#41

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 21:31
von Lutze | 8.042 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #40
Zitat von Lutze im Beitrag #39
hat Erich nicht noch eine Lederjacke geschenkt bekommen?
Lutze

Naja, Lutze,

die hat er genauso oft getragen, wie der Typ, der ihm die Jacke geschenkt hatte, auf der Schalmei gespielt hat, die er von Erich als Gegengeschenk bekam. Heute würde man so etwas wohl Schrottwichteln nennen, oder?

ciao Rainman

aber mal anprobiert hat er sie bestimmt,
immerhin kam sie nicht von einen Unbekannten
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#42

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 21:38
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Lutze im Beitrag #41
Zitat von Rainman2 im Beitrag #40
Zitat von Lutze im Beitrag #39
hat Erich nicht noch eine Lederjacke geschenkt bekommen?
Lutze

Naja, Lutze,

die hat er genauso oft getragen, wie der Typ, der ihm die Jacke geschenkt hatte, auf der Schalmei gespielt hat, die er von Erich als Gegengeschenk bekam. Heute würde man so etwas wohl Schrottwichteln nennen, oder?

ciao Rainman

aber mal anprobiert hat er sie bestimmt,
immerhin kam sie nicht von einen Unbekannten
Lutze


Er hat sich mit der auf dem Klo eingeschlossen


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#43

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 12.09.2013 23:36
von Graywolf1958 | 34 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #37
Zitat von Graywolf1958 im Beitrag #36
Hallo Leute nach langer Zeit werde ich mal wieder einen kleinen Beitrag schreiben.

Erst einmal ist es äußerst schwierig über den Staatsbesuch von 1987 zu schreiben. Zum einen 1987 haben wir noch nicht mit den Untergang der DDR gerechnet! Also war alles als ein Erfolg und der Überlegenheit der sozialistischen Gesellschaftsordnung betrachtet worde. Aber ich möchte hier nicht das Neue Deutschland oder die Aktuelle Kamera zitieren. Damals war ich als Major im Stab der Unteroffiziersschule VI (GT der DDR) als Planungsoffizier eingesetzt. Ich kann mich noch Erinnern, dass wir im engeren Offizierskreis uns so geäußert hatten: Wenn Erich von seinen Staatsbesuch zurück kommt sollte er:
1. Den Grenz- und Reiseverkehr neu regeln (öffnen für mehr Reisen)
2. Seinen Rückzuck aus der Politik erklären und an der nächsten Generation übergeben.

Diese Diskussion führten wir aber nicht offen in der Öffentlichkeit. Dafür war die Zeit nicht reif.....Jeder der so eine Meinung Vertreten hätte egal wo, wäre ohne wenn und aber aus der SED geflogen und damit wäre die Karriere gnadenlos beendet gewesen. Heute nach 26 Jahren hat man auf vieles eine andere Sicht. Ist ja auch vieles passiert. Ob diese Schritte die DDR gerettet hätten? Ich glaube nicht die Wirtschaft war zu diesem Zeitpunkt wie wir Heute wissen am Boden die DDR Pleite. Wir Parteimitglieder vom blinden Parteigehorsam geprägt trauten uns nicht die Führung zu kritsieren....


Rot: Nun, ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.



Zitat
aber das genau ist ja der "blinde Parteigehorsam" den wir so in jener Zeit lebten.. so richtig bewußt geworden ist mir das dann nach dem 9. November 89 da hat man von den Politarbeitern keinen mehr argumentieren hören... weil das wichtigste Argument wegfiel "Ist Verboten die Beschlüße weisen uns die Richtung... das führte dann auch dazu, dass ich persönlich 1990 gegenüber meinen Vorgesetzten weigerte zur Kontrolle der Grenzposten an der Grenze rauszufahren. Mein Argument war da folgendes: Ich kann den Soldaten die Fragen zur Situation nicht mehr beantworten, ich weiß selbst nicht warum wir, nach Grenzöffnung und vor allem nach der gewählten neuen Regierung bis zur vollständigen Entwaffnung noch die Grenzposten rausschickten.... Aber da war es zu spät...

