#41

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 09:52
von josy95 | 4.915 Beiträge

Hallo Karl143 und alle anderen,

kann mich Deiner Auffassung nur voll und ganz anschließen, Kommentar(e) in dem Sinne, das es das in der ehem. DDR nicht gab bekommst Du von mir bestimmt nicht, hoffentlich weiß es manch einer nicht wieder besser...!
Das aus einem überzeugten Kommunisten ein waschechter Demokrat werden kann, bezweifele ich auch, dafür aber mit Sicherheit ein skrupelloser Kapitalist. Davon gibt`s ja genug...!

Mir hat mal 1991 oder 92 am Ostseestrand ein älterer, netter Herr (selbstst. Juweliermeister aus den alten Bundesländern)gesagt: Seiner Auffassung (und Erfahrung nach dem Zusammbruch des 3. Reiches) sagt, das mit der Wende die letzte Hemmschwelle der Moral den Berg runtergeht, gerade was unser Thema hier konkret anbelangt. Er hatte die Befürchtung, das es insgeheim zwischen den ehemaligen Erz- Klassenfeinden regelrechte "Verbrüderungsszenen" geben wird, um noch mehr Menschen (jetzt wirtschaftlich- finanziell) unterdrücken und ausquetschen zu können...!
Und ist es nicht so eingetreten...???

Ich möchte mich aber auch der Meinung eines unserer User hier anschließen (obwohl ich eigenlich keine Angst hab), das man sich nicht zuweit mit dieser Thematik aus dem Fenster lehnen sollte...!
Wer weiß, in welchen Wespennestern oder besser gesagt Hornissennestern man da rumstochert und den Zorn der "Königin" auf sich zieht...
...und Märtyhrer spielen? Nein Danke und wofür eigentlich???

Allen eine schöne Woche!


joy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#42

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 10:00
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Ein sehr schwieriges Thema, daß einer gründlichen Analyse bedarf. Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, bin ich eher nicht Derjenige, der sich über solche Entwicklungen gefreut hat. Saßen doch kurz nach der Wende schon Genossen in den neugeschaffenen Arbeitsämtern, die den ersten Arbeitssuchenden nach damaligen Pressemldungen ins Gesicht sagten "... das habt Ihr nun davon!...".

Laut Einigungsvertrag wurden in allen Bundesministerien ehemalige Beschäftigte der spiegelgleichen DDR-Ministerien nach Überprüfung übernommen. Die Übernahme von Funktionsträgern einer ehemaligen Dikatur in demokratische Institutionen des Bundes hat Tradition. Beklagten doch in den 60gern die Linken zu Recht, daß nach dem Zusammenbruch des 3.Reichs Wehrmachtsoffiziere (sogenannte 131er) nach der "Entnazifizierung" in die Organe des Bundes übernommen wurden und sogar ein Anrecht hatten, gemäß ihren alten Offiziersgehältern besoldet zu werden, obwohl sie vielleicht nur noch in der Poststelle einer Behörde arbeiteten.

Auch in der DDR wurden ehemalige Nationalsozialisten in großem Maß in Istitutionen der neuen, sozialistisch-stalinistischen DDR übernommen...

In Antwort auf:
Aber die Zusammenarbeit der frühen DDR mit hohen Wehrmachtsoffizieren beschränkte sich nicht auf militär-technisches Know-how, sondern legte den Grundstein, um den Geist deutschen und preußischen Soldatentums, "bewährte" Prinzipien des militärischen Drill und selbst äußere Umgangs- und Erscheinungsformen des deutschen Militarismus zunächst in die "Kasernierte Volkspolizei (KVP)" und nach 1956 in die "Nationale Volksarmee (NVA)" fortzuschreiben.

Schon der erste Absatz des Buches erschüttert den Glauben an den "sozialistischen Charakter" der ostdeutschen Armee. So wurde von der SED stets verschwiegen, "dass z.B.

* der erste Chef des Stabes der KVP und der NVA ein ehemaliger Generalleutnant und Armeeführer der Deutschen Wehrmacht war,

* der erste Präsident des Obersten Gerichtes der DDR als Kriegsgerichtsrat des Heeresjustizdienstes der Wehrmacht sein Brot verdient hatte und zugleich der NSDAP angehörte,...

