückpfeifens der Repressionsorgane und Mitarbeit zur Bewältigung der Probleme aufgefordert werden müssen und ein ganz großer Nagel wäre wohl aus dem Sarg gezogen wurden.
Nicht die Banane hat 89 die Leute angetrieben sondern die allgemeine Unehrlichkeit und das Negieren der offensichtlichen Probleme.


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 11:23 | nach oben springen

#108

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 11:31
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #107

Nicht die Banane hat 89 die Leute angetrieben sondern die allgemeine Unehrlichkeit und das Negieren der offensichtlichen Probleme.


Und auch das musste der DDR - Staatsführung bekannt gwesen sein:

Als im September 1987 die Meinungsforscher des Dortmunder Forsa-Instituts erstmals 513 DDR-Bürgern telefonisch befragen dürfen, halten 71 Prozent eine Wiedervereinigung für wünschenswert. Diese Quote liegt knapp unter dem Ergebnis von 74 Prozent, das die ostdeutschen Wiedervereinigungsparteien CDU, DSU, Bund Freier Demokraten und SPD bei der Volkskammerwahl 1990 erzielen. Im Herbst ’87 haben viele Ostdeutsche der DDR zumindest gedanklich längst den Rücken gekehrt.

http://www.freitag.de/autoren/lutz-herde...ehr-im-paradies

LG von der grenzgaengerin


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#109

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 11:34
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Und man stelle sich das Unvorstellbare vor, die SED hätte sich im Angesicht der Gefahr fühzeitig von einer Schafherde mit Leithammeln über die Basis zu einer wirklichen Partei für das Volk gewandelt, also ihr Politbüro in Gänze entsorgt und fähige Fachleute hätten das Ruder übernommen.
Die Rede des Vorsitzenden zum 7. Oktober 89 zeigte doch dem letzten mit Resthoffnung das Hopfen und Malz nun vollkommen verloren sind und da braucht man auch keine Dolchstoßlegenden zu bemühen, das Ende war hausgemacht.
Und dann noch als letzten Schachzug den Thronfolger auf den Thron zu setzen, wir haben den Kapitalismus wirklich verdient.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.09.2013 11:52 | nach oben springen

#110

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 12:31
von ABV | 4.202 Beiträge

Mag sein, Grenzwolf. Aber am Ende wäre die Reise dennoch in Richtung Wiedervereinigung gegangen. Da bin ich mir heute relativ sicher. Damals hätte ich das noch anders gesehen. Aber auf die Dauer hätten zwei deutsche Staaten keinen Sinn gemacht.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#111

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 12:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #110
Mag sein, Grenzwolf. Aber am Ende wäre die Reise dennoch in Richtung Wiedervereinigung gegangen. Da bin ich mir heute relativ sicher. Damals hätte ich das noch anders gesehen. Aber auf die Dauer hätten zwei deutsche Staaten keinen Sinn gemacht.

Gruß Uwe


Wer weiß Uwe, vielleicht hätten sich bei freien Wahlen bevor alles am Boden lag und dann der Weg von Außen bestimmt wurde, ich sage mal 1987, die Leute doch für eine offene Deutsche Demokratische Republik ohne solche "Führer" wie Honecker entschieden.
Ich wäre gern dabei gewesen beim Versuch den Kreis zu qudratieren, vielleicht hätte es der Rest von 10 Millionen ja vermocht wenn die Sowjetunion ihre Provinz hätte freigegeben und viele wären sicherlich wiedergekommen um auch mitzumachen.


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 13:04 | nach oben springen

#112

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 13:12
von Moskwitschka (gelöscht)
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Da bewegen wir uns wieder im Dunstkreis von Spekulationen, grenzwolf.

Ich fand dieses Beispiel gut, mit der Reise von Honecker nach Bonn, mal einen anderen Schwerpunkt bei der Geschichtsbetrachtung der DDR zu setzen. Vor allen Dingen auch nicht immer nur das Jahr 1989 als verpasste Chance.

Und wenn man ehrlich ist, dann kann man dem Kanzler der Einheit auch nicht abkaufen, dass diese Entwicklung für ihn überraschend kam, wie er es immer wieder darstellt oder darstellen lässt.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 13:13 | nach oben springen

#113

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 13:23
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #112
[quote=grenzgaengerin|p288726]Da bewegen wir uns wieder im Dunstkreis von Spekulationen, grenzwolf.

Ich fand dieses Beispiel gut, mit der Reise von Honecker nach Bonn, mal einen anderen Schwerpunkt bei der Geschichtsbetrachtung der DDR zu setzen. Vor allen Dingen auch nicht immer nur das Jahr 1989 als verpasste Chance.

Und wenn man ehrlich ist, dann kann man dem Kanzler der Einheit auch nicht abkaufen, dass diese Entwicklung für ihn überraschend kam, wie er es immer wieder darstellt oder darstellen lässt.

