#61

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 10:56
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Diese Herrschaften machen das Ganze etwas spielerischer:

http://www.youtube.com/watch?v=p3-ogDa9q64


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#62

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 11:22
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #59
Zitat von Pit 59 im Beitrag #55
Versammlungsgesetz (Deutschland)

Auszug :

Verboten ist ferner das Tragen von Waffen und von Uniformen oder Uniformteilen zur Darstellung einer politischen Gesinnung.

Was ist beim tragen der Uniform bei so einer Veranstalltung politische Gesinnung ,für mich ist und bleibt es eine Ehrung von gefallnen einer Bruderarmee auch wen beide nicht mehr bestehen.Zu Fragen der Uniformteile kann ich nur sagen ,dann müsste man jeden Müllmann das tragen der NVA-Gurdkoppel verbieten


...hatte die NVA an der Seite der Allierten, hier der Russen, im letzten Weltkrieg gekämpft ? Dann müsste ja die ganze Geschichte umgeschrieben werden !


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#63

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 11:28
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #61
Diese Herrschaften machen das Ganze etwas spielerischer:

http://www.youtube.com/watch?v=p3-ogDa9q64



was ist das denn für eine Karnevalsumzug ? Nicht mal die deutsche Flagge ist richtig gezeigt. Fehlt nur noch, dass sie Kamelle (für Nichtrheinländer = Bonbons) vom Wagen werfen, dann ist er komplett, der Umzug.


.
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#64

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 11:30
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Den Bereitstellungsraum erreichen sie jedenfalls in Normzeit.


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#65

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 11:34
von Pit 59 | 10.123 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #61
Diese Herrschaften machen das Ganze etwas spielerischer:

http://www.youtube.com/watch?v=p3-ogDa9q64


Hat der das Recht,mich mit meinem Fahrzeug Anzuhalten ? ,oder den Verkehr zu regeln ? Ich denke mal Nein.


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#66

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 11:39
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Natürlich nicht. Jedenfalls nicht "als Polizist". Als Helfer einer Kolonne kann er natürlich wie jeder Mensch einweisen und helfen, nur nicht amtlich. Das Fähnchenschwenken klappt ja auch noch nicht so richtig regulierermäßig.


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#67

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 11:51
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #62
...hatte die NVA an der Seite der Allierten, hier der Russen, im letzten Weltkrieg gekämpft ? Dann müsste ja die ganze Geschichte umgeschrieben werden !
...


Nun, darum geht es sachlich wie politisch doch nicht.
Sachlich ist es einfach. Man unterstellt mit dem Aufzug am Treptower eine politische Ansicht oder die Demonstration einer politischen Meinung in Form einer Versammlung ganz allgemein und da ist das Tragen von Uniformen oder Dingen, die einer Uniform gleichkommen, ohne behördliche Genehmigung verboten.
Gleiches gilt für Waffen oder Gegenstände, die einer Waffe gleichkommen.
Die Frage ist, ob es eine behördliche Genehmigung gab und was diese Genehmigung umfasste.
Die Frage ist auch, ob die Gedenkstätte am Treptower Park öffentliches Gelände im rechtlichen Sinne ist oder nur Privatgelände. Denn da gibt es meines Wissens gewisse Details.

Politisch gesehen ist es halt so, dass die gegenwärtige Politik so ihre Problemchen mit dem Anteil der Roten Armee an der Niederlage der Nazis damals hat. Am liebsten wäre es der gegenwärtigen Politik, es würde niemand die Rote Armee oder die Russen dabei überhaupt erwähnen. Und schon gar nicht die Tatsache, dass es eben nicht nur eine, maximal zwei Seiten waren, die damals mit Verbrechen mehr oder weniger eben nicht glänzten. Oder gar positive Anteile an der Niederlage hatten. Am liebsten wäre es der Politik, es gabe nur so ein bisschen eingezäuntes Veranstalterli im Bendlerblock und ansonsten großzügiges Vergessen. Da fühlte sich garantiert so mancher kalte Krieger vom weißen Stern von jenen des roten Sternes kräftig blamiert und brüskiert. Schließlich hat die offizielle Politik so fast gar nichts öffentlich Wahrnehmbares zu diesem historischen Ereignis produziert.
Und ausgerechnet die roten Krieger der ehemaligen NVA trauen sich dann, dort der Gefallenen eines ihrer ehemals Alliierten mehr oder (rechtlich) weniger aber sehr öffentlichkeitswirksam zu gedenken. Genausogut hätte ich mir früher trauen dürfen, den Amis außerhalb der öffentlichen Feierzeiten in Torgau einen Kranz hinzulegen...
Nur wird man dafür heutzutage eben nicht mehr so direkt eingebuchtet. So "einfach" ist die heutige Politik eben nicht.
Da findet sich eben ein passender Anlaß und so richtig schwergemacht haben es die Akteure der Judikative dabei nicht. Vielleicht nicht.
Ist aber nur meine ganz private Meinung.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#68