* der erste Kommandeur der Hochschule für Offiziere der KVP und NVA ein Oberst und Ritterkreuzträger der Wehrmacht war,...

* der erste Chef der Verwaltung Motorisierung (Panzerwesen) im DDR-Innen- bzw. Verteidigungsministerium, ein Ex-Generalmajor der Wehrmacht, 1939 bis 1942 Beisitzer (ehrenamtlicher Richter) am NS-Volksgerichtshof gewesen war, der an vielen politischen Todesurteilen mitgewirkt hatte, sowie

* ein ehemaliger Obersturmführer und Oberleutnant der Waffen-SS in den fünfziger Jahren als Oberst und Divisionskommandeur eingesetzt worden war." (S.7)

Systematisch zeichnet der Autor die Stationen des Aufbaus der NVA und die Rolle der ehemaligen Wehrmachtsoffiziere nach. Dabei geht es ihm nicht darum, nachzuweisen, dass der Aufbau der Streitkräfte im Osten mehr oder weniger identisch mit dem der westdeutschen Bundeswehr war, von der man wusste, dass nahezu alle Mitglieder ihre Führungsorgane der faschistischen Wehrmacht entstammten.

In Volkspolizei und Volksarmee taten maximal 5 Prozent ehemalige Wehrmachtsoffiziere Dienst, meistens lag dieser Prozentsatz sogar darunter. Quantitativ kann also da kaum etwas verglichen werden zwischen BRD und DDR. Aber: Qualitativ spielte die kleine Gruppe der ‘Ehemaligen' eine weitaus größere Rolle in KVP und NVA als zu DDR-Zeiten zugegeben."



Quelle:
http://www.wsws.org/de/2001/apr2001/wehr-a21.shtml

Wir sehen also, daß in der DDR wie in der BRD ehemalige Nationalisten, "Extrem-Funktionäre des Nationalsozialismus" in beiden deutschen Staaten wieder in verantwortlichen Positionen landeten.

Konzentrieren wir uns auf die Bundesrepublik.
Ich denke, daß das nicht nur mit dem "Erfahrungsschatz" dieser Personen zu tun hatte, wie man oft behauptet. Ich denke eher, ein wichtiges Motiv für die Übernahme ehemaliger NS-Veratwortungsträger war auch vor allem, daß man keinen Widerstand von ehemaligen Funktionsträgern und Spezialisten der letzten Diktatur riskieren wollte. Man wollte den Übergang in die neue Demokratie möglichst geräuschlos vollziehen. Und die kommenden Generationen dann in Schulen und Universitäten zu überzeugten Demokraten erziehen. Die ehemaligen Kader wurden schließlich Demokraten. Oder waren nicht mehr zu bekehren. Hielten aber die "Füße still".

Ich denke, mit den ehemaligen Funktionsträgern der untergegangenen DDR-Diktatur geschieht das jetzt genauso. Man übernimmt einen großen Teil, weil man hofft, daß sie nun tatsächlich auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Oder übernimmt einen Teil, um sie zumindest durch "Einbindung in Institutionen" nicht zu enttäuschten Widerständlern werden zu lassen. Genau das Gleiche ist in den 50ger Jahren in der Bundesrepublik schon einmal passiert. Es hat sich bewährt.

Und so hat man das jetzt wohl nach "bewährtem Muster" eben noch einmal so praktiziert. Wenn selbst bei der ehem. "Gauck-Behörde" ehemalige Mitarbeiter des MfS arbeiten, braucht man auf der einen Seite Experten. Man setzt außerdem ein Signal, wenn man ehemaligen Beschäftigte der Berliner Nomannenstrasse zeigt: "..wir wollen Euch nicht vernichten. Wir haben ein Interesse daran, Euch in die neue BR Deutschland erfolgreich intergrieren, wenn Eure Akte einigermaßen sauber ist..".