Graywolf1958



Küchenbulle 79 und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.09.2013 23:39 | nach oben springen

#44

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 08:25
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


Rot: Nun, ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#45

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 09:15
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


Rot: Nun, ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Rot: Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.



Jobnomade, Küchenbulle 79 und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.09.2013 09:16 | nach oben springen

#46

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 09:35
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Stimmt Dore, ich hätte schreiben sollen Du und nicht Ihr.
Und was die Interna der SED anbetrifft hatte ich da verständlicherweise keinen Einblick aber wir kennen das Ergebniss dieser Parteiarbeit.
Dem jungen Genossen , welchen Du den Parteiaustritt ausgeredet hast , hättest Du vielleicht bestärken sollen und dem Rest Deiner Parteigruppe
auch zum Austritt raten um wenigstens den Versuch zu unternehmen etwas zu ändern.Wenn Du die Notwendigkeit erkannt hättest.
Aber nichts habt Ihr unternommen.Bis zum Schluss.
Und mein Menschenverstand hat mir Anfang der 80er gesagt: Junge, in diesem Land hast du verkackt,die lassen dich wegen Sippenhaft hier nicht mehr mitmachen, sieh zu wie du hier raus kommst.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#47

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 09:47
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #46
Stimmt Dore, ich hätte schreiben sollen Du und nicht Ihr.
Und was die Interna der SED anbetrifft hatte ich da verständlicherweise keinen Einblick aber wir kennen das Ergebniss dieser Parteiarbeit.
Dem jungen Genossen , welchen Du den Parteiaustritt ausgeredet hast , hättest Du vielleicht bestärken sollen und dem Rest Deiner Parteigruppe
auch zum Austritt raten um wenigstens den Versuch zu unternehmen etwas zu ändern.Wenn Du die Notwendigkeit erkannt hättest.
Aber nichts habt Ihr unternommen.Bis zum Schluss.
Und mein Menschenverstand hat mir Anfang der 80er gesagt: Junge, in diesem Land hast du verkackt,die lassen dich wegen Sippenhaft hier nicht mehr mitmachen, sieh zu wie du hier raus kommst.



Ich sagte ja schon, denke wie Du willst. Warum fällt mir gerade das Geschwafel von manchem Westdeutschen ein, der vollmundig behauptet, ER hätte das nicht mitgemacht, in der DDR, wenn er hier aufgewachsen wäre. Solche glauben das auch wirklich selbst ?



Küchenbulle 79, schulzi und Krepp haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#48

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 09:53
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #47
[

................. Warum fällt mir gerade das Geschwafel von manchem Westdeutschen ein, ......................... ?


Das weiß ich auch nicht, ich nehme an Du möchtest etwas abschweifen.


nach oben springen

#49

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 10:09
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Na dann schweifen wir doch ganz einfach wieder zurück zum Honecker - Besuch in der Bundesrepublik.

Das im Zusammenhang mit diesem Besuch ab einer ganz bestimmten Ebene die Geraer Forderungen in der Diskussion eine Rolle gespielt haben, kann ich mir gut vorstellen. Aber eben nur vorstellen. Wissen kann ich es nicht.

Es wird wahrscheinlich in den Grundorganisationen der SED der bewaffneten Organe anders diskutirt worden sein , als in den Grundorganisationen von Betrieben, wo die SED - Mitglieder auf den normalen Arbeiter getroffen sind, der sich nicht mit Phrasen und politischen Maximalforderungen an die Bundesrepublik abspeisen lies.

Es ist ja auch schon lange her. Und die Erinnerungen an das Ereignis sind wahrscheinlich verblasst. Vielleicht auch deswegen, weil es keine Bedeutung im Alltag hatte? Oder dieser Besuch von Honecker in der Bundesrepublik ganz schnell abgehakt werden musste?