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 11:56
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Zitat
Politisch gesehen ist es halt so, dass die gegenwärtige Politik so ihre Problemchen mit dem Anteil der Roten Armee an der Niederlage der Nazis damals hat. Am liebsten wäre es der gegenwärtigen Politik, es würde niemand die Rote Armee oder die Russen dabei überhaupt erwähnen.



Das stimmt einfach nicht. Die heutige Bundesrepublik hat sich sogar vertraglich verpflichtet, die sowjetischen Denkmäler zu erhalten und zu pflegen. Und das wird auch gemacht. Vom Bund, nicht von den Ländern. Es gehört zum Abzugsvertrag mit Russland.


zuletzt bearbeitet 08.09.2013 11:58 | nach oben springen

#69

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 12:00
von S51 | 3.733 Beiträge

Jawohl, macht sie auch. So sie sie nicht abmontiert und eingemottet hat. Aber doch bitte still, leise.
Das sind nun allerdings zwei verschiedene Dinge. Einmal vertragliche Regelungen aber öffentliches Gedenken gibt es seitens offizieller Stellen so gut wie nicht.


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#70

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 12:00
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #65
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #61
Diese Herrschaften machen das Ganze etwas spielerischer:

http://www.youtube.com/watch?v=p3-ogDa9q64


Hat der das Recht,mich mit meinem Fahrzeug Anzuhalten ? ,oder den Verkehr zu regeln ? Ich denke mal Nein.


Der Verkehrshelfer - ich bin mal so frei und bezeichne den Herr so - darf das nicht. Aber dies

Zitat
in der Regel ehrenamtlich in bestimmten Verkehrssituationen den Verkehrsteilnehmern helfend zur Seite stehen

darf er.


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#71

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 15:02
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #67
Zitat von Gert im Beitrag #62
...hatte die NVA an der Seite der Allierten, hier der Russen, im letzten Weltkrieg gekämpft ? Dann müsste ja die ganze Geschichte umgeschrieben werden !
...


Nun, darum geht es sachlich wie politisch doch nicht.
Sachlich ist es einfach. Man unterstellt mit dem Aufzug am Treptower eine politische Ansicht oder die Demonstration einer politischen Meinung in Form einer Versammlung ganz allgemein und da ist das Tragen von Uniformen oder Dingen, die einer Uniform gleichkommen, ohne behördliche Genehmigung verboten.
Gleiches gilt für Waffen oder Gegenstände, die einer Waffe gleichkommen.
Die Frage ist, ob es eine behördliche Genehmigung gab und was diese Genehmigung umfasste.
Die Frage ist auch, ob die Gedenkstätte am Treptower Park öffentliches Gelände im rechtlichen Sinne ist oder nur Privatgelände. Denn da gibt es meines Wissens gewisse Details.

Politisch gesehen ist es halt so, dass die gegenwärtige Politik so ihre Problemchen mit dem Anteil der Roten Armee an der Niederlage der Nazis damals hat. Am liebsten wäre es der gegenwärtigen Politik, es würde niemand die Rote Armee oder die Russen dabei überhaupt erwähnen. Und schon gar nicht die Tatsache, dass es eben nicht nur eine, maximal zwei Seiten waren, die damals mit Verbrechen mehr oder weniger eben nicht glänzten. Oder gar positive Anteile an der Niederlage hatten. Am liebsten wäre es der Politik, es gabe nur so ein bisschen eingezäuntes Veranstalterli im Bendlerblock und ansonsten großzügiges Vergessen. Da fühlte sich garantiert so mancher kalte Krieger vom weißen Stern von jenen des roten Sternes kräftig blamiert und brüskiert. Schließlich hat die offizielle Politik so fast gar nichts öffentlich Wahrnehmbares zu diesem historischen Ereignis produziert.
Und ausgerechnet die roten Krieger der ehemaligen NVA trauen sich dann, dort der Gefallenen eines ihrer ehemals Alliierten mehr oder (rechtlich) weniger aber sehr öffentlichkeitswirksam zu gedenken. Genausogut hätte ich mir früher trauen dürfen, den Amis außerhalb der öffentlichen Feierzeiten in Torgau einen Kranz hinzulegen...
Nur wird man dafür heutzutage eben nicht mehr so direkt eingebuchtet. So "einfach" ist die heutige Politik eben nicht.
Da findet sich eben ein passender Anlaß und so richtig schwergemacht haben es die Akteure der Judikative dabei nicht. Vielleicht nicht.
Ist aber nur meine ganz private Meinung.