Ich persönlich denke, daß es zu diesem Vorgehen kaum Alternativen gibt. Hätte man den riesigen Apparat von offz.MfS-Mitarbeitern, inoffz. MfS-Mitarbeitern, Richtern und Verantworlichen in Polizei, NVA und anderen Organen dieses DDR-Repressions-System als "Verbrecher" gebranntmarkt auf die Strasse gesetzt, wäre irgendwo Widerstand dieser Massen von Menschen wahrscheinlich gewesen. Indem man große Teile in die Verwaltung der neuen Bundesrepublik integrierte, handelte man genauso, wie nach 1945. Damals wurde es so geschafft, den "Inneren Frieden" dieser neuen Demokratie zu organisieren. Und Konflikte zu vermeiden. Die ultrarechte "Deutsche Reichspartei" war nur eine Randerscheinung. Sehr schnell entschieden sich die Menschen im Westen für ein demokratisches System mit freien Wahlen. Unter ihnen die große Masse von ehemaligen NS-Beschäftigten.

Das man in der Bundesrepublik Deutschland nach 1990 genauso handelte, macht manchen wütend. Ich denke vor allem an die Opfer des Systems. Sie können es kaum fassen. Genauso, wie die 68ger Generation wütend war über die vielen ehemaligen Wehrmachtsoffz. in den Verwaltungen Westdeutschlands. Trotzdem glaube ich, daß der Schritt (auch wenn ich persönlich sauer bin!) ein richtiger Schritt ist, der sich 1945 wie 1990 bewährte. Es gab und es gibt zu ihm keine sinnvolle Alternative...


zuletzt bearbeitet 06.07.2009 10:16 | nach oben springen

#43

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 16:14
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo. das mag jetzt hart klingen was ich sage. aber das muß ich jetzt einfach mal loswerden. was ist dabei das stasi offiziere im polizei dienst sind. im bundestag sitzen oder als richter arbeiten. was sollen sie sonst machen. denn park fegen. oder sollte mann alle stasi mitarbeiter in ein lager stecken und steine klopfen. mann muß doch froh sein das jeder eine neue arbeit gefunden hat und seine steuern zahlt. und das sagt jemand desen familie eine ganz dicke stasiakte hat.



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#44

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 16:40
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Hi glasi,
also: ich kann die Bedenken dagegen schon ganz gut verstehen. Wenn Du beim MfS vielleicht dafür verantwortlich warst Personen zu zersetzen durch Rufschädigung oder gezielte Verleumdungen, bist Du als Richter vielleicht doch etwas sehr ungeeignet. Der Betroffene sollte sich dann irgendwo als Wachschützer bewerben oder in der Versicherungsbranche anderen Leuten Verträge aufschwatzen. Da kann er auch Leute von etwas überzeugen, was die eigentlich gar nicht wollen:
würde ja richtig passen!

Auf der anderen Seite sind in den Kommunen, den Ländern und beim Bund die ehemaligen Beschäftigten aus staatstragenden Behörden und Verwaltungen der DDR zu einem großen Teil beim öffentlichen Dienst geblieben. Das betraf sogar auch Mitarbeiter des MfS, die von vornherein ihre Tätigkeit nicht verheimlicht haben.

Nach dem Vorbild der Bundesrepublik 1951 bezüglich der 131er...

siehe hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/131er

...hat man sie eher integriert, anstatt sie zu kriminalisieren.

Das werden gerade die Opfer nicht nachvollziehen können. Und ich verstehe das absolut. Jedoch kann ich keine Alternative zu dieser Vorgehensweise erkennen, wie ich ja schon sagte....


zuletzt bearbeitet 06.07.2009 16:43 | nach oben springen

#45

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 17:08
von glasi | 2.815 Beiträge

ok . ich korigiere meinen bericht etwas. sie sollten vieleicht doch nicht in so hohen ämtern sitzen. das wäre denn opfern nicht ganz fair. aber in der freien wirtschaft sollten sie alle möglichkeiten haben. sie sollen ganz normal arbeiten und ihre steuern zahlen. nur weil mann früher einen fehler gemacht hat , soll mann nicht sein ganzes leben büssen.



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#46

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 18:09
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

In Antwort auf:
nur weil man früher einen fehler gemacht hat , soll mann nicht sein ganzes leben büssen.