LG von der grenzgaengerin

EDIT Schreibfehler, letzte Frage


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.09.2013 11:05 | nach oben springen

#50

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 16:15
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Geraer Forderungen?
Wen haben die denn interessiert, außer die SED Bonzen?
Die DDR hing schon längst an der Droge D-Mark. Da gab es nicht mehr viel zu fordern, eventuell nur noch zu bieten, Abbau Selbstschussanlagen und Reiseerleichterungen für Bundes- und DDR Bürger,Häftlingsfreikäufe, das waren die Pfründe mit denen die DDR wuchern konnte.
Oder wurde auch nur eine der Forderungen aus Gera von der Bundesrepublik erfüllt?
Nachdem Honecker heim kam hat er ja erstmal versucht gegen diese renitenten Umweltschutz bewegten vorzugehen, die die Frechheit besaßen sich in dem relativ sicheren Raum der Kirche einzunisten.


Kimble und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#51

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 18:45
von Gert | 12.357 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


[] Nun,ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder[/lila] und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.




rot mark
@DoreHolm das ist aber eine Aussage, die ich auf meine Weise interessant finde. Habt ihr 40 Jahre frei nach dem Märchen" des Kaisers neue Kleider " argumentiert ? Ich habe schon immer am Rande des Lachanfalls gestanden, auch als ich noch in der DDR wohnte, wenn die Apparatschik, sprich SED Genossen, ihre vorgestanzten Satzbausteine, ihre auswendig gelernten Parolen unters Volk brachten. Man konnte ihnen mit etwas Menschenkenntnis sogar ansehen, ob sie das Parteichinesisch, welches sie gerade verkündeten, selbst glaubten oder nicht.
Das gesprochene Wort kann man hören, wenn aber die Körpersprache dazu nicht synchron läuft, und das sieht man den Meisten an, die Dinge verkünden hinter denen sie nicht stehen, dann ist der "Demagoge " schnell entlarvt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Kimble hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#52

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 18:56
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #51
Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


[] Nun,ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder[/lila] und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.




rot mark
@DoreHolm das ist aber eine Aussage, die ich auf meine Weise interessant finde. Habt ihr 40 Jahre frei nach dem Märchen" des Kaisers neue Kleider " argumentiert ? Ich habe schon immer am Rande des Lachanfalls gestanden, auch als ich noch in der DDR wohnte, wenn die Apparatschik, sprich SED Genossen, ihre vorgestanzten Satzbausteine, ihre auswendig gelernten Parolen unters Volk brachten. Man konnte ihnen mit etwas Menschenkenntnis sogar ansehen, ob sie das Parteichinesisch, welches sie gerade verkündeten, selbst glaubten oder nicht.
Das gesprochene Wort kann man hören, wenn aber die Körpersprache dazu nicht synchron läuft, und das sieht man den Meisten an, die Dinge verkünden hinter denen sie nicht stehen, dann ist der "Demagoge " schnell entlarvt.



Hallo Gert
Da sprichst du mir aus den Herzen . Aber man darf doch einen DoreHolm nicht kritisieren denn das gibt Ärger .
Gruß linamax


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#53

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 19:54
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #51
Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


[] Nun,ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder[/lila] und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.




rot mark
@DoreHolm das ist aber eine Aussage, die ich auf meine Weise interessant finde. Habt ihr 40 Jahre frei nach dem Märchen" des Kaisers neue Kleider " argumentiert ? Ich habe schon immer am Rande des Lachanfalls gestanden, auch als ich noch in der DDR wohnte, wenn die Apparatschik, sprich SED Genossen, ihre vorgestanzten Satzbausteine, ihre auswendig gelernten Parolen unters Volk brachten. Man konnte ihnen mit etwas Menschenkenntnis sogar ansehen, ob sie das Parteichinesisch, welches sie gerade verkündeten, selbst glaubten oder nicht.
Das gesprochene Wort kann man hören, wenn aber die Körpersprache dazu nicht synchron läuft, und das sieht man den Meisten an, die Dinge verkünden hinter denen sie nicht stehen, dann ist der "Demagoge " schnell entlarvt.




Rot: Das waren m.E. nicht selten diese Typen, die 1945 ihr braunes Hemdchen ausgezogen und den roten Schlips umgebunden, jeden "Abweichler rundgemacht haben und 1989/90 zum schwarzen Schlips griffen. Worte und Taten, wenn das keine weitestgehende Einheit war. konnte man das über kurz oder lang durchschauen. Das sind Leute, die ich damals verachtete und es auch heute noch so halte. Wenn ich aus irgendeinem Grund meine Meinung zurückhalten mußte, habe ich lieber erst mal garnichts gesagt als etwas von mir zu geben, von dem ich nicht überzeugt war. Das kann man Feigheit nennen, wenn man nicht in der Situation war oder aber auch taktisches Verhalten für den günstigeren Augenblick.