LG von der grenzgaengerin


Sicherlich, aber bezüglich der Reise E.H.'s und der Frage ob diese ein Sargnagel für die DDR war, wollte ich halt nur meine Ansicht bekunden das er wohl eher in persona selbst einer war, unabhängig davon ob er gen Westen oder auf den Mond gereist wäre


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 13:26 | nach oben springen

#114

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 13:33
von ABV | 4.202 Beiträge

Mit dem Besuch Honeckers in der Bundesrepublik verbanden sich einige Hoffnungen in der Bevölkerung. Zum Beispiel eine spürbare Öffnung zum Westen hin. Reisefreiheit für alle, kultureller und touristischer Austausch und so weiter. Vielleicht wäre Honecker ja als großer Staatsmann in die Geschichte eingegangen, falls ihm dieser Coup am Ende seiner politischen Laufbahn gelungen wäre? Aber war Honecker dazu auch in der Lage? Ohne Absprache mit dem " Großen Bruder" lief rein gar nichts. Auch ein Gorbatschow hätte sich nicht alle Entscheidungsoptionen aus der Hand nehmen lassen.
Trotzdem, stellen wir uns mal vor das ab dem 01.01. 1988 jeder DDR-Bürger hätte in den Westen fahren dürfen? Selbst wenn die VISA-Vergabe vier Wochen gedauert hätte, wäre in der DDR ein Riesenjubel ausgebrochen.
Weiterhin hätte es an den Kiosken den "Spiegel" den "Stern" und von mir auch den "Playboy" im Angebot gegeben.
Wäre dann die Wende im Herbst 1989 genauso über die Bühne gelaufen, oder am Ende sogar ausgeblieben?

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#115

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 14:23
von Moskwitschka (gelöscht)
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Warum immer nur auf das schielen was im anderen Teil Deutschlands angeboten wurde? Ist es nicht verständlich, dass die Menschen hungrig waren nach Informationen? Spätestens seit 1985 als in der Sowjetunion Gorbatschow das Ruder übernommen hat?

Ich mag mir nicht vorstellen wie hoch die Auflage des ND oder anderer Presseerzeugnisse gewesen wäre, wenn dort ehrlich und offen berichtet und diskutiert worden wäre. Da wäre wahrscheinlich sogar die Auflage der BILD - Zeitung nicht mitgekommen. Das hätte aber eine offene innerparteiliche Diskussion vorausgesetzt, die es anscheinend nicht gab.

Nicht die Reisefreiheit war Dreh- und Angelpunkt, sondern die Meinungsfreiheit. Vor allen Dingen hätte man die Meinung der Andersdenkenden oder Oppositionellen kennen gelernt, die ja teilweise noch heute als "Feinde" betrachtet werden, die im Herbst 1989 "holter die polter" durch die Demos die DDR zum Fall gebracht haben.

LG von der grenzgaengerin


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#116

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 15:17
von 94 | 10.792 Beiträge

Immer wieder faszinierend wie selektiv doch das menschliche Erinnerungsvermögen ist, ich will's ja nicht gleich Vergesslichkeit nennen. Dazu eignen sich zwei andere Beispiele in diesem Thread, ich reiche mal die Links nach ...

Die angebende Quelle [5] in #105 sein ...
http://www.hu-berlin.de/forschung/szf/fo.../folb02_04_html
Und in #94 wird irgend Beitrag in irgendein Thread erwähnt mit irgendeinem Link zu irgendwelchen diversen Bildchen, vielleicht ...
http://ddr-fotograf.de/diverse/2

Doch ich will ja nicht nur verschlimmbessern, aber diese Vergesslichkeit. Im Jahre '87 noch eine 'Absprache mit dem großen Bruder', ahja.
Wann sagte nochmal wer genau in welchem Interview das mit dem Tapizieren und dem Nachbarn, hä?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 15:18 | nach oben springen

#117

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 15:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #116
Immer wieder faszinierend wie selektiv doch das menschliche Erinnerungsvermögen ist, ich will's ja nicht gleich Vergesslichkeit nennen. Dazu eignen sich zwei andere Beispiele in diesem Thread, ich reiche mal die Links nach ...

Die angebende Quelle [5] in #105 sein ...
http://www.hu-berlin.de/forschung/szf/fo.../folb02_04_html
Und in #94 wird irgend Beitrag in irgendein Thread erwähnt mit irgendeinem Link zu irgendwelchen diversen Bildchen, vielleicht ...
http://ddr-fotograf.de/diverse/2

Doch ich will ja nicht nur verschlimmbessern, aber diese Vergesslichkeit. Im Jahre '87 noch eine 'Absprache mit dem großen Bruder', ahja.
Wann sagte nochmal wer genau in welchem Interview das mit dem Tapizieren und dem Nachbarn, hä?



Kurt Hager.
Aber der war ja auch arm dran, fühlte sich immer eingesperrt


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 15:45 | nach oben springen

#118

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 15:55
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Wozu 1987 playboy und neue Tapeten? War doch alles schick.