rot mark
@S51 das ist auch in meinem Sinne, dass dieses Thema nun mal ruhen sollte. Ich gehöre der 1.Generation an, die der Generation der am Krieg Beteiligten folgte. Wir hatten die ganze Misere auszubaden, nach den materiellen Schäden, Hunger usw.kam hinzu Jahrzehnte im Büßergewand herumlaufen, ständig um Entschuldigung und Verzeihung bittend und das nicht nur bei den Russen, sondern auch bei Juden, Polen, Tschechen, Griechen, Jugoslawen, Norweger, Dänen, Franzosen, Holländer usw. Damit muss nun mal Schluss sein, zumal die Tätergeneration nahezu ausgestorben ist.
Obendrein hatte ich das "Pech", Eltern anzugehören, die auf ihrem Weg durch D leider 60 km zu weit nach Osten abgedriftet sind.
So fand ich mich in der sowjetischen Besatzungszone wieder. Ich habe mal gerade angestrengt nachgedacht, ob ich an den Russen und ihrer Besatzungspolitk etwas Gutes finde. Nein, da gibt es nichts, für mich nur Nachteile in meiner Lebensentwicklung.
Daher unterstütze ich jede Entscheidung, die Erinnerung an diese Besatzungsmacht vergessen zu machen. Was sie in Russland machen ist mir gleichgültig aber hier bitte nichts mehr, was über die vertraglichen Verpflichtungen aus dem 2+4 Vertrag hinaus geht. Das ist meine ganz persönliche Einstellung zu diesem Thema.


.
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#72

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 15:22
von S51 | 3.733 Beiträge

Es soll doch jeder nach seiner Fasson...
Und doch, es ist nun mal Geschichtsklitterei, die so betrieben wird.
Gerade, wenn ich mir anschaue, an welchen Kriegen unser Land seit der Wende in der einen oder anderen Form beteiligt war oder ist. Wenn ich so ganz für mich zur Kenntnis nehme, das da all die höchst moralischen Grundsätze entweder der Propaganda oder ganz still und heimlich geopfert werden. Das der Grundsatz von Clausewitz heute wieder ganz pur aktuell ist und nichts, aber auch gar nichts daran etwas zu ändern scheint. Dann meine ich, dass dieses Erinnern notwendig ist.
Es tut weh, es provoziert aber es bremst eben auch ein ganz kleines bisschen.
Weil es mögliche Folgen vor Augen führt.
Das ist so, wie wenn ich mich als Atheist und Jäger in eine Hubertusmesse setze und mir vom Pastor über die Rechte der Kreatur in´s Gewissen reden lasse.
Als Ex-Grenzer bin ich ungefähr so viel Militär, wie es eine professionelle Gefechtsschlampe eben sein kann. Habe nichts mit Appellen am Hut und mein Grinsen bei Befehlsempfängen hat noch jeden Vorgesetzten um die Fassung gebracht. Ich war und bin es gewohnt, oft allein und immer effektiv zu arbeiten. Doch denke ich, dass so mancher leidenschaftliche Krieger auch der Neuzeit so ein Gedenken bräuchte um darüber nachzudenken, wie grausam schief es eben auch gehen kann.


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zuletzt bearbeitet 08.09.2013 15:25 | nach oben springen

#73

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 21:06
von Schuddelkind | 3.505 Beiträge

Ein kurzes Statment meinerseits. Wenn man den Gefallenden der Sowjetarmee gedenken will, bitte schön. Wenn man dazu in Zivil erscheint gibt es gar nichts dran auszusetzen. Wenn man in Uniformen und Waffen ( auch Deko) dazu erscheint, ist es eine politische Demonstration. Dann braucht man auch nicht rumheulen, wenn die "Staatsmacht" zurückschlägt. Selbst schuld!


Intellektuelle spielen Telecaster
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zuletzt bearbeitet 08.09.2013 21:20 | nach oben springen

#74

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.09.2013 23:09
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #55
Versammlungsgesetz (Deutschland)

Auszug :

Verboten ist ferner das Tragen von Waffen und von Uniformen oder Uniformteilen zur Darstellung einer politischen Gesinnung.