Kurt, Gert und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#54

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 20:08
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #53


Rot: Das waren m.E. nicht selten diese Typen, die 1945 ihr braunes Hemdchen ausgezogen und den roten Schlips umgebunden, jeden "Abweichler rundgemacht haben und 1989/90 zum schwarzen Schlips griffen. Worte und Taten, wenn das keine weitestgehende Einheit war. konnte man das über kurz oder lang durchschauen. Das sind Leute, die ich damals verachtete und es auch heute noch so halte. Wenn ich aus irgendeinem Grund meine Meinung zurückhalten mußte, habe ich lieber erst mal garnichts gesagt als etwas von mir zu geben, von dem ich nicht überzeugt war. Das kann man Feigheit nennen, wenn man nicht in der Situation war oder aber auch taktisches Verhalten für den günstigeren Augenblick.


Höre ich hier eine versteckte Kritik an einem gerade verstorbenen Schriftsteller.
Aber hossa, den hat heute der Hubertusknabe im MDR kritiklos für sich vereinnahmt.
Meine Mutter kannte ihn schon zu seiner kommunistischen Zeit,sie war Biblothekarin in BUNA.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#55

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 20:16
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #52
Zitat von Gert im Beitrag #51
Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


[] Nun,ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder[/lila] und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.




rot mark
@DoreHolm das ist aber eine Aussage, die ich auf meine Weise interessant finde. Habt ihr 40 Jahre frei nach dem Märchen" des Kaisers neue Kleider " argumentiert ? Ich habe schon immer am Rande des Lachanfalls gestanden, auch als ich noch in der DDR wohnte, wenn die Apparatschik, sprich SED Genossen, ihre vorgestanzten Satzbausteine, ihre auswendig gelernten Parolen unters Volk brachten. Man konnte ihnen mit etwas Menschenkenntnis sogar ansehen, ob sie das Parteichinesisch, welches sie gerade verkündeten, selbst glaubten oder nicht.
Das gesprochene Wort kann man hören, wenn aber die Körpersprache dazu nicht synchron läuft, und das sieht man den Meisten an, die Dinge verkünden hinter denen sie nicht stehen, dann ist der "Demagoge " schnell entlarvt.



Hallo Gert
Da sprichst du mir aus den Herzen . Aber man darf doch einen DoreHolm nicht kritisieren denn das gibt Ärger .
Gruß linamax


Pink Panther: Na, darauf kannst Du Dich aber verlassen. Ich gehe gleich in meinen Laborkeller und mixe für Dich etwas ganz Besonderes, was ich Dir dann durch die Fensterritze in Dein Schlafzimmer puste



nach oben springen

#56

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 20:21
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #54
Zitat von DoreHolm im Beitrag #53


Rot: Das waren m.E. nicht selten diese Typen, die 1945 ihr braunes Hemdchen ausgezogen und den roten Schlips umgebunden, jeden "Abweichler rundgemacht haben und 1989/90 zum schwarzen Schlips griffen. Worte und Taten, wenn das keine weitestgehende Einheit war. konnte man das über kurz oder lang durchschauen. Das sind Leute, die ich damals verachtete und es auch heute noch so halte. Wenn ich aus irgendeinem Grund meine Meinung zurückhalten mußte, habe ich lieber erst mal garnichts gesagt als etwas von mir zu geben, von dem ich nicht überzeugt war. Das kann man Feigheit nennen, wenn man nicht in der Situation war oder aber auch taktisches Verhalten für den günstigeren Augenblick.


Höre ich hier eine versteckte Kritik an einem gerade verstorbenen Schriftsteller.
Aber hossa, den hat heute der Hubertusknabe im MDR kritiklos für sich vereinnahmt.
Meine Mutter kannte ihn schon zu seiner kommunistischen Zeit,sie war Biblothekarin in BUNA.