Ich erinnere nur an die Wasserfarben(nixen) vom Festumzug zur 750 Jahrfeier in Berlin


http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-f...ung-308058.html

Ein turbulentes Jahr - dieses 1987. http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...etail/year/1987

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 15:56 | nach oben springen

#119

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 16:17
von 94 | 10.792 Beiträge

Die GST hatte ihre eigne Nixe dabei ...
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:B...,_Festumzug.jpg

P.S. Hier mal die Wassersport-Nixen von hinten ...
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:B...sersportler.jpg

Frage: Ist das ein aufgesägter Sapo als fahrbarer Untersatz?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 15.09.2013 16:38 | nach oben springen

#120

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 15.09.2013 16:25
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #105
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #104
Zitat von Pit 59 im Beitrag #100
Ja, die großen Brüder in Ost und West waren die Sargnägel der DDR. Plündern und Erpressen, dafür war die DDR gut und auch reich genug.@damals wars

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus,was gabs denn bei uns zu Plündern,hä ? Einen Reichen kann man Erpressen,da haste Recht,aber das die DDR Reich war ist mir als ehemaliger DDR Bürger absolut neu.


Aus dem erorbertem Gebiet ist, glaube ich schon, rausgeschafft worden was noch zu gebrauchen war.
Musste überhaupt die DDR, dann als ostdeutsches Brudervolk, auch noch nach 49 Reparationen bedienen?



Das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 hatte vorgesehen, dass jede Besatzungsmacht ihre Reparationsansprüche durch Demontagen und Sachlieferungen aus ihrer eigenen Besatzungszone befriedigen sollte. Da die Sowjetunion die größten Kriegsschäden erlitten hatte, erhielt sie das Recht zugestanden, Reparationen auch aus den anderen Zonen zu erhalten.
Hieran entzündete sich bald Streit: Da die Sowjetunion sich weigerte, diese Lieferungen mit Lebensmittellieferungen aus ihrer Zone zu vergüten, beendete der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay am 25. Mai 1946 die Lieferungen auf Reparationskonto aus der amerikanischen Zone an die Sowjetunion. Die beiden anderen Westmächte schlossen sich diesem Vorgehen an. Mit dem Beginn des Kalten Krieges schränkten zuerst die westlichen Alliierten die Demontagen ein und verschoben ihre Reparationsforderungen bis zum Abschluss eines Friedensvertrages. Da der Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990 ausdrücklich „anstelle eines Friedensvertrages“ geschlossen wurde, kam es auch später zu keinen weiteren Reparationszahlungen.

Die Reparationsleistungen der späteren DDR an die Sowjetunion geschahen bis 1948 hauptsächlich durch Demontage von Industriebetrieben. Davon betroffen waren 2.000 bis 2.400 der wichtigsten und bestausgerüsteten Betriebe innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone. Bis März 1947 wurden zudem 11.800 km Eisenbahnschienen demontiert und in die SU verbracht. Damit wurde das Schienennetz bezogen auf den Stand von 1938 um 48 % reduziert. Der Substanzverlust an industriellen und infrastrukturellen Kapazitäten durch die Demontagen betrug insgesamt rund 30 % der 1944 auf diesem Gebiet vorhandenen Fonds. Ab Juni 1946 (SMAD-Befehl Nr. 167) begann sich die Form der Reparationen von Demontagen auf Entnahmen aus laufender Produktion im Rahmen der Sowjetischen Aktiengesellschaften zu verlagern. Diese Entnahmen aus laufender Produktion betrugen zwischen 1946 und 1953 jährlich zwischen 48,0 und 12,9 % (durchschnittlich 22 %) des Bruttosozialprodukts.[4] Die Reparationen endeten nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Auf der Grundlage erstmals erschlossener Archivmaterialien, vor allem in Moskau, kamen L. Baar, Rainer Karlsch und W. Matschke vom Institut für Wirtschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin etwa 1993 auf eine Gesamtsumme von mindestens 54 Milliarden Reichsmark bzw. Deutsche Mark (Ost) zu laufenden Preisen bzw. auf mindestens 14 Mrd. US-Dollar zu Preisen des Jahres 1938.[5]

Als die Reparationen 1953 für beendet erklärt wurden, hatte die SBZ/DDR die höchsten im 20. Jahrhundert bekanntgewordenen Reparationsleistungen erbracht. Die Reparationen der DDR betrugen insgesamt 99,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953) – die der BRD demgegenüber 2,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953). Die DDR/SBZ trug damit 97-98 % der Reparationslast Gesamtdeutschlands – pro Person also das 130fache



Ist es richtig dass sie(die Sowjets) einen Großteil der in Deutschland requirierten Maschinen irgendwo in der Pampa abgestellt haben und dort verrotteten sie langsam aber sicher? Habe ich mal irgendwo gehört, kann aber die Quelle nicht mehr benennen? Viellecht konnten sie mit der für sie modernen Technik nichts anfangen, hä?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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