Das zu beweisen dürfte schwer fallen.
Berufssoldat ist in erster Linie ein Beruf, selbst in der Wehrmacht war nicht jeder Offizier ein Nazi und in der NVA, sowie bei den GT, nicht jeder Offizier und Soldat ein Kommunist.
Ein fairer Richter sollte die Sache erkennen.
Allerdings, schauen wir den Fall Mollath an, welche Intrigen auch in der Justiz gesponnen werden können, da kann einem Angst und Bange werden.
Gefallenen Soldaten zu Ehren, die Deutschland und halb Europa von den Nazis befreit haben, aus dieser Ehrung den Ehrenden einen Strick zu drehn, obendrein einen politischen, ist unterste Schublade.
Das System zeigt hier sein wahres Gesicht, dass ist die Demokratie die sie meinen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#75

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.09.2013 11:17
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #73
Ein kurzes Statment meinerseits. Wenn man den Gefallenden der Sowjetarmee gedenken will, bitte schön. Wenn man dazu in Zivil erscheint gibt es gar nichts dran auszusetzen. Wenn man in Uniformen und Waffen ( auch Deko) dazu erscheint, ist es eine politische Demonstration. Dann braucht man auch nicht rumheulen, wenn die "Staatsmacht" zurückschlägt. Selbst schuld!


Na ja, alles ist relativ.
Mit der Begründung erscheint es auch schwer verständlich, wieso man in etwas mehr als einem Monat der Völkerschlacht bei Leipzig mit Gefechtsdarstellungen, Gottesdiensten und Feldlagern eben auch in Uniform gedenken sollte...und darf?
Oder dem D-Day in der Normandie dito in Uniform sowohl der Reenactors als auch der Veteranen...
Oder den Toten des amerikanischen Bürgerkrieges in Uniform, Schlachtendarstellungen und Gottesdiensten...

Hier war es einerseits, wie der Presse nicht unwesentlich wie auch den Bekundungen der Politik hierzu entnehmen war, politisch unerwünscht. Oder nicht genehm. Weil wir nun mal in einem Staat leben, der den Gegner, dessen dort gedacht wurde, nach wie vor als Feind sieht? An Niederlagen socher Art lieber nicht erinnert werden möchte vor allem angesichts der sich ja anbahnenden Niederlage in einem anderen modernen Krieg, an dem wir Beteiligte sind?
Andererseits, ganz nüchtern gesehen, hätte ich umgekehrt von den Veranstaltern einer solchen Aktion mehr rechtliche Vorraussicht erwartet.
A propos, wie ist das eigentlich mit der Gedenkstätte Treptower Park? Ist das rechtlich öffentliches Gelände? Oder könnte es sein, dass der Hausherr dort eine andere juristische Person (Staat) ist? Welche der Öffentlichkeit nur erlaubt, sich dort zu bewegen? Könnte es sein, das wir es hier gar nicht mit einer Offentlichkeit im rechtlichen Sinne zu tun haben? Das können aber nur jene mit der schwarzen Robe ordentlich beantworten. Bin ich nicht, ist nur meine ganz persönliche Meinung.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 09.09.2013 11:17 | nach oben springen

#76

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.09.2013 11:42
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #75
... A propos, wie ist das eigentlich mit der Gedenkstätte Treptower Park? Ist das rechtlich öffentliches Gelände? Oder könnte es sein, dass der Hausherr dort eine andere juristische Person (Staat) ist? Welche der Öffentlichkeit nur erlaubt, sich dort zu bewegen? Könnte es sein, das wir es hier gar nicht mit einer Offentlichkeit im rechtlichen Sinne zu tun haben? Das können aber nur jene mit der schwarzen Robe ordentlich beantworten. Bin ich nicht, ist nur meine ganz persönliche Meinung.

Hallo S51,

das Gelände gehört dem Land Berlin und wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt verwaltet. Gemäß der Verträge mit der Sowjetunion / Russland beteiligt sich der Bund durch "finanzielle Zuweisungen". Offiziell gehört die Anlage in Treptow zu den öffentlichen Friedhöfen und Begräbnisstätten. Zitat seitens der Senatsverwaltung: "Friedhöfe dienen der Bestattung der Verstorbenen und der Trauerbewältigung der Lebenden. Darüber hinaus werden sie als Orte der Ruhe, Erholung und Begegnung genutzt. Sie sind kulturelles Gedächtnis der Stadt und haben gleichzeitig besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Stadtklima." Und zu den drei sowjetischen Ehrenmalen: "Die Anlagen bilden wegen ihrer monumentalen Formensprache bedeutende materielle Zeugen des Kriegsendes, die bewahrt und geehrt werden müssen. Auch heute noch finden hier Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen für die sowjetischen Opfer des Krieges statt."