Den meinte ich sicher nicht direkt, aber wenn er so einer war, dann trifft es eben für ihn auch zu. Wer war denn das, daß in der H.K. sogar für seine Zwecke einspannen konnte ?



nach oben springen

#57

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 20:39
von Graywolf1958 | 34 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #53
Zitat von Gert im Beitrag #51
Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


[] Nun,ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder[/lila] und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.




rot mark
@DoreHolm das ist aber eine Aussage, die ich auf meine Weise interessant finde. Habt ihr 40 Jahre frei nach dem Märchen" des Kaisers neue Kleider " argumentiert ? Ich habe schon immer am Rande des Lachanfalls gestanden, auch als ich noch in der DDR wohnte, wenn die Apparatschik, sprich SED Genossen, ihre vorgestanzten Satzbausteine, ihre auswendig gelernten Parolen unters Volk brachten. Man konnte ihnen mit etwas Menschenkenntnis sogar ansehen, ob sie das Parteichinesisch, welches sie gerade verkündeten, selbst glaubten oder nicht.
Das gesprochene Wort kann man hören, wenn aber die Körpersprache dazu nicht synchron läuft, und das sieht man den Meisten an, die Dinge verkünden hinter denen sie nicht stehen, dann ist der "Demagoge " schnell entlarvt.




Rot: Das waren m.E. nicht selten diese Typen, die 1945 ihr braunes Hemdchen ausgezogen und den roten Schlips umgebunden, jeden "Abweichler rundgemacht haben und 1989/90 zum schwarzen Schlips griffen. Worte und Taten, wenn das keine weitestgehende Einheit war. konnte man das über kurz oder lang durchschauen. Das sind Leute, die ich damals verachtete und es auch heute noch so halte. Wenn ich aus irgendeinem Grund meine Meinung zurückhalten mußte, habe ich lieber erst mal garnichts gesagt als etwas von mir zu geben, von dem ich nicht überzeugt war. Das kann man Feigheit nennen, wenn man nicht in der Situation war oder aber auch taktisches Verhalten für den günstigeren Augenblick.


Zitat
Graywolf:
Also ich glaube so einfach kann man die ganze Sache nicht abtun. Ich war betsimmt kein strammer Parteibonze. War aber bis kurz vor der Wende von der Richtigkeit der Grundidee überzeugt. Ohne Wenn und aber. Zum anderen das kam hier auch schon zum Ausdruck war ich Militär. Als Offizier habe ich einen Fahneneid und mit meiner Ernennung zum Leutnant ein Gelöbnis geschworen! Für mich waren das nicht nur irgendein gefasel... (Ich Erinnere mich an den Ausspruchs eines Feldmarschals der da sagte: "Offiziere Meutern nicht....") Ja und wie es nun Ausserhalb unserer Kasernen aussah erfuhr ich bis 1987 aus der Aktuellen Kamera. Erst mit mein Fernstudium an der TU Dresden bin ich mit Widersprüchen unserer Aergumentationen und der Wirklichkeit konfrontiert worden. Meine Reaktion darauf innerhalb unserer Parteiorganisation brachte mir eine "Strenge Rüge" ein. Die war das letzte Mittel vor den Ausschluß und der würde das Ende meiner Militärkarriere bedeuten. Ich war aber Offizier mit Leib und seele und konnte mir zum damaligen Zeitpunkt kein anderes Leben vorstellen! So habe ich einen Kübel Asche über mein Haupt ausgeschüttet und meine Meinung für mich behalten bzw. im engsten Freundeskreis dikutiert. Die Option zum Verlassen der DDR (und dazu hatte ich oft die Möglichkeit gehabt!) kam für mich nicht in Frage! Und ja Heute weis ich dass diese Haltung falsch und inkonsequennt war. Zu den Argument des Hemd- bzw. Schlipswechsler ... ich weiß nicht ob das immer so Einfach ist? Ich war 1990 so konsequent und habe unter anderen aus diesen Grund mein Dienst Quittiert. Ja und jetzt kann ich aus Gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten und muß von Harz IV leben. Wäre ich aber 1990 (als Gewerkschaftler könnte ich es) beim BGS geblieben wäre ich Heute Pensionär!!!!!!! Ich Denke jeder EURO hatt zwei Seiten.
Gruß Gray Wolf



Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#58

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 20:39
von Graywolf1958 | 34 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #53
Zitat von Gert im Beitrag #51
Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


[] Nun,ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder[/lila] und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.




rot mark
@DoreHolm das ist aber eine Aussage, die ich auf meine Weise interessant finde. Habt ihr 40 Jahre frei nach dem Märchen" des Kaisers neue Kleider " argumentiert ? Ich habe schon immer am Rande des Lachanfalls gestanden, auch als ich noch in der DDR wohnte, wenn die Apparatschik, sprich SED Genossen, ihre vorgestanzten Satzbausteine, ihre auswendig gelernten Parolen unters Volk brachten. Man konnte ihnen mit etwas Menschenkenntnis sogar ansehen, ob sie das Parteichinesisch, welches sie gerade verkündeten, selbst glaubten oder nicht.
Das gesprochene Wort kann man hören, wenn aber die Körpersprache dazu nicht synchron läuft, und das sieht man den Meisten an, die Dinge verkünden hinter denen sie nicht stehen, dann ist der "Demagoge " schnell entlarvt.




Rot: Das waren m.E. nicht selten diese Typen, die 1945 ihr braunes Hemdchen ausgezogen und den roten Schlips umgebunden, jeden "Abweichler rundgemacht haben und 1989/90 zum schwarzen Schlips griffen. Worte und Taten, wenn das keine weitestgehende Einheit war. konnte man das über kurz oder lang durchschauen. Das sind Leute, die ich damals verachtete und es auch heute noch so halte. Wenn ich aus irgendeinem Grund meine Meinung zurückhalten mußte, habe ich lieber erst mal garnichts gesagt als etwas von mir zu geben, von dem ich nicht überzeugt war. Das kann man Feigheit nennen, wenn man nicht in der Situation war oder aber auch taktisches Verhalten für den günstigeren Augenblick.



nach oben springen

#59

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 21:06
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Graywolf1958 im Beitrag #57
Zitat von DoreHolm im Beitrag #53
[quote=Gert|p288415][quote=DoreHolm|p288316][quote=schnatterinchen|p288310][quote=DoreHolm|p288246]


[quote]Graywolf:
Also ich glaube so einfach kann man die ganze Sache nicht abtun. Ich war betsimmt kein strammer Parteibonze. War aber bis kurz vor der Wende von der Richtigkeit der Grundidee überzeugt. Ohne Wenn und aber. Zum anderen das kam hier auch schon zum Ausdruck war ich Militär. Als Offizier habe ich einen Fahneneid und mit meiner Ernennung zum Leutnant ein Gelöbnis geschworen! Für mich waren das nicht nur irgendein gefasel... (Ich Erinnere mich an den Ausspruchs eines Feldmarschals der da sagte: "Offiziere Meutern nicht....") Ja und wie es nun Ausserhalb unserer Kasernen aussah erfuhr ich bis 1987 aus der Aktuellen Kamera. Erst mit mein Fernstudium an der TU Dresden bin ich mit Widersprüchen unserer Aergumentationen und der Wirklichkeit konfrontiert worden. Meine Reaktion darauf innerhalb unserer Parteiorganisation brachte mir eine "Strenge Rüge" ein. Die war das letzte Mittel vor den Ausschluß und der würde das Ende meiner Militärkarriere bedeuten. Ich war aber Offizier mit Leib und seele und konnte mir zum damaligen Zeitpunkt kein anderes Leben vorstellen! So habe ich einen Kübel Asche über mein Haupt ausgeschüttet und meine Meinung für mich behalten bzw. im engsten Freundeskreis dikutiert. Die Option zum Verlassen der DDR (und dazu hatte ich oft die Möglichkeit gehabt!) kam für mich nicht in Frage! Und ja Heute weis ich dass diese Haltung falsch und inkonsequennt war. Zu den Argument des Hemd- bzw. Schlipswechsler ... ich weiß nicht ob das immer so Einfach ist? Ich war 1990 so konsequent und habe unter anderen aus diesen Grund mein Dienst Quittiert. Ja und jetzt kann ich aus Gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten und muß von Harz IV leben. Wäre ich aber 1990 (als Gewerkschaftler könnte ich es) beim BGS geblieben wäre ich Heute Pensionär!!!!!!! Ich Denke jeder EURO hatt zwei Seiten.
Gruß Gray Wolf