@glasi, was siehst du konkret als fehler an ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#47

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 18:31
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo gilbert wolzow. was meine ich. ein beispiel: 1985 waren wir mal wieder bei meinen großeltern in der nähe von bautzen. wir saßen abends im wohnzimmer. es war sommer , und wir hatten das fenster auf. plötzlich hörten wir ein klappern und der hund fing an zu bellen. jemand ist über die gießkanne gestollpert. als wir rausgingen sahen wir jemanden weglaufen. ein parr jahre später haben wir in unserer akte gelesen das das jemand von der stasi war. so. wer das war ist mir egal . was er gemacht war in meinen augen falsch. aber ich würde ihn nicht für sein ganzes leben verurteilen. du warst auch beim mfs? und wenn schon. vieleicht hast du auch fehler gemacht. na und. wir leben im hier und jetzt. lg glasi



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#48

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 19:12
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Hallo Glasi,
eben weil wir im heute und im jetzt leben sollte man doch nicht glauben, das wenn es die Wende nicht gegeben hätte die Zahl der Mitglieder des MfS weniger geworden wäre.
Es hätte sich nichts geändert.
Die Wende vor zu schieben und sein Gewissen zu erleichtern in dem man sagt man hat Fehler gemacht ist für mich quatsch.
Wenn ich beim zu schnell fahren geblitzt werde sage ich auch ich habe einen Fehler gemacht - so lange es aber gut geht fahre ich weiter schnell.
Durch die Wende müssen sie Fehler eingestehen - wollen tun sie das ganz bestimmt nicht.
Spinnen wir den Faden mal weiter.
Was wäre geworden wenn sie `89 die Macht behalten hätten ?
Internierungslager ???
Listen mit tausenden von Namen haben schon existiert.
Nix mit Fehler eingestehen - die Lager wären voll gewesen.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#49

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 19:13
von manudave (gelöscht)
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Meines Erachtens ist der Fehler, dass viele nicht erkannt haben, dass das für sie maßgebende Recht einfach unrecht war.

In Antwort auf:
Trotzdem glaube ich, daß der Schritt (auch wenn ich persönlich sauer bin!) ein richtiger Schritt ist, der sich 1945 wie 1990 bewährte.


Es kann doch keine Begründung sein, dass ein Fehler der nach dem Krieg gemacht wurde und alles in ruhigen Bahnen verlief, wieder genau so gemacht wird.
Diese Meinung kann ich nicht verstehen, aber muss sie respektieren.


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#50

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 19:31
von dein1945 (gelöscht)
avatar

Die Wende vor zu schieben und sein Gewissen zu erleichtern in dem man sagt man hat Fehler gemacht ist für mich quatsch.
Wenn ich beim zu schnell fahren geblitzt werde sage ich auch ich habe einen Fehler gemacht - so lange es aber gut geht fahre ich weiter schnell.
Durch die Wende müssen sie Fehler eingestehen - wollen tun sie das ganz bestimmt nicht.
Spinnen wir den Faden mal weiter.
Was wäre geworden wenn sie `89 die Macht behalten hätten ?
Internierungslager ???
Listen mit tausenden von Namen haben schon existiert.
Nix mit Fehler eingestehen - die Lager wären voll gewesen.

Hallo,
dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, nur soviel, hätte Moskau sie gelassen, bräuchten sie sich nicht mehr mit uns im Forum einzulassen. Jedem soll man Fehler verzeihen, aber man sollte auch daraus lernen.

Schönen Abend aus Berlin


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#51

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 19:43
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo oss n. die wende ist gott sei dank gekommen. schau mal. ich und meine familie haben unter der stasi gelitten. unsere anrufe wurden konkontroliert. wir wuren wenn wir an der ddr rund um die uhr bewacht. am güst herleshausen sehr stark kontroliert. bei aus und einreise. die zeiten sind vorbei. wir dürfen nicht weiterdenken was wäre wenn die ddr weiter exestiert hätte. sie exestiert nicht mehr. und alle die in stasi oder in der nva waren, wird es nicht mehr geben. sie sterben irgentwann. es gibt auch niemanden mehr der denn 1 weltkrieg erlebt hat. aber warum so lange warten. last uns die hände reichen. einfach über die verganheit reden. die erfahrungen von damals austauschen. nicht zerfleischen. lg glasi



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#52

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 20:15
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Nicht zerfleischen glasi, da gebe ich dir schon Recht, aber auch nicht vergessen.
Wenn zum Beispiel Kinderschänder nach ein paar Jahren aus dem Knast frei kommen regen sich alle auf.(ich auch)
Könnte es nicht sein, das sie sich geändert haben?
Können vileicht schon - aber nicht alle!
Man soll nicht alle über einen Kamm scheeren, das stimmt schon, aber man sollte auch nicht so schnell vergessen was alles war.
Ich meine damit, das ein Brot zwar nur 52 Pfennige gekostet hat aber auch sehr viele schlimme Sachen passiert sind.


Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#53

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2009 20:36
von Oss`n | 2.779 Beiträge




das war die Realität.
Man beachte das Jahr 1988 und selbst noch 1989 - und ein paar Monate später die große Reue.

Schönen Abend noch euch allen.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 06.07.2009 20:39 | nach oben springen

#54

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2009 07:57
von glasi | 2.815 Beiträge

ich glaube auch wenn moskau das ok gegeben hätte dann wäre es ganz anders gekommen wäre. wir wissen alle alle was damals am 17 juni pasiert ist. ich wollte mit meiner meinung niemanden auf denn schlips treten. schon garnicht denn opfern, die mehr unter der stasi gelitten haben als ich. es ist halt meine meinung. ich denke mit gesprächen und versöhnung läst sich das schwarze kapitel unserer geschichte besser bewältigen . aber vieleicht bin ich auch naiv. weil so einfach ist es leider nicht.



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#55

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2009 09:53
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Zitat von manudave
Meines Erachtens ist der Fehler, dass viele nicht erkannt haben, dass das für sie maßgebende Recht einfach unrecht war.

In Antwort auf:
Trotzdem glaube ich, daß der Schritt (auch wenn ich persönlich sauer bin!) ein richtiger Schritt ist, der sich 1945 wie 1990 bewährte.


Es kann doch keine Begründung sein, dass ein Fehler der nach dem Krieg gemacht wurde und alles in ruhigen Bahnen verlief, wieder genau so gemacht wird.
Diese Meinung kann ich nicht verstehen, aber muss sie respektieren.


Das richtig. Nur gibt es nach meiner Ansicht in den Fällen "Überführung einer Diktatur in ein demokratisches Rechtssystem" keine absolute Gerechtigkeit. Und keine fehlerfreie Praxis. Zu unterschiedlich sind die Kräfte und Richtungen, die in so einem Prozeß aufeinandertreffen...

In Antwort auf:
Zitat:
Die
Entscheidung, welches Recht Anwendung findet, hat
Auswirkungen auf die Täter, berührt das Selbstverständnis
der Opfer und wirkt sich auf die Legitimation
einer nachdiktatorischen Gesellschaft aus, die
sich gerade durch den Versuch, Gerechtigkeit zu
üben, legitimieren muss. Wolfgang Schuller erörtert
in seinem Beitrag unter Bezugnahme auf die Verbrechen
der NS-Diktatur und die unter „Parteivorbehalt“
in der SED-Diktatur begangen Taten die schwierige
Anwendung rechtsstaatlicher Prinzipien.
Bürokratische Maßnahmen politischer Säuberung
erweisen sich im Nachhinein oft als aufwändig und
kontraproduktiv, weil es ungemein schwer ist, Täter,
Mitläufer und Zuschauer voneinander zu trennen
.....
.....
UMGANG MIT HINTERLASSENSCHAFTEN
VON DIKTATUREN
Unter die zentralen Hinterlassenschaften von
Diktaturen, mit denen eine Neuordnung konfrontiert
ist, fallen:
 Orte und Bauten der Diktatur. Wobei Orte
häufig auch gekoppelt sind an Verbrechen,
wie beispielsweise Folter oder Massenmord,
aber auch an die „Glanzzeiten“ der Diktatur,
wie im Fall von Parteitagsgeländen oder
Prachtbauten.
 Propagandistische Hinterlassenschaften
wie Filme, Literatur, Kunst des diktatorischen
Regimes.
 Politische und gesellschaftliche Strukturen
der Diktatur, die einer grundlegenden politischen
Umgestaltung bedürfen.
Und nicht zuletzt gehören zu den „Hinterlassenschaften“
 Menschen aus der Diktatur, also Täter, Opfer,
Gegner, Zuschauer, Mitläufer aber auch Retter
und Widerstehende.
Der politisch-gesellschaftliche Neuanfang, die
viel beschworene „Stunde Null“, ist stets mit
enormen Altlasten verbunden und stellt alles
andere als einen unbelasteten Neubeginn dar.
Gerade die Menschen bringen unterschiedliche,
teilweise auch extrem kontroverse oder
gar inkompatible Wahrnehmungen der Diktatur
und ihrer Geschichte mit sich.
Diese Wahrnehmungen
sind nicht selten eng an persönliche
Lebensgeschichten in der Diktatur gekoppelt.
Nachfolgend soll das Augenmerk auf den
Menschen als „Hinterlassenschaft“ einer Diktatur
liegen.
Die innergesellschaftlichen Unversöhnlichkeiten
sind vor dem Hintergrund einer radikalen
Verkehrung von Machtverhältnissen zu sehen,
die in der Regel mit der Ablösung einer Diktatur
einhergehen. Sie stellen zugleich ein beträchtliches
Konfliktpotenzial für die Stabilität
der neuen politischen Ordnung dar Sie sind im
wahrsten Sinne des Wortes gesellschaftliches
Unruhepotenzial in Zeiten der Transformation.
Die Kräfte der Transformation müssen wiederum
primär auf Ordnung und Stabilität abzielen,
um sich zu legitimieren....