Quelle: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/um...ten/index.shtml

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#77

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.09.2013 13:17
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Vielleicht hätte man sich einfach auch vor dem Ehren-Aufmarsch fragen sollen ob das nun wirklich unbedingt in der Form sein muss, oder ob es eventuell doch bisschen dick aufgetragen herüberkommt?
Die ganze Sache kommt mir etwas vor wie der Sturm im Wasserglas, die Ursache wie die Reaktion darauf, eigentlich haben wir ja alle ganz andere, dringendere Probleme zu bewältigen.


zuletzt bearbeitet 09.09.2013 13:17 | nach oben springen

#78

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.09.2013 13:35
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Jeder mag seinen persönlichen Geschmack haben und es steht jedem frei, eine Gegendemonstration zu machen.

Aber der Kern der Sache bleibt:
- Wurden verbotene Abzeichen oder Uniformen zur Schau gestellt? - Nein
- Wurden Waffen oder waffenähnliche Gegenstände mitgeführt? - "Ist in Klärung"
- Ist diese Form der Ehrung rechtlich verboten? - Nein

Aus den Zeiten, da die AMOK-Demos noch größer und kreativ waren, weiß ich, dass da auch "Waffen und waffenähnliche Gegenstände" mitgeführt wurden, die, laut Anmeldung, Polizeiabsprache und Demoauflagen, zum Zwecke der Parodie und Satire gezeigt werden durften (AMOK = "Das Antimilitaristische Oberjubelkomitee" - Motto der Demos: "Das Volk lacht das Militär aus").

Also grundsätzlich kann da kein Problem bestehen. Wie S51 schon richtig schrieb, obliegt es nun der Prüfung durch die Justiz, ob das alles gemäß der Anmeldung geschehen ist, ob es Absprachen, Auflagen etc. gegeben hat. Das Bild, das sich mir bisher dazu gebildet hat, zeigt mir, dass hier eine Gesetzesformalie herhalten soll, um die Veranstaltung nach "Recht und Gesetz" zu verurteilen. Nun ja, Al Capone war wegen Steuerhinterziehung hinter Gittern. Die Methode ist nicht neu. Nur im Gegensatz der beiden Vorgänge war Al Capone ein erwiesener Verbrecher, dem man versuchte, irgendwie beizukommen, während hier Leute, die nach Erhebung der Vorwürfe Ordnungswidrigkeiten begangen haben können, wie Verbrecher behandelt werden. Im übrigen - kein Vorwurf an die Polizei. Wenn der Verdacht besteht, dass Waffen im Spiel sind, ist der Schutz der Beamten zu respektieren. Die Frage ist, wer gab die Initialen Weisungen mit welcher Maßgabe aus. Das ist der Ansatz meiner Kritik nach meiner bisherigen Wahrnehmung.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#79

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.09.2013 16:55
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainman2 im Beitrag #78

Jeder mag seinen persönlichen Geschmack haben und es steht jedem frei, eine Gegendemonstration zu machen.



Ich mag mir keine Gegendemonstration am Ehrenmal im Treptower Park vorstellen. Obwohl ich bei dem Satz schmunzeln musste. Ich habe mir nämlich vorgestellt, wie auf der einen Seite der Traditionsverein in voller Pracht aufmaschiert und auf der anderen Seite die "Alt" - FDJ-ler verschämt ihr Blauhemd unter einem Kashmirpullover versteckend mit einer roten Nelke in der Hand dem Denkmal zustreben.

Vielleicht gibt es irgendwann eine gemeinsame Veranstaltung (bei der jeder Kompromisse eingeht) - die sowjetischen Soldaten zu ehren. Das wäre in meinen Augen die beste Gegendemonstration.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

LG von der grenzgaengerin


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#80

RE: Hausbesuche

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.09.2013 17:03
von Thunderhorse | 3.993 Beiträge

Die Masse der Beiträge hier, wie auch in anderen Foren zeigen auf, dass die Beitragsschreiber eher keine Ahnung haben um was es rechtlich konkret geht.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 09.09.2013 17:03 | nach oben springen


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