Danke für deinen Beitrag! Obwohl ich die Nummer mit dem Fahneneid wohl nie verstehen werde. Spätestens wenn die Sache aus dem wie auch immer gearteten Ruder läuft, würde ich auf den Fahneneid pfeifen und ihn als nicht mehr existent ansehen. Ist aber nur meine Meinung.


Intellektuelle spielen Telecaster
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.09.2013 21:18 | nach oben springen

#60

RE: Ein Sargnagel für die DDR

in DDR Staat und Regime 13.09.2013 22:21
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Zitat von Graywolf1958 im Beitrag #57
Zitat von DoreHolm im Beitrag #53
Zitat von Gert im Beitrag #51
Zitat von DoreHolm im Beitrag #45
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #44
Zitat von DoreHolm im Beitrag #37


[] Nun,ich würde nicht so von "blindem Parteigehorsam" sprechen. Denken konnte jeder[/lila] und jeder hatte auch seine ganz eigene Meinung von den Dingen. Was aber Tatsache war, daß man seine eigenen Ansichten zu oft zugunsten der "Sache" hintenan gestellt hat. "Das mußt Du politisch sehen", waren oft die Argumente der politischen Leiter, wenn sie keine vernünftigere Antwort auf unangenehme Fragen wußten.




Tja @DoreHolm , ich würde sowas kollektive Amnesie nennen.
Graywolf hat es ja schon deutlich geschrieben.Die Partei wart Ihr und nicht Eure Bonzen im Politbüro.
Ihr habt Euch hinter denen versteckt und Euren eigenen Menschenverstand zu oft abgeschaltet und abgenickt.


Schnattchen, wenn Du das so genau weißt und hier einen pauschalen Rundumschlag verteilst, mußt Du ja auch in der Partei gewesen sein ud nicht nur als einfaches kleines Mitglied, sondern schon etwas gehobener und erlebt haben, was da alles kontrovers diskutiert wurde. Und wo wären dann Dein Menschenverstand geblieben, Dein Widerstand, Deine Aufmüpfigkeit ? Einem jungen Genossen,der austreten wollte, weil er mit Verschiedenem nicht einverstanden war, habe ich mal gesagt, daß er mit einem Austritt überhaupt nichts mehr beeinflussen kann. Nur wenn er drin bleibt, hat er eine, zwar sehr kleine, aber doch eine Möglichkeit, etwas zu verändern. Es steht auf einem anderen Blatt, daß nicht mal hauptamtliche SED-Funktionäre etwas verändern konnten, wenn sie es wollte. Also, Du kannst zwar eine Meinung zu Vorgängen innerhalb der SED haben, aber Du kannst Dir sicher auch denken, wie ich über Leute denke, die was daherreden, ohne wirklich Ahnung davon zu haben.




rot mark
@DoreHolm das ist aber eine Aussage, die ich auf meine Weise interessant finde. Habt ihr 40 Jahre frei nach dem Märchen" des Kaisers neue Kleider " argumentiert ? Ich habe schon immer am Rande des Lachanfalls gestanden, auch als ich noch in der DDR wohnte, wenn die Apparatschik, sprich SED Genossen, ihre vorgestanzten Satzbausteine, ihre auswendig gelernten Parolen unters Volk brachten. Man konnte ihnen mit etwas Menschenkenntnis sogar ansehen, ob sie das Parteichinesisch, welches sie gerade verkündeten, selbst glaubten oder nicht.
Das gesprochene Wort kann man hören, wenn aber die Körpersprache dazu nicht synchron läuft, und das sieht man den Meisten an, die Dinge verkünden hinter denen sie nicht stehen, dann ist der "Demagoge " schnell entlarvt.