......
Die Entscheidung, welches Recht Anwendung
findet, hat Auswirkungen auf die
Täter, berührt das Selbstverständnis der
Opfer und wirkt sich auf die Legitimation
einer nachdiktatorischen Gesellschaft
aus, die sich gerade durch den Versuch,
Gerechtigkeit zu üben, legitimieren
muss. Wolfgang Schuller erörtert in seinem
Beitrag unter Bezugnahme auf die
Verbrechen der NS-Diktatur und die unter
„Parteivorbehalt“ in der SED-Diktatur
begangenen Taten die schwierige Anwendung
rechtsstaatlicher Prinzipien.
Die Messlatte der im normalen Strafgesetzbuch
niedergelegten Gesetze ist deshalb
so schwierig, weil sie für Verbrechen
in Diktaturen nicht geschaffen wurden.
Daher ist – so die Argumentation von
Wolfgang Schuller – der Gesichtspunkt
der besonderen Schwere der Taten mithin
die vertretbarste Lösung.



Quelle:
http://www.buergerimstaat.de/3_06/diktatur.pdf

Ich teile jene Ansichten. Die Masse der Belasteten allein durch "System-Nähe" ist so gewaltig, daß es überhaupt nicht machbar ist, jene Mitläufer gegen sich aufzubringen, wenn man (wie im Zitat erwähnt) ein extremes Konfliktpotenzeal bei der Neuordnung des Staates (bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen) vermeiden will. Mithin ist es also die vertretbarste Lösung, die schwersten Fälle abzuurteilen. Die Mitläufer jedoch zu integrieren. Und ihnen einen Platz in der neuen, demokratischen Gesellschaft einzuräumen.

Wie gesagt. Ich sehe dazu keine Alternative...


zuletzt bearbeitet 07.07.2009 09:55 | nach oben springen

#56

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2009 11:18
von turtle | 6.961 Beiträge

Stimmt diese große Masse an Mitläufern,welche immer den Weg des geringsten Widerstands gehen! Dazu fallen mir die drei Affen ein. Ohne eigene Meinung ,ohne Rückrat, ängstlich, immer um Anpassung bemüht, oder nur um einen Vorteil zu haben ,leicht manipulierbar sind doch gute Staatsbürger oder? Wie oft hat diese Masse es überhaupt erst Diktaturen ermöglichst an die Macht zu kommen und diese zu lange zu erhalten.
Aber gegen den Strom schwimmen ist nun einmal schwerer. Ich habe dann nur noch Kopfschütteln übrig wenn diese Leute sagen,
„damit habe ich aber nichts zu tun ,ich habe doch nichts gemacht“!! Nicht jeder ist mutig genug um Missstände anzuprangern, dagegen zu protestieren und eventuell Haft zu riskieren! Verurteilen werde ich sie nicht ,doch die ihre Stimme erheben und Widerstand gegen Unrecht leisten sind mir lieber!

Angefügte Bilder:
3 affen.jpg

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#57

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2009 15:17
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Hallo turtle!

Auf der einen Seite ist für mich klar, daß Diktaturen versuchen, mindere Gefühle und Charaktereigenschaften auszunutzen, um sie für sich zu instrumentalisieren.

Nach Erzählungen sollen beim russischen Zoll unter dem Zaren bevorzugt auch Krüppel bei der Einstellung berücksichtigt worden sein. So sehr sie in der Öffentlichkeit unter ihrer Außenseiterstellung litten: so sehr konnten sie bei den Zoll-Kontrollen der Allgemeinheit mal zeigen, was eine Harke ist!

Einfache Typen, die ansonsten in Gesellschaften eher nicht oder wenig wahrgenommen werden, haben in Diktaturen plötzlich eine unheimliche Macht, wenn sie sich auf die Seite der Diktatur schlagen. Meine Oma berichtete mir, daß die Fleischer-Mamsel nach der Machtergreifung Hitlers plötzlich quer über die Hauptstrasse der Kleinstadt schrie: "Heil Hitler, Frau xxx"!
Worauf sie mit einem knappen "Guten Tag!" auf den Lippen unangenehm berührt weiterging....


Andererseits verurteile ich Niemanden, wenn er nicht ganz klar gegen allgemein anerkannte "Richtlinien der Menschenrechte"
verstoßen hat.

Wer weiß. Wenn ich in Hartenstein bei Zwickau aufgewachsen wäre. Schon mein Großvater Kommunist. Meine Eltern auch. In der Schule decken sich die Theorien mit dem, was mir meine Eltern beigebracht haben. Das die monopolkapitalistischen Staaten verbrecherische Systeme sind. In denen "Freiheit" und "Menschenrechte" nur geheuchelte Instrumente sind, die als Rammböcke gegen die sozialistische Staatengemeinschaft benutzt werden....

Wer weiß: wäre ich nicht begeisterter Vertreter des Systems geworden?

Wie weit wäre ich gegangen? Wie weit wäre ich im Nationalsozialismus gegangen?
Ich weiß es nicht....

Insofern kann ich immer nur feststellen, wie ich die Sache sehe. Es liegt mir aber fern, Verurteilungen auch nur zu denken.

Denn: wer für sich selbst immer die Hand ins Feuer legt, daß er wohl immer richtig gehandelt hätte....
...mit dem kann auch irgendwas nicht ganz stimmen...


zuletzt bearbeitet 07.07.2009 15:19 | nach oben springen

#58

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2009 16:19
von AJ72 (gelöscht)
avatar

Zitat von turtle
... Ich habe dann nur noch Kopfschütteln übrig wenn diese Leute sagen,
„damit habe ich aber nichts zu tun ,ich habe doch nichts gemacht“!! Nicht jeder ist mutig genug um Missstände anzuprangern, dagegen zu protestieren und eventuell Haft zu riskieren! Verurteilen werde ich sie nicht ,doch die ihre Stimme erheben und Widerstand gegen Unrecht leisten sind mir lieber!


Genau so sehe ich das auch, um mal ein Beispiel zu zeigen man achte auf den Autor und bitte den Kommentar lesen und wem das nicht reicht, hier lang.


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#59

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2009 18:18
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo FSK-Veteran,
Ich hatte die breite Masse der Mitläufer,ohne eigene Meinung etc. gemeint. Die von ihrem System überzeugt waren und gedacht haben der richtigen Sache zu dienen die meine ich nicht! Sie bezeichne ich auch nicht so direkt als Mitläufer. Ich hoffe dass davon viele einsehen dass sie einer schlechten Sache gedient haben. Es werden aber immer unbelehrbare übrig bleiben. Die müssen es dann schon mit ihrem Gewissen abmachen inwieweit sie gegen Menschenrechte, Humanität, etc. verstoßen haben! Den ersten Stein werfe ich nicht!


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#60

RE: Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2009 18:50
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Du hast vollkommen Recht, turtle.

Was mich immer wieder überraschte, war nach der Wende die hartnäckige Leugnung einer MfS-Tätigkeit. Oft so lange, bis man Jemandem den 100%igen Beweis direkt unter die Nase gehalten hat. Ich denke da z.B. an die Wendeparteichefs Wolfgang Schnur und Ibrahim Böhme......


zuletzt bearbeitet 07.07.2009 18:52 | nach oben springen



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