Rot: Das waren m.E. nicht selten diese Typen, die 1945 ihr braunes Hemdchen ausgezogen und den roten Schlips umgebunden, jeden "Abweichler rundgemacht haben und 1989/90 zum schwarzen Schlips griffen. Worte und Taten, wenn das keine weitestgehende Einheit war. konnte man das über kurz oder lang durchschauen. Das sind Leute, die ich damals verachtete und es auch heute noch so halte. Wenn ich aus irgendeinem Grund meine Meinung zurückhalten mußte, habe ich lieber erst mal garnichts gesagt als etwas von mir zu geben, von dem ich nicht überzeugt war. Das kann man Feigheit nennen, wenn man nicht in der Situation war oder aber auch taktisches Verhalten für den günstigeren Augenblick.


Zitat
Graywolf:
Also ich glaube so einfach kann man die ganze Sache nicht abtun. Ich war betsimmt kein strammer Parteibonze. War aber bis kurz vor der Wende von der Richtigkeit der Grundidee überzeugt. Ohne Wenn und aber. Zum anderen das kam hier auch schon zum Ausdruck war ich Militär. Als Offizier habe ich einen Fahneneid und mit meiner Ernennung zum Leutnant ein Gelöbnis geschworen! Für mich waren das nicht nur irgendein gefasel... (Ich Erinnere mich an den Ausspruchs eines Feldmarschals der da sagte: "Offiziere Meutern nicht....") Ja und wie es nun Ausserhalb unserer Kasernen aussah erfuhr ich bis 1987 aus der Aktuellen Kamera. Erst mit mein Fernstudium an der TU Dresden bin ich mit Widersprüchen unserer Aergumentationen und der Wirklichkeit konfrontiert worden. Meine Reaktion darauf innerhalb unserer Parteiorganisation brachte mir eine "Strenge Rüge" ein. Die war das letzte Mittel vor den Ausschluß und der würde das Ende meiner Militärkarriere bedeuten. Ich war aber Offizier mit Leib und seele und konnte mir zum damaligen Zeitpunkt kein anderes Leben vorstellen! So habe ich einen Kübel Asche über mein Haupt ausgeschüttet und meine Meinung für mich behalten bzw. im engsten Freundeskreis dikutiert. Die Option zum Verlassen der DDR (und dazu hatte ich oft die Möglichkeit gehabt!) kam für mich nicht in Frage! Und ja Heute weis ich dass diese Haltung falsch und inkonsequennt war. Zu den Argument des Hemd- bzw. Schlipswechsler ... ich weiß nicht ob das immer so Einfach ist? Ich war 1990 so konsequent und habe unter anderen aus diesen Grund mein Dienst Quittiert. Ja und jetzt kann ich aus Gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten und muß von Harz IV leben. Wäre ich aber 1990 (als Gewerkschaftler könnte ich es) beim BGS geblieben wäre ich Heute Pensionär!!!!!!! Ich Denke jeder EURO hatt zwei Seiten.
Gruß Gray Wolf



Rot: Mein Hobbyfreund, damals Offizier (Oltn, kurz vor der Entlassung 1990 zum Major befördert) war für die Kulturarbeit am Standort Erfurt zuständig. Er sagte mal zu mir, daß er durch den Kontakt zu mir erst mal einige Hintergründe erfährt, wie es draußen, in der Industrie, aussieht. Einmal meinte er, daß er von bestimmten Leuten gebeten wurde, die Kontakte zu mir nicht zu eng zu gestalten. Hintergrund wird wohl gewesen sein, daß ich damals ausgedehnte Tausch-Kontakte zu Hobbyfreunden in der BRD, Österreich, Schweiz u. den USA hatte.



nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
"Spiegel", 4,40 € - Ist Information und Bildung in Deutschland noch bezahlbar?
Erstellt im Forum Themen vom Tage von
75 30.12.2014 17:32goto
von StabsfeldKoenig • Zugriffe: 2069
7.Mai 1989, Tag des Wahlbetruges in der DDR
Erstellt im Forum DDR Politik Presse von Gert
75 19.06.2014 11:01goto
von Hackel39 • Zugriffe: 6104

Besucher
16 Mitglieder und 51 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 3486 Gäste und 185 Mitglieder, gestern 3638 Gäste und 176 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558730 Beiträge.

Heute waren 185 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen